RegisseurChristopher Nolan ist berhmt-berchtigt dafr, sein Publikum mit dem ein oder anderen Fragezeichen ber dem Kopf aus dem Kino zu entlassen. Sei es bei Prestige, Tenet oder Interstellar. Fr die grten Diskussionen drfte aber vielleicht Inception gesorgt haben.
Ihr erinnert euch vielleicht: In dem Film mit Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Elliot Page, Joseph Gordon-Levitt, Ken Watanabe und Cillian Murphy dreht sich alles um einen groen Heist, der auf mehreren unterschiedlichen Ebenen eines Traums stattfindet.
Im Finale wird Protagonist Cobb mit seiner Familie wieder vereint, aber es ist nicht ganz klar, ob er es zurck in die Realitt geschafft hat, oder Cobb noch immer in einem Traum feststeckt. Ausschlaggebend dafr ist ein Kreisel, der als sogenanntes Totem dazu dient, einen Traum von der Wirklichkeit zu unterscheiden: Fllt der Kreisel, handelt es sich um die echte Welt.
Zum Ende von Inception prft Cobb genau das, wird aber von seinen (echten?) Kindern abgelenkt und kurz nachdem der Kreisel ins Wanken zu kommen scheint, endet der Film in einer Schwarzblende. Na toll. Was sollen wir damit blo anfangen?
Im Interview mit Wired geht Christopher Nolan nun selbst auf das offene Ende von Inception ein. Seid aber schon mal gewarnt: Ob Cobb trumt, oder nicht, lst er dabei nicht auf. Stattdessen erklrt Nolan, warum die Antwort auf diese Frage eigentlich nicht wirklich von Relevanz fr ihn ist und das Ende von Inception aufgrund der emotionalen Entwicklung von Cobb allemal als ein positives zu verstehen ist:
[...] Das Ende von Inception ist genau das[, ein optimistisches]. Natrlich gibt es eine nihilistische Perspektive auf das Ende. Aber gleichzeitig hat sich [...] Cobb weiterentwickelt und zu seinen Kindern zurckgefunden. Die Vieldeutigkeit hier ist keine emotionale, sondern eine intellektuelle fr den Zuschauer.
Falls euch diese Antwort nicht zufriedenstellt, kann Michael Caine weiterhelfen. Der Schauspieler enthllte nmlich bereits 2018 auf dem Film4 Summer Screen Festival (via Twitter), dass er die Antwort auf die groe Frage zum Ende von Inception kennt:
Als ich das Drehbuch von Inception hatte, war ich ein wenig ratlos. [...] Ich fragte [Christopher Nolan] Wann ist es ein Traum und wann ist es Realitt und bekam die Antwort: Wenn du in der Szene bist, ist es die Realitt. [...]
Wenn ihr euch also die Schlusssequenz von Inception nochmal anguckt, ist Michael Caines Charakter Miles nicht zu bersehen, was offenbart: Cobb trumt nicht lnger, sondern ist tatschlich in der echten Welt mit seinen Kindern wieder vereint.
Christopher Nolans neuester Film Oppenheimer startet brigens am 20. Juli 2023 in den Kino und liefert sich damit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Greta Gerwigs Barbie. Fr welchen Film entscheidet ihr euch? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
Schreibt uns natrlich auch, was ihr von der Diskussion um das Ende von Inception, sowie Christopher Nolans und Michael Caines Aussagen dazu haltet. Was ist euer Lieblingsfilm von Nolan? Wir sind auf eure Meinung gespannt!
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Inception ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Heist-Film[3] aus dem Jahr 2010 und der siebte Spielfilm des britisch-US-amerikanischen Regisseurs Christopher Nolan, der auch das Drehbuch verfasste und als Produzent fungierte. Die Produktionskosten des Films betrugen 160 Millionen US-Dollar und wurden von den beiden ausfhrenden Filmproduktionsgesellschaften Warner Bros. und Legendary Pictures getragen.
Nolan entwirft darin ein komplexes Modell der Beeinflussung des Bewusstseins durch gemeinsames Trumen. Der Protagonist Dominick Cobb, gespielt von Leonardo DiCaprio, hat sich darauf spezialisiert, whrend eines Traumes wertvolle Informationen aus dem Unbewussten der Opfer zu stehlen. Nach einem gescheiterten Auftrag erhlt Cobb die Aufgabe, eine Inception, das Einpflanzen eines Gedankens in das Unterbewusstsein eines Opfers, durchzufhren. Gelingt der als unmglich geltende Auftrag, erhlt Cobb durch den mchtigen Auftraggeber die Mglichkeit, nach langer Zeit im Exil wieder in die Vereinigten Staaten einzureisen und seine Kinder wiederzusehen.
Der Film, der von Kritikern fr die ungewhnlich komplexe und originelle Handlung gelobt wurde, war mit einem Einspielergebnis von ber 825 Millionen US-Dollar auch ein kommerzieller Erfolg. Inception wurde unter anderem mit vier Oscars geehrt, viermal fr den Golden Globe Award nominiert und erhielt Preise bei den Broadcast Film Critics Association Awards und den British Academy Film Awards.
Das US-Militr entwickelte das sogenannte Traum-Sharing, ein Verfahren zur Beeinflussung des Traumes eines nichtsahnenden Opfers. Angreifer knnen nicht nur Mitwirkende des Traumes sein, sondern knnen auch die Traumwelt erschaffen und kontrollieren. Aufbauend auf dieser Mglichkeit zur gemeinsamen Traumbegehung entwickelten Dominick Cobb und seine Frau Mal das Konzept vom Traum im Traum. Charakteristisch ist, dass die Zeit fr den Trumenden im Traum erheblich schneller vergeht. Die Realitt um ihn herum erscheint dem Trumenden daher langsamer. Dieser Eindruck verstrkt sich mit jeder weiteren Traumebene.
