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Brief an Bundespraesident Johannes Rau

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Daniel Roedding

unread,
Jun 12, 2003, 10:55:21 AM6/12/03
to
Folgender Brief ist per Post unterwegs nach Berlin.

Grüße,
Daniel

Daniel Rödding, An der Aue 1, 33175 Bad Lippspringe


Herrn
Bundespräsident
Johannes Rau
Bundespräsidialamt

11010 Berlin

Bad Lippspringe, den 12.06.2003


Debatte um Generationengerechtigkeit, Chancen für die jüngere
Bevölkerung


Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

als 31jähriger Freiberufler verfolge ich seit einigen Jahren mit
zunehmender Besorgnis die Entwicklung in unserem Lande, insbesondere
bezogen auf die immer schlechtere Chancensituation für die jüngere
Hälfte der Bevölkerung. Insbesondere die volkswirtschaftlichen
Rahmenparameter in Deutschland geben dabei Anlaß zu akuter Besorgnis
und drohen, bereits in wenigen Monaten völlig zu entgleisen.

Dabei stellt sich aus Sicht eines Bürgers aus der jüngeren Hälfte der
Bevölkerung die Situation als ein Produkt aus bewußter Faktenignoranz,
Entscheidungsverhinderung und Verteidigung von situationsunangemessen
hohen Pfründen dar.

Die Zahl der Leistungsträger in diesem Lande wird immer geringer,
während die Zahl der nicht leistungserbringenden Partizipanten immer
höher wird. Dies hat zum Teil demographische Gründe, ist aber in
anderen Bereichen offensichtlich von der Politik sogar aktiv
gewünscht. Der Aufbau volkswirtschaftlicher Blindleistung in Form
überzogener Bürokratie wird gefördert, zwangsläufig sinkt die Zahl der
Financiers aus der "freien Wirtschaft", die neben dem eigenen Geschäft
das über die Jahre aufgebaute Staatsmonstrum auch noch mitschleppen
müssen. Des weiteren sorgt eine Vielzahl staatlicher
"Protektionszonen" wie z. B. im Bereich des Gesundheitswesens für eine
Fehlallokation finanzieller Ressourcen unserer Gesellschaft. Ein über
Gebühr ausgebautes Subventionswesen sorgt darüber hinaus für eine
weitere Verzerrung des innergesellschaftlichen Wettbewerbes, zumeist
wieder zu Lasten des aus eigenen Kräften wirtschaftenden Anteils der
jüngeren Generation.

Bisher hatte ich noch die Hoffnung, daß es mit gelegentlicher
Beseitigung der aktuellen Regierung möglich sein könnte, die Situation
in Deutschland wieder auf ein die Zukunftsperspektive "meiner"
Generation wahrendes Niveau zurückzuholen.

Die Tatsache, daß auf offen liegende, vielfach kommunizierte,
dringliche Probleme nun seit länger als zwei Jahren nicht reagiert
wird, eine Aktivierung der Bevölkerung gegen diese Politik der
Mißwirtschaft nicht möglich ist und nun auch auch Sie sich noch gegen
eine Generationengerechtigkeit aussprechen, indem Sie die Debatte über
aktuelle Rentenbezüge mit einem Tabu belegen, läßt das
Standortvertrauen nunmehr endgültig auf Null sinken.

Die volkswirtschaftliche Situation wird es nicht erlauben, sowohl der
heutigen Rentnergeneration unverändert hohe Einkünfte zu ermöglichen,
gleichzeitig die praktizierte Verschuldungspolitik fortzusetzen und
die Staatsquote auf dem aktuell hohen Niveau zu halten. Bereits in
wenigen Jahren wird daraus eine so hohe Last entstehen, daß dieses
Land unweigerlich in den volkswirtschaftlichen Kollaps getrieben wird.

Die Neuverschuldung muß sofort gestoppt werden, die Staatsquote
drastisch gesenkt werden, das Krankenversicherungs- und Rentenwesen
von der Basis her neu geordnet werden. Seichte Reförmchen in Form von
Änderungen einzelner Parameter wie z. B. Beitragsprozentsätzen helfen
allenfalls auf ganz kurze Sicht, langfristige Perspektive kann nur mit
umfangreichen Reformen geschaffen werden. Bei solchen Reformen muß im
Sinne der Generationengerechtigkeit auch darauf geachtet werden, daß
die ältere Hälfte der Bevölkerung, der wir den horrenden Berg an
Staatsschulden zu verdanken haben, adäquat an der Rückführung
derselben beteiligt werden - durch Aufrechnung gegen ihre Ansprüche an
das System.

Es gilt also nunmehr, Widerstand gegen nicht nur gegen diese
Regierung, sondern auch gegen manche Grundwerte dieses Regimes zu
organisieren, soll dieser Standort für die jüngere Hälfte der
Bevölkerung noch erhalten werden.

Als Alternative verbleibt noch, den Sitz des eigenen Unternehmens ins
Ausland zu verlagern, um dem Kollaps Deutschlands aus sicherer Distanz
zuzusehen (und vielleicht einmal wieder herzlich darüber lachen zu
können).

Als Bürger vor einer gravierenden Entscheidung im eigenen Leben möchte
ich Sie bitten, mir kurz auf die Sprünge zu helfen, welcher der beiden
Wege zu präferieren ist: Intensiver Widerstand, notfalls auch
gewaltsam, um den Wahnsinn in diesem Lande zu stoppen? Oder doch eher
auswandern?

Ich bin mir ernsthaft unschlüssig, möchte aber darauf hinweisen, daß
ich die aktuelle Lage angesichts der zu beobachteten
Situationsverschlechterung durch persistente
Problemlösungsverhinderung als einen Notfall ansehe, der Aktionen nach
dem Artikel 20 (4) des Grundgesetzes rechtfertigen könnte. Ein
Widerstand allein mit Worten scheint dabei in Deutschland nicht
möglich zu sein, da unsere Politik die bereits von vielen Seiten
verbal geäußerten Fakten wiederholt bewußt in den Wind schlägt.

Gern stehe ich für einen konstruktiven Dialog zur Verfügung, erwarte
aber auch, daß Argumente gehört werden. Solange dies nicht zu erwarten
ist, wird man trotz demokratischer Grundhaltung seinen Fokus in
Deutschland nunmehr darauf legen müssen, gewaltsamen Widerstand zu
organisieren - oder das Feld kampflos zu Räumen nach der Maxime "Der
Klügere gibt nach". Wo Worte nicht gehört werden müssen Taten folgen,
auch wenn diese im Zweifelsfall wegen der Vielzahl verschlossener
Lösungswege möglicherweise werden unappetitlich ausfallen müssen. Aber
Aussitzen der Lage löst keine Probleme.

Ihre Meinung zur aktuellen Lage und zu möglichen Wegen der weiteren
Entwicklung würde mich sehr interessieren.

Hochachtungsvoll,

D. Rödding

Hans Golba

unread,
Jun 12, 2003, 11:11:21 AM6/12/03
to
d...@roedding.de (Daniel Roedding) wrote in
news:d639ba3.03061...@posting.google.com:

In jüngeren Jahren dachte ich auch ähnlich wie du.
Aber irgendwann ist mir ein Gehirn gewachsen und ich begann zu denken.
Dann merkte ich schnell, was ich zuvor für einen Blödsinn abgesondert
habe.

Möge dir ähnliches auch irgendwann widerfahren!

Steven

unread,
Jun 12, 2003, 11:38:30 AM6/12/03
to
Daniel Roedding wrote:
> Folgender Brief ist per Post unterwegs nach Berlin.
>
> Grüße,
> Daniel
>
>
>
> Daniel Rödding, An der Aue 1, 33175 Bad Lippspringe
>
>
> Herrn
> Bundespräsident
> Johannes Rau
> Bundespräsidialamt
>
> 11010 Berlin
>
>
.......


