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Nov 4, 2011, 12:43:10 PM11/4/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 4. November 2011

Top-Meldungen

Bundesrat stimmt Gesetz zur Änderung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes zu

Wie der Bundesrat mitteilt, hat er am 04.11.2011 dem Gesetz zur Änderung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes zugestimmt (BR-Drs. 605/11), mit dem Stasi-Überprüfungen im öffentlichen Dienst bis 2019 verlängert und der überprüfbare Personenkreis erweitert wird. Außerdem dürfen ehemalige Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR zukünftig nicht mehr bei der Jahn-Behörde beschäftigt werden.

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Bundesrat stimmt leichterer Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu

Der Bundesrat hat am 04.11.2011 einem Gesetz zur leichteren und schnelleren Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zugestimmt. Wie die Bundesregierung mitteilt, haben Zuwanderer danach künftig einen Rechtsanspruch auf eine Gleichwertigkeitsprüfung ihrer Abschlüsse mit inländischen Berufsqualifikationen. Über die Anerkennung müssen die zuständigen Behörden innerhalb von drei Monaten entscheiden. Das Gesetz soll Anfang 2012 in Kraft treten.

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VerfGH Sachsen: Ordnungsrufe gegen NPD-Abgeordnete im Sächsischen Landtag waren teilweise rechtswidrig

In drei Organstreitverfahren um Ordnungsrufe im Sächsischen Landtag haben die NPD-Abgeordneten Holger Apfel und Jürgen Gansel einen Teilerfolg erzielt. Der sächsische Verfassungsgerichtshof stellte mit Urteilen vom 03.11.2011 fest, dass der Präsident des Landtags die Antragsteller in der Sitzung am 17.12.2010 in ihrem Rederecht aus Art. 39 Abs. 3 SächsVerf verletzt hat. Ein weiterer Antrag des NPD-Landeschefs Apfel hatte dagegen keinen Erfolg (Az.: Vf. 30-I-11, Vf. 31-I-11 und Vf. 35-I-11).

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Weitere Nachrichten

LAG Berlin-Brandenburg: Betriebsratsmitglied muss mangels Benachteiligung nicht unbefristet übernommen werden

Ein befristet beschäftigtes Betriebsratsmitglied ist mit seiner Klage auf Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis gescheitert. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat in seinem Urteil vom 04.11.2011 nicht erkennen können, dass der Kläger wegen seiner Betriebsratstätigkeit gegenüber anderen befristet beschäftigten Arbeitnehmern, die unbefristet übernommen worden waren, benachteiligt worden sei. Denn der Arbeitgeber habe auch Betriebsratsmitglieder unbefristet übernommen (Az.: 13 Sa 1549/11).

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VGH Mannheim: Pro-Stuttgart-21-Plakat der IHK Ulm darf vorerst hängen bleiben

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm darf das 100 Quadratmeter große Pro-Stuttgart-21-Plakat vorläufig an ihrem Ulmer Verwaltungsgebäude hängen lassen. Dies folgt aus einem unanfechtbaren Beschluss vom 03.11.2011, mit dem der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim die vorläufige Vollstreckbarkeit eines Urteils des Verwaltungsgerichts Sigmaringen auf die Verfahrenskosten beschränkt hat (Az.: 6 S 2904/11). Das VG hatte die IHK Ulm im Oktober 2011 unter anderem dazu verurteilt, das Plakat zu entfernen (BeckRS 2011, 55366).

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OLG Hamm: Möbelhaus muss bei Prospektwerbung Unternehmensidentität angeben

Ein Unternehmer, der in einem Verkaufsprospekt die eigene Identität oder die eigene Geschäftsanschrift nicht angibt, wirbt unlauter und irreführend. Das Gleiche gilt, wenn die Geschäftsanschrift des Kreditunternehmens, über das die in dem Prospekt angebotenen Produkte finanziert werden können, nicht angegeben wird. Dies stellt das Oberlandesgericht Hamm mit Beschluss vom 13.10.2011 klar. In dem einstweiligen Verfügungsverfahren ging es um den im August 2011 erschienenen Werbeprospekt eines Möbelhauses (Az.: I-4 W 84/11)

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LG Stuttgart: Bank darf für Kredite nicht nur mit günstigstem Zinssatz werben

Banken, die ihre Kredite je nach Bonität des Kunden zu unterschiedlichen Zinsen vergeben, dürfen nicht nur mit dem günstigsten Zinssatz werben. Dies hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 22.09.2011 auf eine Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die CreditPlus Bank entschieden, wie der vzbv mitteilt (Az.: 17 O 165/11).

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Harald Range wird neuer Generalbundesanwalt

Die Ernennung des Celler Juristen Harald Range zum neuen Generalbundesanwalt ist beschlossene Sache. Der Bundesrat stimmte der Personalie am 04.11.2011 in Berlin einstimmig zu. Das Kabinett hatte bereits grünes Licht gegeben. Damit geht eine wochenlange Hängepartie zu Ende.

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Bundesrat besiegelt ELENA-«Aus»

Der Bundesrat hat das «Aus» des einst von der großen Koalition eingeführten elektronischen Entgelt-Nachweises ELENA besiegelt. Dies teilt das Hessische Justizministerium am 04.11.2011 mit. Der elektronische Entgeltnachweis hatte seit dem 01.01.2010 Arbeitgeber verpflichtet, die Entgeltdaten ihrer Beschäftigten an eine Zentrale Speicherstelle zu übermitteln. Diese Daten sollten Behörden bei Bedarf abrufen können.

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Gesetzlicher Pfändungsschutz von Sozialleistungen fällt zum 01.01.2012 weg

Der bisherige 14-tägige gesetzliche Pfändungsschutz von Sozialleistungen fällt zum 01.01.2012 weg. Hartz IV-Empfänger, denen die Pfändung droht, sollten ihr Konto daher in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln, rät die Bundesagentur für Arbeit in einer Mitteilung vom 04.11.2011. Durch eine Umwandlung werde automatisch ein Grundfreibetrag in Höhe von 1.028,89 Euro geschützt. Der persönliche Freibetrag könne unter Umständen aber auch höher ausfallen.

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OVG Koblenz: Flughafennahe Ortsgemeinde Lautzenhausen darf Zahl der Pkw-Parkplätze begrenzen

Die Stellplatzsatzung zur Begrenzung der Pkw-Parkplätze im Ortskern der Gemeinde Lautzenhausen ist wirksam. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz entschieden. Die Ortsgemeinde Lautzenhausen liegt in der Nähe des Flughafens Frankfurt-Hahn. Sie will mit der Satzung verhindern, dass ihr Ortskern «zu einem großen Parkplatz» verkommt, weil viele ihrer Bürger auf ihren Grundstücken Stellplätze an Passagiere des benachbarten Flughafens vermieten (Urteil vom 03.11.2011, Az.: 1 A 10417/11.OVG).

