Ein Gespenstgeht um

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kischka

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Jan 5, 2011, 9:00:39 PM1/5/11
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Ein Gespenst geht um
Von Arnold Schölzel aus Junge welt
Morgens Sonnenfinsternis in der Bundesrepublik, abends
Spiegel-H
Morgens Sonnenfinsternis in der Bundesrepublik, abends Spiegel-Halluzinationen
Foto: AP
Kommunismus wirkt, in der Bundesrepublik 2011 reicht die bloße Vokabel. Am Montag veröffentlichte jW unter dem Titel »Wege zum Kommunismus« einen Artikel der Linksparteivorsitzenden Gesine Lötzsch. Sie nimmt am kommenden Sonnabend im Rahmen der von jW und zahlreichen Organisationen in Berlin veranstalteten Rosa-Luxemburg-Konferenz an einer Podiumsdiskussion unter dem Titel »Wo bitte geht’s zum Kommunismus? Linker Reformismus oder revolutionäre Strategie – Wege aus dem Kapitalismus« teil. Der Beitrag diente der Vorbereitung auf die Debatte, an der auch die Betriebsratsvorsitzende Katrin Dornheim, die DKP-Vorsitzende Bettina Jürgensen, Claudia Spatz von der Antifa Berlin, das frühere RAF-Mitglied Inge Viett für die Radikale Linke sowie die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke) als Moderatorin teilnehmen. Die Anwesenheit Inge Vietts hatte bereits am Dienstag den innenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, veranlaßt, in der stark rechtslastigen Wochenzeitung Junge Freiheit von »Skandal« zu sprechen (siehe auch jW vom 5.Januar). Am Dienstag abend setzte die Internetseite Spiegel online auf die bräunliche Postille eins drauf und verkündete: »Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei.« Autor Stefan Berg hält auch »das Umfeld der Veröffentlichung« für einen »Skandal«: Der Text, den er falsch als Vorabdruck einer Rede bezeichnet, stehe im »Marxistenblatt junge Welt«. Berg empörte sich: »Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der Lötzsch über den Kommunismus spricht, vergißt sie dessen Blutspur.«

Am Mittwoch meldete Bild die Spiegel-Enten auf Seite eins, Welt online phantasierte eine Zeitlang von »dem DKP-Vorsitzenden« als Teilnehmer der Diskussion – dann brachen im Politikbetrieb alle Dämme. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe warf Lötzsch eine »skandalöse Kommunismussehnsucht« vor. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sekundierte, die Politikerin stehe »außerhalb unserer Verfassung«. Die Linkspartei müsse nun unbedingt wieder flächendeckend in ganz Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Der Leiter der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, fand den Lötzsch-Text »schmerzlich und unerträglich« für die Opfer des Kommunismus und forderte Lötzsch auf, ihre Teilnahme an der Rosa-Luxemburg-Konferenz abzusagen. Aus der eigenen Partei kam u.a. das etwas irrlaufende Statement des Berliner Landesvorsitzenden Klaus Lederer: »Wir haben Gesine Lötzsch bislang nicht als eine Vorsitzende erlebt, die die Linke in eine kommunistische Partei umwandeln will. Wir gehen davon aus, daß die vollständige Rede von Gesine Lötzsch uns keinen Grund geben wird, unsere Ansicht zu ändern.« Argumentationsstark äußerten sich auch SPD-Größen mit Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier an der Spitze: »Ich faß’ mir an den Kopf«.

Gesine Lötzsch kommentierte die Aufwallungen in einer Presseerklärung: »Der wutschnaubende Verriß meines jungeWelt-Beitrages durch den Spiegel zeigt, wie verunsichert das Establishment ist, wenn es um Alternativen zum kapitalistischen System geht.« Sie habe die Fragestellung der Podiumsdiskussion aufgegriffen, plädiere für linke Reformen und einen demokratischen Sozialismus nach den Ideen Rosa Luxemburgs.
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Heiko Winckel-Rienhoff

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Jan 6, 2011, 4:47:16 AM1/6/11
to LINKE KTF OD, DIE LINKE OD, Linke Berlin, sekreta...@die-linke.de
Liebe Genossinnen und Genossen,

wenn man den Original-Text liest und die Reaktion von Gesine L�tzsch auf die Kritik daran, wird nicht besser, was sie da geschrieben hat. Ich jedenfalls habe gestern dem Parteivorstand eine Mail geschickt, wie man so bl�d sein, so etwas Undifferenziertes� und Fahrl�ssiges �ber den "Kommunismus" zu schreiben und habe L�tzsch aufgefordert zur�ckzutreten.

Heute morgen hat mich unser B�rgerliches Mitglied in der Kreistagsfraktion Martin Schacht angerufen und deswegen (und wegen der Diskussionsteilnahme Inge Vietts) seinen Partei- und Fraktionsaustritt erkl�rt.

Vielen Dank Gesine L�tzsch!


