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Sep 26, 2011, 10:45:27 AM9/26/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 26. September 2011

Top-Meldungen

VerfG Brandenburg: Hauptamtliche Bürgermeister dürfen nicht zugleich Kreistagsmitglied sein

Hauptamtliche Bürgermeister einer Gemeinde dürfen wegen der Unvereinbarkeitsregelung im Brandenburgischen Kommunalwahlgesetz nicht gleichzeitig ein Kreistagsmandat ausüben. Dies hat das Verfasssungsgericht des Landes Brandesburg am 26.08.2011 bekräftigt. Wegen der Gefahr von Interessenkollisionen, die das passive Wahlrecht und die Wahlrechtsgleichheit beeinträchtigen, sei die Regelung auch nach Einführung der Direktwahl der Landräte weiterhin verfassungsgemäß (Az.: VfGBbg 6/11).

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LAG Hamm: Christliche Gewerkschaft GKH ist nicht tariffähig

Die Christliche Gewerkschaft für Kunststoffgewerbe und Holzverarbeitung (GKH) kann keine wirksamen Tarifverträge abschließen. Das hat das Landesarbeitsgericht Hamm am 23.09.2011 entschieden. In der Begründung heißt es, der Gewerkschaft fehle es an sozialer Macht, um faire Tarifverträge zu erzielen (Az.: 10 TaBV 14/11, rechtskräftig).

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Interview mit Andreas Voßkuhle: Europäischer Bundesstaat erfordert Volksabstimmung

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, steht der Verfassungskonformität weiterer Kompetenzübertragungen auf Europa skeptisch gegenüber. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des 60. Geburtstages «seines» Gerichts äußert er, dass jedenfalls ein europäischer Bundesstaat einer neuen Verfassung bedürfte, über die das Volk abstimmen müsste.

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Weitere Nachrichten

OLG Schleswig: Mobilfunkanbieter muss auf erhebliche Kosten im Zuge der Installation einer Navigationssoftware ausdrücklich hinweisen

Hat der Nutzer eines Mobiltelefons mit Navigationssoftware dieses von seinem Mobilfunkanbieter erworben, so muss er nicht für die Kosten der Internetnutzung aufkommen, wenn die Navigationssoftware bei der Installation automatisch eine kostenpflichtige Kartenaktualisierung startet und ein ausdrücklicher Hinweis seines Mobilfunkanbieters auf die Kostenfolge fehlt. Das hat das Oberlandesgericht Schleswig am 15.09.2011 entschieden (Az.: 16 U 140/10).

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VG Neustadt: Amtszeitverkürzung eines Bürgermeisters wegen anstehender Gebietsreform sachlich gerechtfertigt

Die Verkürzung der Amtszeit des neu zu wählenden Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Wallhalben von regulär acht auf zwei Jahre ist rechtmäßig. Dies hat das Verwaltungsgericht Neustadt mit jetzt veröffentlichtem Beschluss vom 16.09.2011 in einem Eilverfahren entschieden. Aufgrund einer Kommunal- und Verwaltungsreform werde mit dem Tag der allgemeinen Kommunalwahlen 2014 eine Gebietsänderung gegeben sein, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Auflösung der Verbandsgemeinde führen werde. Es sei dann unvertretbar, einen Bürgermeister für eine Amtszeit wählen zu lassen, die über diesen Zeitpunkt hinausgehe (Az.: 3 L 729/11.NW).

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Präimplantationsdiagnostik in Deutschland künftig eingeschränkt zulässig

Gentests an Embryonen sind in Deutschland künftig eingeschränkt zulässig. Das gilt zum Beispiel, wenn Paare die Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen. Der Bundesrat hat am 23.09.2011 das Gesetz zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PID) gebilligt.

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ArbG Lübeck: Unklare tarifvertragliche Verweisungsklausel im Formulararbeitsvertrag ist unwirksam

Die seit dem 15.03.2010 in Formulararbeitsverträge der Leiharbeitsbranche aufgenommene Verweisungsklausel auf vom Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) mit der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) und anderen Christlichen Gewerkschaften geschlossene Tarifverträge ist mangels Transparenz unwirksam. Wie das Arbeitsgericht Lübeck mit jetzt rechtskräftigem Urteil vom 15.03.2011 entschieden hat, gelten deshalb nur die gesetzlichen Regelungen (Az.: 3 Ca 3147/10).

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Künftig bis zu drei Jahre Haft für Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte

Wer einen Vollstreckungsbeamten tätlich angreift, muss künftig mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Der Bundesrat hat eine entsprechende Erhöhung des Strafrahmens am 23.09.2011 gebilligt, um einen besseren Schutz von Polizeibeamten, Feuerwehrleuten, Rettungskräften und Katastrophenschutzhelfern sicherzustellen.

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Bundesrat fordert mehr Maßnahmen gegen medizinische Unterversorgung

Der Entwurf des Versorgungsstrukturgesetzes, mit dem die Bundesregierung die Situation von Patienten verbessern möchte (BR-Drs. 456/11), stößt bei den Ländern auf Kritik. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 23.09.2011 bemängelt, dass die Pläne der Regierung den Anforderungen an ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen medizinische Unterversorgung nicht ausreichend gerecht werden.

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Bundesrat mit Gesetzentwurf zur Stärkung der Finanzkraft der Kommunen unzufrieden

Der Bundesrat ist mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stärkung der Finanzkraft der Kommunen (BR-Drs. 452/11) nicht einverstanden. Er hat am 23.09.2011 kritisiert, dass der Entwurf nicht auf die tatsächlichen Ausgaben der Länder und Kommunen im laufenden Jahr abstellt, sondern auf die Ausgaben des Vorvorjahres. Hierdurch müssten Länder und Kommunen einen Ausgabenanstieg gegenüber dem Vorvorjahr selbst finanzieren. Dies führe zu einem dauerhaften Fehlbetrag und entspreche nicht dem Ergebnis des Vermittlungsausschusses.

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Bundesrat veweigert lange Restlaufzeiten für Legehennen-Käfige

Der Bundesrat hat die noch bis 2035 vorgesehene Duldung umstrittener Kleingruppenkäfige für Legehennen gekippt. Eine entsprechende Verordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums fand am 23.09.2011 in der Länderkammer keine Mehrheit. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sprach von einem «guten Tag für den Tierschutz in Deutschland». Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) solle nun zügig weitere Verhandlungen mit den Ländern aufnehmen. Eine Neuregelung muss bis Ende März 2012 gefunden werden.

