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Roehrenendstufe

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Peter Weiss

unread,
Feb 14, 1998, 3:00:00 AM2/14/98
to

Hallo!

Weiss zufaelligerweise jemand, wo man fuer die aelteren Ausgaben der
Zeitschrift
ELRAD ein Jahresinhaltsverzeichnis in elektronischer Form (ASCII) auftreibt?
(per Fido-Filerequest, oder per ftp uebers Kindernet).

Ich bin naemlich (wieder mal) auf der Suche nach Roehrenschaltungen fuer
Audio-Verstaerker, die in der ELRAD in den vergangenen Jahren (so zwischen ca.
1984 und 1993) ziemlich regelmaessig beschrieben waren. Diese Beschreibungen
machten einen ziemlich kompetenten Eindruck, ich habe auch ein paar ELRADs,
aber
eben nicht alle (btw: will vielleicht hier jemand seine ELRAD-Sammlung
loswerden?).

Insbesondere bin ich auf der Suche nach einer Endstufenschaltung mit 4x EL 34
(PPP) in Ultralinear-Schaltung. Der Autor Gerhard Haas hatte da in der
Vergangenheit einiges in der ELRAD zu diesem Thema geschrieben.

CU Peter

PS: ja, ich weiss, es gibt Bibliotheken, die sowas haben, aber ich wohne hier
auf
dem flachen Land (bin eh froh, dass es hier Strom, Telefon und fliessendes
Wasser
gibt)

Horst A. Maier

unread,
Feb 15, 1998, 3:00:00 AM2/15/98
to

Hallo Peter !

Du meintest neulich zum Thema "Roehrenendstufe" :

PW> Weiss zufaelligerweise jemand, wo man fuer die aelteren Ausgaben der
PW> Zeitschrift ELRAD ein Jahresinhaltsverzeichnis in elektronischer Form
PW> (ASCII) auftreibt? (per Fido-Filerequest, oder per ftp uebers Kindernet).

Das nicht, aber...

PW> Insbesondere bin ich auf der Suche nach einer Endstufenschaltung mit 4x EL
PW> 34 (PPP) in Ultralinear-Schaltung. Der Autor Gerhard Haas hatte da in der
PW> Vergangenheit einiges in der ELRAD zu diesem Thema geschrieben.

Da bist Du bei mir am richtigen ;-), meine Stereoanlage laeuft seit
3 Jahren mit genau so einer Endstufe. Aber 4xEL34 *pro Kanal*,
meinst Du doch auch, oder? Eins ist mir noch nicht klar:
Du schreibst oben "PPP in Ultralinear-Schaltung"... das sind
2 total unterschiedliche Schaltungskonzepte. Ich bin absoluter
PPP-Gegner, nicht nur, weil ich eine Ultralinear-Stufe betreibe.
Die Vorteile von PPP sind heute obsolet, wenn man nicht
gravierende Sicherheitsprobleme akzeptiert. Die Nachteile
ueberwiegen durch den wesentlich hoeheren Netzteil-Aufwand.
Und ich habe die Muehen eines Freundes miterlebt, so ein Teil
stabil und brummfrei zu bekommen :-(

Wenn es Dich interessiert, koennen wir hier gern darueber fachsimpeln.
Es sind IMHO noch ein paar andere Roehrenfans hier im Echo. ;-)

Aber zu Deiner Frage zurueck. Ich habe einiges an Material
zu den Teilen, auch das Buch von Gerhard Haas mit seinen
Schaltungen. Schreib mir per Netmail Deine Adresse, ich schicke
Dir dann etwas dazu. Ich kann Dir auch Bezugsquellen fuer
Uebertrager, Roehren usw. nennen. Ich habe alles da; mit
diesen Unterlagen kann man eine solche Endstufe komplett
bauen und alle Teile problemlos besorgen. Dass das ganze nicht
ganz billig ist, ist ein anderen Problem... Du musst fuer
das "Blech" (Trafo/Uebertrager) ca. 1000DM veranschlagen,
wenn das ganze wirklich HiFi-maessig werden soll. Ich habe
inzwischen auch *die* EL34 gefunden, die qualitaetsmaessig
alles in den Schatten stellt. War ein langer Prozess...

Ciao, Horst

Horst Klein

unread,
Feb 16, 1998, 3:00:00 AM2/16/98
to

Hallo Horst,

da du dich wohl mit Roehrenschaltungen auskennst, eine Frage:

Ich habe einen alten Grundig-Receiver , stereo, mit ECLL 800 (? diese
doppelten) als Endstufen-Roehre.
Es funktioniert ganz ordentlich, aber:
Ich denke das die Enstufe so 3-4 Watt bringen sollte. Bei hoeheren Lautstaerken
(ueber 1 Watt schaetzensweise) setzt Begrenzung ein (Bummsartige Baesse).
Ist das normal oder kann das mit der Alterung der Roehren zusammenhaengen?


... cu Horst

Hermann Moellenbrock

unread,
Feb 16, 1998, 3:00:00 AM2/16/98
to

Hallo Peter!

Am 14 Feb 98 um 02:41 schrieb Peter Weiss an *:

PW> Wei~ zuf?lligerweise jemand, wo man f^nr die ?lteren Ausgaben der


PW> Zeitschrift ELRAD ein Jahresinhaltsverzeichnis in elektronischer Form

PW> (ASCII) auftreibt? (per Fido-Filerequest, oder per ftp ^nbers
PW> Kindernet).
Bei Heise ?

Zumindest fuer die c't ist das Registerprogramm seit einiger Zeit frei
erhaeltlich - und da waren (jedenfalls als es noch Geld kostete) auch die
Inhaltsverzeichnisse der elrad dabei.)

PW> Insbesondere bin ich auf der Suche nach einer Endstufenschaltung mit

PW> 4x EL 34 (PPP) in Ultralinear-Schaltung. Der Autor Gerhard Haas hatte
PW> da in der Vergangenheit einiges in der ELRAD zu diesem Thema
PW> geschrieben.


PW> CU Peter

Tschau...
Hermann

Ich haenge mal die Treffer auf 'Haas' an.