Heiko Winckel-Rienhoff







Am 06.01.2011 03:00, schrieb kischka:
Ein Gespenst geht um
Von Arnold Sch�lzel aus Junge welt
Morgens Sonnenfinsternis in der
                        Bundesrepublik, abends

                        Spiegel-H
Morgens Sonnenfinsternis in der Bundesrepublik, abends Spiegel-Halluzinationen
Foto: AP
Kommunismus wirkt, in der Bundesrepublik 2011 reicht die blo�e Vokabel. Am Montag ver�ffentlichte jW unter dem Titel �Wege zum Kommunismus� einen Artikel der Linksparteivorsitzenden Gesine L�tzsch. Sie nimmt am kommenden Sonnabend im Rahmen der von jW und zahlreichen Organisationen in Berlin veranstalteten Rosa-Luxemburg-Konferenz an einer Podiumsdiskussion unter dem Titel �Wo bitte geht�s zum Kommunismus? Linker Reformismus oder revolution�re Strategie � Wege aus dem Kapitalismus� teil. Der Beitrag diente der Vorbereitung auf die Debatte, an der auch die Betriebsratsvorsitzende Katrin Dornheim, die DKP-Vorsitzende Bettina J�rgensen, Claudia Spatz von der Antifa Berlin, das fr�here RAF-Mitglied Inge Viett f�r die Radikale Linke sowie die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke) als Moderatorin teilnehmen. Die Anwesenheit Inge Vietts hatte bereits am Dienstag den innenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, veranla�t, in der stark rechtslastigen Wochenzeitung Junge Freiheit von �Skandal� zu sprechen (siehe auch jW vom 5.Januar). Am Dienstag abend setzte die Internetseite Spiegel online auf die br�unliche Postille eins drauf und verk�ndete: �Linke-Chefin erkl�rt Kommunismus zum Ziel der Partei.� Autor Stefan Berg h�lt auch �das Umfeld der Ver�ffentlichung� f�r einen �Skandal�: Der Text, den er falsch als Vorabdruck einer Rede bezeichnet, stehe im �Marxistenblatt junge Welt�. Berg emp�rte sich: �Mit der gleichen Selbstverst�ndlichkeit, mit der L�tzsch �ber den Kommunismus spricht, vergi�t sie dessen Blutspur.�

Am Mittwoch meldete Bild die Spiegel-Enten auf Seite eins, Welt online phantasierte eine Zeitlang von �dem DKP-Vorsitzenden� als Teilnehmer der Diskussion � dann brachen im Politikbetrieb alle D�mme. CDU-Generalsekret�r Hermann Gr�he warf L�tzsch eine �skandal�se Kommunismussehnsucht� vor. CSU-Generalsekret�r Alexander Dobrindt sekundierte, die Politikerin stehe �au�erhalb unserer Verfassung�. Die Linkspartei m�sse nun unbedingt wieder fl�chendeckend in ganz Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Der Leiter der Gedenkst�tte Berlin-Hohensch�nhausen, Hubertus Knabe, fand den L�tzsch-Text �schmerzlich und unertr�glich� f�r die Opfer des Kommunismus und forderte L�tzsch auf, ihre Teilnahme an der Rosa-Luxemburg-Konferenz abzusagen. Aus der eigenen Partei kam u.a. das etwas irrlaufende Statement des Berliner Landesvorsitzenden Klaus Lederer: �Wir haben Gesine L�tzsch bislang nicht als eine Vorsitzende erlebt, die die Linke in eine kommunistische Partei umwandeln will. Wir gehen davon aus, da� die vollst�ndige Rede von Gesine L�tzsch uns keinen Grund geben wird, unsere Ansicht zu �ndern.� Argumentationsstark �u�erten sich auch SPD-Gr��en mit Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier an der Spitze: �Ich faߒ mir an den Kopf�.

Gesine L�tzsch kommentierte die Aufwallungen in einer Presseerkl�rung: �Der wutschnaubende Verri� meines jungeWelt-Beitrages durch den Spiegel zeigt, wie verunsichert das Establishment ist, wenn es um Alternativen zum kapitalistischen System geht.� Sie habe die Fragestellung der Podiumsdiskussion aufgegriffen, pl�diere f�r linke Reformen und einen demokratischen Sozialismus nach den Ideen Rosa Luxemburgs.
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Heiko Winckel-Rienhoff
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Rolf Heitmann

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Jan 6, 2011, 5:02:44 AM1/6/11
to Heiko Winckel-Rienhoff, LINKE KTF OD, DIE LINKE OD, Linke Berlin, sekreta...@die-linke.de

Herzlichen Glückwunsch, wenn ihr so weiter macht, brauchen wir zur nächsten Wahl nicht mehr anzutreten und

wir können uns den Aufwand für unseren Neujahrsempfang sparen.     Rolf.

 

Von: dielinke...@googlegroups.com [mailto:dielinke...@googlegroups.com] Im Auftrag von Heiko Winckel-Rienhoff
Gesendet: Donnerstag, 6. Januar 2011 10:47
An: LINKE KTF OD; DIE LINKE OD; Linke Berlin; sekreta...@die-linke.de
Betreff: Re: [Die LINKE-Stormarn] Ein Gespenstgeht um

 

Liebe Genossinnen und Genossen,

wenn man den Original-Text liest und die Reaktion von Gesine Lötzsch auf die Kritik daran, wird nicht besser, was sie da geschrieben hat. Ich jedenfalls habe gestern dem Parteivorstand eine Mail geschickt, wie man so blöd sein, so etwas Undifferenziertes  und Fahrlässiges über den "Kommunismus" zu schreiben und habe Lötzsch aufgefordert zurückzutreten.

