beck-aktuell-Newsletter

2 views
Skip to first unread message

Newsletter Verlag C. H. Beck

unread,
Feb 2, 2012, 10:45:16 AM2/2/12
to mail...@gmail.com

Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 2. Februar 2012

Top-Meldungen

BVerfG nimmt Verfassungsbeschwerde gegen Nichtzulassung einer Anwalts-GmbH & Co. KG nicht zur Entscheidung an

Die Verfassungsbeschwerde einer GmbH & Co. KG und ihrer Komplementär-GmbH gegen ein Urteil des Bundesgerichtshofes, mit dem dieser die Zulassung einer Rechtsanwaltsgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG abgelehnt hatte (NJW 2011, 3036), ist gescheitert. Wie der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) am 01.02.2012 mitgeteilt hat, hat das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerde mangels ausreichender Begründung nicht zur Entscheidung angenommen (Beschluss vom 06.12.2011, Az.: 1 BvR 2280/11).

mehr ...

BVerwG: Kein Krematorium im Gewerbegebiet

Ein Krematorium mit Abschiedsraum ist im Gewerbegebiet nicht zulässig. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Da ein solches Krematorium einen Ort der Ruhe, des Friedens und des Gedenkens an die Verstorbenen darstellt, vertrage es sich nicht mit der werktätigen Geschäftigkeit eines Gewerbegebietes (Urteil vom 02.02.2012, Az.: 4 C 14.10).

mehr ...

LSG Bayern: Auch Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss kann unter Schutz der Unfallversicherung stehen

Verkehrsunfälle auf dem Weg zur oder von der Arbeitsstelle nach Hause stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Versicherungsschutz kann auch bestehen, wenn bei einem solchen Unfall Alkohol im Spiel war. Nur wenn die alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit als wesentliche Unfallursache feststeht, wird die Berufsgenossenschaft von ihrer grundsätzlichen Leistungspflicht frei, wie das Landessozialgericht Bayern klarstellt (Urteil vom 14.12.2011, Az.: L 2 U 566/10, BeckRS 2012, 65820).

mehr ...

Weitere Nachrichten

Startschuss für einheitliche Behördennummer «115» in Chemnitz

Chemnitz hat am 01.02.2012 als erste Stadt im Jahr 2012 die einheitliche Behördennummer «115» freigeschaltet. Rund 150 weitere Kommunen sollen diesem Beispiel noch in 2012 folgen. Bis Ende des Jahres würden so über 23 Millionen Bürger mit der «115» einen direkten Draht in die Verwaltung haben und Informationen über lokale Themen zum Beispiel zum Personalausweis oder zur Kfz-Zulassung, aber auch zu Landes- und Bundesthemen, beispielsweise zur elektronischen Lohnsteuerkarte, zum Elterngeld oder der Praxisgebühr, erhalten, teilt das Bundesinnenministerium am 01.02.2012 mit.

mehr ...

BVerwG degradiert zwei Unteroffiziere wegen Misshandlung eines Untergebenen

Der Zweite Wehrdienstsenat des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hat durch Urteil vom 01.02.2012 zwei Unteroffiziere der Marine in einen Mannschaftsdienstgrad herabgesetzt, weil sie gemeinsam einen Untergebenen misshandelt haben. Der Angabe der beiden Offiziere, es habe sich nur um einen Spaß gehandelt, maß das Gericht keine Bedeutung bei (Az.: 2 WD 1.11).

mehr ...

LSG Hessen: Krankenkasse muss Kosten rhythmischer Massage nicht erstatten

Auch Heilmittel der sich von der Schulmedizin unterscheidenden «besonderen Therapierichtungen» – wie der anthroposophischen Medizin – sind nur bei positiver Bewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss von den gesetzlichen Krankenkassen zu leisten. Mit der in der anthroposophischen Medizin angewandten rhythmischen Massage hat sich der Bundesausschuss bislang nicht befasst, sodass sie von den gesetzlichen Krankenkassen nicht zu leisten ist. Dies hat das Hessische Landessozialgericht entschieden (Urteil vom 24.11.2011, Az.: L 8 KR 93/10).

mehr ...

