JUNI 2012 - PROGRAMM DES KINO IM SPRENGEL
Liebe Kino-Freundinnen und -Freunde,
im Juni trotzen wir der EM und bieten ein Alternativprogramm mit
Dokumentationsfilmen über Antiziganismus und die Roma in Europa, über
Vinyl-Nostalgie, über Albert Hofmanns LSD und über die gefährlichste
Migrationsroute der Welt. Dazu zwei hannoversche Produktionen, die
Uraufführung des kollektiv produzierten Films GEISTZEIT zum 20jährigen
Jubiläum von sector 16, sowie eine Komödie aus dem Umfeld des
hannoverschen Bürger-TVs h1. Außerdem: Nazis on the dark side of the moon.
Enjoy the film!
Das Kinoteam
Überblick:
DO 31.5. - DEBTOCRACY
FR/SA 1. 2.6. - IRON SKY
DO 7.6. - ME, MY GYPSY FAMILY & WOODY ALLEN
FR/SA 8. 9.6. - SOUND IT OUT
FR/SA 15. 16.6. - THE SUBSTANCE
FR/SA 22. 23.6. - GEISTZEIT
DI 26.6. - SCHACH IM ZUSTAND DER ABWESENHEIT
FR 6.7. - ZUM GLÜCK GAB ES PUNK / LESUNG UTE WIENERS
Beginn jeweils 20.30 Uhr
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FR/SA 1. 2.6. 20.30 h
- IRON SKY
von Timo Vuorensola, Finnland/D/Australien 2012, 93 min., O.m.U.
mit Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier, Christopher Kirby, Tilo Prückner
Musik: Laibach
Kurztext: In dieser überdrehten Science-Fiction-Trash-Komödie haben ein
paar Nazis auf der dunklen Seite des Mondes überlebt und starten den
Angriff auf die Erde. "Anarchistisches Meisterwerk" (NZZ)
Ende 1945. Die Welt weiß nicht, dass von der Nazi-Polarstation
Neuschwabenland eine Gruppe von Wissenschaftlern mit Raumschiffen auf die
Mondrückseite geflüchtet ist. Ohne Kontakt zur Außenwelt wird hier, in der
unter-lunaren Militärbasis "Schwarze Sonne", eine kosmische
UFO-Reichsarmada zur Eroberung und Unterwerfung der Erde hergestellt.
Panik kommt auf, als die Ankunft eines US-Spaceshuttles bevorsteht. 2018
beginnt die Mission "Meteorblitzkrieg". Die Nazis landen in New York -
aber Geheimagentin Renate hat bald eigene Pläne ...
Ein All-Rausch mit atemberaubender Concept Art, außergewöhnlicher
grafischer Gestaltung und von konzeptkünstlerischer Opulenz - hoher
Kultstatus ist garantiert, da IRON SKY, unter Mitwirkung einer großen
Internet-Gemeinde entstanden, alle Kriterien der überreichen Trash-,
B-Movie-, Exploitationfilm- und Cheap-Thrill-Kultur aufs Schönste erfüllt.
(Berlinale)
Komödien, in denen die Nazis eine Rolle spielen, sind ein umstrittenes
Genre. … Nichtsdestotrotz wird an der Spirale des Irrwitzes weitergedreht
und derzeit ist der finnische Regisseur Timo Vuorensola der verrückteste
von allen. IRON SKY, der teilweise über im Internet akquirierte
Kleinbeträge finanziert wurde, übertreibt die bisher bekannten
Nazi-Camouflagen um ein Beträchtliches: In dem schönen Drehbuch von
Johanna Sinisalo und Michael Kalesniko haben sich ein paar versprengte
Anhänger Hitlers 1945 von der Polarstation 'Neuschwabenland' aus auf den
Mond flüchten können. 'Hinterm Mond leben' - keine Ahnung, wie diese
deutsche Redensart ins Finnische übersetzt wird, im Film sind es
jedenfalls die Nazis, die dort leben. Man fühlt sich bei ihrer
Zentralbehausung auf der Dark Side of the Moon, einer großen Raumstation
in Form eines Hakenkreuzes, an die Filme von Christoph Schlingensief und
Bruce LaBruce erinnert. IRON SKY greift Motive aus den Debatten über den
Umgang mit Nazis!
auf und transponiert sie ins Kino. Herausgekommen ist ein extrem
überdrehter und nicht perfekter Film. Ob er funktioniert? Die
Schwierigkeit, die Chaplin mit seinem Stoff hatte, hat man hier an den
Anfang und ins Zentrum der Dramaturgie gesetzt - und den Rest drumherum
gedreht. (Jungle World)
Eintritt: 5 Euro - HannoverAktivPass 2 Euro
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DO 7.6. 20.30 h
- ME, MY GYPSY FAMILY & WOODY ALLEN
von Laura Halilovic, Italien 2009, 50 min., O.m.engl.U.
