Februar 2013 / Kino im Sprengel Liebe Kinofreundinnen und -freunde, der Februar ist ein Monat mit vielen Gästen. Mit der Retrospektive RosaMarsFilm würdigen wir das Werk von Lottie Marsau und der vor einem Jahr verstorbenen Filmemacherin Katharina Geinitz: http://www.kino-im-sprengel.de/kino/download/WerkschauRosaMars.pdf Mit VERBOTEN-VERFOLGT-VERGESSEN erinnern an die Verfolgung von Pazifisten und Kommunisten in der Adenauer-Ära. DDR REVISITED - vier Kurzfilme widmen sich der DRR-Kultur. Außerdem stellen die Filmemacher der "Kölner Gruppe" selbst ihre äußerst unterhaltsamen Westend-Filme vor. Wegen unserer Beteiligung an dem europäischen Off-Kinoverbund "Kino Climates" brachte arte einen Beitrag mit einem Kurzportrait des Kino im Sprengel: http://www.arte.tv/de/kino-climates-der-kampf-um-vielfalt-im-kino/7142896.html Wir beteiligen uns an den SchulKinoWochen Niedersachsen: www.schulkinowochen-nds.de/ Enjoy the film, Kino im Sprengel Überblick: DO 31.1. 20:30 - HYPERBANG / Film-Licht-Klang-Performance aus Grenoble FR 1.2. 20:30 - FRAKTUS SA 2.2. 20:30 - FRAKTUS DO 7.2. 20:30 - DDR REVISITED / Oberhausen On Tour SA 9.2. 20:30 - HANDEL UND WANDEL / zu Gast: Elke Matz SA 16.2. 20:30 - DER WESTEND-ZYKLUS / Gäste: Mischkowski & Steinkühler SO 17.2. 16:00 - Anna annA / Familienkino MI 20.2. 20:30 - VERBOTEN-VERFOLGT-VERGESSEN / zu Gast: Daniel Burkholz DO 21.2. 20:30 - ANGEL'S SHARE FR 22.2. 20:30 - ANGEL'S SHARE SA 23.2. 20:30 - CHINAS TIBET? / zu Gast: Lottie Marsau DO 28.2. 20:30 - AVOIR 20 ANS DANS LES AURÈS # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # DO 31.1. 20.30 h - HYPERBANG Gaelle Rouard (Film und Projektion), Christophe Cardoen (Lichteffekte), David Chiesa (Klangerzeugung), ca. 40 min. live Kurztext: Eine Film-Licht-Klang-Performance aus Grenoble. Wir haben die seltene Gelegenheit, das Trio auf seinem Weg von Rotterdam nach Berlin in Hannover zu Gast zu haben. Nicht verpassen! "Hyperbang" kommt aus Grenoble, einer Stadt, die seit gut zwanzig Jahren ein Zentrum der experimentellen Film- und Musik-Szene Frankreichs ist. Mit der experimentellen Filmwerkstatt "MTK", der "Cellule d’intervention Metamkine" und der Zeitschrift "Revu et Corrigé" seien nur einige der lokalen Projekte genannt. "Hyperbang" stammt aus dieser interdisziplinären Bewegung: Eine Filmemacherin, ein bildender Künstler und ein Musiker entwickeln gemeinsam ein expressives Bild-Licht-Klang-Spektakel, das den gesamten Raum ausfüllt. Während Gaëlle Rouard an den 16mm-Filmprojektoren arbeitet, bedient Christophe Cardoen eine von ihm selbst gebaute Lichtmaschine, die das Licht besser zerhackt als ein Stroboskop. David Chiesa entwickelt dazu mit E-Bass und Piano eine eindringlich Klangkomposition. Wir haben die seltene Gelegenheit, das Trio auf seinem Weg von Rotterdam nach Berlin in Hannover zu Gast zu haben. Nicht zu verpassen! Im Vorprogramm: - UNTER von Gaёlle Rouard, Frankreich 2011, 25 min., 16mm s/w, ohne Dialoge Das Meer schäumt und sprudelt. Rundum trübes Weißgrau. Berge und Abgründe. Wasser... nichts als Wasser. Und nichts um es aufzuwischen. Dann ein ohrenbetäubender Stoß. Kurzer Rundumblick des Chefs. Der Zeiger klettert weiter in die Höhe. Sonar volle Fahrt voraus! Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2 Euro # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # FR/SA 1. 2.2. 