Lernstick und Prüfungsumgebung 2021-02-13

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Ronny Standtke

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Feb 14, 2021, 6:40:08 AMFeb 14
to lernstick
Hallo zusammen

Hier kommt noch ein kleines Valentinstaggeschenk von uns: neue Versionen des Lernsticks und der Prüfungsumgebung! :-)
Seit der letzten Version haben sich folgende Dinge geändert:

1) Unsere ISO-Abbilder sind nun so genannte "hybride" Abbilder, die sich direkt auf USB-Sticks installieren lassen, ohne dass der Umweg über eine DVD oder eine Virtuelle Maschine notwendig ist. Unter Linux lassen sich hybride ISO-Abbilder einfach mit der vorinstallierten GNOME-Laufwerksverwaltung installieren (Hamburger-Menü -> Laufwerksabbild wiederherstellen). Unter Windows oder macOS kann man zum Beispiel balenaEtcher nachinstallieren (siehe https://www.balena.io/etcher/). Dann muss man allerdings immer wieder etwas Werbung über sich ergehen lassen. Also lieber gleich Linux verwenden...
Wir haben sehr lange mit dem Umstieg auf hybride ISOs gewartet, weil in unserem direkten Umfeld Schulen den Lernstick auf Notebooks verwendet haben, deren BIOS bei hybriden ISOs einfach abgestürtzt ist. Das Problem trat wohl bei etlichen Notebook-Modellen auf, siehe https://lists.debian.org/debian-live/2011/08/msg00144.html
Ich hoffe, wir können davon ausgehen, dass die Notebooks mit diesem fehlerhaften BIOS mittlerweile ausgemustert worden sind und die meisten Hersteller diesen Teil der IT-Welt nun halbwegs beherrschen. Hoffentlich...

2) Der Linux-Kernel wurde auf Version 5.9 aktualisiert. Für uns Lernstick-AnwenderInnen ist wieder vor allem der verbesserte Hardware-Support interessant. Mehr Details zur neuen Kernelversion gibt es zum Beispiel kurz zusammengefasst auf Deutsch bei Heise oder ausführlicher aber auf Englisch bei Kernelnewbies, siehe:
https://www.heise.de/news/Linux-5-9-Neue-Kernel-Version-schliesst-Lizenzluecke-und-unterstuetzt-FSGSBASE-4929799.html
https://kernelnewbies.org/Linux_5.9

3) Ein Treiber für die Tastatur und das Touchpad von aktuelleren MacBook-Modellen mit dem T2-Chip wurde hinzugefügt. Ein Treiber für die Touchbar der T2-MacBook-Pro-Modelle ist in Arbeit und wird in einer späteren Version dazukommen.

4) Moderne Betriebssysteme verwalten meistens mindestens zwei Uhren: die Systemuhr und die Hardwareuhr. Die Systemuhr ist das, was die BenutzerInnen sehen und eigentlich nur ein Stück Software, dass sich um die ganzen hässlichen Details wie die Umschaltung von Sommer- auf Winterzeit, Wechsel der Zeitzone bei längeren Reisen, Schaltsekunden, usw. kümmert. Die auf den Mainboards verbaute Hardwareuhr tickt einfach gleichmässig in der Zeitzone UTC (für die älteren Semester: "Greenwich Mean Time") vor sich hin, auch wenn der Computer ausgeschaltet ist, und wird vom Betriebssystem immer mal wieder ein klein wenig korrigiert, da die Qualität dieser eingebauten Quarzuhren meistens ziemlich miserabel ist.
Falls der Lernstick erfolgreich eine Verbindung zu einem Zeitserver herstellen konnte, hatten wir bisher immer sowohl die Systemuhr als auch die Hardwareuhr korrigiert. Das hat leider zu Irritationen geführt, wenn das vorinstallierte Betriebssystem eine andere Vorstellung davon hatte, wie die Hardwareuhr zu behandeln ist. Anstatt die Hardwareuhr einfach kontinuierlich auf UTC laufen zu lassen, und die feinen Details per Software zu regeln, drehen zum Beispiel einige Windows-Varianten ständig an der Hardwareuhr herum, was an sich wiederum etliche Probleme verursacht...
Lange Rede kurzer Sinn: Bei einer Zeitsynchronisation verstellen wir jetzt nur noch die Systemuhr. Falls die Hardwareuhr falsch geht, ist uns das jetzt egal, wir lassen die Finger davon.

