Gesundheit trotz(t) Arbeit: Krankenstand und Anwesenheit im Krankheitsfall

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Jul 30, 2008, 12:49:54 PM7/30/08
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LabourNet Germany am Mittwoch, 30. Juli 2008:

(Auszug)

Arbeitsalltag/-bedingungen: Gesundheit trotz(t) Arbeit
> Krankenstand und Anwesenheit im Krankheitsfall

a) Krankenstand 2008

1) Krankenstände bleiben niedrig. Mitarbeiter fehlen im Schnitt nur 3,7
Tage - Angst vor Jobverlust auch in wirtschaftlich guten Zeiten

?Die Krankenstände in den deutschen Betrieben bleiben auch im ersten
Halbjahr 2008 sehr niedrig. Die Arbeitnehmer in Deutschland fehlten laut
einer neuen Statistik des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), die der
WELT vorliegt, nur 3,34 Prozent der Sollarbeitszeit. Das ist der
zweitniedrigste Halbjahreswert seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr
1970 und ein Rückgang um 20 Prozent gegenüber dem Beginn dieses Jahrzehnts
(2000: 4,42 Prozent)?? Artikel von Christoph B. Schiltz in Die Welt vom
28. Juli 2008
http://www.welt.de/welt_print/arti2257218/Krankenstaende_bleiben_niedrig.html

2) Trend 2008: Krankenstand ansteigend ? mit 12,8 Krankentagen 2007 die
Talsohle überschritten ? psychische Krankheiten weiter zunehmend

?2008 zeichnet sich eine Trendwende ab: Die stetig sinkenden Krankenstände
der letzten Jahre stagnierten bereits 2007 und in diesem Jahr gibt es
einen leichten Anstieg. Im ersten Quartal 2008 fehlten 4,34 Prozent der
Beschäftigten, im Vergleichszeitraum 2007 waren es 4,30 Prozent und 2006
nur 3,94 Prozent?? Pressemitteilung des BKK Bundesverbandes vom 22.05.2008
http://www.bkk.de/bkk/pressemitteilungen/powerslave,id,438,nodeid,15.html

3) Lohnfortzahlung: Kranke Mitarbeiter sind Arbeitgebern zu teuer

?Arbeitnehmer in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2008 im Schnitt nur
3,7 Tage wegen Krankheit gefehlt: Beschäftigte haben Angst vor dem
Jobverlust. Trotz der niedrigen Krankenstände mosern Arbeitgeber. Sie
wollen die Fortzahlung des Lohns in den ersten Tagen der Krankmeldung
streichen?? Artikel von Christoph B. Schiltz in Die Welt vom 28. Juli 2008
http://www.welt.de/wirtschaft/arti2259482/Kranke_Mitarbeiter_sind_Arbeitgebern_zu_teuer.html

b) Die Deutschen arbeiten weiter, aber sie tun es offenbar unter
Schmerzen. Enthüllungen zur psychologischen Lage der Nation am
Arbeitsplatz

?"Bis zum Jahr 2000 soll sich in allen Mitgliedstaaten durch Schaffung
gesünderer Arbeitsbedingungen, Einschränkung der arbeitsbedingten
Krankheiten und Verletzungen sowie durch die Förderung des Wohlbefindens
der arbeitenden Bevölkerung der Gesundheitszustand der Arbeitnehmer
verbessert haben." 1991 formulierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
in Kopenhagen dieses ambitionierte Ziel für die Gesundheit der arbeitenden
Bevölkerung. Gestern wies der Berufsverband der Deutschen Psychologinnen
und Psychologen (BDP) in Berlin darauf hin, dass Deutschland davon heute
weiter entfernt ist denn je?? Artikel von Matthias Becker in telepolis vom
23.04.2008
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27786/1.html

Siehe dazu auch:

Arbeitnehmer unter Druck: Keine Zeit für Krankheit

?Die Fehlzeiten wegen Krankheit sind extrem niedrig. Was Arbeitgeber
freut, könnte neue Gesundheitsrisiken provozieren - wenn sich Beschäftigte
daran gewöhnen, Krankheiten zu verdrängen?? Böckler Impuls 06/07 (pdf)
http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2007_06_7.pdf

c) Störfaktor Krankheit. Warum Beschäftigte und Unternehmen
gesundheitliche Probleme verleugnen

??Krankheit wird zum Störfaktor, der ignoriert und oder ausgeblendet
wird?, konstatiert Dr. Stephan Voswinkel, der gemeinsam mit Dr. Hermann
Kocyba ein von der Hans-Böckler-Stiftung gefördertes Projekt zur
?Krankheitsverleugnung? verantwortet. Mit 3,3 Prozent war der Krankenstand
in Deutschland 2006 auf einem historischen Tiefststand, Mitte der 1970er
Jahren waren es noch 5,5 Prozent. Seitdem sind die Fehlzeiten
kontinuierlich zurückgegangen. (..) Wie Unternehmen mit gesundheitlichen
Belastungen umgehen, hat Auswirkungen auf das Verhalten des Einzelnen.
Wenn Betriebe leugnen, dass Krankheitsursachen vielfach in der Arbeit und
ihrer organisatorischen Gestaltung liegen, geschieht dies nach
unterschiedlichen Mustern: Verantwortung wird abgewehrt; die
Rahmenbedingungen ändern sich nicht, aber dem Einzelnen wird der Weg in
den Vorruhestand geebnet (Opferfürsorge); Leistung und Personal sind so
ausgelegt, dass jede Krankheit zu Funktionsproblemen führt (Ignorieren);
es wird genau kontrolliert, wer wann krank ist, um den Betroffenen zu
kontrollieren (?Jagd auf Kranke?) oder ? bestenfalls ihm ?kontrollierende
Fürsorge? angedeihen zu lassen (?Anwesenheitsverbesserungsprozesse?). Ist
ein Arbeitnehmer zwar physisch präsent, krankheitsbedingt aber nicht voll
einsatzfähig und steckt möglicherweise auch noch Kollegen an, dann erweist
sich die einseitige Ausrichtung an den Fehlzeiten nicht nur
gesundheitspolitisch, sondern auch betriebswirtschaftlich als verkürzt??
PM der Frankfurter Uni vom 14. Januar 2008
http://www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2008/0108/006/index.html