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VG Hannover: Stadt kann Kita-Mitarbeitern mangels Hausrechts kein behördliches Hausverbot erteilen

Ein von der Stadt Wunstorf angeordnetes Hausverbot gegen Mitarbeiter einer Kindertagesstätte im Kinder- und Jugendzentrum «Bau-Hof Wunstorf» ist rechtswidrig. Mit Eilbeschluss vom 02.11.2011 hat das Verwaltungsgericht Hannover das behördliche Hausverbot außer Vollzug gesetzt. Nach Auffassung des Gerichts fehlt die Rechtsgrundlage. Das Kinder- und Jugendzentrum sei keine öffentliche Einrichtung, in der die Stadt ein öffentlich-rechtliches Hausrecht ausüben könne. Dass das Gebäude, in dem die Kindertagesstätte betrieben werde, der Stadt gehöre, ändere hieran nichts (Az.: 3 B 4756/11).

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Projekt «Gaius»: Großverfahren sollen durch Digitalisierung der Prozessakten übersichtlicher werden

Großverfahren vor Gericht sollen durch eine Digitalisierung der Prozessakten überschaubarer werden. Am 02.11.2011 ist das von Rechtinformatiker Fritjof Haft geleitete Projekt «Gaius» in der EBS Law School in Hessen gestartet. Durch die Digitalisierung der Prozessakten sollen beispielsweise einzelne Aussagen der Prozessparteien besser aufgefunden werden können. Die Idee sei, dass Prozesse präziser, schneller, noch wissenschaftlicher und noch genauer werden, erläutert der Hessische Justizministers Jörg-Uwe Hahn (FDP).

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Spanische Richterin zieht sich nach Mikrofon-Panne aus ETA-Prozess zurück

Ein nicht ausgeschaltetes Mikrofon ist einer spanischen Richterin beim Prozess gegen Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA zum Verhängnis geworden. Die vier Angeklagten, darunter der frühere ETA-Militärchef Francisco Javier García Gaztelu alias Txapote, hatte Richterin Ángela Murillo am 02.11.2011 als «Scheißkerle» beschimpft, weil sie mit einem Lächeln auf die bewegende Aussage der Witwe eines ihrer Opfer reagiert hatten. Am 03.11.2011 kündigte die Richterin ihren Rückzug aus dem Prozess vor dem zuständigen Gericht in Madrid an. Zu Begründung sagte sie, sie wolle dem Verfahren nicht schaden.

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Nov 7, 2011, 10:47:43 AM11/7/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 7. November 2011

Top-Meldungen

Schwarz-Gelb einigt sich auf Steuerentlastung in Höhe von auf sechs Milliarden Euro

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich nach zähem Ringen auf ein Gesamtpaket für mehr Wachstum und eine Steuerentlastung von sechs Milliarden Euro geeinigt. Gleichzeitig kommen auf die Bürger aber höhere Beiträge zur Finanzierung der Pflegeversicherung zu. Die CSU setzte das umstrittene Betreuungsgeld durch. «Das sind Beschlüsse mit Augenmaß», sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Abend des 06.11.2011 nach fast achtstündigen Beratungen der Spitzen von Union und FDP. Die Opposition ist anderer Ansicht.

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OLG Hamburg: eBay trifft bei eigenen Werbemaßnahmen für Verkaufsangebote erhöhte Prüfpflicht für Rechtsverletzungen

Unterstützt der Betreiber eines Internetauktionshauses die Inserate seiner Kunden mit gezielten Werbemaßnahmen, etwa durch sogenannte AdWords-Anzeigen, ist er verpflichtet, die Angebote auf etwaige Rechtsverletzungen zu überprüfen. Das hat am 04.11.2011 das Oberlandesgericht Hamburg in einem Rechtsstreit zwischen einem norwegischen Möbelunternehmen und der Betreiberin der Internethandelsplattform eBay entschieden (Az.: 5 U 45/07). Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache hat das OLG die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.

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VGH Mannheim: Rauchverbot gilt auch in «Außenbereich» einer Gaststätte in überdachter Einkaufspassage

Die Bewirtschaftung von außerhalb einer Gaststätte gelegenen Flächen in einer überbauten Einkaufspassage ist keine – rauchverbotsfreie – Außengastronomie im Sinne des Landesnichtraucherschutzgesetzes. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim mit Urteil vom 18.10.2011 entschieden. Die Berufung einer Mannheimer Gaststättenbetreiberin gegen ein gleichlautendes Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe ist damit erfolglos geblieben (Az.: 10 S 2533/09).

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Weitere Nachrichten

Steuerschätzung: Höhere Steuereinnahmen für Bund, Länder und Kommunen

Nach der Herbstschätzung des Arbeitskreises «Steuerschätzungen» können Bund, Länder und Kommunen für die Jahre 2011 bis 2015 mit höheren Steuereinnahmen rechnen, als noch nach der Schätzung im Mai 2011 erwartet wurden. Dies hat das Bundesfinanzministerium am 04.11.2011 mitgeteilt. Über die Bekämpfung der kalten Progression hinaus sieht das Ministerium dennoch keine weiteren Handlungsspielräume für Steuersenkungen. Priorität müsse die Haushaltskonsolidierung haben, erklärte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

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Motorola contra Apple: LG Mannheim verbietet Apple-Mutterkonzern Geräteverkauf in Deutschland

Das Landgericht Mannheim hat dem amerikanischen Apple-Mutterkonzern am 04.11.2011 untersagt, in Deutschland mobile Geräte anzubieten, die gegen zwei Motorola-Patente verstoßen. Die Auswirkungen der Entscheidung sind allerdings noch unklar. Denn in dem Urteil werden die mobilen Geräte nicht beim Namen genannt und die deutsche Apple-Tochter, über die der Vertrieb in Deutschland erfolgt, nicht erwähnt.

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Gesetz bringt höhere Strafen bei Gewalt gegen Polizeibeamte

Polizeibeamte, Feuerwehrleute und Hilfeleistende des Katastrophenschutzes oder eines Rettungsdienstes genießen ab sofort besseren strafrechtlichen Schutz vor gewalttätigen Angriffen. Die Täter können härter als bisher bestraft werden. Das entsprechende Gesetz ist nach Angaben der Bundesregierung am 05.11.2011 in Kraft getreten.

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VG Koblenz: Aufhebung europaweiter Ausschreibung setzt nachvollziehbare Angabe des Grundes voraus

Der Rat der Stadt Boppard durfte die Aufhebung einer europaweiten Ausschreibung zur Beteiligung an einer zu gründenden Badebetriebs GmbH nicht beschließen, ohne den Grund hierfür nachvollziehbar anzugeben. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Koblenz (Urteil vom 20.10.2011, Az.: 1 K 261/11.KO).

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VG Koblenz: Demonstrationszug am Vortag des Totensonntags zulässig

Ein für den 19.11.2011 in Remagen geplanter «Gedenkmarsch für die Toten in den alliierten Rheinwiesenlagern» darf stattfinden. Das hat das Verwaltungsgericht Koblenz entschieden. Mit dem Urteil vom 19.10.2011 stellt es unter anderem klar, dass sich aus der zeitlichen Nähe der Versammlung zum Totensonntag keine das sittliche Empfinden der Bürger erheblich beeinträchtigende provokative Wirkung ableiten lässt (Az.: 5 K 696/11.KO).

