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Apr 28, 2011, 10:56:58 AM4/28/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 28. April 2011

Top-Meldungen

BAG: Arbeitgeber haftet Arbeitnehmer nach Arbeiten an asbesthaltigen Bauteilen nur bei bewusster Inkaufnahme von Gesundheitsschäden

Die Anweisung an einen Arbeitnehmer, mit asbesthaltigem Material ohne Schutzmaßnahmen zu arbeiten, kann die bewusste Inkaufnahme von Gesundheitsschäden des Arbeitnehmers beinhalten. Gegebenenfalls haftet der Arbeitgeber auf Schadenersatz. Dies geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 28.04.2011 hervor (Az.: 8 AZR 769/09).

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EuGH: Haftstrafe gegen illegale Einwanderer wegen Nichtbefolgung einer Abschiebungsanordnung verstößt gegen EU-Recht

Ein Mitgliedstaat darf gegen illegale Einwanderer, die eine Abschiebungsanordnung nicht befolgen und sich weiterhin illegal in seinem Hoheitsgebiet aufhalten, keine Freiheitsstrafe verhängen. Dies hat der Europäische Gerichtshof mit Urteil vom 28.04.2011 im Eilverfahren entschieden. Eine entsprechende nationale Bestimmung sei mit der Rückführungsrichtlinie 2008/115/EG unvereinbar. Denn sie gefährde das Ziel der Richtlinie, eine wirksame Rückkehr- und Rückübernahmepolitik unter Achtung der Grundrechte der sich illegal aufhaltenden Drittstaatsangehörigen zu schaffen (Rs. C-61/11 PPU).

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LG Frankfurt am Main: Entgelt für Zwangskontoauszug unzulässig

Banken dürfen kein Entgelt verlangen, wenn sie dem Kunden unaufgefordert einen Kontoauszug zusenden. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Deutsche Bank entschieden, wie der Verband am 28.04.2011 mitteilt (Urteil vom 08.04.2011, Az.: 2-25 O 260/10, nicht rechtskräftig).

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Arbeitskräfte aus acht neuen EU-Mitgliedstaaten genießen ab Mai volle Freizügigkeit

Arbeitnehmer aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn können schon bald bei einem inländischen Arbeitgeber in Deutschland ohne Arbeitserlaubnis arbeiten. Sie genießen ab dem 01.05.2011 volle Freizügigkeit innerhalb der EU, weil zu diesem Datum die Übergangsbestimmungen für die 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten auslaufen. Für Bulgarien und Rumänien, die 2007 beigetreten sind, gelten die Übergangsbestimmungen noch. Dies teilt die Bundesregierung am 28.04.2011 mit.

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Datenschützer fordern nach Datenleck bei Sony schärfere Gesetze

Nach Bekanntwerden des riesigen Datenlecks bei Sony, durch das Unbekannte Zugriff auf über 75 Millionen Kundendaten hatten, haben Experten schärfere Datenschutzgesetze gefordert, um Weltkonzerne bei Verstößen in Deutschland belangen zu können. «Die Bundesregierung sollte den Fall Sony zum Anlass nehmen, das deutsche Datenschutzrecht endlich auf die Höhe der Zeit zu bringen», sagte der Leiter des Unabhängigen Datenschutzzentrums Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» vom 28.04.2011.

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Weitere Nachrichten

Baden-Württemberg: Eckpunkte des grün-roten Koalitionsvertrags im Überblick

Grüne und SPD streben mit der künftigen gemeinsamen Regierung in Baden-Württemberg einen Politikwechsel an. In ihrem grün-roten Koalitionsvertrag haben sie am 27.04.2011 die Umrisse der geplanten gemeinsamen Politik vorgestellt.

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Kronzeugenregelung soll begrenzt werden – DAV weiterhin skeptisch

Ein Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums sieht eine Begrenzung der so genannten Kronzeugenregelung vor. Ein Kronzeuge soll künftig nur noch dann einen Strafnachlass erhalten können, wenn sich seine Angaben auf eine Tat beziehen, die mit seiner eigenen Tat im Zusammenhang steht. Bisher sollte die Regelung einen Täter auch zur Offenbarung von Straftaten motivieren, die mit der eigenen Tat und der eigenen Schuld nichts zu tun haben. Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hält die Kronzeugenregelung dennoch grundsätzlich für bedenklich – die Begrenzung würdigte er aber als «ersten Schritt».

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EU-Kommission erlässt Beschluss über Zuteilung kostenloser Emissionszertifikate ab 2013

Die Europäische Kommission hat am 27.04.2011 beschlossen, wie die kostenlosen Emissionszertifikate ab 2013 den Industrieanlagen, die unter das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) fallen, zugeteilt werden sollen. Obwohl ab 2013 die Zuteilung der Zertifikate hauptsächlich über Versteigerungen erfolgt, wird bis 2020 noch ein Teil der Zertifikate kostenlos an Unternehmen abgegeben, damit Anlagen in bestimmten Wirtschaftszweigen, die als besonders stark dem Wettbewerb aus Drittländern ausgesetzt gelten, die Möglichkeit haben, ihre Kosten zu senken. In dem Beschluss werden Regeln festgesetzt, die die EU-Mitgliedstaaten bei der Berechnung der kostenlos zuzuteilenden Zertifikate verwenden müssen.

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LG Berlin: Sarrazin erwirkt einstweilige Verfügung gegen NPD

Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen den Berliner Landesverband der NPD erwirkt. Danach ist es der NPD untersagt, Zitate aus Sarrazins Buch «Deutschland schafft sich ab» im Rahmen ihrer Wahlwerbung zu verwenden. Das Gericht folgte der Argumentation von Sarrazins Anwalt, wonach die NPD das Buch und den Namen Sarrazins missbrauche, um für ihre ausländerfeindlichen Ziele zu werben (Beschluss vom 26.04.2011, Az.: 27 O 274/11).

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Richterbund lehnt Warnschussarrest für junge Täter ab

Der Deutsche Richterbund stuft den von der Bundesregierung geplanten Warnschussarrest für junge Täter als weitgehend wirkungslos ein. Dagegen sprach sich der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU), für die Einführung einer solchen Maßnahme neben einer ansonsten zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe aus.

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VG Darmstadt bestätigt Aberkennung des Doktorgrades einer Hochschullehrerin wegen Plagiatsvorwürfen

Einer Hochschullehrerin an einer Fachhochschule wurde zu Recht ihr Doktortitel wegen Plagiatsvorwürfen aberkannt. Dies hat das Verwaltungsgericht Darmstadt mit Urteil vom 14.04.2011 entschieden und die Klage der Hochschullehrerin abgewiesen. Das Gericht bejahte eine vorsätzliche und erhebliche Täuschungshandlung der Klägerin, die den Entzug des Doktorgrades rechtfertige. Etwa ein Viertel der Dissertation hatte aus Textstellen bestanden, welche die Klägerin teils wörtlich, teils paraphrasiert seiten- oder abschnittsweise aus Werken anderer Autoren übernommen hatte, ohne dies kenntlich zu machen. Darüber hinaus hatte sie im Wege der so genannten Bauernopfer-Referenz getäuscht (Az.: 3 K 899/10.DA).

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VG Minden: Beamter darf Vergütungen für Vereinstätigkeit wegen Verjährung der Herausgabeforderung weitgehend behalten

Ein ehemaliger Beamter des Kreises Herford darf Vergütungen, die er in den Jahren 2000 bis 2006 für seine Tätigkeit für einen vom Kreis und von den kreisangehörigen Gemeinden gegründeten Verein privaten Rechts erhalten hat, weitgehend behalten. Dies hat das Verwaltungsgericht Minden mit Urteilen vom 07.04.2011 auf eine Klage des Mannes entschieden. Der Kreis hatte vom Kläger rund 192.000 Euro zurückgefordert, weil einem Beamten neben seiner Besoldung grundsätzlich keine weitere Vergütung zustehe. Laut Gericht ist die Forderung des Kreises jedoch zu einem großen Teil verjährt (Urteile vom 07.04.2011, Az.: 4 K 1481/09 und 4 K 567/11, nicht rechtskräftig).

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Bosnische Serben starten Referendum zur Abschaffung der gesamtstaatlichen Justiz

Die bosnischen Serben haben trotz internationaler Proteste ein Referendum auf den Weg gebracht, mit dem die gesamtstaatliche Justiz in Bosnien-Herzegowina abgeschafft werden soll. Im Amtsblatt der serbischen Landeshälfte wurde am 27.04.2011 in Banja Luka der Verordnungstext zur Organisation der Volksabstimmung veröffentlicht. Damit muss die Abstimmung spätestens in eineinhalb Monaten durchgeführt werden. Mit dem Referendum sollen die Staatsanwaltschaft und das oberste Gericht auf der Ebene des bosnischen Gesamtstaates aufgelöst werden.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

SG Fulda: Terminsgebühr auch für Telefonat mit Kammervorsitzendem

VV RVG Vorbem. 3 III; RVG Nr. 3106

Eine Terminsgebühr nach  Nr. 3106 VV RVG fällt nach Vorbemerkung 3 III VV RVG auch durch ein Telefonat mit dem Kammervorsitzenden an, wenn auf dessen Basis der Rechtsstreit im Wege eines protokollierten Vergleichs erledigt werden kann. Der Sinn und Zweck der Vorbemerkung 3 III VV RVG – namentlich die Vermeidung von gerichtlichen Terminen, welche nur aus Gebühreninteresse abgehalten werden – legt eine weite Auslegung dieses Tatbestandes nahe.