Heute morgen hat mich unser Bürgerliches Mitglied in der Kreistagsfraktion Martin Schacht angerufen und deswegen (und wegen der Diskussionsteilnahme Inge Vietts) seinen Partei- und Fraktionsaustritt erklärt.

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Am 06.01.2011 03:00, schrieb kischka:

Ein Gespenst geht um

Von Arnold Schölzel aus Junge welt

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Morgens Sonnenfinsternis in der Bundesrepublik, abends Spiegel-Halluzinationen

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Kommunismus wirkt, in der Bundesrepublik 2011 reicht die bloße Vokabel. Am Montag veröffentlichte jW unter dem Titel »Wege zum Kommunismus« einen Artikel der Linksparteivorsitzenden Gesine Lötzsch. Sie nimmt am kommenden Sonnabend im Rahmen der von jW und zahlreichen Organisationen in Berlin veranstalteten Rosa-Luxemburg-Konferenz an einer Podiumsdiskussion unter dem Titel »Wo bitte geht’s zum Kommunismus? Linker Reformismus oder revolutionäre Strategie – Wege aus dem Kapitalismus« teil. Der Beitrag diente der Vorbereitung auf die Debatte, an der auch die Betriebsratsvorsitzende Katrin Dornheim, die DKP-Vorsitzende Bettina Jürgensen, Claudia Spatz von der Antifa Berlin, das frühere RAF-Mitglied Inge Viett für die Radikale Linke sowie die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke) als Moderatorin teilnehmen. Die Anwesenheit Inge Vietts hatte bereits am Dienstag den innenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, veranlaßt, in der stark rechtslastigen Wochenzeitung Junge Freiheit von »Skandal« zu sprechen (siehe auch jW vom 5.Januar). Am Dienstag abend setzte die Internetseite Spiegel online auf die bräunliche Postille eins drauf und verkündete: »Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei.« Autor Stefan Berg hält auch »das Umfeld der Veröffentlichung« für einen »Skandal«: Der Text, den er falsch als Vorabdruck einer Rede bezeichnet, stehe im »Marxistenblatt junge Welt«. Berg empörte sich: »Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der Lötzsch über den Kommunismus spricht, vergißt sie dessen Blutspur.«

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Heiko Winckel-Rienhoff
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MargHo...@aol.com

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Jan 6, 2011, 9:32:40 AM1/6/11
to winckel-...@t-online.de, frak...@die-linke-stormarn.de, dielinke...@googlegroups.com, parteiv...@die-linke.de, sekreta...@die-linke.de
Hallo Ihr Linken, man sollte erst mal miteinander diskutieren, statt gleich auszutreten. Wenn die bürgerliche Presse gegen eine Linke schießt, ist immer Vorsicht geboten. Wer gleich mitschießt, verhält sich unsolidarisch und oberflächlich. Erst genau nachlesen und darüber reden. Der Text ist vor dem Hintergrund der Ermordung Rosa Luxemburgs entstanden und ist eine theoretische, eher wissenscháftliche , Abhandlung. Gruß Margarete und Wulf

Gerd Mahrt

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Jan 7, 2011, 2:47:31 PM1/7/11
to LINKE KTF OD, DIE LINKE OD, Linke Berlin, sekreta...@die-linke.de, Heiko Winckel-Rienhoff
gestern hatte ich unten stehenden Text über info@die-linke-stormarn verschickt. Da die aber offensichtlich nicht weitergeleitet wurde, jetzt dieser Weg!

Hallo Genossinnen und Genossen,

gerade habe ich mir die Zeit genommen und mal gelesen, was Gesine geschrieben hat.
Ich verstehe eure  Aufregung nicht. Gesine hat doch genau das geschrieben, was wir hoffentlich alle wollen, einen demokratischen Sozialismus! Natürlich will DIE LINKE die Gesellschaft verändern. Das wollen und tun die anderen Parteien doch auch.
Ich muss Margarete und Wulf voll zustimmen, also regt euch wieder ab und lasst uns weiter gemeinsam Politik für normalos machen.

Mit solidarischen Grüßen

Gerd und Silke



Von: "Heiko Winckel-Rienhoff" <winckel-...@t-online.de>
Gesendet: 06.01.2011 10:47:16
An: "LINKE KTF OD" <frak...@die-linke-stormarn.de>, "DIE LINKE OD" <dielinke...@googlegroups.com>, "Linke Berlin" <parteiv...@die-linke.de>, sekreta...@die-linke.de

Betreff: Re: [Die LINKE-Stormarn] Ein Gespenstgeht um

Liebe Genossinnen und Genossen,

wenn man den Original-Text liest und die Reaktion von Gesine Lötzsch auf die Kritik daran, wird nicht besser, was sie da geschrieben hat. Ich jedenfalls habe gestern dem Parteivorstand eine Mail geschickt, wie man so blöd sein, so etwas Undifferenziertes  und Fahrlässiges über den "Kommunismus" zu schreiben und habe Lötzsch aufgefordert zurückzutreten.

