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Auspaehen von Daten

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Erhard Sanio

unread,
Jan 15, 1992, 9:46:46 AM1/15/92
to
In article <1992Jan14.1...@wega.rz.uni-ulm.de>, borc...@laborix.mathematik.uni-ulm.de (Andreas Borchert) writes:

>Ich bin ebenfalls kein Jurist aber schon seit Jahren Systemadministrator
>von zahlreichen Maschinen. Prinzipiell stimme ich natuerlich zu,
>dass dem Systemadministrator private Sachen nicht angehen und reine
>Neugierde in keinem Fall legitimiert ist. Allerdings gibt es
>da ein paar Punkte, die vielleicht im Grenzbereich liegen und
>die Problematik aufzeigen.
>
>(1) [ Datensicherungen ... ]
> ..
>(2) [ Dummuser .. ]
> ..
>(3) [ Loeschen von account-Leichen .. ]
> ..
>(4) [ Verstoesse gegen Benutzerordnung .. ]
> ..
>.. I.a. gibt es eine
>Benutzungsordnung, die definiert wozu die Rechner dienen
>(z.B. Uebungen, Diplomarbeiten etc.) und wozu nicht
>(kommerzielle Software-Entwicklung, Haltung vertraulicher Daten).
>
Meiner Meinung nach liegen die aufgefuehrten Beispiele nicht einmal im
Grenzbereich, sondern im normalen Bereich der Systemverwaltungsaktivitaet.
Es ist nun einmal unvermeidbar, dass ein/e Admin mehr Rechte hat als ge-
woehnliche Benutzer. Soweit daraus gewonnene Erkenntnisse ueber den Bereich
der Verantwortung der/s Admin hinausgehen, folgt daraus nicht mehr als bei
allen irgendwo Beschaeftigten, die beruflich mit evtl. vertraulichem Kram
in Beruehrung kommen, naemlich Verschwiegenheitspflicht.
Bei begruendetem Verdacht auf groben Verstoss gegen die Benutzerordnung (z.B.
jemand ist pro forma immatrikuliert, betreibt aber die Aktivitaet eines Soft-
warehauses auf dem Unirechner) ist ein/e Admin durchaus berechtigt, die ver-
daechtigen Verzeichnisse in Augenschein zu nehmen, sofern die Benutzerordnung
diese Art der Nutzung verbietet (was eigentlich fast immer der Fall sein
duerfte).

Ich habe schonmal erwaehnt, dass Benutzerordnungen noch viel restriktiver
sein koennen (z.B. bei extrem limitierten Ressourcen eines Spezialrechners),
entsprechend groesser sind dann die Befugnisse/Pflichten der Admins.

>Bevor Ihr also den Staatsanwalt verstaendigt (wie in einigen Postings
>vorgeschlagen worden ist), solltet Ihr mal ueberlegen,
>ob man nicht mal nett zum armen gestressten SysOp sein koennte.
>Wir sind normalerweise ganz liebe und verstaendige Mitmenschen. ;-)
Volle Zustimmung.
Eine Anzeige gegen eine/n Admin duerfte ohnehin fast immer ein Schuss in
den Ofen sein, es sei denn, sie wuerden Listen der top 100 readers of
alt.sex mit Namen und Adresse veroeffentlichen, der Inhalt von /usr/mail/*
aushaengen oder Aehnliches. Die Admins sind wohl kaum einmal die Schnueffler,
sie haben genug damit zu tun, die Kisten am laufen zu halten.


>Andreas Borchert | Internet: borc...@mathematik.uni-ulm.de

regards, es

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