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Bundesrat setzt sich für Unterstützung benachteiligter Jugendlicher ein

Der Bundesrat hat am 04.11.2011 eine Entschließung (BR-Drs.586/11) gefasst, mit der er die Bundesregierung bittet, die bisherigen Finanzierungsbedingungen der Programme der Initiative «Jugend stärken» unverändert zu lassen. Dies würde bewirken, dass die «Kompetenzagenturen» auch weiterhin aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende und der Arbeitsförderung mit mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten mitfinanziert werden könnten.

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Expertenaustausch über Phänomen der Organisierten Kriminalität in Wiesbaden

Am 02. und. 03.11.2011 hat sich die Internationale Forschungskonferenz zur Organisierten Kriminalität in Wiesbaden vor allem mit der Frage beschäftigt, wie sich Gruppen aus diesem Bereich strukturell zusammensetzen und welche kriminellen «Karrieren» sich entwickeln. Wie das Bundeskriminalamt, das die Konferenz durchgeführt hat, mitteilt, informierten sich die Teilnehmer zudem über moderne polizeiliche Bekämpfungsansätze. Dabei sei deutlich geworden, dass bei komplexen und vielschichtigen Phänomenen ein «Multi-Agency»-Ansatz, ein gemeinsames Agieren verschiedener Akteure, erforderlich ist.

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Präsident des VerfGH Rheinland-Pfalz: Richtervorbehalt bei staatlichen Dateneingriffen setzt technische Kenntnisse voraus

Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz Karl-Friedrich Meyer hat beim Zweiten Treffen der im Bereich der Justiz tätigen Datenschutzbeauftragten in Mainz die hohe Bedeutung eines wirksamen Richtervorbehaltes bei staatlichen Eingriffen in private Daten betont. Dabei seien nicht nur die umfassenden Kenntnisse der rechtlichen, sondern auch der technischen Grundlagen der Dateneingriffe Voraussetzung für einen wirksamen Rechtsschutz, so der Präsident.

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Voßkuhle warnt vor Facebook

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle hat vor Risiken bei der Benutzung des sozialen Netzwerkes Facebook gewarnt. Das Surfen auf diesen Seiten sei «eine risikogeneigte Tätigkeit», sagte Voßkuhle dem Magazin «Focus». «Die Bürger wissen zum Beispiel nicht, ob Daten nach der Löschung nicht doch noch aufbewahrt werden.»

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Schatten der Vergangenheit holen «Carlos, den Schakal» ein

«Carlos, der Schakal» macht wieder Schlagzeilen. Der einst gefährlichste Terrorist der Welt steht ab 07.11.2011 erneut vor Gericht. Es geht um Anschläge aus den 80er Jahren mit insgesamt elf Toten.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Keine Genehmigung einer Lastschrift durch bloße Weiternutzung des Kontos

BGB §§ 133, 684 S. 2, 185

Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofes kann die kontoführende Bank nicht allein einer weiteren Nutzung eines Girokontos entnehmen, der Kontoinhaber billige vorausgehende Lastschriftbuchungen. Ob aus der späteren Beachtung eines vom Insolvenzverwalter erklärten Lastschriftwiderrufs durch die Bank gefolgert werden kann, diese habe das Verhalten des Schuldners im Zusammenhang mit der Lastschriftbuchung als konkludente Genehmigung verstanden, bedarf der tatrichterlichen Klärung im Einzelfall.

BGH, Urteil vom 27.09.2011 - XI ZR 215/10 (OLG Hamburg), BeckRS 2011, 24126

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Nov 8, 2011, 10:53:29 AM11/8/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 8. November 2011

Top-Meldungen

BSG: Krankenkassen-Selbstbehaltswahltarif mit Prämienzahlungen in Höhe des Selbstbehalts kann genehmigungsfähig sein

Ein Selbstbehaltswahltarif in der Krankenversicherung, der als Prämienleistung eine Beitragsrückerstattung in Höhe des Selbstbehalts vorsieht, kann genehmigungsfähig sein, wenn eine dauerhafte Binnenfinanzierung des Tarifs zu erwarten ist. Dies hat das Bundessozialgericht mit Urteil vom 08.11.2011 im Streit um eine Satzungsänderung einer Betriebskrankenkasse (BKK) entschieden. Der Wahltarif der BKK sei allerdings unter anderem deshalb rechtswidrig, weil er den Selbstbehalt auf Leistungen an Familienmitglieder erstrecke und deshalb gegen § 53 Abs. 1 SGB V verstoße (Az.: B 1 A 1/11 R).

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LSG Sachsen-Anhalt: Unzulässige Kündigung kurz nach Ende der Eingliederungsförderung rechtfertigt deren Rückforderung

Ein dem Arbeitgeber geleisteter Eingliederungszuschuss muss zurückgezahlt werden, wenn der Arbeitnehmer schon während der Nachbeschäftigungszeit entlassen wird. Dies gilt aber nicht, wenn die Kündigung nach dem Kündigungsschutzgesetz zulässig war, wie das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt klarstellt (Urteil vom 11.05.2011, Az.: L 5 AS 62/08, nicht rechtskräftig).

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Bundesländer für Wildtierverbot im Zirkus

Seit Jahren kämpfen Tierschützer für ein Verbot der Auftritte von Bären und Elefanten in deutschen Zirkussen. Eine Empfehlung der Bundesländer bringt sie nun ihrem Ziel deutlich näher. Nach deren Willen sollen Auftritte von Affen, Elefanten, Giraffen und Bären in deutschen Zirkussen verboten werden. Der Agrarausschuss des Bundesrats votierte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit deutlicher Mehrheit für ein Wildtierverbot. Am 25.11.2011 soll das Plenum der Länderkammer diese Ausschussempfehlung absegnen. Damit steigt der Druck auf Union und FDP im Bundestag, ihren Widerstand gegen ein «Aus» für die Dressur von Wildtieren im Zirkus aufzugeben.

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Weitere Nachrichten

Michael Jacksons Arzt ist «schuldig»

Jubel, Tränen und ein Siegeszeichen: Nach dem Schuldspruch der Jury im Tötungsprozess gegen Michael Jacksons früheren Leibarzt Conrad Murray haben hunderte Fans des Sängers vor dem Gerichtsgebäude gejubelt. Der 58 Jahre alte Mediziner blieb dagegen stumm, als ihm noch im Gerichtssaal Handschellen angelegt wurden. Er war sichtlich schockiert von dem Urteil, das viele erwartet hatten. Das Strafmaß soll am 29.11.2011 bekanntgegeben werden, bis dahin bleibt der Arzt hinter Gittern. Murrays Anwälte kündigten an, in Berufung gehen zu wollen.

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OLG Hamm spricht Anlegern der «Dubai 1000 Hotel-Fonds» Schadenersatz zu

Wegen Mängeln im Verkaufsprospekt haften die Gründungsgesellschafter der «Dubai 1000-Hotel-Fonds Gesellschaft», die den Anlegern als künftige Vertragspartner entgegen getreten sind, auf Schadensersatz. Gegenüber der Gesellschaft scheiterten die Anleger hingegen mit ihren Schadensersatzklagen, da die Grundsätze der fehlerhaften Gesellschaft einer Haftung entgegen stünden. Dies hat das Oberlandesgericht Hamm jetzt in mehreren Fällen entschieden (Urteile vom 07.11.2011, Az.: I-8 U 51/11, I-8 U 55/11, I-8 U 71/11 und I-8 U 72/11).

