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May 30, 2011, 10:52:22 AM5/30/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 30. Mai 2011

Top-Meldungen

Schwarz-gelbe Koalition beschließt vollständigen Atomausstieg bis spätestens Ende 2022

Die Regierungskoalition hat nach stundenlangen Verhandlungen in der Nacht zum 30.05.2011 den vollständigen Atomausstieg bis spätestens Ende 2022 beschlossen. Wie «sueddeutsche.de» berichtet, soll der Großteil der Atomkraftwerke bereits bis 2021 abgeschaltet werden, womit die noch 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung gekippt worden sei. Die sieben ältesten Meiler und das Kraftwerk Krümmel blieben abgeschaltet, an der Brennelementesteuer werde festgehalten. Während Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sich zufrieden zeige, haben Opposition und Umweltverbände zum Teil heftige Kritik geübt. Der Energiekonzern RWE erwägt rechtliche Schritte gegen den Ausstiegsbeschluss.

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Leutheusser-Schnarrenberger will alle Sicherheitsgesetze von Experten überprüfen lassen

Der Koalitionsstreit über die Anti-Terror-Gesetze geht in eine neue Runde. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will bis Ende 2011 alle Sicherheitsgesetze von Experten überprüfen lassen, bevor die Entscheidung über eine Verlängerung fällt. Die Union drückt dagegen weiter aufs Tempo. Sollten die Gesetze im Januar 2012 auslaufen, wären Menschenleben in Gefahr, warnte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

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OVG Koblenz: Altersgrenze für Berufung in Beamtenverhältnis ist rechtmäßig

Das Land Rheinland-Pfalz darf die Berufung in das Beamtenverhältnis davon abhängig machen, dass Bewerber das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz entschieden. Die Ansprüche auf Gewährung von Versorgungsbezügen nach der Pensionierung erlaubten die Ansetzung einer Mindestarbeitszeit des Beamten (Urteile vom 13.04.2011, Az.: 2 A 11385/10.OVG, 2 A 10059/11.OVG, 2 A 10068/11.OVG, 2 A 10139/11.OVG und 2 A 10140/11.OVG).

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Bundestag beschließt Änderung des Umwandlungsrechts

Unternehmen sollen von Bürokratie befreit und finanziell entlastet werden. Zu diesem Zweck hat der Bundestag am 26.05.2011 eine Änderung des Umwandlungsgesetzes beschlossen. Ziel ist es nach Angaben des Bundesjustizministeriums vom 27.05.2011, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Mit der Gesetzesänderung soll außerdem eine EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden.

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Bundesrat gibt grünes Licht für Rentenerhöhung

Der Bundesrat hat den Weg frei gemacht für eine bescheidene Rentenerhöhung und die Verlängerung der Antragsfrist für Leistungen aus dem Hartz-Bildungspaket. Nach dem Beschluss vom 27.05.2011 bekommen die gut 20 Millionen Rentner wie vorgesehen zum 01.07.2011 genau 0,99 Prozent mehr. Der Aufschlag ergibt sich aus dem deutlichen Anstieg von Löhnen und Gehältern im Jahr 2010. Dieser Anstieg wird aber nicht voll an die Rentner weitergegeben, weil in den Vorjahren auf eigentlich notwendige Rentenkürzungen verzichtet wurde und diese nun zum Teil verrechnet werden. Unterm Strich gleicht die Erhöhung auch die Inflation nicht aus.

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Weitere Nachrichten

ArbG Berlin: CGZP auch in der Vergangenheit keine tariffähige Spitzenorganisation

Die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) war auch in der Vergangenheit keine tariffähige Spitzenorganisation. Dies hat das Arbeitsgericht Berlin mit Beschluss vom 30.05.2011 entschieden (Az.: 29 BV 13947/10). Das Bundesarbeitsgericht hatte im Dezember 2010 gegenwartsbezogen die Tarifunfähigkeit der CGZP festgestellt (BeckRS 2011, 68969).

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Bundesrat fordert zahlreiche Änderungen im Gesetzentwurf zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen

Der Bundesrat begrüßt in seiner Stellungnahme vom 27.05.2011 (BR-Drs. 211/11(B)) zwar den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen als wichtigen Beitrag, um den künftigen Fachkräftebedarf zu decken und Migranten in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu integrieren. Allerdings fordert er rund 100 Änderungen. Insbesondere weist er darauf hin, dass die Gleichwertigkeit mit einem Referenzberuf auf gleichem Qualifikationsniveau festzustellen sei. Die Qualität des deutschen Bildungssystems dürfe durch die geplante Einbeziehung einschlägiger Berufserfahrung bei der Gleichwertigkeitsprüfung jedenfalls nicht unterlaufen werden. Auch dürften Personen mit im Inland erworbenen Qualifikationen nicht benachteiligt werden.

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Bundesrat begrüßt EU-Initiative zum Aufbau intelligenter Stromnetze

Die Länder haben am 27.05.2011 das von der EU-Kommission verfolgte Ziel, Entwicklung und Aufbau so genannter intelligenter Stromnetze als Grundbedingung für den Umbau der Energieversorgung zu fördern, grundsätzlich begrüßt (BR-Drs. 201/11). Sie sehen hierin einen Beitrag zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Energieinfrastruktur.

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Bundesrat: Neuordnung des Abfallrechts muss nachgebessert werden

Der Bundesrat sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf des Entwurfs eines Gesetzes zur Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts, mit dem die Bundesregierung die Europäische Abfallrahmenrichtlinie in nationales Recht umsetzen und das deutsche Abfallrecht fortentwickeln will. In seiner umfangreichen Stellungnahme vom 27.05.2011 mahnt er neben redaktionellen, klarstellenden und konkretisierenden Änderungen in mehreren Punkten auch die Einhaltung Europäischen Rechts an.

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Gesetzesinitiative der Länder: Telefonverträge sollen schriftlicher Bestätigung bedürfen

Der Bundesrat hat am 27.05.2011 eine Länderinitiative für einen verbesserten Verbraucherschutz bei unerlaubter Telefonwerbung auf den Weg gebracht. Am Telefon geschlossene Verträge sollen danach nur noch mit Unterschrift, also nur dann gültig sein, wenn der betroffene Verbraucher den Vertrag innerhalb von 14 Tagen nach dem Telefonat schriftlich bestätigt. Um unseriöse Anbieter abzuschrecken und solche Werbeanrufe möglichst ganz zu vermeiden, empfiehlt der Bundesrat in seinem Gesetzentwurf außerdem eine Anhebung des maximalen Bußgeldes von derzeit 50.000 Euro auf 250.000 Euro. Dies meldet das Thüringer Justizministerium.