Heute morgen hat mich unser Bürgerliches Mitglied in der Kreistagsfraktion Martin Schacht angerufen und deswegen (und wegen der Diskussionsteilnahme Inge Vietts) seinen Partei- und Fraktionsaustritt erklärt.

Vielen Dank Gesine Lötzsch!


Heiko Winckel-Rienhoff






Am 06.01.2011 03:00, schrieb kischka:
Ein Gespenst geht um
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Morgens Sonnenfinsternis in der                         Bundesrepublik, abends                          Spiegel-H'); -->
Morgens Sonnenfinsternis in der Bundesrepublik, abends Spiegel-Halluzinationen
Foto: AP
Kommunismus wirkt, in der Bundesrepublik 2011 reicht die bloße Vokabel. Am Montag veröffentlichte jW unter dem Titel »Wege zum Kommunismus« einen Artikel der Linksparteivorsitzenden Gesine Lötzsch. Sie nimmt am kommenden Sonnabend im Rahmen der von jW und zahlreichen Organisationen in Berlin veranstalteten Rosa-Luxemburg-Konferenz an einer Podiumsdiskussion unter dem Titel »Wo bitte geht’s zum Kommunismus? Linker Reformismus oder revolutionäre Strategie – Wege aus dem Kapitalismus« teil. Der Beitrag diente der Vorbereitung auf die Debatte, an der auch die Betriebsratsvorsitzende Katrin Dornheim, die DKP-Vorsitzende Bettina Jürgensen, Claudia Spatz von der Antifa Berlin, das frühere RAF-Mitglied Inge Viett für die Radikale Linke sowie die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke) als Moderatorin teilnehmen. Die Anwesenheit Inge Vietts hatte bereits am Dienstag den innenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, veranlaßt, in der stark rechtslastigen Wochenzeitung Junge Freiheit von »Skandal« zu sprechen (siehe auch jW vom 5.Januar). Am Dienstag abend setzte die Internetseite Spiegel online auf die bräunliche Postille eins drauf und verkündete: »Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei.« Autor Stefan Berg hält auch »das Umfeld der Veröffentlichung« für einen »Skandal«: Der Text, den er falsch als Vorabdruck einer Rede bezeichnet, stehe im »Marxistenblatt junge Welt«. Berg empörte sich: »Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der Lötzsch über den Kommunismus spricht, vergißt sie dessen Blutspur.«

Am Mittwoch meldete Bild die Spiegel-Enten auf Seite eins, Welt online phantasierte eine Zeitlang von »dem DKP-Vorsitzenden« als Teilnehmer der Diskussion – dann brachen im Politikbetrieb alle Dämme. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe warf Lötzsch eine »skandalöse Kommunismussehnsucht« vor. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sekundierte, die Politikerin stehe »außerhalb unserer Verfassung«. Die Linkspartei müsse nun unbedingt wieder flächendeckend in ganz Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Der Leiter der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, fand den Lötzsch-Text »schmerzlich und unerträglich« für die Opfer des Kommunismus und forderte Lötzsch auf, ihre Teilnahme an der Rosa-Luxemburg-Konferenz abzusagen. Aus der eigenen Partei kam u.a. das etwas irrlaufende Statement des Berliner Landesvorsitzenden Klaus Lederer: »Wir haben Gesine Lötzsch bislang nicht als eine Vorsitzende erlebt, die die Linke in eine kommunistische Partei umwandeln will. Wir gehen davon aus, daß die vollständige Rede von Gesine Lötzsch uns keinen Grund geben wird, unsere Ansicht zu ändern.« Argumentationsstark äußerten sich auch SPD-Größen mit Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier an der Spitze: »Ich faß’ mir an den Kopf«.

Gesine Lötzsch kommentierte die Aufwallungen in einer Presseerklärung: »Der wutschnaubende Verriß meines jungeWelt-Beitrages durch den Spiegel zeigt, wie verunsichert das Establishment ist, wenn es um Alternativen zum kapitalistischen System geht.« Sie habe die Fragestellung der Podiumsdiskussion aufgegriffen, plädiere für linke Reformen und einen demokratischen Sozialismus nach den Ideen Rosa Luxemburgs.
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Jan 8, 2011, 4:35:00 AM1/8/11
to Heiko Winckel-Rienhoff, LStormarn goolegroup, Volker Hutfils, "Michael Schröder VVN", Cartsen Friedrichs
Hallo Herr Winckel-Rienhoff,
bevor man so reagiert, wie Sie es getan haben,wäre es doch klüger gewesen, sich Gesine Lötzsch Text zur Debatte: "Wo bitte geht`s zum Kommunismus? Linker Reformismus oder revolutionärer Strategie- Wege aus dem Kapitalismus" auf der Rosa Luxemburg Konferenz am 8. Jan. 2011 genau durchzulesen, dann wäre Ihnen die Blamage erspart geblieben, der sie jetzt, so hoffen wir, tausendfach ausgesetzt sind. Haben Sie vergessen, dass sie in einer Linkspartei sind und nicht in der SPD. Sie kommen doch von der SPD?
Die Süddeutsche Zeitung schreibt sinngemäß, wenn die Überschrift in der j.w. nicht "Wege zum Kommunismus" gehießen hätte,hätte sich niemand groß aufgeregt. Sie sollten sich doch die Frage stellen, wer diese "Aufregung" in die Welt setzt. Das sind sicherlich nicht Freunde der Linkspartei!
Sie haben Ihrer Partei keinen guten Dienst erwiesen mit Ihrem "Schnellschuss".

