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fwd: Scientology Schulkinder im dänischen Bjerndrup (Behrendorf)

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Tilman Hausherr

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Oct 19, 1996, 3:00:00 AM10/19/96
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Holsteinischer Courier
15.10.1996

KIEL (lno). Die umstrittene Scientology-Organisation entzieht nach
Informationen des schleswig-holsteinischen Sektenbeauftragten Hans-Peter
Bartels 25 Kinder der deutschen Schulpflicht. Die Kinder lebten ohne
Eltern in einer Schule oder Internat genannten Einrichtung der
Scientology in dem dänischen Dorf Bjerndrup (Behrendorf), rund 20
Kilometer nördlich der deutsch-dänischen Grenze, sagte Bartels gestern
in Kiel. Er habe von der Gemeinde Lundtoft, die für Bjerndrup zuständig
ist, erfahren, daß sich insgesamt 50 Kinder mit deutscher
Staatsangehörigkeit dauerhaft in der Einrichtung aufhielten. Die
Scientology-Organisation nenne ihre Einrichtung "Applied Scholastics",
"Sönderjyllands Internationale Skole" und "Visgard Friskole". "Hierbei
handelt es weder nach deutschen noch nach dänischem Recht um eine
Schule", sagte Bartels. Die hier untergebrachten Kinder seien zwischen
acht und 16 Jahren alt. Bei 25 der Kindern seien die deutschen Eltern in
Dänemark gemeldet, die Sorgeberechtigten der übrigen Kinder lebten in
Deutschland.

Die Mehrzahl dieser Kinder sei zwischen zehn und zwölf Jahren alt. Sie
seien schulpflichtig in Hamburg (16), in Hessen (drei),
Schleswig-Holstein (drei), Berlin (zwei) und Nordrhein-Westfalen (eins).
Er habe die Schulbehörden gestern über die Identität der "verloren
gegangenen Schulkinder" unterrichtet, so daß jetzt der gesetzliche
Anspruch der Kinder auf Schulunterricht, notfalls gegen den Willen der
Sorgeberechtigten, durchgesetzt werden könne, betonte der
Sektenbeauftragte.

Es sei bezeichnend für das Rechtsverständnis der Scientologen, daß bei
ihnen die sekteninterne Schulung offenbar Vorrang vor der Erfüllung der
gesetzlichen Schulpflicht habe. In dem von Scientology herausgegebenen
Buch "Was ist Scientology" heißt es: "In einer Welt, in der die
erzieherischen Maßstäbe sich ständig verschlechtert haben, in der das
Bildungswesen seine Verantwortung dahingehend niedergelegt hat, daß es
unseren Schülern nicht einaml mehr beibringt, wie man lernt, ist L. Ron
Hubbards Lerntechnologie ein Fortschritt von gigantischem Ausmaß."

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig, der Träger der
deutschen Schulen im dänischen Südjütland ist, kündigte unterdessen
gestern an, alle Scientologen vor die Tür setzen zu wollen. Außerdem hat
der Volksgruppenverein die Aufnahme von Schulkindern, deren Eltern
nachweislich der Scientology-Sekte angehören, untersagt, bestätigte
Vereinsvorsitzender Joachim Schramm (Lüdersholm bei Tondern) auf
dpa-Anfrage.

Der Hauptvorstand des Schulträgers habe einen entsprechenden Beschluß
einstimmig gefaßt. Danach müssen Mitarbeiter, Eltern und deren Kinder,
die sich zu Scientology bekennen, alle Einrichtungen der
Schulorganisation verlassen.

"Wir wollen mit den Scientologen nichts zu tun haben", sagte Schramm,
"das ist eine totalitäre Organisation."

