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Aug 16, 2011, 11:11:35 AM8/16/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 16. August 2011

Top-Meldungen

LSG Berlin-Brandenburg: Aberkennung der «Ehrenpension» für Markus Wolf war rechtmäßig

Das Bundesversicherungsamt hat dem früheren DDR-Geheimdienstchef Markus Wolf 2003 zu Recht die Entschädigungsrente aberkannt, die er als Nachfolgeleistung für eine ihm in der DDR gewährte «Ehrenpension für Kämpfer gegen den Faschismus» erhalten hatte. Dies hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg mit jetzt mitgeteiltem Urteil vom 28.07.2011 entschieden und die Berufung der Witwe des 2006 verstorbenen Wolf, die dessen Prozess gegen die Aberkennung fortgeführt hatte, zurückgewiesen. Wolf habe als Leiter des Auslandsnachrichtendienstes der DDR gegen die Grundsätze der Menschlichkeit und der Rechtsstaatlichkeit verstoßen, so das LSG. Es argumentierte auch mit Wolfs Mitwirkung an der umfassenden Beobachtung und Bespitzelung Jugendlicher in der DDR und an Entführungen von Personen nach Ost-Berlin (Az.: L 8 R 437/05).

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FG Münster hält Einstufung der Sanierungsklausel als unzulässige Beihilfe für zweifelhaft

Das Finanzgericht Münster hat erhebliche Zweifel an der Ansicht der Europäischen Kommission, dass die Sanierungsklausel des § 8c Abs. 1a KStG, die in Sanierungsfällen unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahme vom Verlustabzugsverbot bei schädlichem Beteiligungserwerb (§ 8c Abs. 1 KStG) vorsieht, als unzulässige Beihilfe einzustufen ist. Es hat deshalb mit Beschluss vom 01.08.2011 die Vollziehung von Steuerbescheiden ausgesetzt, in denen das Finanzamt unter Hinweis auf § 8c Abs. 1 KStG Verluste nicht mehr berücksichtigt hatte, obwohl die Voraussetzungen der Sanierungsklausel erfüllt waren. Das FG hält es für fraglich, ob die Sanierungsklausel eine begünstigende Ausnahme vom «Normalfall» der Besteuerung enthält (Az.: 9 V 357/11 K, G).

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LSG Hessen: Gesetzliche Krankenkasse muss bei unzureichender Aufklärung des Arztes für Privatbehandlung zahlen

Geht ein Versicherter aufgrund unzureichender Aufklärung eines Vertragsarztes davon aus, er erhalte eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, liegt ein so genanntes Systemversagen vor. In diesem Fall muss die Krankenkasse die Behandlungskosten auch dann übernehmen, wenn der Versicherte einen Privatbehandlungsvertrag mit dem Arzt unterzeichnet hat. Dies hat das Landessozialgericht Hessen in einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 28.04.2011 entschieden (Az.: L 8 KR 313/08). Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt (Az. beim BSG: B 1 KR 6/11 R).

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Bund will 2012 306 Milliarden Euro ausgeben

Die Bundesregierung will im Jahr 2012 306 Milliarden Euro und damit nur unwesentlich mehr als für 2011 geplant ausgeben. Laut einer Pressemeldung des Bundestages vom 15.08.2011 sieht der von der Bundesregierung als Gesetzesentwurf (BT-Drs. 17/6600) vorgelegte Entwurf für das Haushaltsjahr eine Steigerung der Ausgaben von 200 Millionen Euro vor. Die Nettokreditaufnahme soll 27,2 Milliarden Mark betragen und damit erheblich niedriger als die im laufenden Jahr geplanten 48,4 Milliarden Euro ausfallen.

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Weitere Nachrichten

LG Bonn: Deutsche Post AG darf E-Postbrief nicht als «sicher und verbindlich» bewerben

Die Deutsche Post AG darf nicht mehr damit werben, der E-Postbrief sei «so sicher und verbindlich wie der Brief» und er übertrage «die Vorteile des klassischen Briefes ins Internet». Das hat das Landgericht Bonn mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 30.06.2011 auf eine Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) entschieden (Az.: 14 O 17/11). Laut einer Pressemitteilung der vzbv erweckt die Werbung nach Auffassung der Richter den Eindruck, dass auch rechtlich relevante Erklärungen verbindlich mit dem E-Postbrief versendet werden können.

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VG Berlin: Keine Taxikonzession bei Fehlen von «Schichtzetteln»

Ein Taxiunternehmen, das mehrere Fahrer beschäftigt und keine so genannten «Schichtzettel» führt, kann wegen Unzuverlässigkeit keine Verlängerung der Taxikonzession verlangen, weil es seine abgabenrechtlichen Pflichten nicht erfüllt. Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Berlin mit Beschluss vom 10.08.2011 den Eilantrag eines Taxiunternehmens zurückgewiesen (Az.: VG 11 L 352.11).

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Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Liechtenstein und Deutschland paraphiert

Am 16.08.2011 wurde in der liechtensteinischen Botschaft in Berlin der Entwurf eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Bundesrepublik Deutschland paraphiert. Wie das Bundesfinanzministerium am selben Tag mitteilt, solle das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) die weitere Vertiefung der guten wirtschaftlichen Beziehungen fördern und die Zusammenarbeit in Steuerfragen zum beiderseitigen Nutzen weiter entwickeln.

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Bundesregierung legt Gesetzentwurf zu Korrekturen an Sozialgesetzbüchern vor

Die Versicherungspflicht von Teilnehmern an dualen Studiengängen soll einheitlich in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sowie der Arbeitsförderung für die gesamte Dauer des Studiums geregelt werden. Die Teilnehmer sollen den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt werden. Wie die Pressestelle des Bundestages am 16.08.2011 meldet, sieht das der Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Vierten Sozialgesetzbuches und anderer Gesetze (BT-Drs. 17/6764) vor, den die Bundesregierung vorgelegt hat. Das Paket umfasst weitere Änderungen.

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Grüne klagen wegen Bundeswehreinsatzes in Libyen

Die Grünen haben wegen des Bundeswehreinsatzes zur Rettung deutscher Staatsbürger aus Libyen eine Klage gegen die Bundesregierung eingereicht. Die Bundestagsfraktion will in Karlsruhe prüfen lassen, ob die Operation «Pegasus» im Februar 2011 der Zustimmung des Bundestags bedurft hätte. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte am 15.08.2011 den Eingang der Klageschrift.

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Antidiskriminierungsbeauftragte fordert härtere Strafen

Fünf Jahre nach dem Inkrafttreten des gesetzlichen Diskriminierungsschutzes in Deutschland am 18.08.2006 verlangt die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, härtere Strafen bei Benachteiligungen. Das umstrittene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz müsse in einigen Punkten verbessert werden, sagte Lüders am 16.08.2011 der «Süddeutschen Zeitung». «Wir brauchen härtere Sanktionen.» Diskriminierung «schadet uns und unserer Wettbewerbsfähigkeit».

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US-Gericht erklärt Teile von Obamas Gesundheitsreform für verfassungswidrig

Erst das wochenlange Gezerre um das Schuldenlimit und nun noch ein Rückschlag für US-Präsident Barack Obama: Nach Ansicht eines Berufungsgerichts sind Teile seiner Gesundheitsreform verfassungswidrig. Die Richter in Atlanta (US-Staat Georgia) befanden am 12.08.2011, US-Bürger dürften nicht zum Kauf einer Krankenversicherung gezwungen werden. Sie bestätigten damit nur zum Teil die Entscheidung einer unteren Instanz in Florida, die zuvor die gesamte Reform als Verstoß gegen die Verfassung gewertet hatte.

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Europäische Bürger beantragen immer öfter Zugang zu Kommissionsdokumenten

Die Zahl der Anträge europäischer Bürger auf Einsichtnahme in Dokumente der Europäischen Kommission nimmt kontinuierlich zu. Wie aus dem aktuellen Jahresbericht 2010 der Kommission über den Zugang zu ihren Dokumenten hervorgeht, ist die Zahl der Anfragen nach zum Zeitpunkt der Antragstellung öffentlich nicht zugänglichen Dokumenten im Vergleich zum Vorjahr von 5.401 um 18 Prozent auf 6.361 gestiegen. Vor zehn Jahren gab es nur 450 solcher Anträge. Am größten war 2010 das Interesse an der Wettbewerbspolitik der Kommission.

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EU: Europaweite Zulassung von Sammelklagen zweifelhaft

In der Europäischen Union wird über die Einführung von Sammelklagen nach amerikanischem Vorbild nachgedacht, die bislang in etwa der Hälfte der Mitgliedsländer - darunter auch Deutschland - nicht möglich sind. Wie die Zeitung «Die Welt» am 13.08.2011 auf ihrer Internetseite berichtet, will die EU-Kommission Ende 2011 ein Strategiepapier zur kollektiven Rechtshilfe vorlegen. Es werde jedoch immer unwahrscheinlicher, dass darin die Einführung von Sammelklagen vorgeschlagen wird. Die Unternehmen sollen vor einer «Klageindustrie» geschützt werden, so die EU-Justizkommissarin Viviane Reding, die vom Mehrwert einer solchen Gesetzesinitiative nicht überzeugt ist.