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Ehemaliger Verfassungsrichter Papier warnt im Fall der Verzögerung der Wahlrechtsreform vor möglicher Staatskrise

Der frühere Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier hat vor einer «schweren Staatskrise» gewarnt, falls das Wahlrecht nicht fristgerecht reformiert wird. Sollte die nächste Bundestagswahl auf Grundlage des alten Wahlrechts stattfinden, dürfte Karlsruhe sie für ungültig erklären, sagte Papier jetzt der «Bild»-Zeitung. «Nach einer annullierten Wahl gäbe es keinen Bundestag, der ein verfassungsmäßiges Wahlgesetz erlassen könnte, so dass man auch keine Neuwahl auf verfassungsmäßiger Grundlage abhalten könnte. Deutschland wäre politisch lahmgelegt.»

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VG Berlin: Fahrtenbuchauflage für Fuhrpark eines häuslichen Pflegedienstes rechtens

Bei mehreren unaufgeklärt gebliebenen Verkehrsverstößen mit verschiedenen auf einen Halter zugelassenen Firmenfahrzeugen kann eine auf den gesamten Fahrzeugpark bezogene Fahrtenbuchauflage zulässig sein. Dies stellt das Verwaltungsgericht Berlin klar. Die Klage eines häuslichen Pflegedienstes, der sich gegen eine solche Auflage gewehrt hatte, blieb damit erfolglos (Urteil vom 05.04.2011, Az.: VG 11 K 128.11).

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VGH Mannheim bestätigt Ausweisung eines Vorstandsmitglieds eines islamischen Kulturvereins

Die Ausweisung eines im Vorstand eines islamischen Kulturvereins in Stuttgart tätigen libanesischen Staatsangehörigen wegen Unterstützung der Hisbollah ist rechtmäßig. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg nach Vernehmung mehrerer Zeugen in einem am 26.05.2011 bekanntgegebenen Urteil entschieden. Die schriftlichen Entscheidungsgründe liegen noch nicht vor, das Gericht ließ eine Revision nicht zu (Az.: 11 S 308/11, nicht rechtskräftig).

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OVG Koblenz: Auftritt des islamischen Predigers Pierre Vogel unter Auflagen erlaubt

Die für den 29.05.2011 geplante Kundgebung des islamischen Predigers Pierre Vogel in Koblenz darf nur unter Auflagen stattfinden. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht Koblenz mit Beschluss vom 27.05.2011 und stellte klar, dass es zur Begegnung drohender Gefahren des von der Stadt ausgesprochenen Versammlungsverbots nicht bedürfe (Az.: 7 B 10627/11.OVG).

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Berlusconi-Richterschelte vor Obama löst in Italien Empörung aus

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat in einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama die Richter seines Landes scharf attackiert – und damit Empörung ausgelöst. «Wir haben eine Justizreform eingebracht, denn derzeit haben wir fast eine Diktatur der linken Richter», soll Berlusconi Obama am 26.05.2011 am Rande des G8-Gipfels in Deauville erklärt haben. Wie italienische Medien am 27.05.2011 berichteten, habe der umstrittene und für seine verbalen Ausrutscher bekannte Berlusconi dies gesagt, als es ihm gelungen sei, Obama ein Zwei-Minuten-Gespräch «abzuringen».

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May 31, 2011, 10:41:57 AM5/31/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 31. Mai 2011

Top-Meldungen

EGMR: Festnahme Chodorkowskis menschenrechtswidrig – Politische Motivierung des Prozesses aber nicht bewiesen

Der Ex-Chef des zerschlagenen Yuko-Ölkonzerns Michail Chodorkowski hatte mit seiner Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nur zum Teil Erfolg. Zwar hat der EGMR in seinem Urteil vom 31.05.2011 dessen Verhaftung im Oktober 2003 als Verstoß gegen das Recht auf Freiheit und Sicherheit beanstandet und eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung Chodorkowskis durch die Bedingungen der Untersuchungshaft und die Sicherheitsmaßnahmen im Gerichtssaal gerügt. Allerdings sah er den Vorwurf Chodorkowskis, der Prozess gegen ihn sei politisch motiviert gewesen, nicht als bewiesen an. Chodorkowski erhielt 10.000 Euro Entschädigung und rund 15.000 Euro für Gerichtskosten zugesprochen. Er kann gegen die Entscheidung Berufung beantragen (Az.: 5829/04).

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LG Mannheim: Freispruch für Jörg Kachelmann

Das Landgericht Mannheim hat den Fernseh-Wettermoderator Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Das Gericht folgte mit dem am 31.05.2011 verkündeten Urteil dem Antrag der Verteidigung auf Freispruch. Im Publikum gab es spontanen Applaus und Jubel. Der 52-Jährige hatte vor der Verkündigung des Urteils versteinert gewirkt, danach schien er erleichtert. Eine langjährige Geliebte hatte ihn beschuldigt, er habe sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt. Kachelmann hatte die Vorwürfe stets bestritten. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. In dem Prozess hatte Aussage gegen Aussage gestanden.

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BGH: KfW haftet Deutscher Telekom AG für im Zusammenhang mit drittem Börsengang stehenden Vergleich

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) muss Aufwendungen der Deutschen Telekom AG ersetzen, die dieser nach dem so genannten «dritten Börsengang» durch den Abschluss eines Vergleichs entstanden sind. Die Telekom hatte sich im Zusammenhang mit diesem Börsengang mit Sammelklägern in den USA vergleichsweise auf hohe Entschädigungsleistungen geeinigt. Hintergrund waren angebliche Fehler des Verkaufsprospekts (Az.: II ZR 141/09).

