Selbstmordmechanismen der Marktwirtschaft

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Kornelia Richter

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Mar 1, 2009, 12:52:52 PM3/1/09
to Leipzig...@googlegroups.com

Liebe Mitstreiter,

 

ich bin mit der Einschätzung, die Hans-Gert über die Veranstaltung zum BGE abgegeben hat, ganz und gar nicht einverstanden, weil sie nur seinen eigenen beschränkten Horizont wiedergibt.

 

Anhand des untauglichen Konzeptes eines BGE wird nur die Sehnsucht deutlich, sich von der Sklavenpflicht zu jeder Billig- und Primitivarbeit zwingen zu lassen, wenn man ALG II – Empfänger ist, zu befreien. Die Sehnsucht nach einer selbstbestimmten und kreativen Arbeit einerseits und zugleich die Sehnsucht nach einer sozialen Absicherung gegen alle Unwägbarkeiten des pervers werdenden Arbeitsmarktes und aller anderen Marktbewegungen bestimmen die Ideen zum BGE.

 

Warum also fordern die Menschen nicht konkret das, was sie sich wünschen, nämlich ein repressionsloses, bedingungsloses und auskömmliches Sozialgeld für alle Bedürftigen, kostenlos zur allgemeinen Nutzung bereit zu stellende Sozial- und Kulturleistungen wie Bildung, Gesundheit, Pflege, Infrastruktur, Kunst und Kultur sowie, entscheidend wichtig und immer „vergessen“, gemeinnützige, kreative Beschäftigung zu gut bezahlten leistungsgerechten Konditionen für Jedermann zu seiner freien Entscheidung?   

 

Und wenn man über das BGE diskutiert, muss man über die Finanzierung des gewaltigsten gesellschaftlichen Umbaus, den die Menschheit je gesehen hat, diskutieren. Denn das Geld kann die Märkte immer weniger leiten und lenken, weil das Geld für immer weniger Menschen Leitungs- und Motivationsfunktion hat. Ein Umdenken, eine Bewusstwerdung, wie es sie noch nie gegeben hat, ist im Gange, weil immer mehr Menschen aus der Marktwirtschaft herausgedrängt werden. Sie nehmen nicht mehr am geldgesteuerten Produktionsprozess teil, weil sie nicht mehr teilnehmen können, selbst wenn sie auf Knieen um einen Billigjob flehen. Diese Realitäten sollten endlich die Betroffenen selbst in ihrer ganzen Tragweite zur Kenntnis nehmen und damit die Politiker zwingen, ebenfalls die Realität des Selbstmords des Waren- und Geldsystems zur Kenntnis zu nehmen.

 

Ich habe noch einmal einige Grundgedanken zum Thema des Zusammenbruchs der Waren- und Geldgesellschaft in einer Schrift zusammengefasst und stelle sie hiermit ins Netz. Wir sollten über die grundlegenden Prozesse unserer Zeit und deshalb den sträflichen Glauben an eine Auferstehung der Marktwirtschaft diskutieren, bevor alle Steuergelder restlos sinnlos verbrannt sind und wir vor dem Kollaps nicht nur der Staatsfinanzen, sondern auch unserer Sozialsysteme stehen.

 

Morgen komme ich übrigens nicht zur AG Diskurs, weil ich beim Bürgerforum gegen den Flugplatz und eventuell bei einer Vernissage vorbeischauen will. Schade, dass sich immer die Termine überschneiden.

 

Kornelia

Der Selbstmordmechanismus der Marktwirtschaft.doc

Teske...@t-online.de

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Mar 1, 2009, 1:18:24 PM3/1/09
to leipzig...@googlegroups.com
Hallo Kornelia
Auf welcher Veranstaltung warst du denn da? Wenn du von hgg und *seinem eingeschränkten Horizont* sprichst, dann solltest du wenigstens Anführungsstriche verwenden!

Warum kann das Geld die Märkte nicht leiten und lenken, wenn man die Menschen ausreichend damit versorgt oder partipizieren lässt.
Z.Zt. sind keine Voraussetzungen vorhanden die *Soziale Marktwirtschaft* zu ersetzen, wodurch
denn in naher Zukunft bitte?
wolfgang T
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