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Oct 5, 2011, 1:08:38 PM10/5/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 5. Oktober 2011

Top-Meldungen

BGH: Synergetik-Behandlung ohne Heilpraktikererlaubnis bei potenzieller Gesundheitsgefährdung strafbar

Behandlungen nach der so genannten Synergetik-Methode stellen eine erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde im Sinne von § 1 Abs. 1 des Heilpraktikergesetzes (HeilprG) dar und sind ohne Heilpraktikererlaubnis nach § 5 HeilprG strafbar, wenn sie die Gesundheit der Patienten im konkreten Fall potenziell gefährden. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 22.06.2011 entschieden und die Revision einer Angeklagten zurückgewiesen (Az.: 2 StR 580/10).

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BFH: Getrennt lebende Ehegatten können Unterhaltszahlungen an Schwiegereltern absetzen

Getrennt lebende Ehegatten können Unterhaltszahlungen an die Schwiegereltern während des Bestehens ihrer Ehe als außergewöhnliche Belastungen nach § 33a Abs. 1 Satz 1 EStG geltend machen. Dies hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 27.07.2011 entschieden. Das Finanzgericht muss nun allerdings noch klären, ob die weiteren Voraussetzungen der Vorschrift vorliegen (Az.: VI R 13/10, BeckRS 2011, 96409).

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VG Minden: Entlassung eines Islam-Konvertiten aus der Bundeswehr war rechtmäßig

Die Bundeswehr hat einen Soldaten auf Zeit, der zum muslimischen Glauben konvertiert war, zu Recht aus der Bundeswehr entlassen. Dies hat das Verwaltungsgericht Minden mit Urteil vom 04.10.2011 entschieden. Der Kläger habe die grundgesetzliche Ordnung gegenüber der Scharia letztlich als zweite Wahl bezeichnet und sich im Dienstbetrieb auch entsprechend verhalten. Dadurch habe er sich in einem Maße von der freiheitlich demokratischen Grundordnung abgewandt, die sein Verbleiben in der Bundeswehr unmöglich gemacht habe, so das VG (Az.: 10 K 823/10).

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Bundeskabinett beschließt Sozialversicherungsrechengrößen 2012

Das Kabinett hat die Verordnung zu den neuen Rechengrößen in der Sozialversicherung für 2012 beschlossen. Wie die Bundesregierung am 05.10.2011 mitteilt, wird die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung um 112,50 Euro auf 3.825 Euro im Monat angehoben. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung steigt im Westen um 100 Euro auf 5.600 Euro monatlich. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.

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Weitere Nachrichten

FG Rheinland-Pfalz: Besuchsfahrten zum auswärts wohnenden Kind keine abzugsfähigen außergewöhnlichen Belastungen

Aufwendungen für Besuchsfahrten zum auswärts wohnenden Kind können nicht als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden. Dies hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit Urteil vom 12.09.2011 entschieden. Aufwendungen des getrennt lebenden Elternteils für den Umgang mit Kindern seien nach der nicht zu beanstandenden Entscheidung des Gesetzgebers durch den Familienleistungsausgleich abgegolten. Das steuerrechtliche Existenzminimum müsse solchen individuellen Sonderbedarf nicht ausgleichen, so das FG (Az.: 5 K 2011/10).

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Kabinett will für Bundesbeamte ab 2012 mehr Weihnachtsgeld

Bundesbeamte, Richter und Soldaten sollen nach Jahren der Kürzungen ab 2012 wieder mehr Weihnachtsgeld bekommen. Das Bundeskabinett hat am 05.10.2011 eine Formulierungshilfe für einen entsprechenden Gesetzentwurf von Union und FDP beschlossen. Nach Angaben des Beamtenbundes dbb können rund 353.000 Bundesbeamte, Soldaten und Richter im kommenden Jahr mit einem Einkommensplus von 2,44 Prozent rechnen.

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VG Koblenz: Stadt Mendig muss Bebauungsplan an Landesentwicklungsprogramm anpassen

Die Stadt Mendig muss ihren Bebauungsplan «Gewerbepark an der A 61/B 262» in Bezug auf die Zulassung von Einzelhandelsbetrieben an das Landesentwicklungsprogramm Rheinland-Pfalz (LEP IV) anpassen, weil er gegen das dort vorgegebene Agglomerationsverbot verstößt. Dies hat das Verwaltungsgericht Koblenz mit Urteil vom 18.08.2011 entschieden und eine kommunalaufsichtliche Beanstandung des Landes für rechtsmäßig erachtet. Das Agglomerationsverbot sei mit höherrangigem Recht vereinbar. Das VG hat die Berufung zugelassen (Az.: 1 K 265/11.KO).

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AG München: Vertrag über Eintragung in Internet-Gewerbeverzeichnis muss Kosten klar erkennen lassen

Bietet ein Adressbuchverlag Unternehmen mit der Zusendung eines Antragsformulars die Aufnahme in ein Internet-Gewerbeverzeichnis an, muss das Formular die Begründung einer Entgeltpflicht und die Laufzeit des Vertrages deutlich erkennen lassen. Dies hat das Amtsgericht München mit rechtskräftigem Urteil vom 07.04.2011 entschieden. Anderenfalls könne ein geschlossener Vertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten werden (Az.: 213 C 4124/11).

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Düsseldorf: Beweislast bei wucherähnlichem Geschäft im gewerblichen Mietrecht

BGB §§ 535, 138, 313

Im gewerblichen Mietrecht fehlt es regelmäßig an einer strukturellen Verhandlungsunterlegenheit, so dass bei einem wucherähnlichen Geschäft der benachteiligte Vertragsteil die Umstände darlegen und notfalls beweisen muss, die seine Unterlegenheit bei Vertragsschluss begründeten, sowie darlegen und notfalls beweisen muss, dass der andere Vertragsteil das erkannt und für sich zum Vorteil ausgenutzt hat.

OLG Düsseldorf, Beschluss vom 17.12.2010 - 24 U 66/10 (LG Duisburg), BeckRS 2011, 22122

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Oct 6, 2011, 10:59:59 AM10/6/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 6. Oktober 2011

Top-Meldungen

BVerfG: Auch in «Altfällen» darf Sicherungsverwahrung nicht zur Entlassungsvorbereitung befristet fortdauern

In Altfällen dürfen die Strafvollstreckungsgerichte keine befristete Fortdauer der Sicherungsverwahrung zur Entlassungsvorbereitung der Betroffenen anordnen, wenn sie die vom Bundesverfassungsgericht im Mai 2011 (BeckRS 2011, 50108) aufgestellten besonderen Unterbringungsvoraussetzungen nicht erfüllt sehen. Dies hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 15.09.2011 entschieden. Ansonsten würden das Freiheitsgrundrecht und das Vertrauensschutzgebot verletzt (Az.: 2 BvR 1516/11).

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EuGH-Generalanwältin: EU darf internationalen Luftverkehr in Emissionshandelssystem einbeziehen

Die Einbeziehung des internationalen Luftverkehrs in das EU-Emissionshandelssystem ist mit dem Völkerrecht vereinbar. Dieser Ansicht ist die Generalanwältin des Europäischen Gerichtshofs Juliane Kokott in ihren Schlussanträgen vom 06.10.2011. Die EU-Gesetzgebung verletze weder die völkerrechtlich garantierte Souveränität anderer Staaten noch die Freiheit der Hohen See. Sie sei auch mit den relevanten internationalen Übereinkünften vereinbar (Az.: C-366/10).

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BAG: Gehaltsrückstände bedeuten nicht, dass Arbeitnehmer Zahlungsunfähigkeit seines Arbeitgebers kennt

Auf die für die Insolvenzanfechtung von Lohnzahlungen bedeutsame Kenntnis eines Arbeitnehmers über die Zahlungsunfähigkeit seines Arbeitgebers kann nicht allein deswegen geschlossen werden, weil der Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer mit Gehaltszahlungen im Rückstand ist und der Arbeitnehmer weiß, dass dies auch in Bezug auf andere Beschäftigte der Fall ist. Das gilt laut Bundesarbeitsgericht umso mehr, wenn der betreffende Arbeitnehmer keinen Einblick in die Finanzbuchhaltung seines Arbeitgebers und keine Leitungsaufgaben im kaufmännischen Bereich wahrgenommen hatte (Urteil vom 06.10.2011, Az.: 6 AZR 262/10).

