Extremisten als Feindbild
Mehr Gewalt von Linksradikalen
Stuttgart (old) - Auch von Linksextremisten wird zunehmend Gewalt ausgeübt.
Gegenüber 1999 stieg die Zahl der Gewalttaten von 36 auf 55. Dies geht aus
dem Verfassungsschutzbericht 2000 hervor.
Fast jede zweite dieser Gewalttaten hat sich gegen Rechtsextremisten
gerichtet, während von Rechtsextremisten 16 von insgesamt 107 Gewalttaten an
"Linken'' verübt wurden. Die Perspektiven der linksextremistischen Parteien
in Baden-Württemberg stuft der Verfassungsschutz als "weiterhin wenig
aussichtsreich'' ein. Einzig der Landesverband der PDS habe die Zahl seiner
Mitglieder von 380 auf 420 steigern können.
Zu jüngsten Meldungen, wonach sich die RAF wieder organisiert habe, sagte
Verfassungsschützer Helmut Rannacher: "Trotz der Auflösungserklärung von
1998 war für uns dieses Thema nicht erledigt.'' Zwar gebe es für
Baden-Württemberg derzeit keine Erkenntnisse über neue RAF-Strukturen.
Allerdings sei der Südwesten zu früheren RAF-Zeiten "stark belastet
gewesen''.
Rannacher wies ferner darauf hin, dass die Zahl der von Ausländern mit
extremistischen Motiven begangenen Gewalttaten im Südwesten von 77 auf 24
zurückgegangen sei. Die hohen Zahlen von 1999 seien mit der Festnahme des
PKK-Führers Öcalan im Februar 1999 zu erklären. Der Kurswechsel der PKK von
einer stark militärischen zu einer mehr politischen Organisation habe aber
dazu geführt, dass in Deutschland weniger PKK-Anhänger zu Versammlungen
kommen. Auch um die Scientology-Organisation ist es laut Innenminister
Schäuble "scheinbar etwas ruhiger geworden''. Dies sei dem seit 1997
ausgeübten "starken Beobachtungsdruck'' zu verdanken.
www.stuttgarter-nachrichten.de/news/ (Stichwortsuche: Scientology)
Zuflucht für Sektenopfer muss sich jetzt bewähren
Der Wohnhof lebt vom Engagement einiger Helfer und dem Geld einer Stiftung -
Hilfen auf dem Weg zurück in die Gesellschaft
LEIBENSTADT. Wer sich von einer Sekte lossagen will, braucht mitunter viel
Kraft dazu. Im Wohnhof, einem Modellprojekt in der Nähe von Adelsheim, wird
Betroffenen geholfen.
Von Annette Gast-Prior
Wie auf der Skizze einer großen Sonnenuhr bilden Pfeile und farbige
Hervorhebungen eine Ordnung im Geflecht handschriftlicher Notizen. Der Plan
bedeckt den ganzen Tisch in der Küche. Den Bleistift in der Hand, taucht
Othmar Caviezel von weit her aus seinen Gedanken auf. "Ich schreibe hier
meine Seele zu Tode'', sagt der Schweizer. Er hat vor vier Wochen im
Odenwälder Wohnhof Unterkunft gefunden.
Der Wohnhof ist ein ehemaliges Pfarrhaus und steht im so genannten Bauland,
im 350-Seelen-Dorf Leibenstadt bei Adelsheim. Es ist ein Zufluchtsort für
Sektenaussteiger. Klein, aber einzigartig in Europa. Deshalb, und weil eine
Enquetekommission im Bundestag auf Antrag der SPD-Bundestagsfraktion in
zweieinhalb Jahren Grundlagenarbeit zu dem Ergebnis kam, dass konkrete
Hilfsangebote für Sektenopfer fehlen, ist die Odenwälder Einrichtung ins
Gespräch gekommen - unter anderem seit 1998 in der interministeriellen
Arbeitsgruppe für Psychogruppen und Sekten auf Landesebene. Seit Oktober
vergangenen Jahres wird der Wohnhof als Modellprojekt gefördert.
Diese Entscheidung setzte für Inge Mamay, Leiterin des Hauses, einen
Meilenstein auf einem langen Weg: Sechs Jahre lang hat sie "gebettelt und
gewartet'', wurde mit ihrem Bemühen, Sponsoren und Zuschussmöglichkeiten zu
finden, immer wieder abgewiesen. Der letzte Förderantrag beim
baden-württembergischen Sozialministerium hatte schließlich Erfolg. Für drei
Jahre ist ihr jetzt finanzielle Hilfe sicher: Das Sozialministerium des
Landes und das Bundesfamilienministerium gewähren dem Wohnhof so lange 30000
Mark pro Jahr. Die Hauptfinanzlast trägt die gemeinnützige Software AG
Stiftung in Darmstadt: Mit 130000 Mark unterstützt sie das Projekt in diesem
ersten Jahr. Eine Anschubfinanzierung, sagt Projektleiter Helmut Habermehl.
Weiteres Geld könne fließen, wenn sich die Arbeit bewährt.
Inge Mamay und einer Kollegin erlaubt dieses Geld, sich die Pädagogenstelle
im Haus zu teilen. Übermütig wird sie, die weiter als Ausbilderin von
Erzieherinnen arbeitet, deshalb nicht. "Ich kann rechnen'', sagt sie und
dreht weiter jede Mark um.
Bei Bund und Land "eine Rechtsgrundlage für die Förderung zu finden, war
schwierig'', erklärt Clara Bregenzer, sektenpolitische Sprecherin der SPD im
Landtag und stellvertretende Vorsitzende des Wohnhof e.V. Jahrelang hat es
gedauert, bis das Bundesfamilienministerium die Einrichtung als geeignet
befand, in Krisen zu intervenieren und zu verhindern, dass Familien
zerbrechen. Heikel bei der Begründung der Förderfähigkeit: Der Staat darf
sich nicht explizit gegen Weltanschauungen und Gruppen richten. Das
Neutralitätsgebot, nach dem Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit
nicht angetastet werden dürfen, setzt schon für die Definition von Sekten
Grenzen. Bregenzer sieht im Wohnhof eine Form der institutionalisierten
Hilfe, an der es sonst mangelt: Außer Selbsthilfegruppen gebe es keine
spezifischen Anlaufstellen für Sektenopfer, sagt sie.
Dabei ist dieses Haus für seine Gründerin "ein Zeichen, dass es Hilfen
zurück in die Gesellschaft gibt''. Die brauchen Sektenopfer, ob sie nun den
Zeugen Jehovas, Scientology, den Satanisten oder irgendwelchen Psychogruppen
den Rücken kehren wollen. Seit ihrer Jugend ist die 47-jährige
Sozialpädagogin mit der Szene verbunden. Damals war sie selbst in den Bann
einer Sekte geraten und hat Hilfe gebraucht, um davon loszukommen.
Das Haus bietet Menschen die Chance, sich wieder eine Lebensperspektive zu
erschließen und tief sitzende Zwänge, Schuldgefühle oder Beziehungskrisen
unter Kontrolle zu bekommen. Der "körperliche Ausstieg'', weiß Inge Mamay,
ist nur ein erster Schritt; was bleibt, ist das eingeimpfte Denken, das
sektenkonforme Verhalten, oft auch Selbstmordgedanken. Zum "geistigen
Ausstieg'' gehört mehr. Zwei Jahre lang hat Mamay das Haus, das einem
Trägerverein gehört, über Spenden finanziert und mit hohem persönlichem
Einsatz am Laufen gehalten. Drei Jahre lang muss sich ihr Konzept nun
bewähren. Zwei Pädagoginnen, ein Arzt und ein Psychotherapeut betreuen im
Wohnhof Sektenaussteiger. Bis zu sechs Betroffene können gleichzeitig
Aufnahme finden. Die Bewohner auf Zeit bestreiten ihren Haushalt selbst und
nehmen unterschiedliche Therapieangebote wahr. Hilfen zurück ins praktische
Leben inklusive.
Kontakt: Modellprojekt Odenwälder Wohnhof, Leibenstadt, Telefon
06291/646763, E-Mail: woh...@aol.com
www.stuttgarter-zeitung.de/news/ (Stichwortsuche: Scientology)
Scientology-Sekte mietet sich in der Marienstraße ein
Geschäftsleute fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen - SPD-Stadtrat
Reißig fordert Ordnungsbürgermeister zum Handeln auf
Bei den Geschäftsleuten in der Marienstraße schrillen die Alarmglocken: die
vom Verfassungsschutz beobachtete Scientology-Organisation hat sich für
Monate im früheren Kali-Kino eingemietet. Gegen die Werbekampagne der Sekte
regt sich Widerstand.
Von Michael Ohnewald
Im Sommer kann es in Stuttgart ziemlich frostig sein - zumindest was die
Atmosphäre zwischen Geschäftsleuten in der Marienstraße und dem Rathaus
angeht. "Wir fühlen uns von der Stadt allein gelassen'', sagt ein
Einzelhändler, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. Über
das, was sich in seiner Nachbarschaft abspielt, sei er jedenfalls "gar nicht
glücklich''. Immer wieder würden sich Kunden seines Fachgeschäfts darüber
ärgern, dass Sektenmitglieder vor dem ehemaligen Kali-Kino das Gespräch mit
Passanten suchen. "Es ist schon so weit, dass einige Leute unsere Seite der
Straße meiden.''