20.30 h - FRAKTUS von Lars Jessen, D 2011, 95 min. mit Devid Striesow, Heinz Strunk, Rocko Schamoni, Jacques Palminger, Piet Fuchs, Anna Bederke, Hannes Hellmann, Felix Goeser, Blixa Bargeld, H.P. Baxxter, Steve Blame Kurztext: Sie kamen zu früh - Dokumentarfilm über die Pioniere des Techno. Fake-Doku von Studio-Braun. Oh, Oh, Ohyeo! Von Westbam bis Scooter, von Blixa Bargeld bis Dieter Meier: Die Electronic-Szene ist sich einig - Fraktus waren es. Fraktus haben Techno erfunden, haben seine Ästhetik, seine Klangrevolte, seine Technik vorweggenommen. Aber dennoch sind Fraktus ein Mythos geblieben. Trotz vielversprechender Anfangserfolge in den 80er-Jahren und ihrem einzigartigen Sound. Zwar enorm einflussreich und hochgeschätzt von Szene-Kollegen weltweit, aber als Band vor über 25 Jahren im Streit auseinander gegangen und heute nur noch Insidern ein Begriff. Was wurde aus ihnen? Was machen die drei heute? Kann es ein Comeback dieser Pioniere geben? Die Dokumentation spürt die drei Musiker auf: In Hamburg, in Brunsbüttel und auf Ibiza findet Musikproduzent Roger Dettner die deutschen Techno-Urväter. Und ihm gelingt die pophistorische Sensation: Er bringt sie an einen Tisch und Fraktus wieder ins Studio. Nach 25 Jahren schließt sich ein Kreis: Fraktus treten wieder auf. Die Musikhistorie wird neu geschrieben. Diesmal mit Fraktus als zentralem Kapitel. Geschichte vergisst wahre Erfinder nie. Selbst Fraktus nicht. Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2 Euro # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # DO 7.2. 20.30 h [Oberhausen On Tour] - DDR Revisited Rund 20 Jahre nach der Wiedervereinigung gerät die Geschichte der DDR wieder in den Blick - in Kurzfilmen von in Deutschland lebenden Filmemachern. Die Rolle der Künstler, Sportler und Intellektuellen in der DDR wird anhand von Dokumenten und Zeitzeugen durchleuchtet. Mitunter kommt dabei sogar Komik ins Spiel. - RADFAHRER von Marc Thümmler, D 2008, 28 min. Der DDR-Fotograf Harald Hauswald wurde durch die Stasi überwacht. Hauswalds Fotos werden mit den Texten aus seiner Stasi-Akte konfrontiert. - BEIDE ARME NACH OBEN (Gymnastik) von Marc Lutz, D 2001, 3 min. Eine Feier des Sports. Musikvideo für "Gym-Nastix". - DETEKTIVE von Andreas Goldstein, D 2006, 21 min. Wenn sich ein kleines Land einen sehr großen Sicherheitsdienst leistet, so läuft es Gefahr, dass früher oder später alle für ihn arbeiten müssen. Eine Komödie. - MARXISM TODAY (Prologue) von Phil Collins, D 2010, 35 min. Der Film folgt dem Schicksal ehemaliger Marxismus-Leninismus-Lehrer aus der DDR. Ihren persönlichen Erinnerungen stehen Interviews und Originaldokumente gegenüber. In Zusammenarbeit mit den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2 Euro # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # SA 9.2. 20.30 h [Retrospektive RosaMarsFilm] - HANDEL UND WANDEL von Katharina Geinitz, BRD 1983, 78 min. Zu Gast ist Elke Matz, Protagonistin des Films Kurztext: Dokumentarfilm über eine Flohmarkthändlerin und den Traum vom selbstbestimmten Leben. Eine Liebeserklärung an eine selbstbewusste Frau. Debutfilm der 2012 gestorbenen Filmemacherin. Im Mittelpunkt des Debutfilms von Katharina Geinitz steht eine 37-jährige Frau, Elke Matz, von Beruf Händlerin. Elke handelt mit Gurken, Obst, Gemüse und Gemischtwaren, Aalen, Auslegware, Gebrauchtwaren und Schrott. So unterschiedlich die Handelsobjekte und deren Vertrieb auch sind, Elkes Erfahrung bleibt immer gleich: Alles dreht sich ums Geld. Elke versucht das Geld abzuschaffen, indem sie zurückgreift auf den uralten Tauschhandel, wo gegenseitige Hilfe mit Naturalien noch menschliche Qualitäten hat. Elkes Tauschhandel mit nützlichen Gebrauchsgegenständen hat ein bisschen Ähnlichkeit mit Grimms Märchen 'Hans im Glück'. Es ist nicht leicht, die Einheit von Engagement und Leben durchzuhalten. "Der Film HANDEL UND WANDEL ist nicht nur eine Liebeserklärung an meine Freundin Eike Matz - er ist ein Stück Leben, zusammengefügt