Re: Re: Mateschitz zu Oesterreichs Asylpolitik: "Niemand traut sich mehr
die Wahrheit zu sagen"
On 09.04.2017 22:19, Norbert Mueller wrote & quoted:
[im Posting Nr. 2]
>Ergänzung:
>
>>Seit langem strebte die Habsburger Monarchie nach einer besseren
>>Verbindung von Siebenbürgen zum gerade erworbenen Galizien. Nach dem
>>Friede von Küçük Kaynarca gelang es ihr 1775, bei der Hohen Pforte die
>>Abtretung des 10.000 km² großen Gebietes zu erreichen. In dem Vertrag
>wurde es zum ersten Mal als Bukowina – Buchenland – bezeichnet.
>
>
https://de.wikipedia.org/wiki/Bukowina#.C3.96sterreichische_Herrschaft
Genau: Der Friedensvertrag von Kütschük-Kainardscha zeigt, daß die
Türkei auf Bukowinas Gebiet endgültig verzichtete; und daß jenes
Gebiet in der Nachbarschaft Polens lag aber nicht Polen gehört
hatte. Dabei noch festzuhalten, daß der Name, die von den
Österreicher erfundene/eingeführte Bezeichnung "Bukowina" (im
Sinne von "Buchenland") erst um 1775 attestiert wird. Aber de
facto okkupierte Österreich das Gebiet schon früher (zirka in
den 30er Jahren des 18. Jhs). Bukowina/Buchenland als Landes-
name ist irgendwie seltsam, da die Fichten und Tannen viel
häufiger vorkommen als die Buche.
★
[zum Posting davor]
>>>Ruthenen und Armenier,
>>>Rumänen, Polen, Lipowaner-
Ja, die Lipowaner sind jene ethnischen Russen, deren Vorfahren
aus Rußland geflohen waren, weil sie Kirchenreformen nicht akzeptieren
wollten.
>Rumänien war ein kleines Land
Nein: Rumänien gab es 1700-1800 noch gar nicht. Als Staat.
Nur das Volk gab es, verteilt auf mehrere Länder; es bezeichnete
sich in der eigenen Sprache schon immer als "Rumänen", aber in
anderen Sprachen waren sie als Wal(a)chen, Wlachen, Blochen,
Wolochi, Wlaschki u.a. bekannt. Der Staat Rumänien
entstand erst 1859, durch die Vereinigung der zwei rumänischen
(rumänisch im ethnischen u. sprachlichen Sinn) Fürstentümer
Moldawien (Hauptstadt inzwischen seit langer Zeit Jassy) und
Walachei (Hauptstadt Bukarest), provisorisch unter einem Fürsten
(aus dem Kleinadel) Alexander Johannes Cusa, der dann, 1866,
abgesetzt wurde und ins deutsche Exil mußte (verstarb sieben
Jahre später AFAIK in Baden). An seiner Stelle kam 1866 ein echter
schwäbischer von Hohenzollern-Sigmaringen, Fürst Karl = bei den
Rumänen (nach ca. 1880) König Karl I. (auf Rumänisch Carol I.).
Noch im 18. Jh. und vor 1775 und noch vor 1800 war Bukowina
ethnisch vorwiegend rumänisch (bzw. "moldauisch"). Sogar die
Ruthenen/Ukrainer fingen erst im 18. Jh. zahlreich zu werden,
sowohl in Bukowina als auch im Marmorosch (damals als Provinz
des Fürstentums Siebenbürgen/Transylvanien). Auch die später
zahlenmäßig große Präsenz des Judentums (darunter auch von
haredimischen Gemeinden) hatte die Anfänge eher gegen Ende
des 18. Jhs. und vor allem seit dem 19. Jh. Etwas, was in den
Wiki-artigen Kurzfassungen, als Information, ganz verschwindet.