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OVG Magdeburg: Keine Gebühr für Erteilung einer Verlassenserlaubnis nach dem Aufenthaltsgesetz

Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat ein Urteil des Verwaltungsgerichts Halle bestätigt, mit dem ein Gebührenbescheid der Ausländerbehörde für die Erteilung einer Verlassenserlaubnis nach § 12 Abs. 5 AufenthG (Aufenthaltsgesetz) aufgehoben worden ist. Es fehle an einer Rechtsgrundlage für die Erhebung einer solchen Gebühr. Die Revision wurde zugelassen (Urteil vom 26.10.2011, Az.: 2 L 44/10).

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LAG Berlin-Brandenburg bestätigt Kündigung eines Polizisten wegen Herstellung einer Partydroge

Die fristgemäße Kündigung eines Polizeiangestellten im Objektschutz, der außerhalb seines Dienstes die Partydroge «liquid ecstasy» in nicht geringer Menge hergestellt hatte, ist wirksam. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg wies die Kündigungsschutzklage des Mannes ab. Es sei dem Land nicht zuzumuten, einen Polizisten zu beschäftigen, der in schwerwiegender Weise gegen Strafgesetze verstoßen habe (Urteil vom 25.10.2011, Az.: 19 Sa 1075/11).

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LG Frankfurt am Main: Banken müssen Kunden bei Kreditkartentausch auf ihre Rechte hinweisen

Die Bank hat bei einem Wechsel ihres Kreditkartenanbieters vor einem Austauschen der Karten zunächst die betroffenen Kunden über ihre vertraglichen Rechte zu informieren. Laut einer Entscheidung des Landgerichts Frankfurt am Main vom 25.08.2011 (Az.: 2-05 O 192/11) müsse der Kunde dabei entweder dem Wechsel zustimmen oder er sei seitens der Bank auf die Möglichkeit der fristlosen Kündigung hinzuweisen, berichtet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der gegen die Commerzbank geklagt hatte.

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VG Münster: Universität Münster hat Plätze zum Master-Studium BWL rechtsfehlerhaft vergeben

Weil sie die Plätze zum Master-Studium der Betriebswirtschaftslehre rechtsfehlerhaft vergeben hat, muss die Westfälische Wilhelms-Universität Münster sechs abgelehnte Bewerber zum Wintersemester 2011/2012 vorläufig zu dem Studiengang zulassen. Hierzu hat sie das Verwaltungsgericht Münster per einstweiliger Anordnung verpflichtet. Die Bewerber müssen allerdings ihre Einschreibung bei der Hochschule binnen zwei Wochen beantragen (Beschlüsse vom 04.11.2011, Az.: 9 L 417/11 und andere, nicht rechtskräftig).

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AG München: Online-Partnerschaftsvermittlung kein jederzeit kündbarer Dienst höherer Art

Wer die Dienste einer Online-Partnerschaftsvermittlung beansprucht, ist bei einer Kündigung des Vertrags an die vereinbarten Fristen gebunden. Anders als bei klassischen Partnerschaftsvermittlungen kann der Vertrag bei Onlineplattformen nicht jederzeit gekündigt werden, weil es an einem persönlichen Kontakt zwischen Vermittler und Kunden fehlt und es sich damit nicht um Dienste höherer Art handelt. Dies stellt das Amtsgericht München klar (Urteil vom 05.05.2011, Az.: 172 C 28687/10, rechtskräftig).

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Hessischer Justizminister: Richter können nicht auf eigenes EDV-Netz für Justiz pochen

Das hessische Justizministerium und die Landesregierung haben im Anschluss an ein Urteil des Bundesgerichtshofes ein eigenes IT-Netz der hessischen Richter, über das die Richter selber die Kontrolle behalten wollten, abgelehnt. Für Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) zeigt das BGH-Urteil eine bisher nicht in dieser Deutlichkeit geleistete Abgrenzung zwischen richterlicher Unabhängigkeit und der Pflicht der Justizverwaltung, die Unterstützung der Rechtsprechung zu organisieren. Damit sei Rechtssicherheit eingetreten und eine Verletzung der richterlichen Unabhängigkeit durch ein von der Gemeinsamen IT-Stelle des Landes betriebenes EDV-Netz für die Justiz sei nicht zu befürchten, erklärte Hahn am 07.11.2011.

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Bundeskartellamt verhängt Bußgeld gegen Bremer Schweröl-Händler

Das Bundeskartellamt hat nun auch gegen einen Bremer Händler von Schweröl für den Antrieb von Seeschiffen («Bunker») wegen verbotener Preis-, Quoten- und Kundenabsprachen eine Geldbuße verhängt. Dies hat die Behörde am 08.11.2011 mitgeteilt. Gegen einen weiteren beteiligten Hamburger Händler sei bereits 2008 ein Bußgeldbescheid erlassen worden. Insgesamt seien beiden Händlern Bußgelder in Höhe von über 11 Millionen Euro auferlegt worden.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Arbeitnehmereigenschaft wird im Rahmen des § 266a StGB auch gemeinschaftsrechtlich anhand objektiver Kriterien bestimmt

StGB § 266a; StPO § 349 II; AEUV Art. 49

Für die Beurteilung, ob ein sozialversicherungs- und lohnsteuerpflichtiges Arbeitsverhältnis vorliegt, sind allein die tatsächlichen Gegebenheiten maßgeblich, nicht eine zur Verschleierung gewählte Rechtsform. Die Antwort auf die Frage, ob ein Arbeitsverhältnis gegeben ist, hängt auch nach dem Gemeinschaftsrecht von der Gesamtheit der jeweiligen Faktoren und Umstände ab, die die Beziehungen zwischen den Parteien charakterisieren, wie etwa die Beteiligung an den geschäftlichen Risiken des Unternehmens, die freie Gestaltung der Arbeitszeit und der freie Einsatz eigener Hilfskräfte.

BGH, Beschluss vom 27.09.2011 - 1 StR 399/11, BeckRS 2011, 24532

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Nov 9, 2011, 10:37:35 AM11/9/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 9. November 2011

Top-Meldungen

BVerfG: Fünf-Prozent-Sperrklausel bei Europawahlen nichtig

Die bei Europawahlen geltende Fünf-Prozent-Sperrklausel ist verfassungswidrig und nichtig. Die Europawahl 2009 muss aus Gründen des Bestandsschutzes aber dennoch nicht wiederholt werden. Dies hat das Bundesverfassungsgericht mit Urteil vom 09.11.2011 entschieden. Die Sperrklausel verletze die Grundsätze der Wahlrechtsgleichheit und der Chancengleichheit der politischen Parteien. Es sei nämlich davon auszugehen, dass das Parlament auch dann funktionsfähig bleibe, wenn die Klausel wegfalle und kleineren Parteien damit der Einzug ins Parlament erleichtert werde (Az.: 2 BvC 4/10, 2 BvC 6/10, 2 BvC 8/10).