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EuG: Form eines Bang & Olufsen-Lautsprechers kann nicht als Gemeinschaftsmarke eingetragen werden

Die Form eines der Lautsprecher von Bang & Olufsen kann nicht als Gemeinschaftsmarke eingetragen werden. Dies hat das Europäische Gericht erster Instanz entschieden. Eine Eintragung als Gemeinschaftsmarke sei nicht möglich, da die Form des Lautsprechers dem Produkt einen wesentlichen Wert verleiht und die Marke ausschließlich aus der Form besteht, so das Urteil vom 06.10.2011 (Az.: T-508/08).

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Weitere Nachrichten

Staatsgerichtshof Baden-Württemberg: EnBW-Kauf war verfassungswidrig

Die frühere schwarz-gelbe Landesregierung in Baden-Württemberg hat mit dem Einstieg beim Energieversorger EnBW gegen die Verfassung verstoßen. Dies hat der Staatsgerichtshof am 06.10.2011 in Stuttgart entschieden. Die Richter gaben damit Grünen und SPD recht. Die Regierung von Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hätte das Milliarden-Geschäft nicht am Landtag vorbei abwickeln dürfen, erklärte der Vorsitzende Richter Eberhard Stilz.

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LAG: Europäischer Betriebsrat kann Betriebsstilllegung in Spanien nicht verbieten lassen

Der Europäische Betriebsrat einer europaweit tätigen Unternehmensgruppe aus dem Bereich der Automobilzulieferer hat keinen Anspruch darauf, dass die Gruppe es unterlässt, einen Betrieb in Spanien stillzulegen, ohne ihn zuvor zu informieren und zu konsultieren. Dies hat das Landesarbeitsgericht Köln mit Beschluss vom 08.09.2011 entschieden und einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung abgelehnt. Das Europäische Betriebsrätegesetz sehe als Sanktion bei Verstößen gegen die Unterrichtungs- und Anhörungsrechte nur Bußgelder vor, halte aber keinen Unterlassungsanspruch bereit (Az.: 13 Ta 267/11).

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LSG Bayern: Rententräger muss in Beitragsprüfungsbescheid Prüfzeitraum angeben

Das Landessozialgericht Bayern hat in einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 17.05.2011 den Rechtsschutz bei Betriebsprüfungen durch die Rententräger zugunsten der Arbeitgeber gestärkt. Es hat klargestellt, dass der Rententräger in dem Bescheid, mit dem er eine Beitragsprüfung in einem Betrieb abschließt, den Prüfzeitraum angeben muss. Ansonsten sei der Bescheid wegen Verstoßes gegen den Bestimmtheitsgrundsatz rechtswidrig (Az.: L 5 R 848/08).

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VGH Mannheim: BUND erreicht vorläufigen Stopp von Arbeiten an «Stuttgart 21»

Der Umweltverband BUND hat im Zusammenhang mit dem Projekt «Stuttgart 21» erreicht, dass die Zentralisierung der Wasseraufbereitungsanlagen östlich des bestehenden Stuttgarter Bahnhofsgebäudes vorerst nicht weitergeführt werden darf. Das gilt zumindest insofern, als sie der Umsetzung der fünften Änderung des Planfeststellungsbeschlusses vom 28.01.2005 zum Umbau des Bahnknotens Stuttgart dienen. Wie der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim feststellt, hat die Anfechtungsklage des BUND vom Juli 2011 gegen die betreffende Planänderung aufschiebende Wirkung (Beschluss vom 06.10.2011, Az.: 5 S 2101/11, unanfechtbar).

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Lidl darf Textilien aus Lyocell nicht mehr als Naturprodukt bezeichnen

Der Discounter Lidl muss eine irreführende Werbung für Textilien aus Lyocell einstellen und darf diese nicht mehr als Naturprodukt bezeichnen. Dazu hat sich die für den Onlinehandel zuständige Tochtergesellschaft der Lidl-Gruppe in einer Unterlassungserklärung gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg verpflichtet, wie letztere am 05.10.2011 mitteilte.

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OLG Schleswig: Rücksichtloser Trabrennfahrer muss für totes Rennpferd zahlen

Bei gefährlichen Sportarten begründet nicht jede Verletzung oder jeder leichte Regelverstoß eine Pflicht des Sportlers, für den entstandenen Schaden aufzukommen. Die Sorgfaltspflichten müssen vielmehr im besonders schweren Maße verletzt sein. Das Oberlandesgericht Schleswig sprach am 28.09.2011 dem Eigentümer des bei einem Trabrennen verletzten und anschließend eingeschläferten Pferdes Chaleska Schadensersatz in Höhe von rund 7.000 Euro gegen den beklagten Trabrennfahrer zu, dessen rücksichtsloses Verhalten zu Verletzung und späterem Tod des Tieres geführt hätten (Az.: 9 U 12/11).

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UN kritisieren Umgang der deutschen Justiz mit Ausländern

Experten der Vereinten Nationen haben Kritik am Umgang von Polizei und Justiz mit illegal eingereisten Ausländern in Deutschland geübt. Wenn diese etwa wegen eines kleinen Diebstahls auffielen, verschlimmere sich ihre Situation wegen der fehlenden Aufenthaltserlaubnis drastisch. «Wir sind besorgt, dass Migranten öfter festgenommen und verhaftet werden, weil sie Fremde sind – das wird zum massiven Nachteil für sie», heißt es in einem am 05.10.2011 in Berlin vorgestellten Bericht der UN-Arbeitsgruppe zu willkürlichen Festnahmen.

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Nach EuGH-Urteil: UEFA will an Vergabe von Fußballrechten vorerst nichts ändern

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will die Vergabe ihrer Medien-Rechte nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Sport-Vermarktung nicht ändern. Das erklärte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino am 05.10.2011 im Anschluss an die Entscheidung. Zudem kritisierte er den EuGH und beklagte «fundamentale Fehler» der Entscheidung. «Wir werden weiterhin unsere Rechte auf einer Land-für-Land-Basis anbieten, weil es das ist, was die Menschen wollen», betonte Infantino.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

AG Göttingen: «Entsperren» von SIM-Lock-Handys stellt Fälschung beweiserheblicher Daten und Datenveränderung dar

StGB §§ 267 III 2 Nr. 1, 269 I, III, 270, 303a I, III, 303c, 52, 53; UrhG § 69c Nr. 2

Die unbefugte Aufhebung eines sogenannten SIM-Locks zur Begrenzung der Nutzungsmöglichkeiten eines Handys durch Mobilfunkprovider ist als Fälschung beweiserheblicher Daten und Datenveränderung strafbar.

AG Göttingen, Urteil vom 04.05.2011 - 62 Ds 51 Js 9946/10, BeckRS 2011, 22591

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Oct 7, 2011, 1:49:56 PM10/7/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 7. Oktober 2011

Top-Meldungen

BVerfG: Keine Geldentschädigung für Grundstückseigentümer wegen Nichtumsetzung eines Bebauungsplans

Verlieren Grundstücke durch fremdnützige Festsetzungen in einem Bebauungsplan an Wert, können die betroffenen Eigentümer von der Gemeinde auch dann keine Geldentschädigung verlangen, wenn die Gemeinde den Bebauungsplan nicht umsetzt. Dies hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 15.09.2011 entschieden. Eine andere Auslegung des § 43 Abs. 3 Satz 1 BauGB würde die Grenzen der Möglichkeit einer verfassungskonformen Auslegung überschreiten. Zur Wahrung ihrer Eigentumsrechte hat das BVerfG die Beschwerdeführer auf den Primärrechtsschutz verwiesen (Az.: 1 BvR 2232/10).