Was erzählst Du Ihm was Er schon lange weiss? - er geht bald in den
Ruhestand und hat deine Sorgen eh nicht! Also wen juckts? - Bruder
Johannes?! Die Politiker sind die unsolidarischsten Subjekte in DE und denen
schreibst Du sowas? Man könnte tatsächlich glauben Du glaubst noch an das
Gute im deutschen Politiker?... 8-)

Bravo.....


Harald Müssig

unread,
Jun 12, 2003, 2:05:28 PM6/12/03
to

Daniel Roedding wrote:
> Folgender Brief ist per Post unterwegs nach Berlin.


Deine Gedanken sind ehrenhaft und nachzuvollziehen, bedenke jedoch, dass
einer vom anderen lebt und keiner fuer sich alleine..
Evtl. kaufen die vielen Rentner bei Dir ein oder Deine Produkte oder
Dienstleistungen... evtl. auch ueber einen Umweg?!
Waere deren Kaufkraft weg- was glaubst Du wohl wuerden unsere
`Leistungstraeger` da wohl sagen?!
Ein Umbau des Sozialsystems ist nicht leicht zu bewerkstelligen und das
ist der Regierung laengst bekannt, macht mehr kaputt wenn man zu fix an
die Sache herangeht- etwas weniger Augenhoehe bei Politikern und
Vorstaenden und Gewerkschaften beim Gehalt- ein wenig mehr Augenmaß
statt Studiertheit wuerde schon helfen.
Die Zukunft gehoert den jungen Leuten, die einen guten Anwalt kennen :)

--

--
Wissen= Fachwissen (von Wenigem alles) oder Allgemeinbildung (von Allem
etwas)
Erfahrung= Allgemeinbildung x Jahre....(Peritus)
Gruss vom Lan an der Lahn - aus der ''Efeu-Burg'' und Peter, dem
Plaetzchenwolf;
www.babastar.de :) Client Luna, NT4.0 it
--

Gökhan

unread,
Jun 12, 2003, 2:10:15 PM6/12/03
to
hahahhahaa

und ich hab ihm auch noch ernsthaft geschrieben

hilfe ist das ein groteskes selbstherrliches pamphlet a la
neoliberalistische dogmata...

das war deine idee von einer veränderung?
hinfort mit dir du kleinkarierter paragraphenreitender
möchtegern-ökonom...
wie krank einem da wird wenn man diesen
"wirtschaftsparameter"-schrott-mist hört, 31 jahre und so ein
bürgerliche hirn-furz...
ich könnt diese yuppies alle mit eigenen händen nur würgen...

wenn du ein bisschen in die dialektische Theorie der Systemanalyse
(Siehe, Herbert Marcuse, Antonie Negri, Adorno, Horkheimer)
schnupperst, wird dir klar warum ich mich vor spott nicht mehr halten
kann...
Deine oberflächliche naive drei-zeilen-handelsblatt-betrachtung
irgendwelcher (wirtschaftlicher) zusammenhänge ist so absurd vor dem
Hintergrund systemischer Zusammenhänge...

...what a spirit of ignorance...?!?

Peter Pradelski

unread,
Jun 12, 2003, 1:44:29 PM6/12/03
to
Daniel Roedding wrote:

> Debatte um Generationengerechtigkeit, Chancen für die jüngere
> Bevölkerung

Vielleicht solltest Du wissen, daß Du eines Tages (wahrscheinlich) selbst
alt sein wirst. Welche Wohlstandsverschiebung zugunsten der Jüngeren auf
Kosten der Älteren Du auch immer erreichen magst - in ein paar Jahren wirst
Du auf der anderen Seite stehen, und selbst von Deiner "Errungenschaft"
negativ betroffen sein. Dein Kampf ist pure Kraftverschwendung.

--
Im Zweifel gegen Krieg.

Ralf Neuber

unread,
Jun 12, 2003, 2:22:30 PM6/12/03
to
Er geht in seinem Brief sehr weit, aber der Kern ist richtig.

Warum verhöhnst du ihn dann anstatt wirklich Argumente gegen ihn zu bringen.
Das ist nämlich wirklich dümmlich.

Mit nicht freundlichen Grüssen!
Ralf


Hitgraber

unread,
Jun 12, 2003, 3:13:17 PM6/12/03
to
Jetzt hilft doch kein Jammern mehr!
Die haben in den letzten 20 Jahren einfach nur gepennt
Denn Rest haben die Banken mit der Verbrennung von
Kapital gewollt.
Nur so konnte Deutschland an Polen heran geführt werden
(nicht umgekehrt)
und nächstes Jahr stehen wir mit Polen auf einer Stufe."Toll"
Das heißt dann?
Globalisierung
Zu den Renten -tja´` hier haben die Rau~s und andere
in den Alter die Taschen voller Kies Kies
andere Generationen haben eben Pech gehabt.
Jeder Russe mit Deutschen Schäferhund greift doch heute noch
in die Rentenkasse.
und nicht nur Russen!
Das heißt dann-ach lassen wir daß
gruß


Detlef Bosau

unread,
Jun 12, 2003, 3:22:00 PM6/12/03
to
Du willst die Staatsausgaben reduzieren, und dann verlangst Du,
daß der Staat Sachbearbeiter abstellt, die Dein Altpapier
wegbringen?

Bring es das nächste Mal selber weg.

Mann oh mann. Irgendwelches Platitüdenzeug hinschreibseln kann
ich auch. Aber Perspektiven kriegst Du auch nicht gebacken.

DB
--
Mit so einen begrenzten,dass ich gar nicht sage psychisch- retardierten
Individuum,möchte ich mich keinesfalls weiter
rekreieren.
(Hannelore Brigic in d.s.w.c.)


Peer J. Knoerich

unread,
Jun 12, 2003, 6:45:12 PM6/12/03
to

jemanden zu verhöhnen ist göhkis liebste beschäftigung. habe ich auch
schon erfahren. aufgrund meiner antwort antwortet er jetzt wohl nicht
mehr auf meine postings (zum glück).

peer


Franz Gärke

unread,
Jun 12, 2003, 6:59:48 PM6/12/03
to

"Detlef Bosau" <Detlef...@tesionmail.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8nh2p...@Detlef.Bosau...

> Du willst die Staatsausgaben reduzieren, und dann verlangst Du,
> daß der Staat Sachbearbeiter abstellt, die Dein Altpapier
> wegbringen?
>
> Bring es das nächste Mal selber weg.

Moment! Müllabfuhr wird separat bezahlt und gehört nicht zur Staatsquote.
Außerdem ist sie vielfach privatisiert, häufig gegen Zahlung von
Schmiergeldern (Köln, und nun auch Aachen) an die staatl. Sachbearbeiter.

Franz Gärke


Daniel Roedding

unread,
Jun 12, 2003, 8:55:06 PM6/12/03
to
Peter Pradelski <nospam...@gmx.de> wrote:

> Vielleicht solltest Du wissen, daß Du eines Tages (wahrscheinlich) selbst
> alt sein wirst.

Danke für den Hinweis. Du weißt aber hoffentlich auch, wie viel weniger
meine Generation in 30-40 Jahren rein aufgrund demographischer Faktoren
zu erwarten hat.

Ich möchte wenigstens, daß wir die Zeit dahin wenigstens ohne
Komplettzusammenbruch des Systems erleben.

> Dein Kampf ist pure Kraftverschwendung.

Das allerdings fürchte ich langsam auch. Die Reaktionen hier
bestärken einen, entweder sofort das Bomben bauen anzufangen oder
ASAP die Mitarbeiter zu kündigen, endlich einen Strich unter
den Schwachsinn hier zu ziehen und tatsächlich zu gehen.