aus einzelnen Episoden zu einer persönlichen Geschichte, die die Geschichte aller Menschen sein könnte unter veränderten Lebensverhältnissen: Ein intensives, lebendiges Leben, in dem Arbeit und Geldverdienen nicht zur Prostitution verkommen ist." (Katharina Geinitz) Handel und Wandel lief erstmals 1984 im Forum des Jungen Films der Berlinale. Katharina Geinitz starb am 10. Januar 2012 in Berlin. Mit der Retrospektive RosaMarsFilm würdigen wir ihr Werk und das ihrer Arbeits- und Lebensgefährtin Lottie Marsau. In Zusammenarbeit mit dem AstA der Leibniz Universität Hannover Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2 Euro # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # SA 16.2. 20.30 h - Der Westend-Zyklus In Anwesenheit von Markus Mischkowski und Kai Maria Steinkühler Kurztext: Fünf Kurzfilme über die beiden Langzeitarbeitslosen Mike und Alfred, die - von den Filmemachern selbst verkörpert - von einem Desaster ins nächste rutschen. Die "Kölner Gruppe", ein Kollektiv von Filmemachern aus dem Umfeld des Kölner Filmclubs 813, erfreut uns schon seit einigen Jahren mit ihren unterhaltsamen Kurzfilmen. Dem Duo Mischkowski & Steinkühler sind wir dabei schon öfter begenet. Deshalb möchten wir endlich einmal ein Programm vorführen, das ausschließlich aus ihren unnachahmlichen "Westend"-Kurzfilmen besteht. Im Zentrum dieser Filme stehen die beiden Langzeitarbeitslosen Mike und Alfred, von den Filmemachern selbst verkörpert, die mit frappierender Naivität den Versprechungen der Wohlstandsgesellschaft auferliegen und dabei von einem Desaster ins nächste rutschen. - WESTEND von Markus Mischkowski & Kai Maria Steinkühler, D 1997, 17min. mit Jens Classen, Kai Maria Steinkühler, Markus Mischkowski, Anja Wüllner Die beiden Arbeitslosen Alfred und Mike schlagen sich die Zeit biertrinkend an ihrem Stamm-Imbiß tot. Da taucht unverhofft ihr alter Kumpel Rasto mit schickem Auto und Spendierhosen auf. Ein besonderer Tag scheint in Aussicht. - WAS TUN von Markus Mischkowski & Kai Maria Steinkühler, D 1998, 17 min. Mike und Alfred suchen Arbeit. Die Jobvermittlung hat auch gleich was Passendes für die beiden Neueinsteiger. Doch die Arbeitswelt ist hart und aus den Freunden werden Gegner... - WOLGA von Markus Mischkowski & Kai Maria Steinkühler, D 2003, 14 min. Mike und Alfred hängen in der Iltis-Klause rum und warten auf den Frühling. Plötzlich taucht eine fremde Frau auf und bestellt Wodka. Mike und Alfred sind schwer irritiert. - WALDMEISTER von Markus Mischkowski & Kai Maria Steinkühler, D 2007, 9 min. Die beiden langzeitarbeitslosen Filmhelden Mike und Alfred sind in eine Maßnahme zur Integration in den Arbeitsmarkt geraten. Sie sollen die städtischen Grünanlagen von Unrat und Müll befreien. Doch der Markt ist mittlerweile heiß umkämpft. - WELLENREITER von Markus Mischkowski & Kai Maria Steinkühler, D 2010, 10 min. Mike und Alfred werden als Eisverkäufer am Strand rekrutiert. Sie sollen Konkurrenten sein, doch schon bald führt die "Unsichtbare Hand des Marktes" die beiden wieder zusammen. Die Komödie illustriert das berühmte, aus der Wirtschaftstheorie bekannte "Eisverkäufer-am-Strand"-Dilemma, das der amerikanische Ökonom Harold Hotelling 1929 entdeckte. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturbüros Hannover Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2 Euro # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # SO 17.2. 