Hallo zusammen,
Eine Frage an die strukturierten FM-Kollegen mit Trados-Studio-Übersetzungsprozess:
Wie lassen sich bestimmte Inline-Elemente (z.B. für Displaytexte) von der Übersetzung ausschließen?
(Block-Elemente lassen sich ggf. mit dem SDLXLIFF-Toolkit sperren.)
Aus meiner Sicht ist diese Anforderung nicht wirklich exotisch.
Nicht immer werden hierfür zusätzlich spezielle Zeichenformate verwendet, stattdessen
wird nicht selten die Formatierung über 'Format Change Lists' in der EDD ausgesteuert.
'Workarounds' wie die nachträgliche Zuweisung von Bedingungen oder Zeichenformaten sind
häufig nicht praktikabel:
Wenn den Textstellen bereits ein Zeichenformat (oder eine Bedingung) zugewiesen ist, kann eine
zusätzliche Zuweisung von Zeichenformaten oder Bedingungen (abgesehen von dem Aufwand)
zu Folgeproblemen führen (z.B. dass FrameMaker nicht die Zuweisung mehrerer Zeichenformate
unterstützt, Stichwort HTML-Ausgabe mit Format-CSS-Style-Mapping, oder dass eine mehrfache
Bedingung u.U. dazu führt, dass die vom Kunden festgelegte Ein-/Ausblendung nicht mehr funktioniert
und eine grundlegende Anpassung der Bedingungseinstellungen und -Prozesse nötig wäre).
Speziell für den Übersetzungsprozess ist es (als Übersetzungsdienstleister) i.a.R. nicht praktikabel
oder erwünscht, die vom Kunden zugewiesenen Formate und Bedingungen zu ändern oder zusätzlich
neue Formate zuzuweisen.
Benötigt wird hingegen allein eine Steuerung der zu übersetzenden Texte anhand der Elemente,
so wie es halt auch in unstrukturierten Dokumenten anhand Absatz- und Zeichenformaten möglich
ist. Unabhängig von bereits zugewiesenen Bedingungen (und deren spezifischen Ein-/Ausblendungen)
und Zeichenformaten.
Eine Eingabe beim SDL-Support führte leider zu keiner zufriedenstellenden Lösung.
Subject: Case No. 00186165 - Studio 2015 - MIF-Dateityp: Sperren von bestimmten Elementen [ ref:_00D30NkM._50060zu58h:ref ]
Um das gewünschte zu erzielen können Sie dem relevanten Teil einen Character Style anfügen und diesen als Struktur Tag definieren, damit der so
markierte Inhalt nicht zur Übersetzung angeboten wird.
Die Styles können Sie in Studio unter Datei > Optionen > Dateitypen > FrameMaker 8-13 MIF > Styles hinzufügen.
[…]
Ich habe schwierigkeiten Ihnen zu folgen, könnten Sie daher bitte weiter ausführen, inwiefern einzelne Bedingungen nicht ausgeblendet werden können? Sie können Objekte mit verschiedene Tags belegen, und Objekte anhand von diesen Tags ausblenden lassen, auch ein einzelnes genügt, wenn Sie die Option "Show if all Conditions Applied" in Adobe FrameMaker ausgewählt ist.
Nach etwas weiteren herumspielen habe ich auch herausgefunden, dass man Character Styles definieren kann, bei welchen alle Style Punkte mit As Is angegeben werden können, so dass das Hinzufügen von diesem Style Tag keinen Einfluss auf das Aussehen des Inhaltes hat und bedenkenlos überalle angewandt werden kann.
Im Anhang finden Sie nochmals eine Beispieldatei, bei welcher ich den Character Style dementsprechend angewandt habe auf "Schaltschrank" und "Bedien-", nachdem ich diesen jeweils vorher willkürliche andere Styles zugewiesen hatte.
Eine weitere alternative ist "Show as per Expression" zu verwenden um nur bestimmte Tags auszublenden.
Ich bitte daher um Ihr Verständnis, dass ich deshalb leider keinen Enhancement Request für das gewünschte loggen, da ich keinen Usecase finden kann, der nicht mit einer der von mir erwähnten Methoden durchzuführen wäre und ich ein zusätzliches Feature, welches etwas tut, dass bereits anderweitig implementiert ist gegenüber unserer der Entwicklung nicht rechtfertigen und verteidigen kann.
Wie handhabt Ihr die Anforderung, bestimmte Inline-Elemente von der Übersetzung auszuschließen?
Schöne Grüße,
Klaus Müller, itl AG
Hallo Klaus,
also wenn strukturierter FrameMaker, dann ist für mich XML und nicht MIF die Grundlage für den Übersetzungsprozess. Selbst wenn mit strukturierten binär-Dokumenten gearbeitet wird.
Bedingungen und ähnliches haben hier nichts zu suchen, da das nichts mit strukturiertem FrameMaker zu tun hat. (Format-Änderungslisten=XML)
Also FM-Strukturapplikation konfigurieren. Struktur in Trados mit dem XML-Filetype konfigurieren. Da ist das möglich was Du brauchst.
Dann XML speichern. Übersetzen. XML laden und als Binärdokument speichern. That’s it.
Wenn Du jetzt den ersten und dritten Schritt automatisieren willst (z.B. für ein Buch), weißte ja wie das geht J
Merry xmas
Markus Wiedenmaier
practice innovation
Hallo Markus,
Mit XML ist das kein Problem, richtig.
