Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Amazon Marketplace Erfahrung

118 views
Skip to first unread message

Joachim Dr. Neudert

unread,
Oct 7, 2017, 11:52:54 AM10/7/17
to
Hier wird ja auch oft sehr vor Amazon Marketplace gewarnt. Vor allem von
Leuten, die weder Amazon Marketplace noch Amazon je verwenden würden.

Am 12. September habe ich noch aus Vietnam mit meinem Amazon Konto die
BluRay "The quiet American" bestellt, Versender in England, 7,69 Euro
plus 3 Euro Versand.
Sollte am 25.9. per Royal Mail/Deutscher Post kommen.

Kam bis heute morgen nicht an. Sendungsverfolgung: Not have. Gibt's nich.

Ich versuche zu reklamieren, geht nicht bei Amazon direkt weil ja
Marketplace. Ich soll über die Amazon Website den Verkäufer
kontaktieren. Das mach ich mit einem Einzeiler: The bluray did not yet
arrive until 07.10.2017.

Heute tagsüber waren wir unterwegs, um 15:25 kam diese Mail von Amazon
(Amazon, nicht dem Verkäufer!):

Am 07.10.17 um 15:25 schrieb Amazon.de:
> Guten Tag,
>
> Amazon.de informiert zu Ihrer Gutschrift.
>
> Wir bestaetigen die heute erfolgte Erstattung von 10,69 € fuer Ihre
Bestellung xxx-xxx-xxx bei ZOverstocksDE.
>
> Die Erstattung bezieht sich auf folgende(n) Artikel :
>
> Artikel : The Quiet American [Blu-ray] [Import]
> Menge : 1
> ASIN : B005EKHEGE
> Grund der Erstattung : Bestellung vom Verkaufspartner
>
> Und so setzt sich die Erstattung zusammen:
>
> Artikel Erstattung : 7,69 €
> Versand Erstattung : 3,00 €
>
> Die Erstattung erfolgt immer auf die bei der Bestellung verwendete
Zahlungsart:
>
> * auf Ihr Bankkonto: 10,69 €


Nice.

Der nächste Clou: natürlich war heute nachmittag, am 7.10., die BluRay
im Briefkasten. Fast 1 Monat aus England unterwegs mit der Post.

Ich hab dem Verkäufer schon zurückgemailt, daß sie jetzt gekommen ist,
und Amazon gebeten um Telefonrückruf ("voraussichtliche Dauer bis zum
Rückruf: < 1 min", es klingelte nach 5 Sekunden) und sie gebeten dem
Verkäufer das Geld erneut anzuweisen, wenn möglich aber nicht gleich
doppelt (der wird sich ja evtl. auch rühren).


Amazon.

[x] Like

Matthias Eißing

unread,
Oct 7, 2017, 11:56:34 AM10/7/17
to
Am 07.10.17 um 17:52 schrieb Joachim Dr. Neudert:
> Hier wird ja auch oft sehr vor Amazon Marketplace gewarnt. Vor allem von
> Leuten, die weder Amazon Marketplace noch Amazon je verwenden würden.

[snip]

Das sind auch meine Erfahrungen mit den Marketplace Verkäufern.

Die spurten, um bei Amazon gelistet zu bleiben.
Und Amazon selbst ist auch dahinter her.

Doppelter Fallschirm mit Landekissen....

--
cu://Matthias.Eißing.de

Jörg Tewes

unread,
Oct 7, 2017, 6:08:43 PM10/7/17
to
Matthias Eißing schrieb:
Bei den gefälschten Akkus imho von Samsung damals, waren sie noch imho
nicht so hinter her. Scheint sich gebessert zu haben.


Bye Jörg

--
No Linux inside

Dietz Proepper

unread,
Oct 8, 2017, 11:10:34 AM10/8/17
to
Joachim Dr. Neudert wrote:

> Hier wird ja auch oft sehr vor Amazon Marketplace gewarnt. Vor allem von
> Leuten, die weder Amazon Marketplace noch Amazon je verwenden würden.

[Gut gelaufener Vorfall]

Ja, meistens läuft es so. Aber nicht immer. Daher - unter EUR 50 kein Problem,
darüber minimal drei Minuten die Verkäuferhistorie prüfen.