5) Die Speichermedienverwaltung erzeugt nun auch hybride ISOs und kann hybride Sticks auch wieder zuverlässig löschen.

6) Eins meiner persönlichen Highlights dieser Lernstick-Version ist, dass über das Willkommensprogramm nun Android Studio installiert werden kann (siehe https://developer.android.com/studio). Damit kann man nicht nur Android-Programme schreiben, sondern auch fast beliebige Android-Geräte emulieren (im Startbildschirm via "Configure -> AVD Manager"). Das "AVD" steht übrigens für "Android Virtual Device". Falls man mal einen Blick auf eine App werfen möchte, in der sich bekanntermassen 42 Tracker befinden aber das persönliche Smartphone davor verschont bleiben soll, kein Problem, einfach im Emulator installieren! Das eigene Smartphone hat Android 9, bekommt keine Updates mehr, man möchte aber trotzdem einen Blick auf Android 11 werfen? Kein Problem, einfach ein neues virtuelles Android-Handy im Emulator starten! Die KollegInnen wollen ein nettes kleines Online-Game (*hüstel* Among Us...) spielen, du hast aber kein Android-Gerät und keine Lust, für die PC-Version zu bezahlen? Kein Problem, einfach ein virtuelles Android-Tablet im Emulator starten und mitspielen! :-)

7) Im Willkommensprogramm wurde die Installation mehrerer Debian-Pakete vereinfacht und beschleunigt.

8) Das Piano- und Notenlernprogramm "PianoBooster" wurde hinzugefügt, siehe https://www.pianobooster.org.

9) Alle Online-Programme, die immer noch Adobe Flash voraussetzen, wurden entfernt, da Adobe selbst den Support für Flash eingestellt hat.

10) Wir installieren jetzt die flatpak-Version des Malprogramms Krita, da sie deutlich aktueller ist, als die Debian-Version.

11) In der Prüfungsversion wurde der Client für unseren Prüfungsserver Glados aktualisiert, sodass jetzt dessen neue Funktionen unterstützt werden.

12) Die folgenden weiteren Programme wurden aktualisiert:
  • das Mathematikprogramm "GeoGebra"
  • der Bildbetrachter "gthumb"
  • das Fotobearbeitungsprogramm "darktable"
  • das Medienwiedergabeprogramm  "VLC"
  • das Programm zur einfachen Erstellung von Stop-Motion-Filmen "qStopMotion"
  • der Video-Downloader "youtube-dl"
  • der Screenreader für die GNOME-Desktop-Umgebung "orca"
  • das Programm zur Anzeige und Steuerung von Android-Geräten "scrcpy"
  • der E-Mail-Client "Thunderbird"
  • der Desktop-Client für die sichere und freie Kommunikationslösung "Signal"
  • die Kommunikations- und Kollaborationslösung "Element"
  • der Webbrowser "Firefox"
  • der Webbrowser "Chromium"
  • die Finanzverwaltung "GnuCash"
  • die Spieleverwaltung "Lutris"
  • die Spiele-Vertriebsplattform "Steam"
  • das Strategiespiel "Freeciv"
  • das Programm zur Analyse von Netzwerkverbindungen "Wireshark"
  • der Taskmanager für das Terminal "htop"
  • der Dateimanager für das Terminal "Midnight Commander"
  • die Flatpak-Paketverwaltung
  • die Treiber für NVIDIA-Grafikkarten

Hier sind die direkten Download-Links:
https://releases.lernstick.ch/lernstick_debian10_standard_2021-02-13.iso
https://releases.lernstick.ch/lernstick_debian10_mini_2021-02-13.iso
https://releases.lernstick.ch/lernstick_pruefungsumgebung_debian10_2021-02-13.iso

Viel Spass mit der neuen Lernstick-Version!

Ronny und Roman

Wolfgang Urban

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Feb 16, 2021, 6:28:58 AMFeb 16
to lernstick
Hallo Ronny,

ich hab den neuen Prüfungsstick ausprobiert. Erfahrungen mit USB-Stick noch ohne konkrete Einrichtung.

- Beim Starten hat der Stick keine Datenpartition. Erst wenn man im Bootmenü das Datengerät von "entfernbares Medium" auf "beliebig" stellt, wird sie eingebunden. Absicht?

- Eine Bitte: könnte man den Hintergrund des Startbildschirms ändern oder einen kleinen Text anzeigen, je nachdem ob über EFI oder BIOS gestartet wird? Das würde oft die Problembehebung bei Notebooks stark erleichtern (beschleunigen).