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BVerwG: Stromintensiv produzierende Unternehmen bekommen für Jahr der Produktionsaufnahme keine EEG-Stromkostenentlastung

Stromintensiv produzierende Unternehmen können nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) in der von 2004 bis 2008 geltenden Fassung für das Jahr der Produktionsaufnahme noch keine Entlastung von den Mehrkosten des Stroms aus erneuerbaren Energien beanspruchen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 31.05.2011 entschieden. Es stellt klar, dass die gesetzliche Regelung die Entlastung an den Nachweis der Anspruchsvoraussetzungen für das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr vor Ablauf der Antragsfrist knüpft. Denn die einzelnen Unternehmen sollten nur auf einer verlässlichen Datengrundlage privilegiert werden (Az.: 8 C 52.09).

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Weitere Nachrichten

Italien und Spanien klagen vor EuGH gegen Sprachenregelung für EU-Patent

Der jahrelange Streit um ein einheitliches europäisches Patent geht in eine neue Runde. Italien und Spanien, die sich bei der Sprachenregelung für das Patent benachteiligt sehen, haben beim Europäischen Gerichtshof Klage eingereicht. Das sagten Vertreter beider Länder jetzt bei einem Treffen der für Wettbewerb zuständigen EU-Minister in Brüssel. Weil nur Deutsch, Englisch und Französisch offizielle Patentsprachen werden sollen, sehen sich Rom und Madrid diskriminiert. «Wir hoffen, dass das Gericht die Entscheidung aufhebt, die eine der tiefgreifendsten in der Geschichte der europäischen Integration ist», sagte der italienische Diplomat Vincenzo Grassi bei dem Treffen.

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OLG Dresden: Bank darf für Benachrichtigung über Nichteinlösung einer Einzugsermächtigungslastschrift Entgelt verlangen

Eine von der Sparkasse in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwandte Klausel, wonach sie von ihren Kunden ein Entgelt für die Mitteilung verlangen kann, dass eine Einzugsermächtigungslastschrift zu Lasten des Kontos zum Beispiel mangels Kontodeckung nicht eingelöst werden kann, ist nicht zu beanstanden. Das hat das Oberlandesgericht Dresden im Berufungsverfahren des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen gegen die Sparkasse Meißen mit Hinweis auf die EU-Zahlungsdiensterichtlinie (2007/64/EG) entschieden. Da der Achte Zivilsenat von der – vor Inkrafttreten der Richtlinie ergangenen – Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes abweicht, hat er die Revision gegen sein Urteil vom 26.05.2011 zugelassen (Az.: 8 U 1989/10).

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OVG Münster bestätigt Vorgehen der BNetzA gegen unerlaubt beworbene Gewinnspieleintragsdienste

Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster hat das Vorgehen der Bundesnetzagentur (BNetzA) gegen die Abrechnung von Gewinnspieleintragsdiensten, die unerlaubt beworben wurden, im Eilverfahren bestätigt. Die Bundesnetzagentur hatte die Abrechnung durch ein Verbot der Rechnungslegung und Inkassierung untersagt, wie sie selbst am 27.05.2011 mitteilt.

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LG Hamburg: «Bunte» obsiegt in Rechtsstreit mit «Stern» um Spitzelaffäre

Die «Bunte» hat im Rechtsstreit um angeblich angewandte «verbotene Recherchemethoden» einen Erfolg erzielt. Das Landgericht Hamburg gab der Illustrierten, die die Zeitschrift «Stern» auf Unterlassung verklagte hatte, Recht. Im «Stern» war am 25.02.2010 ein Artikel erschienen, der sich mit «verbotenen Recherchemethoden» einer Berliner Agentur befasste, die angeblich im Auftrag der «Bunte» drei Politiker ausgespäht haben soll. Das Gericht untersagte dem «Stern» eine solche Berichterstattung, in der der Eindruck erweckt werde, die «Bunte» habe von angeblich unlauteren Recherchemethoden der von ihr beauftragten Bildagentur gewusst. Die beanstandete Berichterstattung verletze den hinter der «Bunte» stehenden Burda-Verlag in seinem allgemeinen Unternehmerpersönlichkeitsrecht (Urteil vom 30.05.2011, Az.: 324 O 246/10, nicht rechtskräftig).

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AG München: Eltern müssen bei fünfjährigem Fahrrad fahrenden Kind nicht ständig Lenkstange des Kinderrades halten

Bei Kindern bestimmt sich das Maß der gebotenen Aufsicht nach Alter, Eigenart und Charakter und insgesamt danach, was verständige Eltern vernünftigerweise in der konkreten Situation an erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen treffen müssen. Bei einem fünfjährigen Kind, dass schon seit Längerem Fahrrad fährt, kann nach Ansicht des Amtsgerichts München nicht verlangt werden, dass ein Elternteil ständig die Lenkstange des Fahrrades hält. Dies komme einer Gängelei des Kindes gleich, die seiner Verkehrserziehung nicht dienlich sei (Urteil vom 19.11.2010, Az.: 122 C 8128/10, rechtskräftig).

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VGH München: Kein privater Verkehrslandeplatz auf ehemaligem Militärflugplatz Fürstenfeldbruck

Die Flugplatz Fürstenfeldbruck Betriebsgesellschaft mbH hat keinen Anspruch auf Durchsetzung einer zivilen Nachfolgenutzung für den ehemaligen Militärflugplatz Fürstenfeldbruck in Gestalt der Errichtung eines Verkehrslandeplatzes. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München mit Urteilen vom 31.05.2011 entschieden und die auf Änderung des Landesentwicklungsprogramms und Erteilung einer luftrechtlichen Änderungsgenehmigung gerichteten Klagen abgewiesen (Az.: 8 N 10.1663 und 8 A 08.40016).

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BRAK-Stellungnahme zu Verordnungen zum Schuldnerverzeichnis: Klarstellung gefordert

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hat im Mai 2011 zu dem Entwurf einer Verordnung über die Führung des Schuldnerverzeichnisses und den Entwurf einer Verordnung über den Bezug von Abdrucken aus dem Schuldnerverzeichnis Stellung genommen. Sie meint, die vorgesehenen Regelungen seien zu einem großen Teil geeignet, die Sachaufklärung in der Zwangsvollstreckung zu verbessern. Ferner ermögliche die Zentralisierung der Verwaltung des Schuldnerverzeichnisses einen schnelleren Zugriff durch die Gläubiger. Zu prüfen sei allerdings, so die BRAK, ob gegebenenfalls in die Verordnungsbegründung ein klarstellender Hinweis dahingehend aufgenommen werden könne, dass die Rechtsanwaltskammern als Körperschaft des öffentlichen Rechts öffentliche Behörden im Sinne von § 5 Abs. 2 der Verordnung über die Führung des Schuldnerverzeichnisses seien.