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OVG Berlin-Brandenburg: Bebauungsplan für «Wertheim-Areal» in Berlin-Mitte ist unwirksam

Der Bebauungsplan I-15b für das Grundstück Leipziger Platz 12-13 im Bezirk Mitte ist dahingehend zu beanstanden, dass er innerhalb des Plangebiets und insbesondere zu dem mit einem historischen Gebäude bebauten Nachbargrundstück nur geringe Gebäudeabstände zulässt, ohne eine ausreichende Belichtung durch Tageslicht sicherzustellen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit Urteil vom 22.09.2011 entschieden und den Bebauungsplan für unwirksam erklärt. Die Revision wurde nicht zugelassen (Az.: OVG 2 A 8.11).

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Saudi-Arabien im Wandel - Kommunalwahlrecht für Frauen beschlossen

Saudi-Arabien, eine Bastion des ultra-konservativen Islam, führt das Wahlrecht für Frauen ein. Das kündigte der saudische König Abdullah am 25.09.2011 überraschend in einer Ansprache vor dem Schura-Rat (Parlament) in Riad an. In den Genuss ihres neuen Wahlrechts werden die saudischen Frauen aber frühestens 2015 kommen. Bei den Kommunalwahlen am 29.09.2011 werden sie ihre Stimme noch nicht abgeben können.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Rückständige Hausgeldansprüche der Eigentümergemeinschaft begründen ein Absonderungsrecht in der Insolvenz des Wohnungseigentümers

InsO § 49; ZVG § 10 I Nr. 2, III; WEG §§ 16, 28

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes ist die Wohnungseigentümergemeinschaft wegen der vor Insolvenzeröffnung fällig gewordenen und gemäß § 10 I Nr. 2 ZVG bevorrechtigten Hausgeldansprüche in der Insolvenz des Miteigentümers absonderungsberechtigt, ohne dass eine Beschlagnahme des Wohnungseigentums erforderlich ist.

Bestreitet der Insolvenzverwalter das Absonderungsrecht, so kann die Wohnungseigentümergemeinschaft auch ohne Zahlungstitel mit der Pfandklage auf Duldung der Zwangsversteigerung analog § 1147 BGB vorgehen.

Im Insolvenzverfahren über das Vermögen des Wohnungseigentümers entsteht das Vorrecht an der bis dahin nicht beschlagnahmten Eigentumswohnung mit dem Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung.

BGH, Urteil vom 21.07.2011 - IX ZR 120/10, BeckRS 2011, 21376

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Sep 27, 2011, 11:07:07 AM9/27/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 27. September 2011

Top-Meldungen

BGH deutet in mündlicher Verhandlung an: Kein Schadensersatz für Lehman-Anleger

Der Bundesgerichtshof sieht nach einer vorläufigen Beurteilung in der mündlichen Verhandlung keine Schadensersatzansprüche von zwei Lehman-Anlegern gegen ihre Sparkasse. Eine Verletzung von Beratungspflichten sei bei vorläufiger Bewertung nicht erkennbar, sagte der Vorsitzende Richter bei der Eröffnung der mündlichen Verhandlung am 27.09.2011 in Karlsruhe. Insbesondere sei zum Zeitpunkt des Verkaufs der Zertifikate nicht erkennbar gewesen, dass das Risiko einer Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers bestehe (Az.: XI ZR 178/10 und XI ZR 182/10).

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Aktionsplan 2011 soll Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt und Ausbeutung schützen

Das Bundeskabinett hat am 26.09.2011 den von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder (CDU), vorgelegten Aktionsplan 2011 zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung beschlossen. Das teilte das Bundesfamilienministerium am selben Tag mit. Vor dem Hintergrund schrecklicher Missbrauchsfälle in Institutionen und in Familien müssten die Anstrengungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen noch weiter gesteigert werden.

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Anhörung: Bundeskinderschutzgesetz findet Zustimmung bei Experten

Im Beisein von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) fand am 26.09.2011 im Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine öffentliche Anhörung zum Bundeskinderschutzgesetz statt. Übereinstimmend wurde das neue Bundeskinderschutzgesetz von den Sachverständigen als richtig und wichtig im Hinblick auf eine deutliche Verbesserung des Kinderschutzes in Deutschland bewertet. Kritik wurde an der Finanzierung laut.

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Weitere Nachrichten

Bundesrat stimmt Gesetz zur Gleichstellung homosexueller Beamter zu

Bundesbeamte, Richter und Soldaten, die in «Homo-Ehen» leben, werden künftig nicht mehr finanziell benachteiligt. Nach dem Bundestag stimmte am 23.09.2011 auch der Bundesrat einem Gesetz zu, nach dem Beschäftigte in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft dieselben Zuschläge wie verheiratete Heterosexuelle erhalten.

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Norddeutsche Länder wollen gemeinsamen Staatsschutzsenat

Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Justiz stärken und einen gemeinsamen Staatsschutzsenat einrichten. Dazu soll in Kürze ein Staatsvertrag geschlossen werden. Das meldet die Hamburger Justizbehörde am 27.09.2011. Der Staatschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg soll zukünftig auch über Staatsschutzverfahren dieser Länder entscheiden.

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VGH Mannheim: Kreistagsbeschluss zum Verkauf der Rottweiler Gesundheitszentren wirksam

Der Beschluss des Landkreises Rottweil zum Verkauf der – inzwischen einer Berliner Krankenhausgesellschaft gehörenden – Rottweiler Gesundheitszentren ist wirksam gewesen. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim am 13.09.2011 mit unanfechtbarem Beschluss in einem Eilverfahren entschieden und eine Beschwerde von vier Kreisräten zurückgewiesen. Die Kreisräte seien angemessen auch über rechtliche Aspekte der komplexen Verkaufsentscheidung informiert worden, so der VGH (Az.: 1 S 1917/11).

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AG München: Fotograf hätte gewünschtes Format für beauftragte Kalenderbilder erkennen müssen

Ist für einen Fotografen eindeutig erkennbar und offensichtlich, dass eine Aufnahme im Querformat gewünscht ist, wird dieses Format Vertragsinhalt, auch wenn dies nicht eindeutig schriftlich vereinbart wurde. Mit dieser Begründung wies das Amtsgericht München in einem am 21.09.2011 veröffentlichten Urteil vom 112.05.2011 den Honoraranspruch eines Fotografen ab (Az.: 223 C 9286/11, rechtskräftig).

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EU-Parlament: Zahlreiche Maßnahmen sollen Verkehrssicherheit bis 2020 verbessern

Das Europaparlament hat am 27.09.2011 eine Entschließung angenommen, die insgesamt 103 Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vorsieht. Die EU soll unter anderem die Verwendung von Alcolocks im gewerblichen Güter- und Personenverkehr fördern und eine europaweite Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h in Wohngebieten anstreben.

