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Aug 8, 2011, 10:54:44 AM8/8/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 8. August 2011

Top-Meldungen

OLG Köln: Kein sofortiges Glücksspielverbot für Hartz IV-Empfänger und überschuldete Personen

Das Oberlandesgericht Köln hat eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln mit einem Teilnahmeverbot an Sportwetten für Personen in Privatinsolvenz und für Personen, die als Empfänger von Arbeitslosengeld II einen Spieleinsatz von 50,50 Euro riskieren, aufgehoben. Die Richter betonen, dass sich aus den Regelungen in §§ 8 Abs. 2, 21 Abs. 3 des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV) ohne die in § 12 Abs. 3 des Ausführungsgesetzes Nordrhein-Westfalen zum Glücksspielstaatsvertrag vorgesehene Anhörung des Spielers und Überprüfung der bekannt gewordenen Umstände kein sofortiges Spielverbot ergibt. Gegen das Urteil vom 05.08.2011 (Az.: 6 U 80/11) ist kein Rechtsmittel gegeben. Die Antragstellerin kann die geltend gemachten Ansprüche aber im Hauptsacheverfahren weiter verfolgen.

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Parteien suchen Wege aus der Finanzkrise

In der FDP wird nicht ausgeschlossen, dass der Bundestag noch vor Ende der Sommerpause zu einer Sondersitzung zusammenkommt. So könnten die zusätzlichen Kompetenzen für den Euro-Rettungsschirm EFSF (European Financial Stability Facility) schneller auf den Weg gebracht und zu einer Beruhigung der Märkte beigetragen werden, hieß es in FDP-Kreisen zur Begründung. Auch nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen die Entscheidungen des EU-Krisengipfels vom 21.07.2011 möglichst rasch vom Parlament abgesegnet werden. In einem gemeinsamen Kommuniqué mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy nannte sie als Termin allerdings Ende September.

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OLG Schleswig: Steuerberater darf slowakischen Titel «doktor filozofie» nicht als «Dr.»-Titel führen

Hat ein Steuerberater zusätzlich den slowakischen Titel «doktor filozofie» erworben, darf er ihn nicht in abgeürzter Form als «Dr.»-Titel führen. Dies hat das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht mit jetzt mitgeteiltem Urteil vom 26.05.2011 entschieden. Die Hochschulgesetze der Länder erlaubten – mit Ausnahme von Bayern und Berlin für Altfälle – nur die Führung der Originalabkürzung «PhDr.», da der Abschluss lediglich einem Aufbaustudiengang entspreche. Die Führung als «Dr.»-Titel erfolge somit unbefugt und sei deshalb als unlautere geschäftliche Handlung wettbewerbswidrig (Az.: 6 U 6/10).

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Bundesjustizministerium prüft Nachbesserungen beim Unterhaltsrecht

Das Bundesjustizministerium prüft derzeit, ob beim neuen Unterhaltsrecht nachgebessert werden muss. Ein Ministeriumssprecher sagte am 08.08.2011, es stelle sich die Frage, ob in einzelnen Punkten der Reform Effekte auftreten, die unbeabsichtigt seien. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sei aber von der Grundausrichtung des neuen Unterhaltsrechts überzeugt. Die Dauer der Prüfung blieb offen.

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Weitere Nachrichten

LG Köln: REWE Markt muss falsche Grundpreisangabe bei Gratiszugabe korrigieren

Unternehmen suchen immer wieder nach Möglichkeiten, die gesetzlichen Regelungen zur Grundpreisangabe zu umgehen und Verbrauchern den Preisvergleich zu erschweren, der bei Aktions- oder Rabattangeboten oftmals schon durch verschleiert darstellende Werbung kompliziert ist. Darauf weist die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in einer Pressemeldung vom 08.08.2011 unter Bezugnahme auf ein aktuelles Urteil des Landgerichts Köln hin, das den Lebensmittelhändler REWE wegen Verstoßes gegen die Preisangabenverordnung und das Irreführungsverbot zur Korrektur einer falschen Grundpreisangabe verurteilt hatte (Urteil vom 20.07.2011, Az.: 84 O 91/11, nicht rechtskräftig).

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Land Brandenburg: Justizminister drängt auf bessere Resozialisierung Straffälliger

Die Wiedereingliederung straffälliger Menschen in die Gesellschaft soll in den kommenden Jahren weiter optimiert werden. Dazu hat die vom Justizminister des Landes Brandenburg Volkmar Schöneburg (Die Linke) vor einem Jahr eingesetzte «Arbeitsgruppe Resozialisierung» dem Minister am 08.08.2011 offiziell ihre «Empfehlungen für ein Brandenburgisches Resozialisierungsgesetz» überreicht, wie das Justizministerium am selben Tag meldet. Dazu Schöneburg: «Der Auftrag des Koalitionsvertrags ist erfüllt. Jetzt wird die gesetzgeberische Umsetzung in Angriff genommen.»

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Strafrechtler Hamm nennt Urteil im Gäfgen-Prozess «weise»

Der renommierte Strafrechtler Rainer Hamm findet das Urteil im Schmerzensgeldprozess des Kindsmörders Magnus Gäfgen «weise». «Es macht das, was das Landgericht tun musste nach den Vorgaben durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte», sagte Hamm am 05.08.2011 der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt. Den Geldbetrag habe die Kammer zudem mit 3.000 Euro so festgesetzt, das sich Gäfgen daran nicht bereichern könne.

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Internationale Schifffahrtskammer fordert Spezialgericht für Piraten

Die internationale Schifffahrt sieht sich von einer neuen Angriffswelle brutaler Piraten bedroht. Nach dem Abflauen der gegenwärtigen Monsunwinde sei mit verstärkten Attacken im Golf von Aden zu rechnen, sagte Peter Hinchliffe, der Generalsekretär der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS), in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg. «Die Piraten werden immer brutaler, die Angriffe effektiver, die geforderten Summen höher», erklärte er. Wegen zahlreicher rechtlicher Unklarheiten beim Kampf gegen die Piraterie sei es sinnvoll, einen internationalen Gerichtshof unter dem Dach der UN einzurichten, der speziell für Piraten zuständig wäre. «Das ist nicht unbezahlbar, aber der politische Wille ist nicht ausgeprägt.»