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BGH: Scheinvater kann von Mutter für Unterhaltsregress Benennung des leiblichen Vaters verlangen

Dem Scheinvater steht nach erfolgreicher Vaterschaftsanfechtung und zur Vorbereitung eines Unterhaltsregresses ein Anspruch gegen die Mutter auf Auskunft über die Person zu, die ihr in der gesetzlichen Empfängniszeit beigewohnt hat. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 09.11.2011 hervor. Einen unzulässigen Eingriff in den unantastbaren Bereich des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Mutter verneinten die Richter. Schließlich habe die Auskunftspflichtige bereits durch ihr früheres Verhalten Tatsachen ihres geschlechtlichen Verkehrs während der Empfängniszeit offenbart, die sich als falsch herausgestellt hätten (Az.: XII ZR 136/09).

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BFH: Privater Betreiber einer Photovoltaikanlage kann zu Vorsteuerabzug berechtigt sein

Ein privater Betreiber einer Photovoltaikanlage, der den erzeugten Strom kontinuierlich an einen Energieversorger veräußert, ist umsatzsteuerrechtlich Unternehmer. Dies geht aus drei Urteilen des Bundesfinanzhofs vom 19.07.2011 zu Voraussetzungen und Umfang eines Vorsteuerabzugs bei Installation einer Solarstromanlage hervor. Nach den jetzt veröffentlichten Entscheidungen ist der Anlagenbetreiber grundsätzlich zum Abzug der ihm in Rechnung gestellten Umsatzsteuer aus Aufwendungen berechtigt, die mit seinen Umsätzen aus den Stromlieferungen in direktem und unmittelbarem Zusammenhang stehen (Az.: XI R 29/09, XI R 21/10 und XI R 29/10).

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BGH: Anklage darf auch auf Vertragstexte in englischer Sprache gestützt werden

Für die Wirksamkeit einer Anklage genügt es, wenn diese in ihren wesentlichen Teilen in deutscher Sprache abgefasst ist und den Verfahrensgegenstand ausreichend umgrenzt, sodass der Angeschuldigte den ihm gemachten Tatvorwurf erkennen kann. Diese Voraussetzungen können nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs auch dann erfüllt sein, wenn die Anklage einen Tatvorwurf auf Vertragstexte stützt, die lediglich in englischer Sprache vorliegen (Urteil vom 09.11.2011, Az.: 1 StR 302/11).

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Weitere Nachrichten

BGH bestätigt Ablehnung nachträglicher Sicherungsverwahrung gegen wegen Totschlags Verurteilten

Das Landgericht Bayreuth hat zu Recht die nachträgliche Sicherungsverwahrung gegen einen wegen zweifachen Totschlags Verurteilten abgelehnt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und damit die Revision der Staatsanwaltschaft in Übereinstimmung mit dem Antrag des Generalbundesanwalts verworfen. Das LG habe einen zutreffenden rechtlichen Maßstab angelegt, befand der Erste Strafsenat des BGH mit Blick auf die insoweit maßgebliche Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des Bundesverfassungsgerichts zur nachträglichen Sicherungsverwahrung (Urteil vom 08.11.2011, Az.: 1 StR 231/11).

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Leutheusser-Schnarrenberger stellt Entwurf zur Reform der Sicherungsverwahrung vor

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat am 09.11.2011 im Rahmen der Justizministerkonferenz in Berlin einen Gesetzentwurf für eine Reform der Sicherungsverwahrung vorgelegt. Nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts lege der Entwurf stärkeres Gewicht auf die therapeutische Arbeit mit den Gefangenen, ohne die berechtigten Sicherheitsbelange der Bevölkerung aus den Augen zu verlieren, erläutert Leutheusser-Schnarrenberger. Die jetzt neu entfachte Debatte über die nachträgliche Sicherungsverwahrung habe mit den Vorgaben des BVerfG nichts zu tun, kritisiert die Bundesjustizministerin.

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Merkel will europäische Stabilitätskontrolle mit Klagerecht vor dem EuGH

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will zur Zukunftssicherung der Europäischen Union die Finanzlage der Mitgliedstaaten kontrollieren und zu hohe Schulden rechtlich ahnden lassen. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin plädierte die Kanzlerin dafür, die EU-Verträge so zu korrigieren, dass eine Stabilitätskontrolle samt Klagerecht von EU-Kommission und Mitgliedstaaten vor dem Europäischen Gerichtshof möglich ist.

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Wirtschaftsweise schlagen «Schuldentilgungspakt» der Euro-Länder vor

Die Wirtschaftsweisen haben in ihrem am 09.11.2011 in Berlin vorgelegten Jahresgutachten einen gemeinsamen «Schuldentilgungspakt» vorgeschlagen, um die Staatsfinanzen in der Euro-Zone glaubhaft zu sanieren. Nach dem Modell sollen Schulden, die die Maastricht-Grenze von 60 Prozent übersteigen, in einen gemeinsamen Tilgungsfonds mit gemeinschaftlicher Haftung ausgelagert werden. Gleichzeitig soll für jedes Land ein Konsolidierungspfad festgelegt werden, bei dem die ausgelagerten Schulden eigenverantwortlich in einem Zeitraum von 20 bis 25 Jahren getilgt werden.

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LG Augsburg: Pfahls zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt

Der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls ist zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen Betrugs und betrügerischen Bankrotts verurteilt worden. Der 68-Jährige hatte Millionen besessen und sich gleichzeitig seinen Schuldnern gegenüber als mittellos ausgegeben. Seine Ehefrau muss wegen Beihilfe zum Bankrott und Betrug für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Der mitangeklagte Lobbyist Dieter Holzer erhielt am 09.11.2011 vom Landgericht Augsburg eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten wegen Beihilfe zum Bankrott. Beide hatten Pfahls geholfen, sein Vermögen zu verschleiern (Az.: 501 Js 1433567/09).

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LG Hamburg: 15 Monate Haft für Reemtsma-Entführer Drach wegen versuchter Anstiftung zu räuberischer Erpressung

Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach ist vom Hamburger Landgericht zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Kammer sprach ihn am 08.11.2011 der versuchten Anstiftung zur räuberischen Erpressung (§ 255 StGB) schuldig. Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass er im Februar 2009 mit zwei Briefen aus der Haft heraus versucht hat, einen Bekannten zur Erpressung seines jüngeren Bruders anzustiften.

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LAG Berlin-Brandenburg: Klage gegen Diplomaten wegen angeblicher Ausbeutung einer Hausangestellten ist unzulässig

Diplomaten genießen nach § 18 GVG Immunität von der deutschen Zivilgerichtsbarkeit und können während der Dauer der Immunität auch bei – tatsächlichen oder angeblichen – schweren Rechtsverletzungen nicht gerichtlich in Anspruch genommen werden. Aus diesem Grund hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg mit Urteil vom 09.11.2011 die Klage gegen einen Diplomaten, der wegen behaupteter «ausbeuterischer Beschäftigung» einer Hausangestellten in Anspruch genommen worden war, als unzulässig abgewiesen. Das LAG hat die Revision an das Bundesarbeitsgericht zugelassen (Az.: 17 Sa 1468/11).