In den ungarischen Provinzen Siebenbürgen (Erdély/Transylvanien),
Banat und Marmorosch (was auf Ungarisch meistens u. verallge-
meinernd zusammen genommen wird unter den Bezeichnungen Erdély
und Tran(s)sylvanien) lebte außerdem eine alte, ganz große
rumänische Minderheit (zumindest seit dem 17.-18. Jh. eigent-
lich eine Mehrheit; Ausnahme im Südosten, im Szeklerland, wo
die ethnischen Ungarn mind. 90% ausmach(t)en).
>im Süden, es wurde erst bei der Zerschlagung des Habsburgerreiches
>so groß, nach 1918.
Weil große Teile von Ostungarn, d.h. Siebenbürgen und Banat,
überwiegend von Rumänen, dem rumänischen Königreich (per
Trianon-Friedensvertrag 1920) zugesprochen wurden. Mit wenigen
territorialen Ausnahmen entspricht das heutige Ungarn der
Verbreitung der ethnischen ungarischen (madjarischen) Bevölke-
rung. Jene in der Slowakei, in Siebenbürgen sowie in Jugoslawien
sind "Sprachinseln", meistens ziemlich klein sogar. Die
Territorien unter einer staatlichen Hoheit, auf der Landkarte,
ist das eine, aber die wirkliche Verbreitung von Ethnien und
ihrer Sprachen und Kultur sind etwas anderes, und schon seit
dem 1. WK sollte eigentlich nur das maßgeblich sein. Siehe
auch die sehr späten Kriege in Jugoslawien in den 90er Jahre
und der Krieg zw. den Ukrainern und Russen zur Zeit um das
dortige "Donbass"-Gebiet. Solche Konflikte bleiben bestehen,
wenn nationale Wünsche und Tendenzen mißachtet werden: Bei
den nationalistischen Russen: kein Respekt und Verständnis
dafür, daß die Ukrainer sich als eine andere nationale
Identität betrachten; bei den nationalistischen Ukrainern:
der Unwille, zu akzeptieren, daß die nationalistischen Russen
sich eher zu Moskau und Rußland hingezogen füllen, und zwar
überall dort, wo russische junge Kolonisierung stattfand:
im Osten und Süden der heutigen Ukraine, samt Krim und Odessa,
ja sogar dort, wo es keine Russen gab: in den ehemaligen
k.u.k.-Provinzen, die 1919 die Slowakei u. Polen bekommen
haben und dann am Ende des 2. WK von der Sowjetunion besetzt
wurden. Nur die "alte" ukrainische Bevölkerung in Galizien,
Marmorosch und Bukowina hält zu Kiew und macht den "Kern"
der Nationalukraine aus (so war es auch in den 40er Jahren,
mit den Paramilitärverbänden von Stjepan Bandera, ja sogar
mit solchen Nationalisten, die ein paar SS-Divisionen bildeten,
woher die Nationalisten das eigene "Wolfangel"-Zeichen haben
und weswegen die Moskauer Propaganda stets von den ukraini-
schen "Faschisty" quasselt, obwohl Rußland seit über 20 Jahren
mehrere und stärkere Nazi-Verbände haben.
Kurzum: bei der österreichischen Okkupation im 18. Jh war
Bukowina rumänisch, d.h. Bestandteil des Fürstentums
Moldawien, zumal die alte, mittelalterliche, Hauptstadt
Sutschawa enthaltend. Die starke Veränderung der ethnischen
Verhältnisse kamen dann während der zirka 150 Jahre dauernden
Herrschaft der Österreicher, aufgrund ihrer Kolonisations-
politik. Oder in der modernen Nazisprache: dank der "Umvolkung".
Österreich war in den letzten Jahrhunderten des Habsburger
Reichs einer der größten "Umvolkungsmeister" Europas, den
Russen und Osmanen in dieser Hinsicht ebenbürtig. Dagegen
waren lange Zeit europäische Mächte wie die Franzosen, die
Britannien-Briten, Schweden, Deutschen bloß "Zwergerl".
