Vortrag von Andree Korpys und Markus Löffler, 06. Juli, KW Institute for Contemporary Art, Berlin

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Grako Sichtbarkeit

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Jun 30, 2015, 10:04:56 AM6/30/15
to graduiertenkolleg-sichtba...@googlegroups.com
Liebe Antragstellerinnen und Antragsteller,
Liebe Assoziierte,
Liebe Doktorandinnen und Doktoranden,


wir möchten Sie herzlich zum letzten Vortrag der Ringvorlesung »Forensische Ästhetik: Interdisziplinäre Betrachtungen« am Montag, den 06. Juli einladen. 
Die Künstler Andree Korpys und Markus Löffler werden über Tatortbefundsaufnahmen des BKA der Jahre 1977-85 sprechen und zwei ihrer künstlerischen Arbeiten, die kriminalistische Methodik als künstlerisches Mittel einsetzen, vorstellen.

Wie bei den letzten Veranstaltungen besteht wieder die Möglichkeit, mit den Vortragenden im Anschluss der Veranstaltung in Berlin-Mitte essen zu gehen.


Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Naomie Gramlich


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Vortrag von Andree Korpys/Markus Löffler: Ein paar Halbstiefel, die unter dem Regal im Abstellraum auf Glasbausteinen stehen

Zeit: Montag, 06.07.2015, 18–20 Uhr

Ort: KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin, Studiolo, Vorderhaus, 1.OG, http://www.kw-berlin.de



1971 wird Horst Herold zum Präsidenten des Bundeskriminalamtes ernannt. Mit der Einführung von elektronischen Datenarchivierungs- und Fahndungssystemen der negativen Rasterfahndung, des maschinenlesbaren Personalausweises mit Fingerabdruck, den Systemen INPOL (Informationssystem der Polizei) oder PIOS (Personen Institutionen Organisationen Sachen), um nur die wichtigsten zu nennen, gilt Horst Herold vielen als Wegbereiter des „Überwachungsstaates“. Herolds Vorstellung „ ...man müsse mit den Mitteln der Elektronik vor dem Täter am Tatort sein...“, bedingt menschliche Handlungen zu erfassen, ehe sie sich zu kriminellen Handlungen verdichten.
Ähnlich wie die Romanfigur John Anderton in Phillip K. Dicks „MinorityReport“ sieht der Präsident des BKA in den Mitgliedern der Roten Armee Fraktion visionäre Präkogniker, die für eine Verbesserung der Gesellschaft genutzt werden sollten. Herold: „Eigentlich müssen wir der Roten Armee Fraktion tief dankbar sein, dass sie uns auf ein Veränderungspotential und auf eine Bewegungstendenz in der Gesellschaft hinweist, die uns allen gefährlich werden könnte. Es ist die große Chance, die die RAF uns gibt, diese Bewegung zu erkennen und die Veränderung in einer Weise, die gesellschaftskonform ist, selbst zu Ende zu führen.“
Anhand von Tatortbefundsaufnahmen des BKA zu Konspirativen Wohnungen der Jahre 1977-85 möchten wir die Anfänge des „Data-Minings“ in der BRD beschreiben. Ergänzend würden wir 2 künstlerische Arbeiten zeigen, die unmittelbar auf die Tatortbefundsaufnahmen des BKA zurückgehen und kriminalistische Methodik als künstlerisches Mittel einsetzen.


Andree Korpys/Markus Löffler:
1966/1963 in Bremen geboren. Leben und arbeiten in Berlin und Bremen
Zusammenarbeit seit dem Foto/Film-Design Studium 1989 an der FH Bielefeld
Seit 2009 gemeinsame Professur für Künstlerische Raum – und Körperkonzepte an der HFK Bremen im
Studiengang Freie Kunst.

Einzelausstellungen (Auswahl):
- Hi Fiction Science, Galerie Meyer Riegger, 2013
- Geist, Künstlerhaus Bremen (mit Dieter Schmal) F/Stopp, Leipziger Baumwollspinnerei, 2012
- Strahlungen, Meyer Riegger Galerie, Berlin, 2010
- Stadt von Morgen, Kunstverein Ruhr, 2010
- 159 Jahre Revolution, Marstall, Kunstverein Rastatt, 2008
- Galerie Otto Schweins, Köln, 2008
- Die Sehnsucht nach Glück findet Stillung in der Poesie, Wiener Secession, 2007
- Edith Ruß-Haus, Oldenburg, 2007


Das komplette Programm der Ringvorlesung und das Facebookevent zur Veranstaltung finden Sie hier:


https://www.facebook.com/events/871760319570580/
http://www.sichtbarkeit-sichtbarmachung.de/veranstaltungen/s/article/ringvorlesung-im-sose-2015/


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»Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens«
DFG-Graduiertenkolleg 1539
Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
http://www.sichtbarkeit-sichtbarmachung.de/

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