Steigende Lebenshaltungskosten und stagnierende Gehälter sorgen im öffentlichen Dienst für Unruhe. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat für den heutigen 10. Februar 2026 zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen, um vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde in Potsdam den Druck auf die Arbeitgeber massiv zu erhöhen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Streikenden fordern, welche Regionen besonders betroffen sind und warum dieser Arbeitskampf gerade jetzt eine so zentrale Bedeutung für die Sicherheit und Wertschätzung unserer Beamtinnen und Angestellten hat.
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Die GdP ruft zum heutigen Streik auf
Der heutige Warnstreik: Ein Signal der Entschlossenheit
Am heutigen 10. Februar 2026 zeigt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) gemeinsam mit anderen Gewerkschaften wie ver.di und der GEW klare Kante. Da die Arbeitgeberseite in den bisherigen Tarifrunden der Länder (TV-L) kein akzeptables Angebot vorgelegt hat, ruht in vielen Dienststellen der Betrieb. Ziel ist es, eine faire Entlohnung durchzusetzen, die den Reallohnverlust der letzten Jahre auffängt.
Die Kernforderungen im Überblick
Die Gewerkschaften gehen mit einem klaren Katalog in die Verhandlungen, um die Attraktivität des öffentlichen Dienstes langfristig zu sichern:
- Entgelterhöhung: Eine Steigerung der Tabellenentgelte um 7 %, mindestens jedoch um 300 Euro monatlich.
- Nachwuchsförderung: Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantenvergütungen um 200 Euro.
- Zuschläge: Eine deutliche Anhebung der Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte, um die Belastung durch Schicht- und Wochenendarbeit zu honorieren.
- Übertragung auf Beamte: Die zeit- und inhaltsgleiche Übernahme des Tarifergebnisses auf Beamtinnen, Beamte sowie Versorgungsempfänger.
Regionale Schwerpunkte der Aktionen
Der heutige Streiktag konzentriert sich auf mehrere Bundesländer, wobei große Kundgebungen den öffentlichen Raum prägen:
- Bayern: Großdemonstration auf dem Münchner Odeonsplatz mit Teilnehmern aus dem gesamten Freistaat.
- NRW: Zentrale Protestaktionen in Düsseldorf vor dem Landtag, unterstützt durch Kräfte aus dem gesamten Rheinland und Westfalen.
- Schleswig-Holstein: Streikversammlung und Demonstrationszug zum Landeshaus in Kiel.
- Berlin & Brandenburg: Arbeitsniederlegungen in Ministerien und Polizeidienststellen als Vorbote für die Verhandlungsrunde in Potsdam.
Warum dieser Streik für uns alle wichtig ist
Es geht bei diesem Arbeitskampf um mehr als nur Zahlen auf dem Gehaltszettel. Eine funktionierende Polizei und Verwaltung sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Wenn die Arbeitsbedingungen nicht mehr konkurrenzfähig sind, droht ein massiver Fachkräftemangel, der letztlich die öffentliche Sicherheit gefährdet. „Warme Worte bezahlen keine Miete“ – dieser Slogan der GdP bringt es auf den Punkt: Echte Wertschätzung zeigt sich in fairen Verträgen.
Was Bürger jetzt wissen müssen
Trotz des Streiks bleibt die polizeiliche Notfallversorgung (Notruf 110) jederzeit gewährleistet. Es kann jedoch zu Verzögerungen im Verwaltungsbetrieb der Polizeipräsidien oder bei nicht zeitkritischen Anliegen kommen. Die Gewerkschaften betonen, dass der Streik ein legitimes Grundrecht ist, um die Zukunftsfähigkeit des Staates zu sichern.
