Klinische Studie belegt Wirksamkeit der Psychoanalyse
Heidelberger Tagung am 17./18. Oktober befasst sich mit neuen
Ergebnissen / Vorteile gegenüber kurzfristiger Psychotherapie
nachgewiesen
Wissenschaftler der Psychosomatischen Abteilungen des
Universitätsklinikums Heidelberg und des Universitätsklinikums Benjamin
Franklin, Berlin, haben in einer aufwendigen Langzeitstudie
nachgewiesen, dass psychoanalytische Behandlungen nicht nur Symptome
beseitigen, sondern eine Umstrukturierung der Persönlichkeit mit höherer
Wahrscheinlichkeit erreichen können als kürzere Psychotherapien. Die
noch unveröffentlichten Ergebnisse der "Praxisstudie analytischer
Langzeittherapien" werden auf einer Tagung am 17. und 18. Oktober in
Heidelberg vorgestellt, die sich mit der Wirksamkeit von Psychoanalyse
und Psychotherapie befasst. Die Tagung wird von der Psychosomatischen
Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Gerd
Rudolf) veranstaltet.
Seit 1996 untersuchten die Heidelberger und Berliner Forscher insgesamt
72 Personen, die an neurotischen und Persönlichkeitsstörungen litten,
meist verbunden mit körperlichen Beschwerden. Bei insgesamt 60 Prozent
der psychoanalytisch behandelten Patienten wurde eine nachhaltige
Persönlichkeitsveränderung nachgewiesen; wurde dagegen Psychotherapie
angewandt, gelang dies nur bei ca. 11 Prozent der Patienten.
Die psychoanalytische Behandlung ist gekennzeichnet durch eine Dauer von
bis zu 240 bis 300 Stunden mit etwa drei Sitzungen pro Woche, während
Psychotherapien rund 50 bis 80 Stunden und meist eine Sitzung pro Woche
umfassen. "Psychoanalyse und Psychotherapien haben unterschiedliche
Ziele", erklärt Dr. Tilman Grande, Psychologe und Forschungsleiter an
der Psychosomatischen Universitätsklinik Heidelberg. Während
Psychotherapien auf die Bewältigung der aktuellen Konflikte und
Belastungen abzielten, soll durch die Psychoanalyse eine tiefergreifende
Änderung der Persönlichkeitsstruktur erreicht werden.
Langzeitstudien für wissenschaftliche Untersuchung der Psychoanalyse
erforderlich
Die Ergebnisse der Langzeitstudie sind eindrucksvoll: Sowohl die
Patienten selbst als auch ihre Therapeuten sowie die wissenschaftlichen
Beobachter der Studie stellten unabhängig voneinander deutliche Merkmale
der Strukturveränderung bei Psychoanalyse-Patienten fest. So waren bei
diesen intensivere Therapieprozesse zu beobachten, ihre Symptome gingen
deutlich zurück, das Selbsterleben wurde positiver, die Lebensqualität
nahm zu. Dadurch waren die Betroffenen in der Lage, die Belastungen zu
ertragen und ihr Leben besser zu gestalten. Gleichzeitig wurden
medizinische Leistungen wesentlich weniger häufig in Anspruch genommen.
Die Heidelberger Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Ergebnisse
der Studie gerade unter dem gegenwärtigen Kostendruck im
Gesundheitswesen von Bedeutung seien. "Oft wird die Wirksamkeit der
Psychoanalyse mit dem Hinweis angezweifelt, dass bereits kürzere
Psychotherapien effektiv seien", sagt Prof. Gerd Rudolf. Psychische und
psychosomatische Beschwerden seien jedoch häufig Ausdruck von
tieferliegenden Schwierigkeiten der Persönlichkeit. Nachhaltige
Veränderungen der Persönlichkeit könnten aber meist nur durch eine
intensive und längere Behandlung erreicht werden, wie sie in der
Psychoanalyse angeboten wird.
Da solche Therapien mehrere Jahre dauern können, sei die Effektivität
der Behandlung bislang noch nicht ausreichend wissenschaftlich geprüft
worden, sagte Prof. Rudolf. Es sei schwierig, die nötigen Finanzmittel
für derartige Studien der Versorgungsforschung einzuwerben. Darüber
hinaus gibt es Schwierigkeiten, eine über viele Jahre hinweg laufende
Studie zu organisieren. Die "Praxisstudie analytischer
Langzeittherapien" wurde überwiegend von der Deutschen Gesellschaft für
Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie
(DGPT) sowie der Robert-Bosch-Stiftung finanziert.
In einer weiteren Studie untersuchen die Heidelberger und Berliner
Wissenschaftler, ob die erfolgreich behandelten Patienten auch nach
einer therapiefreien Zeit von ein bis drei Jahren immer noch besser in
der Lage sind, ihre Lebensprobleme zu meistern, und zudem weniger
Krankheitssymptome zeigen.
Journalisten sind herzlich eingeladen, an der Tagung teilzunehmen!
Weitere Informationen:
Sekretariat Prof. Dr. Gerd Rudolf, Ärztlicher Direktor der
Psychosomatischen
Universitätsklinik: 06221 / 56-5879
Das Programm zur Veranstaltung finden Sie im Internet unter:
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/Downloads/programm_psychosom-atik_tagung_10-03.pdf
Literatur:
- Rudolf, G., T. Grande, C. Oberbracht (2000): Die Heidelberger
Umstrukturierungsskala. Ein Modell der Veränderung in psychoanalytischen
Therapien und seine Operationalisierung in einer Schätzskala.
Psychotherapeut 45, 237-246
- Rudolf G, Grande T, Dilg R, Jakobsen Th, Keller W, Oberbracht, C.,
Pauli-Magnus C, Stehle S, Wilke St (2001): Strukturelle Veränderungen in
psychoanalytischen Behandlungen - Zur Praxisstudie analytischer
Langzeittherapien (PAL). In: Stuhr, U.; Leuzinger-Bohleber, M.; Beutel,
M. (Hrsg.): Langzeitpsychotherapie. Perspektive für Therapeuten und
Wissenschaftler. Kohlhammer, 238
(Die Originalartikel können bei der Pressestelle des
Universitätsklinikums Heidelberg unter con...@med.uni-heidelberg.de
angefordert werden)
Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.med.uni-heidelberg.de/psycho/psm/psm.htm
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/
Ansprechpartner:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums
Voßstrasse 2, 69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56-4536
Fax: 06221 / 56-4544
e-mail: Annett...@med.uni-heidelberg.de
Wen interessiert den der Scheiss in der Japan-Konferenz???
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