Erzürnt ist der Beschwerdeführer vor allem deswegen, weil der Fall im
städtischen Ordnungsamt seit langem bekannt ist. Bereits vor einigen Wochen
hatten 40 Ladenbesitzer, Ärzte und Rechtsanwälte aus der Marienstraße einen
geharnischten Brief an die Stadt geschickt. Anlass war eine Sonderschau der
Sekte in den Kinoräumen. Es habe als Begleitprogramm nicht nur musikalische
Einlagen, sondern auch Gespräche mit Passanten auf der Straße gegeben, heißt
es in der Protestnote. Dazu dienten Flugblätter, bedruckte Luftballons,
Plakatträger und von Scientology-Kindern verteilte Blumen mit anhängendem
Werbematerial.'' Als die Stadt auf die Beschwerde reagierte, war der Spuk
schon vorbei: Die Hubbard-Jünger bauten die Plakatständer nach zwei Wochen
ab und zogen mit der Wanderausstellung weiter.
Doch die Ruhe sollte nicht lange währen. Nur kurze Zeit blieben die Räume in
der Marienstraße leer, ehe die Scientologen wieder einzogen. Nach Angaben
der Sektensprecherin Maja Nüesch soll das Kino im zweiten Anlauf mindestens
bis in den Spätherbst angemietet werden. Die Scientology-Schau, die sich
offiziell mit Folgen des Drogenkonsums beschäftigt, tatsächlich aber Mittel
zum Zweck der Mitgliederwerbung ist, werde dort im September nochmals
gezeigt. In der Übergangszeit sei ein Treffpunkt geplant.
In den vergangenen Tagen haben Sektenmitglieder die umliegenden Geschäfte
über ihre Pläne informiert. Wie ein Ladenbetreiber berichtet, werden "wieder
Passanten auf der Straße angesprochen''. Auch die Plakate der Scientologen
seien nicht zu übersehen. Kein Wunder, dass unter den Geschäftsleuten eine
Frage in diesen Tagen besonders häufig gestellt wird: "Dürfen die das
überhaupt?''
Der SPD-Stadtrat und Sektenexperte Andreas Reißig beantwortet sie eindeutig
mit "Nein''. Auf der Straße sei den Scientologen eine offensive Werbung
nicht gestattet. "Da sollte häufiger kontrolliert werden'', fordert Reißig.
Ordnungsbürgermeister Jürgen Beck (CDU) müsse dem Treiben der Sekte einen
Riegel vorschieben und auch mit den Vermietern ein klärendes Gespräch
führen.
Stefan Braun, persönlicher Referent des Bürgermeisters, sieht indes wenig
Chancen, gegen den Mietvertrag vorzugehen. Er will nun vom Baurechtsamt
klären lassen, ob für den Treffpunkt nicht eine baurechtliche
Nutzungsänderung nötig wäre. Auch was die Mitgliederwerbung der Sekte
angeht, sei die Stadt auf der Hut: "Wenn es um öffentliche Flächen geht,
werden wir genau prüfen, was da möglich ist - und vor allem was nicht.''
www.stuttgarter-zeitung.de/news/ (Stichwortsuche: Scientology)
WINDOWS XP SPECIAL
Die Betriebssystem-Features im Überblick
Erbmasse
Windows XP vereinigt Features aus Windows ME und Windows 2000.
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Administration
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Das automatische Update aus Windows ME gibt es ebenfalls. Ein weiterer alter
Bekannter ist der Festplatten-Defragmentierer Diskeeper der unter
Scientology-Verdacht stehenden Firma Executive Software. Ist Ihnen diese
Software verdächtig, müssen Sie sie erst einmal akzeptieren. Es gibt keine
einfache Möglichkeit, das Tool zu deinstallieren, obwohl verschiedene
Institutionen wie zum Beipsiel die Bundeswehr dies im Zusammenhang mit
Windows 2000 schon gefordert hatten.
.............
> Das automatische Update aus Windows ME gibt es ebenfalls. Ein weiterer
> alter Bekannter ist der Festplatten-Defragmentierer Diskeeper der unter
> Scientology-Verdacht stehenden Firma Executive Software. Ist Ihnen diese
> Software verdächtig, müssen Sie sie erst einmal akzeptieren. Es gibt
> keine einfache Möglichkeit, das Tool zu deinstallieren, obwohl
> verschiedene Institutionen wie zum Beipsiel die Bundeswehr dies im
> Zusammenhang mit Windows 2000 schon gefordert hatten.
Mit Linux wär das nicht passiert... ;-)
SCNR
Jürgen Flimm inszeniert "The Rake's Progress" an der Staatsoper
Der tiefe Fall des Wüstlings
Als letzte Premiere in dieser Spielzeit steht "The Rake's Progress" von Igor
Strawinsky in der Inszenierung von Jürgen Flimm auf dem Spielplan der
Hamburgischen Staatsoper. Nach "Hoffmanns Erzählungen" ist dies die zweite
Regiearbeit Flimms für das Haus. Die Ausstattung hat der österreichische
Künstler Gottfried Helnwein übernommen, der zum ersten Mal für die Oper in
Hamburg arbeitet. Helnwein sorgte in der Vergangenheit mit seinen
provokanten Plakaten und Fotografien, aber auch durch seine ihm nachgesagte
Zugehörigkeit zu Scientology für Furore.
"The Rake's Progress" erzählt die Geschichte des Wüstlings Tom Rakewell.
Sein Leben scheint in bester Ordnung: Seine Braut Anne Truelove wartet schon
auf den Gang zum Traualtar, und sein Schwiegervater hat ihm einen geregelten
Job in einer Bank besorgt. Doch dem leichtsinnigen Rakewell steht der Sinn
nach Reichtum ohne Arbeit. Da kommt ihm der Nick Shadow gerade recht, der
ihm von einem sagenhaften Vermögen berichtet, das ihm ein Onkel hinterlassen
hat. Begeistert bricht Tom nach London auf, um sein Erbe in Empfang zu
nehmen. Schnell erliegt er dort den Verlockungen der Großstadt. Er besucht
ein Freudenhaus, heiratet auf Nicks Rat hin die bärtige Türkenbaba, verliert
sein ganzes Geld bei einem dubiosen Geschäft und endet schließlich im
Irrenhaus.
Die Rolle des Rakewell übernimmt der Amerikaner Bruce Fowler. Sein Landsmann
David Pittsinger gilt als derzeit aufregendster Interpret des Nick Shadow.
http://archiv.mopo.de/archiv/2001/20010605/20010605124.html
Tom Cruise bleibt dabei
Von Nicole Kidman hat er sich getrennt, von Scientology nicht. Der
milliardenschwere
Schauspieler Tom Cruise hat dementieren lassen, er habe sich von der
Sekte freigekauft.
New York - Der 38-jährige Hollywood-Star hat Scientology nicht
verlassen. Dies hatten britische Zeitungen behauptet. Cruise habe
das auch nicht vorgehabt, berichtete die Pressesprecherin des
Stars jetzt. Sie reagierte damit auf Meldungen und Gerüchte,
Cruise habe sich mit einer großen Summe bei den Scientologen
"freigekauft". Sie dementierte in der Onlineausgabe der
Tageszeitung "USA Today" alle entsprechenden Berichte.
In britischen Medienberichten hatte es geheißen, der Schauspieler
habe der Organisation eine sehr großzügige Abschiedsspende
hinterlassen und sei dann ausgestiegen. "Er ist immer noch ganz
fest ein Mitglied der Kirche", sagte Cruise-Sprecherin Jennifer
Allen. Anders als in Deutschland und weiteren europäischen
Staaten wird Scientology in den USA offiziell als Kirche anerkannt.
Auch einige andere Hollywood-Stars wie John Travolta bekennen
sich seit Jahren zu der Organisation.
--
Remo Williams
http://www.8ung.at/scientologytruth
Scientologen - werdet erst mal KLAR im Kopf und dann CLEAR!
Tom Cruise
Der Hollywoodstar wehrt sich gegen Berichte, er sei homosexuell. Zum zweiten
Mal innerhalb eines Monats hat er Klage eingelegt: dieses Mal gegen einen
Mann, der per E-Mail Videobänder zum Verkauf anbot, die ihn angeblich beim
Liebesspiel mit Cruise zeigen sollen. Cruise spricht von Verleumdung und
fordert 100 Millionen Dollar Schmerzensgeld. Der Schauspieler hatte im
Februar seine Scheidung von Ehefrau Nicole Kidman nach nahezu zehnjähriger
Ehe beantragt. (ap)
Travolta hat sich übrigens - soviel ich weiss - nie gegen solche
Berichte gerichtlich gewehrt.