Nachdem Cobb und seine Frau jedoch aus einem Traum aufgewacht waren, glaubte Mal, sie befinde sich immer noch in einem Traum, und nahm sich das Leben in dem Glauben, hierdurch in der Realitt aufzuwachen. Denn wer im Traum stirbt, wacht auf, egal in welcher Traumebene man sich befindet. Um ihren Mann zu zwingen, es ihr gleichzutun, lie sie es so aussehen, als habe er sie ermordet. Cobb flchtete daher aus den Vereinigten Staaten und musste seine Kinder dort zurcklassen.
Der Film beginnt mit dem Versuch Cobbs und seines Teams, mit Hilfe der Traum-Sharing-Methode geheime Informationen des japanischen Geschftsmannes Saito zu entwenden. Der Plan scheitert knapp: Saito bemerkt rechtzeitig, dass der versuchte Raub lediglich ein durch Cobb und sein Team gesteuerter Traum in einem Traum war. Trotz des Fehlschlags zeigt sich Saito beeindruckt und engagiert Cobb: Er soll dem Erben eines Konkurrenzunternehmens die Zerteilung des Konzerns ins Bewusstsein setzen, um diesen zu schwchen und so ein drohendes Weltmonopol der Energieversorgung zu vereiteln. Obwohl diese sogenannte Inception gemeinhin als unmglich angesehen wird, sagt Cobb zu, weil Saito verspricht, ihm als Gegenleistung die Rckkehr zu seinen Kindern und Straffreiheit zu ermglichen, denn Cobb ist der Einzige, dem jemals eine Inception gelungen ist.
Im Limbus trifft Cobb seine dort wartende Frau, die ihn berreden will, fr immer dort bei ihr und ihren Kindern zu bleiben. Cobb offenbart nun, dass er nur deshalb eine Inception fr realisierbar hielt, weil er bereits eine an seiner Frau durchgefhrt hatte: Damals injizierte er seiner Frau den Gedanken, sich nur in einem Traum zu befinden, um sie, die lieber im Traum leben wollte, wieder in die Realitt zurckzufhren. Weil dieser Gedanke Mal jedoch auch in der realen Welt plagte und zu ihrem Selbstmord fhrte, lsst ihn das Schuldgefhl nicht mehr los. Ariadne sorgt fr einen Kick bei Fischer im Limbus, whrend er auf der dritten Traumebene von Eames mit einem Defibrillator wiederbelebt wird. Kurz bevor mit einem Kick auf allen Ebenen die Trumenden erwachen, trifft Fischer auf seinen Vater, und die Inception gelingt.
Bereits 2001 schrieb Nolan ein 80-seitiges Treatment ber Personen, die in der Lage sind, Trume zu stehlen. Die Grundidee fr den Film entsprang der Frage, wie das Begehen von Trumen genutzt und missbraucht werden knnte.[4] Dabei plante Nolan ursprnglich einen Horrorfilm.[5] Erst spter entschied er sich, die Emotionalitt der Geschichte hervorzuheben.[6] Das Drehbuch, an dem er nach eigenen Angaben neun bis zehn Jahre schrieb,[4] wurde durch hnliche Filme aus der Zeit kurz vor der Jahrtausendwende beeinflusst, darunter Matrix, Dark City sowie The 13th Floor.[6] Nolan lie sich dabei von Personen wie Jorge Luis Borges, aber auch Filmen wie Ich kmpfe um dich, 2001: Odyssee im Weltraum oder den James-Bond-Filmen inspirieren.[7][8][9]
Nach Abschluss seines Films The Dark Knight bentigte Nolan sieben Monate, um das finale Drehbuch fr Inception fertigzustellen.[10] Am 11. Februar 2009 wurde bekanntgegeben, dass Nolan das Drehbuch an Warner Bros. veruerte.[11]
Nolan besetzte etliche Rollen mit Schauspielern, mit denen er bereits zuvor gearbeitet hatte. Wichtig war ihm, dass jeder Schauspieler, egal wie gewichtig die Rolle, in der Lage sei, die Individualitt der Figur zu unterstreichen.[12] Eine tragende Rolle bei der Entwicklung der Figuren hatte Leonardo DiCaprio, der nach dem Casting der erste Schauspieler war, der eine Zusage erhielt.[4] Nolan wollte bereits fr seine vorherigen Filme mit DiCaprio zusammenarbeiten, hatte jedoch erst bei Inception Erfolg, da DiCaprio das Konzept des Films gefiel. Gemeinsam wurde das Drehbuch noch einmal berarbeitet, wobei DiCaprio auch bei der emotionalen Entwicklung der Figur des Cobb involviert war.[13][14] Nolan bergab Cillian Murphy das Drehbuch mit dem Angebot, er knne sich seine Rolle selbst aussuchen.[15]
Fr die Besetzung der Figuren zog Nolan auerdem andere Schauspieler in Betracht: Fr die Figur des Cobb waren Brad Pitt und Will Smith vorgesehen, beide lehnten die Rolle jedoch ab.[16] Die Rolle des Arthur sollte ursprnglich James Franco, bekannt aus Spider-Man, bernehmen, der jedoch aus Termingrnden ablehnte.[15] Ariadne sollte laut Nolan eigentlich von Evan Rachel Wood gespielt werden, diese lehnte die Rolle jedoch ab. Nolan zog auch Emily Blunt, Rachel McAdams, Jessy Schram, Taylor Swift, Carey Mulligan und Emma Roberts in die engere Auswahl.[15] Die Rolle der Mal, die von Marion Cotillard gespielt wird, sollte ursprnglich von Kate Winslet dargestellt werden.[15]
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