OLG Nürnberg: Kein Schadenersatzanspruch bei Zugausstieg durch ein Fenster

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat einem Bahnfahrer Schadenersatzsprüche für Verletzungen versagt, die er erlitten hatte, als er stark alkoholisiert einen Zug durch ein Fenster verließ. Es bestätigte damit eine Entscheidung des Landgerichts Ansbach. Eine Haftung des Bahnbetreibers sei unter anderem wegen des groben Eigenverschuldens des Fahrgasts ausgeschlossen (Urteil vom 30.12.2011, Az.: 14 U 852/10, BeckRS 2012, 00242).

mehr ...

Schweizer Gericht: Grenzgänger dürfen nicht schlechter bezahlt werden als Schweizer Arbeitskollegen

Grenzgänger aus dem Euro-Raum dürfen nach einem Gerichtsurteil in der Schweiz nicht schlechter bezahlt werden als ihre dort wohnenden Arbeitskollegen. Damit wies das Bezirksgericht in Arlesheim (Kanton Basel-Landschaft) ein Schweizer Unternehmen in die Schranken, das unter Berufung auf die anhaltende Stärke des Franken gegenüber dem Euro 120 Mitarbeitern Lohnkürzungen auferlegt hatte.

mehr ...

LG Stuttgart: Lebenslange Freiheitsstrafe und Sicherungsverwahrung für «Parkplatzmörder»

Im Verfahren wegen der sogenannten Parkplatzmorde hat die Schwurgerichtskammer 1a des Landgerichts Stuttgart am 01.02.2012 einen 57-jährigen Mann des zweifachen Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter Nötigung schuldig gesprochen und ihn zu einer lebenslangen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt. Zudem stellte die Kammer die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung an (Az.: 100 Ks 114 Js 114864/10).

mehr ...

Bundesgesundheitsministerium: Preismoratorium und gesetzliche Herstellerabschläge für Arzneimittel weiterhin erforderlich

Das Bundesministerium für Gesundheit hält das Preismoratorium und die gesetzlichen Herstellerabschläge für Arzneimittel weiterhin für erforderlich, um die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung zu gewährleisten. Wie das Ministerium am 02.02.2012 mitteilt, hat dies eine Überprüfung nach § 130a Absatz 4 SGB V ergeben. Die Notwendigkeit des Preismoratoriums und der gesetzlichen Herstellerabschläge werde jährlich überprüft werden.

mehr ...

Bundesgesundheitsminister will Apothekenbetriebsordnung novellieren: Verordnungsentwurf im Bundeskabinett

Das Bundeskabinett hat am 01.02.2012 die Novelle der Apothekenbetriebsordnung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zur Kenntnis genommen. Der Verordnungsentwurf, welcher der Zustimmung des Bundesrates bedarf, soll mehr Sicherheit für Patienten und weniger Bürokratie für die Apotheken bringen, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums vom selben Tag.

mehr ...

EU-Kommission fordert Untersuchung der Gesundheitsrisiken fehlerhafter Brustimplantate

Die Europäische Kommission setzt sich für eine umfassende Untersuchung über die möglichen Gesundheitsrisiken fehlerhafter Brustimplantate ein. Sie will gemeinsam mit den Mitgliedstaaten analysieren, wie die Kontrolle von Medizinprodukten innerhalb der bestehenden Gesetze verschärft werden kann. Zudem soll die Gesetzgebung einem «Stresstest» unterzogen werden, um die gezielte Überarbeitung der Vorschriften vorzubereiten. Die Kommission zieht damit am 02.02.2012 die Konsequenzen aus dem Brustimplantate-Skandal.

mehr ...

LG Berlin: Grüezi-Immobilien-Kauf muss rückabgewickelt werden

Die Grüezi-Real-Estate AG muss einen Kaufvertrag über eine Eigentumswohnung in Berlin-Schöneberg im Wege des Schadenersatzes rückgängig machen. Das Landgericht Berlin begründete seine Entscheidung damit, dass der Käufer beim Beratungsgespräch vor dem bankfinanzierten Erwerb unzureichend über die zu erwartenden Mieterträge informiert worden sei und der Kauf bei zutreffender Beratung nicht zu Stande gekommen wäre. Es gab damit dem Verbraucher Recht, für den durch den Vertrag erhebliche langfristige finanzielle Belastungen entstanden wären (Urteil vom 19.01.2012, Az.: 13 O 317/10).

mehr ...

