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Ellerbeker Rundschlag

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Jan Löhndorf

unread,
Jun 20, 2011, 4:18:39 PM6/20/11
to
Moin Moin,
angeregt durch den Samson Bier Thread und die darin entbrannte,
lehrreiche Diskussion um Ellerbeker Bauvereine,
Kirchenkreiszustᅵndigkeiten und norddeutsche Mundart, ist mir ein
Begriff wieder eingefallen, dessen Ursprung und Bedeutung ich nicht
befriedigend ergoogeln konnte.
Was sagen die Ellerbek-Experten dazu - woher stammt der Begriff
"Ellerbeker Rundschlag"?
Und welche Bedeutung hat er? Ich kenne ihn als Bezeichnung fᅵr einen
eher unschᅵnen, plumpen oder sagen wir "technisch anspruchslosen" Schlag
bei Tennis/Tischtennis/Badminton usw.
Schᅵn weit ausholen und dann mit gestrecktem Arm eine
Viertelkreisdrehung des Oberkᅵrpers.

Gruᅵ,
Jan

S.K.T.

unread,
Jun 21, 2011, 5:40:15 AM6/21/11
to
Am 20.06.2011 22:18, schrieb Jan Löhndorf:
> Moin Moin,
> angeregt durch den Samson Bier Thread und die darin entbrannte,
> lehrreiche Diskussion um Ellerbeker Bauvereine,
> Kirchenkreiszuständigkeiten und norddeutsche Mundart, ist mir ein

> Begriff wieder eingefallen, dessen Ursprung und Bedeutung ich nicht
> befriedigend ergoogeln konnte.
> Was sagen die Ellerbek-Experten dazu - woher stammt der Begriff
> "Ellerbeker Rundschlag"?
> Und welche Bedeutung hat er? Ich kenne ihn als Bezeichnung für einen
> eher unschönen, plumpen oder sagen wir "technisch anspruchslosen" Schlag
> bei Tennis/Tischtennis/Badminton usw.
> Schön weit ausholen und dann mit gestrecktem Arm eine
> Viertelkreisdrehung des Oberkörpers.
>
> Gruß,
> Jan


Eine Lösung wäre diese:

http://www.wer-weiss-was.de/theme143/article3322424.html

"„Ellerbecker Rundschlag“, immer dicht unter Land, nannte Heinke Böhnert
die Taktik, mit der die Hanse 371 „Schüddelfrost“ in der vierten Etappe
auf Platz drei fahren konnte. Die Familiencrew mit zwei Kindern (12 und
14) konnte sich damit in der Gesamtwertung auf Rang vier platzieren.
„Die lange Etappe war sehr anstrengend“, erzählt die Hamburgerin. „Mit
den Kindern gibtes natürlich Limits, die schlafen irgendwann ein. Unser
Jüngster hat sich aus Trimmgründen schließlich auf dem Klo eingekeilt,
und da geschlafen“.
Jetzt hat die „Schüddelfrost“-Crew nicht nur das gute Ergebnis zu
feiern, sondern erstmal einiges zu reparieren. „Am Kolka Leuchtturm
haben wir uns in einer Gewitterböe komplett auf die Seite gelegt und
dabei ist der Spibaum gebrochen“, erzählt Heinke Böhnert."


oder -weniger schön- diese:
http://mundmische.de/bedeutung/19445-Ellerbeker_Rundschlag


oder auch das:
http://www.horstwessel.com/horstwessel/hw/31/31.html

Auf „Lass fallen" lässt man die Riemen seitlich herunterfallen, so dass
sie in den Rundseln waagerecht liegen bleiben. Auf "Rudert an" werden
dann die Riemen ins Wasser getaucht. Dann beginnt das berühmte "Hol weg"
des Bootsführers. Eigentlich soll dann ein ganz gleichmäßiges Rudern
einsetzen. Die Riemen sollen dann wie ein Strich nach vorne gebracht
werden und gleichmäßig ins Wasser getaucht werden, um dann mit Druck
durchgezogen werden. Es dauert eine ganze Weile, bis eine Mannschaft
richtig zusammen harmoniert. Wenn ich an unsere erste Bootstour
zurückdenke, läuft es mir noch kalt über meinen Buckel. Einen
Schönheitspreis hätten wir bestimmt nicht bekommen. Die Fachleute
sprechen bei dieser Ruderart vom "Ellerbeker Rundschlag".

also eine rundum mischung - eben der ellerbeker rundschlag :-)
btw: ich kenne das auch nur als wurf, der total unqualifiziert in die
botanik geht, ohne sinn und verstand...