Weißt Du, ich muß nicht arbeiten. Mit hierzulande als bescheiden
geltenden Rücklagen kann man mancherorts im Ausland jahrelang leben
und sich sogar eine lebenslängliche Daueraufenthaltsmöglichkeit
kaufen. Eigentlich will ich mich aber nicht irgendwo hinsetzen,
um das Leben abzusitzen, sondern will arbeiten, um neue Dinge
aufzubauen. Ideen und Chancen sind genug da, das alles setzt
aber ein Mindestmaß an Rahmenbedingungen voraus, die in Deutschland
nicht mehr gegeben sind und auch auf Jahre nicht gegeben sein
werden, wenn nicht ganz bald das Ruder herumgerissen wird.

Hinzu kommt, daß es einfach keinen Spaß mehr macht, in einer
Gesellschaft von Schwachköpfen, Vollidioten und Verhinderern
zu sitzen, die auch nur den leiseten Versuch irgendwo Bewegung zu
schaffen sofort sabotiert.

Noch ist in Deutschland die Chance da, tatsächlich aktiv zu
werden und den Verfall zu stoppen. Bereits in einigen Monaten
könnte die Situation so kritisch eng sein, daß ein "sauberes"
Gegensteuern nicht mehr möglich sein wird.

Davor warne ich seit Jahren, es ist jahrelang ignoriert worden
und so langsam schnappt die Zeitfalle zu.

Wer hier noch was bewegen will, möge biete jetzt aufstehen und
mithelfen, aktiv zu werden. Sonst wird das hier nichts mehr!
Wir haben eine Notlage in Deutschland, die im Zweifelsfall
auch unkonventioneller Notlösungen bedarf. Jeder Bürger dieses
Landes ist aufgefordert, zu verhindern, daß unsere Politiker
vorsätzlich, willentlich und wider besseres Wissen unser
Land ruinieren und möglicherweise mehr als nur einer Generation
alle Chancen nehmen, hier wieder etwas Funktionierendes auf
die Beine zu stellen..

Dafür gilt es im Zweifelsfall auch vor Mord und Totschlag
nicht zurückzuschrecken. In diesem Fall sind es keine niederen,
sondern höhere Beweggründe, die selbst dererlei Aktionen
erforderlich machen, wenn andere Wege verschlossen bleiben.

Es muß sich *SOFORT* etwas ändern, sonst ist es in Deutschland
ganz bald vorbei!

Daniel

Gökhan

unread,
Jun 12, 2003, 9:30:28 PM6/12/03
to
...hör auf mich zu bewundern, du kleinbürgerlicher bimbo...

Harald Müssig

unread,
Jun 13, 2003, 1:39:46 AM6/13/03
to

"Gökhan" <GMacch...@vaybee.de> schrieb im Newsbeitrag
news:414bfcd0.0306...@posting.google.com...

> ...hör auf mich zu bewundern, du kleinbürgerlicher bimbo...

Seit wann haben Leute der untersten Schicht Zugang zu Computern? Der
Systemadmin sollte der Putztruppe Einhalt gebieten...
(Gökhan)

--
Plura de hac re non scribam, cum non sim nescius, illius salutem
vobis aeque ac mihi magnae curae esse :
tantum vos hortor ut ne malevolentissimis obtestationibus
magnitudinem animi vestri inflectatis in his,
quae ad veritatis puram veram pertinent..
valete pancratice, salveteque!
http://de.geocities.com/thebabastar/Peterchen.html
www.babastar.de
Client Hydra Windows NT4.0 de Phoenixnetworks :)
--


Jörg Frommhold

unread,
Jun 13, 2003, 2:36:54 AM6/13/03
to

Gökhan <GMacch...@vaybee.de> schrieb in im Newsbeitrag: 414bfcd0.0306...@posting.google.com...

> ...hör auf mich zu bewundern, du kleinbürgerlicher bimbo...

Streitest Du jetzt mit Eberl um den Titel "Schwachkopf von dspm"?
Der ist ja wenigstens noch lustig in seiner Blödheit.


Roland Wenke

unread,
Jun 13, 2003, 6:48:42 AM6/13/03
to

"Daniel Roedding" <d...@roedding.de> schrieb im Newsbeitrag
news:d639ba3.03061...@posting.google.com...

im Prinzip hast Du recht, diese Fakten sind unseren Politikern auch bekannt,
aber sie ignorieren sie.
Aber es ist eine deutsche Untugend, Probleme auszusitzen:
Göbbels faselte 1945 noch vom "Endsieg" als die Rote Armee schon am
Reichstag stand...., Honnecker meinte die Mauer würde noch 50 oder 100 Jahre
stehen...
Zu einer Revolution kommt es erst, wenn die Mehrheit der Leute der Meinung
sind: "So geht es nicht mehr weiter!" So war es 1989 in der DDR....aber muß
es erst dazu kommen? Ich hoffe unsere Politiker schaffen endlich die
richtigen Rahmenbedingungen, sonst sehe ich schwarz.
Gruß Roland


Steven

unread,
Jun 13, 2003, 7:04:01 AM6/13/03
to
Roland Wenke wrote:
>..........

>
> im Prinzip hast Du recht, diese Fakten sind unseren Politikern auch
> bekannt, aber sie ignorieren sie.
> Aber es ist eine deutsche Untugend, Probleme auszusitzen:
> Göbbels faselte 1945 noch vom "Endsieg" als die Rote Armee schon am
> Reichstag stand...., Honnecker meinte die Mauer würde noch 50 oder 100
> Jahre stehen...
> Zu einer Revolution kommt es erst, wenn die Mehrheit der Leute der Meinung
> sind: "So geht es nicht mehr weiter!" So war es 1989 in der DDR....aber
> muß es erst dazu kommen? Ich hoffe unsere Politiker schaffen endlich die
> richtigen Rahmenbedingungen, sonst sehe ich schwarz.


Also meine Information, warum die Mauer überhaupt gefallen, ist das die
DDR kein Geld mehr hatte und die Allierten nicht mehr zahlen wollten. Es
waren also weder Kohl noch die DDR Bürger die den Durchbruch brachten
sondern letztendlich allein die Pleite der DDR.

Roland Wenke

unread,
Jun 13, 2003, 7:18:22 AM6/13/03
to

"Steven" <weas...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:bccb39$hnees$1...@ID-97755.news.dfncis.de...

> Also meine Information, warum die Mauer überhaupt gefallen, ist das die
> DDR kein Geld mehr hatte und die Allierten nicht mehr zahlen wollten. Es
> waren also weder Kohl noch die DDR Bürger die den Durchbruch brachten
> sondern letztendlich allein die Pleite der DDR.

Es waren die hunderttausende Demonstranten in Leipzig und vielen anderen
Städten der DDR, die das SED- Regime zu Fall gebracht haben.
Gruß Roland


Steven

unread,
Jun 13, 2003, 7:27:49 AM6/13/03
to


Sorry, das ist kaum glaubwürdig....


Roland Wenke

unread,
Jun 13, 2003, 7:44:32 AM6/13/03
to

"Steven" <weas...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:bcccfp$hriqo$1...@ID-97755.news.dfncis.de...
doch....ich war dabei...
Roland


Dieter Schmitt

unread,
Jun 13, 2003, 8:06:03 AM6/13/03
to
In news:3ee9b2c0$0$16629$9b62...@news.freenet.de, Roland Wenke schrieb:

Wirklich? Nicht das süsse der Gift der Schuldenmacherei als Todsünde?

http://www.zeit.de/2003/25/DDR-Wirtschaft

Dieter


Bernd Stach

unread,
Jun 13, 2003, 10:43:18 AM6/13/03
to
Am Fri, 13 Jun 2003 12:48:42 +0200, in de.org.politik.misc
<3ee9abdb$0$165$9b62...@news.freenet.de> "Roland Wenke"
<roland...@freenet.de> schrieb:

> Zu einer Revolution kommt es erst, wenn die Mehrheit der Leute der Meinung
> sind: "So geht es nicht mehr weiter!"