Lore und Bernd Meimberg  


"Heiko Winckel-Rienhoff" <winckel-...@t-online.de> schrieb:
Liebe Genossinnen und Genossen,

wenn man den Original-Text liest und die Reaktion von Gesine Lötzsch auf die Kritik daran, wird nicht besser, was sie da geschrieben hat. Ich jedenfalls habe gestern dem Parteivorstand eine Mail geschickt, wie man so blöd sein, so etwas Undifferenziertes  und Fahrlässiges über den "Kommunismus" zu schreiben und habe Lötzsch aufgefordert zurückzutreten.

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Heiko Winckel-Rienhoff






Am 06.01.2011 03:00, schrieb kischka:
Ein Gespenst geht um
Von Arnold Schölzel aus Junge welt

Heiko Winckel-Rienhoff

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Jan 8, 2011, 12:04:16 PM1/8/11
to LoBeMe...@t-online.de, LStormarn goolegroup, Volker Hutfils, Michael Schröder VVN, Cartsen Friedrichs


Hallo,

wenn sich mittlerweile Lafontaine, Gysi, Bartsch und Ramelow in unterschiedlich rücksichtsvoller, aber inhaltlich eindeutiger Weise von Gesine Lötzsch' Aussagen distanzieren und sie selbst sich eifrig bemüht, in Interviews und Artikeln (z. B. Frankfurter Rundschau und Neues Deutschland) wieder zu korrigieren, was sie da missformuliert hat, dann kann ich ja so falsch mit meiner Einschätzung nicht gewesen sein!

Solidarische Grüße

Heiko Winckel-Rienhoff
Ein Gespenst geht um
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Heiko Winckel-Rienhoff
Dorfstr. 42 23847 Westerau
T. 04539 891667 Fax 8379
mobil 0173 9841430
Winckel-...@t-online.de

h.-p.

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Jan 9, 2011, 9:19:49 AM1/9/11
to DIE LINKE. STORMARN
Eine Antwort eines Sympatisanten und Wähler von uns Prof. Dr. Thomas
Metscher:
 
Zum tragikomischen Affentheater, mit dem die politische Öffentlichkeit
nahezu aller Couleurs auf den Beitrag von Gesine Lötzsch reagierte,
habt Ihr trefflich Stellung bezogen. Das Wichtigste wurde gesagt.
Lediglich ein Gesichtspunkt seien dem Gesagten zur Verdeutlichung
angefügt.
Der Beitrag von Lötzsch gehört, sprachlich wie gedanklich, zum Besten,
was ich aus der Feder einer politisch führende Person in den letzten
Jahren gelesen habe. Er erläutert in knapper Form und großer Klarheit
die Konturen einer linken Politik mit sozialistischer, ultimativ
kommunistischer Zielsetzung. Fern jeder Zweideutigkeit und jedem
abstrakten Geraune abhold stellt er heraus, daß eine zukünftige
sozialistische Gesellschaft nur in der Verbindung von gemeinsamer
Kontrolle der Mehrheit der Menschen über die
gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Reproduktion und größtmöglicher
Freiheit der Einzelnen Existens haben kann. Sie erläutert es mit Blick
auf Luxemburg, es wäre aber auch mit Blick auf Marx zu begründen. Dies
gilt für das Ziel und für den Weg zu ihm. Es ist dies, in ihrer
Terminologie, die Essenz eines demokratischen Sozialismus.
Die Reaktion auf diesen Gedanken offenbart einen desaströsen Zustand
des Bewußtseins der herrschenden politischen Klasse und ihrer medialen
Claqueure. Was sich auftut, ist ein beklemmenden Szenario, in dem eine
kretineske Ignoranz sich mit zynischen Machtarroganz ununterscheidbar
micht, flankiert von dem kriecherischen Opportunismus derer, die an
der Macht teilnehmen wollen. Man glaubt sich in das Deutschland der
Demagogenverfolgung oder der Sozialistengesetze zurück versetzt. Die
Linke - im weitesten Sinn - sollte darauf geschlossen und offensiv
reagieren. Den Seehofers, Dobrindts, Gabriels und wie sie alle heißen,
soll sie ins Stammbuch schreiben, daß, wer eine solche Auffassung für
verfassungswidrig und observierungsbedürftig erklärt, die Verfassung
nicht kennt oder wie einen bloßen Fetzen Papier behandelt. Denn es
gibt heute immer noch die legale Basis für sozialistische
Zielsetzungen in dieser Gesellschaft, wie schlecht sie sonst auch sei.
So ist im Grundgesetz, § 15 die Möglichkeit einer sozialistischen
Gesellschaft durchaus festgeschrieben - sehr zum Verdruß aller
Reaktionäre. Was übrigens Heribert Prantl, Leiter für Inneres und
Chefredaktion Süddeutsche Zeitung, in einem zum Zeitpunkt der tiefsten
Krise veröffentlichten Artikel eigens bestätigt hat. Es wurde
seinerzeit nicht näher kommentiert, und auch die SZ hat es
mittlerweile offensichtlich vergessen. Wir tun gut daran, uns zu
erinnern und sollten Verfassungstext samt Prantl-Artikel der
politischen Klasse Deutschlands um die Ohren schlagen.
 
