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Bertolt Brecht

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Sylvie Jean

unread,
Aug 14, 2006, 7:16:17 AM8/14/06
to
Un poème de Brecht, juste pour le plaisir :

Fragen eines lesenden Arbeiters

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon -
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die Chinesische Mauer fertig war
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.
Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?
Jeder Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?
So viele Berichte.
So viele Fragen.


--
Sylvie

Michèle

unread,
Aug 14, 2006, 7:20:42 AM8/14/06
to
Le 14/08/2006, Sylvie Jean a supposé :

> Un poème de Brecht, juste pour le plaisir :
>

> Alle zehn Jahre ein großer Mann.


> Wer bezahlte die Spesen?
> So viele Berichte.
> So viele Fragen.

Merci Sylvie.


Sylvie Jean

unread,
Aug 14, 2006, 8:02:04 AM8/14/06
to
Michèle a écrit :

>> Un poème de Brecht, juste pour le plaisir :

>> Alle zehn Jahre ein großer Mann.
>> Wer bezahlte die Spesen?
>> So viele Berichte.
>> So viele Fragen.

> Merci Sylvie.

Le texte en français est arrivé sur fllf.

Merci à Claude Weil.

--
Sylvie

Michèle

unread,
Aug 14, 2006, 9:26:06 AM8/14/06
to
il se trouve que Sylvie Jean a formulé :

>
>> Merci Sylvie.
>
> Le texte en français est arrivé sur fllf.
>
> Merci à Claude Weil.

Je vais voir.


Chalvet

unread,
Aug 15, 2006, 2:27:33 AM8/15/06
to

"Sylvie Jean" <sylvi...@alussinan.org> a écrit dans le message de news:
4kb71tF...@individual.net...

> Michèle a écrit :
>
>>> Un poème de Brecht, juste pour le plaisir :
>
>>> Alle zehn Jahre ein großer Mann.
>>> Wer bezahlte die Spesen?
>>> So viele Berichte.
>>> So viele Fragen.
Bonjour,
et merci à Sylvie, cela me rappelle le texte français lu par Serge Reggiani
...Autant de récits, Autant de questions.
Une petite question en marge: "Bertolt" est-il une transformation usuelle de
"Berthold", prénom officiel, ou s'agit-il plutôt du nom d'artiste du "pauvre
B.B."?
Merci pour vos lumières.
G. Chalvet


Sylvie Jean

unread,
Aug 15, 2006, 11:18:47 AM8/15/06
to
Chalvet a écrit :

> Une petite question en marge: "Bertolt" est-il une transformation
> usuelle de "Berthold", prénom officiel, ou s'agit-il plutôt du nom
> d'artiste du "pauvre B.B."?

Il me semblait avoir lu quelque chose à ce sujet, mais je ne sais plus
où.

> Merci pour vos lumières.

Merci pour les lumières de Google :

<cit.>
Eugen Berthold Friedrich Brecht naît à Augsbourg [...]

A quinze ans, Brecht publie sous le pseudonyme de Bertold Eugen sa
première pièce, La Bible, dans la revue du lycée d'Augsbourg.
<cit.>

http://www.theatre-odeon.fr/public/histor/saisons/9798/spectacles/tambour2.htm

Je suppose donc que c'est lui qui a choisi l'orthographe de son prénom.
Mais si on l'écrit différemment, on ne fait pas de véritable erreur.

--
Sylvie

GILAR

unread,
Aug 15, 2006, 4:13:55 PM8/15/06
to
Merci je viens de découvrir ce merveilleux auteur
Gil

--
mon site: http://protegeons-la-terre.monsite.wanadoo.fr


Sylvie Jean

unread,
Aug 16, 2006, 9:09:01 AM8/16/06
to
GILAR a écrit :

> Merci je viens de découvrir ce merveilleux auteur

Je vous offre un autre poème, alors :

Song von der Ware (Lied des Händlers)

Reis gibt es unten am Flusse.
In den oberen Provinzen brauchen die Leute Reis.
Wenn wir den Reis in den Lagern lassen
Wird der Reis für sie teurer.
Die den Reiskahn schleppen, kriegen dann noch weniger Reis.
Dann wird der Reis für mich noch billiger.
Was ist eigentlich Reis?
Weiß ich, was ein Reis ist!
Weiß ich, wer das weiß!
Ich weiß nicht, was ein Reis ist
Ich kenne nur seinen Preis.

Der Winter kommt, die Leute brauchen Kleider.
Da muß man Baumwolle kaufen
Und die Baumwolle nicht hergeben.
Wenn die Kälte kommt, werden die Kleider teurer.
Die Baumwollspinnereien zahlen zuviel Lohn.
Es gibt überhaupt zuviel Baumwolle.
Was ist eigentlich Baumwolle?
Weiß ich, was eine Baumwolle ist!
Weiß ich, wer das weiß!
Ich weiß nicht, was eine Baumwolle ist
Ich kenne nur ihren Preis.