--
Tilman Hausherr [SP5.55] Entheta * Enturbulation * Entertainment
til...@berlin.snafu.de http://home.snafu.de/tilman/scientology_ger.html
Fotos aus Clearwater: http://www.geocities.com/Athens/Oracle/4497/clearwater2000
>On Thu, 7 Jun 2001 14:56:25 +0200, "David Randell" <no...@none.de> wrote
>in <3b1f...@news2.lightlink.com>:
>
>>Frankfurter Rundschau vom 7. Juni 2001:
>>
>>
>>Tom Cruise
>>
>>Der Hollywoodstar wehrt sich gegen Berichte, er sei homosexuell. Zum zweiten
>>Mal innerhalb eines Monats hat er Klage eingelegt: dieses Mal gegen einen
>>Mann, der per E-Mail Videobänder zum Verkauf anbot, die ihn angeblich beim
>>Liebesspiel mit Cruise zeigen sollen. Cruise spricht von Verleumdung und
>>fordert 100 Millionen Dollar Schmerzensgeld. Der Schauspieler hatte im
>>Februar seine Scheidung von Ehefrau Nicole Kidman nach nahezu zehnjähriger
>>Ehe beantragt. (ap)
>
>Travolta hat sich übrigens - soviel ich weiss - nie gegen solche
>Berichte gerichtlich gewehrt.
Ich würde sagen, bei Travolta war der Fall schon immer klar und ich
sehe im Prinzip auch keinen Grund, ihm dies vorzuwerfen solange er
nicht gegen Gesetze verstösst (meines Wissens hatte er beispielsweise
nie etwas mit Jungs, wie etwa Michael Jackson).
Von Cruise kursierten bereits seit Jahren in und um Hollywood
Gerüchte, aber soweit ich mich erinnere eher in dem Sinne, dass er Bi
und im Bett eine absolute Niete sei. Mit solchen Klagen macht er das
Ganze doch nur noch schlimmer. Der Tatbestand der Verleumdung ist
übrigens erst dann erfüllt, wenn wider besseres Wissen etwas über
jemanden verbreitet wird. Wenn dieser Mann nachweisen kann, in gutem
Glauben gehandelt zu haben, sieht die Sache anders aus (ob allerdings
in Kalifornien Recht und Gerechtigkeit diesen in der freien Welt
üblichen Stand bereits erreicht haben entzieht sich meiner Kenntnis
:-) Sharky wird nicht umsonst ausgerechnet dorhin ausgerissen sein.)
Peter
--
Peter Widmer <pwi...@quicknet.ch>
3802 Waldegg <http://www.pewid.ch>
Immer mehr Restaurants in Händen der Scientologen
Verfassungsschutz warnt: Organisation gewinnt finanziell stärker an Einfluss
Von Hans H. Nibbrig
Extremisten, Radikale und Spione - ihnen widmet der Berliner
Verfassungsschutz sein besonderes Augenmerk. Der alljährlich erscheinende
Jahresbericht der Behörde gibt detailliert Auskunft über die Aktivitäten
dieser Gruppierungen in der Hauptstadt. Der aktuelle
Verfassungsschutzbericht, den Innensenator Eckart Werthebach (CDU) in der
vergangenen Woche im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses vorstellte,
erwähnt darüber hinaus noch eine weitere Gruppe: die Berliner Dependance der
weltweit aktiven Scientology-Organisation (SO). Deren Betätigungsfeld liegt
vornehmlich in der City West.
Von ihrem Stützpunkt an der Sponholzstraße in Friedenau dirigiert die in den
USA entstandene Organisation, die sich selbst als «Religionsgemeinschaft»
versteht und in Berlin als eingetragener Verein existiert, einige tausend
Anhänger in der Hauptstadt sowie den neuen Bundesländern. Diese Anhänger
werden nach Verfassungsschutzangaben zumeist mit schönen Versprechungen über
persönliches Glück, Reichtum und Erfolg geködert und landen damit in den
Fängen einer totalitären Vereinigung, die jede Abweichung von der
offiziellen Scientology-Ideologie «gnadenlos bekämpft.» «Gehirnwäsche» ist
der Begriff, den die Verfassungsschützer in dem Zusammenhang häufig
benutzen.
Ins Visier der Staatsschutzorgane gelangte Scientology, weil die politischen
Zielvorstellungen des Vereins im Gegensatz zu den Prinzipien des
Grundgesetzes stehen. Die Vorgehensweise von Scientology, vollständige
Vereinnahmung der Mitglieder und fanatische Bekämpfung von Aussteigern und
vermeintlichen Gegnern, wird als antidemokratisch und menschenfeindlich
beschrieben.
Zu den Gegnern, zu deren «unnachsichtiger Bekämpfung» die lokalen SO-Bosse
an der Sponholzstraße regelmäßig aufrufen, gehören die staatlichen
Institutionen der Bundesrepublik sowie die großen Kirchen. Weil die
Organisation vom Verfassungsschutz beobachtet und ihr die Anerkennung als
Religionsgemeinschaft versagt wird, vergleichen die Scientologen die
Bundesrepublik mit dem NS-Regime. Diffamiert werden immer wieder auch
Vertreter der Kirchen. Psychoterror und Verleumdungskampagnen, so heißt es
im Verfassungsschutzbericht, seien dabei die häufigsten von Scientologen
angewandten Methoden.
Der «liebste Feind» der Organisation ist nach Darstellung des
Verfassungsschutzes der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche
Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow. Der sah sich im Herbst vergangenen Jahres
einer regelrechten «Terrorkampagne» des Vereins ausgesetzt. Höhepunkt war
die Störung eines Gottesdienstes in einer Kirche in Charlottenburg, in der
der Pfarrer von Scientology-Anhänger mit übelsten Beschimpfungen überzogen
wurde.
Als gefährlich stufen die Staatsschützer die Organisation vor allem wegen
ihrer stetig steigenden Finanzkraft, Ergebnis einer geschickten Verknüpfung
von Ideologie und Geschäft, ein. Nach Behördenangaben sind etliche
Immobiliengesellschaften rund um den Kurfürstendamm und zudem zahlreiche
Gastronomiebetriebe in Charlottenburg, Schöneberg und Tiergarten im Besitz
von Scientology-Anhängern.
Für die Zukunft erwartet der Verfassungsschutz von den Scientologen nichts
Gutes. Deren Entschlossenheit, Macht und mehr Einfluss auf die Gesellschaft
zu erlangen, sei ungebrochen, heißt es in dem Bericht. Und weiter: Die SO
dürfte die Verunglimpfung von ihr missliebigen Personen auch künftig
betreiben.
www.morgenpost.de/inhalt/lokalanzeiger_zw/story428893.html
Eine Abrechnung mit Scientology
Als Gast des CDUWirtschaftsrates sprach gestern ein "Aussteiger" über seine
Erfahrungen
LÖRRACH (kh). Einen ungewöhnlichen Gast hatte der CDU-Wirtschaftsrat am
Dienstagmittag in die Kreisstadt geladen: Vor Vertretern von Politik und
Wirtschaft berichtete der Kanadier Gerald Armstrong in der "Kantine" über
seine Erfahrungen mit der Scientology-Sekte. Der 51-Jährige war nach eigener
Auskunft über zwölf Jahre hinweg in Führungspositionen bei Scientology tätig
und galt als enger Vertrauter des Sektenführers Ron Hubbard.
Zu Scientology sei er gestoßen wie viele andere auch: Er sei auf all jene
Versprechungen hereingefallen, mit denen die Menschen zu Tausenden zu
Scientology gelockt würden. Zum Beispiel sollen die
Kommunikationsfähigkeiten verbessert und sogar die Intelligenz gesteigert
werden - und alles vor einem wissenschaftlichen Hintergrund. Armstrong
erläuterte ausführlich seinen Werdegang innerhalb der in den Vereinigten
Staaten als Kirche anerkannten Organisation. So habe er einmal für eine
Biografie über Hubbard recherchiert - und dabei, so erklärt er heute, sei
ihm klar geworden, dass "dieser Mann in jeder Beziehung gelogen hat".
Hubbard sei entgegen seiner eigenen Behauptungen kein
Nuklearwissenschaftler, kein Ingenieur und auch kein Kriegsheld, sagte
Armstrong über seinen ehemaligen Weggefährten.
Vor allem aber war sein Vortrag eine Abrechnung mit der Sekte, der er über
Jahre hinweg zutiefst verbunden war: Scientology könne man nicht vertrauen,
die Organisation betreibe eine Art eigenen Geheimdienst und sogar eigene
Straflager, Aussteiger wie er selbst würden verfolgt, freiheitliche
Grundrechte mit Füßen getreten.
Nach Armstrongs 40 Minuten langer Rede entspann sich eine gut einstündige
Diskussion: Die Zuhörer stellten etliche Fragen, wollten immer mehr
Hintergrundinformationen über Scientology und die Stellung der Organisation
in den Vereinigten Staaten. In Armstrongs Augen ein löblicher Ansatz: "Ich
rate jedem, möglichst viel über Scientology zu lernen. Nur so kann man gegen
die Organisation gewappnet sein." In all die interessierten Fragen mischte
sich eine Wortmeldung, die für Unruhe im Saal sorgte: "Ich bin Scientologin
", sagte eine Frau ganz offen, führte ihre Ansichten aus und betonte: "Wir
wollen uns nicht geheim halten." Armstrong reagierte gelassen: In seiner
Zeit bei Scientology habe er auch noch nicht über alles Bescheid gewusst -
aber er sei gerne bereit, das Gespräch zu suchen.