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Gesetze zur Energiewende in Kraft getreten

Nachdem der Bundespräsident die Gesetze zur Energiewende unterzeichnet hat, wurden sie im Bundesanzeiger veröffentlicht und treten nun in Kraft. Das Paket zur Energiewende setzt sich aus mehreren Gesetzen beziehungsweise Verordnungen und anderen Dokumenten zusammen. Dazu zählen das Dreizehnte Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes (AtG), das Gesetz zur Neuregelung des Rechtsrahmens für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (EEG), das Gesetz zur Neuregelung energiewirtschaftsrechtlicher Vorschriften (EnWGÄndG), das Gesetz über Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus Elektrizitätsnetze (NABEG), das Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Errichtung eines Sondervermögens «Energie- und Klimafonds» und das Gesetz zur Stärkung der klimagerechten Entwicklung in den Städten und Gemeinden.

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US-Geheimdienste fragen Daten auf europäischen Google-Servern ab

US-Geheimdienste haben bei dem Internetkonzern «Google» schon wiederholt Nutzerdaten abgefragt. Dies berichtet die Wirtschaftswoche am 06.08.2011 in ihrer Online-Ausgabe. Wie «Google» bestätigt habe, sei im Rahmen dieser Abfragen auch auf Daten zugegriffen worden, die auf Servern in Europa gespeichert sind.

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Horst Mahler wehrt sich gegen Stasi-Vorwürfe

Der Mitbegründer der linksterroristischen Rote Armee-Fraktion (RAF) und heutige Rechtsextremist Horst Mahler hat beteuert, nicht für die Stasi tätig gewesen zu sein. «Ich habe zu keinem Zeitpunkt wie auch immer für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR gearbeitet», schrieb Mahler in einer persönlichen Erklärung, die am 05.08.2011 der Nachrichtenagentur dpa vorlag.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Frankfurt a. M.: Verbot der Hunde- und Katzenhaltung durch Wohnungseigentümerbeschluss

WEG §§ 10, 23

Ein Mehrheitsbeschluss, der die Hunde- und Katzenhaltung mit Ausnahme der bereits vorhandenen Tiere in einer Wohnanlage generell verbietet, ist nicht nichtig.

OLG Frankfurt a. M., Beschluss vom 17.01.2011 - 20 W 500/08 (LG Wiesbaden), BeckRS 2010, 18930

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Aug 9, 2011, 11:01:29 AM8/9/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 9. August 2011

Top-Meldungen

BGH: Späterer Ausbildungsbeginn nach Betreuung des eigenen Kindes führt nicht zu Verlust des Anspruchs auf Ausbildungsunterhalt gegenüber Eltern

Eine Unterhaltsberechtigte verliert den Ausbildungsunterhaltsanspruch gegenüber ihren Eltern nicht deshalb, weil sie infolge einer Schwangerschaft und der anschließenden Kindesbetreuung ihre Ausbildung verzögert beginnt. Das gilt laut Bundesgerichtshof jedenfalls insoweit, als sie ihre Ausbildung nach Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes – gegebenenfalls unter zusätzlicher Berücksichtigung einer angemessenen Übergangszeit – aufnimmt (Urteil vom 29.06.2011, Az.: XII ZR 127/09, BeckRS 2011, 20025).

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BAG: Urlaubnahme nach Arbeitsunfähigkeit lässt Urlaubsansprüche aus früheren Zeiträumen erlöschen

Wird ein zunächst arbeitsunfähig erkrankter Arbeitnehmer im Kalenderjahr einschließlich des Übertragungszeitraums so rechtzeitig gesund, dass er in der verbleibenden Zeit seinen Urlaub des laufenden Kalenderjahres nehmen kann, erlischt der aus früheren Zeiträumen stammende Urlaubsanspruch mit Ende des Kalenderjahres und des Übertragungszeitraumes genau so wie der Anspruch, der zu Beginn des Urlaubsjahrs neu entstanden ist. Das hat das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 09.08.2011 entschieden und dabei die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang Arbeitnehmer Urlaubsansprüche über mehrere Jahre ansammeln können, offengelassen (Az.: 9 AZR 425/10).

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Richter werfen Anwälten systematische Manipulation von Gerichtsgebühren vor

Richter des Düsseldorfer Oberlandesgerichts haben der Anwaltschaft systematische Manipulation zulasten der Staatskasse bei großen Wirtschaftsverfahren vorgeworfen. So werde der Streitwert solcher Verfahren inzwischen «beinahe regelmäßig» zu niedrig angesetzt, um Gerichtsgebühren zu sparen, kritisierte das Gericht in einem Beschluss vom 10.05.2011 (Az.: I-2 W 15/11, BeckRS 2011, 18112). Eine Gerichtssprecherin bestätigte am 08.08.2011 die entsprechende Wiedergabe des Beschlusses in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

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AG München: Werbeversprechungen können von Bestimmungen des Vertrages «abgeschwächt» werden

Verbraucher sollten nicht davon ausgehen, dass Versprechungen eines Werbeprospektes eins-zu-eins im Vertrag umgesetzt werden. Vielmehr müssen sie damit rechnen, dass die Versprechungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen konkretisiert und eventuell auch abgeschwächt werden. Dies hat das Amtsgericht München entschieden und hinzugefügt, dass die Lektüre der AGB, auch wenn sie mühsam zu lesen sind, zumutbar sei (Urteil vom 03.02.2011, Az.: 261 C 25225/10, rechtskräftig).

