Fwd: [SINOINFO] Einladung: Filmvorstellung am Do, den 23. Mai 2013 um 19 Uhr, Raum 212 im KJC: "Abgedreht! China töpfert bodennah" (mit einer Einführung durch Anette Mertens)

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Xu Liu

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May 16, 2013, 5:39:37 AM5/16/13
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From: Koch, Franziska <ko...@asia-europe.uni-heidelberg.de>
Date: 2013/5/16
Subject: [SINOINFO] Einladung: Filmvorstellung am Do, den 23. Mai 2013 um 19 Uhr, Raum 212 im KJC: "Abgedreht! China töpfert bodennah" (mit einer Einführung durch Anette Mertens)
To: SINO...@listserv.uni-heidelberg.de


Liebe Studierende, liebe Dozentinnen/-en,

 

wir laden Sie herzlich ein zur Vorführung des ethnologischen Films „Abgedreht! China töpfert bodennah“, der von Anette Mertens (Sinologin, Ethnologin, Keramikerin) in Zusammenarbeit mit Christof Thurnherr (Filmemacher und Ethnologe) im Rahmen eines Forschungsprojekt des Völkerkundemuseums der Universität Zürich 2009-10 realisiert wurde.

 

Anette Mertens wird am Donnerstag, den 23. Mai 2013 um 19 Uhr in Raum 212 des Karl Jaspers Centre (Voßstr. 2, Geb. 4400) selbst in den ca. 30-minütigen Dokumentarfilm einführen und dabei erläutern, wie verkörpertes Wissen in der chinesischen Töpferpraxis tradiert wird. Weitere Informationen zum Film und Anette Mertens finden Sie unten.

 

http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=uploads/pics/20130523_re-thinking.jpg&t=1368783038&hash=390188be03821c255fdcc7e089fe592fa06c6277http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=typo3temp/pics/3e59339c37.jpg&t=1368782156&hash=782eed6af35a77c82060905267c340c0b7eaa98e (Source on the right: Anette Mertens/China at Work)

 

Die Filmvorführung ist Teil des Rahmenprogramms der interdisziplinären Tagung „Re-Thinking Artistic Knowledge Production. Distributed Creativity – Global Media Cultures“, die vom 23. bis 24. Mai 2013 am Karl Jaspers Centre stattfinden wird.

Siehe http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/news-events/events/event-view/cal/event/view-list|page_id-2289/tx_cal_phpicalendar/2013/05/23/re_thinking_artistic_knowledge_production_distributed_creativity_global_media_cultures.html.

 

Auch hierzu sind Sie herzlich eingeladen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir bei Teilnahme an der Tagung um eine formlose Anmeldung an Frau Jennifer Pochodzalla (pocho...@asia-europe.uni-heidelberg.de). Die detaillierten Vortragsabstracts werden bis Ende der Woche über diese Mailingliste bzw. die o.g. Cluster-Website kommuniziert.

 

Wir freuen uns über Ihre rege Teilnahme!

Mit freundlichen Grüßen,

 

Franziska Koch und Samantha Schramm

vom DFG-Netzwerk „Medien der kollektiven Intelligenz“ (Universität Konstanz) in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Globale Kunstgeschichte (Universität Heidelberg)

 

Einführung zu dem ethnologischen Filmprojekt „Abgedreht! China töpfert bodennah“. Bemerkungen zur Tradierung von verkörpertem Wissen in der chinesischen Töpferpraxis

 

Das Freiwerden der Hände für das Töpfern auf der Drehscheibe war eine Innovation von weitreichender Tragweite. Weltweit trifft man heute auf eine große Vielfalt an Techniken, mit denen getöpfert wird: auf von Fuß oder von Hand betriebener Scheibe, im Uhr- oder Gegenuhrzeigersinn, auf einem Stuhl sitzend oder bodennah hockend, stehend, vornüber gebeugt und vieles mehr. Damit einher geht eine Vielfalt des Einsatzes des Körpers. Körperhaltungen sind weniger individuell als vielmehr lokal gebräuchlich: „So töpfert man bei uns.“ Scheinbare Nichtigkeiten wie Arbeitswinkel, Sitzhaltungen, Arbeitsgesten erweisen sich bei genauerer Betrachtung als Ausdruck von weit mehr als nur der Arbeitsgewohnheit. Es erscheint darin der Mensch in seinem technischen Können, in der Geschichte und Kultur der Gemeinschaft, in der er aufgewachsen ist, in seiner persönlichen Körpergeschichte.

