Autor Wolfram Heinz: >>>Kardinal Stepinac und Ante Pavelic - Ustascha – SS-Mörder NDH-a (Kroatien)!

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Weltapostel von Balkan

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May 26, 2010, 8:49:43 PM5/26/10
to Hrvatsko Dalmatinsko Kosovo polje - Lika - Kordun - Banija, habs...@habsburg.de, Dr. cs Tomislav Dragun, sup...@orthodoxws.com
Autor Wolfram Heinz
>>>Kardinal Stepinac und Ante Pavelic ´- Ustascha – SS-Mörder NDH-a (Kroatien)!

Seligsprechung trotz Verwicklung mit einem faschistischen Regime….
Im Oktober 1998 hat Papst Johannes Paul II. den kroatischen Kardinal
Alojzije Stepinac (1898-1960) zum Märtyrer erklärt und
seliggesprochen. Im faschistischen Ustascha-Kroatien spielte der
Kardinal jedoch eine unselige Rolle. Wie die Missionierung Rußlands,
so ist auch die Katholisierung des Balkans und damit die Vernichtung
der Orthodoxie seit der Abspaltung des Katholizismus vom orthodoxen
Glauben im Jahre 1054 immer ein Ziel des Vatikans gewesen.
In Jugoslawien, das nach dem Ersten Weltkrieg Serbien und Montenegro
mit Kroatien, Slowenien, Bosnien und der Herzegowina zusammenschloß,
mußten Völker und Konfessionen miteinander auskommen, deren gemeinsame
Tradition eine des Gegensatzes und der Feindschaft gewesen war.
Besonders die streng katholischen Kroaten fühlten sich gegenüber einer
Mehrheit orthodoxer Serben im Nachteil, wollten auch mit der jüdischen
und islamischen Minderheit nicht koexistieren und forderten ihre
Unabhängigkeit. Im Jahr 1919 gründete der Katholik Ante Pavelic die
“Partei der Aufständischen”, die Ustascha. Die zu diesem Zeitpunkt
heimlich und illegal operierende Partei arbeitete mit Propaganda und
Terror einem autonomen Kroatien vor.


Als im April 1941 Jugoslawien vor den Achsenmächten die Waffen
streckte, war die Stunde der Ustascha gekommen. Ante Pavelic kehrte
aus dem italienischen Exil heim, um als Führer von Mussolinis und
Hitlers Gnaden dem kroatischen “Reich Gottes”, wie es von den
Ustaschen genannt wurde, zu präsidieren. Der Ustascha gehörten
katholische Priester und Mönche in leitender Funktion an. Landesweit
bildeten Klöster und Kirchen ihre Stützpunkte. Mit Hitlers
Rückendeckung riefen die Ustaschen einen “Unabhängigen Staat
Kroatien”aus, der flächenmäßig etwa zwei Fünftel des ehemaligen
jugoslawischen Territoriums einnahm. Von seinen sechs Millionen
Einwohnern waren rund drei Millionen katholische Kroaten. Mehr als
zwei Millionen waren orthodoxe Serben, etwa eine halbe Million
islamischen Glaubens; der Rest verteilte sich auf andere Minderheiten,
darunter 40.000 Juden.


Die Ziele des neugegründeten Ustaschen-Staates deckten sich mit denen
des Vatikans:
Die orthodoxen Serben störten dabei; daher sollte mit ihnen kurzer
Prozeß gemacht werden. “Alle Serben in möglichst kurzer Zeit zu töten.
Das ist unser Programm”, rief beispielsweise der Franziskanerpater und
Zivilgouverneur Simic aus. Im Juni 1941 umriß der Minister für
Erziehung und Kultur, Mile Bubak, seine Prioritäten folgendermaßen:
“Grundlage für die Bewegung der Ustaschen ist die Religion. Für
Minderheiten wie Serben, Juden und Zigeuner haben wir drei Millionen
Kugeln zur Verfügung. Wir werden ein Drittel der Serben töten, ein
Drittel vertreiben und ein Drittel zwangsweise taufen. So wird das
neue Kroatien alle Serben in seiner Mitte loswerden, um innerhalb von
zehn Jahren zu 100% katholisch zu werden.”1
Schnell wurde diese Drohung in die Tat umgesetzt: 299 serbisch-
orthodoxe Gotteshäuser fielen dem katholischen Kreuzzug zum Opfer,
wurden ausgeraubt, vernichtet, zu Schlachthäusern oder gar
öffentlichen Toiletten gemacht. Den ganzen Besitz der serbisch-
orthodoxen Kirche kassierte die katholische.Mitte 1941 wurden in Glina
etwa 500 Serben ermordet.