Was meiner Erfahrung nach recht häufig passiert - Sachen aus China sind z.B.
aus mangelhaften Kunststoffen gefertigt. (Nein, ein Labornetzteil soll nicht
nach langen Kohlewasserstoffen stinken.) Das kostete damals EUR 70 und es hat
etwas längere Kommunikation mit Amazon gekostet, bis das Geld wieder da war.

Bei den LED-Gartenleuchten waren 30 von 50 defekt, der Laden reagierte nicht.
Da die Teile aber nur EUR 30 kosteten (da lohnt sich die Zeit zum Nachmaulen
fast nicht) habe ich sie entsorgt und eine freundliche Bewertung hinterlassen.

> Amazon.
>
> [x] Like

Würden sie noch ihre Mitarbeiter nicht wie den letzten Dreck behandeln und
angemessen Steuern zahlen ... Oh. Ich vergaß. Das berührt Deine Interessen ja
nicht unmittelbar, gell.

Joachim Dr. Neudert

unread,
Oct 8, 2017, 11:27:22 AM10/8/17
to
Am 08.10.17 um 11:20 schrieb Dietz Proepper:

>> Amazon.
>>
>> [x] Like
>
> Würden sie noch ihre Mitarbeiter nicht wie den letzten Dreck behandeln und
> angemessen Steuern zahlen ... Oh. Ich vergaß. Das berührt Deine Interessen ja
> nicht unmittelbar, gell.
>

Es ist bei Amazon ganz klar besser Kunde zu sein, als Mitarbeiter. Das
gebe ich zu.

Hermann Riemann

unread,
Oct 21, 2017, 9:08:00 AM10/21/17
to
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/umsatzsteuer-wie-amazon-zur-hinterziehung-genutzt-wird-a-1171381.html

Hermann
der meint, bei Produkten aus Länder ohne
ausreichende Steuerbehandlung ( auch Steuerparadiese)
müssten pauschal z.B. >=19% einbehalten werden.
..

--
http://www.hermann-riemann.de

Herwig AQSR

unread,
Oct 21, 2017, 5:57:46 PM10/21/17
to
2017-10-21 23:58:00 +0200

> ...

> Es ist bei Amazon ganz klar besser Kunde zu sein, als Mitarbeiter. Das
> gebe ich zu.

Deshalb halte ich mich als Amazon-Kunde auch vermehrt
zurück. Fällt auch etwas leichter, seit ich Rentner
bin.

Herwig

Dr. Joachim Neudert

unread,
Oct 22, 2017, 2:50:46 AM10/22/17
to
Am 21.10.17 um 23:57 schrieb Herwig AQSR:
Das hilft den Amazon Mitarbeitern genau so sehr, wie der Schlecker
Boykott durch die aufgeklärten Bildungsbürger den sog. "Schlecksen"
half, deren dann 15 000 freigestellt wurden mit der Pleite des Unternehmens.

"Oh, das hamm wer nicht gewollt!"

Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen, kann man da nur
sagen.


Gruß

Joachim

Dietz Proepper

unread,
Oct 22, 2017, 5:45:03 AM10/22/17
to
Dr. Joachim Neudert wrote:

> Am 21.10.17 um 23:57 schrieb Herwig AQSR:
>> 2017-10-21 23:58:00 +0200
>>
>>> ...
>>
>>> Es ist bei Amazon ganz klar besser Kunde zu sein, als Mitarbeiter. Das
>>> gebe ich zu.
>>
>> Deshalb halte ich mich als Amazon-Kunde auch vermehrt
>> zurück. Fällt auch etwas leichter, seit ich Rentner
>> bin.
>
> Das hilft den Amazon Mitarbeitern genau so sehr, wie der Schlecker
> Boykott durch die aufgeklärten Bildungsbürger den sog. "Schlecksen"
> half, deren dann 15 000 freigestellt wurden mit der Pleite des Unternehmens.

Hey klar. Die bösen Bildungsbürger mal wieder. Anton Schlecker hatte sich auch
nicht verkalkuliert oder so, gell.