Ausgewählte Urteilsanalysen

AG Bremen: Zurückbehaltungsrecht bei fehlendem Nachweis der ordnungsgemäßen Anlage der Mietsicherheit

BGB §§ 273, 551

Wird kein Nachweis der ordnungsgemäßen Anlage der Mietsicherheit gemäß § 551 BGB erbracht, so kann der Mieter ein Zurückbehaltungsrecht gemäß § 273 BGB an den laufenden Mietzahlungen geltend machen.

AG Bremen, Urteil vom 22.12.2011 - 10 C 331/11, BeckRS 2012, 02199

mehr ...

Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollen, wenden Sie sich bitte an: hot...@beck.de

beck-aktuell-kopfbanner.png

Newsletter Verlag C. H. Beck

unread,
Feb 3, 2012, 11:53:54 AM2/3/12
to mail...@gmail.com

Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 3. Februar 2012

Top-Meldungen

Internationaler Gerichtshof: Deutschland muss NS-Opfer in Italien nicht individuell entschädigen

Deutschland hat im Rechtsstreit mit Italien um Entschädigungen für Opfer von Nazi-Verbrechen einen juristischen Erfolg erreicht. Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hat am 03.02.2012 entschieden, dass die in Italien gefällten Urteile, die Deutschland zur Zahlung individueller Entschädigungen verpflichten, nicht mit dem Völkerrecht in Einklang stehen.

mehr ...

VerfGH Bayern bestätigt Rauchverbot in Raucherclubs

Das strikte Rauchverbot in bayerischen Gaststätten und Vereinsräumlichkeiten ist auch insoweit verfassungskonform, als es für Rauchervereine und Raucherclubs gilt. Dies hat der Bayerische Verfassungsgerichtshof am 31.01.2012 entschieden und eine Popularklage abgewiesen. Das Rauchverbot sei auch hier zum Schutz der Nichtraucher vor den gesundheitlichen Gefahren des Passivrauchens gerechtfertigt, da Nichtraucher zur sozialen Kontaktpflege auch Rauchervereine/-clubs besuchten und selbstbeschränkende Aufnahme- und Zutrittsverbote nicht effektiv genug seien (Az.: Vf. 26-VII-10).

mehr ...

Bundesumweltministerium plant strenge Regeln für «Erdgas-Fracking»

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat einen Gesetzentwurf mit strengen Regeln für das umstrittene «Erdgas-Fracking» vorgelegt. Das haben die Dortmunder «Ruhr Nachrichten» berichtet. Nach dem Entwurf solle es stets eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung geben, «wenn die Gewinnung von Erdgas und Erdöl mittels Einsatzes der sogenannten Fracking-Methode bei unkonventionellen Lagerstätten erfolgen soll und zugleich ein Einsatz von wassergefährdenden Stoffen (...) vorgesehen ist». Außerdem solle die Gasbohrung in Trinkwassergebieten generell verboten werden.

mehr ...

FG Düsseldorf: Keine Gleichbehandlung von «fiscale partners» und Ehegatten bei Eigenheimzulage

Steuerpflichtige, die nach niederländischem Recht als sogenannte fiscale partners «wie Verheiratete» zu behandeln sind, sind in Deutschland bei der Eigenheimzulage Eheleuten nicht gleichgestellt. Dies hat das Finanzgericht Düsseldorf mit Urteil vom 06.12.2011 entschieden (Az.: 9 K 4599/10 EZ).

mehr ...

Weitere Nachrichten

LG Hamburg: Persönlichkeitsanalyse bei «ElitePartner» darf nach Widerruf nichts kosten

Die EliteMedianet GmbH, Betreiberin der beiden Partnervermittlungen ElitePartner und AcademicPartner, darf die in einer Premium-Mitgliedschaft enthaltene 99 Euro teure Persönlichkeitsanalyse nicht mehr vom Widerrufsrecht ausschließen. Dies hat das Landgericht Hamburg entschieden, wie die Verbraucherzentrale Hamburg am 03.02.2012 mitteilt (Urteil vom 31.01.2012, Az.: 312 O 93/11).

mehr ...