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BGH: Händler muss für Weiterverkauf von OEM-Windows-Versionen Lizenzgebühren an Microsoft zahlen

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 06.10.2011 einen Händler zu Lizenzzahlungen an Microsoft verpflichtet, der an konkrete PCs gebundene Windows-Versionen (sogenannte OEM-Software) aufgekauft und dann eigenständig weiterverkauft hatte. Der markenrechtliche Erschöpfungsgrundsatz greife nicht, wenn der Händler die Software nachträglich mit einem Echtheitszertifikat versehe, das zwar ebenfalls vom Markeninhaber stamme, aber nicht der betreffenden Software konkret zugeordnet gewesen sei (Az.: I ZR 6/10).

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BGH: Gebrauchtwagenangebot in falscher Kilometerstandsrubrik keine unzulässige Irreführung

Wird ein Gebrauchtwagen im Internet in einer falschen Kilometerstandsrubrik angeboten, ergibt sich die richtige Laufleistung des Fahrzeugs aber ohne weiteres aus der Überschrift des Angebots, so liegt keine unzulässige Irreführung der Verbraucher vor. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 06.10.2011 entschieden. Eine Täuschung der Verbraucher sei dann ausgeschlossen (Az.: I ZR 42/10).

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VGH München: 50-Cent-Sportwetten im Internet unzulässig

Sportwetten dürfen im Internet auch nicht als so genannte 50-Cent-Gewinnspiele angeboten werden. Dies hat der Bayerische Verwaltungsgerichthof in München mit Urteil vom 25.08.2011 entschieden. Solche 50-Cent-Sportwetten unterfielen dem Internetverbot des Glücksspielstaatsvertrags und seien durch den Rundfunkstaatsvertrag nicht allgemein zugelassen (Az.: 10 BV 10.1176).

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Weitere Nachrichten

Auskunftsmarkt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Deutsche Telekom wegen Betrugsverdachts

Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Deutsche Telekom wegen des Verdachts des schweren Betrugs, nachdem die Gründer der Telegate AG, Klaus Harisch und Peter Wünsch, Strafanzeige erstattet haben. Dies teilt die Telegate vertretende Kanzlei Wilms & Schaub am 07.10.2011 mit. Danach soll die Deutsche Telekom unter Berufung auf nicht belegte Kosten jahrelang überhöhte Entgelte von ihren Wettbewerbern im Auskunfts- und Telefonbuchmarkt gefordert haben.

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Freispruch für Kachelmann rechtskräftig

Jörg Kachelmann muss sich nicht weiter wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Mannheim und die Nebenklägerin haben ihre Anträge auf Revision am 07.10.2011 zurückgezogen. Damit ist das Urteil des Landgerichts vom 31.05.2011 rechtskräftig, mit dem der Wettermoderator vom Vorwurf der schweren Vergewaltigung und gefährlichen Körperverletzung freigesprochen wurde.

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Belgien: Verfassungsgericht weist Klage gegen Burka-Verbot ab

Belgiens Burka-Verbot bleibt: Das Verfassungsgericht hat eine Klage zweier Muslima zurückgewiesen, die das Verbot kippen wollten. Es gebe keine Beweise dafür, dass die beiden Frauen durch das erst kürzlich verabschiedete Gesetz diskriminiert würden, entschied das Gericht am 05.10.2011 in Brüssel.

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Internationaler Sportgerichtshof kippt «Osaka-Regel» zu Sperren für Olympia

Die sogenannte Osaka-Regel des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist ungültig und nicht durchsetzbar. Dies geht aus einem Schiedsspruch des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) vom 04.10.2011 hervor. Die streitige Bestimmung (Regel 45 der Olympischen Charta) sieht vor, dass ein wegen Verletzung der Anti-Dopingbestimmungen für mehr als sechs Monate gesperrter Athlet auch nach Ablauf der Sperre bei den beiden kommenden Olympischen Spielen nicht startberechtigt ist (Az.: CAS 2011/0/2422).

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Ergebnisse des Europäischen Strafrechtstages: Opferschutzrichtlinie und europäische Staatsanwaltschaft kritisiert

Die europäischen Strafrechtler kritisieren die Pläne von Rat und Kommission zur Aufwertung der Europäischen Einheit für justizielle Zusammenarbeit (Eurojust) und zur Errichtung einer europäischen Staatsanwaltschaft ab dem Jahr 2013. Dies geht aus dem Ergebnispapier des vierten EU-Strafrechtstags hervor, der am 01.10.2011 in Bonn stattfand. Die Teilnehmer befürchten demnach eine weitere nachhaltige Verschlechterung von Verteidigerpositionen. Insbesondere fehle es an einem erkennbaren praktischem Bedürfnis an der Umsetzung dieser Pläne. Der vierte EU-Strafrechtstag äußerte zudem massive Kritik am Vorschlag der Kommission zu einer Opferschutzrichtlinie.

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VG Koblenz: Wegnahme vernachlässigter Tiere trotz Mitschuld des Vermieters rechtens

Die Veterinärbehörde kann in einer Mietwohnung gehaltene Katzen und Hunde, deren ordnungsgemäße Versorgung und Pflege dort nicht sichergestellt ist, auch dann der Halterin wegnehmen und anderweitig unterbringen, wenn die Vernachlässigung wesentlich vom Vermieter durch zeitweises Abstellen des Wassers und Austausch des Türschlosses mitverursacht worden ist. Dies hat das Verwaltungsgericht Koblenz am 08.09.2011 entschieden. Ein gegen die Halterin ergangenes Tierhaltungs- und Betreuungsverbot hat das Gericht mit seiner jetzt bekannt gewordenen Entscheidung dagegen nicht bestätigt (Az.: 2 K 204/11.KO).

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Erfüllung der Darlegungslast trotz Änderung des Parteivorbringens

ZPO § 544 VII; GG Art. 103 I

Eine Partei ist nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes nicht gehindert, ihr Vorbringen im Laufe des Rechtsstreits zu ändern, insbesondere auch zu berichtigen und damit der Darlegungslast zu genügen. Dieses Verhalten könne allenfalls im Rahmen der Beweiswürdigung berücksichtigt werden.

BGH, Beschluss vom 21.07.2011 - IV ZR 216/09 (OLG Köln), BeckRS 2011, 22511

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Oct 10, 2011, 10:47:38 AM10/10/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 10. Oktober 2011

Top-Meldungen

OVG Münster: Keine vorläufige Studiumzulassung wegen langer Wartezeit

Auch wenn ein Studienbewerber bereits länger als die Dauer des Regelstudiums auf die Zulassung zu einem Studium wartet, heißt das nicht, dass er vorläufig zu dem Studium zuzulassen ist. Dies geht aus mehreren Eilbeschlüssen hervor, mit denen das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster vorläufig die vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen wegen überlanger Wartezeit verfügte Studienplatzvergabe in medizinischen Studiengängen gestoppt hat (Az.: 13 B 1214/11, 13 B 1215/11, 13 B 1216/11, 13 B 1217/11 und 13 B 1218/11, unanfechtbar).

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FG München zweifelt an Brennelementesteuer

Nach dem Finanzgericht Hamburg hat nun auch das FG München erhebliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Brennelementesteuer geäußert. Dies hat ein Sprecher des Gerichts am 10.10.2011 bestätigt. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache hat das FG München die Beschwerde an den Bundesfinanzhof zugelassen (Beschluss vom 05.10.2011, Az.: 14 V 2155/11).

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Chaos Computer Club meldet Sicherheitslücken in staatlicher Überwachungssoftware – Schaar kündigt Überprüfung an

Ermittler in Deutschland sollen eine Software zur Überwachung von Telekommunikations-Verbindungen eingesetzt haben, die einen verbotenen «Großen Lauschangriff» ermöglicht. Dies meldet der Chaos Computer Club (CCC). Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar hat daraufhin in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» vom 10.10.2011 angekündigt, die Überwachungssoftware zu überprüfen. «Es darf nicht sein, dass beim Abfangen verschlüsselter Internet-Kommunikation auf dem Computer durch die Hintertür auch eine Online-Durchsuchung des gesamten Rechners durchgeführt werden kann.»