Abgesehen davon - das heißt nicht "freigestellt", das heiß geküngigt,
rausgeworfen oder meinetwegen geschasst, aber sicherlich nicht das neoliberal-
weichgekochte "freigestellt".

> "Oh, das hamm wer nicht gewollt!"

Dass miese Ausbeuter und Betrüger wie Schlecker oder Amazon gelegentlich auch
vom Markt verschwinden zeigt eigentlich, dass dieser ganz gut funktioniert.

Klar, für die Mitarbeiter ist sowas zunächst unschön, aber im Spezialfall
Schlecker gab es sowas wie "zufriedene MA" wohl selten.

> Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen, kann man da nur
> sagen.

Äh, Joachim, mal wieder Kontextprobleme? Schlecker war ein kleiner, mieser
Geschäftlesmacher, der nur deswegen groß wurde, weil er seine Mitarbeiter
unmöglich behandelt hat und minderwertige Waren zu eher hohen Preisen
veräußerte. Kein Mitleid jedweder Art.

Wolfgang Εnzinger

unread,
Oct 22, 2017, 5:56:02 AM10/22/17
to
Am Sun, 22 Oct 2017 11:43:41 +0200 schrieb Dietz Proepper:

> Äh, Joachim, mal wieder Kontextprobleme? Schlecker war ein kleiner, mieser
> Geschäftlesmacher, der nur deswegen groß wurde, weil er seine Mitarbeiter
> unmöglich behandelt hat und minderwertige Waren zu eher hohen Preisen
> veräußerte. Kein Mitleid jedweder Art.

Kleines Detail dazu: irgendwann hiess es in München, dass die Polizei
nunmehr verstärkt rund um Schlecker-Filialen Streife fahre, da diese
auffällig oft überfallen würden. Der Grund: die Ganoven wussten offenbar,
dass Schlecker zu geizig war, den Mitarbeitern wenigstens ein Telefon in
die Filiale zu hängen (damals hatte man noch keine Händies), und somit
hatte man ordentlich Vorsprung, bevor die MA die Polizei alarmieren
konnten.

Also wurde Schlecker, wie auch die Fussballvereine heute, indirekt
subventioniert über von Steuergeldern bezahlte Sicherheitskräfte. Damit er
weiterhin schön geizen konnte. Ich hab da auch kein Mitleid.

Gerrit Heitsch

unread,
Oct 22, 2017, 5:56:55 AM10/22/17
to
On 10/22/2017 11:43 AM, Dietz Proepper wrote:
> Dr. Joachim Neudert wrote:
>
>> Am 21.10.17 um 23:57 schrieb Herwig AQSR:
>>> 2017-10-21 23:58:00 +0200
>>>
>>>> ...
>>>
>>>> Es ist bei Amazon ganz klar besser Kunde zu sein, als Mitarbeiter. Das
>>>> gebe ich zu.
>>>
>>> Deshalb halte ich mich als Amazon-Kunde auch vermehrt
>>> zurück. Fällt auch etwas leichter, seit ich Rentner
>>> bin.
>>
>> Das hilft den Amazon Mitarbeitern genau so sehr, wie der Schlecker
>> Boykott durch die aufgeklärten Bildungsbürger den sog. "Schlecksen"
>> half, deren dann 15 000 freigestellt wurden mit der Pleite des Unternehmens.
>
> Hey klar. Die bösen Bildungsbürger mal wieder. Anton Schlecker hatte sich auch
> nicht verkalkuliert oder so, gell.
>
> Abgesehen davon - das heißt nicht "freigestellt", das heiß geküngigt,
> rausgeworfen oder meinetwegen geschasst, aber sicherlich nicht das neoliberal-
> weichgekochte "freigestellt".

Freigestellt heisst auch was anderes... Das ist üblicherweise Der
Zeitraum zwischen Kündigung und Ablauf der Kündigungsfrist. Da bekommst
du weiter dein Gehalt brauchst aber nicht mehr arbeiten.