Das wird gottseidank nie passieren, denn die Insassen in diesem
unserem Lande sind viel zu reich, viel zu dämlich oder beides
zusammen.

-bs-

--
Schon wieder vergessen oder unter den Teppich gekehrt?
Je korrupter und krimineller ein Staat ist, desto mehr
Gesetze, Vorschriften und Beamte benötigt er.
Deutschland hat diese Dinge in exzessivem Überfluß.
(völlig frei nach Tacitus von -bs-)

Frank Neurath

unread,
Jun 13, 2003, 1:19:11 PM6/13/03
to
Ralf Neuber wrote:

Was willst Du von jemandem erwarten, der a) nicht einmal einen richtigen
Namen besitzt und b) nicht in der Lage ist die Shift-Taste zu benutzen?

Frank

Peter Pradelski

unread,
Jun 13, 2003, 1:32:37 PM6/13/03
to
Daniel Roedding wrote:

> Peter Pradelski <nospam...@gmx.de> wrote:
>
>> Vielleicht solltest Du wissen, daß Du eines Tages (wahrscheinlich) selbst
>> alt sein wirst.
>
> Danke für den Hinweis. Du weißt aber hoffentlich auch, wie viel weniger
> meine Generation in 30-40 Jahren rein aufgrund demographischer Faktoren
> zu erwarten hat.

Was Du bekommst, ist davon abhängig, wer die Macht in der Hand halten wird,
wenn Du in Rente gehst. Die demographischen Faktoren machen sich gut in der
Öffentlichkeit, spielen aber eigentlich keine große Rolle. Der Wohlstand
wird nämlich nicht zwischen Alt und Jung verteilt, sondern zwischen Arm und
Reich.

> Ich möchte wenigstens, daß wir die Zeit dahin wenigstens ohne
> Komplettzusammenbruch des Systems erleben.

Dummerweise besteht die Alternative darin, das System immer weiter und
weiter zusammenzukürzen - bis es weg ist, genau so als ob es zusammen
gebrochen wäre. Außer, auf einem andern politischen Schauplatz wird vorher
was Wesentliches verändert.

Du kämpfst auf einem Nebenschauplatz, auf dem nichts entschieden wird.

Peter Pradelski

unread,
Jun 13, 2003, 1:36:04 PM6/13/03
to
Steven wrote:

Dann sind Deine Informationen auch falsch. Die Mauer ist gefallen, weil es
die Führung in Moskau (Gorbatschow) zugelassen hat. Demos und Aufstände hat
es auch vorher in anderen Ländern des Ostblocks gegeben, und die meisten
dieser Länder hatten auch weniger Geld als die DDR.

Bernd Bioly

unread,
Jun 13, 2003, 2:56:12 PM6/13/03
to

"Peter Pradelski" <nospam...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:v5eacb...@linux.lockal...

In diesem Zusammenhang kann ich nur auf die gestrige Maybrit Illner -
Sendung verweisen ("Berlin Mitte" ?). Da trat Kurt Biedenkopf auf, ok, er
gehört wohl auch als noch politisch Aktiver schon zur älteren Generation,
aber er hat hinsichtlich der Renten- und Sozialversicherungsproblematik
einige wichtige Argumente gebracht:

1) Die ältere Generation hat jahrzehntelang eingezahlt und demnach auch ein
Anrecht auf den Vertrauensvorschub. Sie konnte schließlich nicht ahnen, daß
die jüngere Generation so unfruchtbar ist. Dem muß ich aber zufügen, daß es
durchaus Mitglieder eben jener heutigen älteren Generation waren, die uns
damals bis heute als die Geschicke unseres Landes führende Politiker in die
Misere geritten haben, es also so weit haben kommen lassen. Der einfache
Mann kann aber nichts dafür.

2) Eine unverhältnismäßige Renten- und Sozialversicherungsbelastung der
jüngeren Generation führt eher dazu, daß diese auswandert, als daß sie sich
treuergiebig ihrem Schicksal, für immer mehr Rentner aufzukommen, ergibt.
Das kann keine Lösung sein, so daß mehr Eigenverantwortung vonnöten ist.

IMHO ist die einfachste Lösung, über eine massive Familienförderung einen
erneuten Babyboom auszulösen, der die ganze Problematik der
Bevölkerungspyramide abschwächt, auf Dauer sollte ein neues, gerechteres,
staatlich abgesichertes und kapitaldeckungsorientiertes Versicherungssystem
eingeführt werden mit genereller Verpflichtung für alle Bürger, also auch
Selbständige etc. Damit wird z.B. gewährleistet, daß Insolvenzrisiken, bei
denen die Insolventen keine private Versicherung abgeschlossen haben und dem
deutschen Staat vielleicht später auf der Tasche liegen, abgedeckt sind.

Gruß Bernd Bioly

Bernd Bioly

unread,
Jun 13, 2003, 3:04:53 PM6/13/03
to

"Gökhan" <GMacch...@vaybee.de> schrieb im Newsbeitrag
news:414bfcd0.03061...@posting.google.com...

Von Spirit zeugt Dein Statement auch nicht gerade. Es reicht nicht nur,
vielleicht bekannte Namen zu nennen. Es müssen auch konstruktive
Gegenargumente folgen. Ich selber habe diese Namen vielleicht mal gehört,
gelesen nicht. Deswegen würde m.E. ein Zitieren auch noch keinen Meister des
Rechthabens machen. Manchmal kann es dagegen auch ganz interessant sein, die
Meinung vermeintlich vor Betriebsblindheit gefeiter unbedarfter Mitbürger zu
lesen. Da verbleibt mir bis zu Deinem nächsten - hoffentlich
inhaltsreicheren Posting - nur zu urteilen: (s)he (m/w ?) has no spirit, so
only earns ignorance.

Gruß Bernd Bioly

Carlo

unread,
Jun 13, 2003, 4:16:09 PM6/13/03
to
d...@roedding.de (Daniel Roedding) wrote in message news:<d639ba3.03061...@posting.google.com>...

> Folgender Brief ist per Post unterwegs nach Berlin.
>
>
Dieser gedrechselte Satz gefällt mir besonders gut *einrahm*:

Ich bin mir ernsthaft unschlüssig, möchte aber darauf hinweisen, daß
ich die aktuelle Lage angesichts der zu beobachteten
Situationsverschlechterung durch persistente
Problemlösungsverhinderung als einen Notfall ansehe, der Aktionen
nach
dem Artikel 20 (4) des Grundgesetzes rechtfertigen könnte.

Also der Niedergang ist in D schon so weit fortgeschritten, dass sich
vermeintliche Leistungsträger nicht mehr verständlich schriftlich
ausdrücken können. Entweder echter Kanzleistil oder noch besser
richtiges Deutsch, so klingt das nur nach Kanzleistil für arme
Autodidakten (Beamten werden Tränen lachen). Die arme
Sachbearbeiterin, die dir einige Textbausteine demnächst zuschicken
wird, ist wirklich zu bedauern. Das hätte es unter Bismarck nicht
gegeben!

Übrigens, wer als vermeintlicher Leistungsträger Zeit für eine
Ansammlung wirtschaftspolitischer Platitüden hat, ist keiner. Wo ist
denn dein zuständiger Lobbyvertreter bzw dein persönlicher
Audienztermin beim Bundespräses?