>
www.ebay.de/itm/Rumaenien-Bulgarien-Serbien-Montenegro-Landkarte-Lithographie-ca-1900-/262418072910
Zu dieser Diskussion paßt die Landkarte nicht, da Bukowina samt
Nordmoldawien insgesamt drauf nicht dargestellt werden; die
Nachbarngebiete im heutigen Ukraina-Karpathien auch nicht; und
von den ungarischen Gebiete, von jenen, die durch die Trianon-
verträge 1920 an Königreich Rumänien abgetreten wurden, sieht
man auf der Karte nur etwas von den (nicht extra hervorge-
hobenen) Landkreise im Süden und Südwesten (Banat).
Die Landkarte fokussiert den Blick auf jene Staaten, die dann
1913 im "balkanischen" Krieg gewesen sind (wonach Königreich
Rumänien die bulgarische Provinz Süddobrudscha bekam, was dann
1940 an Bulgarien zurückgegeben wurde, aufgrund der Wiener
"Schieds"sprüche von Hitler, Mussolini u. Co.).
Hier eine für Bukowina u. die unmittelbaren Nachbarn bessere Karte:
Karte:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/01/Bucovina.JPG
>Das war doch eine Folge des Holocaust und nicht der Teilung Polens und
Die Teilungen Polens (durch Rußland, Preußen u. Österreich) sind für
die Ostjuden nur insofern relevant, als für sie das Leben schlechter
wurde oder nicht, vor allem wenn sie, nach einer Grenzverschiebung,
sich plötzlich im Zarenreich befanden. Denn im Zeitraum 19. Jh. bis
Lenins Staatsstreich im Spätherbst 1917 ging es den Juden in Rußland
schlecht. Viele Pogrome (siehe auch 1903, "Pogrom von Kischinew", d.h.
in der Hauptstadt der jetzigen Republik Moldova, d.h. im östlichen
Teil des ehemaligen Fürstentums Moldawien). Also die Teilungen von PL
nur sehr indirekt von Bedeutung, als "verspätete" Folgen.
>Österreich bekam diese Länder zugeschlagen bei der Teilung Polens
Mit Bezug auf Bukowina irrelevant.
>und mußte es gar nicht erobern.
Aber schließlich ist das "dasselbe in grün". Auch die Tschechen
waren nicht voller "Juchhe" vor Freude, daß sie so lange Teil
des Ösireichs waren. Ihre Nationalisten machten im Rahmen der
panslawischen Bewegung im 19. Jh. mit Eifer mit. Die Ungarn
ebenso, zumal sie im Augenblick des "Ausgleichs" 1867 sich als
ehemalige europäische und "apostolische" Großmacht betrachteten,
also mit einer großen Ladung an "Mir-san-mir"-Mentalität und
Tradition. (Etwas, was die jüngeren Ösi-Generationen ignorieren.
Und u.a. nimmer wissen, daß die bürgerliche Revolution im
Frühjar 1848 und bis zur Niederschlagung im Jahre 1849 bei
den Ungarn in erster Linie als Aufstand des Ungarntums gegen
die fremde "schwäbische" Besatzung durch Österreich war. Das
heißt, die Revolution war eigentlich ein Nationalkrieg der
Ungarn gegen Wien. Und denen wurde erstaunlicherweise von
vielen fremden Offizieren geholfen, meistens ... Deutsche;
und der oberste Kommandant der aufständischen Kräften war
ein polnischer General: Józef Bem. Und entscheidend bei der
Niederwerfung der Ungarn war der Armeeangriff der Russen, denn
der Zar war freilich mit den Habsburgern, nicht mit den
"bürgerlichen" Aufmüpfigen um Ludwig Kossuth, solidarisch.
Dieses zufällig gewähltes, aber lehrreiches Beispiel, hatte
auch Gemeinsamkeiten mit dem jetzigen Syrien: Die Amis waren
noch nicht so groß und stark, um sich direkt einzumischen
(aber Kossuth und ander haben in Amerika Asyl bekommen und
der eine mili. Kommandant der Revolutionäre, die rechte
Hand von Kossuth, ein ethnischer Rumäne aus der ungar. Tief-
ebene, wurde im Alter USA-Botschafter in Sankt-Petersburg,
am Zarenhofe! :-))
>Maria Theresia war keineswegs erfreut über diese Länder,
Zum Schmunzeln diese Propagandasprache. In Wahrheit war
das ein Zugewinn sondergleichen (was dann zum Schluß Deines
Zitats auch noch genauso bestätigt wird): viele Bodenschätze,
unendliche Wälder.