Nach seinen Angaben gibt es derzeit zwar keine Zahlen darüber, wieviele
Sektenangehörige in den Reihen der Schule und Ortsvereine des
Trägervereins sitzen, jedoch soll vorbeugend gehandelt werden. Falls die
Einrichtung in Bjerndrup von der Regierung in Kopenhagen geschlossen
wird, so sei zu befürchten, daß sich die Sekte ersatzweise innerhalb des
Schulwesens der deutschen Minderheit breitmachen könnte, erläuterte
Schramm. Die Zentralorganisation für die deutschen Schul- und
Kindergartenvereine Nordschleswigs wurde 1945 gegründet. Gegenwärtig
werden die 18 Schulen von rund 1 400 Schülern und die 24 Kindergärten
von rund 700 Kindern besucht. Der Haushalt des deutschen
Erziehungswesens in Dänemark umfaßt rund 110 Millionen Kronen
(umgerechnet gut 28 Millionen Mark). dpa/lno ew fc ac

Tilman Hausherr

unread,
Oct 19, 1996, 3:00:00 AM10/19/96
to

>Holsteinischer Courier
>15.10.1996

....

>Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig, der Träger der
>deutschen Schulen im dänischen Südjütland ist, kündigte unterdessen
>gestern an, alle Scientologen vor die Tür setzen zu wollen. Außerdem hat
>der Volksgruppenverein die Aufnahme von Schulkindern, deren Eltern
>nachweislich der Scientology-Sekte angehören, untersagt, bestätigte
>Vereinsvorsitzender Joachim Schramm (Lüdersholm bei Tondern) auf
>dpa-Anfrage.
>
>Der Hauptvorstand des Schulträgers habe einen entsprechenden Beschluß
>einstimmig gefaßt. Danach müssen Mitarbeiter, Eltern und deren Kinder,
>die sich zu Scientology bekennen, alle Einrichtungen der
>Schulorganisation verlassen.

Ich halte den letzten Absatz für problematisch. Kinder *sollen* ja
gerade eine richtige Ausbildung bekommen und nicht eine scientologische.
Wenn also deutsche scientologen in Dänemark leben, warum nicht ihre
Kinder in eine normale deutsche Schule schicken ? (Solange die Eltern
nicht versuchen den Unterricht zu beeinflussen)

Tilman


Tilman Hausherr

unread,
Oct 27, 1996, 2:00:00 AM10/27/96
to

>>Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig, der Träger der
>>deutschen Schulen im dänischen Südjütland ist, kündigte unterdessen
>>gestern an, alle Scientologen vor die Tür setzen zu wollen. Außerdem hat
>>der Volksgruppenverein die Aufnahme von Schulkindern, deren Eltern
>>nachweislich der Scientology-Sekte angehören, untersagt, bestätigte
>>Vereinsvorsitzender Joachim Schramm (Lüdersholm bei Tondern) auf
>>dpa-Anfrage.
>>
>>Der Hauptvorstand des Schulträgers habe einen entsprechenden Beschluß
>>einstimmig gefaßt. Danach müssen Mitarbeiter, Eltern und deren Kinder,
>>die sich zu Scientology bekennen, alle Einrichtungen der
>>Schulorganisation verlassen.

Ich sagte:

>Ich halte den letzten Absatz für problematisch. Kinder *sollen* ja
>gerade eine richtige Ausbildung bekommen und nicht eine scientologische.
>Wenn also deutsche scientologen in Dänemark leben, warum nicht ihre
>Kinder in eine normale deutsche Schule schicken ? (Solange die Eltern
>nicht versuchen den Unterricht zu beeinflussen)

Ähnliches muß ich leider sagen nach Sehen der SPIEGEL TV Sendung von
heute. Da beschweren sich Eltern, weil auf dem öffentlichen Spielplatz
nur "scientologen-Kinder" seien. Diese Sichtweise halte ich für falsch:
es ist gerade wichtig daß die scientologen-Opfer, ich meine Kinder, auch
mit den nicht-scientologen Kinder in Kontakt kommen.

Hier haben wohl die Eltern dort eine sehr diffuse Angst - als ob man
durch bloßen Kontakt schon geschädigt würde.

Im übrigen was der Bericht etwas dürftig - schließlich ist sehr wohl
bekannt was die "Studiertechnologie" ist.

Tilman

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