Zu Gast ist Djevdet Berisa (Romane Aglonipe)
Kurztext: Der erste große Film der 19jährigen Regisseurin erzählt ihre
Geschichte als Flüchtling aus Bosnien. Offen, humorvoll, selbstkritisch
und hintergründig dokumentiert sie drei Generationen ihrer in Italien
lebenden Familie.
Mit einer kleinen Handkamera dokumentiert die 19jährige Regisseurin Laura
Halilovic die Vergangenheit und vor allem die Gegenwart ihrer Familie, die
Ende der 70er Jahre von Bosnien-Herzegowina nach Italien kam. Im
Unterschied zu Laura reisen viele ihrer Verwandten, wie auch ihre
eigenwillige Großmutter, noch in Karawanen. Die hasserfüllten Reaktionen
der lokalen Bevölkerung und die Haltung der staatlichen Behörden
verdeutlichen, dass diese nomadische Lebensart keinen Platz im heutigen
Europa, geschweige denn in Berlusconis Italien, findet. Trotz des
schwierigen Themas gelingt es der Regissseurin den Film fröhlich und
einfallsreich zu gestalten und einen unkonventionellen Blick auf die Roma
zu bieten.
Humorvoll dokumentiert die Regisseurin aber auch, dass sie es vorzieht an
ihrer Filmkarriere zu arbeiten, als den Planungen ihrer Eltern in bezug
auf eine arrangierte Hochzeit Folge zu leisten. Wenn nur der berühmte
US-Regisseur Woody Allen etwas kommunikativer wäre ...
Der Film gewann den UCCA-Preis 2009 beim Bellaria Film Festival
In Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und Romane Aglonipe
e.V..
Eintritt frei, Spenden erwünscht
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FR/SA 8. 9.6. 20.30 h
- SOUND IT OUT
von Jeanie Finlay, GB 2011, 75 min., O.m.U.
Kurztext: Für viele ist Vinyl schwarzes Gold. "Sound it Out" ist eine
liebevolle Hommage an den gleichnamigen britischen Plattenladen und seine
schrägen Kunden. Bei Tom Butchard gibt es noch immer alles, von ABBA bis
Zappa, von Pop bis Dance.
Es geht um mehr als nur um laute Töne. Jahrzehntelang boten unabhängige
Plattenläden wie "Sound It Out Records" in Stockton-On-Tees den Musikfans
Orientierung und Lebenszweck. Bei Tom Butchard gibt’s noch immer alles,
von ABBA bis Zappa, von Pop bis Dance. Er ist ein Musik-Weiser, der
schrägste Scheiben kennt und beschaffen kann. Der Film setzt Butchard,
seinem Laden und seinen Kunden ein Denkmal. Bald wird die digitale
Musikrevolution auch diesen Vinyl-Dino die Existenz kosten. (Filmfest
Hamburg)
"Wir befinden uns im Jahre 2011. Der ganze Nordosten Englands ist von
Musikstores, Online-Riesen und Musikdownloadern besetzt … Ganz
Nordostengland? Nein! Ein von unbeugsamen Musikliebhabern bevölkertes Dorf
hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten …  In
einem ähnlich vergnügt-renitenten Geist wie unsere Lieblingsgallier
erzählt der Film 'Sound it Out' von dem gleichnamigen Plattenlädchen in
dem Kaff Stockton-on-Tees. In diesem von 84.000 Seelen bevölkerten
ehemaligen Industriestädtchen wuchs die Regisseurin Jeanie Finley auf, die
ihre Liebe zur Musik diesem Plattenladen, der irgendwo zwischen Kneipe und
Arbeitsamt liegt, verdankt. Der Laden 'Sound it Out' ist zum letzten
Zufluchtsort wunderbar schräger Typen geworden. … Sie schätzen die
persönliche Atmosphäre in Toms Laden, in dem überall handgeschriebene
kleine Pappschilder angebracht sind. Es gibt an diesem verwunschenen Ort
sogar noch die Möglichkeit, sich Platten zurückstellen zu !
lassen, bis man wieder Geld hat. Die Dokumentation funktioniert so
wunderbar, weil Finlay es schafft, die Menschen in dieser letzten
Zufluchtsstätte als das vorzustellen, was sie sind, nämlich interessante
Erdenbürger, die die Liebe zur Musik eint. (Gabriele Summen, Jungle World)
Eintritt: 5 Euro - HannoverAktivPass 2 Euro
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FR/SA 15. 16.6. 20.30 h
- THE SUBSTANCE
von Martin Witz, CH 2011, 89 min.
