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Rechte in der Anti-AKW-Bwegung ?!

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Olaf Hangs

unread,
May 3, 1997, 3:00:00 AM5/3/97
to

aus: /CL/ANTIFA/ALLGEMEIN
vom: 01.05.97
von: O.G...@JPBERLIN.BerliNet.de

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Wir hatten in Berlin in der letzten Woche zwei Veranstaltungen zum
Themenkomplex "Rechte Oekologie", bei denen wir auf Wunsch des
veranstaltenden Anti-Atom-Plenums auch auf rechte Personen/Organisationen/
Ideologiebausteine in der Anti-Atom-Bewegung eingehen wollten. Anlass fuer
diese Veranstaltung war unter anderem das Auftauchen von OeDPlern im Plenum
sowie insbesondere das Anti-Atom-Engagement des Berliners Kai Horstmann,
Aktivist der OeDP (nach eigener Angabe sogar mal Landesvorsitzender in
Hamburg) und mittlerweile auch der reaktionaeren Psycho-Sekte
"Humanistosche Bewegung" (nicht zu verwechseln mit Humanistischem Verband
oder Humanistischer Union).
Bei der Beschaeftigung mit dem Komplex "Rechte Oekologie" waren mir vor
allem fuer die sechziger und siebziger Jahre Ueberschneidungen zur Anti-Atom-
Bewegung aufgefallen, denn in dieser Zeit gehoerte der gruenbraune "Weltbund
zum Schutze des Lebens" (WSL) (um Guenter Schwab, Max-Otto-Bruker, Ernst-
Otto Cohrs und Werner-Georg Haverbeck) noch zu den bedeutendsten
Organisation in der bundesdeutschen Bewegung. Selbst Neofaschisten aus dem
Umfeld der Ludendorffer-Sekte "Bund fuer Gotterkenntnis" wie Walther Soyka
und Roland Bohlinger kaempften mit ihren Organisationen "Institut fuer
biologische Sicherheit" und Hartmut-Gruendler-Klaegerverband fuer
Volksgesundheit und biologische Sicherheit" an vorderster Front. In
Oesterreich (Zwentendorf) hatten Reaktionaere wie Konrad Lorenz eine
einflussreiche Rolle. Ihr Engagement basierte im wesentlichen auf einem
Lebensschutzkonzept, welches in der Atomkraft eine Gefahr fuer die
natuerliche Auslese und das deutsche/arische Erbgut sah. Nach aussen haben
sie dies aber selten offen vertreten, es fragte, wie in "single-purpose-
movements" ueblich, aber auch kaum jemand danach, frei nach dem Motto "Der
Feind meines Feindes ist mein Freund".
Diese Leute und Organisationen spielen heute keine Rolle mehr im
Widerstand. Sie wurden entweder enttarnt oder sind mittlerweile einfach
auch schon zu alt bzw. verstorben.
Wenn aber in der "Jungen Freiheit" vom 14. Maerz 1997 zu lesen steht, dass
sich auch Aktivisten der OeDP-Rechtsabspaltung "Unabhaengige Oekologen
Deutschlands", allen voran der Oekofaschist Baldur Springmann, an den
Demonstartionen der Baeuerlichen Notgemeinschaft beteiligt haben, dann
zeigt dies, ebenso wie das Beispiel des Berliners Kai Horstmann, das das
Warten auf eine "biologische Loesung" des Problems naiv waere.
Eine Auseinandersetzung mit der Problematik findet in der Bewegung aber so
gut wie nicht statt. Selbst in dem kuerzlich erschienen Buch "... und auch
nicht anderswo! Die Geschichte der Anti-AKW-Bewegung" ist dazu kaum etwas
zu lesen. Der WSL wird in der "Chronik der Bewegung" allenfalls mit dem
Attribut "rechtslastig" bedacht, bei Walther Soyka fehlt sogar jegliches
Attribut. Der geht dort einfach nur als Anwalt durch. Sogar Kai Horstmann
ist in dem Buch vertreten, mit einem grossen Foto, das er in seiner
Eigenschaft als Pressefotograf des Berliner Hetz-Boulevardblatts "B.Z."
juengst bei der Raeumung der Blockade in Dannenberg schoss.
Um das noch einmal klarzustellen. Ich will hier nicht einer rechten
Unterwanderung der Anti-Atom-Bewegung das Wort reden. Es gibt dort heute
keine bedeutenden Organisationen mehr, die explizit rechtes Gedankengut
vertreten. Auch in den Chor, der zumeist pauschal von "den" konservativen
Bauern spricht, will ich hier nicht einstimmen. Dennoch halte ich es fuer
sinnvoll und notwendig, gerade in einer Zeit, wo die Bewegung wieder neuen
Aufschwung erhaelt, klare Trennlinien nach rechts zu ziehen und nicht mit
jedem ungefragt zusammenzuarbeiten, der gegen Atomanlagen und
Atommuelltransporte ist. Es gilt, die Rechten in der Bewegung zu isolieren.
Es gilt aber auch, sich mit den problematischen Ideologiebausteinen
auseinanderzusetzen, die in der Bewegung vorliegen. Dazu zaehlt etwa die
undifferenzierte Verwendung der Kategorie des "Lebens" ("Gorleben soll
leben", "Wenn Ihr unser Leben nicht achtet, achten wir Eure Gesetze nicht"
usw.), deren Naehe zu reaktionaeren Lebensschutzkonzepten offenkundig ist,
den jeweiligen Verwendern dieser Parolen zumeist aber gar nicht klar sein
duerfte. Auch die latente Behindertenfeindlichkeit, die sich in den beinahe
apokalyptischen Warnungen vor Missbildungen durch Radioaktivitaet (neben der
berechtigten Sorge) auch zeigt, waere eine Debatte wert (hierzu ein
Literaturtip: Franz Christoph/Christian Muerner: Der Gesundheitsfetisch.
Ueber Inhumanes in der Oekologiebewegung. Asanger Verlag, Heidelberg)
Da der diesbezuegliche Wissensstand aber momentan insgesamt sehr gering
ist, gilt es wohl zunaechst einmal Augen und Ohren offnzuhalten,
Informationen zu sammeln, Diskussionen zu fuehren. Die Probleme treten
nicht immer so massiv und offenkundig auf, wie bei der Garching-Demo
waehrend der Muenchner Herbstkonferenz 1995, als man sich auf der Demo
inmitten eines OeDP-Fahnenmeers wiederfand. Gleichzeitig halte ich
undifferenzierte Diffamierungen à la "Franz Alt ist mal im Wendland
aufgetreten, also ist der Widerstand dort jetzt von rechts unterwandert"
fuer absolut kontraproduktiv. Hier gilt die Devise "Genauer zielen". Mit
der in der Antifa leider oft ueblichen Argumentationskette (Person A(lt)
kennt Faschisten B, arbeitet mit Rechtsextremist C zusammen, wirbt fuer die
oekofaschistische Partei XYZ und hat ein Buch geschrieben, von der Koryphaee
Z sagt, es sei in Teilen antisemitisch) wird man in den seltensten Faellen
ueberzeugen koennen. Sie fuehrt tendenziell eher zu Solidarisierungen bei den
zumeist unbedarften Adressaten und kann eine explizit inhaltliche
Argumentation deshalb nur ergaenzen, aber nicht ersetzen.