- Speichermedienverwaltung: Tab Datenübernahme: 'Persönlicher Ordner' ist immer angehakt. Absicht?

- Speichermedienverwaltung: Tab Details: Das Textfeld bei 'Muster' hat keine Minimalgröße und verschwindet auf schmalen Bildschirmen (oder geht ganz verloren)

- habe gparted nachinstalliert. Über die Konsole geht 'sudo gparted' mit 'live' problemlos, über das GUI gestartet wird das Passwort nicht akzeptiert.

- Trotz Deinstallation von libreoffice-lockdown konnte ich kein vollstängiges LibreOffice erhalten. Habe hunspell, hyphenation, voikko manuell nachgeholt (und einige sehr seltsame vorinstallierte Sprachpakete und Hilfen wie Persisch,... entfernt), aber der vollständige Zustand ist es nicht. Reparatur möglich?

- Software Musescore 3.2.3 ist zu alt (Juli 2019), inzwischen wurde das Layout der Scores geändert, die Handhabung der Templates ist anders. Version 3.6.2 sollte es sein.

- Software Python: 3.7.3: ist von 2019, schön wäre wenigstens 3.8, da wurde viel erweitert. 3.9 ist seit Oktober 2020 aktuell.

- Software Gimp: da wird nur 2.10.8 (2019)  angeboten. Der Weihnachtsstick war glaub ich moderner! Die aktuelle Version 2.10.22 ist mit 2.10.8 nicht ganz kompatibel.

Manchmal frage ich mich, warum die Debian-Gemeinde so stolz auf ihr 'stable' ist. Damit ist man recht isoliert und kann mit Apple oder Windows oft keinen sinnvollen Datenaustausch machen. Die Kollegen&innen klagen sehr, dass sie daheim keine (Noten-, Bilder-) Beispiele zu den Angaben vorbereiten können.

Zum Zeitproblem:
Windows hat einen schlecht dokumentierten Schlüssel:
in HKLM/System/CurrentControlSet/Control/TimeZoneInformation
erzeugt man ein DWORD namens RealTimeIsUniversal mit dem Wert 1.
Dann versteht Windows die korrigierte Linux-Zeit richtig.

Vielen Dank für die neue Version,
herzliche Grüße
Wolfgang

Ronny Standtke

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Feb 17, 2021, 4:45:58 AMFeb 17
to lernstick
Hallo Wolfgang

- Beim Starten hat der Stick keine Datenpartition. Erst wenn man im Bootmenü das Datengerät von "entfernbares Medium" auf "beliebig" stellt, wird sie eingebunden. Absicht?
Absicht. Wir hatten schon einige SuS, die hatten sich die offene Lernumgebung auf die interne Festplatte oder SSD ihres Notebooks installiert. Damit beim Starten der Prüfungsumgebung nicht plötzlich die Datenpartition der internen Lernumgebung verwendet wird, ist die Voreinstellung bei der Prüfungsumgebung auf "entfernbares Medium" gesetzt. Nun gibt es mittlerweile viele Hersteller, die das "entfernbar"-Flag bei ihren USB-Sticks nicht mehr setzen, da ja eigentlich kein Medium, wie z.B. bei einer DVD, ausgeworfen werden kann. Falls du keine SuS hast, die die Lernumgebung auf dem internen Speichermedium installiert haben, kannst du also tatsächlich das Datengerät auf "beliebig" stellen.
 
- Eine Bitte: könnte man den Hintergrund des Startbildschirms ändern oder einen kleinen Text anzeigen, je nachdem ob über EFI oder BIOS gestartet wird? Das würde oft die Problembehebung bei Notebooks stark erleichtern (beschleunigen).
Für BIOS-Boots verwenden wir syslinux mit einer gfxboot-Oberfläche, für UEFI-Boots eine GRUB-Oberfläche. Die sehen also sowieso optisch schon ganz anders aus. Auch funktional unterscheiden sie sich. So ist es zum Beispiel nur über die syslinux-Oberfläche möglich, bereits im Bootloader die Hardware des Notebooks zu untersuchen (Menüeintrag "Hardware-Informationen" ganz unten). Reicht das zur optischen Unterscheidung aus?
 
- Speichermedienverwaltung: Tab Datenübernahme: 'Persönlicher Ordner' ist immer angehakt. Absicht?
Ja, weil darum wird es wohl in 99 % der Fälle bei der Datenübernahme von einem Stick zum anderen gehen.
 