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In Nordrhein-Westfalen gelten ab Juni 2011 wieder höhere Eigenbedarfsmengen für Drogen

Nordrhein-Westfalen führt ab dem 01.06.2011 wieder die alten, höheren Eigenbedarfgrenzen für Drogen ein. Wie die Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (NRZ) berichtet, sind das zehn Gramm bei Cannabisprodukten und je ein halbes Gramm bei Heroin, Kokain oder Amphetaminen.  Ein entsprechender Erlass des Justizministers Thomas Kutschaty (SPD) liegt der NRZ vor. Unterschreitet der Eigenbedarf die Grenzwerte, hat die Justiz die Möglichkeit, das Verfahren einzustellen, wobei der Erlass wichtige Ausnahmen regelt, deren Vorliegen ein Einschreiten gebietet.

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Radverkehrskongress 2011: Nationaler Radverkehrsplan soll weiter vorangetrieben werden

In Nürnberg wurde am 30.05.2011 der Nationale Radverkehrskongress eröffnet. Auf dem Kongress, der bis zum 31.05.2011 geht, werden Strategien und Ideen für die Weiterentwicklung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) erarbeitet. Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Unternehmen und Institutionen aus Forschung und Praxis diskutieren gemeinsam Konzepte zur Förderung des Radverkehrs. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) betont in einer Mitteilung seines Ministeriums von selben Tag, den Radverkehrsplan in Deutschland weiterentwickeln zu wollen.

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Jun 1, 2011, 10:57:58 AM6/1/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 1. Juni 2011

Top-Meldungen

Zehn Jahre beck-online: Datenbank prägt Arbeit zehntausender Juristen

Die Rechtsdatenbank beck-online, eine der führenden juristischen Online-Bibliotheken in Deutschland aus dem Verlag C.H.Beck, feiert zum Anwaltstag ihr 10-jähriges Bestehen. Beck-online bietet Informationen für nahezu alle Rechtsgebiete – vom juristischen Kommentar bis zum praktischen Formular und wird von Kanzleien, Universitäten, Unternehmen, Behörden und Gerichten bei ihrer Recherche eingesetzt. «Beck-online prägt somit die Arbeit zehntausender Juristen», erklärte Simon Hohoff, Leiter von beck-online, anlässlich des 62. Deutschen Anwaltstages in Straßburg die Bedeutung der Rechtsdatenbank.

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BVerwG: Vertrieb von Sportwetten über das Internet ist unzulässig

Das im geltenden Glücksspielstaatsvertrag normierte generelle Verbot, Sportwetten und andere öffentliche Glücksspiele im Internet zu veranstalten, zu vermitteln oder hierfür zu werben, verstößt weder gegen das Grundgesetz noch gegen europäisches Unionsrecht. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 01.06.2011 klargestellt. Es diene dem verfassungs- und unionsrechtlich legitimen Zweck, den mit der zeitlich und örtlich grundsätzlich unbeschränkten Verfügbarkeit der Glücksspiel-Angebote im Internet verbundenen besonderen Gefahren entgegenzuwirken. Das Verbot erstrecke sich auch auf private Inhaber einer nach dem Gewerbegesetz der früheren DDR erteilten und nach dem Einigungsvertrag fortgeltenden gewerberechtlichen Erlaubnis zum Betrieb eines Wettbüros für Sportwetten (Az.: 8 C 5.10).

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BGH: Vermieter kann Wohnung auch bei irrtümlich fortlaufend unpünktlich gezahlter Miete kündigen

Die andauernde und trotz wiederholter Abmahnung des Vermieters fortgesetzte verspätete Entrichtung der Mietzahlung durch den Mieter stellt eine so gravierende Pflichtverletzung dar, dass sie eine Kündigung aus wichtigem Grund nach § 543 Abs. 1, Abs. 3 BGB rechtfertigt. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 01.06.2011 hervor. Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts gelte dies auch dann, wenn dem Mieter nur Fahrlässigkeit zur Last fällt, weil er aufgrund eines vermeidbaren Irrtums davon ausgegangen war, dass er die Miete erst zur Monatsmitte zahlen muss (Az.: VIII ZR 91/10).

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BGH: Lernspiele können urheberrechtlich geschützt sein

Lernspiele können als Darstellungen wissenschaftlicher Art (§ 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG) Urheberrechtsschutz genießen. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 01.06.2011 hervor. Bereits die Darstellung einfachster wissenschaftlicher Erkenntnisse könne geschützt sein. Maßgeblich für den Urheberrechtsschutz sei die Form der Darstellung, die ein gewisses Maß an Eigentümlichkeit aufweisen müsse. Ausreichend sei, dass sich die Gestaltung vom alltäglichen Schaffen im betroffenen Bereich der Lernspiele abhebe. Im Falle einer nur geringen Eigentümlichkeit der Darstellungsform könnten laut BGH aber bereits verhältnismäßig geringfügige Abweichungen in der Gestaltung eine Urheberrechtsverletzung ausschließen (Az.: I ZR 140/09).

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BFH: Selbst getragene Pflegekosten sind als außergewöhnliche Belastungen abziehbar

Aufwendungen wegen Pflegebedürftigkeit sind nur insoweit als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen, als die Pflegekosten die Leistungen der Pflegepflichtversicherung und das aus einer ergänzenden Pflegekrankenversicherung bezogene Pflege(tage)geld übersteigen. Dies geht aus einem Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 14.04.2011 hervor. Pflegekosten seien zwar ebenso wie Krankheitskosten eine außergewöhnliche Belastung im Sinne von § 33 EStG. Vorteile oder Kostenerstattungen, die als Ausgleich für die eingetretene Belastung gezahlt wurden, müssten aber abzugsmindernd angerechnet werden, betonen die Richter (Az.: VI R 8/10).