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Weitere Nachrichten

Fluglotsenstreik trotz gerichtlicher Erlaubnis abgewendet

Der kurzfristig angedrohte Fluglotsenstreik in Deutschland konnte in der Nacht vom 08. auf den 09.08.2011 durch einen Schlichteranruf der Deutschen Flugsicherung (DFS) abgewendet werden. Die DFS hatte die Schlichtung angerufen, nachdem die Arbeitsgerichte in zwei Instanzen den Streikaufruf der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für rechtmäßig erachtet hatten (zuletzt LAG Hessen vom 08.08.2011, Az.: 9 SaGa 1147/11). «Damit ist ein Streik der Fluglotsen innerhalb der nächsten Wochen ausgeschlossen», sagte DFS-Sprecherin Kristina Kelek. Mit der Schlichtung beginne sofort eine neue Friedenspflicht. Nach dem Willen der DFS soll der Münchner Rechtsprofessor Volker Rieble bei der Schlichtung vermitteln.

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VGH Mannheim: Diplom-Studiengang kein Immatrikulationshindernis für Bachelor-Studiengang derselben Fachrichtung

Hochschulen in Baden-Württemberg dürfen einem Studienplatzbewerber die Zulassung zu einem Bachelor-Studiengang nicht deshalb versagen, weil er zuvor in einem Diplom-Studiengang derselben Fachrichtung eine Prüfung endgültig nicht bestanden hat und deshalb exmatrikuliert worden ist. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim mit jetzt mitgeteiltem Urteil vom 30.03.2011 entschieden. Diplom- und Bachelor-Studiengänge seien nicht gleich im Sinne von § 60 Abs. 2 Nr. 2 des baden-württembergischen Hochschulgesetzes (LHG). Das endgültige Nichtbestehen von Prüfungen im Diplom-Studiengang hindere die Immatrikulation im Bachelor-Studiengang nur dann, wenn die Hochschule die Gleichartigkeit der Studiengänge in einer eigenen Satzung festgelegt hat (Az.: 9 S 2080/10, BeckRS 2011, 49797).

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LG Berlin: Medienpreis darf nicht als «OSGAR» bezeichnet werden

Die Axel-Springer-AG darf künftig keine Auszeichnungen, Preise, Prämien, Prädikate oder Trophäen mehr unter der Bezeichnung «OSGAR» oder «Bild-OSGAR» ausloben oder verleihen. Dies hat das Landgericht Berlin mit Urteil vom 02.08.2011 entschieden und einer Klage der US-amerikanischen Academy of Motion Pictures Arts and Sciences stattgegeben, die jährlich den Filmpreis «Oscar» verleiht. Wegen der Ähnlichkeit beider Bezeichnungen bestehe Verwechslungsgefahr, so das Gericht (Az.: 16 O 168/10).

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VG Frankfurt am Main: Spielstätte eines Fußballvereins in Bad Homburg darf verlegt werden

Die Bürger einer Gemeinde sowie die ortsansässigen Vereine haben nach der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) einen Anspruch darauf, in gleicher Weise die öffentlichen Einrichtungen zu benutzen. Der Gemeinde steht aber bei der Regelung der Benutzung ein Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, dessen Grenzen nur vom Willkür- und Schikaneverbot bestimmt werden. Das hat das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main mit Beschluss vom 08.08.2011 klargestellt und den Eilantrag eines Bad Homburger Fußballvereins gegen die Stadt Bad Homburg auf Beibehaltung der Spielstätte «Sandelmühle» abgelehnt (Az.: 7 L 1992/11).

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BStBK: Neuer § 160a Abs. 1 StPO differenziert zu Unrecht zwischen Steuerberatern und Rechtsanwälten

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) hat ein verfassungsrechtliches Gutachten zur Einbeziehung von Steuerberatern in den absoluten Schutzbereich des § 160a StPO erstellt. Danach differenziert die Neufassung des § 160a Abs. 1 StPO in unverhältnismäßiger Weise zwischen Rechtsanwälten und Steuerberatern. Beide seien Organe der Rechtspflege, so die BStBK. Das Gutachten zeige auf, dass diese Ungleichbehandlung willkürlich und rechtswidrig ist.

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Merk: Freie Anwaltswahl auch für Rechtsschutzversicherte

Die freie Wahl des Rechtsanwalts ist ein wesentlicher Grundsatz der deutschen Rechtsordnung, findet Bayerns Justiz- und Verbraucherschutzministerin Beate Merk (CSU): «Nur wer seinen Rechtsbeistand frei wählen kann, kann seine Rechte eigenverantwortlich und bestmöglich wahrnehmen.» Das müssten auch die Rechtsschutzversicherungen beachten, so die Ministerin in einer Mitteilung ihres Ministeriums. Das Versicherungsvertragsgesetz verbiete ihnen deshalb, die freie Anwaltswahl in Gerichts- und Verwaltungsverfahren einzuschränken.

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«Justiz-Thriller» um Ukraines Ex-Regierungschefin Timoschenko spitzt sich zu

In dem mit Härte ausgetragenen «Justiz-Thriller» um die inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko in der Ukraine werden die Gräben zwischen den Gegnern immer tiefer. In Kiew riefen am 08.08.2011 neun Oppositionsparteien in einem dramatischen Appell zur Bildung einer «demokratischen Einheitsfront» gegen Staatschef Viktor Janukowitsch auf. «Wenn wir nicht reagieren, gibt es bald keine Opposition mehr», warnt der Abgeordnete Sergej Sobolew. Die Justiz weist unterdessen Anträge der Verteidigung auf Freilassung der charismatischen Oppositionsführerin ab. Unter anderem hatten Geistliche angeboten, für Timoschenko zu bürgen.

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Bundesregierung: Deutschland fördert den Aufbau eines Rechtsstaats in Afghanistan

Afghanistan hat bereits eine Verfassung. Dennoch genießen viele Einwohner noch nicht alle staatsbürgerlichen Rechte. Wie die Pressestelle der Bundesregierung am 09.08.2011 meldet, unterstützt Deutschland Afghanistan aus diesem Grund mit einem Rechtsstaatsprogramm, um Recht und Justiz zu stärken sowie den Aufbau einer Verwaltung im Land zu fördern. Zum deutschen Engagement gehören Fortbildungen für Richter und Rechtsanwälte, kostenlose Rechtsberatung und Resozialisierung für jugendliche Strafgefangene.