Mit freundlichem Gruß
Thomas Metscher 


On 6 Jan., 10:47, Heiko Winckel-Rienhoff <winckel-rienh...@t-
online.de> wrote:
> Liebe Genossinnen und Genossen,
>
> wenn man den Original-Text liest und die Reaktion von Gesine L�tzsch auf
> die Kritik daran, wird nicht besser, was sie da geschrieben hat. Ich
> jedenfalls habe gestern dem Parteivorstand eine Mail geschickt, wie man
> so bl�d sein, so etwas Undifferenziertes  und Fahrl�ssiges �ber den

Lorenz Gösta Beutin

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Jan 10, 2011, 9:29:49 AM1/10/11
to DIE LINKE. STORMARN
EINLADUNG: Rechts gleich links??? Über Ursachen, Funktionen und Folgen einer
fatalen Gleichsetzung

Liebe Leute,

erst einmal wünsche ich Euch ein gutes neues Jahr!

Ich weiß gar nicht, ob das schon über den Verteiler des KV Stormarn gegangen
ist: Vor einiger Zeit hatten wir im Kreisverband ja eine Diskussion über die
Frage des "Extremismus". Angesichts der aufgeblähten aktuellen
Kommunismus-Debatte, in der aus der CSU sogar das Verbot der LINKEN
gefordert wird, ist die Veranstaltung zum Extremismusbegriff am Mittwoch
aber doppelt spannend. Es würde mich freuen, wenn die eine oder der andere
die Fahrt nach Kiel auf sich nimmt und mitdiskutiert!

Beste Grüße

Euer Gösta

-----------------------------

Rechts gleich links??? Über Ursachen, Funktionen und Folgen einer fatalen
Gleichsetzung

Mittwoch, 12. Januar 2011, 19 Uhr
Veranstaltungszentrum "Die Pumpe", Haßstraße 22, 24103 Kiel

Wer nicht zur politisch legitimierten Mitte zählt, wird unter den Verdacht
des "Extremismus" gestellt. Die bürgerliche Mitte kann damit unerwünschte
Akteure und Positionen ausgrenzen, ohne sich argumentativ mit diesen
auseinandersetzen zu müssen. Humanistisch-emanzipatorische Politikansätze
werden mit der menschenverachtenden Ideologie der extremen Rechten
gleichgesetzt. Mit dem Begriff des "Extremismus" und der sog.
Totalitarismusdebatte wird versucht, fortschrittliche linke Politik zu
ächten und zu bekämpfen. Mitglieder der LINKEN werden pauschal unter
Extremismusverdacht gestellt, autonome Antifaschisten werden mit den Nazis
auf eine Stufe gestellt. Die Große Koalition in Berlin widmet mittlerweile
einen Teil der Gelder der "Rechtsextremismusprogramme" nunmehr zur
Bekämpfung von "Linksextremismus" um.

Folgende und Eure Fragen wollen wir mit unserem Referenten Dr. Gerd Wiegel
diskutieren:

Wie definiert sich der Begriff und wer definiert, was "extrem" ist? Was
besagt die Totalitarismustheorie? Welche Rolle hat der Verfassungsschutz?
Wie wollen wir mit dem Begriff umgehen? Mit welchen Argumenten begegnen wir
den Stigmatisierungsversuchen der herrschenden Politik und welche Bedeutung
hat die Debatte für die antifaschistische Bündnisarbeit?

Dr. Gerd Wiegel ist Referent gegen Rechtsextremismus und für Antifaschismus
der Bundestagsfraktion DIE LINKE. Zahlreiche Veröffentlichungen zu den
Themen extreme Rechte, Geschichtspolitik und Kritik des Extremismusansatzes.

Veranstalter: Autonome Antifa Koordination Kiel, DIE LINKE. Kreisverband
Kiel, Netzwerk politische Bildung der LINKEN Schleswig-Holstein.

NeofaschistInnen sowie Mitglieder von NPD, DVU und Freien Kameradschaften
sind von der Veranstaltung nach § 6 VersG. ausgeschlossen.

h.-p.

unread,
Jan 11, 2011, 7:35:48 AM1/11/11
to DIE LINKE. STORMARN
Liebe Freunde anbei zwei Texte von Heidi und Wolfgang zur Kommunismus
Debatte:

Thomas Mann (1875-1955)
„Sie sehen, daß ich in einem Sozialismus, in dem die Idee der
Gleichheit die der Freiheit vollkommen überwiegt, nicht das
menschliche Ideal erblicke, und ich glaube, ich bin vor dem Verdacht
geschützt, ein Vorkämpfer des Kommunismus zu sein. Trotzdem kann ich
nicht umhin, in dem Schrecken der bürgerlichen Welt vor dem
Kommunismus, diesem Schrecken, von dem der Faschismus so lange gelebt
hat, etwas Abergläubisches und Kindisches zu sehen, die Grundtorheit
unserer Epoche. Dieses Wort gleicht tatsächlich einem Schreckgespenst
für Kinder. Der Kommunismus ist der Gottseibeiuns der Bourgeoisie,
genau so wie um das Jahr 1880 bei uns in Deutschland die
Sozialdemokratie war. Das war damals, unter Bismarck, der Inbegriff
aller sansculottischen Zerstörung und Auflösung, des chaotischen
Umsturzes. Ich höre noch unseren Schuldirektor, als einige böse Buben
unter uns Tische und Bänke mit dem Messer zerschnitten hatten, uns
anfahren: „Ihr habt Euch benommen wie die Sozialdemokraten!“ Heute
würde er sagen: Wie die Kommunisten!, denn der Sozialdemokrat, das ist
unterdessen ein kreuzbraver Mann geworden, vor dem niemand sich
fürchtet.