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BFH: Selbstständige Wirtschaftgüter eines Windparks sind einheitlich abzuschreiben

Ein Windpark besteht zwar aus mehreren selbstständigen Wirtschaftgütern, die aber einheitlich abzuschreiben sind. Nach zwei Urteilen des Bundesfinanzhofs vom 14.04.2011 orientiert sich die Nutzungsdauer aller Wirtschaftsgüter des Windparks an den prägenden Windkraftanlagen. Bislang war ungeklärt, wie die Abschreibungen auf Windparks vorzunehmen sind. In einer der beiden jetzt veröffentlichten Entscheidungen hat der BFH zudem seine restriktive, zu Immobilienfonds entwickelte Rechtsprechung (zuletzt DStRE 2001, 1056 und DStR 2001, 1381) auch auf Windkraftfonds erstreckt. Danach stellen sämtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Errichtung des Windkraftfonds Anschaffungskosten der einzelnen Wirtschaftsgüter dar (Az.: IV R 46/09 und IV R 15/09).

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E.ON will gegen Brennelementesteuer klagen

Der Energiekonzern E.ON hat am 31.05.2011 in einer Pressemitteilung angekündigt Klage gegen die Brennelementesteuer der Bundesregierung einreichen zu wollen. Das Unternehmen erläutert, es habe bereits in Verbindung mit der im Herbst 2010 beschlossenen Laufzeitverlängerung die Kernbrennstoffsteuer aus verfassungs- und europarechtlichen Gründen als rechtswidrig angesehen. Die Beibehaltung der Steuer bei nun noch deutlich reduzierten Laufzeiten werfe zusätzliche Rechtsprobleme auf, die vor Gericht geklärt werden sollen.

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Weitere Nachrichten

BFH: Aufwendungen im Zusammenhang mit der Errichtung eines Schiffsfonds sind nicht sofort abziehbar

Konzeptions-, Gründungs-, Finanzierungs- und Platzierungskosten eines in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG geführten Schiffsfonds sind in voller Höhe als Anschaffungskosten eines Tank- beziehungsweise Containerschiffs zu behandeln. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14.04.2011 sind diese nicht den sofort abzugsfähigen Betriebsausgaben zuzuordnen – was für den Kapitalanleger steuerlich vorteilhafter wäre. Die Richter haben damit ihre restriktive, zu Immobilienfonds entwickelte Rechtsprechung (zuletzt DStRE 2001, 1056 und DStR 2001, 1381) auch auf Schiffsfonds erstreckt. Mit der am 01.06.2011 veröffentlichten Entscheidung hat der BFH zudem entschieden, dass die in der amtlichen AfA-Tabelle für sonstige Seeschiffe genannte Nutzungsdauer von zwölf Jahren für Tankschiffe, die im Jahr 2001 hergestellt worden sind, nicht anwendbar ist (Az.: IV R 8/10).

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Fall Kachelmann: Union fordert Beschränkung der Medienberichterstattung in Vergewaltigungsprozessen

Rechtsexperten der Union wollen als Konsequenz aus dem Kachelmann-Prozess die Berichterstattung über Sexualdelikte notfalls gesetzlich beschränken, sollten sich die Medien nicht in einer überzeugenden Selbstverpflichtung Einschränkungen auferlegen. «Es darf nicht sein, dass die Intimsphäre der Betroffenen bis in den letzten Winkel in aller Öffentlichkeit ausgebreitet wird», sagte der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag, Siegfried Kauder (CDU) der «Neuen Osnabrücker Zeitung» am 01.06.2011. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) lehnt eine Beschränkung der Prozessberichterstattung ab. In seiner Stellungnahme vom gleichen Tag verweist er auf den Pressekodex des Deutschen Presserates, der den Medien klare Grenzen ziehe und gesetzliche Regelungen erübrige.

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FG Berlin-Brandenburg: Dozententätigkeit im Besucherdienst des Bundestages ist umsatzsteuerpflichtig

Die freie Mitarbeit beim Besucherdienst des Deutschen Bundestages ist als unternehmerische Tätigkeit eine umsatzsteuerpflichtige Leistung. Dies hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 19.01.2011 im Fall eines auf Honorarbasis zur Information von Besuchergruppen des Deutschen Bundestages tätigen Dozenten entschieden. Eine möglicherweise entgegenstehende arbeits- und sozialrechtliche Beurteilung sei für die steuerrechtliche Wertung nicht bindend (Az.: 7 K 7122/08).

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FG Düsseldorf: Arbeitgeberaufwendungen zu Firmenjubiläum unterliegen bei Überschreiten der Freigrenze der pauschalen Lohnsteuer

Aufwendungen anlässlich einer Betriebsveranstaltung, die die 110-Euro-Freigrenze pro Person überschreiten, unterliegen der pauschalen Lohnsteuer, ungeachtet des besonderen Anlasses der Betriebsveranstaltung (Geschäftsjubiläum) und der Größe sowie der Bedeutung der Firmengruppe. Das hat 16. Senat des Finanzgerichts Düsseldorf in drei am 31.05.2011 veröffentlichten Entscheidungen klargestellt (Urteile vom 07.10.2010, Az.: 16 K 1295/09, 16 K 1297/09 und 16 K 1298/09).

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FG Düsseldorf: Auszahlung einer Steuererstattung auf falsches Konto wirkt nicht schuldbefreiend

Überweist das Finanzamt nach der Trennung von Eheleuten auf Veranlassung des einen Ehegatten die gesamte Steuererstattung auf ein Bankkonto, das von der gemeinsamen Einkommensteuererklärung abweicht, liegt keine schuldbefreiende Zahlung des Finanzamtes hinsichtlich des auf den anderen Ehepartner entfallenden hälftigen Anteils an dem Erstattungsanspruch vor. Das geht aus einer am 31.05.2011 veröffentlichten Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf hervor (Urteil vom 05.05.2010, Az.: 4 K 3880/09 AO).

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OLG Köln: Kein Kostenerstattungsanspruch bei zu weiten Unterlassungsforderungen in Filesharing-Abmahnungen

Filesharing-Abmahnungen dürfen keine Hinweise enthalten, die den Verbraucher von der Abgabe einer Unterlassungserklärung abhalten können. Anderenfalls können die Abmahner keine Erstattung ihrer Gerichts- und Abmahnkosten verlangen. Dies hat das Oberlandesgericht Köln in einem Beschluss vom 20.05.2011 entschieden, wie die Sozietät Richter & Süme am 31.05.2011 mitteilt. Ein Buchverlag hatte die Abgabe einer Unterlassungserklärung gefordert, die weit über den tatsächlichen Unterlassungsanspruch hinausging (Az.: 6 W 30/11).