=== Cut ===
Anfrage:
Schlagwort:
Autoren: Haas
Redakteur:
Heftnummer:
Jahrgang:
Option: wortweise
Zeitschrift(en): ELRAD
Statistik:
gelernte Eintraege: 10557
gefundene Eintraege: 28
Uebereinstimmung
#########################
schlecht mittel gut

Ergebnis(se):
Quadriga
Roehren-Endstufe mit 4 x EL 84
Gerhard Haas
ELRAD 3/92, S. 32


Brumbrensen
Grundlagen LC- und CLC-Siebglieder
Gerhard Haas
ELRAD 7/91, S. 66


Volles Haus
Vollverstaerker mit Roehren
Gerhard Haas
ELRAD 6/91, S. 28
siehe 8/91, S. 7; 10/91, S. 7

Eintakt-A-Roehrenendstufe: Drei-Sterne-Eintopf

Gerhard Haas
ELRAD 10/90, S. 18
siehe 8/90, S. 7

Vorverstaerker-Ergaenzungen: Beigeordneter

Haas, Gerhard
ELRAD 8/90, S. 56


Klangeinsteller fuer den Roehrling: Hochtief

Gerhard Haas
ELRAD 10/89, S. 38


Roehren Vorverstaerker: Roehrling

Gerhard Haas
ELRAD 78/89, S. 96
siehe 11/89, S. 6

2 x 30 Watt-PA fuers Auto: Car Devil

Gerhard Haas
ELRAD 5/89, S. 19


Black Devil: Brueckenteufel

Gerhard Haas
ELRAD 2/89, S. 26


PPP Roehrenendstufe 100 W, Teil 2

Gerhard Haas
ELRAD 1/89, S. 61


PPP Roehrenendstufe 100 W, Teil 1

Gerhard Haas
ELRAD 12/88, S. 20
siehe 2/89, S. 6; 4/89, S. 6

Anpassverstaerker: Gleichmacher

Gerhard Haas
ELRAD 4/88, S. 38


Stereo-Vorverstaerker: Vorgesetzter

Gerhard Haas
ELRAD 3/88, S. 32
siehe 6/88, S. 6, Ergaenzung 8/90, S. 56

Vom Messen und Hoeren, Teil 2

Gerhard Haas
ELRAD 2/88, S. 47


Konstantstrom-Zweipol: Grosses Spannungsgebiet

Gerhard Haas
ELRAD 1/88, S. 47


Verstaerker-Grundlagen: Vom Messen und Hoeren

Gerhard Haas
ELRAD 1/88, S. 29


250 W-Roehrenverstaerker: Der Hard-Rocker, Teil 2

Gerhard Haas
ELRAD 11/87, S. 64


250 W-Roehrenverstaerker: Der Hard-Rocker, Teil 1

Gerhard Haas
ELRAD 10/87, S. 20
siehe 12/87, S. 6; 1/88, S. 6

Der Uebertrager, das unbekannte Wesen, Teil 2

Gerhard Haas
ELRAD 78/87, S. 110


Der Uebertrager, das unbekannte Wesen, Teil 1

Gerhard Haas
ELRAD 6/87, S. 36


60-W-PA mit Roehren

G. Haas
ELRAD 3/87, S. 64


Experience-HiFi-Version

Gerhard Haas
ELRAD 12/86, S. 36
siehe 3/87, S. 64

Digitaler Sinusgenerator, Teil 2

Dirk Haas
ELRAD 10/86, S. 63


Experience-MPAS -1, Teil 5

Gerhard Haas
ELRAD 9/86, S. 57


Experience-MPAS -1, Teil 4

Gerhard Haas
ELRAD 78/86, S. 93


Experience-MPAS -1, Teil 3

Gerhard Haas
ELRAD 6/86, S. 60


Experience-MPAS -1, Teil 2

Gerhard Haas
ELRAD 5/86, S. 58
siehe 6/86, S. 7; 12/86, S. 36

Experience-MPAS -1, Teil 1

Gerhard Haas
ELRAD 4/86, S. 20
siehe 3/87, S. 64

=== Cut ===

Peter Weiss

unread,
Feb 17, 1998, 3:00:00 AM2/17/98
to

Hallo Horst!

Am 15 Feb 98 schriebst Du an mich:

HAM> Da bist Du bei mir am richtigen ;-), meine Stereoanlage laeuft seit 3

So eine Antwort hatte ich von Dir auch erwartet, ich hatte Dich nur nicht
explizit per NM angeschrieben, weil ich mal testen wollte, wie aufmerksam Du
das
Echo liest! :-))

Aber ich sehe mit Freuden: /der/ Fisch hat angebissen!


HAM> Jahren mit genau so einer Endstufe. Aber 4xEL34 *pro Kanal*,

Jaja, natuerlich, meine Angabe bezog sich natuerlich auf einen Monoblock. Ich
will
wenigstens so ca. 50 W Sinus pro Kanal rausziehen koennen. Das geht zwar auch
mit einem Paeaerchen KT88, aber das ist dann schon hart an der (Klirr-) Grenze.


HAM> Du schreibst oben "PPP in Ultralinear-Schaltung"... das sind
HAM> 2 total unterschiedliche Schaltungskonzepte. Ich bin absoluter

Hm.. dann habe ich da vielleicht ein kleines Verstaendnisproblem. Ich bin zwar
noch teilweise mit Roehren grossgeworden, aber mehr auf der Reparaturseite,
weniger auf der Konstruktionsseite. Mag sein, dass ich da einige Begriffe nicht
mehr richtig zugeordnet habe.

Unter PPP (parallel-push-pull) verstehe ich bislang das Prinzip, dass man die
eine (positive) Halbwelle ueber eine Parallelschaltung von (mind. 2) Roehren
laufen laesst, die andere (negative) Halbwelle ueber eine entsprechende zweite
Parallelschaltung. Im Ausgangsuebertrager werden dann diese beiden Halbwellen
wieder zusammengefuegt, in etwa so (stark vereinfacht):

+---------+-----------------+
| | |
__|__ __|__ |
/ -+- \ / -+- \ |
| --- | | --- | | +------------C
| --- | | --- | | || |
| --- | | --- | III || III
\__o__/ \__o__/ III || III
| | III || III
--- --- III || III
+B ------III || III
--- --- III || III
__|__ __|__ III || III
/ o \ / o \ III || III
| --- | | --- | III || III
| --- | | --- | | || |
| --- | | --- | | +------------C
\_-+-_/ \_-+-_/ |
| | |
| | |
+---------+-----------------+


Saemtliche Widerstaende, die Gitteransteuerung und die Phasenumkehrstufe habe
ich
jetzt mal weggelassen, sonst sitze ich hier noch laenger an der
ASCII-Pinserlei.

Bei der Ultralinear-Schaltung wird zusaetzlich ein Teil der Anodenwicklung auf
das Schirmgitter ausgekoppelt (oder war es das Bremsgitter? ich kann mir das
nie merken).

Oder habe ich jetzt hier irgendwelche grundsaetzlichen Verstaendnis- /
Begriffsprobleme?


HAM> Und ich habe die Muehen eines Freundes miterlebt, so ein Teil
HAM> stabil und brummfrei zu bekommen :-(

Aha.


HAM> Wenn es Dich interessiert, koennen wir hier gern darueber fachsimpeln.

Klar, leg nur los! Ein solches Projekt liegt bei mir seit inzwischen mehr als
12
Jahren in der Schublade und will jetzt irgendwann mal in den naechsten Jahren
verwirklicht werden. Da hier einiges an 19"-Technik rumsteht (und ich auch ein
Fan von Industrie-Elektronik bin), soll auch das Netzteil, die Vorstufe und die
Endstufen in entsprechende 19"-Einschuebe verfrachtet werden.
19"-Baugruppentraeger habe ich genuegend hier rumliegen.


HAM> Es sind IMHO noch ein paar andere Roehrenfans hier im Echo. ;-)

Ich hoffe doch!