Viel von dem, was man heute zurecht bewundert, an der
Erbschaft von den Habsburgern und den Fürstenhäusern
entstand aufgrund der FINANZIERUNG aus der Ausbeutung
der neuen "nicht gewollten" Ländereien (Wälder, Erze
und-und). Auch damals, vor 200-300 Jahren, galt "it's
the economy, stupid!" - genauso wie heutzutage. Außerdem
bekamen die Habsburger immer wieder neue ... Soldaten
für allerlei Kriege. Sogar der Napoleon I. hatte was
davon im Feldzug 1812 gegen Moskau: In französischer
Uniform mußten sehr viele aus den deutschen Landen,
von Bayern bis Preußen, sowie aus Österreich und somit
solche Ethnien wie Tschechen, Kroaten, Ungarn, Rumänen,
Serben in der weiten russischen Steppe (wie dann 1942-43)
krepieren.
>Seit langem strebte die Habsburger Monarchie nach einer besseren
>Verbindung von Siebenbürgen zum gerade erworbenen Galizien. Nach dem
>Friede von Küçük Kaynarca gelang es ihr 1775, bei der Hohen Pforte die
>Abtretung des 10.000 km² großen Gebietes zu erreichen. In dem Vertrag
>wurde es zum ersten Mal als Bukowina – Buchenland – bezeichnet.
Das ist auch "urban legend". Bukowina war ziemlich weit weg
im Osten - im Gegensatz zu Galizien. Um nach Galizien zu
fahren (in Zeiten vor der Einführung der Eisenbahn) hatte
man doch mehrere Wege und passablere Täler durch die
trennenden Nordkarpathen über Marmorosch und andere damals
noch ungarische Provinzen (darunter auch die ganze Slowakei).
Über Bukowina wären die Fahrt / Transporten auf ziemliche
östliche Umwege möglich. Und auch heute noch sind die
Wege quer über jene Karpathengebirge zwischen Marmorosch
und Bukowina im Süden und Galizien jenseits der Berge nicht
üppig ausgestattet mit Fernstraßen; nicht zuletzt auch
wegen der Rückständigkeit der (ansonsten schönen) Gegenden
aber auch weil die relevanten Gebiete Grenzgebiete der
Sowjetunion waren.
Schließlich schaue man auf die Landkarten, zB wo Tschernowitz
(weit im Osten) und wo Lemberg (Lwow/Lwiw) und Iwano-Frankiwsk
weit im Westen der Ukraine liegen und wie das Straßensystem
zwischen jener Provinz und den nachbarlichen ungarischen,
slowakischen und Ostösterreich ausschauen (und ähnlich noch
vor 100-130 Jahren gewesen sind).
>Der humanitär gesinnte Joseph II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
>und Erbe der Donaumonarchie, fand durch die Angliederung des Landes an
>das habsburgische Herrschaftsgebiet eine dankbare Aufgabe.
Au weia, was für ein Propagandatext! Schlimmer als bei der
KP-Sitzungen im Ostblock! Nur mit dem Unterschied, daß man
nicht vom "Genossen Parteisekretär" oder "Generalissimus Stalin",
sondern von S.M. dem Kaiser redet. (Stimmt andrerseits schon,
daß der Josef II. sehr liberal war und vermutlich auch mit dem
damaligen Freimaurertum sympathisierte; weswegen die damaligen
"Rechtsradikalen" ihn haßten.)
>Im Reich ließ
>er Aufrufe zur Kolonisation der Bukowina veröffentlichen.