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Forderung des DStV: Kein Ausweis latenter Steuern bei den Rückstellungen

Seit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) sind kleine Gesellschaften nach dem Wortlaut des § 274a Nr. 5 HGB von der Abgrenzung latenter Steuern befreit. Anderer Meinung sind Teile des Schriftums und das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW), das in seinen Verlautbarungen die Berufsauffassung darlegt, wie die Wirtschaftsprüfer ihre eigenverantwortliche Tätigkeit ausüben sollen, um Falschberatungen und die damit einhergehenden Haftungsfälle zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund hat der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) in seiner Eingabe an das Bundesjustizministerium vom 11.08.2011 eine Ergänzung des § 249 HGB dahingehend gefordert, dass in diesem Paragrafen kodifiziert wird, dass Rückstellungen für latente Steuern nicht gebildet werden dürfen.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Voraussetzung und Feststellung der Zahlungseinstellung

InsO §§17 II 2, 133 I

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes hat der Schuldner die Zahlungen eingestellt, wenn er einen maßgeblichen Teil der fälligen Verbindlichkeiten nicht bezahlt. Diese Feststellung kann nicht nur durch eine Gegenüberstellung der beglichenen und der offenen Verbindlichkeiten, sondern auch mit Hilfe von Indiztatsachen getroffen werden.

BGH, Urteil vom 30.06.2011 - IX ZR 134/10 (OLG Frankfurt/Main), BeckRS 2011, 18588

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Aug 17, 2011, 11:53:52 AM8/17/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 17. August 2011

Top-Meldungen

Merkel und Sarkozy wollen europäische Wirtschaftsregierung

Deutschland und Frankreich wollen eine gemeinsame europäische Wirtschaftsregierung schaffen. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident Sarkozy bei ihrem Treffen in Paris am 16.08.2011 verständigt, wie die Bundesregierung mitteilt. Den Vorsitz der neuen europäischen Wirtschaftsregierung soll nach ihrem Willen der derzeitige Ratsvorsitzende van Rompuy übernehmen. Außerdem befürworten beide Länder eine Schuldenobergrenze nach deutschem Vorbild in allen Euroländern und die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Eurobonds lehnen Merkel und Sarkozy ab.

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BFH: Kosten für Erstausbildung unmittelbar nach Schulabschluss bei Veranlassung durch spätere Berufstätigkeit voll abziehbar

Die Aufwendungen für eine Erstausbildung oder ein Erststudium unmittelbar nach Schulabschluss sind voll als vorweggenommene Werbungskosten zu berücksichtigen, wenn sie hinreichend konkret durch die spätere Berufstätigkeit veranlasst sind. Dies hat der Bundesfinanzhof mit jetzt veröffentlichten Urteilen vom 28.07.2011 entschieden. Auch unter der Geltung des Abzugsverbots in § 12 Nr. 5 EStG habe der Werbungskosten- und Betriebsausgabenabzug Vorrang gegenüber dem Sonderausgabenabzug. Dies folge aus dem Anwendungsvorbehalt in § 12 EStG mit seiner Verweisung auf § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG und den Anwendungsvorbehalt im Einleitungssatz des § 10 Abs. 1 EStG (Az.: VI R 38/10 und VI R 7/10, BeckRS 2011, 96037 und BeckRS 2011, 96039).

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BVerwG : Ausländerin mit deutschen Kindern muss für Niederlassungserlaubnis nur eigenen Lebensunterhalt sichern können

Einer Ausländerin darf eine Niederlassungserlaubnis zur Ausübung der Personensorge für ihre minderjährigen deutschen Kinder auch dann erteilt werden, wenn sie aus ihren Einkünften zwar den eigenen Lebensunterhalt sichern kann, das Einkommen aber nicht vollständig den Unterhaltsbedarf ihrer Kinder abdeckt. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 16.08.2011 entschieden. Die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis aus familiären Gründen nach § 28 Abs. 2 Satz 1 AufenthG setze zwar gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG in der Regel voraus, dass der Lebensunterhalt der in einer Bedarfsgemeinschaft zusammenlebenden Kernfamilie gesichert ist. Eine Ausnahme ist laut BVerwG aber dann anzunehmen, wenn die Bedarfslücke durch deutsche Familienangehörige entsteht. Denn dadurch trete keine Verfestigung des Aufenthalts ausländischer Familienangehöriger ein, deren Lebensunterhalt nicht gesichert sei (Az.: 1 C 12/10).

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BVerwG: Keine zusätzliche Rundfunkgebühr für beruflich genutzten PC

Freiberufler, die in ihrer Wohnung arbeiten und neben herkömmlichen Fernseh- und Rundfunkgeräten in den ausschließlich privat genutzten Räumen über einen Internet-PC in den beruflich genutzten Räumen verfügen, müssen für diesen Computer keine Rundfunkgebühr zahlen. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in mehreren Urteilen vom 17.08.2011 entschieden. Der PC sei als Zweitgerät von der Rundfunkgebühr befreit, unabhängig davon, ob auch das herkömmliche Rundfunkempfangsgerät in dem beruflich genutzten Bereich der Wohnung bereitgehalten wird. Dies folge aus dem Sinn und Zweck der einschlägigen Regelung im Rundfunkgebührenstaatsvertrag, die neuartige Rundfunkempfangsgeräte rundfunkgebührenrechtlich privilegieren wolle (Az.: 6 C 15.10, 6 C 45.10 und 6 C 20.11).

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BFH: Keine Teilwertabschreibung auf festverzinsliche Wertpapiere wegen gesunkenen Kurses

Eine Teilwertabschreibung auf festverzinsliche Wertpapiere unter ihren Nennwert allein wegen gesunkener Kurse ist unzulässig. Das hat der Bundesfinanzhof mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 08.06.2011 entschieden. Betroffen sind laut BFH insbesondere auch Geldinstitute, denn das Abschreibungsverbot gelte auch für festverzinsliche Wertpapiere, die zum Handelsbestand gehören und deshalb im Umlaufvermögen gehalten werden (Az.: I R 98/10, BeckRS 2011, 96038).

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Weitere Nachrichten

VGH Mannheim spricht Forstbeamten nach lebensgefährlichem Duell mit Hirsch erhöhtes Ruhegehalt zu

Der Verwaltungsgerichthof Baden-Württemberg in Mannheim hat einem Forstbeamten, der bei der Nachsuche nach einem in ein Wohngebiet geflüchteten verletzten Hirsch durch das Tier schwer verletzt und deshalb schließlich in den Ruhestand versetzt wurde, mit jetzt mitgeteiltem Urteil vom 13.12.2010 ein erhöhtes Ruhegehalt zugesprochen. Denn die Nachsuche sei für den Forstbeamten aufgrund besonderer Umstände mit einer besonderen Lebensgefahr verbunden gewesen. Das Urteil ist rechtskräftig (Az.: 4 S 215/10, BeckRS 2011, 45257).

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OLG Schleswig: Keine vorzeitige Haftentlassung für «Kieler Terrorhelfer»

Der «Kieler Terrorhelfer» Redouane H., der Anfang 2008 wegen der Gründung und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu fünf Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde, wird nicht vorzeitig aus der Strafhaft entlassen. Das Oberlandesgericht Schleswig hat einen entsprechenden Antrag des Verurteilten mit jetzt mitgeteiltem Beschluss vom 08.08.2011 zurückgewiesen. Die Richter sehen in ihm weiterhin einen Vertreter einer extremen, fundamentalen politisch-religiösen Position, von dem ein hohes Rückfallrisiko ausgehe. Seine vorzeitige Entlassung könne deshalb unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit nicht verantwortet werden, so das Gericht (Az.: 1 OJs 1/07).

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Steuerzahlerbund fordert Euro-Ausstieg statt Euro-Bonds

Der Bund der Steuerzahler fordert die Bundesregierung in einer Pressemitteilung vom 16.08.2011 auf, an ihrer Absage an die Einführung von Euro-Bonds festzuhalten. Gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Länder führten zu einer europäischen Haftungsunion und belohnten Haushaltssünder. Marode Staaten wie Griechenland sollten nach Ansicht des Steuerzahlerbundes die Eurozone verlassen.

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Verbraucherschützer: Einstweilige Verfügungen gegen vier Mobilfunk-Anbieter wegen irreführender Werbung für Handy-Internetflatrates

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat vier Mobilfunk-Unternehmen, darunter die Deutsche Telekom und Vodafone, wegen irreführender Werbung für Handy-Internetflatrates abgemahnt und gegen sie einstweilige Verfügungen erwirkt. Dies hat die Verbraucherzentrale am 16.08.2011 mitgeteilt. Drei weitere, ebenfalls abgemahnte Anbieter hätten Unterlassungserklärungen unterzeichnet. Die sieben Unternehmen hätten mit unbegrenztem Surfen geworben, sich in den Tarifbedingungen aber vorbehalten, die Übetragungsgeschwindigkeiten nach Nutzung eines bestimmten Datenvolumens zu drosseln.