HAM> zu den Teilen, auch das Buch von Gerhard Haas mit seinen

Das Buch habe ich mir letzten Samstag bestellt, das werde ich wohl in den
naechsten Tagen bekommen (hoffentlich).


HAM> ganz billig ist, ist ein anderen Problem... Du musst fuer
HAM> das "Blech" (Trafo/Uebertrager) ca. 1000DM veranschlagen,
HAM> wenn das ganze wirklich HiFi-maessig werden soll. Ich habe

Ja (aechz), ich weiss. Erschwerend kommt hinzu, dass ich hier eigentlich alles
konsequent mit symmetrischen Ein- und Ausgaengen haben will (hier liegen
NF-Kabel
teilweise quer durch die ganze Wohnung).


HAM> inzwischen auch *die* EL34 gefunden, die qualitaetsmaessig
HAM> alles in den Schatten stellt. War ein langer Prozess...

Erzaehl!

CU Peter

Horst A. Maier

unread,
Feb 18, 1998, 3:00:00 AM2/18/98
to

Hallo Horst !

Du meintest neulich zum Thema "Re: Roehrenendstufe" :

HK> Ich habe einen alten Grundig-Receiver , stereo, mit ECLL 800 (? diese
HK> doppelten) als Endstufen-Roehre. Es funktioniert ganz ordentlich, aber:
HK> Ich denke das die Enstufe so 3-4 Watt bringen sollte.

Das muesste ungefaehr hinkommen... ich muss das Datenbuch
leider erst suchen :-(

HK> Bei hoeheren
HK> Lautstaerken (ueber 1 Watt schaetzensweise) setzt Begrenzung ein
(Bummsartige
HK> Baesse). Ist das normal oder kann das mit der Alterung der Roehren
HK> zusammenhaengen?

Das waere typisch, wenn die Roehren durch Alterung an Emission
verloren haben und in die Saettigung gehen. Allerdings ist die
Schaetzung von 1W natuerlich schwierig... genauer gesagt, man
muesste den Anodenstrom mit Signal messen und nachsehen, ob
die spezifizierten Werte noch erreicht werden.

Dass es eine so spezielle Loesung mit der ECLL800 ist, ist
natuerlich Pech, weil die Roehre nicht so leicht und
preisguenstig zu bekommen ist. Die Roehre kostet bei
Schuricht Elektronik 78DM.

Du hast IMHO 2 Moeglichkeiten:

A) Messen der Ausgangsspannung, am besten mit einem Scope, und
feststellen, ob die Roehren tatsaechlich zu frueh in die
Begrenzung laufen.

B) Anschaffung einer Ersatzroehre, die Du eh irgendwann brauchst,
wenn Du das Geraet betriebsbereit halten willst. Mit dieser
neuen Roehre koenntest Du feststellen, ob der Roehrenwechsel
das Problem behebt.


Ciao, Horst

Horst A. Maier

unread,
Feb 18, 1998, 3:00:00 AM2/18/98
to

Hallo Peter !

Du meintest neulich zum Thema "Re: Roehrenendstufe" :

HAM>> Da bist Du bei mir am richtigen ;-), meine Stereoanlage laeuft seit 3

PW> So eine Antwort hatte ich von Dir auch erwartet, ich hatte Dich nur nicht
PW> explizit per NM angeschrieben, weil ich mal testen wollte, wie aufmerksam
PW> Du das Echo liest! :-))
PW>
PW> Aber ich sehe mit Freuden: /der/ Fisch hat angebissen!

Hohohoo... ich habe seit Wochen ueber eine Fido-Mail nicht
mehr so gelacht! ;-)

HAM>> Jahren mit genau so einer Endstufe. Aber 4xEL34 *pro Kanal*,

PW> Jaja, natuerlich, meine Angabe bezog sich natuerlich auf einen Monoblock.
PW> Ich will wenigstens so ca. 50 W Sinus pro Kanal rausziehen koennen. Das
PW> geht zwar auch mit einem Paeaerchen KT88, aber das ist dann schon hart an
PW> der (Klirr-) Grenze.

Mit 4xEL34 kommen 75-90W heraus. Also kein Problem. Ausserdem hat
die KT88 einen Nachteil: Teuer. EL34 bekommt man fuer ca. 14$,
in sehr guter Qualitaet.

HAM>> Du schreibst oben "PPP in Ultralinear-Schaltung"... das sind
HAM>> 2 total unterschiedliche Schaltungskonzepte. Ich bin absoluter

PW> Hm.. dann habe ich da vielleicht ein kleines Verstaendnisproblem. Ich bin
PW> zwar noch teilweise mit Roehren grossgeworden,

Wobei Du die Roehren an Groesse inzwischen uebertriffst, oder? ;-)

PW> aber mehr auf der
PW> Reparaturseite, weniger auf der Konstruktionsseite. Mag sein, dass ich da
PW> einige Begriffe nicht mehr richtig zugeordnet habe.

So ist es, seh'n wir mal...

PW> Unter PPP (parallel-push-pull) verstehe ich bislang das Prinzip, dass man
PW> die eine (positive) Halbwelle ueber eine Parallelschaltung von (mind. 2)
PW> Roehren laufen laesst, die andere (negative) Halbwelle ueber eine
PW> entsprechende zweite Parallelschaltung. Im Ausgangsuebertrager werden dann
PW> diese beiden Halbwellen wieder zusammengefuegt, in etwa so (stark
PW> vereinfacht):
PW>
PW>
PW>
PW> +---------+-----------------+
PW> | | |
PW> __|__ __|__ |
PW> / -+- \ / -+- \ |
PW> | --- | | --- | | +------------C
PW> | --- | | --- | | || |
PW> | --- | | --- | III || III
PW> \__o__/ \__o__/ III || III
PW> | | III || III
PW> --- --- III || III
PW> +B ------III || III
PW> --- --- III || III
PW> __|__ __|__ III || III
PW> / o \ / o \ III || III
PW> | --- | | --- | III || III
PW> | --- | | --- | | || |
PW> | --- | | --- | | +------------C
PW> \_-+-_/ \_-+-_/ |
PW> | | |
PW> | | |
PW> +---------+-----------------+
PW>

Das ist keine PPP, sondern eine normale Gegentakt-Endstufe ohne
Ultralinear-Schaltung. PPP heisst ja Push-Pull, hier wird aber
nur gepullt. Ich wollte jetzt schon anfangen, Riesen-ASCII-Bilder
von PPPs zu malen, habe aber zum Glueck schon gelesen, dass
Du den Haas bestellt hast. Damit eruebrigt sich das, denn Haas
stellt das PPP ausfuehrlich dar.

PW> Bei der Ultralinear-Schaltung wird zusaetzlich ein Teil der Anodenwicklung
PW> auf das Schirmgitter ausgekoppelt (oder war es das Bremsgitter? ich kann
PW> mir das nie merken).
PW>
PW> Oder habe ich jetzt hier irgendwelche grundsaetzlichen Verstaendnis- /
PW> Begriffsprobleme?