SG Fulda, Beschluss vom 07.03.2011 - S 3 SF 60/10 E, BeckRS 2011, 70696

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Apr 29, 2011, 11:10:32 AM4/29/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 29. April 2011

Top-Meldungen

FG Münster: Kommunen dürfen nicht auf Kindergeld für behinderte Kinder zugreifen, wenn Eltern mindestens gleich hohe Aufwendungen haben

Das Finanzgericht Münster hat in einem jetzt veröffentlichtem Urteil vom 25.03.2011 erste Grundsätze für die Abzweigung von Kindergeld bei behinderten Kindern aufgestellt, die im Haushalt ihrer Eltern leben. Eine Kommune, die Grundsicherungsleistungen für ein volljähriges schwerstbehindertes Kind erbringt, wollte auf das an die Mutter gezahlte Kindergeld zugreifen. Das FG bestätigte die ablehnende Entscheidung der Familienkasse, weil die elterlichen Unterhaltsaufwendungen der Höhe nach mindestens dem Kindergeld entsprochen haben (Az.:12 K 1891/10 Kg).

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BVerwG: Verwendungszulage auch bei auf Dauer angelegter Wahrnehmung der Aufgaben eines höherwertigen Amtes

Einem Beamten, dem die Aufgaben eines unbesetzten höherwertigen Amtes vertretungsweise übertragen werden, ist eine Zulage nach § 46 Abs. 1 Satz 1 des Bundesbesoldungsgesetzes auch für den Fall zu zahlen, dass die Übertragung auf Dauer angelegt wurde. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden (Urteil vom 28.04.2011, Az.: 2 C 30.09; 2 C 27.10; 2 C 48.10).

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BVerwG: Dienstunfallruhegehalt für ehemaligen Radartechniker der Bundeswehr nur nach sorgfältiger Prüfung der Dienstbedingtheit der Erkrankung

Ein Radartechniker, der eine schwere Erkrankung auf seine berufliche Tätigkeit bei der Bundeswehr zurückführt, hat nur dann Anspruch auf ein erhöhtes Unfallruhegehalt, wenn er nachweisen kann, dass die Erkrankung als Berufskrankheit einzustufen ist. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 28.04.2011 entschieden und die Sache zur weiteren Prüfung an die Vorinstanz zurückverwiesen (Az.: 2 C 55.09).

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Rheinland-Pfalz: Künftige rot-grüne Regierung will Gerichte konzentrieren

Künftig soll es in Rheinland-Pfalz nur noch eine Generalstaatsanwaltschaft und ein Oberlandesgericht geben. Bislang sind beide Behörden jeweils in Koblenz und Zweibrücken vertreten. Die Zahl der Verwaltungsgerichte erster Instanz soll von vier auf drei sinken. Darauf haben sich die Parteien in ihren Koalitionsgesprächen geeinigt, wie Vertreter von SPD und Grünen am 28.04.2011 in Mainz berichteten.

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Weitere Nachrichten

LAG Berlin-Brandenburg: Kündigung nach vorheriger Abmahnung wegen des gleichen Fehlverhaltens unwirksam

Die Kündigung einer Justizangestellten durch das Land Brandenburg wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses ist unwirksam. Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 28.04.2011 hat das Verhalten der Arbeitnehmerin das beklagte Land zwar berechtigt, das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Es habe jedoch auf das Kündigungsrecht verzichtet, indem es eine strafbare Verletzung des Dienstgeheimnisses lediglich abmahnte. Neue Tatsachen, die die Kündigungen stützen könnten, hätten nicht vorgelegen (Az.: 25 Sa 2684/10).

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OVG Lüneburg: Keine Ladenöffnung am 1. Mai in Lingen

Der Siebte Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Osnabrück vom 28.04.2011 bestätigt, mit der in einem Eilverfahren die Öffnung der Geschäfte in Lingen am 01.05.2011 untersagt wurde (Beschluss vom 29.04.2011, Az.: 7 ME 80/11).

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VGH Mannheim: Rechtsextreme dürfen am 1. Mai in Heilbronn demonstrieren

Die für den 01.05.2011 in Heilbronn geplante Demonstration unter dem Motto «Fremdarbeiterinvasion stoppen!», zu der das «Nationale und soziale Aktionsbündnis 1. Mai» aufgerufen hat, darf stattfinden. Das hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg mit einem am 28.04.2011 bekannt gegebenen Beschluss entschieden und damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart bestätigt, die von der Stadt Heilbronn mit der Beschwerde angefochten worden war (Az.: 1 S 1250/11).

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OVG Greifswald: NPD-Kundgebung am 1. Mai 2011 in Greifswald darf stattfinden

Mit Beschluss vom 28.04.2011 hat das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern auf die Beschwerde des NPD-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen die Verbotsverfügung des Oberbürgermeisters der Hanse- und Universitätsstadt Greifswald wiederhergestellt. Daher kann die NDP ihre zunächst vom Oberbürgermeister untersagte Demonstration unter dem Motto «Unsere Heimat – unsere Arbeit! Fremdarbeiterinvasion stoppen!» durchführen.

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Experte: Nach Sony-Vorfall Datenschutzrecht reformieren

Nach dem Riesen-Datenleck bei Sony fordert der schlewig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert, endlich das deutsche Recht zu reformieren. Weltweit agierende Firmen mit Sitz außerhalb der EU seien bislang bei Verstößen gegen den Datenschutz kaum zu belangen, kritisiert der Datenschutzexperte. «Wir haben das Problem, dass Unternehmen wie Apple, Google und wahrscheinlich auch Sony keine juristischen Verantwortlichen in Europa haben. Wir müssen uns zum Beispiel bei Google an die USA wenden, wenn wir etwas durchsetzen wollen», betont Weichert.

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Linksfraktion will Ausstieg aus der Kernenergie verfassungsfest gestalten

Nach dem Willen der Linksfraktion soll der von ihr gewünschte Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie verfassungsrechtlich abgesichert sein. In einem Gesetzentwurf (BT-Drs. 17/5474) schlägt sie einen neuen Artikel 20b GG vor: «Die Nutzung der Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität und die Aufarbeitung bestrahlter Kernbrennstoffe sind verfassungswidrig.» Weiter heißt es, es bestehe eine Pflicht zur unverzüglichen, sicheren und geordneten Beendigung des Betriebs bestehender kerntechnischer Anlagen. Planung, Errichtung und Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen seien zu verbieten. Dies teilt der Pressedienst des Bundestags am 28.04.2011 mit.

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Nach Gewaltexzess: Politiker fordern Alkoholverbot in U-Bahnen

Nach dem Gewaltexzess auf einem Berliner U-Bahnhof fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein bundesweites Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr. Das würde zu mehr Sicherheit beitragen, sagte der CSU-Politiker «Spiegel Online» am 28.04.2011. Als Vorbild nannte Herrmann die Städte München und Nürnberg, in denen in U- und Straßenbahnen bereits ein Alkoholverbot gilt. Ein betrunkener Schläger im Alter von 18 Jahren hatte in der Nacht zum 23.04.2011 im U-Bahnhof Friedrichstraße einen 29-Jährigen mit heftigen Tritten gegen den Kopf so schwer verletzt, dass dieser das Bewusstsein verlor. Der Schüler räumte ein, das Opfer zufällig ausgesucht zu haben. Er sei aggressiv gewesen, habe Streit gesucht und sei stark betrunken gewesen. Er hatte sich selbst gestellt.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Rabatt zur Einhaltung der 130%-Grenze macht Reparatur nicht wirtschaftlich

BGB § 249

Der Geschädigte hat keinen Anspruch auf Ersatz tatsächlich angefallener Reparaturkosten, deren Höhe der Sachverständige zuvor auf mehr als 30% über dem Wiederbeschaffungswert geschätzt hat und die auch in der Rechnung zunächst über diesem Wert lagen, bevor ein nicht näher erläuterter «Rabatt» den Rechnungsbetrag knapp unter die 130%-Grenze gedrückt hat. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden.

BGH, Urteil vom 08.02.2011 - VI ZR 79/10 (LG Wuppertal), BeckRS 2011, 06318

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May 2, 2011, 9:48:51 AM5/2/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 2. Mai 2011

Top-Meldungen

FG Münster: Ausländische Veräußerungsverluste im Wege des negativen Progressionsvorbehalts voll zu berücksichtigen

Veräußert ein Unternehmer einen ausländischen Betrieb mit Verlust, so ist dieser Verlust im Inland bei der Ermittlung des Einkommensteuersatzes in voller Höhe und nicht nur zu einem Fünftel abzuziehen. Dies hat das Finanzgericht Münster mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 18.03.2011 entschieden. Außerordentliche Einkünfte im Sinne der Fünftel-Regelung des § 32b Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 EStG seien nur positive, nicht aber auch negative Einkünfte. Das FG hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen (Az.: 4 K 3477/09 E).