So ein Mensch braucht zuviel Fressen
Dadurch wird der Mensch teurer.
Um das Fressen zu schaffen, braucht man Menschen.
Die Köche machen das Essen billiger, aber
Die Esser machen es teurer.
Es gibt überhaupt zu wenig Menschen.
Was ist eigentlich ein Mensch?
Weiß ich, was ein Mensch ist!
Weiß ich, wer das weiß!
Ich weiß nicht, was ein Mensch ist
Ich kenne nur seinen Preis.

Bertolt Brecht (1926-1933)


Chant de la marchandise

Il y a du riz en bas près du fleuve,
Et dans les hautes terres, on a besoin de riz.
Si nous laissons le riz dans les entrepôts
Le riz là-haut leur coûtera plus cher.
Et les haleurs des chalands de riz en auront moins encore.
Alors, le riz pour moi sera moins cher encore.
Qu'est-ce au juste que le riz ?
Un grain de riz : est-ce que je sais ce que c'est ?
Y a-t-il seulement quelqu'un qui le sache ?
Du riz, je ne sais pas ce que c'est.
Je ne connais que son prix.

Vient l'hiver, on a besoin d'habits.
Si nous achetons du coton
Et le gardons dans nos entrepôts,
Quand viendront les froids, les habits seront plus chers.
Les filatures paient de trop hauts salaires.
D'ailleurs, il y a trop de coton.
Qu'est-ce au juste que le coton ?
Un plant de coton : est-ce que je sais ce que c'est ?
Y a-t-il seulement quelqu'un qui le sache ?
Un plant de coton, je ne sais pas ce que c'est.
Je ne connais que son prix.

Un homme, ça mange trop.
C'est ça qui fait monter son prix.
Pour fabriquer le manger, il faut des hommes.
Les cuisiniers en font baisser le prix, mais
Les mangeurs le font monter.
D'ailleurs il y a trop peu d'hommes.
Qu'est-ce au juste qu'un homme ?
Un homme : est-ce que je sais ce que c'est ?
Y a-t-il seulement quelqu'un qui le sache ?
Un homme, je ne sais pas ce que c'est.
Je ne connais que son prix.

Bertolt Brecht, Poèmes.


--
Sylvie

Michalon

unread,
Aug 16, 2006, 10:07:19 AM8/16/06
to
(Tiré de Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - B. Brecht et K. Weil)

Bills Ballhaus in Bilbao

war das schönste auf dem ganzen Kontinent.

Dort gab's für einen Dollar Krach und Wonne,

und was die Welt ihr Eigen nennt.

Aber wenn Sie da hereingekommen wären,

ich weiß nicht, ob Ihnen so was grad gefällt.

Ach!

Brandylachen waren, wo man saß,

auf dem Tanzboden wuchs das Gras

und der rote Mond schien durch das Dach,

'ne Musik gab's da,

da wurde was geboten für sein Geld!

Joe, mach die Musik von damals nach!

Alter Bilbaomond!

Wo noch die Liebe lohnt...

's ist toll mit'm Text!

Lang, lang ist's her!

Ich weiß ja nicht, ob Ihnen so was grad gefällt, doch:

es war das Schönste auf der Welt.

Bills Ballhaus in Bilbao

an 'nem Tag gen Ende Mai im Jahre Acht,

da kamen vier aus Frisko mit 'nem Geldsack,

die haben damals mit uns was gemacht.

Aber wenn Sie da dabei gewesen wären,

Ich weiß nicht, ob Ihnen so was grad gefällt.

Ach!

Brandylachen waren, wo man saß,

auf dem Tanzboden wuchs das Gras

und der rote Mond schien durch das Dach,

und vier Herren konnten Sie mit ihren Brownings schießen hör'n.

Sind Sie 'n Held?

Na, dann machen Sie's mal nach! Na?

Alter Bilbaomond!

Wo noch die Liebe lohnt...

Ich kann den Text nicht mehr,

's ist schon lange her!

Ich weiß ja nicht, ob Ihnen so was grad gefällt, doch:

es war das Schönste

auf der Welt.

Bills Ballhaus in Bilbao...

heute ist es renoviert so auf dezent,

mit Palme und mit Eiscreme ganz gewöhnlich..

wie ein anderes Etablissement.

Aber wenn Sie jetzt hereingesegelt kämen,

's ist ja möglich, dass es Ihnen so gefällt.

Spaß!

Auf dem Tanzboden wächst kein Gras,

und der Brandy ist auch nicht mehr das,

und der rote Mond ist abbestellt.

'ne Musik machen sie,

da kann man sich nur schämen für sein Geld!

Geh Joe, mach die Musik von damals nach.

Alter Bilbaomond,

das hab' ich oft betont,

ich hab' sie nie geschont...

Na, das ist ja der Text...

Verzeihung, 's ist zu langer her...

Alter Bilbaomond...

Ich weiß ja nicht, ob Ihnen so was grad gefällt, doch:

es war das Schönste

auf der Welt.

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