Kurztext: Die Geschichte des LSD von ihren Anfängen bis heute. THE
SUBSTANCE ist ein brillant montierter Trip durch sechs Jahrzehnte. Die
alten Helden der Gegenkultur - Timothy Leary, Jimi Hendrix, The Grateful
Dead - in diesem Film erstehen sie alle wieder auf.
THE SUBSTANCE erzählt die Geschichte des LSD von ihren Anfängen bis heute.
Der Schweizer Wissenschaftler Albert Hofmann entdeckt im Frühjahr 1943 in
seinem Basler Forschungslabor per Zufall eine bisher unbekannte Substanz.
Nach einem Selbstversuch begreift er schnell, dass er es mit einem extrem
potenten Wirkstoff zu tun hat - einer rätselhaften Substanz die unsere
Wahrnehmung verändert: LSD. Zu diesem Zeitpunkt weiss er noch nicht, dass
sein Sorgenkind, wie er die Substanz später nennt, die Welt verändern
wird. Denn in den Sechziger Jahren wurde LSD ein wichtiger Bestandteil der
Hippie-Bewegung. Die alten Helden der Gegenkultur: Timothy Leary, Jimi
Hendrix, The Grateful Dead - in diesem Film erstehen sie alle wieder auf.
Doch im Grunde sind es die anderen, die unbekannteren und überraschenden
Elemente der LSD-Story, welche THE SUBSTANCE zu einer abenteuerlichen
filmischen Reise machen: die Geheimdienste, das Militär, die moderne
Hirnforschung, die Psychiater... Mit ihren Hi!
gh-Tech Verfahren kann die Hirnforschung heute exakt nachweisen, wo in
unserem Hirn die halluzinogenen Substanzen wirken; sie kann dem Hirn und
der Droge buchstäblich bei der Arbeit zuschauen. Aber das Rätsel LSD ist
damit nicht kleiner geworden. Nach wie vor weiss niemand genau, wie die
Substanz in der menschlichen Psyche ihre verblüffende Wirkung erzielt. Und
warum viele, die LSD nehmen, sich plötzlich so tief verbunden fühlen mit
der Natur, mit der Schöpfung, der Transzendenz. Alles nur Chemie und
Trugschluss? Oder ist LSD ein Sakrament, ein Türöffner in eine spirituelle
Welt, die uns normalerweise verschlossen bleibt? Wird LSD in Zukunft
vielleicht doch noch zu dem Heilmittel, als das es Albert Hofmann immer
gesehen hat? Das Einzige was man über die Wirkung des LSD mit Sicherheit
sagen kann: Das Geheimnis ist riesig, ähnlich wie bei der Liebe.
THE SUBSTANCE ist ein brillant montierter Trip durch sechs Jahrzehnte.
Eine Schatztruhe voll wunderbarem (teils unveröffentlichtem) Filmmaterial
aus über 50 Film-Archiven, von Prag bis San Francisco. Eine Zeitreise, die
an den legendären Dokumentarfilm ATOMIC CAFÈ erinnert, nur geht es hier um
die ‘Atombombe des Geistes’. Die Geschichte rund um den wohl bedeutendsten
Exportartikel der Schweiz wird von Albert Hofmann selber kommentiert - ein
letztes langes Interview des damals 100-jährigen, der 2008 im Alter von
102 Jahren starb.
Eintritt: 5 Euro - HannoverAktivPass 2 Euro
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FR/SA 22. 23.6. um 20.30 h Premiere
- GEISTZEIT
von Organisation zur Umformung des Kinos, D 2012, 93 min.
Die Filmemacher sind anwesend
Kurztext: Kollektiv produzierter 16mm-Experimentalfilm zur Erhellung des
Geistes. Drei Darsteller als Teil einer Persönlichkeitsstruktur begeben
sich auf eine Reise der Selbstwandlung.