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OVG Koblenz: Bundesagentur für Arbeit muss Kosten für Gebärdendolmetscher eines Auszubildenden übernehmen

Die Bundesagentur für Arbeit muss die Kosten für den Gebärdendolmetscher eines gehörlosen Auszubildenden tragen. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz mit Urteil vom 27.10.2011 entschieden. Es handele sich um eine Maßnahme zur beruflichen Rehabilitation im Rahmen der Arbeitsförderung. Träger solcher Rehabilitationsmaßnahmen sei die Agentur für Arbeit. Das OVG hat die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zugelassen (Az.: 7 A 10405/11.OVG).

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Sicherungsverwahrung bleibt Thema bei Herbstkonferenz der Justizminister

Die Reform der Sicherungsverwahrung für Schwerverbrecher sorgt weiterhin für Zwist zwischen Bund und Ländern. Dabei geht es um den Umgang mit Straftätern, bei denen sich erst im Gefängnis herausstellt, dass sie besonders gefährlich sind. Einige Länder pochen auf Lösungen auch für solche Täter. Denn nach den Plänen des Bundesjustizministeriums wird es nicht mehr möglich sein, die Sicherungsverwahrung nachträglich anzuordnen, also nach einem Urteil. Die Justizminister von Bund und Ländern wollen sich am 09.11.2011 auf ihrer Herbsttagung (Herbst-JuMiKo) wieder mit dem Thema beschäftigten.

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VG Düsseldorf verbietet rechtsextreme Kundgebung am Gedenktag zur Reichspogromnacht

Am Gedenktag zur Reichspogromnacht darf keine rechtsextreme Kundgebung stattfinden, da dies eine Provokation und Herabwürigung der Opfer des Nationalsozialismus wäre. Dies hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden und damit den Eilantrag gegen eine Verfügung des Polizeipräsidiums Wuppertal abgelehnt, wonach eine unter dem Motto «Frei, sozial und national! Gegen antifaschistische Hetze und Presselügen» angemeldete rechtsextreme Kundgebung am Gedenktag zur Reichspogromnacht nicht durchgeführt werden darf (Beschluss vom 07.11.2011, Az.: 18 L 1668/11).

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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 10. November 2011

Top-Meldungen

BGH: Admin-C haftet bei Verletzung besonderer Prüfpflichten als Störer

Der administrative Ansprechpartner für eine Domain, der sogenannte Admin-C, haftet für Rechtsverletzungen durch registrierte Domainnamen als Störer, wenn ihn aufgrund besonderer Umstände eine Prüfpflicht trifft. Dies hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 09.11.2011 entschieden. Solche eine Prüfpflicht begründende Umstände lägen vor, wenn aufgrund der Registrierungspraxis des Domaininhabers eine erhöhte Gefahr für Rechtsverletzungen Dritter besteht, weil der Domainname weder vom Inhaber noch von der Denic überprüft wird (Az.: I ZR 150/09).

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BGH entscheidet über Reichweite der Transportversicherung beim Bargeldtransport

Der Bundesgerichtshof hat in einer Reihe von Entscheidungen im Komplex um betrügerische Vorgänge beim Geld- und Werttransportunternehmen HEROS die Reichweite einer Transportversicherung genauer definiert. Schlössen die Bedingungen die Einzahlung durch den Transporteur auf ein Eigen-Konto aus, liege in einer gleichwohl erfolgten Einzahlung ein dem Versicherungsschutz unterfallender Zugriff auf das Transportgut. Ein solcher liege auch dann vor, wenn der Transporteur für seinen Auftraggeber von der Deutschen Bundesbank Bargeld entgegennimmt und es den vertraglichen Vorgaben zuwider nicht an den vorgesehenen Bestimmungsorten abliefert. Der BGH hat die Verfahren jeweils an die Berufungsgerichte zurückverwiesen, um Fragen zur Anfechtbarkeit der Versicherungsverträge zu klären (Urteile vom 09.11.2011, Az.: IV ZR 251/08, IV ZR 15/10, IV ZR 16/10, IV ZR 171/10, und IV ZR 172/10).

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BAG: Nur ordnungsgemäße Unterrichtung über Betriebsübergang setzt Widerspruchsfrist in Lauf

Eine Unterrichtung über einen beabsichtigten Betriebsübergang setzt nur dann die einmonatige Frist für den Widerspruch des Arbeitnehmers gegen den Übergang seines Arbeitsverhältnisses auf den Betriebserwerber in Lauf, wenn sie den gesetzlichen Vorgaben entsprochen hat. Dies stellt das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 10.11.2011 klar (Az.: 8 AZR 277/10).

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BAG: Kein Rücktritt vom Aufhebungsvertrag wegen nicht gezahlter Abfindung während Insolvenzeröffnung

Der Arbeitnehmer kann nach § 323 Abs. 1 BGB grundsätzlich von einem Aufhebungsvertrag zurücktreten, wenn der Arbeitgeber die vereinbarte Abfindung nicht zahlt, das Rücktrittsrecht nicht ausdrücklich oder konkludent abbedungen ist und er dem Arbeitgeber ohne Erfolg eine angemessene Frist zur Zahlung der Abfindung gesetzt hat. Das Rücktrittsrecht aus § 323 Abs. 1 BGB setzt allerdings die Durchsetzbarkeit der Forderung voraus. Daran fehlt es laut Bundesarbeitsgericht, wenn der Schuldner nicht leisten muss oder nicht leisten darf, zum Beispiel, weil ein Insolvenzeröffnungsverfahren über sein Vermögen läuft (Urteil vom 10.11.2011, Az.: 6 AZR 357/10).

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BVerwG: Einzelhandel darf durch regionalplanerische Agglomerationsregelung gesteuert werden

Die im Regionalplan Heilbronn-Franken 2020 festgelegte Agglomerationsregelung zur Steuerung des Einzelhandels ist zulässig und von Gemeinden bei Aufstellung eines Bebauungsplans zu beachten. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 10.11.2011 entschieden (Az.: 4 CN 9.10). Die Agglomerationsregelung ordnet an, dass mehrere selbstständige, je für sich nicht großflächige Einzelhandelsbetriebe bei einer räumlichen Konzentration als Agglomeration anzusehen sind, sofern raumordnerische Wirkungen wie bei einem großflächigen Einzelhandelsbetrieb beziehungsweise Einkaufszentrum zu erwarten sind.

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Weitere Nachrichten

Justizministerkonferenz: Wirtschaftskriminalität muss wirksamer bekämpft werden

Die Justizminister der Länder wollen das deutsche Wirtschaftsstrafrecht zeitgemäß weiterentwickeln. Dafür haben sie am 09.11.2011 ein Paket mit rechtspolitischen Forderungen an die Bundesjustizministerin gerichtet. Darin machen sie sich für wirksamere Möglichkeiten zur Sanktionierung juristischer Personen in Wirtschaftstrafsachen stark. Dies teilt das Justizministerium Thüringen im Anschluss an die Justizministerkonferenz mit, die am 09.11.2011 in Berlin stattgefunden hat.