- Speichermedienverwaltung: Tab Details: Das Textfeld bei 'Muster' hat keine Minimalgröße und verschwindet auf schmalen Bildschirmen (oder geht ganz verloren)
Danke für den Hinweis, das schaue ich mir an!

- habe gparted nachinstalliert. Über die Konsole geht 'sudo gparted' mit 'live' problemlos, über das GUI gestartet wird das Passwort nicht akzeptiert.
gparted verwendet polkit (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Polkit), um Berechtigungen zu überprüfen und Rechte zu eskalieren. Das ist viel flexibler aber auch komplexer als der einfache sudo-Holzhammer. Der polkit-Regelsatz für gparted (siehe /usr/share/polkit-1/actions/org.gnome.gparted.policy) sieht vor, dass du dich, wie übrigens auch in der GUI-Passwortabfrage farblich hervorgehoben dargestellt, als Systemverwalter, also root, authentisieren musst, siehe die "auth_admin"-Einträge am unteren Ende der Konfigurationsdatei. Wir haben aber in der Prüfungsumgebung gar kein Passwort für den Benutzer root gesetzt, also kannst du dich auch nicht über diesen Weg als root authentisieren. Wenn du der Meinung bist, es genügt deinen Sicherheitsanforderungen, dann kannst du die polkit-Regel auch auf "auth_self" (Benutzerpasswort muss immer wieder eingegeben werden) oder "auth_self_keep" (Benutzerpasswort muss eingegeben werden und wird sich für eine Weile gemerkt) setzen.
 
- Trotz Deinstallation von libreoffice-lockdown konnte ich kein vollstängiges LibreOffice erhalten. Habe hunspell, hyphenation, voikko manuell nachgeholt (und einige sehr seltsame vorinstallierte Sprachpakete und Hilfen wie Persisch,... entfernt), aber der vollständige Zustand ist es nicht. Reparatur möglich?
Was fehlt dir denn zum "vollständigen Zustand"? Und übrigens: Hier in der Schweiz liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund je nach Kanton zwischen 20 und 60 Prozent. Meine Familie gehört auch dazu. Die Sprachen in unserer Prüfungsumgebung, inklusive Persisch, werden hier regelmässig im Unterricht und in Prüfungen benötigt und auch in meinem Freundeskreis gesprochen. Merke: Was dir in deinem Teil der Welt als "sehr seltsam" vorkommt, kann woanders ganz selbstverständlich sein.
 
- Software Musescore 3.2.3 ist zu alt (Juli 2019), inzwischen wurde das Layout der Scores geändert, die Handhabung der Templates ist anders. Version 3.6.2 sollte es sein.
Ja, das ist leider noch nicht in Debian angekommen, siehe https://tracker.debian.org/pkg/musescore3
Vielleicht sollten wir dort auch auf die flatpak-Version wechseln, siehe https://flathub.org/apps/details/org.musescore.MuseScore
 
- Software Python: 3.7.3: ist von 2019, schön wäre wenigstens 3.8, da wurde viel erweitert. 3.9 ist seit Oktober 2020 aktuell.
In Debian 10 steht nur Python 3.7 zur Verfügung, Python 3.9 wird im kommenden Debian 11 dabei sein, siehe https://tracker.debian.org/pkg/python3.9
 
- Software Gimp: da wird nur 2.10.8 (2019)  angeboten. Der Weihnachtsstick war glaub ich moderner! Die aktuelle Version 2.10.22 ist mit 2.10.8 nicht ganz kompatibel.
In Debian 10 haben wir nur die Version 2.10.8. Das sollte auch bei der Weihnachtsversion so gewesen sein. Das Update auf die 2.10.22 kommt dann wieder mit Debian 11: https://tracker.debian.org/pkg/gimp

Manchmal frage ich mich, warum die Debian-Gemeinde so stolz auf ihr 'stable' ist...
Das ist ein dauerhaftes Dilemma zwischen Aktualität und Stabilität.  Wenn man immer brandaktuelle Versionen haben möchte, dann ist eine Distribution wie Arch wahrscheinlich spannender. Aber dann muss man auch damit leben, dass regelmässig irgendetwas schiefgeht. Debian ist dann eher am anderen Ende des Spektrums. Wir versuchen da aber auch mit regelmässigen Backports und der Integration von flatpaks zumindest bei den Endanwendungen aktuellere Versionen anbieten zu können.
 