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jun 22, 2011, 4:44:28 AM6/22/11
to
On Tue, 21 Jun 2011 11:40:15 +0200, "S.K.T." <ska...@arcor.de> wrote
in kiel.allgemein:

>Am 20.06.2011 22:18, schrieb Jan L�hndorf:
>> Moin Moin,
>> angeregt durch den Samson Bier Thread und die darin entbrannte,
>> lehrreiche Diskussion um Ellerbeker Bauvereine,

>> Kirchenkreiszust�ndigkeiten und norddeutsche Mundart, ist mir ein


>> Begriff wieder eingefallen, dessen Ursprung und Bedeutung ich nicht
>> befriedigend ergoogeln konnte.
>> Was sagen die Ellerbek-Experten dazu - woher stammt der Begriff
>> "Ellerbeker Rundschlag"?

>> Und welche Bedeutung hat er? Ich kenne ihn als Bezeichnung f�r einen
>> eher unsch�nen, plumpen oder sagen wir "technisch anspruchslosen" Schlag
>> bei Tennis/Tischtennis/Badminton usw.
>> Sch�n weit ausholen und dann mit gestrecktem Arm eine
>> Viertelkreisdrehung des Oberk�rpers.
>>
>> Gru�,
>> Jan
>
>
>Eine L�sung w�re diese:

>oder -weniger sch�n- diese:

> Einen
>Sch�nheitspreis h�tten wir bestimmt nicht bekommen. Die Fachleute

>sprechen bei dieser Ruderart vom "Ellerbeker Rundschlag".


Moin Silke, moin Jan,

also, die letztere Interpretation ist wohl die richtige. Ich kenn das
auch noch vom Rudern. Beim sportlichen Rudern beschreibt die
Blattspitze, bezogen auf einen Fixpunkt an Bord des Bootes, ja eine
mehr oder weniger ovale Bahn. Rudert man mit zwei Skulls (HC wird es
noch genauer beschreiben k�nnen), zieht man diese ja parallel
zueinander synchron durchs Wasser. Beim Vorholen des Blattes bzw.
Zur�ckrollen des Ruderer oder der Rudrerin (sp!) wird das Blatt dabei
�ber Wasser flach / horizontal gedreht, um m�glichst wenig
Luftwiderstand zu bieten.

Der Ellerbeker Rundschlag wird hingegen auf die Ellerbeker Fischer,
die von der Schwentinem�ndung aus an der Kieler F�rde ihrem Handwerk
nachgingen, zur�ckgef�hrt. Deren K�hne waren wesentlich hochbordiger,
und Rollsitze hatten sie auch nicht. Die Bewegung der Ruderbl�tter
glich eher einer Kreisbahn. Wurde ohne Einsatz des Oberk�rpers
gerudert, stand dann auch die gegenphasige Bewegung beider Ruder zu
Gebote, die dann eher an einen Seitenraddampfer mit einer Schaufel /
Rad erinnert. Das, so unsere Ausbilder damals, ist der original
Ellerbeker Rundschlag.

Vorstellbar, da� der Begriff zu Kaisers Zeiten in der Marine
entstand, in der damals ja noch viel gepullt wurde.

Nun w�re mal interessant, woher der Wortteil "Eller" kommt. Eine Bek
(auch Beek, Beeck, Beck (das niederdetsche ck l�ngt den Vokal davor)
ist ja eine Bucht.

Gru�,
U.

Martin Schilling

unread,
Jun 22, 2011, 8:30:40 AM6/22/11
to
Moin,

Ulrich G. Kliegis schrieb:
> Nun wᅵre mal interessant, woher der Wortteil "Eller" kommt. Eine Bek
> (auch Beek, Beeck, Beck (das niederdetsche ck lᅵngt den Vokal davor)
> ist ja eine Bucht.