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Aug 10, 2011, 10:41:57 AM8/10/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 10. August 2011

Top-Meldungen

BVerfG: Neuregelung der Kindergeld-Anrechnung und dadurch bedingte andere Berechnung des nachrangigen Ehegattenunterhalts verfassungskonform

Die im Rahmen der Unterhaltsreform 2008 neu geregelte Berücksichtigung des Kindergeldes beim Kindesunterhalt in § 1612b BGB mit der Folge, dass einem geschiedenen Ehegatten, der sowohl seinem Kind als auch seiner Ex-Frau Unterhalt zahlen muss, aufgrund einer mit der Neuregelung verbundenen geänderten Berechnung des nachrangigen Ehegattenunterhalts weniger Geld für sich selbst verbleibt, ist verfassungskonform. Dies hat das Bundesverfassungsgericht mit jetzt mitgeteiltem Beschluss vom 14.07.2011 entschieden und eine Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen. Das Kindergeld sei im Zuge der Reform den Kindern selbst als Einkommen zugewiesen worden. Als Konsequenz dieses Systemwechsels sei zur Ermittlung des nachrangigen Ehegattenunterhalts vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen nur noch der Zahlbetrag an Kindesunterhalt und nicht mehr wie früher der Tabellenbetrag abzuziehen. Eine Ungleichbehandlung von bar- und betreuungsunterhaltsverpflichtetem Elternteil liege darin nicht (Az.: 1 BvR 932/10).

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BFH: Kosten für Besuch eines Internats für Hochbegabte können als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden

Aufwendungen für den Schulbesuch eines hochbegabten Kindes können als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sein, wenn der Schulbesuch medizinisch angezeigt ist. Dies geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 12.05.2011 hervor. Ein zuvor erstelltes amtsärztliches Attest sei für die medizinische Indikation der Behandlung nicht zwingend erforderlich, stellen die Richter klar. Der Nachweis einer Krankheit könne auch noch später und durch alle geeigneten Beweismittel geführt werden. Das Finanzgericht muss im konkreten Fall nun prüfen, ob der Besuch einer schottischen Schule tatsächlich wegen der Hochbegabung des Kindes medizinisch angezeigt war (Az.: VI R 37/10).

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BVerwG: Übernahme von Fremdanliegerkosten in Erschließungsvertrag ist rechtens

Ein Erschließungsvertrag ist nicht schon deshalb unangemessen im Sinne von § 124 Abs. 3 Satz 1 BauGB und nichtig, weil sich der Erschließungsunternehmer in dem Vertrag zur Übernahme von Erschließungskosten verpflichtet, die bei öffentlich-rechtlicher Beitragserhebung auf im Erschließungsvertragsgebiet gelegene Grundstücke so genannte Fremdanlieger entfielen. Dies geht aus einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 10.08.2011 hervor (Az.: 9 C 6.10).

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KG: Internet-Bewertungsportal muss eingesandte Bewertungen vor Veröffentlichung nicht auf Richtigkeit überprüfen

Ein Internet-Bewertungsportal für Reiseleistungen ist nicht verpflichtet, vor der Veröffentlichung eingesandter Hotelbewertungen Nachforschungen hinsichtlich deren Richtigkeit anzustellen. Dies hat das Kammergericht entschieden und damit den Eilantrag der Betreiberin eines Hotels und Hostels in Berlin abgelehnt, die begehrt hatte, einem Schweizer Bewertungsportal die künftige Veröffentlichung bestimmter kritischer Nutzerbehauptungen über das Hostel gerichtlich untersagen zu lassen (Beschluss vom 15.07.2011, Az.: 5 U 193/10).

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Weitere Nachrichten

LSG Rheinland-Pfalz verneint Unfallversicherungsschutz für nicht registrierte Gasthörer einer Universität

Ein Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung als Studierender besteht nicht für eine Person, die lediglich eine Universitätsveranstaltung besucht, ohne als Student immatrikuliert oder von der Universität in anderer Form, etwa als Gasthörer, offiziell registriert zu sein. Dies hat das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz mit Urteil vom 14.07.2011 entschieden. Das Erfordernis einer formalen Beziehung zwischen Hochschule und Teilnehmern an einer Veranstaltung der Universität ergebe sich sowohl aus dem Gesamtkontext der gesetzlichen Regelung, wonach in anderen Bereichen ebenfalls an eine solche formale Beziehung angeknüpft werde, als auch aus deren Entstehungsgeschichte (Az.: L 5 U 240/10).

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FG Rheinland-Pfalz: Androhung von Verzögerungsgeld ist kein Verwaltungsakt

Die Androhung eines Verzögerungsgeldes hat - anders als die Androhung eines Zwangsgeldes - nicht die Qualität eines Verwaltungsaktes. Dies stellt das Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit Beschluss vom 29.07.2011 zum steuerlichen Verfahrensrecht klar (Az.: 1 V 1151/11).

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VG Stuttgart: FKK-Club durfte wegen Anbahnung von Prostitution geschlossen werden

Eine Erlaubnis zum Betrieb einer als FKK-Club genehmigten Gaststätte darf widerrufen werden, wenn der Gastwirt bewusst der Prostitution Vorschub leistet, obwohl diese in der betreffenden Gemeinde aufgrund der geringen Einwohnerzahl unzulässig ist. Dies geht aus einem Beschluss des Stuttgarter Verwaltungsgerichts vom 21.07.2011 hervor, mit dem es den Eilantrag eines Gastwirts gegen den Widerruf seiner Gaststättenerlaubnis zurückgewiesen hat (Az.: 4 K 2214/11). Der Gastwirt hat die Möglichkeit, gegen die Entscheidung Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim einzulegen.