Gerrit

Dr. Joachim Neudert

unread,
Oct 22, 2017, 6:05:38 AM10/22/17
to
Am 22.10.17 um 11:43 schrieb Dietz Proepper:
> Dr. Joachim Neudert wrote:

> Klar, für die Mitarbeiter ist sowas zunächst unschön, aber im Spezialfall
> Schlecker gab es sowas wie "zufriedene MA" wohl selten.
>
>> Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen, kann man da nur
>> sagen.
>
> Äh, Joachim, mal wieder Kontextprobleme? Schlecker war ein kleiner, mieser
> Geschäftlesmacher, der nur deswegen groß wurde, weil er seine Mitarbeiter
> unmöglich behandelt hat und minderwertige Waren zu eher hohen Preisen
> veräußerte. Kein Mitleid jedweder Art.
>

Vollkommen unbestritten.

Aber daß er nach Käufer-Boykott durch die guten Menschen dieser Welt
pleite ging, traf nicht nur ihn selbst hart, sondern eben auch diese
15 000 Mitarbeiter. Collateral damage. Die sahen das nicht so
unkritisch, da waren viele einfache Seelen dabei, die ihren Obermacker
Schlecker zwar auch nicht mochten, aber mit dem Geld daß sie im
örtlichen Schlecker-Laden verdienten ihre Familie halten oder
unterstützen konnten (damals war noch Massenarbeitslosigkeit). Vom
Mitleid der gutsituierten Käufer, die halt zu Kaiser und DM
weitergezogen waren, konnten sie nicht leben.

Zu einer ähnlich erfolgreichen Rettungs-Strategie meinte ein
Pentagon-Sprecher 1972 mal: "To save the village, we had to destroy it."

Und natürlich war die Welt besser, als ich in Herrsching noch zwischen 6
Computer-Einzelhandelsgeschäften wählen konnte (oder verkläre ich das
jetzt und ich mußte doch immer erst in die Schillerstrasse nach München
fahren, wenn ich was brauchte?).

Die Idee "Amazon" ist aus der Flasche und kehrt auch nicht mehr wieder
in die Flasche zurück. Allenfalls übernimmt sonst Jack Ma bei uns den
Internet-Versandhandel, und ob der wirklich besser für die Lagerarbeiter
ist?

Stefan Froehlich

unread,
Oct 22, 2017, 6:29:23 AM10/22/17
to
Stimmt, das passiert einfachen Mitarbeitern im Einzelhandel
allerdings relativ selten, sondern eher denjenigen, die auf
Vertrauenspositionen sitzen, aber kein Vertrauen des Eigentümers
mehr genießen.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - nicht einer blutet gelber oder eventuell sehenswerter.
(Sloganizer)

Stefan Froehlich

unread,
Oct 22, 2017, 6:41:06 AM10/22/17
to
On Sun, 22 Oct 2017 11:43:41 Dietz Proepper wrote:
> Dass miese Ausbeuter und Betrüger wie Schlecker oder Amazon gelegentlich
> auch vom Markt verschwinden zeigt eigentlich, dass dieser ganz gut
> funktioniert.

Anderswo ist es auch nicht besser - weiss man eh im Hinterkopf, hat
gerade eben jemand recht akribisch recherchiert:
<https://www.buzzfeed.com/pbauer/arbeitsbedingungen-im-einzelhandel>

Und ob wir von Europa aus Amazon noch so einfach vom Markt verschwinden
lassen können (bzw. im Austausch wofür), wird sich erst noch weisen.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan kommt und 2017 Jahre Langeweile sind Gestalt geworden.
(Sloganizer)

Horst Balzer

unread,
Oct 22, 2017, 6:51:42 AM10/22/17
to
Dr. Joachim Neudert schrieb:


> Aber daß er nach Käufer-Boykott durch die guten Menschen dieser Welt
> pleite ging, traf nicht nur ihn selbst hart, sondern eben auch diese
> 15 000 Mitarbeiter.

Du willst doch nicht ernsthaft behaupten, daß Schlecker wegen dem Boykott
einiger Leute, die vorher wahrscheinlich auch eher selten dort eingekauft
hatten, pleite gegangen sei?