>Berliner Morgenpost vom 8.6.2001:
>
>Der «liebste Feind» der Organisation ist nach Darstellung des
>Verfassungsschutzes der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche
>Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow. Der sah sich im Herbst vergangenen Jahres
>einer regelrechten «Terrorkampagne» des Vereins ausgesetzt. Höhepunkt war
>die Störung eines Gottesdienstes in einer Kirche in Charlottenburg, in der
>der Pfarrer von Scientology-Anhänger mit übelsten Beschimpfungen überzogen
>wurde.
Warum wurde Keith Henson auch schon wieder verurteilt? Hier würde sich
ein detaillierter Vergleich lohnen! Die Jury konnte sich ja bezüglich
terroristischer Umtriebe und Drohungen von Keith nicht einigen, es
blieb nur das gummiartige, beliebig missbrauchbare 'Hassverbrechen'
der 'Störung einer Religion' durch Wahrnehmen seines Menschenrechtes
auf freie Meinungsäusserung (oder leben etwa Stacy Moxon und andere
Opfer noch?)
Report California Superbike School
CODE-WORTE
Wenn Keith Code, Gründer und Inhaber der weltbekanntesten Rennfahrerschule,
das Nähkästchen öffnet, sind die Eleven ganz Ohr. Denn der Meister lehrt
schnelles Motorradfahren. Wie schnell, bewies Wayne Rainey, dreifacher
Grand-Prix-Champion.
Von Axel Westphal ; Fotos: fact, Wurz
.....
.....
.....
Der bewegte Mann
Keith Code fällt gleich mit der Tür ins Haus: "Ich bin seit Jahren Mitglied
von Scientology." Was soll man da sagen? Sofort das Gespräch abbrechen, weil
Mitglieder der Sekte in Deutschland mit kriminellen Machenschaften in
Verbindung gebracht werden? Schwerlich. Der Mann strahlt etwas Positives
aus, hat eine offene, ehrliche Art. Haut gleich noch einen Pflock in den
Boden: "Ich hatte früher ein ziemlich chaotisches Leben, habe Drogen
genommen, wurde süchtig. Ich wusste nicht mehr weiter." Er erzählt von
seiner Ziellosigkeit, von dem nicht auffindbaren Sinn des Lebens zu den
Zeiten von Flower Power und Free Love. Ein Job als Designer von Schuhen
befriedigte ihn nicht, damals in den späten 60ern fuhr er bereits Motorrad.
Dann will dem beinahe Gestrandeten ein Licht aufgegangen sein, als er mit
der Lehre des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard in Kontakt kam. Fortan
ließ er die Finger von Drogen und widmete sich dem Rennfahren. Die Heirat
mit Judy 1976, seine rechte Hand bei allen Aktivitäten der Superbike School,
brachte noch mehr Geradlinigkeit in sein Leben. Keith ist ein Typ, der eine
Idee, einmal als richtig erkannt, bis ins kleinste Detail ausforschen
möchte, wenn's sein muss über Jahre. Seine Lebensidee, die den 56-Jährigen
bis heute beschäftigt, kam ihm, als er beim Rennen fahren sich und andere
Fahrer beobachtete. Manche fuhren eine chaotische Linie, mal da, mal dort.
Mal waren sie schnell, mal nicht. Das Gleiche stellte er auch an sich selbst
fest. Er schrieb auf, was er an sich beobachtete, welche Fehler er machte.
Als er Anfang der 70er Jahre nach Beendigung seiner ersten
Rennfahrerlaufbahn - er startete später zwei weitere Karrieren - begann,
andere Amateure zu instruieren, war der Grundstein zu seiner Profession
gelegt. Zumal sich der Erfolg alsbald einstellte und einige seiner Schüler
amerikanische Straßenmeisterschaften gewannen. "Ich bin nie wirklich so ganz
und gar am Rennfahren interessiert gewesen, ich wollte nur fahren", schrieb
er in seinem ersten Buch "A Twist of the wrist" (Der richtige Dreh). Er
wollte einfach seine eigenen Fähigkeiten verbessern. Der Durchbruch kam mit
der Gründung der California Superbike School 1980. Und damit, dass ihn
Kawasaki bat, Wayne Rainey zu coachen und ein Jahr lang auf den Rennen zu
begleiten. Der wurde bekanntlich später dreimal Weltmeister in der
500er-Klasse. 50000 Schüler hat Keith bis heute mit seiner Mannschaft
instruiert, ein moderner Wanderzirkus, der von Rennstrecke zu Rennstrecke
tingelt.
.....
.....
.....
>Der bewegte Mann
>
>Keith Code fällt gleich mit der Tür ins Haus: "Ich bin seit Jahren Mitglied
>von Scientology." Was soll man da sagen? Sofort das Gespräch abbrechen, weil
>Mitglieder der Sekte in Deutschland mit kriminellen Machenschaften in
>Verbindung gebracht werden? Schwerlich. Der Mann strahlt etwas Positives
>aus, hat eine offene, ehrliche Art. Haut gleich noch einen Pflock in den
>Boden: "Ich hatte früher ein ziemlich chaotisches Leben, habe Drogen
>genommen, wurde süchtig. Ich wusste nicht mehr weiter." Er erzählt von
>seiner Ziellosigkeit, von dem nicht auffindbaren Sinn des Lebens zu den
>Zeiten von Flower Power und Free Love. Ein Job als Designer von Schuhen
>befriedigte ihn nicht, damals in den späten 60ern fuhr er bereits Motorrad.
>Dann will dem beinahe Gestrandeten ein Licht aufgegangen sein, als er mit
>der Lehre des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard in Kontakt kam. Fortan
>ließ er die Finger von Drogen und widmete sich dem Rennfahren. Die Heirat
>mit Judy 1976, seine rechte Hand bei allen Aktivitäten der Superbike School,
>brachte noch mehr Geradlinigkeit in sein Leben.
Besonders wo doch seine erste Frau Barbara war Sekretärin vom
Scientologen Henning Heldt zu dem Zeitpunkt wo er seine Verbrechen
begang, für die er sowie 10 andere verurteilt wurden.
In 1994 versuchte Code nochmal auf Rennen mitzumachen um zu "beweisen"
daß "Dianetik" funktioniert. Nach zwei schlechten Rennen gab er auf.
Thema Scientology - Jetzt auch ein Fall für den Senat
Scientology-Ausstellung am Neuen Wall
Die Scientology-Ausstellung am Neuen Wall sorgt weiter für Wirbel. Die unter
Beobachtung des Verfassungsschutzes stehende Sekte hatte in exklusivster
Lage in einem leerstehenden Geschäftshaus zwei Etagen angemietet. Dort wurde
am Freitag die Bilder-Show unter dem Titel "Sag nein zu Drogen. Sag ja zum
Leben" eröffnet. Das zuständige Wirtschafts- und Ordnungsamt versuchte noch
am Freitag mit Hilfe eines Gerichtsbeschlusses die Ausstellung in einer der
frequentiertesten Lagen Hamburgs zu stoppen. Hintergrund sind Versäumnisse
bei der Genehmigung. So hatte es Scientology versäumt, den vorgeschriebenen
Antrag auf eine Umnutzung der als Geschäftsräume ausgewiesenen Etagen zu
stellen. Eine Entscheidung des Gerichts stand bei Redaktionsschluss noch
aus.
Der Senat wird sich ebenfalls mit dem Thema Scientology befassen müssen.
Dabei geht es um das Bühnenbild und die Kostüme für die Aufführung von
Strawinskys "The Rake's Progress" in der Hamburger Staatsoper, die am
vergangenen Sonntag Premiere hatte. Beides war von Gottfried Helnwein
realisiert worden. Antje Blumenthal (CDU) moniert, dass damit erneut eine
staatliche Einrichtung einen Vertrag mit einem der hochrangigsten Vertreter
der Sekte geschlossen hätte. Damit wäre gegen einen einstimmigen Beschluss
der Bürgerschaft verstoßen worden, nach dem es keine Zusammenarbeit mit
Scientologen geben wird. Die CDU will jetzt das Thema umfassend behandelt
wissen, nachdem bereits 1996 Helnwein vom Schauspielhaus beschäftigt worden
war. Laut CDU solle alles getan werden, damit es nicht zu einem dritten Fall
komme, bei dem Scientology oder Anhänger der Sekte staatliche Gelder
erhalten.