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Weitere Nachrichten

LAG Hessen: Private Trunkenheitsfahrt kann Kraftfahrer Arbeitsplatz kosten

Ein Arbeitgeber darf einem bei ihm beschäftigten Kraftfahrer kündigen, wenn dieser bei einer privaten Autofahrt mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,36 Promille ertappt wird und deshalb seine Fahrerlaubnis verliert. Dies hat am 01.07.2011 das Landesarbeitsgericht Hessen entschieden (Az.: 10 Sa 245/11).

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OVG Magdeburg: NPD darf Bundesparteitag nicht in «Anhalt-Arena» Dessau abhalten

Die NPD darf ihren Bundesparteitag am 15. und 16.10.2011 nicht wie geplant in der Dessauer «Anhalt-Arena» abhalten. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt in Magdeburg unter Verweis auf die Sportstättensatzung der Stadt Dessau-Roßlau entschieden. Diese schließe eine Überlassung der städtischen Sportstätten zur Durchführung politischer Veranstaltungen, wie sie die NPD plane, aus, heißt es in dem Eilbeschluss vom 10.10.2011 (Az.: 4 M 179/11).

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Baden-Württemberg: Grün-Rot prüft in Sachen EnBW Schadenersatzansprüche gegen Mappus

Die grün-rote Landesregierung in Stuttgart prüft Schadenersatzansprüche gegen den früheren CDU-Ministerpräsidenten Stefan Mappus, nachdem der Staatsgerichtshof Baden-Württemberg den Einstieg des Landes unter der alten CDU/FDP-Regierung beim Energieversorger EnBW am 06.10.2011 als verfassungswidrig gerügt hatte. Dies verlautete am 07.10.2011 aus dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg.

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FG Düsseldorf: Kein Vorsteuerabzug aus Rechnungen eines «Hochpreisers»

Der Erwerber eines gebrauchten Nutzfahrzeugs kann aus der ihm von einem so genannten «Hochpreiser» erteilten Rechnung keinen Vorsteuerabzug verlangen. Das hat der Erste Senat des Finanzgerichts Düsseldorf mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 21.05.2010 entschieden (Az: 1 K 1156/07 U).

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VG Braunschweig: Gentechnik-Gegner durften nicht auf Gelände eines Bundesforschungsinstituts demonstrieren

Die Stadt Braunschweig hat es Gentechnik-Gegnern zu Recht untersagt, ihre im Stadtgebiet durchgeführte Demonstration auf dem Gelände des von-Thünen-Instituts (vTI), einem Bundesforschungsinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, fortzusetzen. Dies hat am 06.10.2011 das Verwaltungsgericht Braunschweig entschieden und damit einen Verstoß gegen die Versammlungsfreiheit verneint (Az.: 5 A 100/10).

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SPD macht Weg für Range als Generalbundesanwalt frei

Der Weg für Harald Range als neuer Generalbundesanwalt ist frei. Die SPD-geführten Länder haben grünes
Licht gegeben, wie die Nachrichtenagentur dpa am 10.10.2011 aus Kreisen der SPD-regierten Länder erfahren hat. Bei einer Telefonkonferenz der Justizminister hätten sie sich darauf geeinigt, den Celler Juristen zu unterstützen.

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EU will Abschaffung der Todesstrafe weltweit durchsetzen

Die Europäische Union will dafür sorgen, dass die Todesstrafe weltweit abgeschafft wird. Dies hat sie anlässlich des Welttages und des Europäischen Tages gegen die Todesstrafe am 10.10.2011 bekräftigt. Die weltweite Abschaffung der Todesstrafe sei eines der wichtigsten Ziele der EU-Menschenrechtspolitik.

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Bundesregierung will Bundestagsrechte bei Euro-Paket achten

Die Bundesregierung will beim deutsch-französischen Gesamtpaket zur Euro- und Banken-Rettung die Rechte des Bundestages strikt einhalten. Man werde peinlich genau darauf achten, dass alle Rechte des Parlaments gewahrt seien, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am 10.10.2011 in Berlin.

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BRAK-Präsidium neu gewählt: Filges bleibt Präsident

Die Präsidenten der 28 Rechtsanwaltskammern in der Bundesrepublik haben auf ihrer Hauptversammlung am 07.10.2011 in Hannover das Präsidium der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) neu gewählt. Der bisherige Präsident der BRAK Axel C. Filges ist in seinem Amt bestätigt worden.

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Oct 11, 2011, 11:19:23 AM10/11/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 11. Oktober 2011

Top-Meldungen

FG Rheinland-Pfalz: Steuersoftwarefehler wie Verschulden eines Steuerberaters zurechenbar

Nutzt ein Steuerpflichtiger Steuersoftware zur Erstellung seiner Einkommensteuererklärung, muss er sich Fehler der Software wie ein Verschulden eines Steuerberaters zurechnen lassen. Dies hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit Urteil vom 30.08.2011 entschieden und grobe Fahrlässigkeit eines Steuerpflichtigen bejaht, der es unterlassen hatte, Kinderbetreuungskosten geltend zu machen, obwohl im amtlichen Steuererklärungsformular ausdrücklich nach diesen Kosten gefragt wurde (Az.: 3 K 2674/10).

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FG Hamburg: «Anlage Unterhalt» in «ElsterFormular» für Steuerpflichtigen nicht hinreichend deutlich

Hinweise im «Kleingedruckten» der Steuerformulare schließen – insbesondere in dem Programm «ElsterFormular» – die nachträgliche Geltendmachung von Unterhaltszahlungen nicht grundsätzlich wegen groben Verschuldens aus. Das hat das Finanzgericht Hamburg mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 27.09.2011 entschieden und damit der Klage eines Steuerpflichtigen stattgegeben, der Unterhaltszahlungen erst erklärt hatte, nachdem sein Einkommensteuerbescheid bereits bestandskräftig geworden war (Az.: 1 K 43/11).

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Mindestens fünf «Trojaner»-Einsätze in Bayern

Offenbar hat eine ganze Reihe von Bundesländern Trojaner eingesetzt, um die Internet-Telefonate von Verdächtigen abzuhören. Die Polizei fordert nun einen klaren Rechtsrahmen. So haben bayerische Ermittler nach Angaben des Landesinnenministeriums vom April bislang fünf Mal die Spionage-Software eingesetzt und nicht nur E-Mails und Internettelefonate überwacht, sondern auch Zehntausende von Bildschirmfotos aufgenommen.

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Ukraine: Sieben Jahre Haft für Timoschenko

Die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko muss wegen Amtsmissbrauchs für sieben Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in Kiew sah es am 11.10.2011 als erwiesen an, dass Timoschenko 2009 mit Russland Gasverträge zum Nachteil der Ukraine abgeschlossen und dadurch einen Schaden von umgerechnet 137 Millionen Euro verursacht hatte. Die EU und die USA hatten das Verfahren gegen die Oppositionsführerin als politisch motiviert kritisiert.

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Weitere Nachrichten

VGH Kassel verbietet vorläufig Nachtflüge am Frankfurter Flughafen

Mit Beschlüssen vom 10.10.2011 hat der Verwaltungsgerichtshof Kassel die aufschiebende Wirkung der Klagen verschiedener Anwohner aus Rüsselsheim und Offenbach gegen den Planfeststellungsbeschluss des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung vom 18.12.2007 insoweit angeordnet, als der Planfeststellungsbeschluss planmäßige Flüge in der Zeit von 23:00 Uhr bis 5:00 Uhr zulässt (Az.: 11 B 1587/11.T, 11 B 1834/11.T).

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BVerwG: OVG-Präsidenten erörtern aktuelle verwaltungsgerichtliche Fragen

Auf ihrer 51. Jahrestagung, die in diesem Jahr auf Einladung der Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Marion Eckertz-Höfer in Leipzig stattfand, berieten die Präsidenten der Oberverwaltungsgerichte und Verwaltungsgerichtshöfe der Länder und die Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts aktuelle Themen der Verwaltungsgerichtsbarkeit und die Fortentwicklung des Verwaltungsrechtsschutzes in Deutschland. Das meldete die Pressestelle des Bundesverwaltungsgerichts am 07.10.2011.