Siehe dazu:

Störfaktor Krankheit - Warum der rückläufige Krankenstand das falsche
Signal für betriebliche Gesundheitspolitik ist

Studie von Hermann Kocyba und Stephan Voswinkel (pdf)
http://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/org/ltg/admin/muk/Publikationen/FFFM/2007/Forschung_Frankfurt_2007/3-07/St__rfaktor_Krankheit__8_.pdf

IX. Diskussion > Arbeitsalltag/-bedingungen: Gesundheit trotz(t) Arbeit >
Arbeitszeit und Gesundheit

Trend zu ungesunden Arbeitszeiten

?Die Beschäftigten in Deutschland arbeiten häufiger in Wechselschicht,
nachts oder deutlich über 40 Wochenstunden. Damit verbundene Belastungen
können zu frühem Verschleiß führen?? Böckler Impuls 12/2008 (pdf)
http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2008_12_1.pdf

X. Diskussion > Arbeitsalltag/-bedingungen: Gesundheit trotz(t) Arbeit >
Arbeit macht krank - arbeitsbedingte Erkrankungen

a) Arbeit macht krank

Interview von Reinhard Jellen in telepolis vom 21.07.2008 mit dem
Psycholgen Klaus Weber. Professor Klaus Weber forscht an der Fakultät für
angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule München. Telepolis
befragte den Psychologen zur aktuellen Entwicklung psychosomatischer
Krankheiten in der neoliberalisierten Gesellschaft.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28352/1.html

b) "Emotionsarbeit kann krank machen!"

Emotionsarbeit nimmt zu, weil der tertiäre Sektor wächst und immer mehr
Menschen Emotion gezielt einsetzen müssen. Die Arbeits- und
Organisationspsychologin Melanie Holz erforscht an der Universität
Frankfurt, welche Rolle Gefühle im Arbeitsleben spielen. Sie warnt im
Telepolis-Gespräch davor, Mitarbeiter zu überfordern. Interview von
Matthias Martin Becker in telepolis vom 05.06.2008
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28053/1.html

XI. Diskussion > Arbeitsalltag/-bedingungen: Gesundheit trotz(t) Arbeit >
Fehlzeiten und die Jagd auf Kranke

a) Grundlegend anders angelegt. Arbeitsrecht: »Krankenrückkehrgespräche«
und »Betriebliches Eingliederungsmanagement«

?Für Betriebsräte ergibt sich daraus, daß sie bestehende
Betriebsvereinbarungen zu Krankenrückkehrgesprächen kündigen oder durch
eine neue Vereinbarung über Betriebliches Eingliederungsmanagement ablösen
sollten. Denn mit dem heutigen gesetzlichen Instrumentarium ließen sich
die Rechte der Beschäftigten deutlich besser schützen als in der
Vergangenheit. Kiesches Fazit: »Krankenrückkehrgespräche sollten endlich
der Vergangenheit angehören?? Artikel in junge Welt vom 01.07.2008
http://www.jungewelt.de/2008/07-01/002.php

Siehe dazu ? leider nicht online ? ?Krankenrückkehrgespräche und BEM - Zum
Ablöseprinzip bei Betriebsvereinbarungen? Artikel von Dr. Eberhard Kiesche
in iB 07-08/2008

b) Angestellten-Überwachung: Lügendetektor gegen falsche Krankmeldungen

?Der Versuch, Lügner am Telefon per Stimmanalyse zu entlarven, galt
bislang als gründlich gescheitert. Jetzt macht ein neuer Ansatz in
Großbritannien Furore. Angeblich wurde er in London bereits erfolgreich
gegen Sozialhilfebetrüger eingesetzt. (?) Dahinter steht die Annahme, dass
etwa jeder achte Tag im Krankenstand nicht auf gesundheitliche Probleme
zurückgeht. Wenn die Software gegen das Krankfeiern eingesetzt wird, so
die Hoffnung der Manager, dürfte es zunächst sogar egal sein, ob die
Technik im zweiten Anlauf zuverlässiger ist als vor zehn Jahren. "Wenn man
weiß, dass ein Lügendetektor am anderen Ende der Leitung ist, wird man
sich wohl zweimal überlegen, ob man wirklich krankfeiern will," zitiert
die Zeitung Lawrence Knowles von der Unternehmensberatung Midland HR??
Artikel von Sascha Koesch, Fee Magdanz und Robert Stadler in Der Spiegel
vom 01.06.2008
http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,555732,00.html


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