Verstehen Sie mich recht: Der Kommunismus ist ein scharf
umschriebenes, politisch-ökonomisches Programm, gegründet auf die
Diktatur einer Klasse, des Proletariats, geboren aus dem historischen
Materialismus des neunzehnten Jahrhunderts, und in dieser Form stark
zeitgebunden. Er ist aber als Vision zugleich viel älter und enthält
auch wieder Elemente, die erst einer Zukunftswelt angehören. Älter ist
er, weil schon die religiösen Volksbewegungen des ausgehenden
Mittelalters einen eschatologisch-kommunistischen Charakter hatten:
schon damals sollten Erde, Wasser, Luft, das Wild, die Fische, und
Vögel allen gemeinsam gehören1, auch die Herren sollten um das
tägliche Brot arbeiten, und alle Lasten und Steuern sollten aufgehoben
sein. So ist der Kommunismus älter als Marx und das neunzehnte
Jahrhundert. Der Zukunft aber gehört er insofern an, als die Welt, die
nach uns kommt, in der unsere Kinder und Enkel leben werden und die
langsam ihre Umrisse zu enthüllen beginnt, schwerlich ohne
kommunistische Züge vorzustellen ist: das heißt, ohne die Grundidee
des gemeinsamen Besitz- und Genußrechtes an den Gütern der Erde, ohne
fortschreitende Einebnung der Klassenunterschiede, ohne das Recht auf
Arbeit und die Pflicht zur Arbeit für alle.2

„Unterdessen aber habe ich es ja mit allen Redlichen verdorben durch
meinen ‚Kommunismus’ und bekomme täglich schreckliche Dinge über meine
moralische Eklipse zu lesen. Die Welt ist komplett verrückt. Wenn man
1932 dem Glauben Ausdruck gab, daß eine organisierte Plan- und
Einheitswelt kommen wird, eine gemeinsame Verwaltung der Erde und eine
Güterverteilung, unter der es nicht mehr tausend Millionen hungernder
Menschen geben wird, so blieb man doch halbwegs ein Ehrenmann. Heute
fällt bei ebensolchen Worten die gleichgeschaltete Wut der ganzen
Atlantic Pact-Presse, hochrote Männer und keifende Weiber, über einen
her und erklärt Mensch und Werk für ewig entehrt und abgetan.

In 50 Jahren wird der ganze wilde Zank, wie frühere Polaritäten und
unversöhnliche Gegensätze, sich in der Civilisation aufgelöst haben;
wobei sich zeigen wird, daß der ‚Westen’ mehr vom ‚Osten’ gelernt hat,
als umgekehrt.“3

Hier zitiert Thomas Mann indirekt Thomas Müntzer, der die Herren und
Fürsten anklagte, die benannten Güter und Tiere sich selber
anzueignen. Aus dem Essai „Schicksal und Aufgabe“ (1944), in:
Politische Schriften und Reden. Das essayistische Werk,
Taschenbuchausg. in acht Bänden, hg. von Hans Bürgin, Frankfurt / Main
etc. 1968, Bd. 3, S. 142 f. Brief vom 1. Januar 1950 an Siegfried
Marck, in: Briefe 1948-1955 und Nachlese, Frankfurt / M. 1965, S. 125

1 Hier zitiert Thomas Mann indirekt Thomas Müntzer, der die Herren und
Fürsten anklagte, die benannten Güter und Tiere sich selber
anzueignen.

2 Aus dem Essai „Schicksal und Aufgabe“ (1944), in: Politische
Schriften und Reden. Das essayistische Werk, Taschenbuchausg. in acht
Bänden, hg. von Hans Bürgin, Frankfurt / Main etc. 1968, Bd. 3, S. 142
f.

3 Brief vom 1. Januar 1950 an Siegfried Marck, in: Briefe 1948-1955
und Nachlese, Frankfurt / M. 1965, S. 125


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C. Wright Mills (1916 – 1962)US-amerikanischet Soziologe und
Soziologiekritiker

„Niemand steht ‚außerhalb der Gesellschaft’, sondern die Frage lautet,
wo er in ihr steht.“1

„Wenn wir uns die griechische Definition des Idioten als eines
Menschentyps der ausschließlichen Privatsphäre zu eigen machen, dann
müssen wir zu dem Schluß kommen, daß viele Mitglieder vieler
Gesellschaften tatsächlich Idioten sind.“2

„Denn man muß eines begreifen: Was die heutigen Machthaber utopisch
nennen, ist faktisch die Voraussetzung für den Fortbestand der
Menschheit.“3