Gleichzeitig sollen durch eine zweite Anfrage Blumenthals die Umstände der
Ausstellung am neuen Wall geklärt werden. So soll unter anderem geklärt
werden, ob die Eigentümer des Gebäudes überhaupt wussten, an wen sie die
Räume vermietet haben. Gleichzeitig wird dafür plädiert, verstärkt
Drogenhilfeeinrichtungen und Schulen vor der von Scientology zur Ausstellung
am Neuen Wall herausgegebenen Broschüre zu warnen, da sie Zielgruppe der
Sekte sein könnten. zv
www.welt.de/daten/2001/06/16/0616h1261126.htx
Zersplitterung der Sekten-Landschaft
Weniger Anfragen bei Infosekta
ami. Die Informations- und Beratungsstelle für Sekten- und Kultfragen in
Zürich, Infosekta, hat im vergangenen Jahr 1120 Anfragen verzeichnet. Seit
1997, als noch 1456 Anfragen bearbeitet wurden, nimmt die Anzahl
kontinuierlich ab. Der Rückgang hat gemäss Angaben von Susanne Schaaf,
Mitarbeiterin von Infosekta, verschiedene Ursachen. Einerseits sei das Thema
im letzten Jahr weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit gewesen, da kaum
Aufsehen erregende Ereignisse stattfanden. Andererseits werde das
Informationsangebot auf dem Internet vermehrt besser genutzt. Dadurch habe
bei Infosekta eine leichte Verlagerung von der reinen
Informationsvermittlung zur Beratungsarbeit stattgefunden, die wesentlich
zeitaufwendiger sei. Zusätzlich sei zu berücksichtigen, dass der Verein
Infosekta aus finanziellen Gründen wöchentlich nur während zweier Stunden
eine Telefonberatung anbieten könne. Die telefonischen Anfragen nahmen im
vergangenen Jahr zu und machten zwei Drittel der Anfragen aus. - Von den 911
Anfragen, die sich auf einzelne Gruppen bezogen, betrafen nur gerade ein
Drittel bekanntere Gruppen wie die Scientology oder den Verein zur Förderung
der psychologischen Menschenkenntnis (VPM). Die restlichen Anfragen galten
vor allem Klein- und Splittergruppen. Bereits seit einigen Jahren ist eine
zunehmende Zersplitterung vereinnahmender Organisationen zu beobachten. Laut
Schaaf wird zurzeit die Anzahl solcher Gruppen auf 300 bis 600 geschätzt.
Schaaf weist darauf hin, dass kleinere oder jüngere Gruppen nicht harmloser
seien als grössere. «Auch einzelne <Therapeuten> können den Betroffenen
vereinnahmen und finanziell ausbeuten», sagt Schaaf.
Im Vergleich zum Vorjahr ist mit 39 Prozent eine leichte Zunahme von
Anfragen zu Gruppen mit christlichem Hintergrund festzustellen. Auf
Gemeinschaften aus dem esoterischen Bereich - dazu zählen New Age,
Theosophie, Spiritismus und Okkultismus - richteten sich 27 Prozent der
Anfragen. Solche zu Gruppierungen aus dem säkularen Bereich, das sind
mehrheitlich psychologische Angebote und Persönlichkeitsseminare, machten im
vergangenen Jahr 18 Prozent aus.
http://archiv.nzz.ch/books/nzzmonat/0/$7DEYZ$T.html
>X-No-Archive: Yes
>
>Leserbrief zu
>http://www.jungewelt.de/2001/06-12/015.shtml
>
>
>Junge Welt Kultur 17.6.2001 21:32
>http://www.jungewelt.de/2001/06-18/021.shtml
>
>Vertuschung
>
>* Zu jW vom 12. Juni: Interview mit Norbert Blüm: »Wie soll man gegen
>Imperialisten vorgehen?«
>
>Norbert Blüm lebt natürlich in seiner eigenen totalitär
>bürgerlich-imperialen Welt, wo »was bin ich?« natürlich feststeht. Nun
>behaupte ich keineswegs, daß Scientology menschenfreundlich wäre. Im
>Gegenteil. Wir haben es hier offensichtlich mit einem
>imperialistischen Verflechtungsinstrumentarium mit der skrupellosesten
>Vermarktung von Psyche und Intelligenz in Wiederbelebung
>mittelalterlich-religiösen Wahns zu tun. Herr Blüm befindet sich doch
>aber vermutlich selbst in einem Wahn, wenn er uns weismachen will, daß
>Imperialismus der Geschichte angehöre.
>Vertuscht er nicht vielmehr das Kirremachen der Menschen durch den
>alltäglichen Ausbeutungsprozeß, das Kirremachen durch die Medien samt
>Werbung, durch imperialistische Politik überhaupt zugunsten von
>Superprofiten der deutschen Multimillionäre und Milliardäre?
>
>War sein Rentenmodell schließlich nicht selbst ein Vertuschungsprojekt
>im Dienste der Versicherungen, Banken und Konzerne - wozu war er sonst
>Minister einer imperialistischen Regierung? Geht es im Kampf gegen
>Scientology von seiner Seite aus nicht vielmehr um imperialistische
>Konfrontationen zwischen Made in USA und Made in Germany? (...)
>
>Übrigens ist die Fragestellung an Dr. Blüm: »Wie soll man gegen
>Imperialisten vorgehen?« köstlich.
>
Hier hat einer wieder einmal etwas gehört, aber überhaupt nichts
verstanden! Genau das sagt ja Blüm, er sagt ja dass der Imperialismus
der gewaltsamen Eroberungen und Kolonisation der Geschichte angehört,
dass aber heute ein neuer Imperialismus vorherrscht, eben zT. genau so
wie der liebe Leserbriefschreiber aufzählt, der mit subtileren
Methoden seine ausbeuterischen Ziele verfolgt, eben beispielsweise wie
Scientology. Der Kampf von seiner Seite gegen Scientology ist sehr
wohl eine Art imperialistischer Konfrontation, indem dieser die Abwehr
US-amerikanischer imperialistischer Interessen darstellt.
http://www.zeit.de/2001/25/Wirtschaft/200125_glueckspropheten.html
D O S S I E R
Die Diktatur der Optimisten
"Du schaffst es!", "Gib niemals auf!", "Sorge dich nicht - lebe!" Die
Entertainer der Erfolgsgesellschaft locken Verzagte, Berufsmüde und
Karrieresüchtige zu Tausenden auf ihre Motivationskongresse.
Begegnungen mit
den Predigern der Erschöpfungslehre
Von Christian Schüle
Und dann sagt er ihnen, sie seien in den Hühnerstall hineingeboren. Zu
Hühnern habe man sie erzogen. Und er sagt ihnen, sie seien Adler, und
sieschweigen und lauschen. Und der Hühnerstall, das sagt er ihnen
nicht, ist dieGesellschaft, und Hühner sind schwach. Und die
allermeisten Menschen seienHühner, und du, sagt er ihnen, du schaffst
alles, wenn du nur willst, DU,sagt er, DU kannst Adler werden! Und
1100 Adler jubeln. Der Redner heißtJürgen Höller. Es ist
Samstagnachmittag. Draußen regnet es.
Congress Centrum Hamburg, neun Uhr. Unaufhörlich fahren Männer mit
dunklemDreiteiler und gestreiften Krawatten, Coat, Mantel, Ledertasche
die ersteRolltreppe hinauf, dazwischen Frauen mitSchlangenlederschuhen
und Pumps,Kleidern, Lederhosen, Jeans. Neben der Garderobe - Erste
erkennen sichwieder, man scherzt - ein lang gezogener Stand: Bücher,
Videos und Kassettenvon Brian Tracy, Ulrich Strunz, Jürgen Höller und
Napoleon Hill; Die Machtder Motivation; das Erfolgspaket Sprenge Deine
Grenzen!; Denke nach und werde reich: die 13 Erfolgsgesetze. Drei
viertel zehn, die zweite Rolltreppe. VorSaal 2 hat die Deutsche Post
einen gelben Tisch. "Wir sind überall dabei",sagt die Betreuerin. 80
Postkunden seien hier, im Seminar, von der Posteingeladen, zu
vergünstigten Konditionen. Schräg gegenüber: der weißwandige
Stand des Deutschen Herold, Versicherungsgruppe der Deutschen Bank.
"Die soziale Kompetenz", sagt der Bereichsdirektor Hamburg und
Umgebung, "wirdimmer bedeutender und in den Unternehmen keineswegs
richtig gelebt." Fünf vorzehn. Die Tür öffnet sich. 1100 Menschen
strömen in Saal 2. Plötzlich - einSchrei: "I got the power!" Volume:
erheblich. Der Groove kommt unweigerlich.
Einige wippen schon und schwingen. Dann sind die Reihen dicht. Saal 2
istvoll. Der Organisator von Live Power Seminare tritt auf die Bühne,
hinter ihmzwei beträchtliche Videoleinwände, die ihn überlebensgroß
projizieren. Er kündigt den teuersten Motivationstrainer Europas an.
"Sage und schreibe 45000 Mark Tagesgage!" Er kündigt den
Vollblutunternehmer und Vater zweier Söhne an. "20 Millionen Mark
Jahresumsatz!" Er kündigt den Mann an, der vor zwei Jahren die
Dortmunder Westfalenhalle füllte. "14 000 Leute!" Und dann
stürmt dieser Mann neben der Bühne ins Parkett. Grün-gelber Laser.
Theme from Mission Impossible. Er lacht und klatscht schnell. Er fasst
Hände und Schultern. Zehn Uhr fünf, der "Termin mit deinem Schicksal"
beginnt. 1100 Adler wissen nicht mehr, dass sie Adler sind. Einer muss
es ihnen wieder sagen. Das ist der Beruf von Jürgen Höller. Seit 1991
hat er einer Million Menschen Kick-offs, Push-ups und positive
thinking beschert; zwei Jahre im Voraus, heißt es, sei er ausgebucht.
