MIF 7 mit Kyrillisch in FrameMaker 11 einlesen

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Johannes Graubner (Transcom)

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May 26, 2013, 6:49:48 PM5/26/13
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Hallo allerseits,

 

ja, es ist ein dummer Fehler, aber einem Kollegen ist es nun passiert: Für eine Russisch-Übersetzung wurden die Dateien in MIF 7 herausgegeben (noch kein Unicode). Jetzt sind die Dateien zurück, und alles, was in FM 11 angezeigt wird, ist Zeichensalat. Ein Umstellen der Schrift von Arial auf Arial Unicode oder Arial Cyr führt nicht zum Erfolg.

 

Eine Lösung ist: Alle MIF-Dateien in FM 7 öffnen, dort die Schrift Arial Cyr zuweisen, als FM-Datei speichern, und dann in FM 11 öffnen. Aber theoretisch könnte es doch auch eine Lösung direkt in FM 11 geben – ist da jemandem etwas bekannt?

 

Viele Grüße

Johannes

 

Johannes Graubner

 

mailto:grau...@transcom.de        Tel. 03641-620540 / 0179-66 55 215
http://www.transcom.de             Fax  03641-620541

 

 

practice innovation

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May 27, 2013, 5:08:53 AM5/27/13
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Hallo Johannes,

 

Wenn Du MIF 7 speicherst, speichert FM nur 1 Byte eines 2-Byte Unicode-Zeichens ab. Dabei wird also ein Byte verschluckt.

Dieses eine Byte wird zudem in einer FM internen Codierung (FMRoman) im MIF gespeichert.

In Kombination mit dem Font „Arial Cyr“ weiß FM welches zweite Byte fehlt und setzt das FM intern codierte Zeichen beim Öffnen in einer FM-Version >=8 zunächst nach ANSI und dann mit der Font-Information (Codepage) nach Unicode um.

 

Damit ist der von Dir beschrittene Weg zumindest für diesen Einzelfall der einfachste. Auf Basis der obigen Regeln lässt sich die Umstellung auf MIF-Basis auch automatisieren.

Der Aufwand steht für diesen Einzelfall aber in keinem Verhältnis zum Nutzen.

 

Der sauberste Weg wäre, das FM11 Ausgangsdokument nochmals durch den Übersetzungsprozess zu jagen. Damit fängst Du z.B. auch Konvertierungsfehler von FrameMaker beispielsweise in Index-Marken etc. ab.

Diesen Weg würde ich grundsätzlich empfehlen, da es der sauberste und beim Einsatz eines TMS vermutlich relativ unproblematisch ist.

Wenn Du den FM7 Weg wählst, würde ich in jedem Fall nochmals einen Review durch den Übersetzer durchführen lassen, um sicher zu gehen, dass die Zeichenkonvertierung durchgängig funktioniert hat.

IndexMarken, Callouts etc. musst Du manuell korrigieren

 

Ich hoffe, das hilft weiter.

 

Schöne Grüße

Markus Wiedenmaier

 

 

Johannes Graubner (Transcom)

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May 27, 2013, 6:02:09 AM5/27/13
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Hallo Markus,

 

vielen Dank für Deine Erläuterungen.

 

> Der sauberste Weg wäre, das FM11 Ausgangsdokument nochmals

> durch den Übersetzungsprozess zu jagen.

 

Ich kenne leider keine Firma mehr, für die das Teuerste gerade gut genug ist :-(

 

Der Umweg über FM 7 ist zwar nicht optimal (optimal wäre gewesen, die Dateien im korrekten Format in die Übersetzung zu geben), aber bei den betroffenen Dateien hinsichtlich sauberem Ergebnis beherrschbar.

 

Viele Grüße

Johannes

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Tino H. Haida

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May 27, 2013, 1:24:24 PM5/27/13
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Hallo Johannes,

wie ist das, wenn man einen "echten" russischen Font (nach ISO), z.B. "Helvetica cyrillic", zuweist?
Die Kodierung müsste ja stimmen...