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VG Wiesbaden: Wiesbaden muss in Luftreinhalteplan Rhein-Main als Umweltzone ausgewiesen werden

Um die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden einzuhalten, muss dort nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden eine Umweltzone eingerichtet werden. Das Gericht hat das Land Hessen deshalb mit Urteil vom 11.10.2011 faktisch verpflichtet, Wiesbaden im Luftreinhalteplan Rhein-Main als Umweltzone auszuweisen. Das VG hat Berufung und Sprungsrevision zugelassen (Az.: 4 K 757/11).

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AG München: Ersatz für Hagelschaden nur bei Abgrenzbarkeit von früherem Schaden

Wird bei einem Auto ein erster Hagelschaden auf Gutachtenbasis abgerechnet und ersetzt, werden die Schäden aber nicht repariert, muss bei einem weiteren Hagelschaden genau vorgetragen werden, welche Schäden neu eingetreten sind. Nur diese sind zu ersetzten. Soweit eine Abgrenzung nicht möglich ist, geht dies nach einer jetzt veröffentlichten Entscheidung des Amtsgerichts München zu Lasten des Geschädigten (Urteil vom 14.04.2011, Az.: 271 C 10327/10, rechtskräftig).

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OVG Koblenz hebt Zwangsgeldandrohung in Streit um OLG-Präsidentenstelle auf

Das Verwaltungsgericht Koblenz hätte dem Land im Streit um die Stelle des Präsidenten des Oberlandesgerichts Koblenz kein Zwangsgeld androhen dürfen, weil zum Zeitpunkt des Vollstreckungsantrages mit einer erneuten Besetzungsentscheidung des Landes Rheinland-Pfalz noch nicht gerechnet werden durfte. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz mit Beschluss vom 10.10.2011 entschieden (Az.: 10 B 10847/11.OVG).

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LG Coburg: Maklerprovision auch bei Kauf acht Monate nach Hausbesichtigung

Ein Maklerlohn wird nach einer am 07.10.2011 veröffentlichten Entscheidung des Landgerichts Coburg fällig, wenn die Tätigkeit des Maklers ursächlich für den Abschluss des Kaufvertrages geworden ist. Auch angesichts eines zeitlichen Abstands von etwa acht Monaten zwischen einer ersten Besichtigung und dem Kaufvertrag sah das Gericht im konkreten Fall zumindest eine (Mit-) Ursächlichkeit für den Abschluss des Kaufvertrags als gegeben an. Die spätere Tätigkeit eines zweiten Maklers und dessen Verlangen nach Maklerlohn ändere daran nichts (Urteil vom 22.03.2011, Az.: 23 O 590/10).

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Bundestag: Regierung legt Gesetzentwurf zur Verbesserung des Verbraucherschutzes vor

Die Bundesregierung legt einen Gesetzentwurf zur Änderung des EG-Verbraucherschutzdurchsetzungsgesetzes und zur Änderung des Unterlassungsklagengesetzes vor (BT-Drs. 17/7235). Das teilte die Pressestelle des Bundestages am 10.10.2011 mit.

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Seehofer droht weiter mit Klage gegen Finanzausgleich

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) droht weiter mit einer Klage gegen den Länderfinanzausgleich. Zunächst sollen noch die Ministerpräsidententreffen dieses Jahres abgewartet werden, sagte Seehofer am 08.10.2011 beim CSU-Parteitag in Nürnberg. Wenn dabei aber keine Bereitschaft für eine Reform zu erkennen sei, werde Bayern Klage beim Bundesverfassungsgericht einreichen.

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Uralt-Gesetz hilft USA bei Ermittlungen gegen Wikileaks

Die USA treiben ihre Untersuchungen gegen Wikileaks mit Erfolg voran. Jetzt habe auch Google persönliche Daten eines Unterstützers an die Behörden liefern müssen, so das «Wall Street Journal» am 10.10.2011. Die US-Behörden setzen bei ihren Ermittlungen gegen die Enthüllungsplattform Wikileaks auf ein 25 Jahre altes Schnüffelgesetz, das für die Kommunikation per E-Mail und SMS nicht ausgelegt ist.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Maßgeblichkeit der Gründungstheorie für die ausschließliche internationale Zuständigkeit am Gesellschaftssitz nach Art. 22 Nr. 2 EuGVVO bei einer EU-Auslandsgesellschaft

EuGVVO (= Brüssel I-VO) Art. 22 Nr. 2

Der für die ausschließliche internationale Zuständigkeit in Gesellschaftssachen gemäß Art. 22 Nr. 2 EuGVVO maßgebliche Sitz einer EU-Auslandsgesellschaft bestimmt sich nach einer Entscheidung des BGH vor deutschen Gerichten nicht nach der Sitztheorie sondern nach der Gründungstheorie und liegt damit am Satzungssitz im Herkunftsstaat.

BGH, Urteil vom 12.07.2011 - II ZR 28/10 (OLG Frankfurt am Main), BeckRS 2011, 22672

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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 12. Oktober 2011

Top-Meldungen

BGH: Nicht angepasste Klauseln in Versicherungsaltverträgen unwirksam

Nicht an das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG 2008) angepasste Klauseln in Altverträgen sind unwirksam, wenn sie den Versicherungsnehmer gegenüber der neuen Rechtslage schlechter stellen. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 12.10.2011 in Bezug auf Klauseln über die Verletzung vertraglicher Obliegenheiten entschieden. Die entstandene Vertragslücke könne auch nicht geschlossen werden. Allerdings könne sich der Versicherer weiterhin darauf berufen, dass der Versicherungsfall gemäß § 81 Abs. 2 VVG grob fahrlässig herbeigeführt wurde (Az.: IV ZR 199/10).

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BGH: Grob fahrlässiger Mietwagenfahrer haftet bei unwirksamen Haftungsvorbehalt nach Verschuldensschwere

Ist ein Haftungsvorbehalt für den Fall grob fahrlässiger Fahrzeugbeschädigungen in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen eines Kfz-Mietvertrags mit Selbstbeteiligung unwirksam, ist nicht unbedingt nur die Selbstbeteiligung zu zahlen. Wie der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 11.10.2011 entschieden hat, tritt an die Stelle des unwirksamen Haftungsvorbehalts vielmehr der Grundgedanke des § 81 Abs. 2 VVG, so dass sich der Umfang des Schadensersatzes nach der Schwere des Verschuldens des grob fahrlässig Handelnden bemisst (Az.: VI ZR 46/10).

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BFH schränkt Vorsteuerabzug bei von Ehegatten errichteten gemischt-genutzten Gebäuden ein

Errichtet eine aus zwei Personen bestehende Miteigentümergemeinschaft (hier ein Ehepaar) ein gemischt-genutztes Gebäude, das einer der Gemeinschafter teilweise unternehmerisch als Büro nutzt, wird dieser Gebäudeteil umsatzsteuerrechtlich an ihn geliefert und kann daher nicht von dem anderen Gemeinschafter an ihn vermietet werden. Dies hat der Bundesfinanzhof am 07.07.2011 entschieden. Außerdem entschied der BFH, dass die im Falle gemischt-genutzter Wirtschaftsgüter sofort bei Leistungsbezug zu treffende Zuordnungsentscheidung spätestens bis zum Ablauf der Abgabefrist für die Jahressteuererklärung erfolgen muss (Az.: V R 41/09 und V R 42/09, BeckRS 2011, 96480 und BeckRS 2011, 96483).

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BGH: Kein einheitliches Mietverhältnis bei separat angemieteter Garage auf anderem Grundstück

Eine separat angemietete Garage, die sich nicht auf demselben Grundstück befindet wie die gemietete Wohnung, ist kein Bestandteil des Wohnungsmietvertrages und kann deshalb unabhängig von der Wohnung gekündigt werden, sofern nicht andere Umstände die Annahme einer rechtlichen Einheit beider Mietverträge rechtfertigen. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 12.10.2011 entschieden. Bei einem separat abgeschlossenen Garagenmietvertrag spreche eine Vermutung für die rechtliche Selbständigkeit beider Vereinbarungen, so der BGH (Az.: VIII ZR 251/10).