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VG Koblenz: Schulausschluss nach Körperverletzung ist auch vor Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen rechtens

Eine Berufsbildende Schule darf einen Schüler, der eine Schlägerei anzettelt und dabei andere erheblich verletzt, auf Dauer ausschließen. Wie sich aus einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Koblenz vom 28.07.2011 ergibt, muss sie nicht erst das Ergebnis der strafrechtlichen Ermittlungen abwarten (Az.: 7 L 616/11.KO).

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Beck will in Streit um Landes-Justizreform Neuanfang

Angesichts wachsender Proteste gegen die geplante Justizreform in Rheinland-Pfalz will Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) auf die Kritiker zugehen und mit dem Vorhaben neu anfangen. Er kündigte am 09.08.2011 in Mainz die Einrichtung einer Expertenkommission an, die neue Vorschläge machen soll, um den Streit zu entschärfen. Der frühere rheinland-pfälzische Bundesratsminister Hermann Hill, ein CDU-Politiker, soll das Gremium leiten. Der Gruppe gehören weitere Persönlichkeiten aus Justiz und Verwaltung an. Bis März 2012 solle das Gremium Vorschläge machen. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat auf den Vorstoß mit Zurückhaltung reagiert.

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Kubas Oberstes Gericht: US-Bürger bleibt in Haft

Der in Kuba wegen Spionage verurteilte US-Bürger Alan Gross bleibt in Haft. Ihm wird vorgeworfen, im Auftrag der US-Regierung moderne Kommunikationsmittel an Oppositionelle verteilt und ihnen einen Zugang zum Internet verschafft zu haben. Das Oberste Gericht des Inselstaates bestätigte eine im März 2011 verhängte 15-jährige Haftstrafe.

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Top-Meldungen

LSG Bayern ändert seine Rechtsprechung: PKH-Beschwerden auch unterhalb der Berufungssumme statthaft

Klagen vor den Sozialgerichten sind im Urteilsfall nur dann berufungsfähig, wenn der Streitwert 750 Euro überschreitet. Dies hat indes nicht zur Folge, dass eine Prozesskostenhilfe-Versagung mangels Erfolgsaussicht bei Unterschreiten des Beschwerdewertes nicht beschwerdefähig ist. Vielmehr sind PKH-Beschwerden auch unterhalb der Berufungssumme statthaft, wie das Landessozialgericht Bayern entschieden hat. Mit dem Beschluss vom 06.04.2011 hat es seine bisherige Rechtsprechung unter anderem zugunsten von Hartz IV-Empfängern geändert. Denn in Hartz IV-Verfahren werde häufig die Berufungssumme nicht erreicht (Az.: L 8 AS 770/10 B PKH).

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Steuerabkommen zwischen Schweiz und Deutschland rückt näher

Die Unterhändler der Schweiz und Deutschlands haben am 10.08.2011 in Bern die Verhandlungen über offene Steuerfragen abgeschlossen und ein Steuerabkommen paraphiert. Danach können Personen mit Wohnsitz in Deutschland ihre bestehenden Bankbeziehungen in der Schweiz nachbesteuern, indem sie entweder eine einmalige Steuerzahlung leisten oder ihre Konten offenlegen. Künftige Kapitalerträge und - gewinne deutscher Bankkunden in der Schweiz unterliegen einer Abgeltungsteuer, deren Erlös die Schweiz an die deutschen Behörden überweist. Zudem wird der gegenseitige Marktzutritt für Finanzdienstleister verbessert. Dies meldet das Bundesfinanzministerium am 10.08.2011. Das Abkommen soll in den nächsten Wochen durch die beiden Regierungen unterzeichnet werden. Es könnte Anfang 2013 in Kraft treten.

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LG Hamburg: Mobilfunkunternehmen darf weiter mit Kunstfigur «Andy» werben

Es stellt keine unzulässige Vereinnahmung der Person eines bekannten Stylisten dar, wenn ein Mobilfunkunternehmen in einem Werbefilm mit einer dessen Männertypus ähnlichen Kunstfigur wirbt, die aber weder den Eindruck eines Doppelgängers erweckt, noch als Stylist auftritt. Das hat das Landgericht Hamburg mit Urteil vom 11.08.2011 entschieden und die Klage des Stylisten abgewiesen, der dem Mobilfunkunternehmen gerichtlich verbieten lassen wollte, seine Person für Werbezwecke zu vereinnahmen (Az.: 324 O 134/11).

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LSG Bayern widerspricht Bundesversicherungsamt: Eilverfahren gegen Krankengeldeinstellung grundsätzlich nur im Weg einstweiliger Anordnung

Wer sich gegen die Einstellung des Bezuges von Krankengeld wehren will, muss eine Regelungsanordnung beantragen und nicht die Herstellung der aufschiebenden Wirkung eines Rechtsmittels. Denn die Bewilligung von Krankengeld stellt keinen Dauerverwaltungsakt dar, der vor Einstellung der Zahlung erst im Verwaltungsverfahren zu beseitigen wäre. Dies hat das Landessozialgericht Bayern mit Beschluss vom 17.06.2011 entschieden (Az.: L 4 KR 76/11 B ER). Es tritt damit eigenen Angaben zufolge der Auffassung des Bundesversicherungsamtes entgegen, das von einem Eilrechtsschutz im Wege der Feststellung der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels ausgeht.

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Weitere Nachrichten

VGH Mannheim: Zeit zum An- und Ablegen der Polizeiuniform ist keine Arbeitszeit

Das An- und Ausziehen der Polizeiuniform in den Diensträumen vor Beginn und nach Ende einer Schicht stellt keinen Dienst im Sinne des beamtenrechtlichen Arbeitszeitrechts dar und rechnet daher nicht zur Arbeitszeit eines Poilzeibeamten. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim mit zwei jetzt mitgeteilten Urteilen vom 28.07.2011 entschieden. Auch Übergabegespräche beim Schichtwechsel gehörten nicht zur Arbeitszeit. Anders beurteilte der VGH hingegen das An- und Ablegen von Dienstwaffe und Schutzweste. Die hierfür erforderliche Zeit sei auf die Arbeitszeit anzurechnen, weil der Polizeibeamte dadurch seine Einsatzbereitschaft herstelle und damit der notwendige Grad an dienstlicher Inanspruchnahme erfüllt sei (Az.: 4 S 1676/10 und 4 S 1677/10).