Was Du schreibst, stimmt... das obige Prinzip wird bei der Ultralinear
durch eine Gegenkopplung auf das *Schirmgitter* ergaenzt.
PPP funktioniert ganz anders... die beiden Zweige werden aus
*2* potentialgetrennten Anodenspannungen gespeist, was den
Netzteilaufwand nahezu verdoppelt. Wechselstrommaessig arbeiten
die Katoden der Roehren auf den Uebertrager, nicht wie oben
die Anoden.

HAM>> Wenn es Dich interessiert, koennen wir hier gern darueber fachsimpeln.

PW> Klar, leg nur los! Ein solches Projekt liegt bei mir seit inzwischen mehr
PW> als 12 Jahren in der Schublade und will jetzt irgendwann mal in den
PW> naechsten Jahren verwirklicht werden. Da hier einiges an 19"-Technik
PW> rumsteht (und ich auch ein Fan von Industrie-Elektronik bin), soll auch
PW> das Netzteil, die Vorstufe und die Endstufen in entsprechende
PW> 19"-Einschuebe verfrachtet werden. 19"-Baugruppentraeger habe ich genuegend
PW> hier rumliegen.

OK, ich sehe, Du kannst aus dem Vollen schoepfen! ;-) Deshalb der
erste Tip. Der Trafo muss unbedingt in ein separates Gehaeuse,
sonst bekommst Du den Brumm nicht in den Griff. Ein so grosser
Trafo, wie man ihn braucht, verstroemt so starke Streufelder,
dass die Eingangsstufen zwangslaeufig davon betroffen sind.
Meine Endstufe hatte den Trafo urspruenglich eingebaut, ich
habe ihm mit grossem Aufwand nachtraeglich ausgebaut. Seit
dem ist Ruhe.

Die Vorstufe und eigentliche Endstufe muessen unbedingt in
*ein* Gehaeuse und raeumlich dicht beieinander liegen.
Der Grund: Die Vorstufe (ein System) und die Phasenumkehr-
stufe habe sehr hochohmige Ausgaenge, so um 100kOhm.
Da kann man sich kein geschirmtes NF-Kabel leisten.

HAM>> zu den Teilen, auch das Buch von Gerhard Haas mit seinen

PW> Das Buch habe ich mir letzten Samstag bestellt, das werde ich wohl in den
PW> naechsten Tagen bekommen (hoffentlich).

OK, dazu eine Anmerkung. Das Prinzip 4xEL34 pro Kanal in
Ultralinear bringt IMHO das beste Preis-Leistungsverhaeltnis.
Leider kann ich mich ausgerechnet mit *der* Schaltung, die
Haas vorstellt, nicht anfreunden. Du wirst's ja sehen, S. 166.
Die Gruende: Er verwendet die ECC82 als Vorstufenroehre und
im Phasensplitter - schlecht. Man bekommt keine vernuenftige
ECC82 aus laufender Fertigung mehr. Es gibt mindestens 2
verschiedene Bauformen, die Teile rauschen stark und haben
grosse Exemplarstreuungen. Ausserdem: Mit dieser Roehre
erreicht man nur Verstaerkungen um die 20, daher braucht
Haas 4 Systeme, also 2 Roehren fuer Vorverstaerkung und
Splitter. Die ECC83 gibt es in sehr guter Qualitaet, man
braucht nur 1 System fuer Vorverstaerkung und 1 System
fuer den Splitter, also nur 1 x ECC83, um 4 EL34
anzusteuern. Und die Eingangsschaltung wird *wesentlich*
einfacher. Ich schicke Dir da eine bessere Schaltung,
wie sie bei mir arbeitet.

HAM>> ganz billig ist, ist ein anderen Problem... Du musst fuer
HAM>> das "Blech" (Trafo/Uebertrager) ca. 1000DM veranschlagen,
HAM>> wenn das ganze wirklich HiFi-maessig werden soll. Ich habe

PW> Ja (aechz), ich weiss. Erschwerend kommt hinzu, dass ich hier eigentlich
PW> alles konsequent mit symmetrischen Ein- und Ausgaengen haben will (hier
PW> liegen NF-Kabel teilweise quer durch die ganze Wohnung).

Beides symmetrisch? Also nicht nur die Eingaenge? Am Eingang
waere es mit einem Uebertrager zwar teuer, aber perfekt zu
loesen... bei den Ausgaengen muss ich noch ueberlegen ;-)

HAM>> inzwischen auch *die* EL34 gefunden, die qualitaetsmaessig
HAM>> alles in den Schatten stellt. War ein langer Prozess...

PW> Erzaehl!

Svetlana. Ich habe viel probiert. Tesla, National aus China,
vertrieben durch RS Elektronik... kann man vergessen. 2 aus
10 sind nach ein paar Stunden defekt. National ist aeusserlich
robuster als Tesla, die Systeme sind praeziser eingebaut, aber
die Teile altern sehr schnell. Svetlana ist eine Roehrenfirma
in Russland, die fuehrend auf dem Gebiet der grossen Sende-
und Spezialroehren ist. Siehe Internet, *www.svetlana.com*.
Dort hat man nie aufgehoert, Roehren zu produzieren, und man
hat nicht nachtraeglich alte Fertigungsmaschinen aus dem
Schrott wieder aufgebaut. Ich habe die Teile direkt per
Internet aus USA bestellt, ich schreibe Dir die URL noch.
Es ist mittlerweile ein US-Konzern, aber die Fertigung
ist immer noch in Russland.

Die Teile tun *alle*, und sie liegen bei den Kennlinien sehr
dicht beeinander. Ich habe keine gematchten Teile bestellt,
aber die Exemplarstreuung ist so gering, dass man fast
eine Sortierung vermuten koennte. Und: Ich habe die
Ruhestroeme nach ein paar Stunden Einbrennzeit eingestellt -
und da liegen sie jetzt noch! ;-) Bei anderen Roehren
bist Du staendig am Nachstellen... bis das Poti den
Anschlag erreicht. Die Svetlana-EL34 ist ein genauer
Nachbau der alten Mullard-EL34, die damals die beste EL34
war.


Ciao, Horst

Klaus Hauptmann

unread,
Feb 19, 1998, 3:00:00 AM2/19/98
to

Hallo Peter!

Antwort auf eine Message von Peter Weiss an *:

PW> Hallo!

PW> Weiss zufaelligerweise jemand, wo man fuer die aelteren Ausgaben der


PW> Zeitschrift ELRAD ein Jahresinhaltsverzeichnis in elektronischer Form

PW> (ASCII) auftreibt? (per Fido-Filerequest, oder per ftp uebers
PW> Kindernet).

PW> Ich bin naemlich (wieder mal) auf der Suche nach Roehrenschaltungen fuer
PW> Audio-Verstaerker, die in der ELRAD in den vergangenen Jahren (so
PW> zwischen ca. 1984 und 1993) ziemlich regelmaessig beschrieben waren.
PW> Diese Beschreibungen machten einen ziemlich kompetenten Eindruck, ich
PW> habe auch ein paar ELRADs, aber eben nicht alle (btw: will vielleicht
PW> hier jemand seine ELRAD-Sammlung loswerden?).