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Weitere Nachrichten

BVerfG bezweifelt Angemessenheit der reformierten Professorenbesoldung

Das Bundesverfassungsgericht hat Zweifel, ob die seit 2005 geltende W-Besoldung für neu eingestellte Professoren angemessen ist. Dies hat es am 11.10.2011 in der mündlichen Verhandlung über die Verfassungsbeschwerde eines Chemieprofessors aus Marburg erkennen lassen, der die Besoldung als zu niedrig beanstandet. Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle sagte, das so genannte Alimentationsprinzip sei «zentraler Bestandteil der hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums».

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BVerwG: Student wird nur bei BAföG-Bezug von Rundfunkgebührenpflicht befreit

Studenten, die kein BAföG beziehen, können nicht nach § 6 des Rundfunkgebührenstaatsvertrages von der Rundfunkgebührenpflicht befreit werden. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 12.10.2011 entschieden. Für eine Befreiung reiche ein geringes Einkommen alleine nicht aus. Entscheidend sei, dass eine bestimmte staatliche Sozialleistung bezogen werde, so das BVerwG (Az.: 6 C 34.10).

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SG Wiesbaden: Keine Elterngeldkürzung für vor dem 01.01.2011 geborene Kinder

Eltern haben für Kinder, die vor dem 01.01.2011 geboren worden sind, Anspruch auf 67 Prozent des durchschnittlich erzielten Netto-Erwerbseinkommens. Dies hat das Sozialgericht Wiesbaden mit Urteil vom 26.09.2011 entschieden. Die im Haushaltbegleitgesetz 2011 beschlossene Elterngeldkürzung gelte mangels Übergangs- oder Stichtagsregelung erst für ab dem Zeitpunkt ihres Inkrafttretens geborene Kinder. Das Gericht hat die Berufung zugelassen (Az.: S 2 EG 17/11).

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VG Darmstadt: Lehrerin durfte wegen rechter Gesinnung in «Schwarze Liste» aufgenommen werden

Eine Lehrerin aus Hessen, die früher Mitglied der Republikaner war und für das Bürgerbündnis «Pro Schwalm-Eder» kandidierte, durfte in die «Schwarze Liste» des Hessischen Kultusministeriums aufgenommen werden, mit der die Wiedereinstellung ungeeigneter Lehrkräfte in den Hessischen Schuldienst vermieden werden soll. Dies hat das Verwaltungsgericht Darmstadt mit Urteil vom 24.08.2011 entschieden. Es bestünden begründete Zweifel an der Verfassungstreue der Lehrerin, so das Gericht (Az.: 5 K 1685/10.DA).

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Islamisten-Prozess: OLG München verurteilt Terrorunterstützer zu gemeinnütziger Arbeit

Das Oberlandesgericht München hat einen 24-jährigen Mann am 11.10.2011 im so genannten Islamisten-Prozess wegen der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung nach Jugendstrafrecht zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Die Generalbundesanwaltschaft hatte hingegen eine Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung beantragt.

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Ägypten: Oberstes Verwaltungsgericht hebt Parteigründungsverbote auf

Das Oberste Verwaltungsgericht Ägyptens hat die Nichtzulassung zweier neuer Parteien durch das dafür zuständige Richterkomitee aufgehoben. Die ultra-islamistische Partei für Aufbau und Entwicklung (Al-Benaa Wa al-Tanmia) und die liberale Neue Ghad-Partei des Oppositionellen Eiman Nur können nun ordnungsgemäß als politische Parteien registriert werden und auch an den am 28.11.2011 beginnenden Parlamentswahlen teilnehmen. Dies haben ägyptische Medien am 11.10.2011 berichtet.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Karlsruhe: Keine Leistungskürzung wegen verspäteter Vorlage einer Stehlgutliste ohne Hinweis des Versicherers

VVG § 28 IV; VHB 2008 § 8 Ziff. 2 a) ff)

Es erscheint dem Oberlandesgericht Karlsruhe fraglich, ob mit der Handlungsanweisung in § 8 Ziff. 2 a) ff) VHB 2008 zur unverzüglichen Einreichung einer Stehlgutliste bei der Polizei eine wirksame Obliegenheit begründet wird. Diese Frage war im vorliegenden Fall allerdings nicht entscheidungserheblich, da bei einer verspäteten Vorlage einer Stehlgutliste sich der Versicherer, der eine Schadensmeldung zu einem Zeitpunkt bekommt, in welchem der Versicherungsnehmer dieser Obliegenheit noch nachzukommen vermag, nicht auf eine teilweise Leistungsfreiheit berufen kann, wenn er entgegen § 28 Abs. 4 Satz 2 VVG es unterlassen hat, den Versicherungsnehmer auf die Obliegenheit hinzuweisen.

OLG Karlsruhe, Urteil vom 20.09.2011 - 12 U 89/11 (LG Heidelberg), BeckRS 2011, 23350

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Oct 13, 2011, 11:05:34 AM10/13/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 13. Oktober 2011

Top-Meldungen

BVerwG: Nachtflugverbot am Flughafen Berlin-Brandenburg wird nicht ausgeweitet

Das am Flughafen Berlin-Brandenburg geltende Nachtflugverbot wird nicht ausgeweitet. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden und damit die Klagen von Anwohnern und Gemeinden gegen die Regelung des Nachtflugbetriebs auf dem Flughafen abgewiesen (Urteile vom 13.10.2011, Az.: 4 A 4000/09, 4 A 4000/10 und 4 A 4001/10).

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BAG: Verluste können Bonuskappung bei Investmentbanker rechtfertigen

Sagt eine Bank einem bei ihr beschäftigten Kundenberater einen Bonus in bestimmter Höhe vorläufig zu, so ist sie hieran nicht gebunden, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass Verluste erwirtschaftet wurden. Dies hat das Bundesarbeitsgericht im Fall eines Investmentbankers entschieden, dessen Bonus wegen eines negativen operativen Ergebnisses um 90 Prozent gekappt worden war (Urteil vom 12.10.2011, Az.: 10 AZR 756/10).

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BAG: Bank bleibt trotz wirtschaftlicher Schieflage an in Betriebsvereinbarung festgelegte Boni gebunden

Sagt eine Bank ihren Mitarbeitern im Rahmen einer Betriebsvereinbarung Boni zu, so bleibt sie daran gebunden, auch wenn ihre wirtschaftliche Lage sich drastisch verschlechtert. Die Boni dürfen nur aufgrund einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat reduziert werden. Dies hat das Bundesarbeitsgericht im Fall einer Beschäftigten der D. AG entschieden, die unter den Geltungsbereich der Betriebsvereinbarung «Bonus im Tarif» fiel (Urteil vom 12.10.2011, Az.: 10 AZR 649/10).

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EuGH: Ausgleich nach Flugannullierung kann auch immateriellen Schaden erfassen

Passagiere eines annullierten Flugs können unter bestimmten Voraussetzungen neben der ihnen gewährten Ausgleichsleistung für den materiellen Schaden auch eine Entschädigung für den immateriellen Schaden verlangen. Außerdem kann ein Fluggast die Entschädigung für die Annullierung eines Flugs auch in Anspruch nehmen, wenn sein Flugzeug gestartet ist, aber anschließend zum Ausgangsflughafen zurückkehren musste und er auf einen anderen Flug umgebucht wurde. Dies stellt der Europäische Gerichtshof in Sachen Rodríguez und andere gegen Air France klar (Urteil vom 13.20.2011, Az.: C-83/10).

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EU-Kommission schlägt Gemeinsames EU-Kaufrecht vor

Trotz aller Erfolge des Binnenmarkts bestehen im grenzübergreifenden Handel nach wie vor Hindernisse. Viele dieser Hindernisse sind auf unterschiedliche kaufrechtliche Bestimmungen in den 27 Mitgliedstaaten zurückzuführen. Das will die EU-Kommission nun ändern. Sie hat laut einer Mitteilung vom 11.10.2011 ein fakultatives Gemeinsames Europäisches Kaufrecht vorgeschlagen, das diese Hindernisse beseitigen und Verbrauchern mehr Auswahl und ein höheres Schutzniveau bringen soll.