Serbische Bauern, die vor den Greueltaten in die Berge flüchteten,
wurden von der Ustascha mit der Zusicherung, ihnen werde nichts
geschehen, falls sie sich katholisch taufen ließen, in ihre Dörfer
zurückgelockt, wo sie in ihre Kirche getrieben und bestialisch
ermordet wurden. Neben den Greueltaten mit “Zufallscharakter” gab es
Vernichtungslager – das berüchtigste davon war Jasenovac. In diesem
Lager wurden rund 200.000 Serben und Juden ermordet. Der zeitweilige
Kommandant des Lagers, Filipovic, war Franziskaner und auch sein
Nachfolger Ivica Brkljacic war Priester. Die Kirchenmänner waren sich
nicht zu schade, selbst Hand anzulegen: Der Geistliche Juricevic
verkündete beispielsweise: “Niemand soll denken, daß ich, weil ich ein
Priester bin, kein Maschinengewehr in die Hand nehmen kann.” Auch
Filipovic und Brkljacic ermordeten eigenhändig Hunderte von orthodoxen
Serben.

Viele Morde der Folterknechte in Jasenovac sind durch Fotografien für
die Nachwelt dokumentiert und es ist besonders erschütternd zu sehen,
mit welchem Sadismus diese Unmenschen ihre Opfer eigenhändig köpften,
erdrosselten, erschossen.

Am 8. Mai 1945 zog die jugoslawische Volksbefreiungsarmee in Zagreb
ein. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und dem Sieg der
Partisanen auf dem Balkan entstand Jugoslawien bekanntlich neu,
diesmal unter Hammer und Sichel. Die oberen Chargen der Ustascha-
Schlächter flüchteten ins Ausland – Parteigründer Ante Pavelic
beispielsweise nach Argentinien – oder wechselten rechtzeitig die
Fronten.

Die Rolle von Erzbischof Stepinac
Alojzije Stepinac wurde am 8. Juli 1898 geboren. Zum Zeitpunkt der
Rückkehr von Ante Pavelic aus seinem italienischen Exil nach
Jugoslawien im Jahre 1941 war Stepinac bereits Erzbischof und Primas
von Kroatien. Die Nachricht von der Rückkehr des Ustaschen-Führers
nahm er freudig auf. Bereits einen Tag nach der Proklamation des
“Unabhängigen Kroatien” ging Stepinac zu Pavelics Stellvertreter,
General Kvaternik, und erwies ihm seine Reverenz.

Von der ersten bis zur letzten Stunde kollaborierte der Erzbischof,
gleichzeitig auch Präsident der kroatischen Bischofskonferenz, mit dem
Regime, dessen Verbrechen er und seine Bischöfe – wenn überhaupt – nur
sehr rücksichtsvoll kritisierten. Am 16. April 1941 gab Stepinac zu
Ehren des zurückgekehrten Pavelic ein Essen im erzbischöflichen
Palast. Im offiziellen Tagebuch des Kirchenfürsten heißt es über seine
Unterredung mit Pavelic: “Der Erzbischof erteilte ihm für seine Arbeit
den Segen. Als dann der Erzbischof geendet hatte, sagte Pavelic, der
auch als Führer (Poglavnik) angesprochen wurde, daß er der
katholischen Kirche in allem zu helfen wünsche.
Er sagte auch, er werde die Sekte der Altkatholiken, die nichts
anderes als eine Gesellschaft
für die Ehescheidung sei, ausrotten.” Diese Worte stießen bei
Stepinac auf Wohlwollen. Zu Gunsten des Ustascha-Staates
veröffentlichte Stepinac am 28. April einen Hirtenbrief mit folgendem
Wortlaut: “Obwohl die aktuellen Ereignisse sehr verwickelt sind,
obwohl die Faktoren, die ihren Lauf beeinflussen, sehr verschieden
sind, ist es jedoch leicht, die Hand Gottes in diesem Werk zu
erkennen.”