Jürgen Höller, sagt man, sei der Star, der Papst, der "Magier" unter
den Motivationstrainern Deutschlands, und an diesem Samstag, als es
unaufhörlich regnet, jubeln ihm 1100 Menschen zu, die spüren, dass
alles, alles möglich ist.
Draußen ist schwarze Nacht, und in den sonnenhellen Raum kommen Männer
Mitte 30 bis 50 mit passgenauen Anzügen, blauen Hemden, roten
Krawatten, und es kommen Frauen Mitte 20 bis 50 in Kostümen,
hochhackig und auch casual. 400 Gäste, kein Platz bleibt frei. Cher
singt den Choop-Song. München, Stadtmitte, ein Dienstag. Der
Präsentator des Seminars spricht vom "Geheimnis der Motivation" und
davon, dass weder der Markt noch der Partner, noch das
System, nein, meine Damen und Herren, dass nur der Einzelne
verantwortlich sei für sein Schicksal. Er spricht über die
"Freisetzung von Mitarbeiterpotenzial", über die "Nutzung
individueller Ressourcen". Ein Defizit. Neue Anforderungen. Risiken.
Chancen! Ein durchaus dynamischer Handschlag, und auf die Bühne steppt
Jörg Löhr, Deutschlands "Motivationstrainer der Jahre 1998 und 2000".
Ein groß gewachsener, körperpräsenter Mann. Löhr war
Leistungssportler, 94facher Handball-Nationalspieler,
Europacup-Sieger, Mannschaftsführer, besaß ein
Fitnessstudio in Augsburg und noch eines und dann eine
Unternehmensberatung, und nun ist er "Erfolgstrainer".
Zusatzausbildungen wie NLP, wovon gleich die
Rede sein wird, hat er absolviert. Hunderte Seminare hat er selbst
besucht, Robbins, Tracy, hunderte Bücher gelesen und nicht weniger
Kassetten gehört.
Selten sieht man ihn nicht strahlen. Seine Augen sind wasserblau und
sehr offen. Er zeigt Impulse als Zentimeter, zieht gern drei, vier
grobe, allgemein verständliche Linien auf das Flipchart, "mit Spaß und
Freude ist eine ganz andere Leistung möglich", sagt er dabei den
Zuhörern, die lächeln, lachen, klatschen, staunen, die schon wenig
später schreiben werden, dass sie dieser Abend verändert habe.
Seit der postmodernen Erosion der "alten" Werte in den achtziger
Jahren, die zugleich ein Plädoyer für Öffnung und die Erlaubnis zu
Pluralismus und Wahlfreiheit war, rollt eine Welle durch Deutschland,
die aus dem Amerika von 1870 kommt. Ihr Erfolg beruht darauf, dass sie
dem Einzelnen eine schier endlose, von gesellschaftlicher Erziehung
verschüttete Selbstmächtigkeit unterstellt. Eifernde Evangelisten in
den Vereinigten Staaten machten den Anfang, es folgten, in den
fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts, Dale Carnegie, Joseph Murphy,
Norman Peale und Erhard Freitag, in den Achtzigern und Neunzigern
Anthony Robbins, Brian Tracy und Tom Peters. In Deutschland will
Anfang der siebziger Jahre die Münchnerin Vera F. Birkenbihl, nach
zehn Jahren heimgekehrt aus Amerika, den "psychologischen Supermarkt"
erfunden haben. Es gab Nikolaus Enkelmann, dann kamen der Holländer
Emile Ratelband und seit fünf bis zehn Jahren jene, die manche Medien
mit religiöser Konnotation "Päpste" und "Gurus" nennen: Ulrich Strunz,
Bodo Schäfer, Jürgen Höller, Jörg Löhr. Die Welle führt, je nach
Standpunkt des Betrachters, hilfreiche Visionen, fatale Ideologien
oder schlicht zusammengeklaubte Kalenderweisheiten mit sich. Sie
verspricht "Power", Frische und Aufbruch, fließt im Bett des
"Positiven Denkens", speist sich hemmungslos aus dem
Prinzip Individualismus und ergießt sich in das "Un- und
Unterbewusste". Auf ihrem Weg hat sie Kinesiologie und Kybernetik mit
sich gerissen und vor allem das "Neurolinguistische Programmieren
(NLP)", einen psychologischen Mischmasch, der das Wort mit dem Denken,
das Denken mit dem Willen gleichsetzt und mit der verbalen Suggestion
das Gehirn neu formatieren, das Individuum auf die Schnelle verändern
zu können glaubt. Die, die auf dieser Welle erfolgreich surfen, ziehen
eine Menge Trittbrettfahrer hinterher. Man unterteilt sie in seriös
und unseriös, kritisiert sie als Bluffer, Blender und Betrüger, lobt
sie als Propheten, Priester, Profis. Es sind ehemalige
Leistungssportler, Direktverkäufer, Unternehmensberater oder alles
zusammen.
Sie sind schrill und bedächtig, und ihre Zahl beläuft sich auf über
1000 in Deutschland, was geschätztes Minimum ist. Was sie verkaufen,
sind Strategien zur Selbstvermarktung, zu Kreativität, Selbst- und
Zukunftsmanagement, "Präsentainment", Rhetorik - die ewigen Gesetze
des Erfolges. Sie bieten Tagesgroßveranstaltungen an, vertiefende
Zwei-, Drei- und Viertageseminare, werden für die firmeneigene
Fortbildung gebucht, als mentale Honorierung für
verdienstvolle Außendienstmitarbeiter, und als Firmenpräsent zur
Pflege der Kunden. Sie füllen Hallen und Hotels, lassen Führungskräfte
über glühende Kohlen und durch Scherben gehen, mit dem Hals
Eisenstangen verbiegen und Tsjakkaa! schreien. Sie empfehlen sich
gegenseitig, nehmen sich unter Vertrag, treten als "Gaststars" auf und
sind sich doch Konkurrenz. Ihre eigenen Firmen gehen Pleite, sie
torkeln, fallen und stehen wieder auf. "Du musst immer einmal mehr
aufstehen als hinfallen!", sagt Jürgen Höller.
"Erfolg heißt, einmal mehr aufzustehen als hinzufallen", sagt Jörg
Löhr. Das Zitat stammt von Churchill, und Dorothea Laupheimer, wie das
Leben so spielt, ist gerade wieder aufgestanden.
Lange habe sie in einem düsteren Loch gesteckt, sagt sie, persönliche
Probleme, eine schwere Krankheit in der Familie, eins kam zum anderen,
und so weiter, man kennt das ja, sie fühlte sich ausgelaugt, groggy,
grau, wollte Spaß am Leben und fand ihn nicht mehr. Dann besuchte sie
ein Seminar bei Jörg Löhr, und vieles, sagt sie, habe sich von da an
zum Guten gewendet. Dorothea Laupheimer, Zahnärztin aus dem
schwäbischen Laupheim, Kieferorthopädin und Praxischefin mit
Zwölfstundentag, hat drei große Dreitageseminare mit Jörg Löhr
absolviert, dazwischen dessen Bücher gelesen, verinnerlicht und
verschenkt, sich Löhrs Hörkassetten gekauft, auf dass auch Autofahrten
Sinn abwürfen, und sie habe, wie sie sagt, allmählich begriffen, "dass
nur du selbst dich motivieren kannst". Löhr habe Antworten auf ihre
Probleme. Löhr ziehe einen mit. Auf Löhr lässt sie nichts kommen.
Jedes Mal nach den Seminaren, als sie nach Hause gekommen und wieder
sie selbst gewesen sei, hätten ihre Kinder sie staunend dasselbe
gefragt: "Mama, was hat denn der mit dir gemacht?" Sie lacht. Einer
ständig kranken Mitarbeiterin, "einer sehr guten Fachkraft", habe sie
irgendwann in einem langen Gespräch von Löhrs Thesen erzählt. "Danach
war die keinen Tag mehr krank." Ihre Berufsgruppe, müsse man wissen,
stehe ständig unter Stress, Wochenendarbeit, kaum Urlaub,
wenig Zeit für die Familie, Anspannung, Verspannung, und in Kürze
werde sie deshalb ein Entspannungsseminar besuchen und dann ein
Feuerlaufseminar, und danach werde sie ihre Erkenntnisse an ihre 30
Mitarbeiter weitergeben. Eine Art Kunst für sich sei dieses Denken,
eine Kunst der Wiederherstellung von Lebensfreude, "Gedanken- und
Worthygiene", und dazu das Dreigestirn des Pragmatismus: Begeisterung,
Mut und Tatkraft. All das also, was Jürgen Höller vermisst, in und an
der deutschen Gesellschaft dieser Tage, die das Positive
unter Verschwörungsverdacht stelle, dem Nein huldige, den einzelnen
Bürger klein und ziellos halte, weil dieser sich klein und ziellos
halten lasse und doch groß und erfolgreich werden könne - ein Adler
eben.