Ellerbek ist schlicht der Erlenbach, der aus dem Trᅵndelsee kommend
irgendwo zwischen HDW und dem Arsenal in die Fᅵrde flieᅵt.

Martin.
--
http://mke.gmxhome.de Martins kleine Eisenbahn

Fuer e-Mails an den Autoren [usenet] im Betreff angeben.

Werner Schmidt

unread,
Jun 22, 2011, 10:03:05 AM6/22/11
to
Hallo Martin Schilling, Du schriebst am 22.06.2011 14:30

> Moin,
>
> Ulrich G. Kliegis schrieb:
>> Nun wᅵre mal interessant, woher der Wortteil "Eller" kommt. Eine Bek
>> (auch Beek, Beeck, Beck (das niederdetsche ck lᅵngt den Vokal davor)
>> ist ja eine Bucht.
>
> Ellerbek ist schlicht der Erlenbach, der aus dem Trᅵndelsee kommend
> irgendwo zwischen HDW und dem Arsenal in die Fᅵrde flieᅵt.

eben - Ulrich liegt flasch; de Beek ist plattdᅵtsch der Bach.

Werner Schmidt

unread,
Jun 22, 2011, 10:04:15 AM6/22/11
to
Hallo Martin Schilling, Du schriebst am 22.06.2011 14:30

> Ulrich G. Kliegis schrieb:


>> Nun wᅵre mal interessant, woher der Wortteil "Eller" kommt. Eine Bek
>> (auch Beek, Beeck, Beck (das niederdetsche ck lᅵngt den Vokal davor)
>> ist ja eine Bucht.
>
> Ellerbek ist schlicht der Erlenbach, der aus dem Trᅵndelsee kommend
> irgendwo zwischen HDW und dem Arsenal in die Fᅵrde flieᅵt.

eben - Ulrich liegt flasch; de Beek ist plattdᅵtsch der Bach.

Gruᅵ
Werner

Karl-Otto Simonsen

unread,
Jun 22, 2011, 11:58:27 AM6/22/11
to

"Werner Schmidt" <wer...@foni.net> schrieb

He is jo ok een Quiddje. :-)


bis denne, karlotto

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jun 22, 2011, 6:43:22 PM6/22/11
to
On Wed, 22 Jun 2011 17:58:27 +0200, "Karl-Otto Simonsen"
<ka...@web.de> wrote in kiel.allgemein:

>
>He is jo ok een Quiddje. :-)

Ellerbektechnisch ja, kielbezogen n�, in Kiel geboren, min Modder ok,
nur mein Vater war aus Lettland.

Und die Bucht hei�t wohl tats�chlich eher de Wiek, da hatte sich was
flasch fetzgesessen. Sorry.

Gru�,
U.

Holger

unread,
Jul 23, 2011, 4:24:11 AM7/23/11
to
Am 22.06.11 14:30, schrieb Martin Schilling:
> Moin,
>
>
> Ellerbek ist schlicht der Erlenbach, der aus dem Tröndelsee kommend
> irgendwo zwischen HDW und dem Arsenal in die Förde fließt.
>
> Martin.

Moin,

genau, Martin hat es breits richtig beschrieben.

Plattdeutsch: Eller (die Erle), bek (bach) somit alles klar.

Aber mit dem Ellerbeker Rundschlag bin ich noch nicht durch :-)

Mir ist aus meiner Werftenzeit dieser Begriff bekannt, er wurde für den
weit schwingenden Vorschlaghammer gebraucht, der z.B. die Muttern auf
irgendwelchen Motoren und/oder Maschinenteilen anziehen sollte.
Und wenn man dabei vorbei schlug, war das zur Erheiterung der anwesenden
Arbeitskollegen eben auch ein "Ellerbeker Rundschlag".

Man muss sich einmal vorstellen was passiert, wenn man mit aller Kraft
mit dem Vorschlaghammer (7kg) an dem Rinsgschlagschlüssel vorbeihaut.
Die anschließende Bewegung des Körpers gleicht der einer Eskimorolle
beim Paddeln :-))

In diesem Sinne schönes WE

Holger


fee....@gmail.com

unread,
Jul 6, 2017, 5:16:30 AM7/6/17
to
Mein Mann (Marine) nannte immer eine 0815-Frisur bei Männern "ellerbeker Rundschlag"
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