Als im November 1941 dem katholischen Klerus Kroatiens bekannt wurde,
daß nicht so sehr getauft, als viel eher gleich gemordet wurde,
schrieb die unter dem Vorsitz von Stepinac tagende Bischofskonferenz
einen Brief an den Ustascha-Führer Pavelic: “Wir wollen sie [die
Fehler, WH] nicht als Folge des Systems betrachtet wissen, sondern als
Ergebnis von unverantwortlichen Elementen, die sich ihrer großen
Verantwortung und der Konsequenzen nicht bewußt waren. (...) Wir
danken Gott, dem Allmächtigen, daß durch Euer Werk, Poglavnik, die
Lage sich zu ordnen beginnt.”3


Nachdem im Frühjahr 1943 der größte Teil der in Lagern befindlichen
Juden im deutschen Okkupationsgebiet Kroatiens nach Auschwitz
deportiert worden war, reiste Stepinac nach Rom, wo er auf die
Judenverfolgung in Ustascha-Kroatien angesprochen wurde. Er
verteidigte ihre Verfolgung mit dem Argument, die Juden hätten eine
verbrecherische Einstellung zur Abtreibung.
Erzbischof Stepinac hetzte auch, als die italienischen Faschisten –
die ja in der Frage des religiösen Bekenntnisses liberal waren – unter
General Roatta, dem Kommandanten der zweiten Armee, 600.000 Serben vor
den Ustascha-Truppen retteten. Stepinac schrieb voller Empörung in
einem Brief an den italienischen Botschafter in Zagreb: “Die Schuld
und Verantwortung vor Gott und der Geschichte wird das katholische
Italien haben, wenn dieser katholische Teil Kroatiens das künftig
nicht mehr sein wird.”4

Als sich 1943 die militärische Situation der Achsenmächte zunehmend
verschlechterte und die Überlebenschance des Vasallenstaates Kroatien
zu schwinden begann, beschwor Stepinac in einem Memorandum Papst Pius
XII., alles zu tun, um den Staat zu retten: Im Falle seines Untergangs
würde ... die gesamte katholische Bevölkerung ... mit all ihren
Kirchen und Klöstern vernichtet werden."5

Da der Papst nicht helfen konnte, wandte sich Stepinac direkt an den
Himmel: Im Juli 1944 begab er sich auf eine Wallfahrt nach Marija
Bistrica und betete: “Unsere Bitte an die Mutter Gottes lautet: Hilf
uns! Heute, da die Welt zerbricht und eine Flut von zersetzenden
Ansichten
die Seelen überschwemmt, hilf dem kroatischen Volk, seiner
katholischen Vergangenheit treu zu bleiben. Schon seit zwei
Jahrzehnten wurde immer versucht, der Welt die kommunistische
Weltanschauung aufzudrängen. Das kroatische Volk hat sie bis jetzt
abgelehnt. Hilf, daß es sie auch in Zukunft abwehrt.”6 Aber
bekanntlich half auch der Himmel nicht.

Nach dem Zusammenbruch des kroatischen Ustascha-Staates lebte Stepinac
zunächst völlig unbehelligt von der Justiz in Zagreb. Er zog sich
nicht etwa diskret aus dem öffentlichen Leben zurück. Im Gegenteil: in
einem Interview, das er im Jahre 1946 einem englischen Journalisten
gab, forderte er vom Westen den Einsatz der Atombombe zum Sturz der
sozialistischen Regierung in Belgrad.

Erst Ende 1946 wurde Stepinac dann doch verhaftet und vor Gericht
gestellt. Es erwartete ihn keine Siegerjustiz, sondern ein faires
Verfahren. Die Weltpresse war eingeladen worden, das Verfahren zu
verfolgen, und auf Anordnung der Regierung wurden ausschließlich
Katholiken als Richter zugelassen. In dem Prozeß wurde Stepinac zu 16
Jahren Haft verurteilt. Nach fünf Jahren wurde er begnadigt. Im Jahr
1953 verlieh ihm Papst Pius XII. “für seine großen Verdienste” den
Kardinalsrang. Alojzije Stepinac starb am 10. Februar 1960.

Im Jahr 1994 hatte Papst Johannes Paul II. bei seinem ersten Besuch in
Kroatien Alojzije Stepinac als “hervorragende und verehrungswürdige
Gestalt, als Bollwerk der Kirche Kroatiens” bezeichnet. Die
katholische Kirche ist bis heute eine Neubewertung ihrer Rolle im
Zweiten Weltkrieg schuldig geblieben. Im Gegenteil. Mit der Anfang
Oktober 1998 erfolgten Seligsprechung des Kriegsverbrechers Stepinac
hat sich der Vatikan mehr denn je von der berechtigten Forderung
entfernt, seine Mitschuld an der Tragödie des Zweiten Weltkrieges
einzugestehen.(zuerst erschienen in der freidenker 4/98)

Anmerkungen:
1 zitiert nach Vladimir Dedijer: Jasenovac: Das jugoslawische
Auschwitz und der Vatikan, Freiburg 1993
2 vgl. Karlheinz Deschner: Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert,
Reinbek 1991
3 zitiert nach Carlo Falconi: Das Schweigen der Päpste. Eine
Dokumentation, München 1966
4. zitiert nach Dedijer, Jasenovac

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