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Großbritannien: Vier Jahre Haft für Anstiftung zu Randale

Zwei junge Männer aus dem Nordwesten Englands sind wegen Anstiftung zu Randale über das soziale Netzwerk Facebook zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden. Dies hat ein Gericht in der Grafschaft Chester am 16.08.2011 entschieden. Es ist die bislang härteste Strafe nach den Krawallen in der vergangenen Woche in London und anderen britischen Städten. Menschenrechtsgruppen und Parlamentsabgeordnete bezeichneten einige Urteilssprüche am 17.08.2011 als «unverhältnismäßig». Rechtsexperten erwarten eine Welle der Berufungen.

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VG Koblenz: Vorschrift über Erhebung wiederkehrender Straßenausbaubeiträge verfassungswidrig?

Das Verwaltungsgericht Koblenz bezweifelt, dass die Regelung über die Erhebung wiederkehrender Straßenausbaubeiträge in §§ 10, 10a des rheinland-pfälzischen Kommunalabgabengesetzes (KAG) verfassungsgemäß ist. Es hat deshalb beschlossen, dies vom Bundesverfassungsericht im Rahmen der abstrakten Normenkontrolle überprüfen zu lassen. Nach Auffassung des VG fehlt dem Land bereits die Gesetzgebungskompetenz zur Einführung des neuen Anlagebegriffs (Az.: 4 K 1392/10.KO).

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Aug 18, 2011, 11:06:49 AM8/18/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 18. August 2011

Top-Meldungen

BVerfG: Stufenweise Abschaffung des Sterbegeldes für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes verfassungskonform

Die stufenweise Abschaffung des (2008 endgültig weggefallenen) Sterbegeldes für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes durch die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) ist verfassungskonform gewesen. Dies hat das Bundesverfassungsgericht mit jetzt mitgeteiltem Beschluss vom 20.07.2011 entschieden und eine Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen. Die Streichung des Sterbegeldes habe nicht gegen das Rückwirkungsverbot verstoßen. Die Anwartschaftsinhaber hätten mit Änderungen der Regelung rechnen müssen. Zudem sei ihr Vertrauen auf den Fortbestand des Sterbegeldes nicht schutzwürdiger gewesen als das von der VBL mit der Abschaffung verfolgte Ziel, die Altersversorgung im öffentlichen Dienst zu sichern (Az.: 1 BvR 2624/05).

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BVerwG bestätigt Widerruf von UMTS-Mobilfunklizenz für Quam

Die Klage des Telekommunikationsunternehmens Quam gegen den Widerruf einer von ihm ersteigerten Mobilfunklizenz und die Erstattung des Versteigerungserlöses hat keinen Erfolg. Dies geht aus einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17.08.2011 hervor. Die Bundesnetzagentur sei zum Widerruf der Lizenz und der Frequenzzuteilung berechtigt gewesen. Aufgrund der Nichterfüllung der der Klägerin auferlegten Versorgungspflicht, die in ihren unternehmerischen Risikobereich falle, habe ein erhebliches öffentliches Interesse daran bestanden, das unbenutzte Frequenzspektrum zurückzuerlangen, um es dem Markt erneut zur Verfügung zu stellen, stellten die Richter mit ihrer Entscheidung klar (Az.: 6 C 9.10).

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BAG: Kein tariflicher Feiertagszuschlag für Oster- und Pfingstsonntag in Sachsen-Anhalt

Sieht ein Tarifvertrag Zuschläge für Feiertagsarbeit vor, so wird dieser Zuschlag regelmäßig nur für die Arbeit an gesetzlichen Feiertagen ausgelöst. Das hat das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 17.08.2011 entschieden. Ein Feiertagszuschlag für Oster- und Pfingstsonntag könne daher nicht beansprucht werden, wenn das jeweilige Landesrecht diese Tage nicht als Feiertage bestimme (Az.: 10 AZR 347/10).

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BSG: Keine Anwendung begünstigender Berechnungsvorschrift gegen Willen des Elterngeldberechtigten

Die Vorschrift des § 2 Abs 7 Satz 5 und 6 BEEG, wonach unter anderem Zeiten einer schwangerschaftsbedingten Einkommensminderung bei der Festlegung des zwölfmonatigen Bemessungszeitraumes für das Elterngeld nicht zu berücksichtigen sind, ist dann nicht anzuwenden, wenn der Elterngeldberechtigte der Anwendung ausdrücklich widerspricht. Dies geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 18.08.2011 hervor (Az.: B 10 EG 7/10 R).

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BAG: Wechsel in Beschäftigungsgesellschaft darf nicht Beseitigung der Kontinuität des Arbeitsverhältnisses bezwecken

Schließen Arbeitnehmer vor einem Betriebsübergang einen dreiseitigen Vertrag, mit dem sie vom Betriebsveräußerer zu einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft wechseln, so ist diese Vereinbarung wirksam, wenn sie auf das endgültige Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Betrieb gerichtet ist. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 18.08.2011 verstößt die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses mit dem Betriebsveräußerer jedoch gegen zwingendes Recht, wenn dadurch bei gleichzeitigem Erhalt des Arbeitsplatzes die Beseitigung der Kontinuität des Arbeitsverhältnisses bezweckt wird. Davon sei auszugehen, wenn die Betriebserwerberin den Arbeitnehmern schon neue Arbeitsverhältnisse verbindlich in Aussicht gestellt hat (Az.: 8 AZR 312/10).

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BAG: Betriebsübergang vom früheren Pächter auf Zwangsverwalter erfolgt «durch Rechtsgeschäft» im Sinne des § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB

Kündigt der Zwangsverwalter eines Grundstücks den Pachtvertrag über ein auf dem Grundstück betriebenes Hotel und führt er den Hotelbetrieb dann selbst weiter, so liegt ein Betriebsübergang vom früheren Pächter auf den Zwangsverwalter vor. Dies hat das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 18.08.2011 entschieden. Die Kündigung des Pachtvertrags mit dem früheren Pächter und die sich daran anschließende Fortführung des Hotelbetriebs durch den Zwangsverwalter sei ein Übergang des Hotelbetriebs «durch Rechtsgeschäft» im Sinne des § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB, heißt es in der Entscheidungbegründung (Az.: 8 AZR 230/10).

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Weitere Nachrichten

BGH: Abrechnungszeitraum bei Betriebskosten kann einmalig und einvernehmlich verlängert werden

§ 556 Abs. 3 Satz 1, Abs. 4 BGB steht einer einmaligen einvernehmlichen Verlängerung der jährlichen Abrechnungsperiode zum Zwecke der Umstellung auf eine kalenderjährliche Abrechnung nicht entgegen. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27.07.2011 hervor (Az.: VIII ZR 316/10, BeckRS 2011, 20477). Der Deutsche Mieterbrund begrüßt die Entscheidung. Allerdings dürfe sie nicht missverstanden werden. Der Vermieter dürfe nach wie vor nicht einseitig den Abrechnungszeitraum verlängern. Das sei nur mit ausdrücklichem Einverständnis des Mieters möglich, betont Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB) in einer Stellungnahme vom 18.08.2011.

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Regierungskommission wird Sicherheitsgesetze auf den Prüfstand stellen

Das Bundeskabinett hat am 17.08.2011 Eckpunkte zur Einrichtung einer Regierungskommission beschlossen, mit der die Sicherheitsarchitektur und -gesetzgebung seit dem 11. September 2001 kritisch überprüft werden soll. Die Kommission werde eine übergeordnete rechtsstaatliche Perspektive einnehmen und konkrete Empfehlungen für die künftige Gesetzgebung und Sicherheitsstruktur erarbeiten, erklärte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Ein Schwerpunkt der Untersuchung werde die Entwicklung der Eingriffsbefugnisse in den letzten zehn Jahren sein. Auf dem Prüfstand des Gremiums stehe auch die Organisation der Geheimdienste und Sicherheitsbehörden. Die Kommission wird im Herbst 2011 die Arbeit aufnehmen. 2012 soll dann ein erster Zwischenbericht vorliegen.

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Bundeskabinett beschließt Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze

Das Bundeskabinett hat die Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze um weitere vier Jahre beschlossen. Nach langem Streit zwischen Union und FDP hatten sich die Ministerien für Inneres und Justiz vor der Sommerpause grundsätzlich auf die Verlängerung geeinigt. Ansonsten wären die Gesetze, die nach den Anschlägen in den USA vom 11.09.2001 eingeführt worden waren, Anfang 2012 ausgelaufen. Während die Regierungsparteien den Beschluss begrüßten, sprach die Opposition von einem «Offenbarungseid».

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Verfassungsrichter bestätigen Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern

Die Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern mit einer drastischen Verringerung der Zahl der Landkreise kann in Kraft treten. Das Landesverfassungsgericht in Greifswald hat am 18.08.2011 die Klagen dagegen abgewiesen und damit den Weg freigemacht für die Bildung der größten Landkreise in Deutschland. Fünf Landkreise und die beiden kreisfreien Städte Greifswald und Wismar waren vor Gericht gezogen, weil sie durch die Reform das Recht auf kommunale Selbstverwaltung verletzt sahen. Mit den Landtags- und Kreistagswahlen am 04.09.2011 werden aus den zwölf bestehenden Landkreisen sechs neue Großkreise gebildet, fünf davon sind größer als das Saarland. Von den bislang sechs kreisfreien Städten behalten nur Rostock und Schwerin ihren Status.