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OVG Münster bestätigt Rauchverbot im Eingangsraum einer Kölner Gaststätte

Ein Gastwirt darf den Eingangsraum einer Gaststätte nicht zum Raucherraum machen. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Münster am 20.04.2011 im Fall einer Kölner Gaststätte per Eilbeschluss entschieden. Gastwirte dürften das Rauchen nur in Räumen erlauben, die funktional eigenständig und vom übrigen Gaststättenbetrieb so abtrennbar seien, dass sie von Nichtrauchern nicht genutzt werden müssten. Im entschiedenen Fall führe der zur Straße gelegene Eingang aber auch nichtrauchende Besucher unmittelbar in den als Raucherraum vorgesehen Gastraum (Az.: 4 B 1703/10).

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VG Gelsenkirchen: Kreis Recklinghausen muss erneut über Beamtenversorgung seines ehemaligen Landrats entscheiden

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat entschieden, dass der Kreis Recklinghausen erneut über die Anerkennung von Ausbildungszeiten und Berufszeiten seines ehemaligen Landrats unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts entscheiden muss. Von der Entscheidung hängt ab, ob der Landrat a.D. als Beamter mit Anspruch auf Ruhegehalt (Pension) zur Ruhe zu setzen oder wegen Nichterreichens der erforderlichen achtjährigen Mindestdienstzeit gegen Gewährung eines Übergangsgeldes aus dem Beamtenverhältnis zu entlassen ist (Urteil vom 31.05.2011, Az.: 12 K 2601/10).

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Gesetzentwurf: Grüne wollen Atomkraftwerke bis 2017 abschalten

Geht es nach dem Willen der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, dann soll das letzte Atomraftwerk in Deutschland seinen Betrieb im Jahr 2017 beenden. Die Fraktion hat nach Information der Bundestagspressestelle vom 31.05.2011 einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zur Änderung des Atomgesetzes eingebracht (BT-Drs. 17/5931). Danach sollen die Laufzeitverlängerung zurückgenommen und die unsichersten Atomkraftwerke sofort abgeschaltet werden.

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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 3. Juni 2011

Top-Meldungen

BVerwG: Für Widerruf der Flüchtlingsanerkennung gilt einheitlicher Maßstab

Für den Widerruf der Flüchtlingsanerkennung wegen Änderung der politischen Verhältnisse im Herkunftsland gelten einheitliche Maßstäbe bei der Beurteilung der Gefahr künftiger Verfolgung. Dies geht aus einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 01.06.2011 hervor. Es komme dabei nicht darauf an, ob der Ausländer wegen im Heimatland erlittener Vorverfolgung oder ausschließlich wegen Nachfluchtaktivitäten in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt worden ist. Im Anschluss an ihre Urteile vom 24.02.2011 (BeckRS 2011, 49817 und BeckRS 2011, 49740) haben die Richter des BVerwG erneut betont, dass an der vorherigen Rechtsprechung nicht mehr festzuhalten ist. Diese hatte für den Widerruf der Flüchtlingsanerkennung verlangt, dass eine Wiederholung der für die Flucht maßgeblichen Verfolgungsmaßnahmen mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen ist (Az.: 10 C 10.10).

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Gesetzliche Neuregelungen zum 1. Juni

Für die Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe gilt seit dem 01.06.2011 ein gesetzlicher Mindestlohn, wie die Bundesregierung am 31.05.2011 mitteilt. Außerdem gibt es neue Regelungen in der 25. Betäubungsmittelverordnung und bereits Anfang Mai ist das De-Mail-Gesetz in Kraft getreten.

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OVG Koblenz: «Kulturförderabgabe» in Bingen und Trier zulässige örtliche Aufwandsteuer

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz hat die von den Städten Bingen und Trier auf Hotelübernachtungen erhobene so genannte Kultur- und Tourismusförderabgabe («Bettensteuer») für rechtmäßig erachtet. Bei der Abgabe handele es sich um eine zulässige örtliche Aufwandsteuer, mit der ein zusätzlicher, über den Grundbedarf an Wohnraum hinausgehender Aufwand besteuert werde, heißt es in den jetzt mitgeteilten Urteilen vom 17.05.2011. Das OVG hat die Revision zum Bundesverwaltungsgericht zugelassen (Az.: 6 C 11337/10.OVG und 6 C 11408./10.OVG).

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DAV fordert vor Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze eine Evaluation

Die Diskussion um die Verlängerung der so genannten Anti-Terror-Gesetze macht auf ein Problem aufmerksam, das zunehmend Wissenschaft und Politik beschäftigt und auf das der Deutsche Anwaltverein anlässlich des 62. Deutschen Anwaltstages in Straßburg hinweist: Die Frage der Evaluierung von Polizei- und Sicherheitsgesetzen. Die Regierungskoalition streite derzeit darüber, ob diese Regelungen, die am 10.01.2012 auslaufen würden, verlängert oder gar «entfristet» werden sollen. Aufgrund der Eingriffe in die Bürger- und Freiheitsrechte forderte der DAV am 02.06.2011 zunächst eine gründliche, ausgewogene und unabhängige Evaluation der entsprechenden Vorschriften. Die auf dem Anwaltstag auf Veranlassung des DAV-Gefahrenabwehrrechtsausschusses geführte Diskussion solle in ein DAV-Eckpunktepapier zur Evaluierung von Polizei- und Sicherheitsgesetzen münden.

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DAV fordert Anpassung der Rechtsanwaltsvergütung

Jahrelange Nullrunden sind genug, findet der Deutsche Anwaltverein (DAV), und bekräftigt anlässliche des 62. Deutschen Anwaltstages in Straßburg seine schon 2008 beim Anwaltstag in Berlin erhobene Forderung, eine Anpassung der gesetzlichen Vergütungstabellen vorzunehmen. Seit 17 Jahren – seit 1994 - habe es keine Anpassung der gesetzlichen Gebührentabellen mehr gegeben und seit vor sieben Jahren das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz in Kraft getreten sei herrsche wieder Stillstand. Eine Anpassung von 19% hält der DAV für angemessen. Es zeichne sich ab, dass die Forderung Gehör finde, so der Verband weiter.

