Am 11.06.22 um 18:57 schrieb Bonita Montero:
> Irgendwelche Provider mussten ja per gerichtlicher Verfügung die Domain
> "
de.xhamster.com" sperrren. Auf jeden Fall ist xhamster einfach hinge-
> gangen und hat das Ganze zu
deu.xhamster.com umebannt und das war's.
> Es geht ja eigentlich um Jugendschutz, und das kann man ja zum Teil
> verstehen, aber die Umsetzung ist ja irgendwie dämlich.
Der Grat zwischen technisch (für die Provider) zumutbaren und
verfassungsrechtlich möglichen Maßnahmen ist halt sehr schmal.
- Man kann die Auflösung der Domain blockieren. Das lässt sich leicht
umgehen - sei es durch Nutzung einer alternativen Domain durch den
Anbieter oder Wahl eines anderen Resolvers durch den Nutzer.
- Man kann das Routing der IP-Adresse sperren. Das kann der Anbieter
durch einen Adresswechsel ebenfalls leicht umgehen und verursacht
anschließend weitreichende Kollateralschäden beim nächsten Nutzer der
Adresse.
- Man kann versuchen, die Serverbetreiber zu fassen, aber die sind oft
schwer auffindbar und im nicht-EU-Ausland auch kaum zu belangen.
- Man könnte Inhalte filtern ("deep packet inspection"), aber das ist
technisch sehr aufwändig und wegen der damit einhergehenden, anlasslosen
Überwachung Dritter auch verfassungsrechtlich hochproblematisch.
- Gänzlich kapitulieren können die Gerichte aber auch nicht, wenn eine
berechtigte Klage vorliegt.
Was schlägst du vor?
> Ich mein: wieso soll ein Jugendlicher nicht einfach auf die anderen
> Domains gehen; denken die sich, dass die Jugendlichen davon Abstand
> nehmen und sich denken "oh, je, der Porno ist ja auf englisch, da
> versteh ich gar nicht worum es geht und schalte lieber ab".
Es ist noch einfacher: Sowohl Android-Smartphones als auch der weit
verbreitete Chrome-Browser nutzen standardmäßig den Google-Resolver.
Eine DNS-Sperre bei einem deutschen Provider bewirkt also exakt gar
nichts und ist eine rein symbolische Strafe für den Anbieter.