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Justizministerkonferenz beschließt Anhörung zum Gemeinsamen Europäischen Kaufrecht

Die Justizministerkonferenz will im Mai 2012 eine öffentliche Anhörung zur geplanten Einführung eines optionalen Gemeinsamen Europäischen Kaufrechts durchführen. Dies hat sie auf Initiative Hessens am 09.11.2011 beschlossen, wie das Hessische Justizministerium mitteilt. Jörg-Uwe Hahn, Hessens Justizminister, meint, das alte BGB habe sich bewährt, werde durch ein gemeinsames EU-Kaufrecht aber deutlich an Bedeutung verlieren.

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Experten befürworten mehrheitlich englischsprachige Kammern für internationale Handelssachen

Nach dem Willen des Bundesrates sollen bei den deutschen Landgerichten Kammern für internationale Handelssachen eingerichtet werden, bei denen das Verfahren in englischer Sprache ablaufen soll. Die zu einer Anhörung des Bundestags-Rechtsausschusses am 09.11.2011 geladenen Experten begrüßten überwiegend die Initiative.

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Novelle des Verbraucherinformationsgesetzes stößt bei Experten auf geteiltes Echo

Die Bundesregierung will das im Mai 2008 in Kraft getretene Verbraucherinformationsgesetz (VIG) ändern und hat dazu einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt (BT-Drs. 17/7374), der Gegenstand einer Anhörung am 09.11.2011 war. Nach Ansicht der meisten Sachverständigen werden die Verbraucher von der «dringend überfälligen» Novelle profitieren. Es gab aber auch kritische Töne, wie die Bundestagspressestelle am selben Tag mitteilte.

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Sachverständige wollen besseren Schutz vor Unternehmensübernahmen

Mehrere Sachverständige haben in einem Fachgespräch des Bundestags-Finanzausschusses am 09.11.2011 dringend Änderungen am deutschen Übernahmerecht für Unternehmen angemahnt. Dagegen befürworteten die Vertreter der Deutschen Kreditwirtschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) allenfalls kleinere Änderungen.

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OVG Münster: Klagende Studienbewerber müssen nicht vorläufig zum Medizinstudium zugelassen werden

Die Stiftung für Hochschulzulassung (frühere ZVS) muss keine klagenden Studienbewerber vorläufig wegen überlanger Wartezeit zum Medizinstudium zulassen. Anders als das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschied der 13. Senat des Oberverwaltungsgerichts Münster im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens zu Gunsten der Stiftung (Beschlüsse vom 09.11.2011, Az.: 13 B 1209/11 bis 13 B 1213/11 und 13 B 1224/11).

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OVG Münster: Chemieunternehmen muss kontaminiertes Löschwasser nach Brand entsorgen

Das Iserlohner Chemieunternehmen muss das nach einem Brandeinsatz auf seinem Grundstück 2009 aufgefangene und in Spezialbehältern zwischengelagerte Löschwasser ordnungsgemäß beseitigen. Denn das Unternehmen sei im abfallrechtlichen Sinne als Erzeuger des kontaminierten Löschwassers anzusehen und deshalb zu dessen Entsorgung verpflichtet, befand das Oberverwaltungsgericht Münster und bestätigte eine diesbezügliche Ordnungsverfügung der Bezirksregierung Arnsberg (Az.: 20 A 1181/10).

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VGH Mannheim: NPD darf Bundesparteitag nicht in Offenburg abhalten

Weil parteiinterne politische Veranstaltungen nicht vom Widmungszweck der Offenburger Abtsberghalle erfasst sind, hat es die Stadt Offenburg zu Recht abgelehnt, der NPD die Halle am 12. und 13.11.2011 für ihren Bundesparteitag zur Verfügung zu stellen. Dies hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg entschieden (Az.: 1 S 2966/11).

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Europapolitiker Brok: BVerfG-Urteil zur Fünf-Prozent-Klausel schwächt Deutschland in der EU

Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Wahlrecht für das Europaparlament scharf kritisiert. Die Richter hatten die Fünf-Prozent-Klausel für verfassungswidrig erklärt, unter anderem mit der Begründung, dass das Europäische Parlament keine Regierung wählt, die auf die ständige Unterstützung einer Parlamentsmehrheit angewiesen wäre (in BeckRS 2011, 55547). Der Richterspruch führe zur Schwächung Europas in der Welt und zur Schwächung Deutschlands in Europa, sagte Brok am 09.11.2011 gegenüber der Presse.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

BGH: Ablehnung einer Zeithonorarvereinbarung nicht vertragswidrig

BGB §§ 627, 628 I 2

Die Weigerung des Mandanten, anstelle der gesetzlichen Gebühren eine Zeithonorarvereinbarung abzuschließen, wobei der Anwalt angedroht hatte, im Weigerungsfalle das Mandatsverhältnis zu kündigen, ist nicht vertragswidrig. Kündigt der Rechtsanwalt das Mandatsverhältnis, ohne durch vertragswidriges Verhalten des anderen Teils dazu veranlasst zu sein, steht ihm ein Anspruch auf Vergütung insoweit nicht zu, als der Mandant einen anderen Prozessbevollmächtigten neu bestellen muss, mit dessen Vergütung auch die Tätigkeit des kündigenden Anwalts abgegolten wäre. Von einem Interessenwegfall ist auch auszugehen, soweit die aufgrund der Kündigung neu beauftragten Rechtsanwälte fristgebundene Verfahrenshandlungen nicht mehr vornehmen, fristgebundene Erklärungen nicht mehr abgeben und an vergangenen Terminen nicht mehr teilnehmen können, wenn mit der ihnen geschuldeten gesetzlichen Vergütung auch diese Handlungen abgegolten gewesen wären.

BGH, Urteil vom 29.09.2011 - IX ZR 170/10, BeckRS 2011, 24548

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Nov 11, 2011, 11:04:15 AM11/11/11
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Nachrichten der beck-aktuell-Redaktion vom 11. November 2011

Top-Meldungen

Italienischer Senat stimmt Reformpaket zu

Unter dem Druck der Märkte macht Italien nun Tempo. Der Senat hat am 11.11.2011 ein Spar- und Reformpaket zur Eindämmung der Schuldenkrise gebilligt. Jetzt fehlt noch die Zustimmung des Abgeordnetenhauses. Diese könnte schon am 12.11.2011 folgen. Danach will Ministerpräsident Silvio Berlusconi abtreten.

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VGH Mannheim: Normenkontrolle gegen Landesheimbauverordnung erfolglos

Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim hat mit Urteil vom 27.09.2011 die neue Landesheimbauverordnung Baden-Württembergs vom 18.04.2011 bestätigt. Sie sieht - einmalig im Bundesgebiet - unter anderem vor, dass allen Heimbewohnern ein Einzelzimmer zur Verfügung stehen muss. Dies sei mit höherrangigem Recht vereinbar, entschied der VGH (Az: 6 S 707/10).