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OVG Koblenz: Private Sportwetten durften im Jahr 2008 nicht verboten werden

Im Jahr 2008 durfte die private Vermittlung von Sportwetten nicht verboten werden. Denn zu diesem Zeitpunkt lagen weder die verfassungs- noch die europarechtlichen Voraussetzungen für das staatliche Sportwettmonopol vor, wie das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz entschieden hat (Urteil vom 13.04.2011, Az.: 6 A 11131/10.OVG).

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FG Düsseldorf: Freigrenze bei Betriebsfest darf nach geplanter Teilnehmerzahl bemessen werden

Bei der Bemessung der Freigrenze für Betriebsveranstaltungen von 110 Euro je Arbeitnehmer sind alle Kosten einschließlich der Aufwendungen für den äußeren Rahmen zu summieren und durch die Anzahl der Teilnehmer zu teilen. Allerdings ist es in dem Fall, dass statt geplanter 600 Arbeitnehmer tatsächlich nur 348 Arbeitnehmer teilnehmen, gerechtfertigt, auf den geplanten Teilnehmerkreis abzustellen. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf mit jetzt veröffentlichtem Urteil vom 17.01.2011 entschieden (Az.: 11 K 908/10 L). Es hat die Revision zur Fortbildung des Rechts zugelassen. Sie wurde zwischenzeitlich eingelegt und ist unter dem Aktenzeichen VI R 7/11 beim BFH anhängig.

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LSG Hessen: Aufgrund Flucht des Täters doppelt traumatisiertes Gewaltopfer hat Anspruch auf Beschädigtenrente

Wer infolge eines vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriffs erkrankt, hat Anspruch auf Opferentschädigung. Wird eine durch den Angriff verursachte psychische Erkrankung durch die Flucht des Täters vor der Strafvollstreckung verschlimmert, so ist dies ebenfalls eine Folge der Gewalttat. Dies hat der Vierte Senat des Hessischen Landessozialgerichts im Fall einer vom geschiedenen Ehemann schwer misshandelten Frau entschieden, die Zahlung einer Beschädigtenrente begehrt hatte (Az.: L 4 VE 14/10, Urteil vom 09.03.2011).

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Weitere Nachrichten

Anklage gegen gesamten früheren Vorstand der BayernLB geplant

Die Münchner Staatsanwaltschaft will nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» (30.04.2011) den gesamten früheren Vorstand der BayernLB vor Gericht bringen. Hintergrund ist der milliardenschwere Fehlkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) vor vier Jahren. Zur Zeit werde die Anklage wegen Veruntreuung von Bankvermögen vorbereitet, die in den nächsten Wochen vorliegen solle, zitierte das Blatt Justizkreise. Mit dem Prozessbeginn am Münchener Landgericht sei frühestens im Herbst 2011 zu rechnen, berichtete die «SZ». Die Münchener Staatsanwaltschaft wollte am selben Tag keine Stellungnahme zu dem Bericht abgeben.

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OLG Frankfurt am Main verurteilt Fußballfan wegen Mitführens eines Mundschutzes

Weil er beim Besuch eines Fußballspiels einen Mundschutz bei sich geführt hat, hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main den Fußballfan wegen des Mitsichführens einer Schutzwaffe bei einer öffentlichen Veranstaltung verurteilt. Das Strafmaß steht noch nicht fest. Hierüber muss das Amtsgericht Offenbach befinden, an das das OLG die Sache mit Urteil vom 11.04.2011 zurückverwiesen hat (Az.: 2 Ss 36/11, rechtskräftig, BeckRS 2011, 08103).

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Gesetzliche Neuregelungen zum 1. Mai: Volle Freizügigkeit für neue EU-Mitgliedstaaten und verstärkter Anlegerschutz

Zum 01.05.2011 sind mehrere gesetzliche Neuregelungen in Kraft getreten. So genießen Arbeitnehmer aus acht neuen EU-Mitgliedstaaten seit diesem Datum in Deutschland die volle Freizügigkeit und haben damit einen umfassenden Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Bereits im April 2011 in Kraft getreten ist zudem ein Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes, das laut Bundesregierung für mehr Sicherheit und Transparenz bei Geldanlagen sorgen soll. Außerdem setzt Deutschland eine europäische Richtlinie zu Erneuerbaren Energien in nationales Recht um.

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Ramsauer plant Reform der Verkehrssünderkartei

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) plant, das Flensburger Punktesystem für Verkehrssünder teilweise zu entschärfen. Wie die «Bild»-Zeitung am 29.04.2011 berichtete, wird in der Koalition erwogen, die Grenze für den Verlust des Führerscheins von jetzt 18 auf 20 Punkte zu erhöhen. Punkte sollen getrennt erfasst werden und für sich verjähren – egal, ob ein Autofahrer weitere Punkte kassiert. Die automatische Verlängerung der Verjährungsfrist für noch nicht verfallene Punkte soll demnach abgeschafft werden.

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Streit zwischen Union und FDP über innere Sicherheit neu entbrannt

Nach der Festnahme von drei mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen in Nordrhein-Westfalen ist der Streit in der schwarz-gelben Koalition über die innere Sicherheit neu entbrannt. Es geht insbesondere um die Frage, ob die bis zum Ende des Jahres 2011 befristeten Anti-Terror-Gesetze verlängert werden sollen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) fordert dies. «Zwei externe Gutachter haben die bestehenden Anti-Terror-Gesetze geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen: Das Gros der Vorschriften ist sinnvoll und wird von den Behörden maßvoll eingesetzt», sagte er der «Financial Times Deutschland».

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OVG Koblenz: Bebauungsplan «Freimersheimer Mühle» unwirksam

Der Bebauungsplan «Freimersheimer Mühle» ist unwirksam, weil er nicht den Anforderungen des FFH-Gebiets «Modenbachniederung» (europäisches Naturschutzgebiet) genügt und die Lärmschutzbelange der Antragsteller nicht ordnungsgemäß abgewogen hat. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz mit Urteil vom 12.04.2011 entschieden (Az.: 8 C 10056/11.OVG).

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EU-Kommission: In EU auf den Markt gebrachte traditionelle pflanzliche Arzneimittel sicher

Seit dem 01.05.2011 können sich EU-Bürger laut Europäischer Kommission sicher sein, dass die traditionellen pflanzlichen Arzneimittel, die sie in der Europäischen Union kaufen, gesundheitlich unbedenklich und wirksam sind. Die Behörde verweist auf den Ablauf der siebenjährigen Übergangsfrist, die 2004 mit der Richtlinie über pflanzliche Arzneimittel (2004/24/EG) festgesetzt worden war. Damit dürften nur solche Arzneimittel in der EU auf dem Markt bleiben, die registriert oder zugelassen seien.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

LG Freiburg: Einsicht in Betriebskostenbelege am Ort des Mietobjekts bei weit entferntem Sitz des Verwalters

BGB § 269

Liegt der Sitz des Vermieters weit entfernt vom Ort der Mietwohnung (hier: über 400 km), ist der Anspruch des Mieters auf Einsicht in die Betriebskostenbelege am Ort des Mietobjekts zu erfüllen. Auf die Übersendung von Fotokopien, gleich ob mit oder ohne Kostentragungspflicht, muss sich der Mieter regelmäßig nicht verweisen lassen.

LG Freiburg, Urteil vom 24.03.2011 - 3 S 348/10 (AG Freiburg), BeckRS 2011, 7560

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May 3, 2011, 10:52:13 AM5/3/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 3. Mai 2011

Top-Meldungen

EuGH: Ausschließlich EU-Kommission darf über Nichtvorliegen missbräuchlicher Ausnutzung einer beherrschenden Marktstellung entscheiden

Ausschließlich die Europäische Kommission darf feststellen, dass ein Unternehmen nicht gegen das Verbot der missbräuchlichen Ausnutzung einer beherrschende Marktstellung in Art. 102 AEUV verstoßen hat. Dies hat der Europäische Gerichtshof mit Urteil vom 03.05.2011 entschieden. Könnten die nationalen Wettbewerbsbehörden solche «negativen» Entscheidungen treffen, wäre die einheitliche Anwendung der durch den Vertrag eingeführten Wettbewerbsregeln beeinträchtigt, erläutert der EuGH in seiner Begründung (Az.: C-375/09).

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LG München I verhängt Arrest über gesamtes Vermögen des Ex-BayernLB-Vorstandes Gribkowsky

Die BayernLB hat in ihrem Kampf um Schadenersatz von ihrem früheren Vorstand Gerhard Gribkowsky einen Etappensieg errungen. Das Landgericht München I hat auf den Antrag der Bank einen Arrest über das gesamte Vermögen des früheren Risikovorstands verhängt. Gribkowsky kann danach auf sein Vermögen weder zugreifen noch hierüber verfügen (Urteil vom 03.05.2011, Az.: 20 O 1927/11, nicht rechtskräftig).

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FG Rheinland-Pfalz: Falsche Kilometer-Angaben können als Steuerhinterziehung gewertet werden

Gibt eine Steuerpflichtige in ihrer Einkommensteuererklärung über mehrere Jahre bei den Werbungskosten stets eine Wegstrecke an, die mehr als doppelt so weit ist wie die tatsächlich zum Arbeitsplatz zurückgelegte, kann dem Finanzamt nicht ohne Weiteres vorgehalten werden, es hätte die Falschangaben bemerken müssen, wenn der Fehler erst Jahre später einem ortskundigen Sachbearbeiter auffällt. Das hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden und klargestellt, dass überhöhte Kilometer-Angaben als Steuerhinterziehung gewertet werden dürfen, was zur Geltung einer zehnjährigen Verjährungsfrist führt (Urteil vom 29.03.2011, Az.: 3 K 2635/08).