Oder:
Mit einer "FontSubstitutes"-Regel in der Registry macht man den virtuellen Font "Arial Cyr" auch für Unicode-Programme verwendbar.
(siehe z.B. --> http://blogs.msdn.com/b/michkap/archive/2005/03/20/399322.aspx)
Dann müsste - theoretisch - auch FM 11 damit arbeiten können.
Ich habe so etwas unter Win XP benutzt, aber ich weiß nicht, ob auch Win 7 das anbietet.

... Was allerdings natürlich trotzdem für Markentexte und Callouts nichts bringt, die bleiben Zeichensalat.
Grüße -
Tino H. Haida, Berlin

practice innovation

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May 27, 2013, 2:16:32 PM5/27/13
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Hallo Tino,

 

mit einem Font „Helvetica Cyrillic“ erreichst Du genau das Gegenteil. Du kannst den Font zwar zuweisen und auch Kyrillische Zeichen darstellen.

„Helvetica Cyrillic“ ist aber kein Unicode-Font, deshalb verzichtest Du dann in FM11 auf das Unicode-Feature.

Das gilt es absolut zu vermeiden und generell gilt: Ab FM8 Unicode-Fonts einzusetzen.

 

Auch die Fontsubstiutes machen eigentlich das von Dir beschriebene Gegenteil. Es sorgt dafür, dass Nicht-Unicode-Anwendung wie FrameMaker 7.x Zeichen aus einer entsprechenden Codepage mit der Zuweisung des virtuellen Fonts darstellen können.

Bei einer Zuweisung von Arial Cyr in FM11 verwendet FM den Font Arial. Die Fontsubstitutes (virtuelle Fonts) ziehen dort nicht, weil sie eben nicht mehr benötigt werden.

 

Setzt man noch FM7 ein, funktionieren die Fontsubstitutes/virtuellen Fonts sowohl unter Win XP als auch unter Win7.

 

Schöne Grüße

Markus Wiedenmaier

 

 

 

Gentz, Stefan [tracom.de]

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May 28, 2013, 11:04:06 AM5/28/13
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Hallo Johannes und Markus,

 

Markus:

>> Der sauberste Weg wäre, das FM11 Ausgangsdokument nochmals

>> durch den Übersetzungsprozess zu jagen.

 

Johannes:

> Ich kenne leider keine Firma mehr, für die das Teuerste gerade gut genug ist :-(

 

Markus hat schon recht. Das ist definitiv der einfachste, sicherste und schnellste Weg. Theoretisch sollte das das neue Set Dateien einfach nur gegen das TM durchlaufen. Vielleicht mit minimaler Nacharbeit hier und da. Wenn wir hier über ein „normales“ Volumen reden, sollte Dir dein LSP das gegen ein kleines Schmerzgeld eigentlich gerne machen.

 

Ansonsten ist es natürlich bedenklich, dass das überhaupt passiert ist. Eine gute Übersetzungsagentur mit einem sauberen Qualitätssicherungsprozess hätte Euren Fehler abfangen müssen und auf die Problematik hinweisen müssen. Dass das dort niemandem aufgefallen ist – weder vor der Übersetzung, noch danach, – wirft ein schlechtes Licht auf die Agentur bzw. zumindest den Sachbearbeiter. Bei Bedarf kann ich gerne entsprechende Agenturen empfehlen, die Eure Dateien professionell verarbeiten können.

 

 

Mit freundlichen Grüßen / With kind regards,

Stefan Gentz • Telefon: +49 (228) 390 47-21

SDL Trados Certified Trainer • Adobe InDesign Trainer • Adobe FrameMaker Trainer

Auditor DIN EN ISO 9001 (QMA TÜV Süd) • Six Sigma Champion

 

TRACOM OHG – Global Solutions for Global Documents

Erfahren Sie mehr über das umfangreiche Dienstleistungs-Angebot der TRACOM für Dokumentations- und Sprachdienstleister: www.tracom.de.

