Am 18.06.21 um 09:42 schrieb Stephan Bumberger:
>
> Der Hubert Opfesoft ist da zeitlich etwas ambitionierter.
>
>
https://twitter.com/HubertAiwanger/status/1405274040734945282
> .............
> "Hubert Aiwanger
> @HubertAiwanger
> Ist ja „nett“. Seit 30 (!) Jahren besetzte Häuser in Berlin, brennende
> Barrikaden mit Stacheldraht, 60 verletzte Polizisten, Feuerwehr wird
> angegriffen. Will man da noch 30 Jahre zuschauen? Sowas muss in 3
> Stunden beendet sein, sonst gute Nacht."
> .............
>
> Da weißt Du Bescheid, 3 Stunden, dann ist alles vorbei. Gut, das würde
> selbst in Bayern etwas knapp, aber nach 30 Stunden wäre das Objekt
> besenrein an seinen Eigentümer übergeben worden.
>
> Nur Berlin und Hamburg lassen sich beliebig auf der Nase rumtanzen.
>
https://www.sueddeutsche.de/meinung/berlin-rigaer-strasse-94-hausbesetzer-senat-1.5324925
Rigaer Straße 94: Die Endkampf-Fantasien radikaler Linker
Jan Heidtmann17. Juni 2021, 12:42 Uhr
60 verletzte Polizisten, zwei davon schwer - das ist nur ein Teil der
bisherigen Bilanz eines Polizeieinsatzes, der an diesem Donnerstag in
dem in Teilen besetzten Haus Rigaer Straße 94 endete. Mit dazuzählen
muss man mit ziemlicher Sicherheit noch mehrere Autos, die kürzlich in
Berlin brannten, und einen Hinterhalt, in den Polizei und Feuerwehr
gelockt worden waren. Dort wurden die Beamten mit Steinen und Flaschen
beworfen. Dies gehört, so zynisch es ist, für viele zur Folklore dieser
Stadt.
Das Haus in der Rigaer Straße 94 ist nicht nur in Berlin eines der
wichtigsten Symbole der linksradikalen Szene. Es hat eine lange und auch
bedeutende Geschichte für die Stadtkultur. Doch spätestens jetzt ist
diese Geschichte an einem toten Punkt angekommen. Von der Idee, die die
Rigaer Straße einmal war, ist nur noch ein irrlichternder, gewalttätiger
Widerstand gegen das so bezeichnete "Scheißsystem" geblieben.
Es gibt ihn, den konstruktiven Widerstand. Nur nicht in der Rigaer Straße
Bei ihren Aktionen legitimieren sich die Besetzer und Sympathisanten der
Rigaer Straße 94 mit dem oft inspirierenden und auch erfolgreichen
Widerstand der Hausbesetzer in Berlin. Im Westen der Stadt trotzten
diese dem Senat bereits in den Siebzigerjahren Wohnraum ab, mit dem
Immobilienbesitzer sonst spekuliert hätten. Mit dem Mauerfall bekam die
Bewegung weiteren Schub aus dem Ostteil.
Heute haben viele der ehemaligen Besetzer Mietverträge, zahlreiche
Häuser sind in Genossenschaften umgewandelt worden und viele Berliner
leisten weiter Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt. Zum Beispiel
mit dem bisher ziemlich erfolgreichen Volksbegehren "Deutsche Wohnen &
Co enteignen".
Von solcher Art konstruktivem Widerstand haben sich die Bewohner der
Rigaer Straße 94 längst verabschiedet. Seit Wochen wird die einfache
Begehung eines Brandschutzexperten des Hauseigentümers von ihnen zum
"Tag X" hochstilisiert. Zu dem Moment, in dem das Haus von der Polizei
gestürmt werden soll. Es sind die sich selbst nährenden
Endkampf-Fantasien eines hermetisch abgeschotteten Zirkels der radikalen
Linken. "Wir werden euch nicht ruhig schlafen lassen", kündigen die
Besetzer während des Polizeieinsatzes drohend per Lautsprecher an.
Der Berliner Koalition macht keine gute Figur. Vor allem die Grünen
Der derzeit regierende Senat aus SPD, Linken und Grünen ist nicht die
erste Berliner Landesregierung, die an einer friedlichen Lösung für das
Projekt "Rigaer 94" gescheitert ist. Das Haus beschäftigt die Politik
seit seiner Besetzung im Jahr 1990, zuletzt auch einen Innensenator der
CDU. Aber das Taktieren und die Manöver vor allem grüner Politiker in
den vergangenen Monaten haben den extremen Linken regelmäßig suggeriert,
dass sie auch von den Regierenden Unterstützung bekommen. Das ist ein
verhängnisvolles Signal.
Dazu ein Gedankenspiel: Was wäre in der Republik los, wenn die Rigaer
Straße 94 ein Projekt Rechtsextremer in Dortmund oder Dresden wäre?
Diesen (in der Tat schwierigen) Vergleich müssen sich die Bewohner, die
Sympathisanten, aber auch der Berliner Senat inzwischen gefallen lassen.
Leider."
Der vorletzte Satz ist wirklich gut.
Und die SZ ist jetzt ja nicht als erzkonservativ verschrien.
--
Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...