LG Mannheim: Apple darf bestimmte iPhones und iPads nicht mehr online verkaufen

Apple hat im Patentstreit mit Motorola eine empfindliche Niederlage erlitten. Das Landgericht Mannheim hat Apple per einstweiliger Verfügung verboten, seine älteren iPhone-Modelle 3G, 3GS und 4 sowie alle UMTS-Modelle des iPads online zu vertreiben. Motorola hatte Apple die Verletzung eines älteren Mobilfunkpatents vorgeworfen.

mehr ...

LG München I: Kein Verkaufsverbot für Samsungs Galaxy Tab 10.1N und Galaxy Nexus

Apple ist am 01.02.2012 vor dem Landgericht München I mit seinem Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Verkauf des neuen Tablets Galaxy Tab 10.1N und des neuen Smartphone Galaxy Nexus von Samsung gescheitert. Das Modell 10.1N ist eine modifizierte Version des Galaxy Tab 10.1, für das gegen Samsung im Sommer ein Vertriebsverbot verhängt und vom Oberlandesgericht Düsseldorf am 31.01.2012 bestätigt wurde.

mehr ...

Frankreich: Berufungsgericht bestätigt Verurteilung von Scientology wegen bandenmäßigen Betrugs

Die umstrittene Scientology-Organisation ist in Frankreich wegen bandenmäßigen Betrugs zu einer Geldstrafe von insgesamt 600.000 Euro verurteilt worden. Ein Pariser Berufungsgericht hat am 02.02.2012 eine entsprechende erstinstanzliche Entscheidung bestätigt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich zwei Unterorganisationen mit illegalen Mitteln bereichert hatten.

mehr ...

BSG: Kostenübernahme für schwenkbaren Autositz als Eingliederungshilfe nur bei Angewiesenheit auf Fahrzeug

Ein schwerbehinderter Mensch hat im Rahmen der sozialhilferechtlichen Eingliederungshilfe Anspruch auf Übernahme der Kosten für die Anschaffung und den Einbau eines schwenkbaren Autositzes als Hilfsmittel nur dann, wenn er auf die Nutzung des Fahrzeugs angewiesen ist und den Umbau nicht aus eigenem Vermögen bestreiten kann. Dies geht aus einer Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 02.02.2012 hervor. Das Gericht hat die Sache an das Landessozialgericht zurückverwiesen (Az.: B 8 SO 9/10 R).

mehr ...

ADAC: Städten drohen erhebliche Sanktionen wegen zu hoher Feinstaubbelastung in Umweltzonen

Die Bundesrepublik Deutschland muss sich möglicherweise wegen Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte in zahlreichen Umweltzonen auf einen Rechtsstreit mit der Europäischen Union einstellen. Dies teilt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC) am 02.02.2012 mit. Vielen Städten würden empfindliche Strafzahlungen drohen, sollte der Europäische Gerichtshof Deutschland wegen Verletzung der EU-Luftreinhalterichtlinie verurteilen. Im Gespräch seien Strafen von etwa 100.000 Euro pro Überschreitungstag.

mehr ...

VG Dresden: Schulen müssen für erträgliche Temperaturen in Klassenräumen sorgen

Schulen müssen dafür sorgen, dass sich Klassenräume im Sommer nicht zu sehr aufheizen und dort erträgliche Temperaturen herrschen. Dies hat das Verwaltungsgericht Dresden in mehreren Eilverfahren mit Beschlüssen vom 02.02.2012 entschieden und die Landeshauptstadt Dresden als Schulträgerin verpflichtet, Vorkehrungen gegen zu große Hitze in Klassenzimmern des Ausweichquartiers für das Marie-Curie-Gymnasium zu treffen. Die Stadt müsse für die Schüler zumutbare Lernbedingungen schaffen (Az.: 5 L 1563/11 und andere).

beck-aktuell-kopfbanner.png

Newsletter Verlag C. H. Beck

unread,
Feb 6, 2012, 10:51:49 AM2/6/12
to mail...@gmail.com

Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 6. Februar 2012

Top-Meldungen

FG Rheinland-Pfalz: Bei Versicherung nicht geltend gemachte Krankheitskosten sind keine außergewöhnliche Belastung

Krankheitskosten können bei der Einkommensteuer-Veranlagung nicht steuermindernd als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden, wenn die betreffenden Aufwendungen bei der zuständigen Krankenversicherung wegen eines Anspruchs auf Beitragsrückerstattung nicht geltend gemacht worden sind. Dies hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit Beschluss vom 31.01.2012 in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes entschieden (Az.: 2 V 1883/11, unanfechtbar).

mehr ...