Gruß Horst

--
Verschlüsseln mit Key 68477519
sonst können nicht nur Geheimdienste alles mitlesen
GPG Fingerprint D057 F2AE 1F1F E02A 083D 108E 25AD AEC9 6847 7519

Dr. Joachim Neudert

unread,
Oct 22, 2017, 7:06:17 AM10/22/17
to
Am 22.10.17 um 12:51 schrieb Horst Balzer:
> Dr. Joachim Neudert schrieb:
>
>
>> Aber daß er nach Käufer-Boykott durch die guten Menschen dieser Welt
>> pleite ging, traf nicht nur ihn selbst hart, sondern eben auch diese
>> 15 000 Mitarbeiter.
>
> Du willst doch nicht ernsthaft behaupten, daß Schlecker wegen dem Boykott
> einiger Leute, die vorher wahrscheinlich auch eher selten dort eingekauft
> hatten, pleite gegangen sei?
>
> Gruß Horst
>

Ja natürlich. Die Kundschaft hat dort nicht mehr eingekauft, es galt als
unschicklich im Kreise der Nachbarn, und besonders gegenüber dem Elend
der ausgebeuteten Schlecker-Angestellten die man da im Laden womöglich traf.

Bevor die Kampagne in der Presse und in social media lief, haben die
Leute wie üblich da gekauft wo es am billigsten war, und keine Gedanken
an das Wohl der Mitarbeiter verschwendet.

Und der Preiskampfsieger war zuvor tatsächlich Schlecker. Bei den
schäbigen Läden kein Wunder, aber das hat zuvor noch keinen Kunden
gestört. Du weißt wieviele Filialen der hatte? Das war jahrzehntelang
KEIN Zuschußgeschäft für ihn.

Volker Borchert

unread,
Oct 22, 2017, 7:31:55 AM10/22/17
to
Stefan Froehlich wrote:

> Und ob wir von Europa aus Amazon noch so einfach vom Markt verschwinden
> lassen können

Also mal angenommen, Amazon sei tatsächlich mehr als ein Buchladen.
Es ist doch ein US-Unternehmen, oder? Also ist es doch eigentlich ein
Unding, daß nicht jede einzelne Sendung vom Empfänger eigenhändig beim
Hauptzollamt Posemuckel abzuholen ist wobei natürlich 271,46% Zoll und
19% EUSt zu entrichten sind.

--

"I'm a doctor, not a mechanic." Dr Leonard McCoy <mc...@ncc1701.starfleet.fed>
"I'm a mechanic, not a doctor." Volker Borchert <v_bor...@despammed.com>

Dietz Proepper

unread,
Oct 22, 2017, 8:00:03 AM10/22/17
to
Dr. Joachim Neudert wrote:

> Am 22.10.17 um 11:43 schrieb Dietz Proepper:
>> Dr. Joachim Neudert wrote:
>
>> Klar, für die Mitarbeiter ist sowas zunächst unschön, aber im Spezialfall
>> Schlecker gab es sowas wie "zufriedene MA" wohl selten.
>>
>>> Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen, kann man da nur
>>> sagen.
>>
>> Äh, Joachim, mal wieder Kontextprobleme? Schlecker war ein kleiner, mieser
>> Geschäftlesmacher, der nur deswegen groß wurde, weil er seine Mitarbeiter
>> unmöglich behandelt hat und minderwertige Waren zu eher hohen Preisen
>> veräußerte. Kein Mitleid jedweder Art.
>
> Vollkommen unbestritten.

Hmm. Was meintest Du dann weiter oben mit den ganzen Bildungsbürgern?

> Aber daß er nach Käufer-Boykott durch die guten Menschen dieser Welt
> pleite ging, traf nicht nur ihn selbst hart, sondern eben auch diese
> 15 000 Mitarbeiter.

Er ist nicht wegen der Bildungsbürger eingegangen.

> Collateral damage. Die sahen das nicht so
> unkritisch, da waren viele einfache Seelen dabei, die ihren Obermacker
> Schlecker zwar auch nicht mochten, aber mit dem Geld daß sie im
> örtlichen Schlecker-Laden verdienten ihre Familie halten oder
> unterstützen konnten (damals war noch Massenarbeitslosigkeit).

Nun, worauf willst Du hinaus? Dass wir wieder mehr miese, schlecht bezahlte
Arbeitsplätze schaffen müssen?