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LSG Hessen: Rückwirkende Sozialhilfe-Leistungen nur bei vorsätzlichen Falschangaben ausgeschlossen

Unanfechtbare Sozialhilfebescheide sind auch für die Vergangenheit zurückzunehmen, wenn sie rechtswidrig zu geringe Leistungen bewilligen. Dies gilt jedoch nicht, wenn der Bescheid auf vorsätzlich falschen Angaben des Betroffenen beruht. Hiervon ist allerdings erst dann auszugehen, wenn der Betroffene die Fehlerhaftigkeit seiner Angaben kennt oder diese zumindest billigend in Kauf nimmt. Dies hat das Hessische Landessozialgericht mit Urteil vom 20.05.2011 entschieden. Die Revision wurde nicht zugelassen (Az.: L 7 SO 92/10, BeckRS 2011, 74098).

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LG Berlin: Keine Beweiserleichterungen bei Schäden in Autowaschanlagen mit Schlepptrossenbetrieb

Wird ein Fahrzeug in einer Autowaschstraße mit Schlepptrossenbetrieb beschädigt, muss der Schadensersatz verlangende Fahrer nachweisen, dass die Schadensursache allein aus dem Verantwortungsbereich des Waschanlagenbetreibers herrührt. Dies hat das Landgericht Berlin mit jetzt mitgeteiltem Urteil vom 04.07.2011 entschieden und eine Schadensersatzklage in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils abgewiesen. Besondere Beweiserleichterungen kämen bei diesem Waschanlagentyp nicht in Betracht, weil Schäden auch durch den während des Waschvorgangs im Auto verbleibenden Fahrer verursacht sein könnten (Az.: 51 S 27/11).

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VGH Kassel bestätigt Widerruf der Asylberechtigung eines straffälligen Iraners wegen ungünstiger Gefahrenprognose

Hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Asylberechtigung eines iranischen Staatsangehörigen wegen der Begehung erheblicher Straftaten widerrufen und geht von dem Ausländer auch nach Verbüßung der Strafhaft eine Gefahr für die Allgemeinheit aus, ist der Widerruf aufrecht zu erhalten. Das hat der Sechste Senat des Verwaltungsgerichtshofs Kassel mit Urteil vom 10.08.2011 entschieden und die Klage des Iraners gegen den Widerruf seiner Asylberechtigung abgewiesen (Az.: 6 A 95/10.A).

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Samsung will Verkaufsstopp für seinen iPad-Herausforderer kippen

Im «Ideenklau-Streit» zwischen Apple und Samsung hat ein deutsches Gericht den Südkoreanern einen schmerzhaften Schlag zugefügt. Samsung darf seinen iPad-Konkurrenten Galaxy Tab 10.1 nach einer Einstweiligen Verfügung des Landgerichts Düsseldorf vorerst nicht in Europa verkaufen (Az.: 14c O 194/11). Samsung will den gerichtlich verordneten Verkaufsstopp seines Tablet-Computers in Europa nicht hinnehmen. «Wir werden unser geistiges Eigentum in Deutschland und der ganzen Welt verteidigen», sagte Samsungs PR-Chef Kim Titus.

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LAG Schleswig-Holstein: Kündigung eines mit Chinesin verheirateten Ingenieurs aus vorgeschobenen Sicherheitsgründen sittenwidrig

Eine Kündigung verstößt gegen Art. 6 Abs. 1 GG, wenn sie wegen der Eheschließung des Arbeitnehmers mit einer chinesischen Staatsangehörigen ausgesprochen wurde. Sie hält nicht das notwendige «ethische Minimum» ein und ist sittenwidrig, wenn der Arbeitgeber jahrelang die langjährige Beziehung zu einer in China lebenden Chinesin nicht als sicherheitsrelevant einordnet, den Leiharbeitnehmer dann in Kenntnis der Hochzeit abwirbt und ihm kurz darauf kündigt, obwohl sich nichts verändert hat. Das hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 22.06.2011 entschieden (Az.: 3 Sa 95/11).

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Kabinett in Brandenburg verabschiedet Gesetz zur Gerichtsneuordnung

In Brandenburg hat die Landesregierung am 09.08.2011 den Entwurf eines Gesetzes verabschiedet, durch das die Land-, Amts- und Arbeitsgerichtsbezirke bis 2013 neu geordnet werden sollen. Entgegen ersten Überlegungen, nach denen sieben Amts- und ein Arbeitsgerichte aufgelöst werden sollten, bleiben nun doch alle Gerichtsstandorte erhalten. Die Justiz bleibe in der Fläche präsent, sagte Justizminister Volkmar Schöneburg (Die Linke). Damit wird die seit 2005 andauernde Diskussion um die Gerichtsstruktur im Land beendet.

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Bundesfinanzministerium: Kein neuer Kauf einer Steuer-CD bekannt

Das Bundesfinanzministerium hat keinerlei Kenntnisse über den Erwerb einer neuen CD aus der Schweiz mit Daten mutmaßlicher deutscher Steuerbetrüger. Entgegen eines Berichtes der «Frankfurter Rundschau» sei über die bisher bekannten Fälle hinaus kein weiterer Kauf einer Steuerdaten-CD einer Schweizer Bank bekannt, sagte ein Ministeriumssprecher am 11.08.2011 auf Anfrage in Berlin. Ähnlich äußerten sich das Justiz- und das Finanzministerium in Nordrhein-Westfalen.