GEISTZEIT, ein Film, der das Medium Film selbst als Thema hat, wurde von
Filmemachern jenseits der Filmindustrie verwirklicht. Drei Darsteller als
Teile einer Persönlichkeitsstruktur, in Erscheinung von Kind, Erwachsenem
und Weisem begeben sich auf eine Reise der Selbstwandlung durch mehrere
Ebenen des Traumes.
Die Projektion des Films spiegelt gleichsam Wahrnehmungsgewohnheiten wie
innere Bewußtwerdung als individuelle Seherfahrung. Fahrten durch
zerstörte und natürliche Landschaften bis hin zu Flickersequenzen zeichnen
hierbei Seelenzustände als Bilder fragiler Schönheit. Alles in allem ist
es eine Seherfahrung, den Geist zu erhellen. (Organisation zur Umformung
des Kinos)
Zum 20-jährigen Bestehen von sector 16 gibt es nun endlich die Premiere
des in acht Jahren kollektiv produzierten Films GEISTZEIT. Gedreht wurde
auf 16mm, der fertige Film liegt als 35mm-Kopie vor. Über ihre
Arbeitsweise schreiben die Filmemacher: "Das Kollektiv trat ähnlich einer
improvisisierenden Jazzband in Aktion, indem wir gemeinsam Räume
aufsuchten und dort ohne Drehbuch agierten. Rekapitulierend ist es
spannend, welche Ideen sich ohne feste Vorstellungen ergaben, was da so
aus uns heraus kam. Ausgehend von diesen ersten Motiven entwickelten wir
später zunehmend eine Dramaturgie, begannen Drehbuchszenen zu schreiben,
erstellten Plansequenzen, ohne die improvisierende Ausrichtung über Bord
zu werfen."
In Zusammenarbeit mit sector 16
Eintritt: 5 Euro - HannoverAktivPass 2 Euro
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DI 26.6. um 20.30 h
- SCHACH IM ZUSTAND DER ABWESENHEIT
von Carsten Steckel, D 2012, 127 min.
Mit Roman Lilge, Dennis Sonntag, Benedikt Rauterberg, Timo Muchow, Patrick
Ziemke u.a.
Kurztext: No-Budget-Produktion aus Hannover: Florian ist schwer verliebt
in seinen Schulfreund Marvin. Doch sein Coming-Out gerät immer mehr außer
Kontrolle ...
Florian, Mittelschichtskind und Konsument diverser interessanter
Substanzen, ist schwer verliebt in seinen Schulfreund Marvin. Sein
Coming-Out, das schon in nüchternem Zustand eine große Herausforderung für
Florian wäre, gerät durch zunehmenden Realitätsverlust, allzu
schlagfertige Ex-Freundinnen und vollkommen gleichgültige Eltern mehr und
mehr außer Kontrolle. Um Marvins Aufmerksamkeit zu erregen, begibt sich
Florian schließlich in dessen Schachclub, eine Ansammlung von Misanthropen
unter der unerbittlichen Führung eines paranoiden Regenschirmsammlers, der
in Florian spontan das größte Schachtalent des Universums erkennt. Bei
einem Schachturnier, das wegen grober Fouls und Regelverstößen vollkommen
aus dem Ruder läuft, kommen sich Florian und Marvin schließlich näher.
Der Film wurde in zweieinhalb Jahren mit geliehenen Equipment vom
hannoverschen Bürger-TV h1 und einem Budget von unter tausend Euro
abgedreht. Der Regisseur, die meisten Kameraleute und sämtliche Darsteller
sind Amateure und hatten vor diesem Projekt wenig bis gar keine Erfahrung
mit der Schauspielerei und dem Filmemachen. Doch gerade das "Handgemachte"
macht auch den besonderen Charme des Films aus.
In Zusammenarbeit mit dem schwul-lesbischen Zentrum andersr(a)um
Eintritt: 5 Euro - HannoverAktivPass 2 Euro
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SA 30.6. um 20.30 h
- ASALTO AL SUEŇO - Angriff auf den Traum
von Uli Stelzner, D/Guatemala 2006, 84 min., O.m.U.
Kurztext: Regisseur Uli Stelzner begleitet die Menschen, die aus Honduras,
El Salvador, Nicaragua und Guatemala illegal unterwegs in die USA sind.
Mit dem Grenzübertritt begeben sie sich auf eine der gefährlichsten
Migrationsrouten der Welt.
