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unread,May 24, 2005, 5:59:54 AM5/24/05Sign in to reply to author
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Elisabeth ("Betty") Hoffmann schreibt in ihrer "Hoffmann´schen
Familien-Chronik"
"Im neuen Jahr [1817] wurde Vater [Bettys Schwiegervater, Johann Peter
H.] die Landstelle Müüriku bei der Kirche zu Klein-Marien zum Kauf
angeboten; und obgleich das Haus alt und klein, ein Garten kaum
vorhanden - der Platz dazu nur unbedeutend, waren die Eltern doch froh
wieder ein eigenes Heim zu besitzen. ......Sie benannten ihre Besitzung
Marienhof.........
Am 30.April [1890] starb Schwester Minna, am 5. Mai wurde sie begraben.
Ich habe seitdem Marienhof nicht wiedergesehen. Für mich, für uns
Geschwister alle, wurde es an jenem Tage zu Grabe getragen.
Im Herbst [1890] verließ Bruder Georg Marienhof, zog mit den Töchtern
nach Reval, im Frühling darauf wurde es verkauft nachdem es 74 Jahre
in Hoffmann´schen Besitz gewesen [war]."
Nachdem im Rundbrief 2001 über unseren Vorfahren Johann Peter
berichtet wurde, sollen hier nun noch weitere Informationen über
unseren "Marienhof" zusammengetragen werden.
Leider lässt sich nicht mehr festellen, wer im Frühjahr 1891 das
Hoffmann´sche Anwesen gekauft hat.
Doch nur zwei Jahre später kam der Marienhof- oder"Müüriku mois" wie
er jetzt wohl hieß - an die Familie Allik. In einem Archiv in Tallinn
findet sich überdies der Hinweis, dass der Gutshof damals sowohl einen
Arzt als auch eine Krankenstation beherbergte.
Die estnische Landreform von 1920 führte dann zur Verstaatlichung des
"Marienhofs", aber offenbar schon 1928 hat die Enkeltochter des Allik,
Helmi Kitsberg , das Gut sowie zwei weitere Bauernhöfe (wohl
gleichfalls im Gebiet des Kirchspiels Klein-Marien) zurückgekauft.
Vermutlich 1940, zu Beginn der ersten sowjetischen Okkupation, hat
Helmi Kitsberg dann den "Marienhof" dem Staat "geschenkt", zum
"Ausgleich" bekam sie zunächst Wohnrecht und wurde später auch nicht
nach Sibirien deportiert.
Aber schon zu Beginn der 50ziger Jahre wurden Helmi Kitsberg dann doch
die genannten "Vergünstigungen" genommen und sie musste den
"Marienhof" verlassen. Sie hat zeitweise in Väike-Maarja (Klein
Marien) gelebt und fand auf dem dortigen Friedhof [wohl im Jahre 1960]
- genau wie auch unsere Vorfahren - ihre letzte Ruhestätte.
Der "Marienhof" war dann bis zum Jahre 1991 (dem Ende der
kommunistischen Herrschaft) Teil der "Uus-Elu- Kolhoos" [die das Gebiet
um Triigi und Väike- Maarja umfasste].
Das ehemals prächtige Anwesen ist heute "just a brown wooden house
with eight apartments" .