Der zuständige Entscheidungsträger ist im übrigen der Bundeskanzler,
der nicht nur die Richtlinien der Politik in diesem teutschen Lande
bestimmt.

www.bundesregierung.de

Mit deinem Widerstandgeist seit ihr zusammen mit Prof. a.D. Arnulf
Baring schon zwei, wenn man dann Bundespräsident a.D. Roman Herzog mit
seiner legendär wirkungslosen Ruck-Rede noch dazunimmt (Motto: Der
Mann hat ja soo recht, ja da müssten wir mal was machen, aber bitte
nichts bei mir, der nächste bitte...), sogar drei.
Also für eine kleine exclusive Revolution in der guten Stube sollte
dies wirklich reichen. Aber bitte nur nach Feierabend und mit
polizeilicher Anmeldung, es muß schließlich alles seine Ordnung haben.

Gruss Carlo
Es geht uns allen noch viel zu gut

Steven

unread,
Jun 14, 2003, 3:40:06 AM6/14/03
to


Ist wohl logisch das Moskau zustimmen mußte wenn keiner mehr die DDR
finanzieren wollte. Die Russen waren selbst Pleite!


Mecki Foerthmann

unread,
Jun 14, 2003, 5:17:00 AM6/14/03
to

"Bernd Bioly" <abcb...@hotmail.com> wrote in message
news:bcd6oe$hvl21$1...@ID-190347.news.dfncis.de...
Es war doch gerade der Babyboom der 50er Jahre der für die derzeitige Misere
großteils verantwortlich gemacht werden kann.
Sehen wir uns einmal an, was dieser neue 'Babyboom' bewirken würde.
Erst einmal müßten für die nächsten 20 Jahre mehr Steuergelder für Bildung,
Kindergeld und andere Kindererziehungsbeihilfen bereitgestellt werden, und
das aus einem bereits überschuldeten, leeren Topf.
Für mindestens die ersten 20 Jahre wären diese Kinder ja schließlich
unproduktiv und kosteten nur einen Haufen Geld.
Ist das nicht der Hauptgrund, warum so viele Paare sich nach dem ersten
Babyboom dazu entschlossen haben keine Kinder oder nur eines zu haben?
Versuch doch nur einmal selbst 4 Kinder großzuziehen, Karriere zu machen und
dann noch jedes Jahr (mit den Kindern) in Urlaub nach Mallorca zu fliegen.
Ich wünsche dir viel Spaß.

Da sowieso nicht genug Arbeitsplätze für diese neue Boomgeneration vorhanden
wären, würde die Arbeitslosenquote zudem dann nur noch weiter anwachsen.
Wir haben ja heute schon über 4 millionen unproduktive, arbeitslose
aber -willige Mitbürger im arbeitsfähigen Alter.
Also woher sollen all die Arbeitsplätze für die neuen Babyboomer herkommen,
wenn wir heute nicht einmal genug Arbeits- und Ausbildungsplätze für die
geburtenschwachen Jahrgänge haben?

Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum können nicht die Antwort sein.
Einmal abgesehen von der ökologischen und ökonomischen Problematik des
Wirtschaftswachstums, ist die Wirtschaft immer weiter gewachsen bei einer
gleichbleibender oder sogar schwindender Bevölkerung und angeblich können
wir heute weniger Leuten eine menschenwürdige Existenz gewährleisten?
Es wäre bestimmt vorteilhaft, einmal ernsthaft über die gerechte Verteilung
des Nettosozialprodukts und der dazu notwendigen Arbeit nachzudenken, bevor
man mehr Bevölkerungswachstum verlangt.

Haben nicht die heutigen Rentner mit ihrer Arbeit geholfen eine
Volkswirtschaft aufzubauen, die mit weniger Arbeit mehr als genug für alle
produzieren kann?
Unter anderem auch "damit es unsere Kinder einmal besser haben als wir"?
Sollen die jetzt von ihren eigenen Kindern und Enkeln dafür bestraft werden,
daß sie sich deren Ausbildung vom Munde abgespart haben und mit ihrem
Schweiß etwas aufgebaut haben, daß es eben jenen Kindern und Enkeln
ermöglicht, es weitaus besser zu haben, als sie es selbst je hatten?
Nein, Ich bezeichne so eine Haltung als Generationen-Ungerechtigkeit,
Undankbarkeit und maßlose Habgier.

Mecki


Peter Pradelski

unread,
Jun 14, 2003, 6:07:44 AM6/14/03
to
Steven wrote:

Warum mußte Moskau zustimmen? Was wäre denn passiert, wenn die Russen die
Demos in Ostdeutschland genau so niedergewalzt hätten wie den Prager
Frühling?

> Die Russen waren selbst Pleite!

Na und? Sie hätten trotzdem einfach weiter machen können. Trotz der Pleite.
Es war einfach ein System, das die Pleite nicht so wichtig nahm.

Carlo

unread,
Jun 14, 2003, 6:59:49 AM6/14/03
to
> > Zu einer Revolution kommt es erst, wenn die Mehrheit der Leute der Meinung
> > sind: "So geht es nicht mehr weiter!" So war es 1989 in der DDR....aber
> > muß es erst dazu kommen? Ich hoffe unsere Politiker schaffen endlich die
> > richtigen Rahmenbedingungen, sonst sehe ich schwarz.
>
>
> Also meine Information, warum die Mauer überhaupt gefallen, ist das die
> DDR kein Geld mehr hatte und die Allierten nicht mehr zahlen wollten. Es
> waren also weder Kohl noch die DDR Bürger die den Durchbruch brachten
> sondern letztendlich allein die Pleite der DDR.

Nein, die Bundesdeutschen haben todesverachtend die Mauer
niedergerissen und die Ossis befreit. So wird es zumindest spätestens
in zehn Jahren in den Schulbüchern stehen.

Um einer Legendenbildung vorzubeugen: Tatsächlich haben sie nur
buslandungsweise über die Mauer geglotzt (Westberlinbesuch für
Schulklassen war lästige Pflicht) oder sich gar mal mit Tagesticket
ins rote Berlin getraut *wahnsinnsmutig* und gestaut, dass auch
Kommunisten wie normal Menschen aussehen.

BTW der Protest vom 17. Juni 1953 in Ostberlin/ SBZ ist bereits jetzt
nicht mehr Schulstoff, daher der Mehrheit der Schüler völlig
unbekannt. Einziger Geschichtsstoff scheint ohnehin nur noch
Deutschland 1933-45 zu sein.

Gruss Carlo

okeyh

unread,
Jun 14, 2003, 9:48:39 AM6/14/03
to
"Daniel Roedding" <d...@roedding.de> schrieb im Newsbeitrag
news:d639ba3.03061...@posting.google.com...

> Ich möchte wenigstens, daß wir die Zeit dahin wenigstens ohne
> Komplettzusammenbruch des Systems erleben.

Warum nicht? Endlich mal ein neues System aufbauen! Endlich mal nach
Spielregeln spielen, die nicht nur von anderen entworfen worden sind (und
von denselben regelmäßig mißachtet oder umgangen werden).

Jedes System sollte nach einer gewissen Zeit so richtig zusammenbrechen,
besonders wenn es scheiße ist.
mfg okh


Franz Gärke

unread,
Jun 14, 2003, 10:11:04 AM6/14/03
to

"Mecki Foerthmann" <mec...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:bcep9f$esm$05$1...@news.t-online.com...

>
> Es war doch gerade der Babyboom der 50er Jahre der für die derzeitige
> Misere großteils verantwortlich gemacht werden kann.

Ohne den Babyboom würdest du vermutlich heute gar nicht existieren. Bist du
des Lebens überdrüssig, daß du deine Eltern nun fragst, warum sie dich in
die Welt gesetzt hätten? Man möchte dir fast raten: Geh sterben mit deinem
Pessimismus. Erfreue dich des Lebens, auch wenn es dir keine Reichtümer
bescheren sollte.