Zum Zeitproblem: Windows hat einen schlecht dokumentierten Schlüssel:
Danke für den Hinweis! Wir werden die Hardwareuhr wohl trotzdem nicht mehr korrigieren, da wir nicht erwarten können, dass vor einer Prüfung erst einmal alle Windows-AnwenderInnen ihrem Betriebssystem über einen schlecht dokumentierten Registry-Schlüssel etwas Vernunft bezüglich Zeitsynchronisation einprügeln...

Herzliche Grüsse
Ronny

Rene

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Feb 18, 2021, 4:47:02 AMFeb 18
to lernstick
Hallo Ronny,

ich habe wegen der MacBook-Unterstützung das 2021-02-13 Image runter geladen und mit dem Gnome Startmedienersteller auf den USB-Stick gebracht.

Bei mir tritt folgendes Problem auf: der so erstellte Stick startet immer mit Österreich (Schweiz) + Datenpartition nicht verwendet (auch wenn Lesen + Schreiben eingestellt wird)
Somit kann ich auch keinen angepassten Stick erzeugen, weil ja dadurch alle Änderungen mit dem nächsten Start verloren gehen.

Ist es denkbar, dass dies mit dem neuen Hybrid-ISO in Zusammenhang steht?

LG, Rene

Ronny Standtke

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Feb 18, 2021, 3:35:59 PMFeb 18
to lernstick
Hallo Rene

Wenn ein hybrides ISO direkt auf einen Stick kopiert wird, dann hat dieser "ISO-Stick" keine beschreibbaren Partitionen, verhält sich also mehr oder weniger wie eine virtuelle DVD. "Richtige" Lernsticks kannst du dann mit der Speichermedienverwaltung des ISO-Sticks erzeugen, wo du dann auch wieder sämtliche Details bezüglich Partitionen und Dateisysteme einstellen kannst.

Herzliche Grüsse
Ronny

helge.m

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Mar 18, 2021, 5:16:28 PMMar 18
to lernstick
Hallo Ronny,
vielen Dank für den neuen Stick. Damit starten auch die neuesten Notebooks wie das Lenovo Thinkpad E15 Gen2 und andere von Dell.

Leider wird in diesen Notebooks eine neue Mikrofonarchitektur mit DSP verbaut. Dafür springt dann das sof Kernelmodule an. Aber es wird nicht richtig an alsa bzw. pulseaudio weitergereicht. (Wenn ich das alles richtig verstehe) Was ich nach all meinen Linuxjahren richtig traurig finde: bei ubuntu 20.10 funktioniert das Mikrofon und die Debian und Arch Community rätselt wie das wohl funktioniert.  Es findet sich zumindest im Netz keine brauchbare Erklärung zum Nachbauen.

Ich schreibe dies hier zur Info, da fast alle neuen Notebooks, die die Schüler:innen im letzten Monat gekauft haben, dies Mikro verbaut haben.
Viele Grüße, Helge

Ronny Standtke

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Mar 20, 2021, 3:23:20 PMMar 20
to lernstick
Hallo Helge

Danke für die Info. Ich habe in den letzten Wochen auch solche Notebooks in die Finger bekommen. Damit du schon loslegen kannst, habe ich heute eine Vorabversion mit dem Linux-Kernel 5.10 und aktualisierten Firmware-Paketen hochgeladen, siehe:

Ich hoffe, damit ist dir erst einmal kurzfristig geholfen. Würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen, ob es bei den entsprechenden Notebooks nun funktioniert.

Herzliche Grüsse
Ronny

helge.m

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Mar 22, 2021, 4:43:27 AMMar 22
to lernstick
Hallo Ronny,
danke für die schnelle Reaktion. Es schient aber nicht an der Kernelversion zu liegen. Wir tippen auf die Anbindung des sof-Moduls an den Userspace. Wie gesagt Ubuntu 20.10 geht - mit "älterem" Kernel.

Alsamixer zeigt die einzelnen Komponenten wie DMIC-0, aber pavucontrol zeigt nur einen "Mehrkanaleingang (sof-hda-dsp)"

user@debian:~$ inxi -A
Audio:
  Device-1: Intel driver: sof-audio-pci
  Sound Server: ALSA v: k5.10.0-0.bpo.3-amd64

Viele Grüße, Helge

helge.m

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Mar 22, 2021, 10:15:58 AMMar 22
to lernstick
Mein Kollege scheint einen workaround gefunden zu haben. Ich werde es hier posten, wenn es so klappt.