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Grüne fordern mehr Rechte für Nutzer von Sozialleistungen

Die Rechtsposition der Nutzer von sozialen Leistungen soll gestärkt werden, fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag (BT-Drs. 17/7032). Die Fraktion verlangt deshalb von der Bundesregierung einen Gesetzentwurf, der die Verfahrens-, Leistungs- und Partizipationsrechte der Nutzer sozialer Leistungen stärkt und dadurch auch die Effizienz des sozialen Rechtsstaates steigert.

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Szenen in Kreide - Portrait der Gerichtszeichnerin Nancy Tilitz

Wenn sich die Türen von Gerichtssälen für Kameras schließen, beginnt die Arbeit von Nancy Tilitz: Die Hamburger Gerichtszeichnerin fängt mit Kreidestiften bewegende Momente ein. In Sekundenschnelle malt Tilitz die Umrisse des Angeklagten, der Richterin und der Staatsanwältin. In ihrem Zeichenkasten stapeln sich Dutzende Kreidestifte, mit denen die gebürtige Amerikanerin seit 2005 Szenen aus norddeutschen Gerichten festhält und sie an Zeitungen und Fernsehsender verkauft. Denn in Deutschland dürfen Prozessbeteiligte im Gerichtssaal in einem laufenden Prozess nicht fotografiert oder gefilmt werden.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Naumburg: Bewusstsein des Beisichführens von Waffen wird bei berufsmäßigen Waffenträgern vermutet

StGB § 244 I Nr. 1a

Das Bewusstsein, ein gefährliches Werkzeug i. S. d. § 244 Abs. 1 Nr. 1 a) StGB bei sich zu führen, liegt bei Schusswaffen nahe. Dies gilt im Besonderen bei berufsmäßigen Waffenträgern, die im Hinblick auf die von ihnen zu führenden Waffen und den von diesen ausgehenden Gefahren nicht nur geschult werden, sondern die durch die ihnen im Zusammenhang mit dem Führen einer Dienstwaffe durch Dienstanweisungen auferlegten Pflichten gedanklich ständig mit der Dienstwaffe befasst sind. Es ist daher bei ihnen davon auszugehen, dass ihnen im Dienst das Mitführen ihrer Dienstwaffe permanent bewusst ist. Allerdings können sich im Einzelfall auch bei berufsmäßigen Waffenträgern Zweifel am notwendigen Bewusstsein, eine Waffe bei sich zu führen, ergeben. Hierzu bedarf es aber besonderer Umstände, die durch das Tatgericht festzustellen sind. (Leitsatz des Gerichts)

OLG Naumburg, Urteil vom 19.05.2011 - 1 Ss 10/11, BeckRS 2011, 21702

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Sep 28, 2011, 12:07:26 PM9/28/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 28. September 2011

Top-Meldungen

BGH: Kein Schadensersatz für Lehman-Anleger

Zwei Anleger der 2008 insolvent gewordenen US-Investmentbank Lehman Brothers erhalten für ihre Anlageverluste keinen Schadensersatz. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteilen vom 27.09.2011 der Hamburger Sparkasse Recht gegeben. Diese habe ihre Beratungs- und Aufklärungspflichten nicht verletzt, heißt es in den Begründungen (Az.: XI ZR 178/10, XI ZR 182/10). Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wertet diese Urteile in einer Pressemitteilung vom selben Tag als Schlag ins Gesicht der Lehman-Geschädigten und fordert eine umfassende gesetzliche Aufklärungspflicht.

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BGH: Bildmotive auf Nachahmer-Druckerpatronen dürfen denen des Originalherstellers ähneln

Hersteller von Nachahmer-Druckerpatronen dürfen zum Zwecke der Zurordnung der Patronen zum passenden Drucker auf ihren Verpackungen ähnliche Bildmotive wie die Originalhersteller verwenden. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 28.09.2011 entschieden und eine Klage von Epson gegen Pelikan abgewiesen. Diese vergleichende Werbung sei nicht wettbewerbswidrig. Weder liege eine unlautere Rufbeeinträchtigung noch eine unlautere Rufausnutzung vor, so der BGH (Az.: I ZR 48/10).

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BFH: Doppelte Mietzahlungen wegen beruflich veranlassten Umzugs voll abziehbar

Aufwendungen für eine zweite Wohnung, die wegen eines beruflich veranlassten Umzugs entstehen, können in voller Höhe als Werbungskosten abgesetzt werden. Das hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 13.07.2011 entschieden. Allerdings sei der unbegrenzte Werbungskostenabzug zeitlich auf die Umzugsphase beschränkt (Az.: VI R 2/11, BeckRS 2011, 96399).

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BVerwG: Verbot der Tierfettverfütterung an Wiederkäuer europarechtkonform

Das in § 18 Abs. 1 Satz 1 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs (LFGB) normierte Verbot, Mischfuttermittel mit tierischen Fetten an Wiederkäuer zu verfüttern, ist europarechtskonform. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 28.09.2011 entschieden. Das Fettverfütterungsverbot sei aus Gründen des Gesundheitsschutzes gerechtfertigt, da es BSE-Infektionen bei Wiederkäuern verhindern und das Übertragungsrisiko von BSE durch den Verzehr von Wiederkäuerfleisch weiter minimieren könne (Az.: 3 C 26.10).

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BGH: Modernisierungsankündigung muss keine Details enthalten

Für eine wirksame Modernisierungsankündigung nach § 554 Abs. 3 BGB genügt es, wenn die mitgeteilten Informatinen den Mieter in die Lage versetzen, sich ein realitätsnahes Bild von den beabsichtigten Baumaßnahmen zu machen. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 28.09.2011 entschieden. Die Modernisierungsankündigung müsse nicht jede Einzelheit der beabsichtigten Maßnahmen und jede Auswirkung der Modernisierung enthalten (Az.: VII ZR 242/10).

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60 Jahre BVerfG: Wulff warnt Politik vor «Auslagerung» ihrer Kompetenzen

Zum 60. Geburtstag des offiziell seit dem 28.09.1951 tätigen Bundesverfassungsgerichts hat Bundespräsident Christian Wulff die Politik davor gewarnt, die vom Grundgesetz vorgegebenen Verfahrensregeln zu missachten. Unter der Maxime der Dringlichkeit oder Alternativlosigkeit dürfe die parlamentarische Befassung nicht vernachlässigt werden, sagte Wulff am 28.09.2011 bei einem Festakt in Karlsruhe. Er kritisierte die Tendenz, wichtige Debatten auf externe Kommissionen auszulagern oder Gesetzentwürfe von privaten Firmen ausarbeiten zu lassen.