Ich suche die Schaltung "Roehren-Eintopf" oder so aehnlich, mit KT88 in
Eintakt-A Triodenschaltung auch aus einer aelteren Elrad.
Falls du sie hast, kannst du mir ne Info zukommenlassen.

PW> Insbesondere bin ich auf der Suche nach einer Endstufenschaltung mit
PW> 4x EL 34 (PPP) in Ultralinear-Schaltung. Der Autor Gerhard Haas hatte
PW> da in der Vergangenheit einiges in der ELRAD zu diesem Thema
PW> geschrieben.

Der hat einen Laden.

Experience Electronics
Weststrasse 1
D-89542 Herbrechtingen
07324-5318

Frag mal da nach, der hat auch einiges an Zubehoer (Katalog).

Servus, Klaus!

Peter Weiss

unread,
Feb 20, 1998, 3:00:00 AM2/20/98
to

Hallo Horst!

Am 18 Feb 98 schriebst Du an mich:

PW>> Aber ich sehe mit Freuden: /der/ Fisch hat angebissen!

HAM> Hohohoo... ich habe seit Wochen ueber eine Fido-Mail nicht
HAM> mehr so gelacht! ;-)

Dann freut es mich umso mehr, dass ich hiermit zu einer gesunden
Zwerchfellmassierung beitragen konnte. :)


PW>> bin zwar noch teilweise mit Roehren grossgeworden,
HAM> Wobei Du die Roehren an Groesse inzwischen uebertriffst, oder? ;-)

Ja... schon irgendwie.. ausserdem habe ich im Alter von ca. 4 bis 5 Jahren
(etwa der Beginn meiner Elektrobastelzeit) noch absolut keine Ahnung von
Roehren
gehabt. Allerdings habe ich es im Alter von 6 Jahren immerhin geschafft, den
Seilzug des (Roehren-) Radios meiner Eltern zu reparieren, was mein Vater
(Diplom- Bauingenieur) nicht hingekriegt hatte. Mit 6.75 Jahren kam ich dann
in
die Schule...


HAM> So ist es, seh'n wir mal...

Asche ueber mein Haupt, ich habe natuerlich PPP mit Gegentakt-Endstufe
verwechselt... peinlich...

Also, ich meinte natuerlich Gegentakt-Endstufe, ne PPP ist mir zu aufwendig
(und
bringt wohl keine so wesentlichen Vorteile).


HAM> PPPs zu malen, habe aber zum Glueck schon gelesen, dass
HAM> Du den Haas bestellt hast. Damit eruebrigt sich das, denn Haas
HAM> stellt das PPP ausfuehrlich dar.

Jaja, hab's gelesen, und da ist es mir dann auch wieder eingefallen. Tja, ist
halt doch ne Zeit her, dass ich meine letzte Roehrenschaltung aufgebaut hatte.


PW>> 19"-Einschuebe verfrachtet werden. 19"-Baugruppentraeger habe ich

PW>> genuegend hier rumliegen.
HAM> OK, ich sehe, Du kannst aus dem Vollen schoepfen! ;-) Deshalb der erste

Aber natuerlich, es hat ja schliesslich nicht jeder eine Stereoanlage in
19"-Technik! :-))


HAM> Tip. Der Trafo muss unbedingt in ein separates Gehaeuse,

Das Gehaeuse vorzugsweise aus Mu-Metall? Muss mal sehen, ob ich da noch ein
paar
Platten hier habe, ansonsten tut's auch gewoehnliches Schwarzblech mit 3 mm
Dicke.


HAM> Trafo, wie man ihn braucht, verstroemt so starke Streufelder,

Wie sieht es denn aus mit nem Ringkerntrafo? Hast Du schon mal sowas
ausprobiert? Ich habe hier ne Firma an der Hand (in Muenchen), die Ringkerne
bewickeln kann. So nen Trafo mit Heiz- und Anodenwicklung habe ich als fertigen
Ringkerntrafo nirgends gefunden, nur mit normalem EI-Kern.

Insgesamt braeuchte ich naemlich 4 Endstufen, und 4 Endstufen + 4 separate
Netzteile gibt dann doch schon einen ganz guten Turm.


HAM> Die Vorstufe und eigentliche Endstufe muessen unbedingt in
HAM> *ein* Gehaeuse und raeumlich dicht beieinander liegen.

Mit "Vorstufe" bezeichnest Du jetzt die Phasenumkehrstufe, oder? Also nicht
den
Vorverstaerker, sondern den Teil zwischen Vorverstaerker und EL 34? Ich hatte
naemlich eigentlich schon (aus Platzgruenden) geplant, jede Endstufe in einen
eigenen 19"-Einschub zu verfrachten (jeweils mit eigenem Netzteil) und den
NF-Eingang (775 mV) ueber symmetrische Kabel (natuerlich mit XLR-Steckern) aus
dem
Vorverstaerker versorgt.


HAM> OK, dazu eine Anmerkung. Das Prinzip 4xEL34 pro Kanal in
HAM> Ultralinear bringt IMHO das beste Preis-Leistungsverhaeltnis.

So ziemlich genau das habe ich mir auch gedacht, das ist auch mein Favorit.

HAM> Leider kann ich mich ausgerechnet mit *der* Schaltung, die
HAM> Haas vorstellt, nicht anfreunden. Du wirst's ja sehen, S. 166.

Ja, hab's gesehen.

HAM> Die Gruende: Er verwendet die ECC82 als Vorstufenroehre und
HAM> im Phasensplitter - schlecht. Man bekommt keine vernuenftige
HAM> ECC82 aus laufender Fertigung mehr. Es gibt mindestens 2

Was mich persoenlich nicht so besonders stoert, denn ich habe hier noch einige
E82CC bzw. ECC802S rumliegen (jaja, richtig gelesen, hier kommen natuerlich
nur
Industrie- / Militaerroehren zum Einsatz!).


HAM> anzusteuern. Und die Eingangsschaltung wird *wesentlich*
HAM> einfacher. Ich schicke Dir da eine bessere Schaltung,
^^^^^^^^^

Das ist allerdings ein wesentlicher Punkt, denn jedes Bauteil zuviel im
Signalweg erzeugt irgendwelche Stoerungen. Ich bin mal auf Deine SChaltung
gespannt.

BTW: in dem Buch von Haas ist auf S. 169 eine Tabelle mit den verschiedenen
Roehrenbestueckungen und den zugehoerigen Trafos. Irgendwie werde ich da aber
nicht
ganz schlau draus, denn es gibt hier zweimal eine Bestueckung mit 4x EL34, aber
mit unterschiedlichem Ausgangsuebertrager. Mit dem B-434 S kommt man auf 67W
bei
0.48% Klirr, und mit dem A-434 S auf 115W bei 2% Klirr (1% bei 50 W). Sind das
beides Uebertrager fuer Ultralinear, oder ist der A-434 S nur fuer eine normale
Gegentaktendstufe und bringt daher mehr Leistung?