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Innenausschuss lehnt Oppositionsvorstöße zu Änderungen im Staatsangehörigkeitsrecht ab

Die Oppositionsfraktionen sind im Innenausschuss des Bundestages mit Vorstößen für erleichterte Einbürgerungen gescheitert. Wie der Pressedienst des Bundestags mitteilt, lehnte die Koalitionsmehrheit von CDU/CSU und FDP am 09.11.2011 drei entsprechende Gesetzentwürfe ab. Alle drei Vorlagen zielen unter anderem auf eine Abkehr vom Grundsatz der Vermeidung von Mehrstaatigkeit, auf eine Verkürzung der Fristen für die Einbürgerung sowie auf einen Verzicht auf das sogenannte Optionsmodell.

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Weitere Nachrichten

FG Berlin-Brandenburg: Aufwendungen für gekoppelte Geburtstags- und Firmenjubiläumsfeier keine abzugsfähigen Betriebsausgaben

Veranstaltet ein Unternehmer eine Feier, um mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern seinen runden Geburtstag und gleichzeitig ein Firmenjubiläum zu feiern, kann er die Kosten der Feier nicht als Betriebsausgaben geltend machen. Dies hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg rechtskräftig entschieden. Die Ausgaben unterfielen als gemischt veranlasste Aufwendungen dem sogenannten Aufteilungs- und Abzugsverbot, weil die privaten und betrieblichen Gründe für die Feier so eng miteinander verzahnt seien, dass eine Aufteilung in einen betrieblich und einen privat veranlassten Teil nicht möglich sei (Urt. v. 16.02.2011, Az.: 12 K 12087/07, BeckRS 2011, 96334).

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BGH hebt auf Notwehr gestützten Freispruch auf

Ein Verfahren um die Tötung eines homosexuellen Freiers muss neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 09.11.2011 die dem Freispruch zugrundeliegende Beweiswürdigung in mehrfacher Hinsicht als rechtsfehlerhaft beanstandet und Notwehr verneint. Der Strafsenat hat ferner eine Verurteilung des 31-jährigen Angeklagten wegen besonders schwerer Vergewaltigung aufgehoben. Eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts muss die Sache jetzt umfassend – die Vergewaltigungstat auf der Grundlage der aufrechterhaltenen Feststellungen zum objektiven Tatgeschehen – neu aufklären und bewerten (Az.: 5 StR 328/11).

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OVG Magdeburg: NPD-Engagement allein rechtfertigt Widerruf einer Bestellung zum Bezirksschornsteinfegermeister nicht

Die Bestellung eines Bezirksschornsteinfegermeisters darf nicht wegen dessen politischen Engagements für die NPD widerrufen werden, solange sich dieses nicht auf die Erfüllung seiner beruflichen Pflichten auswirkt. So hat das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg mit Urteil vom 10.11.2011 entschieden. Denn ein Bezirksschornsteinfegermeister unterliege anders als etwa Beamte nicht der Pflicht zur Verfassungstreue. Das OVG hat die Revision zugelassen (Az.: 1 L 103/10).

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OVG Berlin-Brandenburg: Neuruppin muss NPD Kulturhaus für Bundesparteitag überlassen

Neuruppin muss der NPD das Kulturhaus Stadtgarten für deren Bundesparteitag am 12. und 13.11.2011 überlassen. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandeburg entschieden und damit einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Potsdam bestätigt (Beschluss vom 11.11.2011, Az.: OVG 3 S 142.11).

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Richterbund will gerichtsinterne Mediation gesetzlich verankern

Der Deutsche Richterbund (DRB) spricht sich für eine gesetzliche Verankerung der gerichtsinternen Mediation in dem geplanten Gesetz zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung aus. Wie der Verband mitteilt, begrüßt er daher einen entsprechenden Beschluss der Justizministerkonferenz vom 09.11.2011. In dem Gesetzentwurf der Bundesregierung sei die gerichtsinterne Mediation noch enthalten. Aus den Beratungen im Rechtsausschuss sei jedoch bekannt geworden, dass die gerichtsinterne Mediation aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden soll, kritisiert der Richterbund.

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VG Göttingen: Uni muss weitere Studienplätze bereitstellen

Das Verwaltungsgericht Göttingen hat mit Beschlüssen vom 02. und 04.11.2011 die Georg-August-Universität Göttingen verpflichtet, in den Studiengänge Human- und Zahnmedizin sowie dem Bachelorstudiengang Psychologie vorläufig insgesamt 55 weitere Studenten aufzunehmen. Grund sei ein Sicherheitsaufschlag wegen des nicht umgesetzten «Zukunftsvertrags II», teilt das Gericht mit. Dieser verpflichte die Universitäten zur Ausschöpfung zusätzlicher Studienplatzkapazitäten.

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VG Koblenz: Verbandsgemeinde ist für undichte Kanalanschlüsse verantwortlich

Eine Verbandsgemeinde und nicht die Ortsgemeinde ist für die Sanierung von undichten Anschlüssen der Straßenleitungen in den Hauptkanal zuständig, wenn die Anschlüsse nicht nach dem Stand der Technik hergestellt worden sind. Dies ergibt sich aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz vom 24.10.2011. Die der Stadt gehörenden Straßeneinläufe, einschließlich der Anschlussleitungen bis zum Hauptkanal, seien technisch in ordnungsgemäßem Zustand. Mit Mängeln behaftet sei im entschiedenen Verfahren der in der Verantwortung der Verbandsgemeinde liegende Hauptkanal (Az.: 4 K 357/11.KO).

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VG Stuttgart: Verbot von Buttons pro oder kontra Stuttgart 21 für städtische Mitarbeiter ist rechtswidrig

Das Verbot für Beschäftigte der Stadt Stuttgart, Buttons pro oder kontra Stuttgart 21 im Dienst zu tragen, verletzt das Mitbestimmungsrecht des Gesamtpersonalrates der Stadt. Das hat das Verwaltungsgericht Stuttgart mit Beschluss vom 08.11.2011 entschieden. Es betreffe Regelungen der Ordnung in der Dienststelle und des Verhaltens der Beschäftigten im Sinne von § 79 Abs. 1 Nr. 12 LPVG und sei insofern eine mitbestimmungspflichtige Maßnahme (Az.: PL 22 K 4873/10).

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USA: Twitter muss Daten von Wikileaks-Unterstützern offenlegen

Der Online-Kurzmitteilungsdienst Twitter soll dem US-Justizministerium Daten zu Konten von drei Wikileaks-Unterstützern übergeben - diese Anweisung bestätigte jetzt ein Bezirksrichter im US-Staat Virginia. Die Betroffenen und die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) sprechen von einer Niederlage für die Meinungsfreiheit.

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Ausgewählte Urteilsanalysen

LG Nürnberg-Fürth: Leistungspflicht des Krankentagegeldversicherers in der Freistellungsphase der Altersteilzeit

AVB/KT § 15 Abs. 1c

Der Anspruch auf Leistungen aus einer Krankentagegeldversicherung entfällt nach einem Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth nicht durch den Eintritt des Versicherungsnehmers in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.

LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 28.07.2011 - 11 S 554/11 (AG Nürnberg), BeckRS 2011, 24056

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