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Weitere Nachrichten

VG Koblenz: Gewerbsmäßiger Handel mit Balkan-Hunden ohne Genehmigung unzulässig

Eine Hundehalterin aus Rheinland-Pfalz ist mit einem Eilantrag gegen ein ihr erteiltes Verbot gescheitert, gewerbsmäßig mit Hunden aus Balkanländern zu handeln. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Koblenz sprach bereits der Umfang der im Internet annoncierten Tiere und die Höhe der verlangten «Schutzgebühr» für einen gewerbsmäßigen Handel. Für diesen habe die Antragstellerin jedoch nicht die erforderliche tierschutzrechtliche Genehmigung besessen (Beschluss vom 07.09.2011, Az.: 2 L 760/11.KO).

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LAG Berlin-Brandenburg: Zeitarbeitsfirma muss wegen unwirksamen CGZP-Tarifvertrags betriebsübliches Entgelt zahlen

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat ein Zeitarbeitsunternehmen am 20.09.2011 verurteilt, einer Leiharbeitnehmerin das im Betrieb des Entleihers übliche Entgelt zu zahlen, obwohl ein mit der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) vereinbarter Tarifvertrag eine geringere Vergütung vorsah. Es begründete dies mit der vom Bundesarbeitsgericht festgestellten fehlenden Tariffähigkeit der CGZP (BeckRS 2011, 68969), die nach Ansicht des LAG auch für die Zeit vor der Verkündung des BAG-Beschlusses gilt, und der daraus folgenden Unwirksamkeit des maßgeblichen Tarifvertrags. Das Gericht hat die Revision zugelassen (Az.: 7 Sa 1318/11).

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Landgericht Berlin: Fotoagentur darf ohne Lizenz keine Bilder von Christo-Werken verbreiten

Das Landgericht Berlin hat einer Fotoagentur mit Teilurteil vom 27.09.2011 untersagt, Bilder von Kunstwerken des amerikanischen Verhüllungskünstler Christo und dessen verstorbener Frau Jeanne-Claude ohne urheberrechtliche Lizenz zu verbreiten. Ein Recht der Fotoagentur zur Berichterstattung über die Kunstaktionen ergebe sich weder aus dem Urheberrecht noch aus dem Grundrecht der Pressefreiheit (Az.: 16 O 484/10).

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VG Neustadt: Lehrer muss Feuerwehreinsatz nach Brand in Schulküche bezahlen

Ein Realschullehrer muss einen Feuerwehreinsatz an seiner Schule bezahlen, den er durch einen Brand während des Kochunterrichts in der Schulküche bei der Zubereitung von Pommes Frites ausgelöst hatte. Dies hat das Verwaltungsgericht Neustadt mit Urteil vom 27.09.2011 entschieden. Der Lehrer sei für den Unterrichtsablauf allein verantwortlich gewesen und habe die erhöhten Sorgfaltsanforderungen grob fahrlässig verletzt, die zu stellen seien, wenn Frittierfett auf einem Herd in einem normalen Topf ohne Sicherheitsvorrichtungen erhitzt wird (Az.: 5 K 221/11.NW).

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EU-Kommission: EU-Finanztransaktionssteuer soll 2014 kommen

Die EU-Kommission hat einen Gesetzentwurf zur Einführung einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer beraten. Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde am 28.09.2011 in Brüssel. Laut Vorschlag soll die neue Steuer bereits zum Jahresbeginn 2014 kommen und 30 bis 50 Milliarden Euro im Jahr einbringen, die in den EU-Haushalt fließen könnten.

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Sep 29, 2011, 11:26:53 AM9/29/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 29. September 2011

Top-Meldungen

BGH: Glücksspielverbot im Internet auf der Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags wirksam

Private Sportwetten und andere Glücksspiele im Internet dürfen weiter gemäß § 4 Abs. 4 Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) verboten werden. Diese Regelung verstoße insbesondere nicht gegen Recht der Europäischen Union, urteilte jetzt der Erste Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in fünf Fällen. Die Karlsruher Richter räumten zwar ein, dass das Verbot eine Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs darstellt. Die mit dem Glücksspielstaatsvertrag verfolgten Ziele wie Suchtbekämpfung, Jugendschutz und Betrugsvorbeugung rechtfertigten dies aber (Urteile vom 28.09.2011, Az.: I ZR92/09, I ZR 189/08, I ZR 30/10, I ZR 43/10 und I ZR 93/10).

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Bundestag beschließt stärkeren Euro-Rettungsfonds

Der Bundestag hat mit klarer Mehrheit dem schlagkräftigeren Euro-Rettungsfonds EFSF und damit der notwendigen nationalen gesetzlichen Grundlage zur Erhöhung der deutschen Garantie zugestimmt. Das geht aus einer Meldung der Bundesregierung vom 29.09.2011 hervor. Der Rettungsschirm gibt Schuldenländern wie Griechenland die Chance, wieder wettbewerbsfähig zu werden und verhindert ein Übergreifen der Krise auf andere Mitgliedstaaten. Der Bundesrat wird am 30.09.2011 abschließend über das Gesetz beraten.

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BGH: Vermieter darf keinen Sicherheitszuschlag auf Betriebskostenvorauszahlungen erheben

Eine Anpassung der Betriebskostenvorauszahlungen ist nur dann angemessen im Sinne von § 560 Abs. 4 BGB, wenn sie auf die voraussichtlich tatsächlich entstehenden Kosten im laufenden Abrechnungsjahr abstellt. Grundlage für die Anpassung der Vorauszahlungen sei dabei die letzte Betriebskostenabrechnung, so der Bundesgerichtshof. Für einen abstrakten, nicht durch konkret zu erwartende Kostensteigerungen für einzelne Betriebskosten gerechtfertigten «Sicherheitszuschlag» von zehn Prozent sei dabei kein Raum (Urteil vom 28.09.2011, Az.: VIII ZR 294/10).

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BGH: Vermieter hat Anspruch auf Einbau von funkbasierten Ablesegeräten

Ein Mieter hat den Einbau eines funkbasierten Heizenergie- und Warmwasserzähler zu dulden. Ein solcher Anspruch ergibt sich laut Bundesgerichtshof unter anderem aus § 4 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 2 HeizkostenVO. Diese Norm erfasse nicht nur die Erstausstattung der Mieträume mit Heizkostenerfassungsgeräten und den Austausch unbrauchbar gewordener Geräte, sondern begründe auch eine Duldungspflicht des Mieters für den Austausch noch funktionstüchtiger durch modernere Systeme (Urteil vom 28.09.2011, Az.: VIII ZR 326/10).

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OLG München erklärt «Squeeze out» ehemaliger HRE-Aktionäre für rechtens

Der Zwangsausschluss (Squeeze out) der Aktionäre bei der umstrittenen Verstaatlichung der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) war mit dem Grundgesetz vereinbar. Dies hat das Oberlandesgericht München mit Urteil vom 28.09.2011 entschieden. Auch einen Verstoß gegen das Aktien- oder Europarecht sah das Gericht in dem Zwangsausschluss nicht und wies daher die Berufungsklage mehrerer ehemaliger HRE-Aktionäre ab. Die Revision wurde nicht zugelassen (Az: 7 U 711/11).