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Weitere Nachrichten

BGH bestätigt Verurteilung eines Al-Qaida-Mitglieds durch OLG Koblenz

Das Oberlandesgericht Koblenz hatte im Terrorismus-Prozess gegen Ömer Ö. und Sermet I. am 19.07.2010 mehrjährige Haftstrafen wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation Al-Quaida beziehungsweise Unterstützung derselben verhängt. Der Bundesgerichtshof hat jetzt die Revisionen der beiden Angeklagten gegen ihre Verurteilungen als offensichtlich unbegründet verworfen (Beschluss vom 19.05.2011, Az: 3 StR 38/11). Das Urteil des OLG ist damit rechtskräftig.

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DAV ruft Bundesregierung zu strikter Achtung der Gewaltenteilung auf

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat die Bundesregierung am 02.06.2011 anlässlich der Eröffnung des 62. Deutschen Anwaltstages in Straßburg aufgefordert, strikt den Grundsatz der Gewaltenteilung zu beachten. Die Gewaltenteilung verbiete es der Regierung, von parlamentarischen Gesetzen abzuweichen, wie sie dies unter anderem beim Kernkraftmoratorium getan habe. Machten derartige Beispiele Schule, drohten nicht nur die staatlichen Gewalten aus der Balance zu geraten. «Vielmehr werde auch dem ‹einfachen Bürger› kaum klarzumachen sein, warum er ihm wenig sinnvoll erscheinende Gesetze beachten solle, während die Damen und Herren Regierungsmitglieder schon mal fünf gerade sein lassen», sagte DAV-Präsident Wolfgang Ewer.

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VG Trier verneint finanziellen Ausgleich für nicht genommenen Jahresurlaub von Landesbeamten

Nach den geltenden nationalen dienstrechtlichen Vorschriften besteht für Landesbeamte derzeit kein Rechtsanspruch auf finanziellen Ausgleich für nicht genommenen Jahresurlaub. Dies hat das Verwaltungsgericht Trier mit Urteil vom 10.05.2011 entschieden. Ein solcher Anspruch könne allenfalls aus - hier nicht einschlägigen - europarechtlichen Regelungen folgen (Az.: 1 K 1550/10.TR).

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DAV verleiht Ehrenzeichen an drei verdiente Mitglieder

Der Vorstand des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hat auf dem 62. Deutschen Anwaltstag in Straßburg einstimmig beschlossen, das Ehrenzeichen der deutschen Anwaltschaft an drei Kollegen zu verleihen, und zwar an Paul-Werner Beckmann, Hartmut Lübbert und Heinrich Wilhelm Rinck. Mit dem Ehrenzeichen der Anwaltschaft werden Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße um die Anwaltschaft verdient gemacht haben.

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SPD-Fraktion will Residenzpflicht für Asylbewerber abschaffen

Die so genannte Residenzpflicht für Asylbewerber soll nach dem Willen der SPD-Fraktion abgeschafft werden. Dies teilt der Pressedienst des Bundestags am 01.06.2011 mit. In einem Antrag (BT-Drs. 17/5912) fordert die Fraktion die Bundesregierung auf, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Danach soll der räumliche Aufenthalt von Asylbewerbern und Geduldeten «nicht länger beschränkt werden».

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Militärgericht spricht polnische Isaf-Soldaten frei

Beim ersten Prozess wegen Kriegsverbrechen in der Geschichte der polnischen Streitkräfte sind sieben polnische Soldaten freigesprochen worden. Es gebe keine Beweise für ein Kriegsverbrechen, sagte der Vorsitzende des Warschauer Militärgerichts, Miroslaw Jaroszewski, am 01.06.2011. Die Angeklagten hatten bei einem Einsatz gegen die Taliban vor knapp vier Jahren ein südostafghanisches Dorf beschossen. Dabei waren acht Zivilisten getötet worden. Sechs Afghanen, darunter zwei Frauen und drei Kinder starben vor Ort, zwei weitere Menschen erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Abschluss der Vortat als Strafbarkeitsvoraussetzung der Hehlerei

StPO §§ 265, 349; StGB §§ 25, 246, 259, 260

Nach ständiger Rechtsprechung zum Tatbestand des § 259 StGB muss die gegen fremdes Vermögen gerichtete Tat zum Zeitpunkt des abgeleiteten Erwerbs abgeschlossen sein. Eine Hehlerei liegt damit tatbestandlich nicht vor, wenn die Vortat erst durch die Verfügung zu Gunsten des "Hehlers" begangen wird. Dieses Verhalten kann jedoch gegebenenfalls als Unterschlagung strafbar sein.

BGH, Beschluss vom 14.04.2011 - 4 StR 112/11, BeckRS 2011, 12466

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Jun 6, 2011, 10:52:04 AM6/6/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 6. Juni 2011

Top-Meldungen

Bundeskabinett beschließt vollständigen Atomausstieg bereits bis 2022

Als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat das Bundeskabinett das Aus für acht Kernkraftwerke und den stufenweisen Atomausstieg bis 2022 beschlossen. In einer Sondersitzung votierten die Regierungsmitglieder jetzt für eine entsprechende Neufassung des Atomgesetzes. Zudem wurden mehrere Gesetze verabschiedet, mit denen der Netzausbau vorangetrieben und bis 2020 ein Ökostromanteil von 35 Prozent erreicht werden soll. Die Fördermittel für energiesparende Gebäudesanierungen hob das Kabinett auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr ab 2012 an. Die Chancen stehen gut, dass ein Konsens mit der Opposition gelingt. Weniger gut ist es um das Verhältnis zu den Atomkonzernen bestellt: Sie erwägen Klagen.

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Bundesregierung beschließt steuerliche Förderung energetischer Wohngebäudesanierung

Die Bundesregierung hat am 06.06.2011 im Rahmen des Gesetzespakets zur Energiewende einen Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden beschlossen. Wie sie mitteilt, sollen Steuerpflichtige zehn Prozent der Sanierungskosten von der Steuer absetzen können. Vorgesehen sei auch eine Aufstockung der Mittel für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm. Das Gesetz soll Anfang 2012 in Kraft treten und bedarf der Zustimmung des Bundesrates.