Generell: kann man die Ausgangsuebertrager von Haas empfehlen?


Aber irgendwie passen da auch die restlichen Angaben auf dieser Seite nicht
zusammen. Mit dem Uebertrager A-234 S fuer 2x EL34 kriegt man auch 66W,
allerdings bei 3% Klirr, was schon recht viel ist. Ausserdem ist hier der
Klirr
bei 1 W auch schon recht hoch. Dagegen ist hier eine Verstaerkung von 18 dB
und
eine Eingangsempfindlichkeit von 2V angegeben, bei der naechsten Schaltung mit
4x
EL34 (67 W) auch eine Verstaerkung von 18 dB, aber eine Eingangsempfindlichkeit
von 0.7V. Letzteres kann irgendwie nicht so ganz stimmen, denn bei 67 W
Ausgang
(an 4 Ohm) und einer Eingangsspannung von 0.7 V ergibt sich eine (Spannungs-)
Verstaerkung von etwas mehr als 27 dB.


HAM> Beides symmetrisch? Also nicht nur die Eingaenge? Am Eingang
HAM> waere es mit einem Uebertrager zwar teuer, aber perfekt zu
HAM> loesen... bei den Ausgaengen muss ich noch ueberlegen ;-)

Naja.. =:) der Ausgang vom Plattenspieler ist (inzwischen) quasisymmetrisch,
die Tonbandgeraete haben groesstenteils auch symmetrische Ein- und Ausgaenge
etc.

BTW: hast Du eigentlich nen Tip fuer einigermassen gute NF-Uebertrager, 1:1,
600
Ohm, die nicht gleich 150 DM pro Stueck kosten?


HAM> Svetlana. Ich habe viel probiert. Tesla, National aus China,

Aha.

HAM> Anschlag erreicht. Die Svetlana-EL34 ist ein genauer
HAM> Nachbau der alten Mullard-EL34, die damals die beste EL34
HAM> war.

Ich muss mal bei Gelegenheit mein Roehrenlager durchforsten, da muessten auch
etliche EL34 diverser Hersteller dabei sein...

CU Peter

Peter Weiss

unread,
Feb 21, 1998, 3:00:00 AM2/21/98
to

Hallo Horst!

Am 16 Feb 98 schriebst Du an Horst A. Maier:

HK> Lautstaerken (ueber 1 Watt schaetzensweise) setzt Begrenzung ein

HK> (Bummsartige Baesse). Ist das normal oder kann das mit der Alterung der
HK> Roehren zusammenhaengen?

Kann sein, kann aber ebensogut auch mit Alterung der Kondensatoren im Netzteil
zusammenhaengen. Wenn der Elko im Netzteil fuer laengere Impulse nicht mehr den
Strom liefern kann, bricht die Anodenspannung weg. Auf einem Oszi sollte man
sowas sehr gut beobachten koennen.

CU Peter

Horst A. Maier

unread,
Feb 22, 1998, 3:00:00 AM2/22/98
to

Hallo Peter !

Du meintest neulich zum Thema "Re^2: Roehrenendstufe" :

HAM>> So ist es, seh'n wir mal...

PW> Asche ueber mein Haupt, ich habe natuerlich PPP mit Gegentakt-Endstufe
PW> verwechselt... peinlich...

Ach wo, wer kennt diese Dinge heute *ueberhaupt* noch?

PW> Also, ich meinte natuerlich Gegentakt-Endstufe, ne PPP ist mir zu aufwendig
PW> (und bringt wohl keine so wesentlichen Vorteile).

Ein Vorteil waere: Du koenntest den Ausgangstrafo als Spartrafo
auslegen. Keine wilden Verschachtelungen der Wicklungen, die
Ansteuerung ueber die Katoden ist ja schon recht niederohmig.
Nur haettest Du im Fehlerfall die Anodenspannung direkt an
den Lautsprechern.. :-( Bleibt also eine Loesung mit Sekundaer-
wicklung, wo das Veschachteln wieder losgeht...

HAM>> Tip. Der Trafo muss unbedingt in ein separates Gehaeuse,

PW> Das Gehaeuse vorzugsweise aus Mu-Metall? Muss mal sehen, ob ich da noch ein
PW> paar Platten hier habe, ansonsten tut's auch gewoehnliches Schwarzblech mit
PW> 3 mm Dicke.

Tut es auf jeden Fall - es macht allein der raeumliche Anstand.

HAM>> Trafo, wie man ihn braucht, verstroemt so starke Streufelder,

PW> Wie sieht es denn aus mit nem Ringkerntrafo? Hast Du schon mal sowas
PW> ausprobiert?

Mein nachtraeglich ausgelagerter Trafo ist ein solcher. Ich mache
in Zukunft einen weiten Bogen drumrum, wenn's um HiFi geht.
Gut, wenn er ausgelagert wird, spielt es keine Rolle mehr.
Die Teile haben niedrige Streuverluste und erlauben deshalb
schoen *steile Ladestromflanken*, vor allem wenn man dicke, gute
Elkos am Gleichrichter hat. Und da faengt das Drama an: Die
Wicklung strahlt ein dermassen breites Stoerspektrum ab, dass
man zum nachtraeglichen Schirmen nicht genug Platz hat.
Das ist auch der Grund, weshalb man in Vorverstaerkern mit
Trafo *im* Gehaeuse weich ausgelegte Trafos mit herkoemmlichen
Schnitten bevorzugt.

PW Ich habe hier ne Firma an der Hand (in Muenchen), die
PW> Ringkerne bewickeln kann. So nen Trafo mit Heiz- und Anodenwicklung habe
PW> ich als fertigen Ringkerntrafo nirgends gefunden, nur mit normalem
PW> EI-Kern.

Wenn Du den Trafo auslagerst, ist Ringkern OK. Nur plane gleich
eine Einschaltverzoegerung mit ein, wie sie Haas vorschlaegt.
Weniger wegen der Haushaltssicherung... der Netzschalter macht
es sonst nicht lange mit.

PW> Insgesamt braeuchte ich naemlich 4 Endstufen, und 4 Endstufen + 4 separate
PW> Netzteile gibt dann doch schon einen ganz guten Turm.

Hohoho... gibt das eine Pilot-Produktion fuer einen professionellen
Einstieg? ;-)

HAM>> Die Vorstufe und eigentliche Endstufe muessen unbedingt in
HAM>> *ein* Gehaeuse und raeumlich dicht beieinander liegen.

PW> Mit "Vorstufe" bezeichnest Du jetzt die Phasenumkehrstufe, oder?

Ja, und die davorliegende Vorstufe. Als die erste Stufe, die fuer
die Empfindlichkeit von ca. 1V sorgt.

PW> Also
PW> nicht den Vorverstaerker, sondern den Teil zwischen Vorverstaerker und EL
PW> 34? Ich hatte naemlich eigentlich schon (aus Platzgruenden) geplant, jede
PW> Endstufe in einen eigenen 19"-Einschub zu verfrachten (jeweils mit eigenem
PW> Netzteil) und den NF-Eingang (775 mV) ueber symmetrische Kabel (natuerlich
PW> mit XLR-Steckern) aus dem Vorverstaerker versorgt.