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LSG Berlin-Brandenburg: Mindestmenge für Versorgung mit neuen Kniegelenken ist unwirksam

Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) eingeführte Mindestmenge von 50 Kniegelenk-Totalendoprothesen ist unwirksam. Dies geht aus einem Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 17.08.2011 hervor. Mindestmengen für stationäre Krankenhausleistungen dienen nach der gesetzgeberischen Intention der Qualitätssicherung. Wird ein Krankenhaus die auf ein Jahr bezogene Mindestmenge voraussichtlich nicht erreichen, darf es die Leistung nicht erbringen. Im entschiedenen Fall war aber nach Auffassung des Gerichts die vom Gesetz ausdrücklich geforderte «besondere» Abhängigkeit der Leistungsqualität von der Leistungsmenge nicht hinreichend belegt. Der Senat hat wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache die Revision zum Bundessozialgericht zugelassen (Az.: L 7 KA 77/08 KL).

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LAG Hessen: Flugzeuginnenreiniger darf nach wiederholt unterbliebener rechtzeitiger Krankmeldung gekündigt werden

Verletzt der Vorarbeiter eines Dienstleistungsunternehmens trotz mehrfach erfolgter Abmahnung wiederholt die Anzeigepflicht bei Arbeitsunfähigkeit, ist seine ordentliche Kündigung gerechtfertigt. Das hat das Landesarbeitsgericht Hessen mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 18.01.2011 entschieden. Die Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung der Arbeitsunfähigkeit ergebe sich aus dem Gesetz. Nach der Anzahl der Pflichtverstöße des Klägers trotz bereits erhaltener Abmahnungen überwiege hier das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, zumal die Eigenart der erbrachten Dienstleistung eine unverzügliche Mitteilung erfordere (Az.: 12 Sa 522/10).

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LG Nürnberg-Fürth: «Netto» muss Grundpreise an Einkaufsregalen deutlich lesbar gestalten

In Netto-Läden müssen die Grundpreise an den Einkaufsregalen künftig in größerer Schrift angegeben werden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einer entsprechenden Verbandsklage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen die Netto Marken-Discount AG stattgegeben, wie der Verband am 17.08.2011 mitgeteilt hat. Die bislang verwendete Schriftgröße sei «nicht deutlich lesbar» und verstoße daher gegen die Preisangabenverordnung, so das LG.

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LG Düsseldorf beschränkt vorläufiges Vertriebsverbot für Samsungs Tablet-Computer auf Deutschland

Samsung kann seinen iPad-Herausforderer Galaxy Tab 10.1 nun doch in Europa vertreiben. Das Düsseldorfer Landgericht schwächte seine auf Antrag von Apple mit Beschluss vom 09.08.2011 erlassene Einstweilige Verfügung ab (Az.: 14 c O 194/11), nachdem Experten Zweifel an der Zuständigkeit des Gerichts angemeldet hatten. Das Vertriebsverbot für die Muttergesellschaft Samsung Korea gelte nicht mehr europaweit, sondern sei auf Deutschland beschränkt worden, sagte Gerichtssprecher Peter Schütz am 16.08.2011. Für die deutsche Samsung-Tochter gelte das Vertriebsverbot aber nach wie vor europaweit.

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AG München: Reiserücktrittskostenversicherung muss bei unerwarteter Verschlechterung bekannter Bandscheibenerkrankung leisten

Bei einer plötzlichen Verschlechterung einer bei einer Reisebuchung bekannten Krankheit, die ursprünglich die Reise nicht in Frage stellte, besteht Versicherungsschutz bezüglich der Stornokosten, wenn zunächst seitens des Reisenden mit einer Reisefähigkeit gerechnet werden durfte. Das hat das Amtsgericht München mit jetzt rechtskräftig gewordenem Urteil vom 20.10.2010 entschieden. Bei der Beurteilung der Reisefähigkeit dürfe der Erkrankte auf Auskünfte und Ratschläge der Ärzte vertrauen (Az.: 262 C 11943/09).

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LG Essen: Tönnies-Prozess wird gegen hohe Geldauflagen beendet

Gegen Zahlung von insgesamt 2,9 Millionen Euro wird das Landgericht Essen die Strafverfahren gegen Fleischunternehmer Clemens Tönnies und sieben leitende Angestellte einstellen. Ein entsprechender Beschluss werde in den nächsten Tagen gefällt, bestätigte ein Gerichtssprecher am 17.08.2011. Tönnies selbst zahlt allein 900.000 Euro. Als Gesellschafter seiner Firmengruppe in Rheda-Wiedenbrück wird er eine weitere Million Euro aufbringen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 55-Jährigen vorgeworfen, Millionen Packungen gemischtes Hackfleisch verkauft zu haben, bei dem der Rindfleischanteil geringer war als angegeben. Tönnies hat dies bis zuletzt bestritten.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

LG Düsseldorf: Schaden an Pkw durch rollenden Einkaufswagen begründet keine strafbewehrte Wartepflicht nach § 142 StGB

StGB § 142

Wird ein parkendes Kfz durch einen wegrollenden Einkaufswagen beschädigt, begründet dies keine besondere Wartepflicht, deren Verletzung ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort im Sinne des § 142 StGB darstellen würde.

LG Düsseldorf, Urteil vom 06.05.2011 - 29 Ns 3/11, BeckRS 2011, 18498

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Aug 19, 2011, 11:05:49 AM8/19/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 19. August 2011

Top-Meldungen

LSG Bayern gewährt gesetzlich Krankenversichertem vorläufig Krankengeld statt SGB II-Leistungen

Einem gesetzlich Krankenversicherten, der im Eilverfahren die vorläufige Zahlung von Krankengeld begehrt, kann nicht das Abwarten der Hauptsache mit der Begründung zugemutet werden, ein bedürftiger Versicherter sei auf Leistungen nach dem SGB II zu verweisen. Dies hat das Bayerische Landessozialgericht in München mit jetzt mitgeteiltem Beschluss vom 11.08.2011 entschieden und eine Krankenkasse per Regelanordnung zur vorläufigen Fortzahlung von Krankengeld verpflichtet. Das LSG begründet dies mit den im Vergleich zum Krankengeld niedrigeren SGB II-Leistungen und Nachteilen in der Arbeitslosen- und der gesetzlichen Rentenversicherung (Az.: L 5 KR 271/11 B ER, BeckRS 2011, 75348).

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BGH: Verband privater Glücksspielbetreiber darf isoliert gegen staatliche Lotteriegesellschaft vorgehen

Erfolg für private Glücksspielanbieter: Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil gegen die staatlich kontrollierte rheinland-pfälzische Lottogesellschaft wegen unzureichenden Schutzes von Minderjährigen bestätigt und die Revision der Lottogesellschaft zurückgewiesen. Damit ist ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz rechtskräftig (Az.: I ZR 223/10). In weiteren Entscheidungen hat der BGH festgehalten, dass der Verband für Gewerbetreibende im Glücksspielwesen e.V. gegen den staatlichen Lottoblock vorgehen darf, auch wenn er diesen selektiv angreift. Die Entscheidungen könnten grundsätzliche Bedeutung für die Auseinandersetzungen zwischen privaten und staatlichen Glücksspielanbietern haben.

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VG Berlin: rbb muss NPD-Wahlkampfspot nicht ausstrahlen

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) muss einen Wahlwerbespot der NPD aus Anlass der Berliner Abgeordnetenhauswahl im September 2011 nicht ausstrahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin mit Beschluss vom 18.08.2011 in einem Eilverfahren entschieden. Aus Anlass der Wahl stellt der rbb den Parteien Sendezeit zur Verfügung. Der Sender hatte sich geweigert, den Spot der NPD auszustrahlen, weil er in dessen Inhalten den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt sah (Az.: VG 2 L 131.11).

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BGH hebt Verurteilung eines Jugendlichen wegen Tötung der «Zweitfrau» seines Vaters nach mangelhafter Beweiswürdigung auf

Das Verfahren gegen einen aus einer libanesischen Großfamilie stammenden Deutschen wegen Totschlags wird erneut verhandeln. Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung des Jugendlichen mit Beschluss vom 02.08.2011 wegen durchgreifender Mängel der Beweiswürdigung aufgehoben. Vom BGH bemängelt wurde insbesondere die Würdigung des Verhaltens des ebenfalls als Täter in Betracht kommenden Vaters des Angeklagten. Seine Aussagen hätten nicht als Aussagen eines neutralen Zeugen gewertet werden dürfen (Az.: 5 StR 259/11).