„Will man das politische Monopol der herrschenden Mächte, die auf den
dritten Weltkrieg zu steuern, brechen, muß zuerst ihr Gedankenmonopol
gebrochen werden. …

Was ihnen in den Kram paßt, das nennen sie konstruktiv, aber es gibt
keinen konstruktiven Ausweg aus ihrem Bankrott. In ihrem Sinne
konstruktiv sein heißt lediglich sich noch braver unter ihr Joch
beugen. Viele von uns haben bereits so krumme Rücken, daß es unsere
erste Aufgabe sein wird, das Joch abzuschütteln und uns nach echten
Alternativen umzusehen. In diesem Sinne muß gesagt werden: Erste
Pflicht der Intellektuellen ist heute, konsequent und durch und durch
‚unkonstruktiv’ zu sein. Denn in dem heutigen Rahmen konstruktiv sein
heißt der Fortdauer jener Zustände zustimmen, die wir bekämpfen
sollten.“4 Kritik der soziologischen Denkweise, Neuwied / Rhein etc.
1963, S. 237 Ebd., S. 83 Die Konsequenz. Politik ohne Verantwortung,
München 1959 (Originaltitel: „The Causes of World War Three“), S. 131
Ebd., S. 189

1 Kritik der soziologischen Denkweise, Neuwied / Rhein etc. 1963, S.
237

2 Ebd., S. 83

3 Die Konsequenz. Politik ohne Verantwortung, München 1959
(Originaltitel: „The Causes of World War Three“), S. 131

4 Ebd., S. 189

LoBeMe...@t-online.de

unread,
Jan 12, 2011, 6:12:00 AM1/12/11
to Heiko Winckel-Rienhoff, LStormarn goolegroup

 
Hallo Herr Winckel--Rienhoff,
 da wir sie persönlich nicht in unserem E-Mail Verteiler haben, können wir sie auch da nicht herausholen. 
Was ist das für ein Demokratieverständnis, wenn wir jahrelang "Ihre" Mails über den google-Verteiler lesen und wenn wir unsere Meinung zum Ausdruck bringen, die sie dann nicht hören wollen, statt sich damit auseinander zu setzen. Es erstaunt uns, wie Sie mit Wählern und Wählerinnen und SympatisantInnenen Ihrer Partei umgehen.
Mit freundlichen Grüßen
Lore und Bernd Meimberg 


"Heiko Winckel-Rienhoff" <winckel-...@t-online.de> schrieb:


Nehmen Sie mich bitte aus dem Verteiler Ihrer e-Mails.


Heiko Winckel-Rienhoff





Am 08.01.2011 10:35, schrieb LoBeMe...@t-online.de:
Hallo Herr Winckel-Rienhoff,
bevor man so reagiert, wie Sie es getan haben,wäre es doch klüger gewesen, sich Gesine Lötzsch Text zur Debatte: "Wo bitte geht`s zum Kommunismus? Linker Reformismus oder revolutionärer Strategie- Wege aus dem Kapitalismus" auf der Rosa Luxemburg Konferenz am 8. Jan. 2011 genau durchzulesen, dann wäre Ihnen die Blamage erspart geblieben, der sie jetzt, so hoffen wir, tausendfach ausgesetzt sind. Haben Sie vergessen, dass sie in einer Linkspartei sind und nicht in der SPD. Sie kommen doch von der SPD?
Die Süddeutsche Zeitung schreibt sinngemäß, wenn die Überschrift in der j.w. nicht "Wege zum Kommunismus" gehießen hätte,hätte sich niemand groß aufgeregt. Sie sollten sich doch die Frage stellen, wer diese "Aufregung" in die Welt setzt. Das sind sicherlich nicht Freunde der Linkspartei!
Sie haben Ihrer Partei keinen guten Dienst erwiesen mit Ihrem "Schnellschuss".

Lore und Bernd Meimberg  


"Heiko Winckel-Rienhoff" <winckel-...@t-online.de> schrieb:
Liebe Genossinnen und Genossen,

wenn man den Original-Text liest und die Reaktion von Gesine Lötzsch auf die Kritik daran, wird nicht besser, was sie da geschrieben hat. Ich jedenfalls habe gestern dem Parteivorstand eine Mail geschickt, wie man so blöd sein, so etwas Undifferenziertes  und Fahrlässiges über den "Kommunismus" zu schreiben und habe Lötzsch aufgefordert zurückzutreten.

Heute morgen hat mich unser Bürgerliches Mitglied in der Kreistagsfraktion Martin Schacht angerufen und deswegen (und wegen der Diskussionsteilnahme Inge Vietts) seinen Partei- und Fraktionsaustritt erklärt.

Vielen Dank Gesine Lötzsch!


Heiko Winckel-Rienhoff






Am 06.01.2011 03:00, schrieb kischka:
Ein Gespenst geht um
Von Arnold Schölzel aus Junge welt
Morgens Sonnenfinsternis in der

                            Bundesrepublik, abends

                            
 Spiegel-H  


__________ Hinweis von ESET NOD32 Antivirus, Signaturdatenbank-Version 5691 (20101210) __________

E-Mail wurde geprüft mit ESET NOD32 Antivirus.

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