Was ist eigentlich mit der deutschen Kulturszene los? Die sind doch darauf
angewiesen, sich vor Menschen zu produzieren. Können die nicht etwas
Hoffnung in der Gesellschaft verbreiten? Aber sie begnügen sich ja mit Attac
und ihrer Miesmacherei gegenüber den Amerikanern, sind mit sich selbst
ausreichend beschäftigt. Es ist eben ein Nachteil, finanziell voll versorgt
und abgesichert zu sein.Werft sie auf den freien Markt, damit sie sich
wieder ihrem Publikum zuwenden.

Franz Gärke


Steven

unread,
Jun 14, 2003, 10:47:03 AM6/14/03
to
Franz Gärke wrote:
> "Mecki Foerthmann" <mec...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
> news:bcep9f$esm$05$1...@news.t-online.com...
>>
>> Es war doch gerade der Babyboom der 50er Jahre der für die derzeitige
>> Misere großteils verantwortlich gemacht werden kann.
>
> Ohne den Babyboom würdest du vermutlich heute gar nicht existieren. Bist
> du des Lebens überdrüssig, daß du deine Eltern nun fragst, warum sie dich
> in die Welt gesetzt hätten? Man möchte dir fast raten: Geh sterben mit
> deinem Pessimismus. Erfreue dich des Lebens, auch wenn es dir keine
> Reichtümer bescheren sollte.
>
> Was ist eigentlich mit der deutschen Kulturszene los? Die sind doch darauf
......

Dir sollte klar sein das es die deutsche Kulturzene nicht mehr gibt! -
Deutschland hat seine originale(echte) Indentität längst verloren und ist zu
einer Alien-Nation geworden.


Bernd Bioly

unread,
Jun 14, 2003, 2:32:28 PM6/14/03
to

"Mecki Foerthmann" <mec...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:bcep9f$esm$05$1...@news.t-online.com...
>

Das muß ich neidlos anerkennen: die geburtenstarken Jahrgänge sind auch von
der älteren Generation "verursacht" worden. :)

> Sehen wir uns einmal an, was dieser neue 'Babyboom' bewirken würde.
> Erst einmal müßten für die nächsten 20 Jahre mehr Steuergelder für
Bildung,
> Kindergeld und andere Kindererziehungsbeihilfen bereitgestellt werden, und
> das aus einem bereits überschuldeten, leeren Topf.
> Für mindestens die ersten 20 Jahre wären diese Kinder ja schließlich
> unproduktiv und kosteten nur einen Haufen Geld.

Bildung und Kindererziehungshilfen kosten wohl Geld, damit werden aber auch
wieder Arbeitsplätze geschaffen, ganz zu schweigen von jenen, die hinter den
von den Babyboomern verbrauchten sonstigen Produkten stecken. Klar, 20 Jahre
Unproduktivität sind ein hartes Los erst mal. Man beklagt hier aber die
vergangenen damaligen schwachen Geburtsjahrgänge, deren Auswirkungen heute
(ca. 18-20 Jahre später) spürbar werden, weil nicht genügend neue
Beitragszahler nachkommen.

> Ist das nicht der Hauptgrund, warum so viele Paare sich nach dem ersten
> Babyboom dazu entschlossen haben keine Kinder oder nur eines zu haben?
> Versuch doch nur einmal selbst 4 Kinder großzuziehen, Karriere zu machen
und
> dann noch jedes Jahr (mit den Kindern) in Urlaub nach Mallorca zu fliegen.
> Ich wünsche dir viel Spaß.

Ich bin mir durchaus bewußt, daß mit "massiver Familienförderung" auch hohe
Kosten verbunden sind. Wie die jetzt zu finanzieren wären, weiß ich nicht zu
sagen, bin schließlich kein Finanzminister, aber auch wenn jetzt keine
Ergebnisse sofort sichtbar wären, so wird es sie später einmal mit
Sicherheit geben. Und eine Politik der Weitsichtigkeit ist immer noch besser
als eine Politik von der Hand in den Mund, also jetzt konsumieren, später
über die Erkenntnis, von der Substanz gelebt zu haben, jammern. Letztere
Möglichkeit ist heute doch gang und gebe: wenn der Staat schon so viele
Schulden macht, tut es ihm der private Bürger doch erst recht gleich: Konsum
auf Pump.

> Da sowieso nicht genug Arbeitsplätze für diese neue Boomgeneration
vorhanden
> wären, würde die Arbeitslosenquote zudem dann nur noch weiter anwachsen.
> Wir haben ja heute schon über 4 millionen unproduktive, arbeitslose
> aber -willige Mitbürger im arbeitsfähigen Alter.

Bedingt richtig - s.o. - Mehrverbrauch durch neue Konsumenten = erhöhte
Nachfrage nach Arbeitskräften. Was aber nicht ausschließen soll, daß die
Arbeitslosenquote trotzdem steigen könnte. Außerdem würde durch einen
Babyboom eine teilweise Verringerung der Doppelverdienerhaushalte eintreten.
Ob nun Mann oder Frau zu Hause blieben, wäre wurscht, ob einer voll, der
andere halbtags arbeitet ebenso, auf jeden Fall würde sich daraus auch eine
Arbeitsmarktentlastung ergeben. Da immer mehr Haushalte damit immer weniger
Geld zur Verfügung hätten, wäre eine Preisanpassung der Unternehmen
vonnöten. Oder glaubst Du, daß sich dann jeder ein 30.000 Euro - Auto kaufen
würde, nein eher ein 10.000 - oder 15.000 - Euro - Auto, wenn es das
überhaupt gibt. Und wenn nicht, dann wird es mit Sicherheit ein Unternehmen
schaffen, es herzustellen und wird den Markt erobern. Das alles ist nur eine
Sache des Marktes, also von Angebot und Nachfrage.

> Also woher sollen all die Arbeitsplätze für die neuen Babyboomer
herkommen,
> wenn wir heute nicht einmal genug Arbeits- und Ausbildungsplätze für die
> geburtenschwachen Jahrgänge haben?
> Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum können nicht die Antwort sein.
> Einmal abgesehen von der ökologischen und ökonomischen Problematik des
> Wirtschaftswachstums, ist die Wirtschaft immer weiter gewachsen bei einer
> gleichbleibender oder sogar schwindender Bevölkerung und angeblich können
> wir heute weniger Leuten eine menschenwürdige Existenz gewährleisten?
> Es wäre bestimmt vorteilhaft, einmal ernsthaft über die gerechte
Verteilung
> des Nettosozialprodukts und der dazu notwendigen Arbeit nachzudenken,
bevor
> man mehr Bevölkerungswachstum verlangt.

In diesem Punkt (gerechtere Verteilung des Nettosozialproduktes) stimme ich
glaube ich voll mit Dir überein. Es ist unabdingbar, daß Unternehmen, die
sich vielleicht schon seit Jahrzehnten um zu zahlende Unternehmenssteuern
drücken, ihren gesellschaftlichen Beitrag leisten. Es ist unabdingbar, daß
Subventionen an Unternehmen, die sich seit Beginn dieser "Zahlungen" immer
mehr öffentlich-rechtlichen Unternehmen ähneln (typisch bürokratisch),
völlig neu und ökonomisch sinnvoll überdacht werden und gegebenenfalls
komplett gestrichen werden, auch wenn dadurch erst mal mehr Arbeitslose
entstehen könnten. Es bestände ein individueller Zwang zur Neuorientierung,
es würden aber auch staatliche Reserven freigesetzt, die entweder zum
Schuldenabbau oder zur o.g. Familienförderung verwendet werden könnten.