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Weitere Nachrichten

BGH: «Landgut Borsig» kann als übliche Bezeichnung ohne Zustimmung des Namensträgers zulässig sein

Mit dem Erwerb eines Gebäudes oder Grundstücks kann das Recht verbunden sein, dieses Anwesen mit dem Namen eines früheren Eigentümers zu bezeichnen. Das hat der Erste Zivilsenat des Bundesgerichtshofs mit Urteil vom 28.09.2011 festgestellt und den Rechtsstreit an das Berufungsgericht zur Klärung der Frage zurückverwiesen, ob sich vorliegend der Name «Landgut Borsig» für das Gut Groß Behnitz derart verselbständigt hatte, dass die Zustimmung der Träger des Namens «Borsig» nicht mehr erforderlich war (Az.: I ZR 188/09).

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BGH: Nur TÜV-Unternehmen dürfen die Marke «TÜV» verwenden

«TÜV» ist und bleibt eine geschützte Marke, die ausschließlich von TÜV-Unternehmen verwendet werden darf. Wie der TÜV Markenverband am 29.09.2011 meldet, hat dies der Bundesgerichtshof auf eine Klage der TÜV SÜD AG mit Urteil vom 17.08.2011 entschieden und einer Berliner Prüffirma untersagt, für ihre Prüfleistungen mit dem Begriff «privater TÜV» zu werben  (Az.: I ZR 108/09, BeckRS 2011, 22669).

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EuGH: Elf Aquitaine darf Beteiligung ihrer Tochtergesellschaft Arkema an Monochloressigsäurekartell nicht zugerechnet werden

Elf Aquitaine kann die Beteiligung ihrer Tochtergesellschaft Arkema an einem Monochloressigsäurekartell nicht zugerechnet werden. Der Europäische Gerichtshof hat deshalb eine von der Europäischen Kommission gegen das Unternehmen verhängte Geldbuße aufgehoben. Eine ausreichend ausführliche Begründung der Zurechenbarkeit habe in der Entscheidung der EU-Kommission gefehlt, so der EuGH (Urteile vom 29.09.2011, Az.: C-520/09 P, C-521/09 P).

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BVerwG: Schienennetz-Benutzungsbedingungen der DB Netz AG teilweise rechtswidrig

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen hat zu Recht einem Teil der Schienennetz-Benutzungsbestimmungen 2008 der DB Netz AG widersprochen und ihre Änderung verlangt. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am 29.09.2011 entschieden, nachdem auf die Revision beider Parteien noch dreizehn von ursprünglich 99 beanstandeten Klauseln im Streit standen (Az.: 6 C 17.10).

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OLG Celle: Mit «D.O.» gezeichneter Testamentsnachtrag unwirksam

Versieht ein Erblasser sein Testament unterhalb seiner Unterschrift mit einer nachträglichen Verfügung, so ist diese unwirksam, wenn sie lediglich mit «D.O.» unterzeichnet ist und dies nicht die Initialen des Erblassers sind. Dies hat das Oberlandesgericht Celle mit Urteil vom 22.09.2011 entschieden. Selbst wenn die Buchstaben «Der Obengenannte» bedeuteten, erlaube eine solche Bezugnahme für sich genommen nicht die Identifikation des Erblassers (Az.: 6 U 117/10).

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LAG Düsseldorf: Kein Betriebsübergang bei Reinigungsfirma bei Fortführung sämtlicher Aufträge mit alter Stammbelegschaft

Setzt das Schwesterunternehmen eines Reinigungsunternehmens dessen sämtliche Reinigungsaufträge ohne zeitliche Unterbrechung fort und übernimmt es einen wesentlichen Teil der Stammbelegschaft sowie deren Arbeitsmethoden, liegt darin ein Betriebsübergang, der im Gegensatz zur Betriebsstillegung keinen Grund für eine betriebsbedingte Kündigung darstellt. Das hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf mit Urteilen vom 28.09.2011 entschieden (Az.: 4 Sa 616/11, 4 Sa 620/11, 4 Sa 679/11, 4 Sa 894/11).

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VG Koblenz: Private Nutzung des Diensthandys kann Übernahme als Berufssoldatin entgegenstehen

Die Bundeswehr kann einer Zeitsoldatin, die trotz entgegenstehender dienstlicher Weisungen über einen längeren Zeitraum hinweg ihr Diensthandy in einer Vielzahl von Fällen zu Privatgesprächen missbraucht, trotz ansonsten hervorragender dienstlicher Leistungen und nachträglichem Ersatz der durch die unzulässige Nutzung entstandenen Kosten die Übernahme als Berufssoldatin versagen. Dies hat das Verwaltungsgericht Koblenz mit Urteil vom 21.09.2011 entschieden (Az.: 2 K 405/11.KO).

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Weltsicherheitsrat übergibt UN-Aufnahmeantrag der Palästinenser an Juristenausschuss

Der Weltsicherheitsrat hat den Aufnahmeantrag der Palästinenser in die Vereinten Nationen am 28.09.2011 formell an einen Ausschuss von Juristen überwiesen. Der Schritt wurde einstimmig von dem 15-Mitglieder-Gremium beschlossen. Dem Ausschuss gehören Experten aller 15 Länder im Rat an, darunter auch Deutschland. Der UN-Vertreter der Palästinenser, Riyad Mansur, begrüßte die Entscheidung und dankte dem Sicherheitsrat.

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Wirtschaftsausschuss: «Aus» für ELENA-Verfahren

Wegen zu hoher Kosten und einer unzureichenden Verbreitung der qualifizierten elektronischen Signatur soll das Verfahren über den elektronischen Entgeltnachweis («ELENA») eingestellt und sollen alle bislang gespeicherten Daten gelöscht werden. Der Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Technologie billigte hierzu mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP am 28.09.2011 einen Änderungsantrag zum Entwurf eines «Gesetzes zur Änderung des Beherbergungsstatistikgesetzes und des Handelsstatistikgesetzes» (BT-Drs. 17/6851).

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Gesetzentwurf: Bund soll bei Gewinnung von Fachkräften konkurrenzfähig bleiben

Mit einer Reihe von Maßnahmen will die Bundesregierung die Konkurrenzfähigkeit des Bundes bei der Gewinnung von Nachwuchskräften «im Wettbewerb mit anderen Dienstherren und der Wirtschaft» erhalten. In einem entsprechenden Gesetzentwurf (BT-Drs. 17/7142) verweist sie laut einer Pressemeldung des Bundestages vom 28.09.2011 darauf, dass für die «vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben des öffentlichen Dienstes des Bundes» gut ausgebildetes und zum Teil hoch spezialisiertes Personal benötigt werde.