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EGMR: Deutschland darf straffälligen Tunesier abschieben

Die Bundesrepublik durfte einen in Deutschland aufgewachsenen Tunesier, der wiederholt straffällig geworden ist, ausweisen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Beschwerde des 28-Jährigen, der angibt, keine Verbindungen nach Tunesien zu haben, am 13.10.2011 als unbegründet erachtet.

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Weitere Nachrichten

EuGH: Internetverkaufsverbot in selektivem Vertriebssystem nur ausnahmsweise zulässig

Eine Vereinbarung im Rahmen eines selektiven Vertriebssystems, die Händlern den Vertrieb über das Internet verbietet, stellt eine bezweckte Wettbewerbsbeschränkung im Sinne des Art. 101 AEUV dar, sofern sie objektiv nicht gerechtfertigt ist. Dies hat der Europäische Gerichtshof mit Urteil vom 13.10.2011 entschieden. Dabei sei der Prestigeschutz kein legitimes Ziel zur Beschränkung des Wettbewerbs. Ist eine bezweckte Wettbewerbsbeschränkung zu bejahen, kommt laut EuGH keine Gruppenfreistellung nach der Gruppenfreistellungsverordnung für vertikale Vereinbarungen in Betracht. Eine Einzelfreistellung sei dagegen unter den Voraussetzungen des Art. 101 Abs. 3 AEUV möglich (Az.: C-439/09).

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EuG: Verbraucherverband muss Antrag auf Anhörung nach Einleitung eines Zusammenschlussverfahrens stellen

Der Umstand, dass ein Verbraucherverband seinen Antrag auf Anhörung vor der Anmeldung eines Zusammenschlusses gestellt hat, kann kein Ersatz für die fehlende Erneuerung dieses Antrags nach der förmlichen Einleitung des Verfahrens sein. Dies geht aus einem Urteil des Europäischen Gerichts erster Instanz vom 12.10.2011 hervor. Ein belgischer Verbraucherverband wollte Bedenken gegen die Übernahme der Segebel SA durch Électricité de France geltend machen (Az.: T-224/10).

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BGH: Strafe gegen Vorstand des Bundes für Kinderhilfe wegen Betruges neu zu bemessen

Das gegen den Vorstand des Bundes für Kinderhilfe e.V. ergangene Urteil wegen Betruges und Untreue ist rechtskräftig. Noch offen ist allerdings die Höhe der Strafe. Hierüber muss das Landgericht Augsburg noch einmal befinden, nachdem der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom 07.09.2011 Fehler bei der Strafzumessung bemängelt hat (Az.: 1 StR 343/11).

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EU-Kommission teilt Ziele der künftigen EU-Agrarpolitik mit

Die Europäische Kommission hat am 12.10.2011 Rechtstexte zur Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013 vorgestellt. Sie will unter anderem den - von Deutschland bereits eingeschlagenen - Weg der Marktorientierung in der Agrarpolitik fortsetzen und greift den Grundsatz «Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen» auf.

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LG Stuttgart setzt Verfahren um Nachvergütung für «Das Boot» aus

Das Landgericht Stuttgart hat das Verfahren über die Klage des Kameramanns Jost Vacano gegen acht ARD-Anstalten auf eine nachträgliche Vergütung für den Erfolgsfilm «Das Boot» am 13.10.2011 ausgesetzt. Es will abwarten, bis über eine ähnliche Klage von Vacano in München entschieden ist, wie der Vorsitzende Richter der zuständigen Zivilkammer mitgeteilt hat.

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VG Düsseldorf: In Oberhausen und Tönisvorst erhobene «Sexsteuer» ist rechtens

Die Städte Oberhausen und Tönisvorst hatten die Besitzer von Bars, Sauna Clubs und ähnlichen Etablissements zu einer Vergnügungsteuer herangezogen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat nun entschieden, dass diese «Sexsteuer» rechtmäßig erhoben wurde. Denn es handele sich hierbei um eine rechtlich zulässige Aufwandsteuer, die die Stadt auf der Grundlage einer Vergnügungsteuersatzung erheben dürfe (Urteile vom 10.10.2011, Az.: 25 K 6960/10 und 25 K 8111/10).

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Polizei fordert klare Regeln für Späh-Software

Angesichts des Wirbels um den enthüllten Staatstrojaner fordern Ermittler für den Einsatz von Späh-Software einen klaren Rechtsrahmen. Es müsse endlich für den Bereich der Onlineüberwachung klare verbindliche Regelungen geben, so der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, in der «Passauer Neuen Presse» vom 12.10.2011.

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SPD: Neues Wahlrecht produziert Rekordzahl an Überhangmandaten

Das neue Wahlrecht, das Schwarz-Gelb beschlossen hat, führt laut einer von der SPD in Auftrag gegebenen Untersuchung zu einem Anstieg der Überhangmandate im Bundestag auf Rekordniveau. «Wenn jetzt Bundestagswahlen stattfinden würden, gäbe es so viel Überhangmandate wie nie zuvor», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, der «Frankfurter Rundschau» (13.10.2011).

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Polen: Erster Schuldspruch zur Verhängung des Kriegsrechts vor 30 Jahren

30 Jahre nach Verhängung des Kriegsrechts in Polen ist jetzt erstmals ein früherer Spitzenpolitiker schuldig gesprochen worden. Das Warschauer Bezirksgericht entschied am 12.10.2011 im Prozess gegen das ehemalige Staatsratsmitglied Emil Kolodziej, das im Dezember 1981 eingeführte Kriegsrecht habe gegen die Verfassung der damaligen kommunistischen Volksrepublik verstoßen. Für den heute 94-jährigen Angeklagten hat der Schuldspruch keine strafrechtlichen Konsequenzen, da der Fall laut Gericht bereits verjährt ist.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Köln: Keine Einigungsgebühr für Zustimmung zur Klagerücknahme unter Anspruchsverzicht

VV-RVG Nrn. 1004, 1000

Wird die Einwilligung zur Klagerücknahme unter der aufschiebenden Bedingung der Bekanntgabe eines Klageverzichts durch den Kläger erklärt, und gibt dieser einen solchen Verzicht ab, ist bereits fraglich, ob die wechselseitigen Prozesserklärungen der Parteien als auf den Abschluss eines Vertrages im Sinne der Nr. 1000 VV RVG gerichtet qualifiziert werden können. Auf jeden Fall beschränkt sich die Vereinbarung in Form eines Prozessvertrages auf einen Verzicht, nämlich auf den Klageverzicht. Somit ist der gesetzliche Ausschlussgrund für die Entstehung einer Einigungsgebühr gegeben.

OLG Köln, Beschluss vom 02.09.2011 - 17 W 170/11, BeckRS 2011, 23315

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Oct 14, 2011, 10:41:43 AM10/14/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 14. Oktober 2011

Top-Meldungen

BAG: Arbeitgeber müssen Möglichkeit der Besetzung freier Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten prüfen

Prüft ein Arbeitgeber nicht, ob ein freier Arbeitsplatz mit einem schwerbehinderten Bewerber besetzt werden kann, begründet dies die Vermutung einer Benachteiligung wegen der Behinderung. Dies geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13.10.2011 hervor. Um auch arbeitslose oder arbeitssuchend gemeldete schwerbehinderte Menschen zu berücksichtigen, müssten Arbeitgeber frühzeitig Verbindung mit der Agentur für Arbeit aufnehmen. Diese in § 81 Abs. 1 SGB IX geregelte gesetzliche Pflicht treffe alle Arbeitgeber, nicht nur die des öffentlichen Dienstes (Az.: 8 AZR 608/10).

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BAG: Betriebsteilübergang setzt Bestehen einer organisatorisch abgrenzbaren wirtschaftlichen Einheit voraus

Voraussetzung für einen Betriebsteilübergang ist das Bestehen einer organisatorisch abgrenzbaren wirtschaftlichen Einheit beim Veräußerer, die vom Erwerber übernommen wird. Dies hat das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 13.10.2011 klargestellt. An dieser Rechtsprechung des BAG und des Europäischen Gerichtshofs habe sich nichts dadurch geändert, dass der EuGH in seiner Entscheidung vom 12.02.2009 (NJW 2009, 2029) an die Wahrung der organisatorischen Selbstständigkeit eines übernommenen Betriebsteils beim Erwerber geringere Anforderungen stellt als die bisherige Rechtsprechung (Az.: 8 AZR 455/10).