> Haben nicht die heutigen Rentner mit ihrer Arbeit geholfen eine
> Volkswirtschaft aufzubauen, die mit weniger Arbeit mehr als genug für alle
> produzieren kann?
> Unter anderem auch "damit es unsere Kinder einmal besser haben als wir"?
> Sollen die jetzt von ihren eigenen Kindern und Enkeln dafür bestraft
werden,
> daß sie sich deren Ausbildung vom Munde abgespart haben und mit ihrem
> Schweiß etwas aufgebaut haben, daß es eben jenen Kindern und Enkeln
> ermöglicht, es weitaus besser zu haben, als sie es selbst je hatten?
> Nein, Ich bezeichne so eine Haltung als Generationen-Ungerechtigkeit,
> Undankbarkeit und maßlose Habgier.

Moment, hat mein Posting etwa so geklungen, als ob ich die Rente für die
Alten möglichst wegrationalisieren wollte ? Doch wohl hoffentlich nicht.
Ich stimme Dir doch in diesem Punkt zu, auch wenn mein Einwand "Dem muß ich
aber zufügen ..." in Punkt 1 vielleicht in diesem Zusammenhang negativ
klang. Schließlich sagte ich doch auch: "der einfache Mann kann aber nichts
dafür", was so viel heißen sollte wie: man darf den einfachen Mann bzw. die
Frau (also den Rentner oder die Rentnerin) dafür nicht bestrafen für seinen
Vertrauensvorschuß. Punkt 2 sollte einfach nur feststellen, daß, wenn sich
nichts ändert, es für die in Zukunft arbeitende Bevölkerung eine unzumutbare
Abgabenlast geben würde, die sie förmlich zwingt, andere Wege (z.B.
Auswanderung) zu gehen.

Gruß Bernd Bioly

Peter Pradelski

unread,
Jun 14, 2003, 2:12:43 PM6/14/03
to
Werner Thiele-Schlesier wrote:

> Hallo Peter,
>
> am 14.06.03, 12:07 schrieb nospam...@gmx.de in misc folgendes
> zu Re: Brief an Bundespraesident Johannes Rau:
>
>
> > Na und? Sie haetten trotzdem einfach weiter machen koennen.


> > Trotz der Pleite. Es war einfach ein System, das die Pleite
> > nicht so wichtig nahm.
>

> Das ist beim System in USA ebenso.

Naja, imho gilt das prinzipiell für so ziemlich jedes System. Ein
Kaputtgehen einzelner Bestanteile ist zwar vorgesehen (z.B. die Pleite
eines Unternehmens in unserem System), aber nicht das Kaputtgehen des
Systems selbst.

Übrigens können hierzulande die staatlichen Organe auch nicht pleite gehen.
Nicht, daß sie so toll wirtschaften würden - die Möglichkeit ist einfach
nicht im System vorgesehen, egal, was für einen Schwachsinn ein Regierender
jemals anstellen sollte... :-)

Daniel Roedding

unread,
Jun 14, 2003, 5:06:06 PM6/14/03
to
Peter Pradelski <nospam...@gmx.de> wrote:

> Übrigens können hierzulande die staatlichen Organe auch nicht pleite gehen.

In Argentinien konnten sie es auch nicht...

Daniel

Mecki Foerthmann

unread,
Jun 14, 2003, 5:34:09 PM6/14/03
to

"Franz Gärke" <fr...@t-online.de> wrote in message
news:bcfafk$7on$07$1...@news.t-online.com...

>
> "Mecki Foerthmann" <mec...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
> news:bcep9f$esm$05$1...@news.t-online.com...
> >
> > Es war doch gerade der Babyboom der 50er Jahre der für die derzeitige
> > Misere großteils verantwortlich gemacht werden kann.
>
> Ohne den Babyboom würdest du vermutlich heute gar nicht existieren. Bist
du
> des Lebens überdrüssig, daß du deine Eltern nun fragst, warum sie dich in
> die Welt gesetzt hätten?

Dumme Frage - natürlich nicht!
<snip>


Franz Gärke

unread,
Jun 14, 2003, 6:01:23 PM6/14/03
to

"Mecki Foerthmann" <mec...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:bcg4fh$nhp$05$1...@news.t-online.com...

>
> > Ohne den Babyboom würdest du vermutlich heute gar nicht existieren. Bist
> > du des Lebens überdrüssig, daß du deine Eltern nun fragst, warum sie
> > dich in die Welt gesetzt hätten?
>
> Dumme Frage - natürlich nicht!

Da bin ich aber froh. Dann reden wir - hoffentlich - demnächst nicht wieder
von einer Misere, wenn es um Nachwuchs geht. Sonst kommen die
Beratungsstellen uns noch zu teuer, wo wir jetzt schon kein Geld mehr haben.
Obwohl, Rita Süßmuth hätte sicher nichts dagegen. So wie die sich dafür
engagiert hat, bekommt sie bestimmt Provisionen.

Franz Gärke

Peter Pradelski

unread,
Jun 15, 2003, 7:10:33 AM6/15/03
to
Daniel Roedding wrote:

Sind sie es etwa?

Afaik sind die Zustände für die Bevölkerung dort unzumutbar geworden. Das
bedeutet aber doch nicht notwendigerweise, daß staatliche Organe pleite
machen, oder?

Gerhard Mesenich

unread,
Jun 18, 2003, 11:24:50 AM6/18/03
to
Wolfgang Schwanke wrote:

[ Politik - Wirtschaft ]

> "Die Wirtschaft" (sowohl das System, wie die Leute die dort
> Verantwortung tragen) kritisiert er überhaupt nicht, sondern
> sieht sie als unschuldiges Opferlamm.


Die Wirtschaft ist an Gesetze und Rahmenbedingungen gebunden, der
Handlungsspielraum ist nur äußerst begrenzt; krumme Touren werden
meist recht effizient verfolgt. Die Politik hat demgegenüber
Narrenfreiheit, da herrscht das Gesetz des Dschungels. Jede
ernstzunehmende Kontrolle fehlt. Die Bande macht sich die Gesetze
selbst.

> Das ist natürlich Quatsch. Inkompetenz und Vetternwirtschaft gibt
> es auf beiden Ebenen. Und gerade für die Krise der Wirtschaft
> selbst kann die Politik nichts, die machen die Unternehmen schon
> selbst. Politik hat auch Krisen zu verantworten, aber andere.


Hat man aus 'der Wirtschaft' schonmal Forderungen nach
Massenerschießungen gehört, weil die Leute nicht genügend Autos
kaufen? In der Politik kommt sowas schonmal des öfteren vor. Die
Wirtschaft kann fast gar nichts tun, wenn vernünftige
Rahmenbedingungen fehlen.

Der Unterschied liegt im wesentlichen nicht in den Personen, sondern
in der völlig unterschiedlichen 'Organisation'. Im Gegensatz zur
Wirtschaft fehlen in der Politik jegliche ernstzunehmenden
Selbstregulierungsmechanismen.


> Übrigens, Daniel Rödding war der mit der Empfehlung, den Reichstag
> anzuzünden. Muss man da überhaupt noch fragen, wieso der nicht so
> dolle glaubwürdig ist?


Kann mit Artikel 20 GG begründet werden ;-). Politisch ist sowas
übrigens völlig normal, irgendwo gab's mal eine Untersuchung, nach der
weltweit rd. 50% aller führenden Politiker ehemalige Terroristen
waren. Das scheint international der passende Lehrberuf für den Job
sein. Insgesamt ist die Politik ein Spielfeld für die krausesten
Figuren.

Gruß,
Gerhard

--
Die wichtigste gesellschaftliche Klasse ist die Klasse der Blödmänner.