16 Uhr [Familienkino für Groß und Klein] - Anna annA von Greti Kläy und Jürgen Brauer, CH/D/LUX 1992, 75 min. mit Lea und Wanda Hürlimann, Ilona Schulz, Steve Karier Kurztext: Anna kopiert sich versehentlich selbst auf dem neuen Superkopierer ihrer Schule. Das Leben mit einer Doppelgängerin hat seine Vorteile. Doch irgendwann häufen sich die Merkwürdigkeiten … Anna will in der Schule heimlich ihr Lesebuch kopieren, damit es der Puppenfamilie Gygax als Dach für ihr Haus dienen kann. Sie stellt fest, dass der neue Superkopierer nicht nur blitzschnell ist, sondern sogar die Macken des Originals ausbügelt. Als sich der Hausmeister nähert, kriecht Anna unter den Deckel des Kopierers - und schon ist es passiert: Sie hat sich selbst kopiert. Zur Unterscheidung nennt sie ihr Double in der Spiegelsprache annA und versteckt diese auf dem Dachboden. Das Leben mit einer Doppelgängerin hat seine Vorteile. Abwechselnd kann eine Anna zur Schule gehen, während die andere den Zoo besucht. Keiner merkt es. Zunächst. Doch dann häufen sich die Merkwürdigkeiten, wenn die Mutter sich über den gewachsenen Appetit ihrer Tochter wundert oder Anna am einen Tag von ihrem Mathelehrer als Genie gelobt wird, am nächsten aber alles wieder vergessen hat. Ab 6 Jahren. Eintritt: (Kuchen)Spende # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # MI 20.2. 20.30 h - VERBOTEN-VERFOLGT-VERGESSEN von Daniel Burkholz , D 2012, 57 min. Zu Gast ist der Filmemacher Daniel Burkholz Kurztext: Dokumentarfilm über die Verfolgung und Kriminalisierung von Pazifisten und Kommunisten in der Adenauer-Ära. Mit dem Ende des 2. Weltkriegs begann der Kalte Krieg. Vor diesem Hintergrund plante die Regierung unter Bundeskanzler Adenauer - trotz der erst wenige Jahre zurückliegenden Verbrechen der Wehrmacht - schon 1950 den Aufbau einer westdeutschen Armee. Gegen dieses Vorhaben gab es in der Bevölkerung große Proteste. Die Regierung Adenauer reagierte schnell. Das Strafrecht wurde durch die "Blitzgesetze" geändert. Alle Bürgerinnen und Bürger, die gegen die Wiederbewaffnung oder für die Wiedervereinigung waren, konnten nun als Staatsfeinde verfolgt werden. Die KPD und andere oppositionelle Organisationen wurden verboten. Etwa 10.000 Menschen wurden zu teils langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Oftmals wurde ihre Existenz zerstört. "Verboten-Verfolgt-Vergessen" erzählt die Geschichte dieser Menschen. "Die Stärke des Films liegt darin, dass er auf jede Heroisierung verzichtet und aufzeigt, wie sich die Verfolgung auch auf das Umfeld der Betroffenen auswirkte." (Peter Nowak, Freitag) Filminfo auf roadside-dokumentarfilm.de In Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen Eintritt frei – Spenden erwünscht # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # DO/FR 21. 22.2. 20.30 h - ANGEL'S SHARE von Ken Loach, GB/F 2012, 101 min., O.m.U. Kurztext: Ein filmisches Loblied auf Schottland, seine Bewohner und ihr heiliges Nationalgetränk, den Whisky. Publikums- und Juryliebling in Cannes. Robbie wird zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert und trifft dabei nicht nur auf drei Gleichgesinnte, sondern auch auf eine neue Leidenschaft: Den teuersten und besten Malt Whisky der Welt. Um sich und seiner jungen Familie eine Zukunft zu ermöglichen, lässt er sich bald darauf auf einen sagenhaften Coup ein: Irgendwo in den schottischen Highlands soll nämlich noch ein Fässchen des teuersten Whiskys der Welt existieren. Und ein paar Flaschen von diesem "Wasser des Lebens" könnten ihm und seinen Freunden tatsächlich eine sorgenfreie Zukunft bescheren. Oder aber 20 Jahre hinter Gittern. Mit ANGELS' SHARE, der bei seiner Premiere in Cannes schnell zum Publikums- und Juryliebling (Preis der Jury) wurde, hat die britische Regielegende Ken Loach die warmherzigste und schönste Komödie seiner Karriere auf die Leinwand gezaubert. Ein raubeiniges und erdiges Loblied auf Schottland, seine Bewohner und ihr heiliges Nationalgetränk, den Whisky. Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2 Euro # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # SA 23.2. 20.30 h [Retrospektive RosaMarsFilm] - CHINAS TIBET? Von Lottie Marsau und Katharina Geinitz, D 1995, 35 min. Zu Gast ist die Musikerin und Regisseurin Lottie Marsau Kurztext: Dokumentarfilm über die Auswirkungen der 40jährigen chinesischen Besetzung in Tibet, die ökonomische Liberalisierung, die massenhafte Ansiedlung von Chinesen und das allgegenwärtige Militär. Drei Jahre haben sich die Filmemacherinnen in Tibet aufgehalten und ohne Drehgenehmigung in der Region Lhasa, Shigatse und Ngari Bilder und Töne gesammelt, die die Auswirkungen der 40jährigen chinesischen Besetzung dokumentieren. Der Film zeigt zerstörte und zerfallene Tempel, aber auch - als Museum - restaurierte, Repression und Einschüchterung durch das allgegenwärtige Militär, Lebenszeichen aus Gefängnissen und Internierungslagern, vor allem aber Szenen aus dem Alltagsleben, das nach ökonomischer Liberalisierung und der massenhaften Ansiedlung von Chinesen einem grundlegenden Wandel unterworfen ist. In Zusammenarbeit mit dem AstA der Leibniz Universität Hannover Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2 Euro # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # # DO 28.2. 20.30 h [Vor 51 Jahren: Ende des Algerienkrieges] - AVOIR 20 ANS DANS LES AURÈS (dt: Mit 20 Jahren in den Aurès) von René Vautier, TUN/F 1972, 90 min., O.m.e.U. Kurztext: Spielfilm über eine Gruppe junger, antimilitaristisch gesinnter Soldaten im Algerienkrieg. Der Regisseur war während des Krieges als Dokumentarfilmer auf der Seite des antikolonialen Kampfes. In Frankreich war er deswegen im Gefängnis und musste Zensur und Beschlagnahmungen in Kauf nehmen. 10 Jahre nach Ende des Algerienkrieges drehte René Vautier, der sich während des Krieges als Dokumentarfilmer auf die Seite des antikolonialen Kampfes geschlagen hatte und dafür in Frankreich Zensur, Beschlagnahmungen und Gefängnis in Kauf nehmen musste, einen seiner wenigen Spielfilme. Ein Jahr später, 1973 trat er gegen die französische Filmzensur in den Hungerstreik. Nach Ende des Krieges hatte Vautier die Frage beschäftigt, wie es dem Militär gelingt, aus jungen Männern Kriegsverbrecher zu machen? Er war durchs Land gereist und hatte in den Zügen junge Männer nach ihren Algerienerfahrungen befragt. Aus diesen Zeugenberichten ist der Film konstruiert. Vautier, dem nur ein Fünftel des notwendigen Budgets zur Verfügung stand, bezeichnet die Produktion als “Dreh-Happening”, bei dem die professionellen Darsteller auf der Basis der Zeugenaussagen sehr spontan agieren mussten. Der Film zeigt eine Gruppe junger, antimilitaristisch gesinnter Soldaten, die vor die Wahl gestellt werden, auf verschiedene Einheiten verteilt zu werden oder gemeinsam mit einem ehrgeizigen Offizier eine Kundschaftermission im Aurès-Gebirge zu übernehmen. Sie entscheiden sich, zusammen zu bleiben, müssen aber schnell einsehen, dass sie dem Druck der Umstände wenig entgegenzusetzen haben. Der letzte Kampfverweigerer der Gruppe sieht schließlich als einzigen Ausweg die Desertion in die Berge. Dank an Madeleine Bernstorff und Sebasian Bodirsky In Zusammenarbeit mit der Roten Hilfe Hannover Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2 Euro -- Kino im Sprengel Kino: Klaus-Müller-Kilian-Weg 1 (zuvor: Schaufelder Straße 33) Büro: Klaus-Müller-Kilian-Weg 2 (zuvor: Schaufelder Straße 30) 30167 Hannover Tel.: 49 (0)511 / 703814 Fax: 49 (0)511 / 703841 E-Mail: in...@kino-im-sprengel.de http://www.kino-im-sprengel.de