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LSG Hessen: Mithilfe eines Studenten bei Umbauarbeiten am elterlichen Haus nicht gesetzlich unfallversichert

Arbeitnehmern und wie Arbeitnehmer tätige Personen sind während ihrer Arbeit gesetzlich unfallversichert. Hilft ein Student seinen Eltern bei Eigenbauarbeiten, so handelt es sich allerdings um eine übliche und zu erwartende Gefälligkeitsleistung, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt. Dies hat mit Urteil vom 15.03.2011 der Dritte Senat des Landessozialgerichts Hessen entschieden (Az.: L 3 U 90/09, BeckRS 2011, 71024).

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LSG Sachsen-Anhalt: Modedesignerin ist in Künstlersozialversicherung aufzunehmen

Eine diplomierte Modedesignerin, die im Schwerpunkt Braut- und Festmoden entwirft, übt eine künstlerische Tätigkeit aus und muss in die Künstlersozialversicherung aufgenommen werden. Dies hat das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt entschieden und damit der Klage einer Modedesignerin stattgegeben (Urteil vom 27.01.2011, Az.: L 1 R 226/07, nicht rechtskräftig, BeckRS 2011, 71552).

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Weitere Nachrichten

VG Stuttgart: Stadt Heilbronn darf sich aktiv gegen fremdenfeindliche Versammlung stellen

Eine Gemeinde darf dazu aufrufen, sich aktiv gegen eine als extremistisch und fremdenfeindlich angesehene Versammlung auf ihrem Gemeindegebiet einzusetzen und eine Gegendemonstration zu unterstützen. Das hat das Verwaltungsgericht Stuttgart mit Beschluss vom 13.04.2011 entschieden und den Eilantrag eines Mitglieds des «Nationalen und Sozialen Aktionsbündnisses 1. Mai» gegen die Stadt Heilbronn auf Unterlassung solcher Äußerungen abgelehnt. Gegen den Beschluss ist die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim gegeben (Az.: 7 K 602/11).

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VG Koblenz: Kommune darf sich nicht vertraglich zu Aufstellung von Bebauungsplänen verpflichten

Eine Kommune kann von einem Bürger die Kosten für die Aufstellung eines Bebauungsplans auch dann nicht verlangen, wenn die Aufstellung des Plans gegen Übernahme der Kosten zuvor vertraglich vereinbart worden war. Denn ein solcher Vertrag ist unwirksam. Das hat das Verwaltungsgericht Koblenz mit Urteil vom 12.04.2011 entschieden und dem Rückzahlungsbegehren einer Bauherrin entsprochen, die rechtsgrundlos Bauplanungsleistungen einer Kommune vergütet hatte (Az.: 7 K 910/10.KO).

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LAG Baden-Württemberg: Betriebsratswahl im Betrieb «Zentrale» der Daimler AG vom 10.03.2010 ist unwirksam

Die Betriebsratswahl im Betrieb «Zentrale» der Daimler AG vom 10.03.2010 ist unwirksam. Eine entsprechende Entscheidung der Vorinstanz hat das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg jetzt bestätigt. Die für die Wahlberechtigung maßgebliche Zuordnung der Mitarbeiter der so genannten Führungsebene E 3 als leitende Angestellte sei offensichtlich fehlerhaft erfolgt. Denn der Wahlvorstand habe keine eigenständige Prüfung vorgenommen, sondern einfach eine von der Arbeitgeberin elektronisch zur Verfügung gestellte Liste der darin als leitende Angestellte aufgeführten Beschäftigten der Führungsebene E 3 übernommen (Beschluss vom 29.04.2011, Az.: 7 TaBV 7/10).

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FG Düsseldorf: Keine Befreiung von Einfuhrabgaben für ein in den USA erworbenes Motorrad

Wer nur zeitlich befristet in den USA tätig ist und dort ein Motorrad erwirbt, muss, wenn er das Motorrad später nach Deutschland einführt, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zahlen. Das hat der Vierte Senat des Finanzgerichts Düsseldorf entschieden (Urteil vom 18.03.2011,  Az.: 4 K 195410 Z, E, U).

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AG München: Ärztliche Honorarvereinbarung mit gesetzlich Versichertem setzt ausdrückliches Verlangen der Behandlung auf eigene Kosten voraus

Eine wirksame Vergütungsvereinbarung mit einem gesetzlich Versicherten ist nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München nur dann wirksam, wenn der Versicherte vor der Behandlung ausdrücklich verlangt, auf eigene Kosten behandelt zu werden und dies dem Arzt schriftlich bestätigt. Eine Vereinbarung, nach die Abrechnung nach der ärztlichen Gebührenordnung erfolgen soll und in der der Versicherte lediglich darauf hingewiesen wird, dass eine Erstattung eventuell nicht erfolgen kann, reiche für eine rechtswirksame private Honorarvereinbarung nicht aus, befand das Gericht (Urteil vom 28.04.2010, Az.: 163 C 34297/09, rechtskräftig).

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Völkerrechtler: Festnahme Bin Ladens hätte Priorität haben müssen

Nach Ansicht des mehrmals als Prozessvertreter der Bundesregierung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag tätigen emeritierten Professors für Völkerrecht Christian Tomuschat hätten sich die USA darum bemühen müssen, Al-Kaida-Chef Osama bin Laden lebend gefangen zu nehmen. «Falls es sich um eine gezielte Tötung gehandelt haben sollte, ist das unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten bedenklich», sagte Tomuschat am 02.05.2011 der Nachrichtenagentur dpa. Eine abschließende Bewertung der Aktion sei nicht möglich, solange die näheren Umstände nicht bekannt seien.

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Sachverständigenrat hält Strom-Vollversorgung aus erneuerbaren Energien für möglich

Eine hundertprozentige Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien ist «möglich, sicher und bezahlbar». Diese Auffassung vertritt der Sachverständigenrat für Umweltfragen in einem von der Bundesregierung als Unterrichtung vorgelegten Sondergutachten mit dem Titel «Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung» (BT-Drs. 17/4890). Eine detaillierte Analyse des Potenzials der regenerativen Energiequellen zur Stromerzeugung in Deutschland, Europa und Nordafrika zeige, dass eine ausschließlich auf regenerativen Energiequellen basierende Stromversorgung bis 2050 unter Beachtung strenger Anforderungen des Naturschutzes und bei Vermeidung von anderen Nutzungskonflikten möglich sei, schreibt der Rat.

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Reform des Meldewesens: DAV hält Übermittlung von Nichtmitgliederdaten an Religionsgemeinschaften für verfassungsrechtlich bedenklich

Der Gesetzgeber plant, das Meldewesen fortzuentwickeln. Der Deutsche Anwaltverein (DAV) begrüßt in seiner Stellungnahme vom 02.05.2011 dessen Absicht, für den Bürger eine einheitliche Benutzeroberfläche für das Meldewesen zu schaffen und die Meldeformalitäten für das Hotelgewerbe zu vereinheitlichen. Erhebliche verfassungs- und europarechtliche Bedenken hat der Verband allerdings, soweit öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften Daten auch von solchen gemeldeten Personen übermittelt werden sollen, die nicht Mitglied dieser Religionsgemeinschaften sind, sondern nur Familienangehörige von Mitgliedern.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Mobbing und Arbeitsunfähigkeit in der Krankentagegeldversicherung

MB/KT 94 §§ 1, 15

Arbeitsunfähigkeit im Sinne von § 1 (3) MB/KT 94 liegt nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes auch dann vor, wenn sich der Versicherte an seinem Arbeitsplatz einer tatsächlichen oder von ihm als solcher empfundenen Mobbingsituation ausgesetzt sieht, hierdurch psychisch oder physisch erkrankt und infolgedessen seinem bisher ausgeübten Beruf in seiner konkreten Ausprägung nicht nachgehen kann.

BGH, Urteil vom 09.03.2011 - IV ZR 137/10 (OLG Celle), BeckRS 2011, 06316

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May 4, 2011, 10:10:23 AM5/4/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 4. Mai 2011

Top-Meldungen

BVerfG: Sämtliche Regelungen zur Sicherungsverwahrung verfassungswidrig

Sämtliche Regelungen zur Sicherungsverwahrung verstoßen gegen das Grundrecht auf Freiheit und sind deshalb verfassungswidrig. Dies hat das Bundesverfassungsgericht mit Urteil vom 04.05.2011 auf die Verfassungsbeschwerden mehrerer Sicherungsverwahrter hin entschieden. Die Regelungen genügten nicht dem verfassungsrechtlichen Abstandsgebot. Die Vorschriften zur rückwirkenden Verlängerung und zur nachträglichen Anordnung der Sicherungsverwahrung verletzten zudem das Vertrauensschutzgebot. Der Gesetzgeber muss die Sicherungsverwahrung nun bis Anfang Juni 2013 neu regeln und dabei ein freiheitsorientiertes und therapiegerichtetes Vollzugskonzept verfolgen. Bis dahin ist die rückwirkende Verlängerung und die nachträgliche Anordnung der Sicherungsverwahrung weiterhin zulässig, wenn konkrete Umstände eine hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- oder Sexualstraftaten des Betroffenen erkennen lassen und dieser an einer psychischen Störung leidet. Die Vollstreckungsgerichte müssen diese Voraussetzungen unverzüglich prüfen. Liegen sie nicht vor, müssen die betroffenen Sicherungsverwahrten spätestens Ende 2011 freigelassen werden. Die Anwendung der übrigen Vorschriften über die Sicherungsverwahrung unterliegt während der Übergangszeit einer strikten Verhältnismäßigkeitsprüfung (Az.: 2 BvR 2365/09, 2 BvR 740/10, 2 BvR 2333/08, 2 BvR 571/10 und 2 BvR 1152/10).