Ueber weitere Infos zum Thema (Literatur-/Pesonenen-/Organsationshinweise;
Ereignisse und Anekdoten) freue ich mich sehr.

Oliver Geden


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weltweiter_mindestl...@gmx.de

unread,
Sep 8, 2018, 8:20:40 PM9/8/18
to
Am Samstag, 3. Mai 1997 09:00:00 UTC+2 schrieb Olaf Hangs:
Sag mal Oliver Geden - gehts noch? Wer solche Hetzartikel schreibt sollte sich nicht über die Bild-Zeitung aufregen, für die ich nicht gearbeitet habe.

Ebenfalls völliger Unsinn ist, dass ich für die BZ Castortransporte fotografiert habe. Ich bin da aufgewachsen und deshalb gab es zwar eine Anfrage, die ich aber rigoros abgelehnt habe. Zudem kommt es nicht gut, wenn ein Pressevertreter mit einem Stop-Castor-T-Shirt über solch ein Ereignis berichtet. Und a gibt es wohl genug Bilder, denn das Hemd habe ich immer bei solch einem Castortransport getragen. DA WAR ICH REIN PRIVAT.

Genauso dämlich ist es, mich mit Baldur Springmann in einem Topf zu werfen, den ich nur vom Namen her kenne.

Gut, der Artikel wurde vor 21 Jahren geschrieben und da kann viel passiert sein. Ich habe den durch Zufall entdeckt und fordere dich hiermit auf, diesen zusammengewürfelten Schwachsinn zu löschen. Diesen hättest du nicht geschrieben, wenn du da minimalste an Recherche gemacht hättest und mich mal zu dem Blödsinn gefragt hättest.

Aber vielleicht sitzt du jetzt schon auf ein Managersessel und kannst dich an diesen Blödisinn, den du da geschrieben hast, nicht mehr erinnern, während ich immer noch die Welt verbessern möchte und mich gegen Rassismus und für Umweltschutz einsetze.

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