OLG Hamm: Bei Ebay-Verkauf kann Erklärung zu Widerrufsrecht nach Auktionsende zugeschickt werden

Die Übermittlung der Widerrufsbelehrung per Email unmittelbar im Anschluss an das Ende einer Auktion bei der Internetplattform Ebay kann rechtzeitig sein, um die verkürzte 14-tägige Widerrufsfrist beim Verbrauchervertrag nach § 355 Abs. 2 BGB auszulösen. Dies hat das Oberlandesgericht Hamm am 10.01.2012 entschieden und damit die erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Dortmund bestätigt (Urteil vom 10.01.2012, Az.: I -4 U 145/11).

mehr ...

SG Wiesbaden: Schüler erhält Nachhilfeunterricht als Hartz IV-Leistung

Ein Hauptschüler hat sich in einem Eilverfahren vor dem Sozialgericht Wiesbaden das vorläufige Recht auf Englisch-Nachhilfe als Hartz IV-Leistung erstritten. Das SG entschied mit am 06.02.2012 veröffentlichten, unanfechtbaren Beschluss, dass der Hartz IV-Träger die Kosten für Nachhilfeunterricht nach der Verabschiedung des sogenannten Bildungspakets in Ausnahmefällen tragen muss, wenn es um eine kurzfristige Hilfe geht, die geeignet und erforderlich ist, um das Klassenziel zu erreichen (Az.: S 23 AS 899/11 ER).

mehr ...

VGH München: Demonstrant durfte nicht mehrere Stunden in Polizeibus festgehalten werden

Wird eine Person mehrere Stunden in einem abgestellten Gefangenentransporter festgehalten, so verletzt dies ihr Grundrecht auf Freiheit, wenn es in der konkreten Situation möglich gewesen wäre, diese besonders belastende Form der Freiheitsentziehung früher zu beenden. Dies hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München entschieden (Beschluss vom 27.01.2012, Az.: 10 B 08.2849).

mehr ...

Weitere Nachrichten

OLG Koblenz: Kein Schmerzensgeld trotz in Nachschau unbegründeten Diebstahlsvorwurfs

Wenn das äußere Geschehen auf einen Ladendiebstahl deutet, darf der Geschäftsleiter eines Warenhauses gegenüber dem Verdächtigen einen entsprechenden Vorwurf erheben und bis zur endgültigen Klärung auch wiederholen. Ist in einem solchen Fall ein Diebstahl letztlich nicht nachzuweisen, steht dem Kunden kein Schmerzensgeld wegen falscher Verdächtigung oder übler Nachrede zu. Dies hat des Oberlandesgericht Koblenz entschieden (Hinweisbeschluss vom 22.12.2011, Az.: 5 U 1348/11, rechtskräftig durch Zurückweisungsbeschluss vom 26.01.2012).

mehr ...

LAG Düsseldorf: Kündigung wegen Bezahlung privater Bauleistungen durch Geschäftspartner berechtigt

Eine Bank durfte einem Mitarbeiter fristlos kündigen, weil dieser sich von einem Geschäftspartner private Bauleistungen hatte bezahlen lassen. Dies geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf hervor. Allerdings muss die Bank dem zuletzt als Direktor und Vertriebsleiter bei ihr Beschäftigten die bis zum Zeitpunkt der Kündigung durch Arbeitsleistung erdienten Tantiemen noch zahlen. Eine Vertragsklausel, wonach eine durch Arbeitsleistung erdiente Tantieme vollständig entfällt, wenn der Arbeitnehmer unterjährig ausscheidet, hat das Gericht allgemein für unwirksam erachtet (Urteil vom 03.02.2012, Az.: 6 Sa 1081/11).

mehr ...

Steuerabkommen mit der Schweiz trotz Nachverhandlungen vor dem «Aus»

Trotz Nachverhandlungen im Bundesrat wird das Steuerabkommen mit der Schweiz nach Einschätzung von Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) scheitern. «Ich rechne damit, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Niederlage nicht mehr verhindern kann», sagte Schmid dem «Focus». Es sei «sehr unwahrscheinlich», dass sein Bundesland zustimme.

mehr ...