Am Rande des schlummernden Schwebheim, tiefes Franken, liegt eine
weiße Villa neben dem Wald. Ein bewegliches Kameraauge erfasst den
Vorhof, und wenn es klingelt, übernimmt der Mischling Gino das
Regiment. Höllers Arbeitszimmer ist noch neu. Seit zwei Jahren wohnt
die Familie im Tausendseelendorf Schwebheim, in dem Höller vor 37
Jahren als Arbeitersohn geboren und nach eigener Einschätzung um
Anerkennung betrogen wurde. "Wissen Sie", sagt er,
"ich bin ein im positiven Sinne Verrückter, weil ich weggerückt bin
vom Gewöhnlichen." Höllers "größte Schwäche" kommt herein, bringt
Kaffee und Gebäck. Kerstin Höller grüßt herzlich. Das Essen, flüstert
sie ihrem Gatten bei einer Umarmung ins Ohr, stehe unten in der Küche.
Die Höllers küssensich, die Tür klappt leise. "Ich empfehle nicht,
dies oder das zu tun, ich will unabhängige, erfolgreiche Menschen." -
Erfolg ist ja nun eine dehnbare Hülse ... - "... für mich ist Erfolg
ganzheitliches Glück, in allen Lebensbereichen." - Ist Glück also
Erfolg? - "Wir müssen einfach begreifen, dass wir heute lebenslang zu
lernen haben, und man muss den Leuten Mut
machen, muss ihnen sagen: Du schaffst es, du musst nur an dich
glauben!"
Höllers bestes Beispiel ist Höller. Ob vor Zehntausenden in den Hallen
der Republik oder in der Gelassenheit privathäuslicher Intimität: Wenn
er spricht, spricht er immer das Gleiche und spricht er über sich.
Erfolg ist allen möglich, weil er ihm möglich war. Misserfolg muss
nicht sein, weil er aufgestanden ist. Jedes Huhn könne wieder zum
Adler werden, sagt Höller, das sei seine Botschaft. Strebt jeder
unbedingt nach oben, nur weil Höller nach
oben strebte, seit er mit sieben beschloss, so groß zu werden, so wie
sein Vorbild Arnold Schwarzenegger, der Grazer Bub? In Schwebheim
damals, im Sportunterricht, Fußball, Handball, wer ist da immer übrig
geblieben, als die Mannschaften sich formierten? "Der Klassendicke und
der kleine Jürgen." Die hat niemand gewählt. Die wollte man nicht.
Höller lacht. Es bleibt ein professionelles, ein trockenes Lachen.
Heute kämen die Sportasse zu ihm, Welt- und Europameister,
Berühmtheiten, und er spricht vom Christoph, der
gerade vorher angerufen hätte, und er meint den zurückgekehrten Daum,
Fußballtrainer ehedem. Höller trinkt seine Tasse Kaffee, lehnt sich
zurück, nestelt am roten Poloshirt. Ein Fax kommt. Der Jürgen Höller,
sagt Jürgen Höller, sei heute Deutschlands, vielleicht Europas
erfolgreichster Motivationstrainer. Motivieren kann er nicht. Will er
auch nicht. Motivieren könne sich jeder nur selbst. Menschen, die ihn
aufsuchen, haben Erfolg. Aber sie wollen mehr. Sie wollen die letzten
zwei Prozent. "Sehen Sie, ich will, dass sich die Menschen ein wenig
überschätzen, denn wer sich nicht überschätzt, kommt nicht aus der
Komfortzone heraus." Pessimisten, Nörgler, Skeptiker, Miesmacher,
Grübler - alle diese mag er nicht. Von Zielen, von Visionen spricht
er, und vom schmalen Grat zur Halluzination. "Die meisten
Menschen erkennen die Barrieren zwischen ihrem Istzustand und dem
Erfolg nicht, und ich biete ihnen einfach Strategieänderungen an." -
Manche, hört man, hätten nach seinen Seminaren Allmachtsfantasien ...
- "Was glauben Sie: Ich mache mir aus meiner Ethik als bekennender
Christ heraus jeden Tag Gedanken, wie ich es schaffe, dass die Leute
eben nicht übertreiben, dass ich sie so erreiche, dass sie sich selbst
aus dem Sumpf ziehen können." So hat er es getan, Tag für Tag, Jahr
für Jahr, und dabei ist jene Vision gereift, die er weitergeben, mit
der er Erste Lebenshilfe leisten will: "Erst mal muss ich
über den Hügel da laufen und sehen, was dahinter ist. Denn das, was
dahinter ist, will ich erobern, wie es die amerikanischen Siedler auf
dem Weg nach Westen getan haben." Keine Wolke über Schwebheim,
Franken. Eine blendend starke Frühlingssonne. In der Garage ein roter
Ferrari. "Viel Erfolg!", sagt Höller, winkt und schließt die Haustür.
Teil zwei morgen
--
Machmal verliert man, manchmal gewinnen die anderen!
Die Stadt und die Sekten
Schlafmützig
Wo ist Behle? Diese legendäre Frage hat der Fernsehreporter Bruno Moravetz
bei den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid gestellt, als Jochen Behle,
der Rekordmeister unter den Skilangläufern, auf sich warten ließ. Wo ist
Beck? Diese Frage treibt die SPD im Gemeinderat um. Denn in ihren Augen ist
es mit dem Arbeitseifer des Ordnungsbürgermeisters Jürgen Beck (CDU) bei der
Bekämpfung von Sekten und Psychogruppen so weit nicht her. Beck steht vor
dem Scherbengericht der Genossen. Und die Anklage lautet auf Untätigkeit in
einem besonders schweren Fall (siehe Bericht auf Seite 27).
Tatsächlich lassen Sekten in dieser Stadt immer wieder aufhorchen. So konnte
die vom Verfassungsschutz beobachtete Scientology-Organisation ungehindert
einen Werbefilm auf der Riesenleinwand am Pragsattel zeigen, und mitten in
der Marienstraße nutzen die Hubbard-Jünger neuerdings ein ehemaliges Kino,
um ein breites Publikum anzusprechen. Auf den heftigen Protest von
Geschäftsleuten, die ihre neuen Nachbarn gar nicht mögen, reagierte das
Ordnungsamt schlafmützig. Man will den Fall prüfen.
Auch das Universelle Leben, eine umstrittene Glaubensgemeinschaft, die nach
Ansicht von Sektenexperten noch straffer organisiert ist als Scientology,
kann in Stuttgart weit gehend ungehindert die Werbetrommel rühren. Vorträge
werden in öffentlichen Institutionen gehalten, Werbebroschüren an einem
Naturkoststand in der Markthalle unters staunende Volk gebracht. Offiziell
geht es in der Postille zwar um "friedfertigen Landbau'', tatsächlich aber
wird auf den letzten Seiten vor allem für Schriften der selbst ernannten
Würzburger Prophetin Gabriele Wittek geworben. Und das, obwohl es eindeutig
gegen die städtischen Richtlinien verstößt.
Trotz allem sollte man nicht die Maßstäbe verlieren: die Möglichkeiten der
Stadt, gegen zweifelhafte Organisationen vorzugehen, sind begrenzt. Oft
fehlt die rechtliche Handhabe, auch der Nachweis von Verstößen gegen gesetzl
iche Bestimmungen gestaltet sich schwierig. Allerdings gilt in diesem Fall
ein geflügeltes Wort aus der Werbebranche: "Wer sich nicht positioniert, der
wird positioniert.'' Und Bürgermeister Jürgen Beck, der seine berufliche
Laufbahn in der Kommunalpolitik 2006 beenden will, hat sich bisher eben
nicht positioniert, wenn es darum ging, die Sekten in die Schranken zu
weisen.
Nicht nur die Genossen im Stadtrat hoffen bisher vergebens auf ein klares
Wort des Bürgermeisters, sondern auch die Geschäftsleute in der
Marienstraße. Warum wirkt die Stadt nicht auf die Eigentümer der an
Scientology vermieteten Kinoräume ein? Wieso duldet sie in der Markthalle
die Werbeaktivitäten eines Naturkoststands, hinter dem eine umstrittene
Organisation wie das Universelle Leben steckt? Höchste Zeit, dass diese
Fragen beantwortet werden. Wo ist Beck?
Von Michael Ohnewald
www.stuttgarter-zeitung.de/dc1/html/news-stz/20010623loka0011.shtml
Dave
"Tilman Hausherr" <til...@berlin.snafu.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9hgkjtsf6vfgf1o9v...@4ax.com...
> X-No-Archive: Yes
>
> "Finanzhaie" und "Drahtzieher"
>
> FINANZtest
> 1/2001
>
> Finanztest darf die Brüder Hans-Jürgen und Friedbert Schaul als
> Finanzhaie und Drahtzieher vermögensvernichtender Treuhandmodelle im
> Zusammenhang mit dem Verkauf drastisch überteuerter und überfinanzierter
> vermieteter Eigentumswohnungen bezeichnen. Die Klage der Schaul-Brüder
> und der Innovatio Allfinanz & Franchise System AG, deren Vorstände die
> Gebrüder Schaul sind, gegen den Bericht "Allianz der Abzocker" in
> Finanztest 8/99 blieb erfolglos. Der Bundesgerichtshof hat die REvision
> der Kläger nicht angenommen (Az. VI ZR 130/00 vom 10. Oktober 2000).