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BKartA: Millionenschwere Geldbußen wegen Absprachen bei Betonrohren

Das Bundeskartellamt hat am 10.08.2011 Bußgelder in einer Gesamthöhe von 11,86 Millionen Euro gegen zwei Hersteller von Betonrohren und fünf verantwortliche Personen verhängt. Bei den beiden Unternehmen handelt es sich um die Berding Beton GmbH aus Steinfeld und die Betonwerk Bieren GmbH mit Sitz in Bad Oeynhausen. Die Unternehmen hätten sich seit zumindest Anfang 2006 über Preise, Quoten und die Zuteilung einzelner Aufträge abgesprochen und den regionalen Markt für Betonrohre in ihrem gemeinsamen Vertriebsgebiet untereinander aufgeteilt, so das BKartA. Gegen 13 weitere Hersteller von Betonrohren laufen ebenfalls Ermittlungen wegen des Verdachts auf Preisabsprachen.

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Großbritannien: Hartes Jugendstrafrecht zeigt kaum Wirkung

Das Jugendstrafrecht in Großbritannien hebt sich von dem in anderen europäischen Staaten durch eine besondere Härte ab, zeitigt aber dennoch kaum Wirkung. Nach Ansicht von Forschern liegt das Problem darin, dass die Eltern als die eigentlich Verantwortlichen so gut wie unbehelligt bleiben.

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Richterbund: Landesregierung Rheinland-Pfalz hält an Zusammenlegung der Oberlandesgerichte Koblenz und Zweibrücken fest

Mit ihrer Erklärung vom 09.08.2011 hält die Landesregierung unverändert an ihrem Ziel der Zerschlagung der in Rheinland-Pfalz bewährten Gerichtsstrukturen fest, so der Deutsche Richterbund (DRB) am 10.08.2011 in einer Presseerklärung. Das aus den Erkenntnissen der bisherigen Diskussion und der Verantwortung für den Erhalt einer funktionierenden bürgernahen Rechtspflege gebotene klare politische Signal zur endgültigen Aufgabe der Zusammenlegung der Oberlandesgerichte Koblenz und Zweibrücken sei ausgeblieben.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Koblenz: Mithaftung eines Vorfahrtsberechtigten bei eigener Geschwindigkeitsüberschreitung

StVG §§ 7 I, 17 I, II

Das Oberlandesgericht Koblenz hat die Mithaftung eines Vorfahrtsberechtigten an einem Unfall auf 1/3 festgelegt, nachdem er selber zwischen 24% und 36% zu schnell gefahren ist. Eine genauere Differenzierung der Quoten für die beiden Enden der Bandbreite von 24-36% hält der Senat für entbehrlich.

OLG Koblenz, Urteil vom 18.07.2011 - 12 U 189/10 (LG Koblenz), BeckRS 2011, 19034

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Aug 12, 2011, 12:46:04 PM8/12/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 12. August 2011

Top-Meldungen

OLG Hamburg: Lotto-Werbung auf Linienbussen verstößt gegen Glücksspielstaatsvertrag

Die Lotto Hamburg GmbH darf nicht mit einer Werbekampagne auf öffentlichen Linienbussen für ihre Glücksspiele «Lotto» und «KENO» werben. Nach einem am 11.08.2011 verkündeten Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg verstößt die Werbung gegen das im Glücksspielstaatsvertrag verankerte Sachlichkeitsgebot und ist deshalb wettbewerbswidrig. Der Senat hat die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen (Az.: 3 U 145/09).

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VG Stuttgart: Keine Ausnahme von Fahrverbot in Umweltzone für Hausarzt

Ein Hausarzt hat keinen Anspruch auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung vom Fahrverbot in der Umweltzone. Dies hat das Verwaltungsgericht Stuttgart mit Urteil vom 04.07.2011 im Fall eines Internisten entschieden, der in Stuttgart eine Arztpraxis betreibt. Eine generelle beziehungsweise uneingeschränkte Privilegierung von Ärzten habe der Verordnungsgeber nicht beabsichtigt. Dies zeige gerade auch die Regelung im Anhang zur Bundesimmissionsschutzverordnung, wonach Arztfahrzeuge im Notfalleinsatz vom Fahrverbot ausgenommen seien. Auch die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung wegen überwiegenden und unaufschiebbaren Interessen Einzelner komme nicht in Betracht (Az.: 13 K 3296/10).

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SG München: Homosexuelle haben nach Arbeitszplatzaufgabe wegen Umzuges zum Partner Anspruch auf Arbeitslosengeld

Homosexuelle haben Anspruch auf sofortige Zahlung von Arbeitslosengeld, wenn sie ihren Arbeitsplatz aufgeben, um zum Partner in eine andere Stadt zu ziehen. Dies hat das Sozialgericht München entschieden (Az.: AL 816/08). Damit werden Homosexuelle auch ohne eingetragene Lebenspartnerschaft behandelt wie etwa heterosexuelle Paare oder Verheiratete.

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Vier EU-Staaten verbieten Leerverkäufe

Frankreich, Italien, Spanien und Belgien verbieten Leerkäufe an den Börsen. Dies hat die Süddeutsche Zeitung am 11.08.2011 in ihrer Online-Ausgabe gemeldet. In Frankreich habe die Börsenaufsicht AMF für 15 Tage Leerverkäufe der Aktien von elf Banken und Versicherungen untersagt, darunter auch die Société Générale und die Crédit Agricole. Die anderen drei Länder hätten ähnliche Regelungen getroffen.

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Weitere Nachrichten

SPD und Grüne: Bedenken gegen Müller-Wechsel nach Karlsruhe

In den Reihen von SPD und Grünen gibt es Bedenken gegen einen Wechsel des saarländischen Ex-Regierungschefs Peter Müller (CDU) ans höchste deutsche Gericht. «Das Bundesverfassungsgericht ist kein Jurassic Park für ausgediente Ministerpräsidenten», sagte der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Jerzy Montag, der «Leipziger Volkszeitung. Die Zeitung schreibt am 11.08.2011, Müllers Wahls an das Karlsruher Gericht sei fraglich, da im zuständigen Bundesrat derzeit keine Mehrheit dafür erkennbar sei.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am heutigen Montag, den 15.08.2011 wird in weiten Teilen Bayerns Mariä Himmelfahrt gefeiert, so auch an unserem Redaktionsstandort München. Unsere Redaktion bleibt daher am heutigen Tag geschlossen. Aktuelle Meldungen zum juristischen Tagesgeschehen finden Sie bei uns wieder am Dienstag, den 16.08.2011.