Und dennoch bekommen wir (als Übersetzungsdienstleister) von Kunden i.a.R.
FrameMaker-Dokumente und haben die Strukturapplikation nicht installiert.
Grundsätzlich funktioniert ja die MIF-Übersetzung von strukturierten Dokumenten.
Im Zuge einer Prozessoptimierung kann man die Probleme natürlich irgendwie
lösen und Workarounds schaffen, das ist aber nicht bei allen Kunden möglich.
Von den Kunden aber XML statt FM/MIF anzufordern scheint mir in solchen Fällen
aber tatsächlich schlüssig zu sein, Danke.
Schöne Grüße,
Klaus
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Hallo Klaus,
> Grundsätzlich funktioniert ja die MIF-Übersetzung von strukturierten Dokumenten.
Sorry. Aber tut sie ja nicht, weil die Anforderungen nicht zu MIF passen, wie man sieht.
> irgendwie lösen und Workarounds schaffen
Das Vorgeschlagene ist der richtige Prozess und kein Workaround.
> , das ist aber nicht bei allen Kunden möglich.
Richtig, weil der Kunde vermutlich gar keine Strukturapplikation hat, da er ja mit Binärdokumenten arbeitet und vielleicht gar nicht selbst nach XML raus geht.
Für den Übersetzungsprozess von strukturierten Binärdokumenten ist das aber notwendig, denn nur so funktioniert der Prozess optimal.
Gibt es dafür nicht Dienstleister, die sich hier um einen Prozess kümmern müssen der durchgängig funktioniert, oder was ist deren Aufgabe?
> Von den Kunden aber XML statt FM/MIF anzufordern scheint mir in solchen Fällen aber tatsächlich schlüssig zu sein, Danke
Der einfachste Weg, durchgängiste und ideale Weg. Der zweit-einfachste ist eine Strukturapplikation zu konfigurieren.
Zudem würde ich mal hinterfragen, ob hier, wenn mit FmtChangeLists gearbeitet wird, nicht ein RS hinter den FM-Dokumenten steht.
Dann ist FM grundsätzlich der falsche Ausgang für die Übersetzung und der Prozess ist im Gesamten nochmal zu überdenken.
Hat eigentlich der MMH nicht ein FS rumliegen, das im Roundtripping auch Einstellungen von Tabellenzellen, Callouts und so beibehält. Vielleicht mal nachfragen? Das könnte ein optimierter Weg sein.
Ansonsten hat FCT ein Plugin, das das macht ohne dass man eine Strukturapplikation überhaupt konfigurieren muss. Weiß nur nicht ob das ohne TIM verkauft wird, aber vielleicht mal nachfragen.
Das wäre jedenfalls dann der optimale Weg, da man außer Export und Import nichts tun muss.
Gruß
Markus
Am 22.12.2016 um 11:28 schrieb practice innovation <in...@practice-innovation.de>:
> , das ist aber nicht bei allen Kunden möglich.
Richtig, weil der Kunde vermutlich gar keine Strukturapplikation hat, …
Hat eigentlich der MMH nicht ein FS rumliegen, das im Roundtripping auch Einstellungen von Tabellenzellen, Callouts und so beibehält. Vielleicht mal nachfragen? Das könnte ein optimierter Weg sein.
Hi Michael,
>>> , das ist aber nicht bei allen Kunden möglich.
>> Richtig, weil der Kunde vermutlich gar keine Strukturapplikation hat, …
> Oder zumindest keine, die ein echtes XML-Roundtripping ermöglicht. Ein XML-Export um daraus z.B. Onlinehilfe zu erzeugen, ist nicht so herausfordernd wie eine echte bidirektionale StructApp. Und wenn ein Kunde so etwas hätte, dann würde er wohl auch von sich aus XML schicken. Effiziente Übersetzungen wären zumindest ein wichtiger Grund für ein echtes XML-Roundtripping.
Jap. Klar muss man mehr beachten, wenn es wieder zurück soll. Aber ein Hexenwerk ist es auch nicht.
Komplexer wird es dann, wenn Callouts im Spiel sind oder Tabellenlayouts manuell formatiert sind (Schattierungen, etc.). Textflüsse etc. müssen ansonsten im Ü-Prozess sowieso gefinished werden, und wenn manuell formatiert wurde, geht das verloren. Mit strukturiertem FM hat das dann aber auch nichts mehr zu tun.
>> Hat eigentlich der MMH nicht ein FS rumliegen, das im Roundtripping auch Einstellungen von Tabellenzellen, Callouts und so beibehält. Vielleicht mal nachfragen? Das könnte ein optimierter Weg sein.
> Ich erinnere mich nur, dass man eine Vielzahl von Dingen berücksichtigen muss… aber keine pauschale Lösung. Oder mein Gedächtnis lässt mich im Stich, man helfe mir auf…
Ich bin der Meinung irgendwo gibt es ein Script, das einen eigenen Strukturclient implementiert, und Callout sowie Tabellenlinierung löst. Das kann nur ein FrameScript sein, da das mit ExtendScript nicht geht.
Das ist dann wohl nicht von Dir und ich hab das falsch verknüpft. Aber Pauschallösung war das auch nicht, da es noch die StructApps braucht.
Gruß
Markus
Ich bin der Meinung irgendwo gibt es ein Script, das einen eigenen Strukturclient implementiert, und Callout sowie Tabellenlinierung löst. Das kann nur ein FrameScript sein, da das mit ExtendScript nicht geht.