Aber nicht etwa im Sinne "leeres, unbewohntes Land", sondern sich
eine allmählich *loyale* Bevölkerung zu vergrößern. Denn von
den Einheimischen kann man nicht so sehr Loyalität erwarten. Trotzdem
machten die Habsburger im Lauf der Zeit auch Einheimischen Konzessionen.
So zum Beispiel sind etliche einfache Bauern, aber freie Bauern mit
Grundbesitz, in den Adel gehoben worden: Daher dürfen auch die
Nachfahren, bis dato, den damaligen amtlich registrierten Namen
tragen, mit "von" davor. In Österreich nimmer, aber in DE, FR,
US, GB allemal. (Ich habe persönlich 2-3 solcher Nachfahren kennen-
gelernt, die im bundesdeuschen PA in der Namenszeile "von" tragen
dürfen. In Österreich dürfen das AFAIK nicht mal die Habsburgs. :-)
Ausnahme: Dirigent Herbert von Karajan.
>In wochenlangen Trecks zogen Bauernfamilien, vorwiegend aus
>Württemberg, die Donau hinab. Viele blieben im Banat, andere zogen über
>die Karpaten oder über Galizien weiter.
Die deutsche Auswanderung im 18.-19. Jh., vor allem nach den
erfolgreichen Feldzügen gegen das Osmanische Reich nach 1683-1720,
betraf vorwiegend große Gebiete im heutigen Ungarn, in Nordkroatien,
Nordserbien, Banat (heute: Vojwodina in Serbien und Banat in Rumänien),
und dann auch östlichere Gebiete, wie das Erwähnte, aber auch in
Ostmoldawien, im Großraum Odessa, im Gebiet der "Wolga-Deutschen" u.a.
(also viele nach Rußland).
In Galizien und Bukowina kam noch was hinzu: das waren unmittelbare
*österreichisch-deutsche* Provinzen - zum Beispiel im Gegensatz zu
den Nachbargebieten von Marmarosch und Siebenbürgen (Transylvanien):
diese waren Teile des ungarisch geführten Fürstentum Siebenbürgen
(auf Ungarisch Erdély) und 1867-1918, während des "Ausgleichs" mit
der Habsburger Monarchie, waren sie Provinzen des wiederhergestellten
ungarischen Königsreich, in ähnlichen Grenzen wie ungefähr bis 1541.
"Bloß" daß der König derselbe Habsburger Kaiser (Franz-Josef I) ge-
wesen ist. (Daher "k.u.k.", "Kakanien" und der Ausdruck "Dualismus".)
Bukowina hieß sogar amtlich "Provinz der (kaiserlichen) Krone". Etwas,
was AFAIK keines der Gebiete von Westungarn samt Slowakei bis zur
mittelalterlichen Grenze zur Provinz Marmarosch so getragen hat, obwohl
jene westlichen Provinzen im Zeitraum ca. 1541 und 1867 nonstop öster-
reichisch gewesen sind (jedoch mit massiver Bevölkerung mit ethnischen
ungarischen Wurzeln; Burgenland war auch Bestandteil jenes C-förmigen
Gebiets. Und da wohnte zB auch ein Großfürst Eszterházy und bei ihm
der Hofkomponist Joseph Haydn :-)).
>Noch für Jahrzehnte blieb es ein Teil des Kronlandes Galizien. Um 1848
>war sein Eigengewicht aber so groß, dass man sich in Wien entschloss,
>einer Petition der Stände der Bukowina nachzukommen und es zu einem
>Herzogtum und Czernowitz zur Hauptstadt zu machen.[9]
Als wäre das ein Niemansland gewesen, als es zu dieser Petition wie
aus dem heiteren Himmel gekommen wäre, nur weil die Zuagroasten sich
vermehrten! :-) Schon eine Schande, daß die Wikipedia so schwache
Sätze schreiben kann und nicht anhand von echter moderner Sekundär-
literatur von den Hochschulen für neuere Geschichte; sondern immer
noch die Tendenz (wg. Copyright) Überholtes aus dem 19., 18. Jh. mit-
zubenutzen. (Das ist schon eine "Achillessehne" des ganzen Projekts,
der Chef "Jimbo" Wales und seine Kollegen in den Führungsgremien
wissen darüber Bescheid, aber die beste Lösung haben sie immer noch
nicht gefunden.)