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Kommission fordert Deutschland zur Änderung diskriminierender Steuervorschriften für stille Reserven auf

Die Europäische Kommission hat Deutschland förmlich aufgefordert, seine Steuervorschriften für stille Reserven dahingehend zu ändern, dass bestimmte grenzüberschreitende Transaktionen nicht länger benachteiligt sind. Diese Aufforderung, die die Pressestelle der Kommission am 29.09.2011 mitteilte, ist der zweite Schritt des EU-Vertragsverletzungsverfahrens.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

AG München: Nichtige Vergütungsvereinbarung wegen Verstoßes gegen das Gebührenunterschreitungsverbot

BGB §§ 134, 812, 814; BRAO § 49b

Schließen Anwalt und Mandant einvernehmlich eine Vergütungsvereinbarung über eine gerichtliche Tätigkeit, die ein Stundenhonorar, jedoch kein Mindesthonorar in Höhe der gesetzlichen Gebühren vorsieht, verstößt die Vergütungsvereinbarung gegen § 49b I 1 BRAO. Ein Verzicht auf eine ausdrückliche Regelung eines Mindesthonorars in Höhe der gesetzlichen Gebühren ist dann unschädlich, wenn beide Parteien bei Abschluss der Vereinbarung als sicher voraussetzen, dass eine geringere Stundenanzahl als diejenige, mit der die gesetzliche Gebühr jedenfalls erreicht wird, nicht anfallen wird. Eine gegen § 49b I 1 BRAO verstoßende Vergütungsvereinbarung ist nach § 134 BGB i. V. m. § 49 BRAO nichtig. Dies gilt auch, wenn insgesamt aufgrund der angefallenen Stundenzahl eine höhere als die gesetzliche Vergütung entstanden ist.

AG München, Urteil vom 10.02.2011 - 223 C 21648/10, BeckRS 2011, 16887

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Sep 30, 2011, 11:07:49 AM9/30/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 30. September 2011

Top-Meldungen

BVerwG: Feuerwehrbeamte können für Überschreitungen der Höchstarbeitszeit vollen Freizeitausgleich verlangen

Feuerwehrbeamte, die in den Jahren bis 2006 wöchentlich im Durchschnitt 54 Stunden gearbeitet haben, können für die Dienstzeit, die über die Arbeitszeitgrenze von 48 Wochenstunden hinausging, einen vollen Freizeitausgleich verlangen. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in mehreren Urteilen vom 29.09.2011 entschieden. Auch geleisteter Bereitschaftsdienst sei voll auszugleichen, um Wertungswidersprüche zum EU-Recht zu vermeiden (Az.: 2 C 32.10 bis 2 C 37.10).

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BVerwG: Keine Beihilfe für Behandlung durch Angestellten in Praxis eines nahen Angehörigen

Ein Beamter hat keinen Anspruch auf Beihilfe, wenn er im Betrieb eines nahen Angehörigen von Angestellten behandelt worden ist und der Angehörige als Inhaber der Praxis die Honorarforderung geltend macht. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mit Urteil vom 29.09.2011 entschieden (Az.: 2 C 80.10).

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Schwarz-Gelb beschließt im Alleingang neues Wahlrecht

Im Alleingang setzte die schwarz-gelbe Koalition am 29.09.2011 im Bundestag ihre Position für eine Änderung des Bundeswahlgesetzes durch. Damit hat Deutschland drei Monate nach Vertreichen der vom Bundeverfassungsgericht getzten Frist wieder ein gültiges Wahlrecht. SPD, Grüne und Linkspartei kündigten allerdings sofort Klage dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht an.

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OVG Münster: Staatsmonopol im Bereich der Sportwetten europarechtswidrig

Untersagungsverfügungen, mit denen die Ordnungsbehörden allein unter Berufung auf das staatliche Sportwettenmonopol gegen private Sportwettbüros vorgegangen sind, sind rechtswidrig. Die hat das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden. Das Monopol sei nicht mit Europarecht vereinbar. Mit seinem Urteil vom 29.09.2011 (Az.: 4 A 17/08) hat der 4. Senat des OVG seine bisher in Eilverfahren vertretene Rechtsauffassung aufgegeben.

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Bundestag beschließt Entschädigung für überlange Gerichtsverfahren

Dauert ein Gerichtsverfahren unangemessen lange, können Betroffene künftig gegen den Staat auf Entschädigung klagen. Wie das Bundesjustizministerium mitteilt, hat der Deutsche Bundestag am 29.09.2011 ein Gesetz zur Verbesserung des Rechtsschutzes gegen überlange Verfahren beschlossen. Voraussetzung des Entschädigungsanspruchs ist, dass der Betroffene die Verzögerung zunächst gegenüber dem Gericht gerügt hat. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen.

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Weitere Nachrichten

Bundesrat billigt Ausweitung des Euro-Rettungsschirms

In seiner Sondersitzung vom 29.09.2011 hat der Bundesrat die Änderung des Stabilisierungsmechanismusgesetzes gebilligt. Damit kann es dem Bundespräsidenten zur Unterschrift vorgelegt werden. Das Gesetz passt die bisherigen Regelungen an die Beschlüsse der Staats- und Regierungschefs vom 11.03.2011 und 21.07.2011 an. Der von der Bundesrepublik zur Verfügung zu stellende Gewährleistungsrahmen erhöht sich dadurch auf rund 211 Milliarden Euro.

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Bundesgerichtshof verwirft Revision im Missbrauchsfall von Fluterschen

Der Zweite Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat die auf die Sachrüge gestützte Revision eines 48-jährigen Familienvaters gegen eine Verurteilung wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, sexuellen Missbrauch von Jugendlichen und Schutzbefohlen sowie wegen Vergewaltigung als unbegründet verworfen. Das Urteil zu einer Freiheitsstrafe von vierzehn Jahren und sechs Monaten mit anschließender Unterbringung in der Sicherungsverwahrung des Landgerichts Koblenz ist damit rechtskräftig (Beschluss vom 22.09.2011, Az.: 2 StR 391/11).

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BVerwG: Rügebefugnis von Umweltverbänden umfasst objektive Umweltvorschriften

Die Rügebefugnis von Umweltverbänden nach dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz erfasst nicht nur drittschützende, sondern auch objektive Vorschriften des Umweltrechts. Dies stellt das Bundesverwaltungsgericht unter Verweis auf Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs in dem Rechtsstreit über die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau und den Betrieb einer Verbrennungsanlage für Ersatzbrennstoffe/Sekundärbrennstoffe im Industriepark Frankfurt/Höchst klar (URteil vom 29.09.2011, Az.: 7 C 21.09).