Viele Grüße,

Ihr Redaktion beck-aktuell

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VGH Mannheim: Kein Erlöschen der Betriebserlaubnis für Motorrad nach Umrüstung auf Carbon-Räder

Das Erlöschen der Betriebserlaubnis für ein Motorrad, das auf in Großbritannien hergestellte und den dortigen Sicherheitsanforderungen entsprechende Carbon-Räder umgerüstet wurde, setzt voraus, dass die Zulassungsbehörde nachweist, dass die Umrüstung eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern erwarten lässt. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim mit jetzt mitgeteiltem Urteil vom 31.05.2011 entschieden und festgestellt, dass die Betriebserlaubnis eines Motorradfahrers aus Ludwigsburg mangels Erbringung des erforderlichen Nachweises nicht erloschen ist. Die Versagung der Betriebserlaubnis greife in die EU-Warenverkehrsfreiheit ein und komme einem Importverbot für Carbon-Räder gleich. Sie sei daher nur gerechtfertigt, wenn das Gefährdungspotenzial wissenschaftlich belegt werde (Az.: 10 S 1857/09, BeckRS 2011, 52298).

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VG Darmstadt: Keine Erstattung von Werbeausgaben für Bürgerentscheids-Kampagnen bei normaler Parteiwerbung

Werbeausgaben für eine Bürgerentscheids-Kampagne dürfen einer Fraktion nicht erstattet werden, wenn es sich bei den Werbemitteln um normale Parteiwerbung handelt. Dies hat das Verwaltungsgericht Darmstadt mit Urteil vom 11.08.2011 entschieden und eine Klage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Babenhausen abgewiesen. Denn dann stelle eine Erstattung der Kosten eine unzulässige verdeckte Parteienfinanzierung dar. Offen ließ das Gericht, ob die Fraktionen nach Abschluss der Willensbildung in der Gemeindevertretung überhaupt in den Abstimmungskampf mit aus öffentlichen Mitteln finanzierten Publikationen eingreifen dürfen (Az.: 3 K 1480/10.DA).

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LG Berlin verbietet Bürgerbewegung «Pro Deutschland» Wahlwerbung mit Sarrazin

Mit Beschluss vom 11.08.2011 hat das Landgericht Berlin der rechtspopulistischen Bürgerbewegung «Pro Deutschland» per einstweiliger Verfügung untersagt, Wahlwerbung mit dem Namen des früheren Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin zu betreiben (Az.: 27 O 468/11). Die Bürgerbewegung hatte im Wahlkampf den Slogan «Wählen gehen für Thilos Thesen» verwendet.

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LG Nürnberg-Fürth verneint Schmerzensgeldansprüche nach SEK-Einsatz

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat mit Urteilen vom 11.08.2011 Schmerzensgeldansprüche einer Familie verneint, deren Wohnung durch ein Sondereinsatzkommando der Polizei gestürmt und deren Hund bei der Aktion durch eine Schrotflinte verletzt worden war. Laut Gericht hatte die Polizei keine Amtspflichten verletzt. Die Familie hatte geltend gemacht, durch den Einsatz traumatisiert worden zu sein (Az.: 4 O 9039/10, 4 O 9068/10 und 4 O 9069/10).

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OVG Koblenz weist Klage gegen Grube «Marta» ab

Der Planfeststellungsbeschluss zur Genehmigung des Gesteinstagebaus in der Grube «Marta» im Waldböckelheimer Wald ist rechtmäßig. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz mit jetzt mitgeteiltem Urteil vom 26.07.2011 entschieden und eine Klage des des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) abgewiesen (Az.: 1 A 10473/07.OVG).

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VG Karlsruhe: Ex-Oberbürgermeister geht erfolgreich gegen untersagte Übernahme von Rechtsanwaltsmandaten vor

Der ehemalige Oberbürgermeister von Rastatt darf weiterhin Rechtsanwaltsmandate gegen die Stadt übernehmen. Mit einem Urteil vom 08.08.2011 hat das Verwaltungsgericht Karlsruhe eine Verfügung des Regierungspräsidiums Karlsruhe aufgehoben, mit der dem Rechtsanwalt untersagt worden war, entsprechende Mandate zu übernehmen. Zur Begründung verwies das Gericht auf den im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes ergangenen rechtskräftigen Beschluss vom 23.11.2010. Das Gericht war darin der Ansicht der Stadt Rastatt entgegengetreten, zukünftig sei aufgrund der anwaltlichen Tätigkeit des ehemaligen Oberbürgermeisters eine Beeinträchtigung dienstlicher Interessen wahrscheinlich (Az.: 6 K 2106/10).

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Hamm: Privathaftpflichtversicherung - Begriff der ungewöhnlichen und gefährlichen Beschäftigung

AHB § 4 Ziffer II Nr. 1; Besondere Bedingungen und Risikobeschreibungen für die Haftpflichtversicherung Buchstabe A. Ziffer I

Eine ungewöhnliche und gefährliche Beschäftigung ist nach Auffassung des Oberlandesgerichts Hamm dann anzunehmen, wenn die schadensstiftende Handlung im Rahmen einer allgemeinen Betätigung erfolgt, die ihrerseits ungewöhnlich und gefährlich ist und deshalb in erhöhtem Maß die Gefahr der Vornahme schadensstiftender Handlungen in sich birgt. Die Betätigung ist gefährlich, wenn sich durch diese das Risiko für einen Fremdschaden erhöht. Sie ist dabei auch ungewöhnlich, wenn sie wegen der mit ihr verbundenen Gefahren von einem durchschnittlich verständigen Versicherungsnehmer vernünftigerweise nicht mehr ausgeübt würde.

OLG Hamm, Beschluss vom 27.04.2011 - 20 U 10/11 (LG Essen), BeckRS 2011, 18634

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