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BGH: Erstattungsanspruch für Renovierungskosten bei unwirksamer Schönheitsreparaturklausel verjährt nach sechs Monaten

Die in § 548 Abs. 2 BGB enthaltene Verjährungsfrist von sechs Monaten ab Beendigung des Mietverhältnisses erfasst auch den Erstattungsanspruch eines Mieters für Kosten einer Renovierung, die dieser infolge einer unerkannt unwirksamen Schönheitsreparaturklausel vorgenommen hat. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 04.05.2011 entschieden (Az.: VIII ZR 195/10).

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BGH: Handelsvertreter hat Anspruch auf kostenlose Überlassung von Hilfsmitteln für Abschluss von Geschäften

Handelsvertreter haben nur insoweit einen Anspruch auf kostenlose Überlassung von Hilfsmitteln gemäß § 86a HGB, als sie auf diese angewiesen sind, um ihrer Pflicht zur Vermittlung beziehungsweise zum Abschluss von Geschäften nachzukommen. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteilen vom 04.05.2011 im Fall von Vertretern für Finanzprodukte entschieden. Danach musste ein Softwarepaket unentgeltlich überlassen werden, da es Komponenten enthält, ohne die eine Vermittlungstätigkeit der klagenden Handelsvertreter nicht möglich gewesen wäre. Demgegenüber hätten die Handelsvertreter die in ihrem Geschäftsbetrieb anfallenden Aufwendungen, wie etwa die Büroausstattung, selbst zu tragen (Az.: VIII ZR 10/10 und VIII ZR 11/10).

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BFH verwehrt geschlossenen Fonds Umsatzsteuervorteil

Haftungsvergütungen, die geschlossene Fonds an ihre Gesellschafter zahlen, sind nicht umsatzsteuerfrei. Dies geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 03.03.2011 hervor. Nach der am 04.05.2011 veröffentlichten Entscheidung ist die Haftung des geschäftsführungs- und vertretungsberechtigten Komplementärs nur Teil einer einheitlichen Leistung, die Geschäftsführung, Vertretung und Haftung umfasst. Diese Leistung sei insgesamt umsatzsteuerpflichtig, sodass auch für den auf die Haftung entfallenden Vergütungsanteil keine Steuerfreiheit in Anspruch genommen werden könne (Az.: V R 24/10, BeckRS 2011, 95135).

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BGH: Klage auf künftige Leistung kann bei erheblichem Mietrückstand zulässig sein

Eine Zahlungsklage auf eine zukünftige Leistung ist zulässig, wenn der Mieter in erheblichem Umfang seiner Zahlungspflicht aus dem Mietverhältnis nicht nachgekommen ist. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 04.05.2011 hervor. In dem zugrunde liegenden Fall hatten die Vermieter die Mieter nach einer Kündigung mit einer Klage auf zukünftige monatliche Zahlung einer Nutzungsentschädigung bis zur erfolgten Räumung in Anspruch genommen, nachdem während des Mietverhältnisses ein erheblicher Mietrückstand aufgelaufen war (Az.: VIII ZR 146/10).

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Weitere Nachrichten

BGH bejaht Erstattungsfähigkeit von Detektivkosten bei Tanken ohne Bezahlung

Eine Tankstellenbetreiberin kann die zur Ermittlung eines Kunden aufgewandten Kosten von diesem als Verzugsschaden erstattet verlangen, wenn dieser, ohne zuvor zu bezahlen, das Tankstellengelände verlässt. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 04.05.2011 hervor. Die Richter stellen klar, dass es für den Verzugseintritt im entschiedenen Fall keiner Mahnung bedurft habe. Denn es sei dem Kunden einer Selbstbedienungstankstelle offensichtlich, dass er den Kaufpreis unverzüglich nach dem Tanken entrichten muss. Eine gesonderte Zahlungsaufforderung sei dem Tankstellenbetreiber zudem in der Regel ohne erheblichen Aufwand nicht möglich, sobald der Kunde die Tankstelle verlassen habe, da ihm die Personalien des Kunden und dessen Anschrift unbekannt seien (Az.: VIII ZR 171/10).

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SG Berlin kippt Apothekenabschlag 2009

Die Krankenkassen haben im Streit um den Apothekenabschlag 2009 einen Erfolg erzielt. Das Sozialgericht Berlin hat einen Schiedsspruch vom 21.12.2009, der den Apothekenabschlag 2009 festgesetzt hat, wegen gravierender Mängel für nichtig erachtet und aufgehoben. Gleichzeitig wurde die beklagte Schiedsstelle für Arzneimittelversorgung und Arzneimittelabrechnung zur Neuentscheidung verurteilt. Die Schiedsstelle habe bei ihrer Entscheidung die Grenzen ihres Beurteilungsspielraums verletzt und sich insbesondere nicht mit dem Umstand befasst, dass den gestiegenen Personal- und Sachkosten der Apotheken ein deutlich gestiegener Umsatz gegenübergestanden habe, so das SG. Die Revision wurde zugelassen. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sieht das Urteil gelassen und vertraut eigenen Angaben zufolge der nächsten Instanz (Urteil vom 27.04.2011, Az.: S 73 KR 135/10).

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BVerfG verhandelt über Fünf-Prozent-Klausel im Europawahlrecht

Für die einen ist sie ungerecht, für die anderen unverzichtbar: die deutsche Fünf-Prozent-Klausel bei der Europawahl. Karlsruhe hat am 03.05.2011 über die Verfassungsmäßigkeit der Sperrklausel verhandelt, die es in anderen großen EU-Staaten nicht gibt. Wann das Bundesverfassungsgericht über die drei Wahlprüfungsbeschwerden gegen die Europawahl 2009 entscheiden wird, ist noch nicht bekannt.

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Bundesländer planen drastische Einschränkungen für privat betriebene Spielhallen

Um der Spielsucht Einhalt zu gebieten, planen die Bundesländer Einschränkungen für privat betriebene Spielhallen. Wie die «Welt» am 03.05.2011 auf ihren Internetseiten berichtet, soll ein Großteil der Spielhallen, die von privaten Unternehmen betrieben werden, nach einer Übergangszeit von fünf Jahren seine Konzession verlieren. Vor allem soll der Praxis, mehrere Konzessionen an einem Standort zu nutzen, ein Ende gesetzt werden.

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EU-Kommission will bis 2050 reichenden Fahrplan für Energie-Versorgung vorlegen

Die Europäische Union will Fragen der Energieversorgung langfristig angehen. Ende 2011 will die Europäische Kommission ihren Energie-Fahrplan vorlegen, der bis zum Jahr 2050 reichen soll. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am 03.05.2011 mitteilt, soll dieser auf der Basis von Szenarien Wege für eine sichere, bezahlbare und emissionsarme Energieversorgung aufzeigen.

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USA verklagen Deutsche Bank wegen betrügerischer Hypotheken-Geschäfte

Die US-Regierung verklagt die Deutsche Bank und ihre Tochter Mortgage IT wegen Betruges beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen. Das hat die Bundesstaatsanwaltschaft von Manhattan am 03.05.2011 mitgeteilt. Die Deutsche Bank soll bei der Vergabe von Hypothekenkrediten Daten geschönt haben, damit der US-Staat die Finanzierungen absichert. Als viele Eigenheimbesitzer ihre Kreditraten in der Immobilienkrise nicht mehr zahlen konnten, musste deshalb der Staat einspringen, laut Klage mit 386 Millionen Dollar bis Februar 2011.

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UN-Sozialpakt: Menschenrechtsinstitut fordert Ratifikation des Fakultativprotokolls

Das Deutsche Institut für Menschenrechte fordert die Bundesregierung auf, das Fakultativprotokoll zum Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt) zu ratifizieren. Dieses sieht unter anderem die Möglichkeit zur Individualbeschwerde beim Ausschuss des UN-Sozialpaktes vor. «Mit der Ratifikation … könne Deutschland .. einen bedeutenden Beitrag leisten, um alle Menschenrechte in ihrer Unteilbarkeit und Gleichwertigkeit im nationalen wie im internationalen Bereich zu stärken», erklärte Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, anlässlich der bevorstehenden Anhörung zum 5. deutschen Staatenbericht zum UN-Sozialpakt am 06.05.2011 in Genf.

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De-Mail-Gesetz in Kraft getreten – Bundesdatenschutzbeauftragter kritisiert Sicherheitslücken

Am 03.05.2011 ist das De-Mail-Gesetz in Kraft getreten. Die Regelung soll den Rechtsrahmen für eine zuverlässige und sichere Kommunikation beim elektronischen Versand von Dokumenten schaffen und damit ein – verglichen mit der normalen E-Mail-Kommunikation – deutlich höheres Schutzniveau gewährleisten. Nach Auffassung des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar, berücksichtigt die De-Mail wichtige datenschutzrechtliche und sicherheitstechnische Forderungen, lässt aber einige Fragen offen.