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Bund der Steuerzahler fordert nach Elena-«Aus» sofortige Aussetzung der Meldepflicht

Eine sofortige Aussetzung der Pflicht für Arbeitgeber, bestimmte Arbeitnehmerdaten an die Datensammelstelle zu melden, fordert der Bund der Steuerzahler (BdSt) nachdem der Wirtschaftsausschuss des Bundestages am 28.09.2011 das Ende des Verfahrens zum Elektronischen Entgeltnachweis (Elena) beschlossen hat. Bei nicht abgegebenen Meldungen dürften zumindest keine Bußgelder mehr verhängt werden.

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Bundestag bringt Gesetz zur schnelleren Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse auf den Weg

Die im Ausland erworbenen Berufsausbildungen von Hunderttausenden von Zuwanderern sollen in Deutschland künftig schneller anerkannt werden. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete der Bundestag am 29.09.2011 mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP. Die nötige Zustimmung im Bundesrat ist allerdings noch nicht gesichert.

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VerfGH Saarbrücken bestätigt Gültigkeit der Landtagswahl 2009

Die saarländische Landtagswahl von 2009 muss nicht wiederholt werden. Der Verfassungsgerichtshof in Saarbrücken bestätigte am 29.09.2011 die Gültigkeit des Urnengangs von 2009. Es habe damals keine so gravierenden Fehler gegeben, dass eine Neuwahl nötig sei.

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VG Gelsenkirchen: Studienplatzvergabe in medizinischen Studiengängen wegen überlanger Wartezeit teilweise verfassungswidrig

Bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen darf in erster Linie auf die Abiturnote abgestellt werden. Auch Bewerber mit schwächeren Abiturnoten müssen aber zumindest eine realistische Chance auf Zulassung haben, betont das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Dies sei bei Wartezeiten von mehr als sechs Jahren nicht mehr der Fall (Az.: 6 L 929/11, 6 L 940/11 bis 6 L 942/11). Das VG verweist auf entsprechende Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zum Numerus Clausus aus den siebziger Jahren.

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Zeitungsbericht: Celler Generalstaatsanwalt Harald Range soll Generalbundesanwalt werden

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat einem Zeitungsbericht zufolge einen neuen Kandidaten für das Amt des Generalbundesanwalts. Die «Financial Times Deutschland» berichtet am 29.09.2011 unter Berufung auf Regierungskreise, dass der Celler Generalstaatsanwalt Harald Range oberster deutscher Strafverfolger werden soll. Allerdings gab es dafür zunächst keine offizielle Bestätigung.

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Monika Harms – Abschied der Generalbundesanwältin

Als Monika Harms 2006 an die Spitze der Bundesanwaltschaft kam, hatte die erste Frau auf diesem Posten beste Referenzen. Zuvor war die Expertin für Steuerstrafrecht Vorsitzende eines Strafsenats am Bundesgerichtshof. Dort hatte sie sich unter anderem mit der Leitung des Verfahrens gegen den ehemaligen DDR-Staatschef Egon Krenz einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

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Opposition zu Gesetzentwurf: Auch langjährige Anlageberater müssen Sachkunde nachweisen

Auch langjährig tätige Finanzanlagevermittler und Anlageberater sollen in Zukunft ihre Sachkunde nachweisen müssen. Dies meint die Opposition im Bundestag und wendet sich damit gegen einen gegenläufigen Änderungsantrag der schwarz-gelben Koalition zum Entwurf für ein Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts (BT-Drs.17/6051). Die Anträge sind am 28.09.2011 im Finanzausschuss des Bundestages beraten worden. Am 19.10.2011 sollen die Beratungen im Finanzausschuss weitergehen.

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Gesetzesinitiative: Englisch als weitere Gerichtssprache

Hamburg und Nordrhein-Westfalen plädieren dafür, Englisch neben Deutsch als weitere Gerichtssprache zuzulassen. Nach einer Gesetzesinitiative der beiden Bundesländer (BT-Drs. 17/2163), die vom Bundesrat bereits angenommen und am 29.09.2011 im Bundestag beraten wurde, soll es internationalen Wirtschaftsunternehmen in Zukunft ermöglicht werden, ihre Rechtsstreitigkeiten untereinander in englischer Sprache zu führen.

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Bericht der EU-Kommission: 2010 weniger Vertragsverletzungsverfahren

Die Zahl der Vertragsverletzungsverfahren, die die Europäische Kommission gegen Mitgliedstaaten wegen Nicht-Anwendung des EU-Rechts eingeleitet hat, ist 2010 gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent zurückgegangen. Dies ergibt sich aus dem 28. Jahresbericht über die Kontrolle der Anwendung des EU-Rechts, den die Kommission aktuell herausgegeben hat. Die Kommission schreibt den Rückgang der Vertragsverletzungen der neuen Arbeitsmethode «EU-Pilot» zu.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

EuGH: Altersgrenze von 60 Jahren für Piloten ist europarechtswidrig

RL 2000/78/EG Art. 2, 4 I, 6 I; AGG §§ 1, 3, 7, 8, 10

Eine tarifvertragliche Regelung, nach der das Arbeitsverhältnis eines Verkehrspiloten mit Vollendung des 60. Lebensjahres endet, ist mit dem unionsrechtlichen Verbot der Altersdiskriminierung nicht vereinbar.

EuGH, Urteil vom 13.09.2011 - C-447/09 (BAG), BeckRS 2011, 81332 – „Prigge“

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Oct 4, 2011, 11:06:48 AM10/4/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 4. Oktober 2011

Top-Meldungen

EuGH untersagt territoriale Exklusivitätsvereinbarungen bei Fußball-Übertragungen

Ein Lizenzsystem für die Weiterverbreitung von Fußballspielen, das Rundfunkanstalten eine gebietsabhängige Exklusivität für einzelne Mitgliedstaaten einräumt und den Fernsehzuschauern untersagt, diese Sendungen mittels einer Decoderkarte aus einem anderen Mitgliedstaat anzusehen, verstößt gegen die unionsrechtliche Dienstleistungsfreiheit sowie das Wettbewerbsrecht. Das hat der Gerichtshof der Europäischen Union mit Urteil vom 04.10.2011 entschieden. Gleichzeitig stellte er fest, dass das Zeigen von Fußballübertragungen, die geschützte Werke enthalten – wie vorliegend die Hymne der Premier League - in einer Gastwirtschaft die Zustimmung des Urhebers dieser Werke erfordert (Az.: C-403/08, C-429/08).

