On Sun, 26 Nov 2023 17:17:09 Dietz Proepper wrote:
>
Stefan...@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) wrote:
>> On Sun, 26 Nov 2023 17:00:32 Dietz Proepper wrote:
>> > Thomas Hochstein <
t...@thh.name> wrote:
>> >> Andreas Fecht schrieb:
>> >> > Das haben viele Schulmediziner leider verlernt.
>> >> Es gibt keine "Schulmedizin", sondern nur Medizin.
>> > Wie war das? "Wenn es funktioniert, dann nennt man es Medizin"?
>> > Und ich kann mich nur wiederholen - ich kenne mehr als einen
>> > Mediziner, der aus genau einem Grund "alternative Methoden"
>> > anbietet - weil er auf die Art und Weise sich auch mal 1/2h mit
>> > dem Patienten beschäftigen kann ohne dafür maximal ein
>> > Trinkgeld zu erwirtschaften.
>> Das ist dann halt "Privatordination" unter einem anderen
>> Deckmantel, weil selber bezahlen muss es der Patient in beiden
>> Fällen (oder ist das bei euch anders?).
> Manches voodoo wird von manchen Kassen übernommen. Wobei sich das
> auch alle paar Jahre ändert.
Bei uns hat man ja nicht die Möglichkeit, seine Kasse frei zu wählen
(ausser natürlich für private Zusatzversicherungen, aber da kann
sich ja im Grund genommen jeder selber ausmachen, was er zahlen und
bekommen möchte). Da die Kassen also nicht im Wettbewerb miteinander
stehen, heisst es dann lapidar:
#v+
Eine weitere Einschränkung ergibt sich daraus, dass manche Produkte
im Allgemeinen nicht zur Krankenbehandlung eingesetzt werden oder
der Nachweis der evidenzbasierten Wirksamkeit nicht erbracht wurde.
Diese Produkte können generell nicht auf Kosten der SVS bezogen
werden.
#v-
Es gibt Menschen, die hätten gerne freie Wahl der
Pflichtversicherung, um den Wettbewerb zu fördern und die Kosten zu
senken. Im ersten Moment klingt das ansprechend, aber bei genauerem
Durchdenken...
>> Aber ja, manche Menschen geben wohl lieber Geld für begleitende
>> Osteopathie aus, als für etwas, das vom Grund her eine
>> Versicherungsleistung ist, nur halt nicht in diesem Umfang.
> Ach mei - wenn sich die Leute danach besser fühlen und es wenig
> kostet bin ich da inzwischen eher tolerant.
Absolut, ja.
Die Frage ist, ob man den gleichen Erfolg nicht auch mit höherem
Kassenhonorar erzielen könnte, aber andererseits würden dann am Ende
die Ärzte u.U. auch nur einfach mehr verdienen ohne die Zeitdauer je
Konsultation auszuweiten (weshalb sollten sie - geht ja so auch).
Und Abrechnung nach Zeit ist auch wieder schwierig...
Ganz generell sind Dreiecksgeschäfte schwierig, bei denen
Leistungs-, Rechnungs- und Zahlungsempfänger getrennt sind, solange
es keine unumstößlich feststehenden Regeln gibt, nach denen die zu
erbringende Leistung definiert werden kann. In der Industrie ist das
etwas einfacher als in der Medizin.
> Klar, Aberglaube usw.. Nur, wenn man sich anschaut, dass durchaus
> auch einiges, was vor 25a noch als Hokuspokus rsp. wenig wirksam
> angesehen wurde (manche Wirkstoffe, manche Verfahren wie
> Physiotherapie oder Akupunktur z.B.) inzwischen zum medizinischen
> Standardkanon gehört dann tue ich mich ein wenig schwer, Sachen
> /nur/ deswegen zu verdammen, weil sie es noch nicht dorthin
> geschafft haben.
Es spricht überhaupt nichts dagegen, sich Dinge anzusehen, Studien
durchzuführen und ggf. wirksame Therapien in den Kanon aufzunehmen
(bei Akupunktur halte ich das eigentlich für mehr als fragwürdig).
> Es gibt natürlich in dem Bereich recht vieles, bei dem man guten
> Gewissens von Unsinn sprechen kann.
Homöopathie ist dafür halt so ein wunderschönes Beispiel, weil es
nicht einfach nur Aberglaube ist, sondern auch noch die Methodik so
weit offenlegt, dass man es trivial erkennen kann. Bei Akupunktur
bleibt immer diese Restunsicherheit von "es könnte ja, man weiss es
nicht genau" bestehen.
Servus,
Stefan
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike
Stefan. Für banale Faelle in überdimensionalen Galaxien!
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