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Kein grünes Licht mehr von «Richter Gaspedal» für Raser

Der mit Dutzenden Freisprüchen für Temposünder bekannt gewordene Herforder Amtsrichter Helmut Knöner rudert zurück. Knöner habe eine dienstliche Erklärung abgegeben, wonach er Blitzerfotos als Rechtsgrundlage für Verurteilungen anerkenne, sagte der Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft, Christoph Mackel, am 03.05.2011 auf Anfrage. Damit schließe er sich der Rechtsauffassung des Oberlandesgerichts Hamm an. Im Gegenzug ziehe die Staatsanwaltschaft alle Befangenheitsanträge gegen Knöner zurück.

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Beate Schmidt ist neue Präsidentin des Bundespatentgerichts

Beate Schmidt ist neue Präsidentin des Bundespatentgerichts. Sie hat am 03.05.2011 die Nachfolge von Raimund Lutz angetreten, der seit dem 01.01.2011 Vizepräsident des Europäischen Patentamts in München ist. 

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Spanien: Baskenbündnis Bildu von Wahl ausgeschlossen

Drei Wochen vor den Kommunalwahlen in Spanien hat der Oberste Gerichtshof dem neu gegründeten baskischen Separatistenbündnis Bildu die Teilnahme verboten. Zahlreiche Kandidaten dieser Allianz seien dem Umfeld der Terrororganisation ETA zuzurechnen, begründeten die Richter in der Nacht zum 02.05.2005 ihr Urteil. Aus demselben Grund verboten sie auch elf Wahllisten angeblich unabhängiger Kandidaten.

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May 5, 2011, 10:04:24 AM5/5/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 5. Mai 2011

Top-Meldungen

BVerfG: Stichtagsregelung zur Gewährung von Elterngeld ist verfassungsgemäß

Die Stichtagsregelung beim Elterngeld, wonach nur solche Eltern, deren Kind nach dem 31.12.2006 geboren worden ist, Elterngeld beanspruchen können, ist verfassungsgemäß. Dies hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Es weist darauf hin, dass der Gesetzgeber von einer Übergangsregelung habe Abstand nehmen dürfen, da eine solche zu einem Verwaltungsmehraufwand geführt hätte. Der Gesetzgeber sei frei, auf der Grundlage sachlicher Überlegungen Stichtagsregelungen einzuführen, auch wenn jeder Stichtag unvermeidbar gewisse Härten mit sich bringe (Beschlüsse vom 20.04.2011, Az.: 1 BvR 1811/08 und 1 BvR 1897/08).

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BGH: Großer Senat für Strafsachen soll Amtsträgereigenschaft von Vertragärzten klären

Über die Frage, ob ein Vertragsarzt Amtsträger im Sinne des Strafrechts ist, muss der Große Senat für Strafsachen des Bundesgerichtshofs entscheiden. Dies hat der Dritte Strafsenat des BGH am 05.05.2011 beschlossen (Az.: 3 StR 458/10). Das zugrundeliegende Revisionsverfahren betrifft die Strafbarkeit von Beteiligten am so genannten Pharmamarketing. Der Große Senat für Strafsachen ist nach § 132 Abs. 4 GVG für die Beantwortung grundsätzlicher Rechtsfragen unter anderem dann zuständig ist, wenn dies zur Fortbildung des Rechts erforderlich ist.

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BFH: Gebührenpflicht für verbindliche Auskünfte verfassungskonform

Finanzämter dürfen für verbindliche Auskünfte Gebühren verlangen und ihre Höhe nach dem Gegenstandswert bemessen (Wertgebühr). Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 30.03.2011 ist die gesetzliche Gebührenpflicht für verbindliche Auskünfte mit dem Grundgesetz vereinbar (Az.: I R 61/10, BeckRS 2011, 95139). Dies sei auch dann nicht ernstlich zweifelhaft, wenn die Auskunftsgebühr im Einzelfall besonders hoch ausfalle, entschied der BFH mit Beschluss vom selben Tag in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes. Ebenfalls nicht ernstlich zweifelhaft sei auch die Verfassungskonformität der nachrangigen Zeitgebühr (Az.: I B 136/10, BeckRS 2011, 95140).

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EuGH verwehrt EU-Bürgerin Berufen auf Unionsbürgerschaft zur Legalisierung des Aufenthalts ihres aus Jamaika stammenden Ehemannes

EU-Bürger, die noch nie ihr Recht auf Freizügigkeit ausgeübt haben, können sich nicht auf die Unionsbürgerschaft berufen, um den Aufenthalt ihres aus einem Drittstaat stammenden Ehegatten zu legalisieren. Solange diesen Personen nicht ihr Recht, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten zu bewegen und aufzuhalten, verwehrt wird, steht ihre Situation in keinerlei Zusammenhang mit dem Unionsrecht. Dies stellt der Europäische Gerichtshof mit Urteil vom 05.05.2011 klar (Az.: C-434/09).

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Weitere Nachrichten

LAG Düsseldorf: Gekündigter Kirchenmusiker kann trotz Erfolges vor EGMR keine Wiederaufname des Kündigungsschutzverfahrens verlangen

Ein Kirchenmusiker, dem 1998 wegen außerehelicher Beziehung in der Scheidungsphase vom kirchlichen Arbeitgeber gekündigt wurde, klagte nach erfolglosen Kündigungsschutzklagen in Deutschland erfolgreich vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (NZA 2011, 279). Seine nun erhobene Restitutionsklage blieb vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf allerdings erfolglos. Die Wiederaufnahme des ursprünglichen Kündigungsschutzverfahrens sei nicht zulässig, befanden die LAG-Richter. Zwar sehe § 580 Nr. 8 ZPO als Wiederaufnahmegrund für ein nach nationalem Recht rechtskräftig abgeschlossenes Verfahren die Feststellung der Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) durch den EGMR vor. Dieser neu eingeführte Restitutionsgrund könne für den Kläger jedoch nicht zur Anwendung kommen, weil er aufgrund der Übergangsvorschrift des § 35 EGZPO nicht auf Verfahren anzuwenden sei, die vor dem 31.12.2006 rechtskräftig abgeschlossen worden sind, so das LAG. Es ließ aber die Revision zu (Urteil vom 04.05.2011, Az.: 7 Sa 1427/10).

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LAG Kiel: An privatwirtschaftlich organisierte Tochtergesellschaft langfristig überlassene Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes können an Betriebsratswahlen teilnehmen

Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes, die an eine privatwirtschaftlich organisierte Tochtergesellschaft langfristig überlassen werden, dürfen, auch wenn keine arbeitsvertragliche Bindung zum Einsatzbetrieb vorliegt, an der Betriebsratswahl teilnehmen und sind bei der Betriebsratsgröße mitzuzählen. Das hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in mehreren Wahlanfechtungsverfahren vom 23.03.2011 (Az.: 3 TaBV 31/10 ), vom 05.04.2011 (Az.: 2 TaBV 35/10) und vom 27.04.2011 (Az.: 3 TaBV 36/10) entschieden. Konkret hatten zwei Gewerkschaften zwei im Mai 2010 durchgeführte Betriebsratswahlen angefochten, weil ihre Wahlvorschlagslisten vom jeweiligen Wahlvorstand zurückgewiesen worden waren. Die Rechtsbeschwerde wurde zugelassen.

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LG Hamburg: Bei Ratenzahlungsklauseln in Versicherungsbedingungen ist für erhobenen Ratenzuschlag auch effektiver Jahreszinssatz auszuweisen

Bei Prämienratenzahlungsklauseln in Versicherungsbedingungen muss für den erhobenen Ratenzuschlag auch der effektive Jahreszinssatz ausgewiesen werden. Andernfalls kann das Versicherungsunternehmen den Ratenzuschlag nicht unter Berufung auf die Versicherungsbedingungen verlangen. Das geht aus einer Entscheidung des Landgerichts Hamburg vom 03.05.2011 in einem Rechtsstreit zwischen der Hamburger Verbraucherzentrale und eines Hamburger Versicherungsunternehmens hervor (Az.: 312 O 334/10, nicht rechtskräftig).

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Reaktionen auf das BVerfG-Urteil zur Sicherungsverwahrung

Nachdem das Bundesverfassungsgericht am 04.05.2011 die Regelungen zur Sicherungsverwahrung gefährlicher Straftäter für verfassungswidrig erklärt hat, ist eine Neuregelung notwendig. Für Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sind Bund und Länder jetzt gefordert, dem Abstandsgebot zwischen Strafhaft und Sicherungsverwahrung besser Rechnung zu tragen. Auch die Länder wollen mitziehen. Der Deutsche Anwaltverein (DAV) fordert in einer Stellungnahme neue Regelungen mit Augenmaß. Die Opposition sieht in der Entscheidung des BVerfG eine Ohrfeige für die schwarze-gelbe Koalition.