 

Johannes Graubner (Transcom)

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May 28, 2013, 5:11:58 PM5/28/13
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Hallo Stefan,

 

> Das ist definitiv der einfachste, sicherste und schnellste Weg.

 

Ich weiß nicht, welches TM-Werkzeug von den Russisch-Übersetzern benutzt wurde, ich vermute aber, dass es so einfach nicht ist. Konkret habe ich einen Übersetzer, der bekommt sein im Verlauf von mehr als einem Jahrzehnt umfangreich angewachsenes TM nicht sauber von MIF 7 nach MIF Unicode. So wie ich es verstanden habe, würde wegen jedem Umlaut etc. das TM eigentlich gleiche Segmente als unterschiedlich betrachten. Dass wir diesem Übersetzer weiterhin alles in MIF 7 senden müssen, dürfte zu dem Fehler bei der Russisch-Übersetzung geführt haben. Meine Befürchtung ist, dass bei der Russischübersetzung ein erneuter Durchlauf mit MIF Unicode die Trefferquote auch entsprechend gering wäre.

 

> Eine gute Übersetzungsagentur mit einem sauberen Qualitätssicherungsprozess hätte Euren Fehler abfangen müssen

 

Wenn die Übersetzungsagentur kein Präprozessing macht, sondern „nur“ Dateien verteilt und einsammelt, hätte das den Übersetzern auffallen müssen. Deren technische Kompetenz hinsichtlich ihrer Werkzeuge ist allerdings teilweise begrenzt – aber das hatten wir hier schon mal. (Ja, für TRs gilt das teilweise ebenfalls.)

Gentz, Stefan [tracom.de]

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May 30, 2013, 11:18:59 AM5/30/13
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Hallo Johannes,

 

> Ich weiß nicht, welches TM-Werkzeug von den Russisch-Übersetzern benutzt wurde, ich vermute aber, dass es so einfach nicht ist.

 

Sorry, aber doch: Es ist genauso einfach – wenn man weiß wie es geht.

 

> Konkret habe ich einen Übersetzer, der bekommt sein im Verlauf von mehr als einem Jahrzehnt
> umfangreich angewachsenes TM nicht sauber von MIF 7 nach MIF Unicode.

 

Zunächst einmal gibt es kein „MIF 7 TM“ oder „MIF Unicode TM“. Ganz allgemein kann man sagen, TMs sind eine Datenbank, in die Translation Units gespeichert sind, die mit dem Translation Tool erzeugt und übersetzt wurden. Das ist einen ganz andere „Ebene“ (wenn man so will) und vom ursprünglichen Format (Doc, INX, MIF, XML, „was auch immer“) vollkommen losgelöst. In extrem alten Übersetzungssystemen wurden die Textstrings der TUs noch als Codepage basierte Texte gespeichert. Das ist aber wirklich 10, 20 Jahre her. Alle neueren Systeme speichern die Texte in der Datenbank als Unicode. Als z.B. Trados die Migration von CP nach Unicode in der Datenbank machte (so vor ca. 10 Jahren), wurden die TMs auch entsprechend umkodiert. Und erst recht heute ist das mit „normalen“ Tools problemlos möglich.

 

Ich vermute mal folgendes: Dein Übersetzer arbeitet noch mit einem Uralt-Übersetzungstool, das maximal mit MIF7 kompatibel ist und noch keine FM 8, 9, 10 oder gar 11 verarbeiten kann. Da ein Update auf eine aktuelle Generation von Übersetzungstools natürlich Geld kostet, kann man dem Johannes ja mal von „technischen Problemen“ erzählen. Ursache für eine „Update-Resistenz“ ist vor allem bei russischen Übersetzern leider auch oft eine fehlende „offizielle“ Lizenz für die derzeit noch verwendete Version. Was natürlich auch irgendwie ein „technisches Problem“ ist…

 

Sorry für den Sarkasmus ;-)

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