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Weitere Nachrichten

OLG Hamburg verneint Recht auf freie Benutzung eines «Kraftwerk»-Samples in Song von Sabrina Setlur

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat entschieden, dass der von Pelham/Haas komponierte und von Sabrina Setlur gesungene Titel «Nur mir» unter Verstoß gegen das Urheberrecht zustande gekommen ist, weil er unerlaubt so genannte Samples der Musikgruppe «Kraftwerk» enthält. Die aus dem Jahr 1997 stammenden Aufnahmen des Titels dürfen nicht weiter verkauft werden (Entscheidung vom 17.08.2011, Az.: 5 U 48/05). Das OLG hat nach eigener Mitteilung die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen, da es weiter höchstrichterlichen Klärungsbedarf sieht bei der Frage, welche Maßstäbe für die Möglichkeit der Eigenherstellung von Tonaufnahmen gelten, bevor auf fremde Tonaufnahmen ohne Einwilligung des Rechteinhabers zurückgegriffen werden kann.

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VG Trier: Verletzung bei betrieblichem Fußballturnier als Dienstunfall

Die Teilnahme an einem Fußballturnier unterliegt dann dem Dienstunfallschutz, wenn sie im Zusammenhang mit dem Dienst des Beamten steht, vom Dienstvorgesetzten getragen wird und dienstlichen Interessen und Zwecken dient. Dies hat das Verwaltungsgericht Trier mit Urteil vom 09.08.2011 entschieden und damit der Klage eines im Dienste der Bundesrepublik Deutschland stehenden Beamten auf Anerkennung eines Dienstunfalls stattgegeben (Az.: 1 K 283/11.TR, nicht rechtskräftig).

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BFH-Urteile zu Erstausbildungskosten: Koalition unterstützt steuerliche Absetzbarkeit

Die Koalitionsfraktionen wollen die Urteile des Bundesfinanzhofs zur steuerlichen Absetzbarkeit von Erstausbildungskosten (BeckRS 2011, 96037 und BeckRS 2011, 96039) grundsätzlich umsetzen. Nichtanwendungserlasse für die Finanzämter wolle die Koalition möglichst unterlassen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Meister, am 18.08.2011 der «Rheinischen Post». Offen ist allerdings, wie die Umsetzung erfolgen soll. Das Bundesfinanzministerium prüft derzeit die Urteile und ihre finanziellen Auswirkungen und lotet mögliche Gestaltungswege aus.

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Gewerbesteuerhebesätze sind 2010 im Bundesdurchschnitt gestiegen

Im Jahr 2010 lag der durchschnittliche Hebesatz aller Gemeinden in Deutschland für die Gewerbesteuer bei 390 Prozent und damit um drei Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt am 17.08.2011 mitteilte, entwickelten sich die durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesätze in den Bundesländern unterschiedlich: von einer Abnahme um zwölf Prozentpunkte in Brandenburg bis zu einer Zunahme um zehn Prozentpunkte in Schleswig-Holstein.

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VG Dresden: Betrieb der Dresdner «Natur- und Umwelt»-Grundschule ist vorläufig zu genehmigen

Der Freistaat Sachsen muss den Betrieb der «Natur- und Umweltschule – staatlich genehmigte Grundschule» in Dresden vorläufig genehmigen und die Aufnahme des Schulbetriebs zum 22.08.2011 gestatten. Dies hat das Verwaltungsgericht Dresden nach eigener Mitteilung mit Beschluss vom 16.08.2011 (Az.: 5 L 392/11, nicht rechtskräftig) entschieden.

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Gnadenlose Richter in England - Nach den Krawallen Haftstrafen auch für Kleinigkeiten

Die Urteile sind extrem hart. Englische Gerichte lassen bei den Haftstrafen für junge Krawallmacher keine Gnade walten. Menschenrechtler und Juristen sind skeptisch: Schießen die Richter über das Ziel hinaus?

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Prozessbeobachter: «Seniorenstudium ohne feste Fakultät»

Prozesse sind ihr Hobby: Gerichtsbeobachter sind Teil der Öffentlichkeit, die in Deutschland grundsätzlich in Strafverfahren und bei erwachsenen Angeklagten zugelassen ist. In der Regel handelt es sich um unauffällige, ältere Herren im Rentenalter. Sie sitzen auf den hinteren Bänken im Gerichtssaal und verpassen bei bedeutenderen Prozessen möglichst keinen Verhandlungstag, kennen Staatsanwälte und Verteidiger, haben ihre Meinung zu den Richtern, schauen in die Abgründe des menschlichen Daseins, verfolgen persönliche Dramen und haben eine dezidierte Meinung zu den Urteilen. Heinz Neulen ist einer von ihnen.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BAG: Klagefrist bei Bedingungseintritt

TzBfG §§ 21, 17, 15 II

Die dreiwöchige Klagefrist der §§ 21, 17 S. 1 TzBfG gilt nicht nur für die Geltendmachung der Rechtsunwirksamkeit der Bedingungsabrede, sondern auch für den Streit über den Eintritt der auflösenden Bedingung.

BAG, Urteil vom 06.04.2011 - 7 AZR 704/09 (LAG Baden-Württemberg), BeckRS 2011, 74721

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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 22. August 2011

Top-Meldungen

Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein will gegen Facebook-Dienste auf Webseiten vorgehen

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) fordert alle Stellen in Schleswig-Holstein auf, ihre Fanpages bei Facebook und Social-Plugins wie den «Gefällt mir»-Button auf ihren Webseiten zu entfernen. Laut einer Pressemeldung des ULD vom 19.08.2011 habe eine eingehende technische und rechtliche Analyse zu dem Ergebnis geführt, dass derartige Angebote gegen das Telemediengesetz (TMG) und gegen das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) beziehungsweise das Landesdatenschutzgesetz Schleswig-Holstein (LDSG SH) verstoßen. Thilo Weichert, Leiter des ULD, betont, dass der aktuelle Appell nur der Anfang einer weitergehenden datenschutzrechtlichen Analyse von Facebook-Anwendungen sei, die das ULD in Kooperation mit den anderen deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden vornehmen werde.

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BGH: GmbH & Co. KG als Rechtsform für Anwälte unzulässig

Eine Rechtsanwaltsgesellschaft darf nicht in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG betrieben werden. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Berufungsurteil vom 18.07.2011 entschieden. Eine Rechtsanwalts-GmbH & Co. KG sei unzulässig, weil Zweck einer KG der Betrieb eines Handelsgewerbes sei, der Rechtsanwalt aber einen freien Beruf und kein Gewerbe ausübe. Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Nichtzulassung der Anwalts-GmbH & Co. KG hat der BGH nicht, auch nicht unter dem Gesichtspunkt einer Ungleichbehandlung gegenüber der GmbH, AG oder der britischen «Private Limited Company by Shares» sowie gegenüber Wirtschaftsprüfungs- oder Steuerberatungsgesellschaften (Az.: AnwZ (Brfg) 18/10, BeckRS 2011, 20471).

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BGH: Kostenlose Abgabe werbefinanzierter Arzneimitteldatenbanken grundsätzlich zulässig

Die ifap Service-Institut für Ärzte und Apotheker GmbH aus Martinsried darf die von ihr erstellte werbefinanzierte Arzneimitteldatenbank kostenlos an Ärzte abgeben. Das hat der Bundesgerichtshof einer Presseinformation der Loschelder Rechtsanwälte zufolge mit Urteil vom 17.08.2011 entschieden. Die Entscheidung setze neue Maßstäbe im Bereich der Heilmittelwerbung und stelle klar, dass werbefinanzierte Geschäftsmodelle auch im Gesundheitsbereich grundsätzlich zulässig sind, so die Kanzlei (Az.: I ZR 13/10).

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Finanzministerium erwartet nach Ausbildungskostenurteilen des BFH hohe Steuerausfälle

Nach den jüngsten Urteilen zur steuerlichen Absetzbarkeit von Ausbildungskosten rechnet das Bundesfinanzministerium nach Angaben des Magazins «Der Spiegel» mit Steuerausfällen in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Man werde den Richterspruch des Bundesfinanzhofes sehr restriktiv auslegen, um den Schaden für die öffentlichen Kassen in engen Grenzen zu halten, hieß es aus dem Ministerium. Das Gericht hatte am 28.07.2011 geurteilt, dass Berufseinsteiger die Kosten für eine Ausbildung oder ein Erststudium steuerlich geltend machen können.

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Weitere Nachrichten

BVerfG: Rechtsextreme Demonstrationen in Leipzig bleiben verboten

Die Stadt Leipzig hat sich durchgesetzt: Die für den 20.08.2011 geplante Demonstration der rechtsextremen NPD und die zahlreichen Gegenaktionen blieben verboten. In letzter Instanz scheiterte die NPD am selben Tag vor dem Bundesverfassungsgericht. Dieses lehnte es ab, über einen Widerspruch der Partei zu urteilen, da aus Zeitgründen keine sachgerechte Entscheidung möglich sei.

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Voßkuhle: Querulantengebühr soll Verfassungsgericht entlasten

Eine neue Gebühr für notorische Beschwerdeführer könnte nach dem Willen von Verfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle das höchste deutsche Gericht entlasten. «Die Zahl der Verfassungsbeschwerden ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen», sagte Voßkuhle der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Ausgabe vom 20.08.2011). Im Jahr 2010 hatten die Karlsruher Richter knapp 6.500 Verfassungsbeschwerden zu entscheiden. Zusätzlich wurden mehr als 2.500 Eingaben durch die Verwaltung abschließend bearbeitet.