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VG Aachen: Nicht sorgeberechtigter Vater hat kein Klagerecht gegen Bewilligung staatlicher Unterhaltsvorschussleistungen an seine Kinder

Bewilligt die Behörde auf Antrag der Mutter, die alleinsorgeberechtigt ist, Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz für die Kinder, steht dem mit der Mutter nicht verheirateten Vater kein Klagerecht hiergegen zu. Dies hat das Verwaltungsgericht Aachen entschieden. Die Klage scheiterte dem Gericht zufolge an der Klagebefugnis, weil der Kläger durch die Bewilligung der Leistungen an seine Kinder rechtlich nicht unmittelbar betroffen sei. Denn nur deswegen, weil nach dem gesetzlichen System der Unterhaltsanspruch der Kinder gegen ihren Vater auf das Land übergeleitet werde, bestehe noch keine zur Zulässigkeit einer Klage führende Beschwer, so das Gericht. Die Berufung wurde zugelassen (Urteil vom 03.05.2011, Az.: 2 K 884/09).

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LSG Baden-Württemberg: Versorgungsheirat schließt Witwenrente aus

Dient die erst kurz vor dem Tod des Versicherten geschlossene Ehe vor allem der Versorgung des hinterbliebenen Ehegatten, erhält dieser keine Hinterbliebenenrente. Dies hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg im Fall einer Frau entschieden, die ihren todkranken Lebensgefährten nur sechs Tage vor dessen Tod geheiratet und später die Gewährung einer Witwenrente beantragt hatte (Urteil vom 12.04.2011, Az.: L 13 R 203/11, BeckRS 2011, 71846).

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Riester-Rente: Ehepartner sollen Zulagenanspruch durch Nachzahlung von Eigenbeiträgen sichern können

Selbst nicht berufstätige Ehepartner von Riester-Sparern sollen Eigenbeiträge zu ihrem eigenen Riester-Vertrag nachzahlen können, die sie nach einem Wechseln von der mittelbaren in die unmittelbare Zulagenberechtigung hätten erbringen müssen. Die Bundesregierung hat dazu am 04.05.2011 einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Sie reagiert damit auf Fälle, in denen gezahlte Zulagen zurückgefordert worden waren, weil Riester-Sparer irrtümlich keinen Eigenbeitrag geleistet hatten. Mit der Nachzahlung bleibt der Zulagenanspruch rückwirkend für die Vergangenheit erhalten. Ab 2012 sollen alle Riester-Sparer einen Mindestbeitrag von jährlich 60 Euro einzahlen müssen.

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Mutmaßliche Kriegsverbrecher aus Ruanda in Stuttgart vor Gericht

Wegen grausamer Bürgerkriegsverbrechen müssen sich seit dem 04.05.2011 zwei Angeklagte aus dem afrikanischen Ruanda vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten. In dem ersten deutschen Verfahren nach dem Völkerstrafgesetzbuch geht es um Mord, Folter und Vergewaltigung in Afrika. Per Laptop und Handy sollen die Ruander die Taten von Baden-Württemberg aus befohlen und gesteuert haben. 26 Verbrechen gegen die Menschlichkeit und 39 Kriegsverbrechen wirft die Anklage den früheren Anführern der ruandischen Rebellengruppe FDLR («Forces Démocratiques de Libération du Rwanda» vor.

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War die Tötung Bin Ladens rechtmäßig?

Nach dem Tod Osama bin Ladens stellt sich die Frage, ob es rechtens war, ihn zu töten. Die USA hatten nach den Worten eines Top-Beraters von Präsident Barack Obama nicht von vornherein die Absicht, den Terroristenchef zu töten. Bei der nächtlichen Kommandoaktion in Pakistan soll es jedoch zu einem Schusswechsel gekommen sein. Damit könnten die USA argumentieren, dass ihre Elitesoldaten in Notwehr handelten, als sie Bin Laden erschossen.

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Chefankläger: Gaddafi-Regime begeht Verbrechen an Zivilisten

Das Regime des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi greift seit Beginn der Bürgerproteste im Februar 2011 die Zivilbevölkerung «umfassend und systematisch» an. Dabei begehe es Morde und andere Taten, die unter Verbrechen gegen die Menschlichkeit fielen, erklärte der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, am 04.05.2011 vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Allein im Februar 2011 habe das Gaddafi-Regime 500 bis 700 Bürger getötet.

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Bundeskabinett beschließt Unterzeichnung des Europaratsübereinkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt

Die Bundesregierung hat am 04.05.2011 der Unterzeichnung des Europaratsübereinkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zugestimmt. Mit dem Übereinkommen liegt nach Angaben des Bundesfamilienministeriums erstmalig für den europäischen Raum ein völkerrechtlich bindendes, detailliertes Regelungswerk vor, das den Frauen in allen Mitgliedstaaten des Europarats Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt bietet. Zudem würden die Staaten verpflichtet, alle Opfer von häuslicher Gewalt wirksam zu schützen.

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BGH: Verurteilung des Bürgermeisters und des Kämmerers einer Gemeinde wegen Untreue rechtskräftig

Der Bundesgerichtshof hat die Revision des Bürgermeisters einer bayerischen Marktgemeinde, der wegen Untreue nach § 266 StGB in zwei Fällen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war, und die Revision des Kämmerers dieser Gemeinde, der wegen Untreue in fünf Fällen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden war, abgewiesen. Die Urteile des Landgerichts München II sind damit rechtskräftig, wie die BGH-Pressestelle am 04.05.2011 mitgeteilt hat (Beschluss vom 13.04.2011, Az.: 1 StR 592/10).

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Bundeskabinett will Genehmigungen von Offshore-Windparks beschleunigen

Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen und stromführenden Kabeln auf hoher See sollen vereinfacht und beschleunigt werden. Das Bundeskabinett hat am 04.05.2011 den Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung schifffahrtsrechtlicher Vorschriften beschlossen. Künftig soll es demnach mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie nur noch eine Stelle geben, die Ansprechpartner ist und über den Antrag entscheidet.

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VG Aachen: Verwaltungsgebühren für abgebrochene Abschleppmaßnahmen rechtmäßig

Auch wenn das Abschleppen eines verbotswidrig geparkten Fahrzeugs abgebrochen wird, weil der Autofahrer erscheint und den Wagen selbst wegfährt, ist die Erhebung von Verwaltungsgebühren rechtmäßig. Dies hat das Verwaltungsgericht Aachen mit Urteil vom 15.04.2011 entschieden. Denn der durchschnittliche Verwaltungsaufwand sei bei einer Leerfahrt genauso hoch wie bei einem normalen Abschleppvorgang, begründet das VG seine Entscheidung (Az.: 7 K 2213/09).

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LAG Hamm: Profifußballer unterliegt im Streit um Nettolohnvereinbarung mit VfL Bochum

Wer behauptet, mit seinem Arbeitgeber eine Nettolohnvereinbarung getroffen zu haben, kann allenfalls dann gegen seinen Arbeitgeber auf Erstattung der Steuer vorgehen, wenn er sie selbst schon an das Finanzamt abgeführt hat. Solange dies nicht der Fall ist, scheidet ein Anspruch gegen den Arbeitgeber aus, wie das Landesarbeitsgericht Hamm in einem Rechtsstreit zwischen einem Profifußballer und dem VfL Bochum entschieden hat (Urteil vom 04.05.2011, Az.: 3 Sa 660/10).

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Millionenstrafe für BP nach Ölkatastrophe in Alaska

Der britische Ölkonzern BP muss 25 Millionen US-Dollar (16,8 Millionen Euro) Strafe für eine Ölkatastrophe in Alaska im Jahr 2006 zahlen. Außerdem verpflichte sich der Konzern, weitere 60 Millionen Dollar in ein Überwachungssystem für seine Ölleitungen an Alaskas Nordhang zu investieren, teilte die US-Umweltschutzbehörde EPA mit. Bei den Unfällen im März und August 2006 waren mehr als 5.000 Barrel Rohöl ausgelaufen. Die Einigung zwischen BP und den Behörden muss noch endgültig von einem Gericht bestätigt werden.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

OLG Naumburg: Sachversicherung: Kürzung auf Null bei grob fahrlässigen Umgang mit Feuerwerkskörper

VVG n.F. § 81 II

Das Zünden von Feuerwerkskörpern in geschlossenen Wohnräumen um eine Katze zu vertreiben und die fehlende rechtzeitige Vergewisserung, ob dies möglicherweise einen Brand verursacht hat, sei nach Auffassung des OLG Naumburg derart grob fahrlässig, dass die Reduzierung der Leistungspflicht des Versicherers auf Null gerechtfertigt ist.

OLG Naumburg, Beschluss vom 28.03.2011 - 4 W 12/11, BeckRS 2011, 07902

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May 6, 2011, 10:33:06 AM5/6/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 6. Mai 2011

Top-Meldungen

EuGH: Veröffentlichung von Arzneimittel-Beipackzetteln im Internet keine unzulässige Werbung

Arzneimittelhersteller dürfen ihre Beipackzettel im Internet veröffentlichen. Werden Text und Aufmachung für die Veröffentlichung im Internet unverändert übernommen, ist dies auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten keine unzulässige Werbung. Dies hat der Europäische Gerichtshof entschieden, wie der «Focus» am 05.05.2011 auf seinen Internetseiten berichtet (Urteil vom 05.05.2011, Az.: C-316/09, BeckRS 2011, 80464).