Ja, so hatte ich mir das gedacht.

HAM>> Haas vorstellt, nicht anfreunden. Du wirst's ja sehen, S. 166.

HAM>> Die Gruende: Er verwendet die ECC82 als Vorstufenroehre und
HAM>> im Phasensplitter - schlecht. Man bekommt keine vernuenftige
HAM>> ECC82 aus laufender Fertigung mehr. Es gibt mindestens 2

PW> Was mich persoenlich nicht so besonders stoert, denn ich habe hier noch
PW> einige E82CC bzw. ECC802S rumliegen (jaja, richtig gelesen, hier kommen
PW> natuerlich nur Industrie- / Militaerroehren zum Einsatz!).

Es ist trotzdem keine gute Idee. Eine Gegenkopplung tut dann gut,
wenn genug Leerlaufreserve vorhanden ist - wie bei der ECC83
mit einem u von 100. Wenn bei der ECC82 schon die Leerlauf-
verstaerkung schwaechelt, reisst es die Gegenkopplung nicht mehr
raus.

HAM>> anzusteuern. Und die Eingangsschaltung wird *wesentlich*
HAM>> einfacher. Ich schicke Dir da eine bessere Schaltung,

PW> ^^^^^^^^^
PW>
PW> Das ist allerdings ein wesentlicher Punkt, denn jedes Bauteil zuviel im
PW> Signalweg erzeugt irgendwelche Stoerungen. Ich bin mal auf Deine SChaltung
PW> gespannt.

Eben, das kommt noch dazu. Meine Endstufe war ja ein Fertiggeraet,
aber mittlerweile ist nichts mehr Original. Ich habe sogar da
noch ein System pro Eingang eingespart.

PW> BTW: in dem Buch von Haas ist auf S. 169 eine Tabelle mit den
PW> verschiedenen Roehrenbestueckungen und den zugehoerigen Trafos. Irgendwie
PW> werde ich da aber nicht ganz schlau draus, denn es gibt hier zweimal eine
PW> Bestueckung mit 4x EL34, aber mit unterschiedlichem Ausgangsuebertrager.
Mit
PW> dem B-434 S kommt man auf 67W bei 0.48% Klirr, und mit dem A-434 S auf
PW> 115W bei 2% Klirr (1% bei 50 W).

Das ist IMHO ein Druckfehler - von denen gibt es einige, so hat
das Teil einen Eingangswiderstand von *100kW*! Gut kuehlen kann ich
da nur sagen. ;-)

Wie es wirklich gemeint ist, ist leider nicht herauszukriegen.
Eigentlich ein dicker Mangel des Buchs an der Stelle...

PW> Sind das beides Uebertrager fuer
PW> Ultralinear, oder ist der A-434 S nur fuer eine normale Gegentaktendstufe
PW> und bringt daher mehr Leistung?

So muss es wohl sein, aber sicher weiss ich es auch nicht.

PW> Generell: kann man die Ausgangsuebertrager von Haas empfehlen?

Ich kenne sie leider nicht. Ich kenne nur die Teile von Welter.
Ist dir der ein Begriff?

PW> Aber irgendwie passen da auch die restlichen Angaben auf dieser Seite
PW> nicht zusammen. Mit dem Uebertrager A-234 S fuer 2x EL34 kriegt man auch
PW> 66W, allerdings bei 3% Klirr, was schon recht viel ist.

Ist IMHO Augenwischerei, 50W waere ehrlicher.

PW> Ausserdem ist hier
PW> der Klirr bei 1 W auch schon recht hoch. Dagegen ist hier eine
PW> Verstaerkung von 18 dB und eine Eingangsempfindlichkeit von 2V angegeben,
PW> bei der naechsten Schaltung mit 4x EL34 (67 W) auch eine Verstaerkung von
18
PW> dB, aber eine Eingangsempfindlichkeit von 0.7V. Letzteres kann irgendwie
PW> nicht so ganz stimmen, denn bei 67 W Ausgang (an 4 Ohm) und einer
PW> Eingangsspannung von 0.7 V ergibt sich eine (Spannungs-) Verstaerkung von
PW> etwas mehr als 27 dB.

Wie gesagt, wenn ich vor haette, diese Schaltungen zu bauen, wuerde
ich beim Verlag/Verfasser anfragen und nicht locker lassen...

PW> BTW: hast Du eigentlich nen Tip fuer einigermassen gute NF-Uebertrager,
1:1,
PW> 600 Ohm, die nicht gleich 150 DM pro Stueck kosten?

Hast Du mal bei Picatron nachgesehen? Welter ist teuer, und andere
kenne ich leider auch nicht. Bei mir ist alles asymmetrisch.

HAM>> Svetlana. Ich habe viel probiert. Tesla, National aus China,

PW> Ich muss mal bei Gelegenheit mein Roehrenlager durchforsten, da muessten
auch
PW> etliche EL34 diverser Hersteller dabei sein...

Du hast's gut! ;-)

Die Schaltung geht naechste Woche raus.

Ciao, Horst

Peter Weiss

unread,
Feb 23, 1998, 3:00:00 AM2/23/98
to

Hallo Horst!

Am 22 Feb 98 schriebst Du an mich:

[Ringkerntrafos]
HAM> Elkos am Gleichrichter hat. Und da faengt das Drama an: Die
HAM> Wicklung strahlt ein dermassen breites Stoerspektrum ab, dass
HAM> man zum nachtraeglichen Schirmen nicht genug Platz hat.

Au weia..

HAM> Wenn Du den Trafo auslagerst, ist Ringkern OK. Nur plane gleich

Hm.. ich wuerde immer noch eine kompaktere Version bevorzugen, bei der z. B.
links im Einschub der Trafo mit Netzteil (Gleichrichter, Siebelkos, Drossel,
Spannungsregelung etc.) ist und rechts die Endstufe mit Uebertrager.

Auf den Fotos in dem Buch sind der Netztrafo und die Ausgangsuebertrager auch
immer recht dicht beisammen (freilich um 90o gedreht).

Haelst Du es aufgrund Deiner bisherigen Erfahrungen fuer moeglich, sowas
einigermassen brummarm so kompakt (in einem 19"-Einschub") aufzubauen?


PW>> Insgesamt braeuchte ich naemlich 4 Endstufen, und 4 Endstufen + 4

HAM> Hohoho... gibt das eine Pilot-Produktion fuer einen professionellen
HAM> Einstieg? ;-)

Ne, das weniger, eher eine komplette Beschallung meiner Wohnung hier. Fuer den
Anfang werden das wohl erst mal nur zwei Endstufen, der Vollausbau mit vier
Endstufen ist eine Option fuer verregnete Sommertage.


HAM> mit einem u von 100. Wenn bei der ECC82 schon die Leerlauf-
HAM> verstaerkung schwaechelt, reisst es die Gegenkopplung nicht mehr
HAM> raus.