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FG Düsseldorf: Besteuerung von Erstattungszinsen möglicherweise rechtswidrig

Bei summarischer Prüfung bestehen ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Besteuerung von Erstattungszinsen (§ 233a AO) als Einnahmen aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 Satz 3 EStG in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2010. Das hat der Erste Senat des Finanzgerichts Düsseldorf mit jetzt veröffentlichtem Beschluss vom 05.09.2011 in einem einstweiligen Rechtsschutzverfahren entschieden. Das Gericht hat die Beschwerde zum Bundesfinanzhof zugelassen (Az.: 1 V 2325/11).

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Weitere Nachrichten

OVG Koblenz: Grünes Licht für Lokalfunk Mainz

Die Radio Mainz Live Rundfunk GmbH darf am 01.10.2011 mit der Ausstrahlung eines Mainzer Lokalradios auf der Frequenz 106,6 MHz beginnen. Das hat das rheinland-pfälzische Oberverwaltungsgericht in Koblenz entschieden. Die hiergegen erhobenen Einwendungen hält das Gericht für unbegründet. Es hat daher die Beschwerde der Radio Mainz GmbH abgelehnt (Beschluss vom 29.09.2011, Az.: 2 B 10902/11.OVG).

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OVG Lüneburg: Wegen sexuellen Missbrauchs verurteilter Lehrer darf abgeordnet werden

Ein Lehrer, der wegen sexuellen Missbrauchs einer Schülerin zu einer Geldstrafe verurteilt und wegen der folgenden negativen Schlagzeilen in der Presse zur Landesschulbehörde abgeordnet wurde, ist mit seinem Eilantrag gegen die Abordnung gescheitert. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg befand per Beschluss vom 30.09.2011 (Az.: 5 MC 266/11), dass diese behördliche Maßnahme zur Gewährleistung des Schulfriedens und Lehrbetriebs gerechtfertigt sei.

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VG Köln: Zehntklässler an G-8-Gymnasien sind bei Übernahme von Schülerfahrkosten wie Zehntklässler anderer Schulformen zu behandeln

Zehntklässler an G-8-Gymnasien haben unter den gleichen Entfernungsvoraussetzungen Anspruch auf Übernahme der Schülerfahrkosten wie Zehntklässler an anderen Schulen. Dies hat das Verwaltungsgericht Köln am 28.09.2011 unter verfassungskonformer Auslegung der Schülerfahrkostenverordnung entschieden. Die hinter den unterschiedlichen Entfernungsgrenzen stehende Annahme einer geringeren Belastbarkeit jüngerer Schüler gelte auch für G-8-Gymnasiasten. Das VG hat die Berufung zugelassen (Az.: 10 K 7913/10).

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VG Mainz: «Nervender» Mofafahrer von Straße verbannt

Zu Recht hat die Kreisverwaltung Mainz-Bingen einem Mann aus Rheinhessen wegen Ungeeignetheit das Führen von (erlaubnisfreien) Mofas im Straßenverkehr untersagt. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Beschluss des Verwaltungsgerichts Mainz hervor, mit dem die Richter den Prozesskostenhilfeantrag des Antragstellers für seine noch bei Gericht anhängige Klage abgelehnt haben. Es sei nicht zu erwarten, dass sich das auffällige Fahrverhalten des Mannes ändern würde. Dies lege ein Aufkleber an seinem Mofa mit der Aufschrift «Ich fahre so, um Sie zu nerven» nahe (Az.: 3 K 718/11.MZ).

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OLG Oldenburg: Richter greift in Rechtsstreit um Bewuchs an Grundstücksgrenze zu Schere und Säge

In einem langjährigen Streit zwischen zwei Grundstücksnachbarn über den Bewuchs entlang der gemeinsamen Grundstücksgrenze hat jetzt ein Amtsrichter aus Delmenhorst selbst zu Astschere und Säge gegriffen. Statt endloser juristischer Diskussionen ging der Amtsrichter jeden Baum und jeden Strauch Ast für Ast mit den Parteien durch und legte mit ihrer Zustimmung selber Hand an. Der Streit habe sich im Handumdrehen erledigt, so dass jetzt nur noch über die Kosten entschieden werden müsse, teilte das Oberlandesgericht Oldenburg am 28.09.2011 mit.

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BMJ-Arbeitsgruppe zum sexuellen Kindesmissbrauch unterbreitet Hilfsvorschläge für Betroffene

Eineinhalb Jahre nach Einsetzung des Runden Tisches hat am 04.10.2011 die Arbeitsgruppe «Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich» ihre Arbeiten abgeschlossen. Wie Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) erklärt, ist damit ein erster wichtiger Schritt zur Hilfe für Missbrauchsopfer getan, die im Zentrum der letzten Sitzung stand.

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Urteil im Telekom-Prozess um dritten Börsengang auf 2012 verschoben

Auch mehr als elf Jahre nach dem umstrittenen dritten Börsengang der Deutschen Telekom AG zeichnet sich kein Ende des größten deutschen Anlegerprozesses ab. Das Oberlandesgericht Frankfurt verlegte die für den 19.10.2011 geplante mündliche Verhandlung um die Millionenverluste von mehr als 17.000 Kleinanlegern auf den 25.01.2012. Ob zu diesem Zeitpunkt ein Urteil gesprochen wird, steht noch nicht fest. Das Gericht begründete seinen Schritt mit noch ausstehenden Entscheidungen zu relevanten Anträgen der beteiligten Rechtsanwälte.

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Richterbund fürchtet Beeinflussung richterlicher Arbeit durch juristische IT-Anwendungen

Der Bundesvorstand des Deutschen Richterbundes (DRB) hat auf seiner Sitzung vom 29.09.2011 vor einer Beeinflussung der richterlichen Arbeit durch IT-Fachanwendungen gewarnt. Die Einführung elektronischer Arbeitsmittel sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, wenn sie die Arbeitsweise der Richter und Staatsanwälte funktionsgerecht unterstütze und dadurch die Effektivität der Aufgabenerledigung erhöhe, heißt es in einer Stellungnahme. Abzulehnen seien aber solche Anwendungen, die Richtern Textpassagen oder gar bestimmte Entscheidungen verbindlich vorgäben.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BFH: Spekulationssteuer bei Erwerb durch Vermächtnis

EStG §§ 22 Nr 2, 23 I 1 Nr 1; BGB § 2150

Der Erwerb eines Grundstücks in Erfüllung eines Vermächtnisses ist ein teilentgeltlicher und damit im Rahmen der Besteuerung nach §§ 23 I 1 Nr. 1, 22 Nr. 2 EStG aufteilbarer Vorgang, wenn der Vermächtnisnehmer für den Erwerb des vermachten Gegenstandes eine Gegenleistung erbringen muss, deren Wert die vermächtnisweise Zuwendung nicht ausgleicht.

BFH, Urteil vom 29.06.2011 - IX R 63/10, BeckRS 2011, 96083

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