> Vom
> Mitleid der gutsituierten Käufer, die halt zu Kaiser und DM
> weitergezogen waren, konnten sie nicht leben.

Verzeih' bitte, aber Schlecker war einfach nur schlecht. $hier müsste es bis
gegen 2009 um die Ecke einen gegeben haben. Ich war dort in sechs Jahren
maximal zweimal.

> Zu einer ähnlich erfolgreichen Rettungs-Strategie meinte ein
> Pentagon-Sprecher 1972 mal: "To save the village, we had to destroy it."

Sorry, aber in welcher Phantasiewelt lebst Du? Seit wann ist der Konsument
gehalten, bei schlechten Läden einzukaufen? Seit wann ist der Konsument
schuld, wenn ein Unternehmer sich verrechnet? Dass es für die Mitarbeiter
bitter ist - keine Frage. Aber hier dem Konsumenten eine Schuld zuweisen zu
wollen ist ein wenig so, als würde man Ärzte als Ursache für die Existenz von
Krankheiten betrachten.

> Und natürlich war die Welt besser, als ich in Herrsching noch zwischen 6
> Computer-Einzelhandelsgeschäften wählen konnte (oder verkläre ich das
> jetzt und ich mußte doch immer erst in die Schillerstrasse nach München
> fahren, wenn ich was brauchte?).

Ist es auch hier die Schuld der Konsumenten, dass die nicht mehr existieren?
Oder hat sich die Welt die letzten 15a weiter gedreht und manche
Geschäftsmodelle taugen nicht mehr?

> Die Idee "Amazon" ist aus der Flasche und kehrt auch nicht mehr wieder
> in die Flasche zurück.

Ja, sicher. Und jetzt? Es ist nicht etwa so, dass ich Amazon den Rücken kehre.
Allerdings bestelle ich inzwischen Medien wieder verstärkt beim Buchladen um
die Ecke (ibs. größere Ladungen, z.B. Weihnachtsgeschenke) und achte ibs. bei
größeren Anschaffungen ein wenig darauf, lokale Läden zu bevorzugen.

> Allenfalls übernimmt sonst Jack Ma bei uns den
> Internet-Versandhandel, und ob der wirklich besser für die Lagerarbeiter
> ist?

Vermutlich nicht. Aber Amazon ist auch nicht komplett dumm, und wenn sich dort
herum spricht, dass die Kunden bestimmte Sachen nicht so sehr schätzen, dann
werden sie sich dem anpassen. Z.B. indem sie ihre Leute anständig bezahlen.

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 22, 2017, 8:47:28 AM10/22/17
to
Dietz Proepper meinte:

> Schlecker war ein kleiner, mieser
> Geschäftlesmacher, der nur deswegen groß wurde, weil er seine
> Mitarbeiter unmöglich behandelt hat

So mies auch Schleckers Verhalten gegenüber seinen angestellten gewesen
sein mag_ Schlecker hat für Einzelhandelsketten immerhin relativ
ordentlich gezahlt, nämlich Tariflohn., Es gibt Behauptungen, dass diese
im Vergleich zu anderen Einz6elhandelsketten eher gute Bezahlung zur
Pleite nicht unbeträchtlich beigetragen hat.
<http://www.focus.de/finanzen/news/experten-tarif-war-zu-hoch-sind-die-schleckerfrauen-wegen-zu-hoher-loehne-noch-ohne-arbeit_aid_974381.html>
<http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/einzelhandel-gute-schlecker-loehne-als-vermittlungshemmnis-11687403.html>

OK, das sind eher FDP-nahe und gewerkschafts- sowie tariflohnabholde
Medien, aber immerhin nicht als völlig unseriös geltend.

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 22, 2017, 8:47:29 AM10/22/17
to
Stefan Froehlich meinte:

> Stimmt, das passiert einfachen Mitarbeitern im Einzelhandel
> allerdings relativ selten, sondern eher denjenigen, die auf
> Vertrauenspositionen sitzen, aber kein Vertrauen des Eigentümers
> mehr genießen.