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BGH: Handel mit Markenparfümimitaten ohne deutliche Imitationsbehauptung keine unlautere vergleichende Werbung

Der Handel mit Markenparfümimitaten kann nicht als unlautere vergleichende Werbung nach § 6 Abs. 2 Nr. 6 UWG untersagt werden, wenn keine klare und deutliche Imitationsbehauptung erfolgt, sondern lediglich Assoziationen an die Originale geweckt werden. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 05.05.2011 klargestellt, wie er selbst mitteilt (Az.: I ZR 157/09 - «Creation Lamis»).

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OLG Karlsruhe: Banken dürfen von Verbrauchern im Preis- und Leistungsverzeichnis keine Bearbeitungsgebühren für Darlehen verlangen

Banken dürfen in ihren Preis- und Leistungsverzeichnissen oder in ihrem Preisaushang von Verbrauchern keine pauschalen Bearbeitungsgebühren für Darlehen verlangen. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 03.05.2011 hervor. Eine solche als AGB zu qualifizierende Klausel benachteilige den Verbraucher unangemessen, weil sie mit wesentlichen Grundgedanken des § 488 Abs. 1 Satz 2 BGB unvereinbar sei. Denn der mit der Gebühr abzugeltende Verwaltungsaufwand (zum Beispiel Bonitätsprüfung) sei keine Dienstleistung für den Kunden, sondern solle Forderungsausfälle der Bank vermeiden. Nach der Rechtsprechung dürften in AGB aber keine Entgelte für Arbeiten verlangt werden, die vom Verwender im eigenen Interesse durchgeführt würden. Das OLG hat die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen (Az.: 17 U 192/10).

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KG: Kein Wettbewerbsverstoß durch Verwendung des «Gefällt-mir»-Buttons von Facebook

Die Verwendung des «Gefällt-mir»-Buttons von Facebook auf der Internetseite eines Online-Händlers ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich. Dies hat das Kammergericht mit Beschluss vom 29.04.2011 (Az.: 5 W 88/11) entschieden und damit eine Entscheidung des Landgerichts Berlin (BeckRS 2011, 06242) bestätigt.

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Weitere Nachrichten

OVG Münster lässt im «Bierbike»-Streit Berufung zu

Die Verfahren um die Benutzung so genannter «Bierbikes» beziehungsweise «Partybikes» gehen weiter. Mit Beschlüssen vom 04.05.2011 hat das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster die Berufungen der Betreiber der 16-Sitzer zugelassen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte im Oktober 2010 Klagen gegen Ordnungsverfügungen der Stadt Düsseldorf abgewiesen, in denen die Benutzung der «Bierbikes» auf öffentlichen Verkehrsflächen untersagt worden war. Nach Auffassung der Stadt bedarf es für die Nutzung einer Sondernutzungserlaubnis (Az.: 11 A 2325/10, 11 A 2511/10).

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LG Köln: Sportwetten-Verbot für Hartz IV-Empfänger bleibt bestehen

Das Landgericht Köln hat sein umstrittenes Sportwetten-Verbot für Hartz IV-Empfänger bekräftigt. Das Gericht wies mit Urteil vom 05.05.2011 einen Widerspruch der Westdeutschen Lotterie gegen das Verkaufsverbot ab. Westlotto kündigte Berufung vor dem Oberlandesgericht Köln an. Die Entscheidung bedeutet nach Angaben des Gerichts nicht, dass nun jede Lotto-Annahmestelle ihre Kunden überprüfen muss. Nur, wenn die Mitarbeiter der Annahmestellen ganz konkrete Hinweise darauf hätten, dass sich ein Kunde seine Wette eigentlich nicht leisten könne, müssten sie einschreiten (Az.: 81 O 18/11).

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VG Gelsenkirchen: Raservideos kosten den Führerschein

Filmt jemand sich bei einer Fahrt mit 180 Kilometern pro Stunde durch die Innenstadt sowie bei Wendemanövern und «Burnouts» auf einer Einbahnstraße, führt dies zum Verlust des Führerscheins. Dies musste ein 25-jähriger Mann in einem Erörterungstermin des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen feststellen. Wie das Gericht am 05.05.2011 mitteilt, stellte die Polizei rund 20 Videos im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen wegen anderer Tatvorwürfe auf dem PC des Gelsenkircheners sicher und leitete sie an die Fahrerlaubnisbehörde weiter. Diese entzog dem Kläger daraufhin wegen fehlender charakterlicher Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr die Fahrerlaubnis. Zu Recht, wie die Kammer dem Kläger in dem Erörterungstermin verdeutlichte. Daraufhin nahm dieser seine Klage zurück.

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Länder erwarten Millionenkosten für Sicherungsverwahrung

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 04.05.2011 (BeckRS 2011, 50108) muss die Politik die Sicherungsverwahrung für gefährliche Gewalt- und Sexualtäter neu regeln. Die Bundesjustizministerin sieht mit der Reform der Sicherungsverwahrung auf die Länder gewaltige Aufgaben zukommen. Gebraucht werden neue Gebäude, mehr Therapeuten, mehr Bewacher. Die Länder rechnen mit Kosten in Millionenhöhe. Bayern ruft schon nach Finanzhilfen.

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Union will nicht gegen Länderfinanzausgleich klagen

Der Streit um den Länderfinanzausgleich soll aus Sicht der Union nicht vor Gericht ausgefochten werden. Darauf einigten sich die finanzpolitischen Sprecher aller CDU/CSU-Fraktionen in den Landesparlamenten bei einer dreitägigen Klausur auf Norderney. In ihrem Beschluss verlangen sie, dass eine Reform einen solidarischen und leistungsfähigen Ausgleich sowie die Stärkung eines Anreizsystems beinhaltet, wie Reinhold Hilbers von der niedersächsischen CDU-Fraktion am 04.05.2011 in Hannover mitteilte.

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Länderfinanzen: Hessen und Bayern drohen weiter mit Klage

Im Dauerstreit über den Länderfinanzausgleich bestehen die FDP-Landtagsfraktionen in Hessen und Bayern auf einer Klagedrohung gegen die Nehmerländer. Unterstützt werden sie von der CSU-Landtagsfraktion in München.

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EU-Kommission will europaweit Fahrscheinausstellung für grenzüberschreitende Bahnfahrten ermöglichen

Bahnkunden sollen es bei der Planung von Reisen in Europa und beim Kauf des Fahrscheins künftig leichter haben. Die Europäische Kommission hat am 05.05.2011 eine neue Verordnung angenommen, die die obligatorische Normung der Tarif- und Fahrplaninformationen vorsieht. In Zukunft sollen alle wesentlichen Buchungs- und Ticketinformationen innerhalb der EU ausgetauscht werden können. Die Kommission will 2012 einen ergänzenden Rechtsakt vorschlagen, mit dem die Schienenverkehrsbetreiber verpflichtet werden, ihre Informatiksysteme und Verfahren anzugleichen, um die Übertragung der genormten Daten zwischen den Betreibern in der Praxis zu ermöglichen. Künftig solle die Buchung einer Bahnfahrt von Barcelona nach Brüssel oder von Berlin nach Bratislava ebenso einfach sein wie die Buchung eines entsprechenden Fluges, betont der für Verkehr zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Siim Kallas.

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Bundesregierung will Dienst der Bundeswehr im Kosovo für weitere zwölf Monate fortsetzen

Die Bundeswehr soll im Kosovo für ein weiteres Jahr «mit unveränderter Zielsetzung» im Rahmen der dortigen internationalen Sicherheitspräsenz (Kosovo Force - KFOR) ihren Dienst fortsetzen. Dies teilt der Pressedienst des Deutschen Bundestages am 05.05.2011 mit. Vorgesehen sind dafür maximal 1.850 Soldaten, wie sich einem Antrag der Bundesregierung (BT-Drs. 17/5706) entnehmen lässt. Wie die Regierung in ihrer Initiative weiter schreibt, bleibt KFOR «zur Aufrechterhaltung eines sicheren und stabilen Umfelds» solange erforderlich, bis die Sicherheitskräfte des Kosovo die Sicherheit aller Bevölkerungsgruppen des Landes gewährleisten können.

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Islamist wegen Al-Qaida-Mitgliedschaft in Frankfurt am Main vor Gericht

Mit der Verlesung der Anklageschrift hat am 05.05.2011 der Prozess gegen den Islamisten Rami M. vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main begonnen. Der Generalbundesanwalt wirft dem 25 Jahre alten Deutsch-Syrer vor, er sei rund ein Jahr Mitglied der Terrororganisation Al Qaida gewesen. Dabei soll er im Sommer 2009 in einem Terror-Camp in Pakistan für Kampfeinsätze im Dschihad ausgebildet worden sein. Der Angeklagte soll sich auch an Kampfhandlungen der Al Qaida gegen die pakistanische Armee beteiligt haben und später als Kontaktmann der Terrororganisation in Deutschland vorgesehen gewesen sein.

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Spanisches Verfassungsgericht lässt Baskenbündnis Bildu zu Wahl in Spanien zu

Das spanische Verfassungsgericht hat knapp drei Wochen vor den Kommunalwahlen dem neu gegründeten baskischen
Separatistenbündnis Bildu die Teilnahme am Urnengang erlaubt. Das Verfassungsgericht kassierte damit in der Nacht zum 06.05.2011 eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 01.05.2011, der Bildu von der Wahl ausgeschlossen hatte.

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