Markov ist der SPD zu spendabel - SPD wird sturmreif geschossen
(15.01.10)
Potsdam
In Brandenburgs rot-rotem Bündnis droht Krach zur Finanzpolitik: In der
von Ministerpräsident Matthias Platzeck geführten SPD wächst Unmut über
Linke-Finanzminister Helmuth Markov und die Ausgabefreudigkeit der
Linken. Nach PNN-Informationen soll dies auf der nächsten Sitzung des
Koalitionsausschusses – voraussichtlich noch im Januar – zur Sprache
kommen. Jüngster und bislang schwerster Auslöser der rot-roten
Verstimmungen ist ein aktueller Vorstoß von Markov. Deutschlands erster
Linke-Finanzminister, der auch Vize-Regierungschef ist,
hat jetzt
öffentlich die Einstellung von 1800 neuen Lehrern in Brandenburg
angekündigt, obwohl im Koalitionsvertrag nur 1250 Neueinstellungen bis
2014 verankert sind. Anders könne, so seine Begründung, die
Schüler-Lehrer-Relation nicht bei 15,4 gehalten werden, was im
Koalitionsvertrag ebenfalls versprochen sei. Das zuständige, von
SPD-Bildungsminister Holger Rupprecht geführte Fachressort, das die
Zahl nicht nachvollziehen kann, und die Staatskanzlei wurden von
Markovs Vorstoß überrascht. Dieser führt pikanterweise gerade
Chefgespräche zum Haushaltsentwurf 2010 mit allen Ministern, um diese
angesichts der dramatischen Finanzlage auf Etatdisziplin zu trimmen.
Dass der Finanzminister als erster mit Mehrausgaben vorprescht, hat es
in Brandenburg bisher nicht gegeben. „Es ist ein einmaliger Vorgang und
ein schwieriges Signal, wenn ausgerechnet er mehr ausgeben will als
im Koalitionsvertrag vereinbart“, sagt etwa Mike Bischoff, der
finanzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Schon warnen die
SPD-Finanzpolitiker im Landtag, die sich jetzt zu einer Klausurtagung
trafen, die eigene rot-rote Regierung öffentlich vor einer
Vernachlässigung der Haushaltskonsolidierung. „Der Finanzminister muss
deshalb auch mal stärker auf die Ausgabebremse treten.“
Vom Finanzminister gehen andere Signale aus. Als jetzt der
Kulturausschuss im Landtag über die von den Linken unterstützte
Volksinitiative für eine stärkere Förderung der Musikschulen beriet,
berief sich Linke-Politikerin Gerrit Große wiederum auf Markov, der
zugesichert habe, die nötigen 2,5 Millionen Euro aufzutreiben. Und
innerhalb der Koalition kursiert, dass Markov auch 2011 rund 700
Millionen Euro neue Kredite aufnehmen will. Dies würde die
Befürchtungen von Landesrechnungshof und Opposition vor einer Aufgabe
jeglicher Haushaltskonsolidierung bestätigen.
Thorsten Metzne--
Joachim Schossau
Kleinmachnow
0151-207-204-65