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Hutterer (Rhein. Landeskirche)

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Christian Hofius

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Feb 23, 1995, 7:25:11 PM2/23/95
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* Forward aus: CM.NEWS Donnerstag, 23 Februar 1995 00:00
* Von: Holger Blaskowski, 124:1249/300...@fidonet.org An: Alle
* Thema: Hutterer (Rhein. Landeskirche)
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Praeses Beier besucht Hutterer

Ihre freundschaftliche Verbundenheit zu der Hutterischen
Bruderhof-Gemeinschaft in Birnbach will die rheinische Landes-
kirche zum Ausdruck bringen. Praeses D. Peter Beier (Duesseldorf)
wird die Hutterer auf dem "Michaelshof" gemeinsam mit Vertretern
der Kirchenleitung, dem Superintendenten des Kirchenkreises
Altenkirchen und Mitgliedern des Presbyteriums Birnbach aufsuchen
und sein Bedauern ueber den Beschluss der Hutterer, nach England
und in die USA zu gehen, ausdruecken. In einer gottesdienstlichen
Feier wird die rheinische Landeskirche den 100 Mitgliedern des
Bruderhofes eine Art "Reisesegen" mit auf den Weg geben.

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Hutterer erfahren starke Solidaritaet
1000 Menschen zogen zum "Michaelshof"

Die Uebersiedlungsplaene der Hutterischen Bruderhof-Gemeinschaft
von Birnbach nach England (der WEG berichtete) haben in der
Region Altenkirchen eine Welle der Solidaritaet ausgeloest. Der
Kreistag des Landkreises und der Pfarrkonvent des Kirchenkreises
Altenkirchen haben einstimmig ihr Bedauern ueber den geplanten
Wegzug ausgedrueckt und an die 100 Hutterer vom "Michaelshof"
(Birnbach) appelliert, in der Region Altenkirchen zu verbleiben.
Superintendent Rudolf Steege (Altenkirchen) wurde vom
Pfarrkonvent beauftragt, mit dem Leiter der Bruderhof-
Gemeinschaft, Joerg Barth, ein Gespraech zu fuehren und ihn zum
Verbleib zu bewegen.

Knapp 1000 Menschen formierten sich am 11. Februar zu einem.
Solidaritaetsmarsch mit anschliessender Kundgebung. Uensere Zeit
braucht Bruderhoefe, die uns auf Gott und Christus verweisen",
sagte Pfarrer Prof. Dr. Klaus Otte, Vorsitzender des Pres-
byteriums der Kirchengemeinde Mehren. Er appellierte eindringlich
an die Bruderhofgemeinschaft, ihre Umzugsplaene noch einmal zu
ueberdenken.

Eine Unterschriftenaktion - auch in der oertlichen Presse -
brachte Hunderte von Menschen dazu, sich oeffentlich zu den
Hutterern zu bekennen. Durch ihr gelebtes Christentum, ihr
friedfertiges Wesen sowie durch beeindruckende froehliche Feste
und Feiern haetten die Hutterer die Region wesentlich be-
reichert, erklaeren die Unterzeichner.

Sichtlich geruehrt nahm der Hausvater der Bruderhofgemeinschaft,
Joerg Barth, die vielen "Zeichen von Liebe und Freundschaft"
entgegen. "Wir hoeren auf alles, was Sie tun."

Die 100 Mitglieder zaehlende Hutterische Bruderhof-Gemeinschaft
will im Laufe des Jahres den "Michaelshof" aufgeben und nach Ha-
stings/England uebersiedeln. Als Grund fuer den Umzug nannte Barth
jahrelange Auseinandersetzungen mit dem Buergerverein Birnbach,
der sich bereits 1988 gegen das Niederlassen der Hutterer im
Westerwald stark gemacht habe, weil er eine Ueberfremdung des
Dorfes fuerchtete. Veraechtliche Bemerkungen, Beschimpfungen und
Intoleranz haetten die Hutterer hinnehrnen muessen. Seit 1989 habe
der Buergerverein die Erweiterungsplaene des "Michaelshofes"
erfolgreich verhindert. Die Hoffnung, einen richtigen Bruderhof
in Birnbach auf bauen zu koennen, habe sich mit einer erneuten
Eingabe gegen den Flaechennutzungsplan am 20. Januar zerschlagen,
sagte Barth. Geplant war die Erweiterung des "Michaelshofes" um
ein Gemeindehaus, ein Kinderhaus und eine Werkstatt sowie die
Ansiedlung von weiteren 75 Hutterern aus England und Amerika,
deren Familien urspruenglich in Deutschland ansaessig waren. Diese
Familien seien waehrend des Dritten Reiches von den National-
sozialisten aus Deutschland vertrieben worden. Am 14. April 1937
habe die Gestapo die "Sparhoefe" der Bruderhof-Gemeinschaft in der
Rhoen uebernommen. Die 75 Hutterer seien damals zunaechst nach
England und Liechtenstein geflohen, erinnerte Barth.

Die Hutterische Bruderhof Gemeinschaft zaehlt weltweit rund 2500
Mitglieder. Sie geht zurueck auf die Taeuferbewegung des Predi-
gers Jakob Hutter, der zwischen 1533 und 1535 die ersten
Bruderhoefe in Maehren gruendete. In Deutsehland gruendete Eberhard
Arnold (1883 bis 1937) im Jahre 1920 den Rhoenbruderhof in Hes-
sen, der 1937 von den Nationalsozialisten aufgeloest wurde. Ein
streng an der Bibel orientierter Lebensstil in Lebens- und
Guetergemeinschaft zeichnet die Hutterer aus. Sie tragen eine
einheitliche Tracht, verweigern den Kriegsdienst und lehnen die
Ehescheidung ab. Ihre Kinder besuchen die oeffentlichen Schulen ab
der siebten Klasse.

Petra Stroh/ak/epd

Quelle: DER WEG, Evangelische Wochenzeitung fuer das Rheinland
9/1995, 26.2.1995

-+- CrossPoint v3.0 R
+ Origin: <>< We're on a mission from God. (124:1249/300.18)
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Hallo All!


Viele herzliche Gruesse
Christian

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