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BVerfG will weiter auch EU kontrollieren

Das Bundesverfassungsgericht will die Kontrolle über die europäische Integration nicht aufgeben. Das Gericht behalte sich die Kompetenz zur Prüfung von Handlungen der Europäischen Union vor, sagte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle am 03.06.2011 auf dem 62. Deutschen Anwaltstag in Straßburg. Es handele sich jedoch nur um Kompetenzen «für den Ausnahmefall», sagte Voßkuhle bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem Präsidenten des EuGH, Vassilios Skouris.

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Weitere Nachrichten

Anhörung: Gesetzentwurf zu unterirdischer Kohlendioxid-Speicherung umstritten

Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf zur Erprobung der unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid ist unter Experten umstritten. Wie die Pressestelle des Bundestages am 06.06.2011 mitteilte, wurde das während einer öffentlichen Anhörung des Bundestags-Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit deutlich. Dabei erwies sich Michael Kühn vom Deutschen Geoforschungszentrum als ein Befürworter der Technologie CCS (Carbon Dioxide Capture und Storage), die laut Bundesregierung «eine Perspektive bietet, den Ausstoß von Kohlendioxid aus Industrieanlagen und Kraftwerken in die Atmosphäre zu verhindern».

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EnBW zieht Klage gegen «Gaspreisprotestlerin» zurück

Die Gasversorgerin EnBW hat die Klage gegen eine «Gaspreisprotestlerin» zurückgezogen. Die Frau hatte nach Preiserhöhungen 2006 den verlangten Gaspreis nicht vollständig gezahlt und war daraufhin von EnBW verklagt worden. Jetzt hat das Unternehmen nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vom 01.06.2011 klein beigegeben, nachdem es dazu aufgefordert worden war, die Angemessenheit seiner Preissteigerungen darzulegen.

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OVG Magdeburg: Bietergemeinschaft darf Rettungsdienst aufgrund laufender Konkurrentenklagen nicht vorläufig fortführen

Eine aus dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Johanniter-Unfall-Hilfe bestehende Bietergemeinschaft hat keinen Anspruch darauf, den Rettungsdienst des Landkreises Mansfeld-Südharz über den 31.05.2011 fortzuführen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Magdeburg mit Beschluss vom 01.06.2011 entschieden und einen entsprechenden Eilantrag unter Abänderung eines Beschlusses des Verwaltungsgerichts Halle vom 31.05.2011  abgelehnt. Die Klageerhebung eines privaten Rettungsdienstunternehmens führe dazu, dass die Bietergemeinschaft von ihren im Jahr 2009 erteilten Genehmigungen derzeit keinen Gebrauch machen könne (Az.: 3 M 298/11).

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Verbraucherzentrale: Staat muss für Datenschutz im Internet sorgen

Der Staat muss für mehr Vertrauen und Sicherheit im Internet sorgen. Das forderte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am 03.06.2011. «Der Gesetzgeber muss einen verbindlichen Rahmen vorgeben, den Unternehmen mit Selbstverpflichtungen füllen können», erklärt Cornelia Tausch, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft und Internationales. Selbstregulierung der Wirtschaft dürfe kein Ersatz für gesetzliche Regelungen sein oder hinter ihnen zurückbleiben.

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Anwaltverein für Sicherungsverwahrung «mit Augenmaß» und gegen «Warnschussarrest»

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat den Gesetzgeber anlässlich des 62. Deutschen Anwaltstages aufgefordert, nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Sicherungsverwahrung (BeckRS 2011, 50108) mit Augenmaß ein schlüssiges Gesamtkonzept vorzulegen. Es müsse einen Abschied vom reinen Verwahrvollzug geben. Zum aktuell vor dem Hintergrund von Gewalttaten Jugendlicher in U-Bahnhöfen diskutierten «Warnschussarrest» hat der DAV am 02.06.2011 seine ablehnende Haltung bekräftigt.

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Fall Kachelmann: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Revision gegen den Freispruch des Wettermoderators Jörg Kachelmann eingelegt. Dies teilte die Behörde am 06.06.2011 mit. Das Mannheimer Landgericht hatte Kachelmann am 31.05.2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Geliebten aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

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Deutsches Patent- und Markenamt führt elektronische Schutzrechtsakte ein

Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) hat am 01.06.2011 die «elektronische Schutzrechtsakte» gestartet. Patente, Gebrauchsmuster, Topografien und ergänzende Schutzzertifikate werden ab diesem Termin von der Anmeldung bis zur Publikation komplett elektronisch bearbeitet, so das Amt in einer Mitteilung.

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Staatsanwaltschaft Berlin klagt ehemalige RAF-Terroristin Inge Viett an

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen die ehemalige RAF-Terroristin Inge Viett Anklage wegen der mutmaßlichen Billigung von Straftaten erhoben. Viett soll im Januar 2011 bei einer Konferenz in Berlin Gewalt gegen Bundeswehreinrichtungen gebilligt haben, äußerte jetzt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Er bestätigte damit einen aktuellen Bericht der Zeitung «Die Welt». Bei einer Verurteilung drohen der 67-jährigen Frau eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

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Spaniens Oberstes Gericht kippt Urteil gegen Inhaber einer «Neonazi-Bücherei»

Spaniens Oberster Gerichtshof hat ein Urteil gegen vier Neonazis aufgehoben, die wegen Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts mehrjährige Haftstrafen erhalten hatten. Ideologien könnten nicht bestraft werden, selbst wenn sie noch so verabscheuenswert seien, begründeten die Richter am 03.06.2011 ihre Entscheidung.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Rechtsbeschwerden außerhalb des Insolvenzrechts nur bei Zulassung durch das Beschwerdegericht zulässig

ZPO §§ 46 II, 574 I 1; InsO §§ 4, 6 I, VII

Wird im Insolvenzverfahren die gegen ein für unbegründet erklärtes Ablehnungsgesuch gerichtete sofortige Beschwerde zurückgewiesen, findet nach einer Entscheidungs des Bundesgerichtshofs eine Rechtsbeschwerde nur im Falle der Zulassung durch das Beschwerdegericht statt.

BGH, Beschluss vom 05.05.2011 - IX ZB 246/10 (LG Stralsund), BeckRS 2011, 13396

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