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Mannesmann-Richterin: «Der ganze Prozess war heikel»

Als Vodafone den Mannesmann-Konzern schluckte, war das die größte feindliche Unternehmensübernahme der Welt. Dem Paukenschlag folgte im Jahr 2004 in Düsseldorf ein nicht minder spektakulärer Strafprozess, der untersuchen sollte, ob dabei alles mit rechten Dingen zuging. Mit einem Schlag stand Brigitte Koppenhöfer im Rampenlicht. Als Vorsitzende Richterin hatte sie den Prozess zu leiten - vor den Argusaugen der Weltpresse. Seit April 2011 ist sie nicht mehr im Richterdienst. Ein Blick zurück.

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LG München II weist Verteidiger ohne Krawatte zurück

Sommer hin oder her, eine Krawatte muss sein: Ein Anwalt ist am Landgericht München II als Verteidiger zurückgewiesen worden, weil er keinen Schlips trug. «Die Krawatte ist Teil der Amtstracht», betonte Richter Oliver Ottmann und bestätigte einen Bericht des «Münchner Merkur» vom 19.08.2011.

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AG München: Kita darf Betreuungsvertrag unter Einhaltung einer Drei-Monatsfrist ohne Grund kündigen

Eine in einem Betreuungsvertrag mit einer Kindertagesstätte vereinbarte beiderseitige Kündigungsfrist von drei Monaten zum Monatsende ist wirksam. Das hat das Amtsgericht München mit jetzt rechtskräftigem Urteil vom 14.04.2011 im einstweiligen Verfügungsverfahren entschieden. Nach den hier maßgeblichen Regelungen des Dienstvertrages sei eine Kündigung spätestens am 15. eines Monats für den Schluss eines Kalendermonats ohne Angaben von Gründen zulässig. Die vereinbarte Regelung sehe eine längere Kündigungsfrist vor und gelte im Übrigen für beide Seiten (Az.: 222 C 8644/11) .

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KG bestätigt vorläufig Abberufung eines Geschäftsführers einer Projektentwicklungsgesellschaft

Der Geschäftsführer einer Projektentwicklungsgesellschaft, die mit der Umwandlung eines ehemaligen Marinestützpunktes in Schleswig-Holstein in ein Ferienresort befasst ist, darf vorläufig die Geschäfte der Gesellschaft nicht mehr führen. Das hat das Kammergericht mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 11.08.2011 in einem Eilverfahren entschieden (Az.: 23 U 114/11).

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Bestellung eines Notverwalters durch einstweilige Verfügung

WEG § 21 VIII; ZPO § 940

Jeder Wohnungseigentümer kann nach § 21 IV WEG die Abberufung eines untauglichen Verwalters und die Bestellung eines tauglichen Verwalters verlangen. Ein Notverwalter kann zwar infolge der Aufhebung von § 44 III WEG a.F. nicht mehr von Amts wegen bestellt, wohl aber kann eine einstweilige Regelung weiterhin beantragt und unter den Voraussetzungen des § 940 ZPO angeordnet werden.

BGH, Urteil vom 10.06.2011 - V ZR 146/10 (LG Köln), BeckRS 2010, 19815

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Aug 23, 2011, 10:40:31 AM8/23/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 23. August 2011

Top-Meldungen

BVerwG: Erlass von Gebührenbescheiden durch GmbH als Geschäftsbesorger ist rechtswidrig

Ein Wasser- und Abwasser-Zweckverband darf den Erlass von Gebührenbescheiden nicht durch vertragliche Vereinbarung auf eine privatrechtlich organisierte Gesellschaft mit beschränkter Haftung übertragen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteilen vom 23.08.2011 entschieden und damit die Vorinstanzen bestätigt. Deren Annahme, es lägen zwar formal Abgabenbescheide vor, diese seien jedoch rechtswidrig, weil sie inhaltlich nicht von dem zuständigen Hoheitsträger verantwortet seien, verstoße nicht gegen Bundesrecht (Az.: 9 C 2.11, 9 C 3.11 und 9 C 4.11).

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VGH Mannheim: Kein Betrieb einer Automatenvideothek an Sonn- und Feiertagen

Eine Automatenvideothek darf in Baden-Württemberg auch weiterhin nicht an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen betrieben werden. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim mit Urteil vom 15.08.2011 entschieden und seine bisherige Auffassung bestätigt. Mangels Vergleichbarkeit von Automatenvideotheken und Waren- oder Bankautomaten liege darin kein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Die Öffnung solcher Videotheken an Sonn- und Feiertagen erfordert laut VGH eine ausdrückliche gesetzliche Regelung, wie sie in den meisten anderen Bundesländern bereits existiere (Az.: 9 S 989/09).

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OLG Stuttgart erklärt Allianz-Vertragsklauseln für unwirksam

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat auf eine Klage der Verbraucherzentrale Hamburg Vertragsklauseln der Allianz Lebensversicherungs-AG für unwirksam erklärt. Wie die Verbraucherzentrale dazu am 23.08.2011 mitteilt, geht es um Bedingungen zum Rückkaufwert, zur Beitragsfreistellung und zum Stornoabzug in Lebens- und Rentenversicherungsverträgen, die von der Allianz vom 01.07.2001 bis Ende 2007 verwendet wurden (Urteil vom 18.08. 2011, Az.: 2 U 138/10).

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Weitere Nachrichten

Land Hessen legt Berufung gegen Gäfgen-Entschädigungsurteil ein

Innenminister Boris Rhein (CDU) habe Berufung gegen das Entschädigungsurteil zugunsten des verurteilten Kindsmörders Magnus Gäfgen eingelegt, teilte das Ministerium am 22.08.2011 mit. Anfang des Monats hatte das Landgericht Frankfurt am Main Gäfgen 3.000 Euro plus Zinsen Entschädigung zugesprochen, weil ihm die Polizei vor neun Jahren nach seiner Festnahme mit Folter gedroht hatte. Die Polizisten hofften Druck auf den Entführer auszuüben, damit er das Versteck des verschleppten Bankierssohnes Jakob von Metzler preisgibt.

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Staatsanwaltschaft New York zieht Anklage gegen Strauss-Kahn zurück

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat ihre Anklage gegen Dominique Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung offiziell zurückgezogen. Oberstaatsanwalt Cyrus Vance bat den zuständigen Richter Michael Obus am Abend des 22.08.2011, das Verfahren gegen den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds zu schließen. In seiner Begründung beschreibt der Staatsanwalt das angebliche Opfer, das Zimmermädchen Nafissatou Diallo aus Guinea, als mehrfache Lügnerin. In seiner Heimat Frankreich wartet eine zweite Klage wegen angeblicher sexueller Gewalt auf Strauss-Kahn, aber auch die Aussicht auf eine neue politische Karriere.

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VG Stuttgart entfernt Polizeibeamten nach Beihilfe zu verbotener Prostitution und Mitwirkung in Pornofilm aus Dienst

Ein Polizeibeamter der Bundespolizei, der strafrechtlich wegen Beihilfe zur verbotenen Prostitution zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt worden ist und als Pornodarsteller (gegen 250 DM) im Jahr 2000 in einem Film mitgewirkt hat, ist aus dem Beamtenverhältnis zu entfernen. Das hat das Verwaltungsgericht Stuttgart mit jetzt bekannt gewordenem Urteil vom 27.07.2011 in einem Disziplinarverfahren entschieden. Der Beamte habe schuldhaft ein schweres Dienstvergehen begangen und dadurch das Vertrauen seines Dienstherrn und der Allgemeinheit endgültig verloren (Az.: DB 23 K 5319/10).

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BVerfG entscheidet in Kürze über Euro-Rettungsschirm

Das Bundesverfassungsgericht wird am 07.09.2011 sein lange erwartetes Urteil über die Griechenland-Hilfe und den Euro-Rettungsschirm verkünden. Dies hat das Gericht am 23.08.2011 in Karlsruhe bekannt gegeben. Der CSU-Politiker Peter Gauweiler und eine Gruppe von Euro-Skeptikern hatten Verfassungsbeschwerden eingelegt (Az.: 2 BvR 987/10, 2 BvR 1099/10, 2 BvR 1485/10). Sie rügen unter anderem, dass die Maßnahmen demokratisch nicht hinreichend legitimiert seien.

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LSG Sachsen-Anhalt blockiert Transparenzbericht wegen fehlerhafter Anwendung der Prüfvorschriften

Betreiber von Pflegeeinrichtungen müssen die gesetzlich vorgeschriebene Veröffentlichung von Prüfergebnissen über ihre Pflegequalität im Internet und in der Einrichtung grundsätzlich dulden. Das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt hat allerdings auf Antrag eines ambulanten Pflegedienstes mit jetzt rechtskräftigem Beschluss vom 08.07.2011 die Veröffentlichung eines negativen Transparentberichts in einem Einzelfall vorläufig untersagt (Az.: L 4 P 44/10 B ER).