Ronny Standtke

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Mar 26, 2021, 10:35:12 AMMar 26
to lernstick
Hallo Helge

Mein Kollege scheint einen workaround gefunden zu haben. Ich werde es hier posten, wenn es so klappt.

Sehr gerne. Wäre schön, wenn wir für diese Notebooks eine Lösung finden.

Viele Grüsse
Ronny

Paul Kremser

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Mar 26, 2021, 12:45:52 PMMar 26
to lernstick
Hallo,

ich arbeite mit Helge zusammen und habe für den Thinkpad E15 folgendes herausgefunden:
Wenn man an die Datei /etc/pulse/default.pa eine Zeile anhängt:
load-module module-alsa-source device=hw:0,6
erscheint ein auf dem Thinkpad E15 ein zweites Eingabe-Gerät in Pulseaudio-GUIs. Es heist sof-hda-dsp, wenn man davon aufnimmt bekommt man guten Klang des internen Mics.
Auf anderen Systemen kann das 0,6 variieren, daher sollte man mal den Output von arecord -l anschauen. Beim E15 hat man das Mic im Alsamixer sehen können, aber nicht in Pulseaudio.
Darauf gestossen bin ich über diesen Bugreport:
Ich vermute aktuell auch was in dem Thread genannt wird: "looks like pa has errors when parsing the digital mic".

Ich hatte dafür die Version mini vom 13.2.21 genommen und die sof-firmware auf den neuesten Stand gebracht. Dazu habe ich go.sh aus sof-bin ausgeführt: https://github.com/thesofproject/sof-bin.
Der Kernel sollte also auch im Februar schon kompatibel gewesen sein.

Vielen Dank für dieses tolle Projekt!
Viele Grüße
Paul

Varenne R.

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Mar 28, 2021, 5:28:27 AMMar 28
to lernstick
Hoi Ronny

Es ist ein _grosses_ Valentinstaggeschenk würde ich sagen! Damit fällt eine grosse Einstiegshürde.

Zwei Fragen, obwohl ich eine Antwort in der Diskussion mitgelesen habe:
1. Ein direkt (mit dd) beschriebener Memorystick ist wirklich ein Live-Medium, stur wie eine DVD? Selbst die Auswahl vom Window-Manager bleibt nicht erhalten? Ich frage, weil das Boot-Menü "Lesen und schreiben" anbietet. So gesehen, ist es ein Original für den Administrator, der dann damit Enduser-Lernsticks erstellt.

2. Mit der Spracheinstellung beim Booten ist wirklich die Sprache der Software on-the-fly gewählt? Das wäre zu gut um wahr zu sein!

Merci und Gruss

Varenne

Ronny Standtke

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Mar 28, 2021, 3:29:41 PMMar 28
to lernstick
Hallo Varenne

Danke für das positive Feedback! Ja, ein mit Etcher (dd habe ich gar nicht getestet) beschriebener Stick verhält sich wie eine DVD. Und ja, die Einstellungen zu Sprache und Tastatur, die im Bootmenü ausgewählt werden können, setzen wir dann auch für den Desktop und etliche weitere Anwendungen, die einen kleinen Schubs brauchen. Hier sind ein paar Details:

Herzliche Grüsse
Ronny

Varenne Riocha

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Mar 29, 2021, 5:50:08 AMMar 29
to lernstick
Hallo Ronnie

Merci! Die Sprachumstellung via 'locale' ist genial.

Noch etwas, was mir eingefallen ist: Ein Software-Update hat ziemlich lange, 30 Min?, gedauert. Dünkt mir zu lang für die Differenz seit 13.2.. Ist mit aber auch sonst aufgefallen. Läuft ein apt-get upgrade for der Freigabe eines Releases?

Grüsse 

Varenne Riocha

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Apr 13, 2021, 10:56:57 AMApr 13
to lernstick
Hallo Ronny und das Team

Die hybride Variante ist genau die Richtige fuer meinen Zweck. Ich habe einen 64 GB Memory-Stick damit beschrieben, in den rechtlichen 50 GB eine ext4 partition erstellt und saemtliche Lernstick-ISO dorthin kopiert. Somt ist dieser Stick ein "Master" fuer alle Lerstickvarianten (Debian 10 Buster) in den ISOs. Ich muss keine Angst haben, die lokalen Admins wuerden den Master verstellen, 

Merci und Gruss

Varenne
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