Tausende Menschen verlassen täglich ihre verarmten Länder Mittelamerikas,
um in die USA zu gelangen. Mit dem Grenzübertritt im Norden Guatemalas
nach Mexiko begeben sie sich auf eine der gefährlichsten Migrationsrouten
der Welt. In einem kleinen Grenzort im äußersten Süden Mexikos versuchen
die Migranten auf einen Güterzug aufzuspringen, der sie bis an die
US-Grenze bringen soll. Doch die 4.000 km lange Strecke schafft kaum
niemand.
Bereits am Beginn der Reise werden sie Opfer der Überfälle von
Jugendbanden und korrupten Grenzbeamten, fallen ermüdet vom Zug oder
werden in groß angelegten Razzien der mexikanischen Migrationspolizei und
Armee gefangen genommen, tagelang eingesperrt und abgeschoben. Nur mit
einer kleinen Digitalkamera ausgerüstet, begibt sich der Regisseur in
diese kleine Grenzregion. Er begleitet die Migranten am Rande der Bahnhöfe
bei dem zermürbenden Warten auf die Bestie. Er wird Zeuge täglicher
Übergriffe bewaffneter Grenzeinheiten, schleust sich in das nahe gelegene
Abschiebegefängnis und trifft Frauen, Männer und Kinder, die traumatische
Erlebnisse ihrer Odysseen schildern und für die es trotz wiederholter
Abschiebung kein Zurück gibt. Er verbringt Tage in einer kümmerlichen
Herberge von Verkrüppelten, die dem Zug oder brutalen Überfällen zum Opfer
fielen.
Das ganze Drama an dieser neuen Südgrenze der USA spiegelt sich in der
Geschichte des Migranten Noé aus El Salvador wider. Während der
mehrmonatigen Dreharbeiten kommt es zwischen ihm und dem Regisseur zu
wiederholten und zufälligen Begegnungen, bis es zu einem tragischen Ende
kommt. Ein bewegter und bewegender Film über Anfang und Ende, Hoffnung und
Scheitern des Amerikanischen Traums.
Eintritt: 5 Euro - HannoverAktivPass 2 Euro
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FR 6.7. 20:30 h [Buchvorstellung und Lesung]
UTE WIENERS: ZUM GLÜCK GAB ES PUNK
Ute Wieners: Jahrgang 1962, Ex-Punkerin, Ex-Hausbesetzerin, Erwerbslose
und Autorin, lebt in der einst besetzten Sprengel-Schokoladenfabrik in
Hannover
Ute Wieners erzählt, wie aus einem verschlossenen, unglücklichen Mädchen
eine selbstbewusste junge Frau wird. Denn: Zum Glück gab es Punk. Utes
Kindheit ist geprägt von Lieblosigkeit, Einsamkeit und Gewalt. Vor dem
Horror der Familienverhältnisse, dem Mobbing in der Schule und dem Mief
der Provinzmetropole Hannover flieht sie in Traum- und Parallelwelten.
Doch nach dem Besuch eines Punkkonzerts im Unabhängigen Jugendzentrum
Kornstraße weiß sie, wohin die Reise gehen wird. Ute ändert ihr Leben und
wird Punk. Bald ist ihr klar: Es ist nicht einfach, sich den gewalttätigen
und sexistischen Strukturen der Gesellschaft zu entziehen, denn auch
diejenigen, die sich dagegen stellen, kennen nichts anderes.
Ute Wieners entwirft ein Sittenbild der 1960er bis 1980er Jahre.
Schonungslos berichtet sie von der hannoverschen Studentenbewegung, die
sie als Kind erlebte, von Straßenschlachten mit der Polizei und von den
Chaostagen. Böse und ironisch erzählt sie von gewalttätigen Skinheads und
Normalbürgern, von kurzzeitigen Drogenfluchten, von der Gründung der
Anarchistischen Pogopartei, und zeichnet eine radikal subjektive
Geschichte des Punk, nicht nur in Hannover.
In Zusammenarbeit mit dem AK Regionalgeschichte.
Eintritt frei - Spenden erwünscht
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WIR HABEN SOMMERPAUSE BIS MITTE AUGUST
Kino im Sprengel
Kino: Klaus-Müller-Kilian-Weg 1 (zuvor: Schaufelder Straße 33)
Büro: Klaus-Müller-Kilian-Weg 2 (zuvor: Schaufelder Straße 30)
30167 Hannover
Tel.: 49 (0)511 / 703814
Fax: 49 (0)511 / 703841
E-Mail:
in...@kino-im-sprengel.de
http://www.kino-im-sprengel.de
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