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Bundesfinanzministerium verschiebt E-Bilanz erneut

Am 16.08.2011 fand die mit Spannung erwartete Anhörung zur Pilotphase der E-Bilanz im Bundesministerium der Finanzen statt. Das teilt der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) am 23.08.2011 mit. Hierbei gab die Finanzverwaltung bekannt, dass die erstmalige elektronische Übermittlung für das Wirtschaftsjahr 2013 also de facto im Jahr 2014 zu erfolgen hat. Denn die Nichtbeanstandungsregelung im endgültigen Anwendungsschreiben werde klarstellen, dass die Abgabe einer Papierbilanz für das Wirtschaftsjahr 2012 im Wirtschaftsjahr 2013 nicht bemängelt werden wird.

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Millionengeschäfte mit Download-Abmahnungen

Illegales Tauschen von Filmen, Musik und Co. richtet Millionenschäden an. Viele Rechteinhaber wehren sich dagegen mit Abmahnungen und Klagen. Es kann jedoch auch Unschuldige treffen. Die Zahl solcher Abmahnungen steigt seit Jahren rasant an, denn mit den Schreiben lassen sich Millionen machen. Experten werfen den Abmahn-Kanzleien und Rechteinhabern darum unseriöse Geschäftemacherei vor: Die Forderungen seien zu hoch, viele Abmahnungen zudem unbegründet. Stellungnahmen gibt es dazu nicht.

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US-Bürger im Iran wegen Spionage zu acht Jahren Haft verurteilt

Mehr als zwei Jahre nach ihrer Festnahme im Iran sind zwei US-Bürger zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das bestätigte die iranische Justiz am 21.08.2011. Shane Bauer und Joshua Fattal hätten je drei Jahre Haft wegen illegalen Grenzübertritts und fünf Jahre für Spionage erhalten, bestätigte Staatsanwalt Abbas Dschafari Dowlatabadi nach Berichten der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Der Verteidiger habe nun 20 Tage Zeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Die Regierung in Washington forderte die sofortige Freilassung der beiden.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Frankfurt am Main: Entgangene Anlagezinsen keine Nebenforderung

GKG §§ 43 I, 48; ZPO § 4 I 2. Hs

Als Schadensersatz geltend gemachte anderweitig entgangene Anlagezinsen nach einer Wertpapieranlage aufgrund fehlerhafter Anlageberatung stellen keine Zinsen, jedenfalls aber keine Nebenforderung im Sinne des § 4 I 2. Hs ZPO, § 43 I GKG dar. Sie sind als eigenständige Schadensposition dem übrigen Streitwert hinzuzurechnen.

OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 10.06.2011 - 1 W 32/11, BeckRS 2011, 17572

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Aug 24, 2011, 12:25:13 PM8/24/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 24. August 2011

Top-Meldungen

BFH: Im Stehen zu verzehrende Imbissspeisen unterliegen ermäßigtem Steuersatz

Der Verkauf von Bratwürsten, Pommes Frites und ähnlichen standardisiert zubereiteten Speisen an einem Imbissstand unterliegt dem ermäßigten Steuersatz für Essenslieferungen von sieben Prozent, solange der Imbissbetreiber lediglich behelfsmäßige Verzehrvorrichtungen wie beispielsweise Theken oder Ablagebretter bereithält und die Kunden nur im Stehen essen können. Dies hat der Bundesfinanzhof im Anschluss an eine Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom März 2011 (BeckEuRS 2011, 561180) mit zwei jetzt veröffentlichten Urteilen vom 30.06.2011 entschieden (Az.: V R 35/08 und V R 18/10, BeckRS 2011, 96086 und BeckRS 2011, 96084).

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BFH: Nur eine regelmäßige Arbeitsstätte bei mehreren Tätigkeitsstätten möglich

Ein Arbeitnehmer kann nicht mehr als eine regelmäßige Arbeitsstätte im Sinne des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG innehaben. Dies hat der Bundesfinanzhof mit mehreren Urteilen vom 09.06.2011 entschieden und seine bisherige Rechtsprechung aufgegeben. Er begründet dies damit, dass der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers nur an einem Ort liegen könne, selbst wenn der Arbeitnehmer fortdauernd und immer wieder verschiedene Betriebsstätten seines Arbeitgebers aufsuche. Die Annahme einer regelmäßigen Arbeitsstätte setze aber voraus, dass ihr eine zentrale Bedeutung gegenüber den weiteren Tätigkeitsorten zukommt. Anderenfalls handelt es sich laut BFH um eine Auswärtstätigkeit (Az.: VI R 55/10, VI R 36/10 und VI R 58/09, BeckRS 2011, 96079, BeckRS 2011, 96085 und BeckRS 2011, 96081).

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VG Berlin: Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2011 verfassungskonform

Die Gebäude- und Wohnungszählung im Rahmen des Zensus 2011 ist verfassungsgemäß. Diese Ansicht vertritt das Verwaltungsgericht Berlin in einem Beschluss vom 22.08.2011, mit dem es einen Eilantrag einer privaten Wohnungsbaugenossenschaft abgelehnt hat. Die Zählung verletze nicht das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Sie diene legitimen Gemeinwohlzwecken und sei auch verhältnismäßig. Der Gefahr eines Datenmissbrauchs sieht das Gericht durch die Regelungen des Zensus- und das Bundesstatistikgesetzes ausreichend vorgebeugt (Az.: VG 6 L 1.11).

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Bundesregierung beschließt Gesetzentwurf zum Schutz vor Kostenfallen im Internet

Die Bundesregierung will Verbraucher mit der so genannten Button-Lösung besser vor Kostenfallen im elektronischen Geschäftsverkehr schützen und hat dazu am 24.08.2011 einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Künftig sind «Verbraucher .. nur zur Zahlung verpflichtet, wenn sie bei der Bestellung ausdrücklich bestätigen, dass sie die Kostenpflicht kennen», erklärte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Die Bundesregierung setzt mit dem Gesetzentwurf insoweit vorab die geplante EU-Verbraucherrechterichtlinie um, mit der die Button-Lösung europaweit eingeführt werden soll.

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StGH Bremen: Haushalt trotz Rekordschulden verfassungsgemäß

Der Haushalt des Landes Bremen verstößt trotz Rekordschulden nicht gegen die Verfassung. Dies hat der Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen am 24.08.2011 einstimmig entschieden. Damit scheiterte eine Klage von CDU und FDP. Die desaströse Finanzlage Bremens rechtfertigt es nach Auffassung des Gerichts ausnahmsweise, dass die Neuverschuldung deutlich über geplanten Investitionssumme liegt (Az.: St 1/11).

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Weitere Nachrichten

VG Neustadt: Doggen-Halter muss wegen Anscheinsgefahr für Polizeieinsatz zahlen

Ein Doggen-Halter muss die Kosten eines Polizeieinsatzes tragen, den ein Nachbar veranlasst hatte, weil die Hunde aus ihrem Zwinger ausgebrochen und auf dem von einer Mauer umgrenzten Grundstück des Halters frei herumgelaufen waren. Das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße hat die Klage des Halters gegen den Kostenbescheid mit Urteil vom 22.08.2011 abgewiesen. Denn für ein polizeiliches Einschreiten genüge schon der Anschein einer Gefahr. Eine solche Anscheinsgefahr habe aufgrund des Verhaltens der Hunde vorgelegen, da nicht auszuschließen gewesen sei, dass diese die Begrenzungsmauer zum Nachbargrundstück überspringen (Az.: 5 K 256/11.NW).

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Deutscher Anwaltverein feiert 140jähriges Jubiläum

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) feiert am 25.08.2011 Jubiliäum, teil der Verband am 23.08.2011 mit. 140 Jahre zuvor wurde er 1871 auf dem Anwaltstag in Bamberg als Interessenvertretung der Anwaltschaft gegründet. In ihm sind heute über Landesverbände 254 örtliche Anwaltvereine organisiert. Um auch für die Zukunft gewappnet zu sein, hat der DAV nach eigenen Angaben eine Zukunftsstudie zum Rechtsberatungsmarkt 2030 initiiert. Es sei nach 1986 die zweite große Studie zur Zukunft der Anwaltschaft.

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BFH: Vernichtung einer Prüfungsdokumentation gibt grundsätzlich Anspruch auf Wiederholung der mündlichen Steuerberaterprüfung

Ein Prüfling hat grundsätzlich Anspruch auf eine Wiederholung der mündlichen Steuerberaterprüfung, wenn von ihm zur Dokumentation des Prüfungsablaufs angefertigte Unterlagen vor Bestandskraft der Prüfungsentscheidung von der Prüfungsbehörde vernichtet worden sind. Dies hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 12.04.2011 entschieden. Allerdings müsse der Prüfling glaubhaft machen, dass ihn die Unterlagenvernichtung wesentlich in seinen Möglichkeiten zur Erlangung von Rechtsschutz gegen die Prüfungsentscheidung beeinträchtigt (Az.: VII R 5/10, BeckRS 2011, 96078).

