Hallo,
Kurzversion: Wie mühsam ist es, sich von QWERTZ auf QWERTY bzw. speziell
das Layout US International umzugewöhnen, vor allem als
Nivhtblind-Schreiber? Ich war leider immer ein wenig faul was meinen
Tastaturumgang betrifft, und tippe nur "halbblind" bzw. in einem eigenen
6-8-Finger-System.
Hat hier jemand schon solche Umgewöhnungen mitgemacht gemacht, und wann
hört die Phase auf, wo man die Tastatur am liebsten gegen die Wand
schleudern will? :) Die Hoffnung ist auch dass, wenn ich komplett
umlernen muss, ich mir hoffentlich endlich vernünftiges und vor allem
blindes 10 Finger-Schreiben angewöhne.
Irgendwie reizt es mich ja schon länger, Mal auf das QWERTY-Layout, also
eine englische Tastatur umzusteigen, da die Tastenanordnung dort doch
etwas sinnvoller ist (gerade wenn man programmiert oder viel auf der
Kommandoziele arbeitet). Allerdings war bisher immer ein wenig die Scheu
davor vorhanden, auf Umlaute & Co. zu verzichten - im privaten
Schriftverkehr ist der Verzicht auf ä, ö, ü und ß ja noch zu
verschmerzen, aber sobald es "offiziell" wird, oder div. Uni-Arbeiten
anfallen, muss natürlich auch die Rechtschreibung stimmen. Und den
Gedanken, jeden Umlaut mit ALT+NumBlock einzutippen fand ich auch nicht
prickelnd.
Als ich mich da vor kurzem Mal nach anderen Möglichkeiten (etwa
Remapping) umgesehen habe, habe ich erstmals das US-International-Layout
entdeckt, das div. Umlaute und das "scharfe S" sehr einfach mit Deadkeys
bzw. AltGr-Taste ermöglicht und auch sonst eine Menge gelegentlich
gebrauchter Zeichen (Copyright, Trademark, Pfund und Yen, mathemtische
Zeichen wie Division und Multiplikation, etc.) direkt auf der Tastatur
hat. Wer's noch nicht kennt:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/22/KB_US-International.svg/2000px-KB_US-International.svg.png
Außerdem wollte ich immer Mal eine mechanische Tastatur probieren. Zur
Zeit bin ich zwar auch von einer ThinkPad-Tastatur verwöhnt, aber mit
den div. HP- und Dell-Tastaturbeilagen zu den Business-Desktops die ich
beruflich so verwende bin ich nie so wirklich warm geworden. Und auch
eine ThinkPad-Tastatur ist eben nicht mechanisch.
Google hat dann
http://www.wasdkeyboards.com/ ausgespuckt, das dürfte
ein kleines Familienunternehmen im Silicon Valley sein, dass sich auf
frei bzw. fast frei konfigurierbare Tastaturen in div. Layouts und mit
verschiedenen mechanischen Cherry MX Switches spezialisiert hat.
Dort könnte ich eine Tatsatur mit US International Layout bestellen (ein
105-Tasten ISO-Layout für unsere Breiten soll übrigens auch bald
kommen), wahlweise mit Cherry MX Blue, Brown oder Black Switches
(demnächst auch MX Red), lasergravierten oder -geätzten
Tastenbezeichnungen, individueller Farbwahl der Tasten sowie andere
Farben für spezielle Tasten (Esc oder eben WASD) und
Windows/Mac/Linux-Taste nach Wunsch. Kostenpunkt 119,99 USD plus knapp
36 USD Versand nach Österreich. Alles in allem also ca. 115 EUR, das
kosten auch bessere Gaming/Deluxe-Tastaturen. Die Frage ist natürlich
auch, wie sinnvoll es ist, daheim und beruflich unterschiedliche Layouts
zu verwenden - am jetzigen ThinkPad mit Dockingstation kann ich
natürlich auch ein externe Tastatur anschließen, am Netbook, das ich
nicht so oft nutze, werde ich dann eben bei QWERTZ bleiben, oder einfach
das Layout umschalten und blind schreiben (hoffentlich). Ob mein
Arbeitgeber meine Experimentierfreude fördert und zumindest eine
Tastatur für den Arbeitsplatz bezahlt wird sich dann wohl noch
herausstellen.
Nächste Frage: Ich habe mir jetzt zwar schon im Netz Vergleiche der
Geräuschkulisse der diversen Cherry MX Switches angehört, aber natürlich
wäre es gut, so etwas Mal in der Praxis zu testen, nicht nur was die
Lautstärke, sondern auch das taktile Feedback der einzelnen Switches
betrifft. Irgendeine Idee, wo/wie man das am Besten testen könnte
(nachsehen welche gängige (Gaming)Tastaturen welche Switches haben und
hoffen, dass der ansässige BlödMarkt genug davon ausgestellt hat?). Böse
Menschen würden ja im Netz solche Tastaturen bestellen und dann
zurückschicken, aber das fände ich ein bisschen ungut, wenn ich von
vornherein fix weiß, dass ich sie gar nicht behalten will.