Volker Birk

unread,
Jun 18, 2003, 1:35:11 PM6/18/03
to
In de.soc.wirtschaft Carlo <Carlo...@gmx.net> wrote:
> Um einer Legendenbildung vorzubeugen: Tatsächlich haben sie nur
> buslandungsweise über die Mauer geglotzt (Westberlinbesuch für
> Schulklassen war lästige Pflicht) oder sich gar mal mit Tagesticket
> ins rote Berlin getraut *wahnsinnsmutig* und gestaut, dass auch
> Kommunisten wie normal Menschen aussehen.

Normal sah da gar nichts aus, als ich reingeschaut habe, eher wie
eine faschistoide Diktatur.

> BTW der Protest vom 17. Juni 1953 in Ostberlin/ SBZ ist bereits jetzt
> nicht mehr Schulstoff, daher der Mehrheit der Schüler völlig
> unbekannt. Einziger Geschichtsstoff scheint ohnehin nur noch
> Deutschland 1933-45 zu sein.

Und das ist sehr traurig. Selbstverstaendlich waren es die Leute
auf der Strasse, die das Regime stuerzten. Die Russen haben das
zugelassen 1989 im Gegensatz zu 1953.

VB.
--
X-Pie Software GmbH
Postfach 1540, 88334 Bad Waldsee
Phone +49-7524-996806 Fax +49-7524-996807
mailto:v...@x-pie.de http://www.x-pie.de

Bernd Bioly

unread,
Jun 18, 2003, 2:46:42 PM6/18/03
to

"Gerhard Mesenich" <mese...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:bcq0dt$di9$04$2...@news.t-online.com...

> Die Wirtschaft ist an Gesetze und Rahmenbedingungen gebunden, der
> Handlungsspielraum ist nur äußerst begrenzt; krumme Touren werden
> meist recht effizient verfolgt. Die Politik hat demgegenüber
> Narrenfreiheit, da herrscht das Gesetz des Dschungels. Jede
> ernstzunehmende Kontrolle fehlt. Die Bande macht sich die Gesetze
> selbst.

Stimmt, die Wirtschaft hat sich an die Regeln zu halten, die die Politik zu
verantworten hat. Letztere legt diese Gesetze und Rahmenbedingungen
(Handlungsspielraum) fest. Die Wirtschaft muß kaufmännisch handeln, um zu
überleben, aber krumme Touren werden eben nicht immer recht effizient
verfolgt (s. Beispiel Esser bei Mannesmann). Aber wahrscheinlich meintest Du
wohl, daß Fehler der Wirtschaft oft gravierende Folgen haben können und
dementsprechend "geahndet" werden (z.B. Konkurs). Hinsichtlich der
Narrenfreiheit der Politik kann ich Dir recht geben. Das Volk als Kontrolle
der Politik über die Wahlen - das ist natürlich lächerlich. Das sieht man
an - jetzt einfach mal parteineutral in den Raum geworfen - nicht
eingehaltenen Wahlversprechen, Diätenanpassungen, Dienstwagenskandalen,
Ruhestandsbezügen etc.

> > Das ist natürlich Quatsch. Inkompetenz und Vetternwirtschaft gibt
> > es auf beiden Ebenen. Und gerade für die Krise der Wirtschaft
> > selbst kann die Politik nichts, die machen die Unternehmen schon
> > selbst. Politik hat auch Krisen zu verantworten, aber andere.
>
>
> Hat man aus 'der Wirtschaft' schonmal Forderungen nach
> Massenerschießungen gehört, weil die Leute nicht genügend Autos
> kaufen? In der Politik kommt sowas schonmal des öfteren vor. Die
> Wirtschaft kann fast gar nichts tun, wenn vernünftige
> Rahmenbedingungen fehlen.

Da gebe ich Dir Recht. Die vorangegangene Aussage, für die Krise der
Wirtschaft selbst könne die Politik NICHTS, ist natürlich falsch, denn
"wenigstens" hätte sie ja die Rahmenbedingungen durch antizyklische
Wirtschaftspolitik ändern können.

Gruß Bernd Bioly

Gerhard Mesenich

unread,
Jun 18, 2003, 4:51:42 PM6/18/03
to
Bernd Bioly wrote:
> Gerhard Mesenich schrieb:

[ krumme Touren ]

> Stimmt, die Wirtschaft hat sich an die Regeln zu halten, die die
> Politik zu verantworten hat. Letztere legt diese Gesetze und
> Rahmenbedingungen (Handlungsspielraum) fest. Die Wirtschaft muß
> kaufmännisch handeln, um zu überleben, aber krumme Touren werden
> eben nicht immer recht effizient verfolgt (s. Beispiel Esser bei
> Mannesmann).


Ich bin schon von dieser Welt, und weiß, daß das nicht immer richtig
funktioniert ;-).

Es geht aber um den Vergleich und das Prinzip. In der Wirtschaft ist
zumindest die juristische Ahndung möglich, und in der Praxis auch
recht häufig. In der Politik und der Verwaltung ist die Ahndung
krummer Touren wg. der allgemeinen Verfilzung und Anderem demgegenüber
nahezu ausgeschlossen. Das führt zwangsläufig zu den bekannten
Verhältnissen.

Gruß,
Gerhard


Bernd Bioly

unread,
Jun 19, 2003, 6:27:17 AM6/19/03
to

"Gerhard Mesenich" <mese...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:bcqjhl$34m$02$1...@news.t-online.com...

Nun, in der Politik ist eine juristische Ahndung ja scheinbar auch möglich,
auch wenn die sogenannte "politische Immunität" vieles niederschmettert,
aber auch hier gibt es ja Ausnahmen/Einzelfälle (?). Das beste Beispiel ist
ja der Möllemann-Fall.

Gruß Bernd Bioly

Bernd Bioly

unread,
Jun 19, 2003, 6:34:51 AM6/19/03
to

"Wolfgang Schwanke" <REMOVE.use...@wschwanke.de> schrieb im
Newsbeitrag news:u9urcb...@wschwanke.de...

> "Bernd Bioly" <abcb...@hotmail.com> wrote in
> news:bcqc2u$m32q0$1...@ID-190347.news.dfncis.de:

>
> > Da gebe ich Dir Recht. Die vorangegangene Aussage, für die Krise der
> > Wirtschaft selbst könne die Politik NICHTS, ist natürlich falsch,
>
> Die Betonung lag nicht auf NICHTS, sondern daran dass die Wirtschaft die
> Hauptschuld trägt. Es geht mir nicht ums Inschutznehmen der Politik,
> sondern ums Nichtinschutznehmen der Wirtschaft.

Das habe ich auch nicht im Ernst geglaubt, hat aber ein
Rechtfertigungsposting auf (hoffentlich) nette Art provoziert. Schließlich
sprachst Du ja auch von "Inkompetenz und Vetternwirtschaft auf beiden
Seiten" und damit hast Du ja die Politik nicht ausgeschlossen und auch nicht
die Wirtschaft in Schutz genommen.

> > denn
> > "wenigstens" hätte sie ja die Rahmenbedingungen durch antizyklische
> > Wirtschaftspolitik ändern können.
>

> Sie kann höchstens abmildern, aber nicht die Ursachen beseitigen. Die
> Krisen selbst sind im großen Maßstab Folge einer Eigendynamik der
> Volkswirtschaft, und im Detail auch des Versagens einzelner
> Unternehmensführern.

Stimmt. Deswegen sprach ich ja auch nur von Rahmenbedingungen, die die
Politik ändern kann.

> Im Gegensatz zu manchen Ansichten hier im Thread, dass Wirtschaftler nie
> inkompetent, sondern ganz lieb und harmlos seien, und nie irgendwem was
> zuleide täten. Das ist halt ein bisschen weltfremd.

Das kann keiner allen Ernstes hier behaupten. Da muß man in solchem Fall
dann wohl annehmen, daß solche Aussagen eben von jenen kommen. Weltfremd und
lobbyistisch.

Gruß Bernd Bioly

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