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VG Mainz: Mischkalkulation bei Gebühren für Urnenbestattung unzulässig

Wird für die Bemessung der Friedhofsgebühren in den örtlichen Satzungsbestimmungen zwischen Erdbestattung und Urnenbestattung differenziert, dürfen die Kosten für eine Urnenbestattung nicht erhöht werden, um die Kosten für Erdbestattungen zu reduzieren. Dies hat das Verwaltungsgericht Mainz mit am 24.08.2011 mitgeteiltem Beschluss entschieden und einem Eilantrag gegen eine Gebührenforderung für das Ausheben und Schließen eines Urnengrabes stattgegeben (Az.: 6 L 721/11.MZ.MZ).

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Merkel für stärkere Rolle des EuGH bei Euro-Stabilität

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) plädiert für eine stärkere Rolle des Europäischen Gerichtshofs, um die Einhaltung der Stabilitätskriterien durch die Euro-Länder zu gewährleisten. In einer Sondersitzung der Unionsfraktion im Bundestag am 23.08.2011 in Berlin befürwortete die CDU-Vorsitzende nach Teilnehmerangaben ein Tätigwerden des EuGH auch bei Verstößen einzelner Euro-Staaten gegen die gemeinsam ausgehandelten Verträge.

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Aug 25, 2011, 10:52:09 AM8/25/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 25. August 2011

Top-Meldungen

BAG: Schuldrechtliche Abreden der Tarifvertragsparteien werden nicht Inhalt des Arbeitsverhältnisses

Zu den Rechtsnormen eines Tarifvertrages, die nach einem Betriebsübergang kraft gesetzlicher Regelung Inhalt des Arbeitsverhältnisses zwischen dem Arbeitnehmer und dem Betriebserwerber werden, gehören auch die in einer zuvor vereinbarten Tarifregelung bereits abschließend festgelegten dynamischen Entwicklungen, die allein vom Zeitablauf abhängig sind. Nach einem entsprechenden Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 24.08.2011 werden dagegen schuldrechtliche Abreden der Tarifvertragsparteien nicht Inhalt des Arbeitsverhältnisses (Az.: 4 AZR 566/09).

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VGH Kassel hat Zweifel an Rechtmäßigkeit des staatlichen Sportwettenmonopols

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat erstmals den sofortigen Vollzug einer behördlichen Verbotsverfügung ausgesetzt, mit dem einem Unternehmen untersagt worden ist, von seinen Geschäftsräumen in Hessen aus so genannte Oddset-Sportwetten an eine Geschäftspartnerin mit Sitz in Malta zu vermitteln. Begründet wurde der entsprechende Beschluss vom 09.08.2011 vor allem mit erheblichen Zweifeln an der Rechtmäßigkeit des staatlichen Sportwettenmonopols, das im noch bis Ende 2011 geltenden Glücksspielstaatsvertrag der Bundesländer geregelt ist und das nach Ansicht der Behörde der Erteilung einer Erlaubnis für diese Vermittlungstätigkeit entgegensteht (Az.: 8 B 926/10).

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LSG Nordrhein-Westfalen: Hartz IV muss private Pflegeversicherung abdecken

Hartz-IV-Empfänger mit einer privaten Pflegeversicherung haben nach einem Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen Anspruch auf vollen Ersatz ihrer Beiträge. Die Privatversicherung habe aus ihrem Vertrag mit einem Hartz-IV-Bezieher einen Anspruch, der nicht durch abweichende Regelungen des Sozialgesetzbuches ausgehebelt werden könne, erklärte ein Gerichtssprecher zu dem am 24.08.2011 veröffentlichten Urteil (Az.: 19 AS 2130/19). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Revision beim Bundessozialgericht (dortiges Az.: B 14 ASW 110/11 R) eingelegt wurde. Geklagt hatte ein Hartz-IV-Empfänger aus Aldenhoven bei Aachen.

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LG Frankfurt am Main: Ringerverein darf sich nicht mehr «AC Eintracht Frankfurt» nennen

Im Namens- und Markenstreit um die Bezeichnung «AC Eintracht Frankfurt» hat ein Frankfurter Ringerverein gegen den Eintracht Frankfurt e. V. und die Eintracht Frankfurt Fussball AG weitgehend verloren. Das Landgericht Frankfurt am Main hat mit Urteil vom 24.08.2011 entschieden, dass der Ringerverein diesen Namen wegen des älteren Namensrechts des Fußballvereins künftig nicht mehr führen darf (Az.: 2-06 O 162/11).

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OLG Oldenburg: Kein Ersatz von Benzinmehrkosten bei defekter Autogasanlage nach höherer Rückerstattung der Einbaukosten

Ist eine nachträglich eingebaute Autogasanlage mangelhaft und tritt der Besteller deshalb vom Werkvertrag zurück, kann er keinen Ersatz der Benzinmehrkosten fordern, die er wegen der defekten Gasanlage für die Nutzung des Fahrzeugs im Benzinbetrieb aufwenden musste, wenn die zurückverlangten und damit ersparten Einbaukosten die Benzinmehrkosten übersteigen. Dies hat das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden. Die ersparten Einbaukosten seien auf die Benzinmehrkosten anzurechnen (Az.: 13 U 59/11).

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VGH Mannheim: Keine Krypta im Industriegebiet Kirchardt

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim hat einer syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde erneut die Genehmigung zum Bau einer Krypta im Industriegebiet der Gemeinde Kirchardt versagt. Wie der VGH in seinem jetzt mitgeteilten Urteil vom 20.07.2011 entschieden hat, könne für die Krypta wegen des erforderlichen Schutzes der Totenruhe keine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungspanes erteilt werden (Az.: 3 S 465/11).

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Mellinghoff wird neuer BFH-Präsident, Schmalzl neuer Generalbundesanwalt

Neuer Präsident des Bundesfinanzhofs wird der Bundesverfassungsrichter Rudolf Mellinghoff, neuer Generalbundesanwalt soll der Stuttgarter Regierungspräsident und frühere Präsident des baden-württembergischen Verfassungsschutzes Johannes Schmalzl werden. Das Bundeskabinett hat diesen Personalien am 24.08.2011 zugestimmt, wie das Bundesjustizministerium mitteilt. Die Ernennung Schmalzls zum Generalbundesanwalt bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates.

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Niederländisches Gericht stoppt Samsung-Smartphones

Samsung hat im Ideenklau-Streit mit Apple einen weiteren schweren Rückschlag in Europa erlitten: Ein niederländisches Gericht untersagte am 24.08.2011 per Einstweiliger Verfügung Einfuhr und Verkauf der Samsung-Smartphones Galaxy S, SII und Ace, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Die Entscheidung bereitet Samsung erhebliche Probleme, denn über die Niederlande läuft die Einfuhr der Geräte nach Europa. Der Stopp tritt in sieben Wochen am 13.10.2011 in Kraft.

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Den Haag stoppt RWE-Kohlekraftwerk an Emsmündung

Der Staatsrat in Den Haag hat die Genehmigung für das im Bau befindliche RWE-Kohlekraftwerk auf der holländischen Seite der Emsmündung gekippt. Die höchste Gerichtsinstanz der Niederlande erklärte die 2008 erteilten Bau- und Betriebsgenehmigungen für das umstrittene Kraftwerk der RWE-Tochter Essent in Eemshaven am 24.08.2011 für nichtig. Die Auswirkungen des Kraftwerks auf die Natur im Wattenmeer und auf den ostfriesischen Inseln seien nicht ausreichend untersucht worden, hieß es unter anderem zur Begründung. Umweltschützer reagierten erfreut, wobei die konkreten Folgen für das Bauvorhaben noch undeutlich sind.

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USA: EMI unterliegt MP3tunes im Streit um Online-Musikspeicher

Im langjährigen Urheberrechtsstreit zwischen dem Label EMI und dem Online-Speicherdienst MP3tunes hat ein US-District Court nun entschieden, dass MP3tunes für Rechtsverletzungen seiner Kunden nicht verantwortlich sei, solange das Unternehmen davon keine Kenntnis habe. Dies berichtet der Online-Dienst heise.de am 23.08.2011. Das Unternehmen genieße den Schutz des Digital Millennium Copyright Act (DMCA). In 350 konkreten Einzelfällen wurden der Online-Anbieter und sein Gründer Michael Robertson allerdings der Beitragstäterschaft zu Urheberrechtsverletzungen für schuldig befunden (US District Court, Southern District of New York, Az.: 07 Civ. 9931 (WHP)).

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Die Insolvenzanfechtung begründende Kenntnisse der einen Landesbehörde sind der anderen unter Umständen zuzurechnen

InsO §§ 96 I Nr. 3, 133 I

Holt eine Behörde von anderen Behörden desselben Landes Informationen ein, um eine Schuld des Landes im Wege der Aufrechnung tilgen zu können, müssen nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs auch die Informationen erlangt und verteilt werden, die der Wirksamkeit einer Aufrechnung insolvenzrechtlich entgegenstehen können. Unterbleibt die  vollständige Mitteilung aller bekannten rechtserheblichen Umstände, hat dies zur Folge, dass sich die handelnde Körperschaft auf die Unkenntnis solcher Umstände nicht berufen darf.

BGH, Urteil vom 30.06.2011 - IX ZR 155/08 (OLG Frankfurt/Main), BeckRS 2011, 19579

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