Genau. Und di, die wirklich auf verantwortungsvollen Posten sitzen, wie
der AirBerlin-Chef, haben ihr Einkommen für die volle Vertragslaufzeit von
5 Jahren durch eine von der Insolvenz der eigenen Firma nicht betroffene
Bankbürgschaft absichern lassen und werden zwar duch die Insolvenz
freigestellt, kriegen aber noch etliche Jahre die volle Knete.

Lars Gebauer

unread,
Oct 22, 2017, 9:37:45 AM10/22/17
to
* Diedrich Ehlerding:
> Stefan Froehlich meinte:
>> Stimmt, das passiert einfachen Mitarbeitern im Einzelhandel
>> allerdings relativ selten, sondern eher denjenigen, die auf
>> Vertrauenspositionen sitzen, aber kein Vertrauen des Eigentümers
>> mehr genießen.
>
> Genau. Und di, die wirklich auf verantwortungsvollen Posten sitzen, wie
> der AirBerlin-Chef, haben ihr Einkommen für die volle Vertragslaufzeit von
> 5 Jahren durch eine von der Insolvenz der eigenen Firma nicht betroffene
> Bankbürgschaft absichern lassen und werden zwar duch die Insolvenz
> freigestellt, kriegen aber noch etliche Jahre die volle Knete.

Die Hälfte bekommt er. Die andere Hälfte bestand aus irgendwelchen
Boni, die er sich nun in die Haare schmieren kann.

Heiko Rost

unread,
Oct 22, 2017, 10:22:12 AM10/22/17
to
Diedrich Ehlerding schrieb:

> So mies auch Schleckers Verhalten gegenüber seinen angestellten gewesen
> sein mag_ Schlecker hat für Einzelhandelsketten immerhin relativ
> ordentlich gezahlt, nämlich Tariflohn., Es gibt Behauptungen, dass diese
> im Vergleich zu anderen Einz6elhandelsketten eher gute Bezahlung zur
> Pleite nicht unbeträchtlich beigetragen hat.

Und wenn das Unwesen des unbezahlten Praktikums weiter um sich greift,
sind in ein paar Jahren diejenigen an der Pleite schuld, die für ihre
Arbeit bezahlt werden wollen.

> <http://www.focus.de/finanzen/news/experten-tarif-war-zu-hoch-sind-die-schleckerfrauen-wegen-zu-hoher-loehne-noch-ohne-arbeit_aid_974381.html>
> <http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/einzelhandel-gute-schlecker-loehne-als-vermittlungshemmnis-11687403.html>

In einen Satz zusammengefaßt: Wer für seine Arbeit Tariflohn erwartet,
ist selber daran schuld, keine zu haben.

Gruß Heiko
--
Es gibt ein Auge der Seele, mit ihm allein kann man die Wahrheit sehen.
Platon

Michael Bode

unread,
Oct 22, 2017, 10:46:17 AM10/22/17
to
Am 22.10.2017 um 16:22 schrieb Heiko Rost:

>> <http://www.focus.de/finanzen/news/experten-tarif-war-zu-hoch-sind-die-schleckerfrauen-wegen-zu-hoher-loehne-noch-ohne-arbeit_aid_974381.html>
>> <http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/einzelhandel-gute-schlecker-loehne-als-vermittlungshemmnis-11687403.html>
>
> In einen Satz zusammengefaßt: Wer für seine Arbeit Tariflohn erwartet,
> ist selber daran schuld, keine zu haben.

In einem Satz zusammengefasst: es erklärt, warum die geknechteten
Schlecker-Frauen keine DM-Frauen oder Rossmann-Frauen waren.

Stefan Froehlich

unread,
Oct 22, 2017, 12:38:50 PM10/22/17
to
On Sun, 22 Oct 2017 13:12:11 Volker Borchert wrote:
> Stefan Froehlich wrote:
> > Und ob wir von Europa aus Amazon noch so einfach vom Markt
> > verschwinden lassen können [...]

> Also mal angenommen, Amazon sei tatsächlich mehr als ein Buchladen.
> Es ist doch ein US-Unternehmen, oder?

