Auf der Suche nach dem verlorenen Glück - Yequana

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Karl Dietz

unread,
Jan 28, 2021, 11:06:48 AMJan 28
to tw...@googlegroups.com, aki20, dz-list
Suchte eben nach dem wort glück in all meinen vielen mails ...



Auf der Suche nach dem verlorenen Glück - Yequana - via GoogleBooks==
auf S. 185 === https://books.google.de/books?id=VEly3Qm862IC&pg=185
... #TAO48 #DZ20 ... well, das sind wichtige dinge die da zu lesen
sind auf seite 185. wir alle leben in einer anderen welt. unsere
heisst: kapitalismus.


ab hier ist der gleiche text wie im link oben. halt mit häkchen


> >> Jean Liedloff, "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück"
> >> Seite 185 ff.
> >>
> >> Die Einstellung der ^Yequana zu Geschäftsbeziehungen schien mir ebenso
> >> wie ihre Art,
> >> Neuankömmlinge zu empfangen, auf dem übergreifenden Bedürfnis zu
> >> basieren, keine Spannung
> >> zu schaffen. Ich erhielt die seltene Gelegenheit zu einem weiteren
> >> Einblick in das Ausmass
> >> ihrer Höflichkeit, als ich mit Anchu, dem Dorfältesten der Yequana, ein
> >> Geschäft
> >> abzuwickeln hatte. Es geschah, nachdem er allgemein angeregt hatte, mich
> >> zu einem Verhalten
> >> wie dem ihrigen anzuleiten, anstatt mich auf die übliche Weise als
> >> Nicht-Menschen zu
> >> behandeln, dem man nicht dieselbe Achtung entgegenzubringen braucht wie
> >> einem wirklichen
> >> Menschen (einem Yequana) und von dem man auch nicht die Erwartung hegt,
> >> dass er sich wie ein
> >> solcher benehme. Die Unterweisungen, die er mir gab, bestanden in keinem
> >> Fall aus verbalene
> >> Anleitungen oder Erklärungen, sondern aus Erfahrungen, die meine
> >> angeborene Fähigkeit in mir
> >> hervorbringen oder besser entwirren sollten, das den Umständen am besten
> >> Entsprechende zu
> >> erkennen und zu wählen. Man könnte sagen: Er versuchte, mein
> >> Kontinuum-Gefühl von den
> >> zahllosen Einmischungen, mit der meine eigene Kultur es befrachtet
> >> hatte, zu befreien.
> >>
> >> Es geschah bei der vorerwähnten Gelegenheit, bei der Anchu mich gefragt
> >> hatte, was ich im
> >> Austausch für ein Stück venezianischen Glasschmucks haben wolle. Ich
> >> sagte sofort, ich
> >> wolle Zuckerrohr, da unsere Expedition unseren Zuckervorrat beim Kentern
> >> eines Kanus in einer
> >> Stromschnelle verloren hatte; mein Verlangen nach etwas Süssem glich
> >> allmählich einer
> >> Besessenheit. Am folgenden Tag gingen wir mit seiner Ehefrau zum
> >> Zuckerrohrfeld (bei den
> >> Yequana schneiden nur die Frauen Zuckerrohr), um den Handel zu vollziehen.
> >>
> >> Anchu und ich sassen auf einem Baumstamm neben dem Feld, während die
> >> Frau hineinging und
> >> mit vier Rohren wieder herauskam. Sie liess sie auf die Erde fallen, und
> >> Anchu fragte mich, ob
> >> ich mehr wolle.
> >>
> >> Natürlich wollte ich mehr; ich wollte so viel, wie ich kriegen konnte,
> >> also sagte ich ja.
> >>
> >> Die Ehefrau ging zurück und kam mit zwei weiteren Rohrenwieder. Sie
> >> legte sie zu den
> >> anderen.
> >>
> >> "Mehr?" fragte Anchu mich.
> >>
> >> Und wiederum sagte ich "Ja, mehr!" Aber dann dämmerte es mir. Wir
> >> feilschten nicht in der
> >> Jeder-für-sich-Art, wie ich angenommen hatte. Anchu wollte von mir, dass
> >> ich auf
> >> kameradschaftliche und vertrauende Weise beurteilte, was ein fairer
> >> Tausch sei; und er war
> >> gewillt, sich mit meiner Bewertung abzufinden. Als ich meinen Fehler
> >> erkannte, war ich
> >> verlegen und rief hinter seiner Frau her, die mit ihrer Machete zurück
> >> ins Feld gegangen war.
> >> "Toini!" - Nur eins! Also wurde das Geschäft um sieben Rohre
> >> abgeschlossen, ohne dass der
> >> Handel auf irgendeine Weise beinhaltet hätte, dass sich einer gegen den
> >> anderen stellte,
> >> noch, dass irgendwelche Spannung in einem von uns aufkam (nachdem ich
> >> begriffen hatte).
> >>
> >> Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Handelsmethoden ebenso
> >> "zivilisiert" werden
> >> wie die der Yequana, nicht für sehr hoch ein. Diese Geschichte biete ich
> >> nur als ein Beispiel
> >> dessen, was als gangbarer Weg anerkannt werden kann, wenn die Kultur es
> >> vorschreibt und damit
> >> zu rechnen ist, dass die Mitglieder der Gesellschaft, was ihre
> >> Beweggründe betrifft, eher
> >> sozial als "antisozial" eingestellt sind.
> >>
> >>

 
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