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FG Niedersachsen: 1%-Regelung zur Pauschalbewertung der Privatnutzung eines Dienstwagens verfassungsgemäß

Die pauschale Bewertung der privaten Nutzung eines Dienstfahrzeugs nach der sogenannten 1%-Regelung unter Ansetzung des Bruttoneuwagenlistenpreises ist verfassungskonform. Dies hat das Niedersächsisches Finanzgericht in Hannover mit Urteil vom 14.09.2011 entschieden. Der Gesetzgeber sei nicht verpflichtet gewesen, die Bemessungsgrundlage nach der Abschaffung des Rabattgesetzes und der Zugabeverordnung sowie unter Berücksichtigung der allgemeinen Marktentwicklung anzupassen und im Kfz-Handel übliche Rabatte zu berücksichtigen. Das FG hat die Revision zugelassen (Az.: 9 K 394/10 ).

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Weitere Nachrichten

Bundesrat lässt neues Wahlrecht passieren

Trotz der Bedenken aus SPD-geführten Ländern hat der Bundesrat am 14.10.2011 die Reform des Wahlrechts passieren lassen – er hätte das Gesetz auch nicht verhindern sondern nur verzögern können. Der Bundestag hatte das Gesetz mit der Mehrheit der schwarz-gelben Koalition bereits beschlossen. SPD, Grüne und Linkspartei wollen das neuje Wahlrecht in Karlsruhe überprüfen lassen.

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LSG Hessen: Bundesagentur muss Übernahme einer Pizzeria in Österreich fördern

Arbeitslosen steht Überbrückungsgeld auch bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit im Ausland zu. Dies hat das Hessische Landessozialgericht mit Urteil vom 23.09.2011 entschieden und die Bundesagentur zur Unterstützung einer Pizzeria in Österreich verurteilt. Überbrückungsgeld (seit August 2006: Gründungszuschuss) solle in erster Linie Arbeitslosigkeit beenden oder vermeiden. Dieses Ziel könne ebenso durch die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit im Ausland erreicht werden (Az.: L 7 AL 104/09).

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OLG München: Rechtsschutzversicherungsklausel zum Deckungsausschluss bei Anlagegeschäften unwirksam

Rechtsschutzversicherer können Kunden, die gegen Banken Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung einklagen wollen, die Deckung nicht unter Berufung auf eine Klausel verweigern, die einen Ausschluss für Streitigkeiten vorsieht, die die «Anschaffung oder Veräußerung von Effekten» betreffen «sowie die Beteiligung an Kapitalanlagemodellen, auf welche die Grundsätze der Prospekthaftung anwendbar sind». Eine solche Klausel ist unwirksam, hat das Oberlandesgericht München mit rechtskräftigem Urteil entschieden, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am 14.10.2011 mitteilt (Az.: 29 U 589/11).

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BPatG: Schwarzwälder Schinken muss auch im Schwarzwald verpackt werden

Schwarzwälder Schinken muss im Schwarzwald nicht nur hergestellt, sondern auch geschnitten und verpackt werden. Das hat das Bundespatentgericht in München am 13.10.2011 entschieden. «Entscheidend war für uns der Gesichtspunkt der Rückverfolgbarkeit und Kontrolle des Produkts», sagte der Vorsitzende Richter Franz Hacker zur Begründung. Dieser sei nur gesichert, «wenn die Produktionsschritte zurückverlegt werden ins Herkunftsgebiet» (Az.: 30 W (pat) 33/09).

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Bundesrat will Verbraucherschutz vor Kostenfallen im Internet weiter ausbauen

Die Länder haben am 14.10.2011 die Ausweitung eines Gesetzentwurfs der Bundesregierung beschlossen, der den Schutz der Verbraucher vor Kosten- beziehungsweise Abo-Fallen im Internet verbessern will. Dies besagt die Stellungnahme der Länderkammer vom gleichen Tag.

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Gesetz zum Schutz vor überlangen Gerichtsverfahren kann in Kraft treten

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) begrüßte am 14.10.2011 den Beschluss des Bundesrats zum Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren. Das neue Gesetz stärke den Rechtsschutz in Deutschland, verhindere überlange Prozesse und biete eine Entschädigung, wenn es doch zu lange dauert.  

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Eurokrise: EU-Parlament drängt auf harmonisierte Reformmaßnahmen

Das Europäische Parlament fordert einen EU-Fahrplan zur Krisenbewältigung. Dies geht aus einer am 13.10.2011 verabschiedeten Entschließung hervor. Die Abgeordneten sprechen sich insbesondere für eine Rekapitalisierung der Banken, eine weitere Harmonisierung der nationalen Steuersysteme, Euroanleihen und eine verstärkte EU-Wirtschaftssteuerung aus. Sie fordern von der EU-Kommission die Vorlage eines Plans, der das Vertrauen der Finanzmärkte wiederherstellen soll.

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Bundesrechtsanwaltsklammer mahnt bei Trojanereinsatz Einhaltung des Verfassungsrechts an

Anlässlich der derzeitigen Diskussion um die Verwendung von Schadsoftware im Rahmen der Strafverfolgung bekräftigt die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) in einer Erklärung vom 13.10.2011 ihre Forderung nach einem sorgfältigeren Umgang mit dem vom Bundesverfassungsgericht bestätigten Recht eines jeden Bürgers auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme.

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Bundesregierung: Körperscanner sind nicht praxistauglich

Die am Hamburger Flughafen getesteten Körperscanner sind nicht für den allgemeinen Praxisbetrieb geeignet. Dies teilt die Bundesregierung am 13.10.2011 in einer Antwort (BT-Drs. 17/7269) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion «Die Linke» (BT-Drs. 17/6990) mit. Grund dafür seien vor allem Fehlalarme: Auch nach Installation einer neuen Software konnte bei fünf Prozent aller Alarme keine Ursache festgestellt werden.

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Medien: Fahnder bereiten Großeinsatz gegen Steuersünder vor

Steuerermittler planen nach Medien-Berichten ab Mitte Oktober 2011 einen Großeinsatz gegen deutsche Steuerflüchtlinge. Grundlage soll eine Daten-CD aus Luxemburg sein, die das Land Nordrhein-Westfalen angekauft hat, berichteten «Spiegel Online» und «Financial Times Deutschland» (FTD) am 13.10.2011. Auf dem Datenträger befänden sich Datensätze von 3.000 deutschen Kunden, die ihr Geld bei einer Tochter der britischen Großbank HSBC in Luxemburg angelegt hätten, schreibt «Spiegel Online».

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Wall-Street-Größe Raj Rajaratnam muss wegen Insiderhandels für elf Jahre ins Gefängnis

Der größte Fall von Insiderhandel an der Wall Street endet mit einer Rekord-Gefängnisstrafe: Der Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam muss für elf Jahre hinter Gitter. Dem Self-Made-Milliardär wurden verbotene Aktiengeschäfte zum Verhängnis. Es handelt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um die längste Haftstrafe, die jemals wegen Insiderhandels verhängt wurde. Bei den Ermittlungen setzten Behörden erstmals so gezielt Abhörmethode ein wie sonst nur gegen Organisierte Kriminalität.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BAG: Gewerkschaft kann Beseitigung tarifwidriger Regelungen verlangen, nicht Wiederherstellung tarifkonformer Lage

GG Art. 9 III; BGB §§ 823 I, 1004 I; ZPO § 253 II, 940; ArbGG § 2a

Eine Gewerkschaft kann vom Arbeitgeber nicht Nachzahlungen an Arbeitnehmer durchsetzen, auch wenn sie die Beseitigung tarifwidriger Betriebsvereinbarungen verlangen kann.

BAG, Urteil vom 17.05.2011 - 1 AZR 473/09 (LAG Hamburg), BeckRS 2011, 76371

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