Karsten Düsterloh meinte:
>> Ja, da sind wir uns durchaus einig. Aber muss eine Gesellschaft
>> deshalb auch vorschreiben, wie sich dieser Wohlstand für die
>> Transfereinkommensbezieher zusammensetzt?
>
> Allein schon die (An-)Sicht „Transfereinkommensbezieher“ ist ein
> Problem, da sie suggeriert/impliziert, etwas von „deinem Eigentum“ würde
> jemandem anderem ungerechterweise übereignet werden.
Inwiefern impliziert es das? Was du da schreibst, ist einfach Quatsch. Es
ist durchaus nicht meine Ansicht, dass solche Transfereinkommen per se
ungerecht sind. Ich bin nur nicht mit dir konform, wie sie ausgezahlt
werden sollen. Nach deinem Modell werden letztlich Sachleistungen
verschenkt (hier Öffi-Fahrten); ich wiederhiole die Frage: warum
Sachleistungen verschenken, anstatt Entscheidungsfreiheit ztu verschenken
- die Entscheidungsfreiheit desjenigen, dem man etwas schenkt? Warum soll
der Staat entscheiden, was für den Beschenkten gut ist und was nicht?
>
>> Dürfen die das nicht selber entscheiden, bzw. sollten die das nicht
>> selber entscheiden dürfen, wofür sie Geld ausgeben?
>
> Offenbar ja nicht, denn warum muß man eine Armee bezahlen, die nicht
> nach den eigenen Richtlinien handelt und kriegführend in der Welt
> herumturnt?
Andere Baustelle. Wähle das nächste mal eine Partei, die das nicht
mitmacht. Im Übrigen hat der Transfereinkommensbezieher durchaus
mitgewählt oder jedenfalls mitwählen können; insofern entscheidet er
genauso mit wie du oder ich. Oder hat hier irgendwo ein nach gezahlter
Einkommenstteuer abgestuftes Wahlrecht gefordert?
Das hat aber mit der hier gerade diskutierten Frage genau gar nichts zu
tun. Denn ..
> Warum muß man Flughäfen zu Lasten des Zugverkehrs
> alimentieren? Warum soll dein „Transfereinkommensbezieher“ Autobahnen
> finanzieren, die er mangels Auto nicht nutzen kann?
... das tut er ja gar nicht; weder die Armee noch die Autobahn.
Finanzieren tut die allenfalls derjenige, der kein Transfereinkommen
bezieht, sondern die Steuern bezahlt, aus denen dieses Transfereinkommen
bezahlt wird.
Und nein, es ist keineswegs meine Ansicht, dass der Flug- gegenüber dem
Zugverkehr alimentiert werden muss. Im Gegenteil, es ist meine Ansicht,
dass die Kosten des Flugverkehrs von denjenigen gezahlt werden müssen, die
davon profitieren - Subventionen sind von Übel, für Firmenwagen ebenso wie
für Flughäfen wie für Opernhäuser. Und auch für Autobahnen - ich wäre in
der Tat für die PKW-Maut, wenn sie denn nicht als Jahres-, sondern als
Kilometermaut ausgestaltet würde. Oder eben für die PKW-Maut via
Benzinpreis, wegen der Datenschutzbedenken und des Erfassungs-Overheads.
Nun wirst du aber gleich kommen und dsagen: auch der Geringverdiener muss
einmal im Jahr nach Malle fliegen können; das gehört zum vom staat zu
garantierenden Mindestmaß an Mobilität; daher dürfen Urlaubsflüge nichts
kosten. Oder wie?