Fiskalpakt: Bundestagspräsident fordert Klageregelung

Bundestagspräsident Norbert Lammert fordert den Einbau einer Klageregelung in den frisch ausgehandelten EU-Fiskalpakt. Bis zum Unterschreiben des Vertrags am 01.03.2012 müsse die Bundesregierung eine Lösung dafür finden, wie Vertragsbrecher vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt werden könnten, sagte der CDU-Politiker der «Welt am Sonntag».

mehr ...

Verfassungsrichter Kirchhof für Euro-Volksabstimmung

Angesichts der Euro-Krise hat der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts Ferdinand Kirchhof die Einführung von Volksabstimmungen über zentrale europäische Fragen angeregt – etwa die EU-Verträge und den Euro. «Wir brauchen endlich direkte Demokratie in der EU, weil sie sich weit von ihrer Bevölkerung und ihren Heimatregionen entfernt hat», sagte Kirchhof der «Welt am Sonntag». «Je mehr die Integration vorangetrieben wird, desto wichtiger wird das.» Direkte Demokratie sei dort angebracht, wo für die Unionsbürger grundlegende Entscheidungen getroffen würden. Dazu zählten die europäischen Verträge «und auch der Euro».

mehr ...

Bundeskriminalamt verlangt mehr Personal für Neonazi-Ermittlungen

Das Bundeskriminalamt (BKA) fordert mehr Personal für die Ermittlungen zur rechtsextremen Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU). Die 360 Beamten, die die Mordserie des Neonazi-Trios aufklären, sollten durch 50 zusätzliche Ermittler von der Bundespolizei und aus den Ländern verstärkt werden, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke dem Nachrichtenmagazin «Spiegel». Seine Bitte will er jetzt den Länder-Innenministern in einer Telefonschaltkonferenz vorbringen, berichtet das Magazin.

mehr ...

Linkspartei will Dispo-Zinsen gesetzlich deckeln

Die Linkspartei fordert eine gesetzliche Obergrenze für Dispo-Zinsen. «Wir wollen, dass die Zinsen für Dispo-Kredite und Überziehungen gesetzlich auf fünf Prozentpunkte über dem Zentralbankzins gedeckelt werden. Das wäre aktuell ein Höchstzins von sechs Prozent», sagte Parteichef Klaus Ernst den Zeitungen der «WAZ»-Gruppe (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) und dem Onlineportal DerWesten.

mehr ...

LG Hamburg: Stadt darf Schadensersatz für längere Bauzeit der Elbphilharmonie einklagen

Die Stadt Hamburg darf von der Baufirma Hochtief Schadensersatz für die Bauzeitverlängerung an der Elbphilharmonie einklagen. Das Landgericht Hamburg erklärte am 03.02.2012 einen entsprechenden Klageantrag für zulässig. Zu den Fragen nach einem Fertigstellungsanspruch beziehungsweise einem Anspruch auf Bauzeitverlängerung nahm das Gericht aber nicht Stellung.

mehr ...

Ägypten will Ausländer wegen illegaler Stiftungsfinanzierung anklagen

Ägypten will 40 Menschenrechtler, unter ihnen auch Ausländer, wegen angeblich illegaler Finanzierung von Stiftungen und Hilfsorganisationen vor Gericht stellen. Das hat das Staatsfernsehen am 05.02.2012 unter Berufung auf die Justizbehörden berichtet. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) kritisierte das ägyptische Vorgehen gegen ausländische Organisationen am gleichen Tag im «Bericht aus Berlin» der ARD als «in keiner Weise akzeptabel».

mehr ...

Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Köln: Schweizer Offiziersmesser als gefährliches Werkzeug im Sinne des § 244 StGB

StGB § 244 I Nr. 1a

1. Ein "Schweizer Offiziersmesser" mit einer Klingenlänge von 6 cm ist ein gefährliches Werkzeug i. S. d. § 244 Abs. 1 Nr. 1a StGB.

2. Der Tatbestand des § 244 Abs. 1 Nr. 1a, 2. Fall StGB ist erfüllt, unabhängig davon, ob der Dieb jemals vorhatte, das Messer gegen einen Menschen einzusetzen.

OLG Köln, Urteil vom 10.01.2012 - III-1 RVs 258/11, BeckRS 2012, 01232

beck-aktuell-kopfbanner.png
Reply all
Reply to author
Forward
0 new messages