Wien: Nationalsozialismus und Radikalismus

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euroinfo

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Aug 28, 2006, 4:09:53 AM8/28/06
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Nazi ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für einen Anhänger des
Nationalsozialismus. Die Begriffe Radikalismus und Extremismus beschreiben
politische Ziele und Methoden, die fundamental von den Werten der jeweils
bestehenden Gesellschaftsordnung bzw. Wirtschaftsordnung abweichen.

http://euronazi.blogspot.com/

Am 31. März 1965 fand eine Demonstration von Organisationen von Studenten,
ehemaligen Widerstandskämpfern und -kämpferinnen sowie Gewerkschaften gegen
den antisemitischen Universitätsprofessor Taras Borodajkewycz statt, an der
sich auch Ernst Kirchweger beteiligte. Vom Ring Freiheitlicher Studenten,
der Studentenorganisation der Freiheitlichen Partei Österreichs, wurde eine
Gegenkundgebung veranstaltet. Die Teilnehmer beider Demonstrationen gerieten
aneinander. Ernst Kirchweger wurde vom Rechtsextremisten und Mitglied des
"Rings Freiheitlicher Studenten" Günther Kümel attackiert und schwer
verletzt. Drei Tage später erlag er seinen Verletzungen. Kümel wurde danach
zu zehn Monaten Haft verurteilt.

Der "Fall Borodajkewycz" erschütterte vor 40 Jahren Österreich. Am 31. März
1965 wurde der 67jährige ehemalige KZ-Häftling Ernst Kirchweger - der an
einer Demonstration gegen den an der damaligen Hochschule für Welthandel
(der heutigen Wirtschaftsuniversität Wien) lehrenden Sozial- und
Wirtschaftshistoriker Taras Borodajkewycz teilgenommen hatte - von einem
rechtsradikalen Gegendemonstranten so schwer verletzt, dass er zwei Tage
später an den Folgen der Attacke verstarb. Damit hatten die
Auseinandersetzungen um Borodajkewycz das erste politische Todesopfer der
Zweiten Republik gefordert.

Borodajkewycz hatte schon zuvor durch antisemitische Äußerungen und sein
Bekenntnis zu seiner nationalsozialistischen Vergangenheit heftige
Kontroversen ausgelöst. Die Affäre hatte 1962 ihren Anfang genommen. Der
damals 24 Jahre alte Student und heutige Bundespräsident Heinz Fischer
veröffentlichte im SPÖ-Organ "Zukunft" und in der Arbeiter-Zeitung Artikel
gegen den Rechtsradikalismus an den österreichischen Hochschulen. Speziell
kritisierte Fischer die Vorlesungen von Borodajkewycz. Der
Hochschulprofessor klagte und Fischer wurde 1963 in erster Instanz
verurteilt. Denn Fischer hatte sich geweigert, die Grundlagen seiner
Artikel - Vorlesungsmitschriften eines jungen Wirtschaftsstudenten namens
Ferdinand Lacina, dem späteren SP-Finanzminister - offenzulegen. Er wollte
Lacinas Identität nicht lüften, da dieser sein Studium noch nicht
abgeschlossen hatte.

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