>Das waren äußerst rückständige Länder ohne Infrastruktur, Josef II. ritt
>dort monatelang herum, fahren konnte man meist nicht mangels Strassen,
Zur seiner Zeit, d.h. um 1790 herum, waren die meisten Reichs-
provinzen so! "Oasen" von Zivilisation u. Fortschritt gab es
im reduzierten Maße nur in manchen Städten, eher im "Kernland".
(Außerdem war um 1790 herum auch im hohen Adel nicht jeder
Freund mit der Seife und mit dem normalen Waschen des Körpers.
Zumal vor allem bei den Katholen, ähnlich wie bei den Juden
und Musels, die seifentechnische Beschäftigung mit dem eigenen
Körper verpönt war, ja viele Leute aus dem Klerus und Mönchtum
das Waschen des Körpers -- im Gegensatz zur Zeit der Renaissance
-- als "Teufelszeug" betrachteten, als "Versuchung" durch Bel-
zebub. Drum riechen auch heute noch etliche Kuttenträger so
übel, daß sie, wenn sie mit der Eisenbahn fahren, sofort in
einem Umkreis von 5-8 Sitzplätzen "frei" bekommen. Ähnlich wie
die Penner. :)
>um aufzunehmen, welche Modernisierungsmaßnahmen notwendig seien.
Schon. Aber die Rückständigkeit ist kein Grund und zwar für keine
Gruppierung von "Außerwählten" (egal ob "SS-Orden" oder Zeugen
Jehowas oder Mehmet-Sunniten oder Neolibgeldadelfetischisten),
fremde Länder zu besetzen, die Bevölkerung "umzuformen", "umzu-
erziehen" und das Land "umzuvolken".
Dieses verstehen auch die meisten bekloppten Labertären nicht:
Sie wollen die "totale" Freiheit, aber nicht für "minderwertige"
Völkerstämme und auch nicht für solche Menschengruppen, die bei
sich etliche Formen des labertärischen Unternehmertums nicht
haben wollen. Da sind die Champions der "Freiheit" und des
"Fortschritts" bereit, Vernichtungskriege zu veranstalten (so
war es zB in der westlichen Allianz gegen China, wobei auch
die Russen mitmachten neben den Amis, Briten u. Deutschen, als
auch in den letzten Jahrzehnten und auch jetzt, wenn sich manch
ein Volk sich querlegt. Dann kommen mir die Assholes mit den
Sprüchen von edlen Prinzipien, UN-Regeln usw? Hie und da hat
sogar der Erdowüterich recht. Aber er und die Seinigen haben
ebenfalls eine hochnäsige "imperiale" Mentalität, aufgrund
der alten glorreichen Zeiten des Osmanischen Reichs, wo ganz
Europa vor ihm zitterte und wo Wien zweimal belagert wurde,
im 16. Jh. und im Jahre 1683. Hätte der Türk mehr Pep gehabt,
so würdet Ihr Ösis nicht mit "Grüße" und "Servus" sondern
mit "Selamalejkum" und "Alejkumselam" grüßen. :-))
>"Das reiche Land (an Rohstoffen) der armen Leute" nannte man
>Galizien! Österreich hat viel getan, wie auch später in Bosnien.
Aha, Länder, die Maria Theresia nicht haben wollte, aber wo doch
"It's the economy, stupid!" die Bewertung und die Maßgaben diktiert.
Sag ich doch! :-) Bei Bosnien (ca 1907/1908) kommt auch noch die
modernste Dimension hinzu: die Musels. Habsburger-Österreich war
über Jahrhunderte ein großer europäischer Meister der "Umvolkung".
(Und die Muselbosnjaken lieferten sogar dem Himmler für seine
Waffen-SS-Divisionen Soldaten. Andere Musels in SS-Uniform waren
Krimtataren.)
Lutz