Das ist natuerlich ein nicht zu verachtendes Argument. Ich bin mal auf Deine
Schaltung gespannt...


HAM> Ich kenne sie leider nicht. Ich kenne nur die Teile von Welter.
HAM> Ist dir der ein Begriff?

Noch nicht, aber ich habe so den Eindruck, als ob sich das bald mal aendern
wird.
:-)


HAM> Wie gesagt, wenn ich vor haette, diese Schaltungen zu bauen, wuerde ich
HAM> beim Verlag/Verfasser anfragen und nicht locker lassen...

Ich habe selber mal bei einem Fachverlag gearbeitet, ich kann mir ungefaehr
vorstellen, was da abgeht. Nachdem ich allerdings schon die zweite Auflage des
Buches hier in Haenden halte, wundert es mich allerdings doch etwas.


HAM> Die Schaltung geht naechste Woche raus.

Ich freu mich schon drauf!

CU Peter

Horst A. Maier

unread,
Feb 25, 1998, 3:00:00 AM2/25/98
to

Hallo Horst !

Du meintest neulich zum Thema "Re: Roehrenendstufe" :

HK> Ich denke das die Enstufe so 3-4 Watt bringen sollte. Bei hoeheren


HK> Lautstaerken (ueber 1 Watt schaetzensweise) setzt Begrenzung ein

(Bummsartige
HK> Baesse). Ist das normal oder kann das mit der Alterung der Roehren
HK> zusammenhaengen?

In Ergaenzung zu meiner vorigen Mail: Ich habe mein Datenbuch
inzwischen wieder gefunden ;-)

Die ECLL 800 hat pro L-System 6W max. Anodenverlustleistung,
sie sollte also pro Kanal ca. 2.7W bringen koennen,
das sind an einem 4Ohm-Lautsprecher 3.3Veff,
also 9.3Vs-s. Bei dieser Spannung darf man gerade
eine leichte Abflachung der Spitzen erkennen.
Falls die Spannnug schon bei niedrigerer Spannung deutlich
begrenzt, ist die Roehre muede geworden. Andere moegliche
Ursachen waeren: Die Elkos, die die Katodenwiderstaende der
L-Systeme ueberbruecken, sind defekt. Dann ist der Bass aber
typischerweise leise, er fehlt eher als dass er bumst.

Andere Moeglichkeit,
wie schon erwaehnt: Die Elkos, die die Anodenspannung sieben,
haben C verloren und die Anodenspannung bricht bei dieser
Belastung im Bassbereich ein.

Mit diesen Angaben solltest Du mit ein paar Messungen in der
Lage sein, die Ursache fuer den schlechten Klang zu finden.

Es ist halt so: 2.7W ist nicht viel. Die EL84, die man sonst
in alten Roehrenradios findet, bringt 5.6W. Bei 2.7W darf
man im Bassbereich nicht allzuviel erwarten.

Die Wattangaben gelten zudem unter der Annahme, dass der
Entwickler die Roehren an die Grenzen gefahren hat und
die Spannungen und sonstigen Bauteile noch 100%ig
auf der Hoehe sind.

Ciao, Horst

Horst A. Maier

unread,
Feb 25, 1998, 3:00:00 AM2/25/98
to

Hallo Peter !

Du meintest neulich zum Thema "Re^3: Roehrenendstufe" :

HAM>> Wenn Du den Trafo auslagerst, ist Ringkern OK. Nur plane gleich

PW> Hm.. ich wuerde immer noch eine kompaktere Version bevorzugen, bei der z.
PW> B. links im Einschub der Trafo mit Netzteil (Gleichrichter, Siebelkos,
PW> Drossel, Spannungsregelung etc.) ist und rechts die Endstufe mit
PW> Uebertrager.
PW> Auf den Fotos in dem Buch sind der Netztrafo und die Ausgangsuebertrager
PW> auch immer recht dicht beisammen (freilich um 90? gedreht).
PW>
PW> Haelst Du es aufgrund Deiner bisherigen Erfahrungen fuer moeglich, sowas
PW> einigermassen brummarm so kompakt (in einem 19"-Einschub") aufzubauen?

Das Problem ist das Wort "einigermassen", und einen sehr grossen (!)
Einfluss haben die Lautsprecher, deren Wirkungsgrad und Basstaug-
lichkeit. Wenn Du wie ich grosse, hochwertige Boxen mit hohem
Wirkungsgrad anschliessen willst, wirst Du damit nicht gluecklich,
wenn nach dem Durchschalten der Anodenspannung ein Brumm im
ganzen Raum hoerbar wird. Wenn Du Tests grosser Endstufen liest,
wirst Du sehen, dass fast immer hoerbare Netzstoerungen bemaengelt
werden und im Rausch-Spektrum kaum Rauschen, aber lauter Spitzen
bei 100, 150...Hz sichtbar sind. Trotz riesiger Elko-Batterien -
eher wegen - und dicken Kupferschienen. Grund sind immer die
dicken Trafos im Gehaeuse. Ich habe halt ueberhaupt keinen
Brumm... ich kann ihn als Kontrabassist auch nicht akzeptieren.
Ich sag mir da: Wenn einer brummt, dann ich! ;-)

Ich wuerde es so machen: Baue den Trafo erstmal ein und sehe,
wie es wird. Wenn es nicht geht, kannst Du den Trafo immer noch
auslagern. In Studios hatte man frueher uebrigens deswegen
"Trafoverbot". Die Netzteile mit den Trafos waren in einem
separaten Raum, in's Studio wurde nur Gleichspannung gefuehrt.
Weil die Brummstoerungen so schlecht vorausberechenbar sind.

HAM>> Ich kenne sie leider nicht. Ich kenne nur die Teile von Welter.
HAM>> Ist dir der ein Begriff?

PW> Noch nicht, aber ich habe so den Eindruck, als ob sich das bald mal aendern
PW> wird. :-)

Sicher, ich leg ein paar Kopien bei.


Ciao, Horst

heinz....@ssgeurope.com

unread,
Feb 27, 1998, 3:00:00 AM2/27/98
to

Hallo Horst,

da ich zuhause einen (noch) nicht funktionierenden ;-) Subwoofer habe, wollte
ich mal fragen, wie sowas denn grundsaetzlich funktioniert (bevor ich einen
Blick reinwerfe und noch mehr graue Haare bekomme)...

Vielleicht besteht ja noch Hoffnung, den zum Leben zu erwecken... ;-)

Gruesse aus Watford, UK

Heinz

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Joe Kotroczo

unread,
Mar 2, 1998, 3:00:00 AM3/2/98
to

Salut Peter,

[...]


PW> Haelst Du es aufgrund Deiner bisherigen Erfahrungen fuer moeglich, sowas
PW> einigermassen brummarm so kompakt (in einem 19"-Einschub") aufzubauen?

Dass es geht, beweisst eine (deutsche) Firma, die sowas fuer die P.A.-Anwendung
herstellt. Allerdings nicht gerade billig.

Ich empfehle einen Besuch auf der Musikmesse, die muessten dort vertreten sein.


bye ....
Joe

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