Meines Wissens nach handelt es sich bei Amazon um ein Unternehmen
mit Sitz in Luxemburg, dessen Eigentümer ein US-amerikanischer
Großkonzern ist. Nicht sonderlich charmant, aber juristisch muss
man das auch erst einmal zu fassen bekommen. So ewtas:

> Also ist es doch eigentlich ein Unding, daß nicht jede einzelne
> Sendung vom Empfänger eigenhändig beim Hauptzollamt Posemuckel
> abzuholen ist wobei natürlich 271,46% Zoll und 19% EUSt zu
> entrichten sind.

...wird es allerdings eher nicht spielen.

Man las in letzter Zeit ja die eine oder andere Meldung, dass Amazon
USt-Hinterziehung wenigstens toleriert - aber auch daraus
resultieren bestenfalls (hohe) Strafen.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

2017! Das Jahr von Stefan. Grenzenloser geht's nicht mehr.
(Sloganizer)

Michael Bode

unread,
Oct 22, 2017, 1:17:27 PM10/22/17
to
Am 22.10.2017 um 13:12 schrieb Volker Borchert:
> Stefan Froehlich wrote:
>
>> Und ob wir von Europa aus Amazon noch so einfach vom Markt verschwinden
>> lassen können
>
> Also mal angenommen, Amazon sei tatsächlich mehr als ein Buchladen.
> Es ist doch ein US-Unternehmen, oder? Also ist es doch eigentlich ein
> Unding, daß nicht jede einzelne Sendung vom Empfänger eigenhändig beim
> Hauptzollamt Posemuckel abzuholen ist wobei natürlich 271,46% Zoll und
> 19% EUSt zu entrichten sind.

Und genau so machen wir das auch mit sämtlichen deutschen Produkten, die
in USA verkauft werden. Jeder einzlne BMW oder Mercedes muss vom Kunden
persönlich im Hauptzollamt Tombstone abgeholt werden und mit 271.46%
verzollt werden. Hab ich doch richtig verstanden, Herr Trump?


Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 22, 2017, 1:58:32 PM10/22/17
to
Heiko Rost meinte:
Ich schrieb ja schon, dass das eher wirtschafts"liberal" eingestellte,
eher gewerkschaftsallergische Zeitungen sind - tarifophob eben.

Nichtsdestotrotz: Schlecker hat (etwas) besser bezahlt als seine
Konkurrenten; insofern ist Dietz' Kritik, auf die ich geantwortet hatte,
nicht in jeder Hinsicht berechtigt.

ma...@invalid.invalid

unread,
Oct 22, 2017, 2:08:02 PM10/22/17
to
Dr. Joachim Neudert <neu...@5sl.org> wrote:
> Am 21.10.17 um 23:57 schrieb Herwig AQSR:
>>
>>> Es ist bei Amazon ganz klar besser Kunde zu sein, als Mitarbeiter. Das
>>> gebe ich zu.
>>
>> Deshalb halte ich mich als Amazon-Kunde auch vermehrt
>> zurück. Fällt auch etwas leichter, seit ich Rentner
>> bin.
>>
> Das hilft den Amazon Mitarbeitern genau so sehr, wie der Schlecker
> Boykott durch die aufgeklärten Bildungsbürger den sog. "Schlecksen"
> half, deren dann 15 000 freigestellt wurden mit der Pleite des Unternehmens.
>
> "Oh, das hamm wer nicht gewollt!"
>
> Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen, kann man da nur
> sagen.

Im Falle eines Amazon, wie sollte man denn Deiner Meinung nach das
Thema angehen? Als Kunde, als Lieferant, als Aktionär?

cu
.\\arc, privat Kunde, geschäftlich Lieferant, aus Gründen nicht
Aktionär

Lothar Frings

unread,
Oct 22, 2017, 4:24:24 PM10/22/17
to
Lars Gebauer tat kund:
Das wurde natürlich eingepreist.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Oct 23, 2017, 9:16:03 AM10/23/17
to
Dietz Proepper <dietz...@rotfl.franken.de> wrote:

>Dass miese Ausbeuter und Betrüger wie Schlecker oder Amazon gelegentlich auch
>vom Markt verschwinden zeigt eigentlich, dass dieser ganz gut funktioniert.

Wobei bei Amazon die Bezahlung eher besser als in der Branche üblich
sei.


-ras

--
Ralph A. Schmid
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/
0 new messages