Bereits früh entwickelten sich in China Zentren hochstehender Porzellanproduktion, ein prominentes Beispiel hierfür seit der Ming-Dynastie (1368‒1644) ist der Ort Jingdezhen. In einem Forschungsprojekt des Völkerkundemuseums der Universität Zürich wurden dort zwei bis heute bestehende Besonderheiten des Töpferns in China untersucht: Das Abdrehen und das bodennahe Arbeiten. Im Rahmen von zwei Exkursionen wurden drei Porzellanmanufakturen in Jingdezhen besucht. Ein kleines Forschungsteam nahm beobachtend am Arbeitsalltag teil und dokumentierte die Arbeit der Herstellung vieler, großer oder besonders feiner Schalen.

Der Schwerpunkt des dabei entstandenen Films, der im Anschluss an die Einführung gezeigt wird, liegt auf der spezifischen Körpertechnik, die den dokumentierten Arbeitsprozessen unterliegt. Dazu wird nicht allein auf die Entstehung des Porzellanobjekts selbst fokussiert, sondern ebenso gezeigt, durch welche Körperhaltungen und -tätigkeiten diese Artefakte entstehen und wie diese Techniken wiederum mit anderen alltägliche Verrichtungen des Körpers korrespondieren, die kulturell geprägt erscheinen. Da dazu keine willentliche Anstrengung nötig ist, scheint es, als ob der Körper selbst „wisse“. Der Körper ist also mehr als ein bloßes Werkzeug. In ihm wird kulturelles Wissen gespeichert.

Da viele der gezeigten Arbeitsschritte zudem arbeitsteilig von mehreren Töpfern betrieben werden, bietet der Film auch ein anschauliches Beispiel für Prozesse verteilter Kreativität bzw. geteilten (Körper-)Wissens. Schließlich wirft die ethnologische Beobachtung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten dieses Körperwissens und seiner Techniken zwischen Europa und Asien auch die Frage nach einer möglichen transkulturellen Perspektivierung dieser Forschungen auf.

 

Anette Mertens

ist Keramikerin, Sinologin und Ethnologin. Seit Juni 2012 ist sie als Mitarbeiterin der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Potsdam für die Pflege einer Datenbank ostasiatischer Porzellane und die entsprechende Aufarbeitung des Bestandskatalogs dieser Sammlung zuständig. 2010‒2011 war sie Gastkuratorin der Ausstellung „Abgedreht – China töpfert bodennah“ am Völkerkundemuseum Zürich. Seither ist sie in Lehre und Erforschung chinesischer Porzellan- und Keramiktechnologie tätig. In ihrer eigenen Werkstatt in der Nähe von Potsdam arbeitet sie experimentell mit Ton, betreibt eine Galerie und vermittelt außerdem Fachreisen zu Töpferei und Keramik in China (siehe www.china-at-work.de).

Unter ihren Publikationen zum Thema finden sich: Abgedreht – China töpfert bodennah (hrsgg. zusammen mit Mareile Flitsch, Christof Thurnherr und Kathrin Leuenberger), Oerlikon/Zürich: Karl Schwegler AG, 2010; „Töpfer–Körper–Könnerschaft“ (hgg. mit Mareile Flitsch und Christof Thurnherr), Ferrum, 82, 2010, S. 75–84; „Jadegleiche Seladone Mao Zhengcongs“, Neue Keramik, Nr. 6, 2007, S. 14–17; „Legends, Dragon Kilns and Chinese Porcelain“, New Ceramics, No. 5, 2006, S. 50–53.

 

 


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