Crailsheim.

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Yonathan Raphael

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Dec 26, 2011, 6:53:37 AM12/26/11
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"Niemals Vorwürfe gehört"
Oberbürgermeister Raab bezieht Stellung zu angeblichen Korruptionsfällen

Gab es gegen Geld und andere "Geschenke" begehrte Standplätze auf dem Crailsheimer Volksfest? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur Ermittler der Polizei, sondern auch die
 
gesamte Schausteller-Branche.

HARALD ZIGAN

Crailsheim  Ein anonymer Brief löste am 17. Juli die Bildung einer speziellen Ermittlungsgruppe mit Beamten der Crailsheimer und Haller Kripo aus, die nach wie vor intensiv in dieser Sache ermittelt.
 
Der unbekannte Verfasser des Schreibens, der aufgrund von Detailwissen und Fachausdrücken wohl aus Schausteller-Kreisen stammen dürfte, nannte nicht nur angeblich hohe Geldsummen und andere Zuwendungen für somit "garantierte" Standplätze auf dem Volksfest, sondern lieferte auch noch weiteres Material: unter anderem eine Namensliste von Schaustellern sowie mehrere Fotos einer privaten Geburtstagsfeier des damaligen Ordnungsamtsleiters Gerhard Bauer mit etlichen Schaustellern in einem Crailsheimer Lokal, die im März 2009 in einem nur für Schausteller zugänglichen Internet-Portal veröffentlicht, 48 Stunden später aber wieder entfernt wurden - was allein für sich noch nichts beweist.
 
Auf Anfrage äußerte sich auch der noch amtierende Oberbürgermeister Andreas Raab zu diesen bislang nicht belegten Anschuldigungen. Er habe vor dem besagten anonymen Schreiben niemals von Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Volksfest in Crailsheim gehört. Zudem habe er erst im Juli 2009 durch die Kripo erfahren, dass gegen den ihm direkt unterstellten Ordnungsamtsleiter bereits im Jahr 2005 ein Ermittlungsverfahren wegen Bestechlichkeit in Zusammenhang mit dem Volksfest und Vorgängen in der Crailsheimer Gastronomie anhängig war, wie Dr. Uwe Schlosser, Chef der Staatsanwaltschaft in Ellwangen, bestätigte. Auslöser war auch in diesem Fall eine anonyme Anzeige vom August 2005. Das Verfahren wurde dann im März 2006 mangels Beweisen eingestellt.
 
Von diesen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte seinerzeit auch Bürgermeister Harald Rilk keine Kenntnis. Er erinnert sich nur daran, dass der Ordnungsamtsleiter in der Ära von OB Schlenvoigt einige Jahre lang nicht mit der Organisation des Volksfestes betraut war, weil es vor allem "Gerede um große Mengen an Fahrchips und Gutscheinen von Betrieben auf dem Festplatz gegeben hat", wie Harald Rilk der Zeitung sagte: "Ob diese Gerüchte nun stimmten oder auch nicht - es sollte für die Stadt kein Gschmäckle zurückbleiben."
 
Seit 2004 wurden die Verträge mit den Schaustellern nicht mehr nur vom Ordnungsamtsleiter allein, sondern zusätzlich auch noch von Oberbürgermeister Andreas Raab unterschrieben. Das Vier-Augen-Prinzip wurde auf eine Anregung des Rechnungsprüfers Christoph Jung (er leitet jetzt das Ordnungsamt) eingeführt - allerdings "ohne konkreten Anlass", wie Harald Rilk sagte. Man habe damals nur ähnlich wie in Stuttgart verfahren wollen.
 
Ohne speziell auf die Vorgänge in Crailsheim eingehen zu wollen, sprach sich Helmut Gels, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) in Berlin, für eine schonungslose Aufklärung von Korruptionsfällen aus: "Da vertraue ich auf die Arbeit von Polizei und Justiz", sagte er gegenüber der Presse. Kein Verständnis hatte Helmut Gels (er vertritt die Interessen von rund 5000 Schaustellerbetrieben) für Hinweisgeber, die Ross und Reiter sowie ihren eigenen Namen nicht nennen: "Berechtigte und konkrete Vorwürfe wird unser Verband jederzeit aufgreifen - aber keine bloßen Mutmaßungen."
 




Erscheinungsdatum: Freitag 11.09.2009

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Freundschaft!
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