> Damit ist das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt am Main vom
> März dieses Jahres rechtskräftig. Das OLG Frankfurt hatte die Klage als
> unbegründet zurückgewiesen.
>
>
>
> Schaul-Brüder unterliegen bei Gericht
>
> FINANZtest
> 6/2000
>
> Der Bericht in FINANZtest 8/99 "Allianz der Abzocker" über die Brüder
> Hans-Jürgen und Friedbert Schaul sowie die Innovatio Allfinanz &
> Franchise System AG (Vorstand: die Schaul-Brüder) enthält keine unwahren
> oder ehrenrührigen Tatsachenbehauptungen über die Brüder. Mit dieser
> Begründung wies das Oberlandesgericht Frankfurt am Main eine Klage der
> Gebrüder Schaul und der Innovatio AG gegen die STIFTUNG WARENTEST in
> zweiter Instanz als unbegründet zurück (Az: 16 U 119/99, nicht
> rechtskräftig). FINANZtest hatte die Gebrüder Schaul als Drahtzieher
> vermögensvernichtender Treuhandmodelle im Zusammenhang mit dem Verkauf
> drastisch überteuerter und überfinanzierter vermieteter
> Eigentumswohnungen bezeichnet. Soweit FINANZtest die Brüder als
> Drahtzieher des Vertriebsmodells bezeichnet hätte, sei dies eine wahre
> Tatsachenbehauptung, urteilte das Gericht. Die Bezeichnung der Gebrüder
> Schaul als Immobilienhaie sei zwar hart, überschreite aber nicht die
> Grenze zur Schmähkritik.
>
> Hypovereinsbank
>
> Sieben Musterprozesse verloren
>
> Die Hypovereinsbank in München hat sieben Musterprozesse gegen Käufer
> von Eigentumswohnungen beim Landgericht Würzburg verloren. Die Bank
> hatte die Wohnungen mit bis zu 180 Prozent ihres Werts über Kredite
> finanziert, obwohl sie wusste, dass die Immobilien stark überteuert
> waren.
> Das Gericht verpflichtete die Hypovereinsbank zur Rückabwicklung der
> Darlehensverträge sowie zur Rückzahlung aller von Kunden gezahlten
> Beträge gegen Rückgabe der Wohnungen. Auch das Oberlandesgericht München
> verurteilte die Hypovereinsbank inzwischen zur Rückabwicklung eines
> Wohnungskaufs (Az: 5 U 5342/99).
> Der Göttinger Rechtsanwalt Reiner Fuellmich, der über 2 000 geschädigte
> Käufer von stark überteuerten Eigentumswohnungen vertritt, schätzt, dass
> mindestens 30 000 Hypo-Kunden durch solche Finanzierungen hohe Verluste
> erlitten.
>Meines Wissens sind die Brüder Schaul keine Scientologen (gewesen).
>Rechtsanwalt Fuellmich hat sich in der Vergangenheit durch seine Äusserungen
>eher in die Nähe der SO gebracht, ist aber selbst, soviel ich weiss, auch
>nicht SO-Mitglied (gewesen).
>Bin ich etwa ungenügend informiert ?? :-)
Korrekt - keiner der Beteiligten ist scientologe.
Breitseite gegen Scientology
Der Berner Künstler Housi Knecht und Scientology haben von der
Staatsanwaltschaft Basel eine Abfuhr erlitten.
Für die Staatsanwaltschaft Basel ist Scientology ein vertrauensunwürdiger,
destruktiver, also zerstörerischer Kult. Ausserdem sprach der zuständige
Strafverfolger der Sekte den Religionsstatus weit gehend ab. All dies und
einiges mehr ist die Antwort auf eine Strafanzeige, die der bekannte Berner
Künstler und Scientologe Housi Knecht gegen die Basler Grossrätin Susanne
Haller eingereicht hatte.
Doch schön der Reihe nach. Knecht fühlte sich wegen seiner Mitgliedschaft
bei Scientology diskriminiert. Er hatte für das Welt-Kinderfestival im
letzten Jahr eine Skulptur geschaffen. Nachdem die Scientology-Kritikerin
Susanne Haller dem Veranstalter signalisiert hatte, dass Knecht Scientologe
ist, wurde er aber wieder ausgeladen. Dies wertete der Künstler als
Verletzung der Rassismusnorm, weshalb er Haller anzeigte. Die
Staatsanwaltschaft Basel schmetterte den Antrag nun aber ab. Scientologen
fehle es an einer Beziehung zu Gott, was aber nötig sei, um im gesetzlichen
Sinn als religiöse Gruppe zu gelten. Es gebe in der Lehre auch kein Dogma
über die Existenz Gottes.
Weiter wirft die Staatsanwaltschaft die Frage auf, ob Scientology nicht
"unter dem Deckmantel der Religionsgemeinschaft rein wirtschaftliche
Interessen" verfolge. Sie bezieht sich dabei auf die aggressiven Werbe- und
Verkaufsmethoden und die teuren Preise der Kurse.
"Scientology entbehrt ausserdem des Freiheitlichen", schreibt die
Staatsanwaltschaft weiter. Intensive Beeinflussung und strikte Kontrollen
prägten die Tätigkeit der Organisation. Wer die Anordnungen der Kaderleute
versäume, begehe nach scientologischer Lehre ein Verbrechen. Wer sich
öffentlich von Scientology abkehre, sogar ein Schwerverbrechen. Vieles in
der Organisation deute auf Zwänge und psychische Abhängigkeiten hin.
Die Staatsanwaltschaft kritisiert auch den Umgang von Scientology mit
Kritikern. Im Scientology-Buch "Ethik" heisse es, diese müssten sich achten,
dass sie nicht in der Dunkelheit dumpf aufs Strassenpflaster klatschten oder
"das ganze feindliche Lager als Geburtstagsüberraschung in riesigen Flammen"
aufgehe.
Der Strafverfolger stützt sich weiter auf verschiedene Gerichtsurteile in
der Schweiz und in Deutschland, in denen Scientology kritisch beurteilt
würden. Die Organisation zeige eine "verfassungsfeindliche Bestrebung", sei
gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet und ein
"menschenverachtendes Kartell der Unterdrückung", urteilten die Gerichte.
In Basel bläst den Scientologen ohnehin ein steifer Wind ins Gesicht: Ein
europaweit einzigartiges Gesetz verbietet den Kultanhängern, auf
öffentlichem Grund aggressiv neue Mitglieder zu werben.
Richtig, Füllmich hat mit dem Begriff "Scientology" nur locker um sich
geworfen.
bye,
Bodo
--
========================================================
Home: http://www.staron.org/ | Now nuked!
Headless Scientologist: http://www.lermanet.com/PhotoLIES.htm
>Meines Wissens sind die Brüder Schaul keine Scientologen (gewesen).
>Rechtsanwalt Fuellmich hat sich in der Vergangenheit durch seine Äusserungen
>eher in die Nähe der SO gebracht, ist aber selbst, soviel ich weiss, auch
>nicht SO-Mitglied (gewesen).
>Bin ich etwa ungenügend informiert ?? :-)
Göttinger TagblattOnline 06.01.2001
<http://news.gtonline.de/RED/LOKALES/story33931.html>
<...>
Ende 1997 begann Füllmich, der mittlerweile nach
eigenen Angaben etwa 4500
Immobilien-Geschädigte vertritt, lästig zu werden.
Gegen den Göttinger Immobilienkaufmann Bruno
Briese, der mit der Hypo-Bank und den Schauls
zusammenarbeitete, hatte der Anwalt einige
Verfahren gewonnen, die die Briese-Gruppe in
finanzielle Schwierigkeiten brachten. Mit Datum vom
10. Juni 1998 verbreitet Briese ein anonymes
Schreiben, in dem Füllmich beschuldigt wird, mit dem
Geld von Kleinanlegern die "Kriegskasse von
Scientology" zu füllen. Danach übernehmen die
Schaul-Firma Innovatio und das mps-Büro von Gerd
Zimmermann, Chefredakteur der "Heilbronner
Nachrichten", die Diffamierungsarbeit.
Für Füllmich verheerend wirkt der Fernsehbericht
"Das Netz", der am 28. Juli 1999 im ZDF ausgestrahlt
wird. Ohne einen einzigen Beweis für eine
Scientology-Nähe zu liefern, werden Füllmich-Bilder
immer wieder mit dem Schriftzug der Sekte unterlegt.
Füllmich-Gegner aus dem Schaul-Umfeld,
Hans-Jürgen Schaul selbst und der Kommentator
bezichtigten den Anwalt, wissentlich oder
unwissentlich der Sekte zuzuarbeiten.
Der schmutzigen Kampagne macht das Hamburger
Landgericht mit Urteil vom 20. Oktober 2000 ein
Ende: Die Äußerungen, die Füllmich in die Nähe von
Scientology rückten und damit sein
Persönlichkeitsrecht verletzten, werden verboten, der
Beitrag darf nicht weiter verbreitet werden. Zudem
stellt das Gericht fest, dass der ZDF-Beitrag einseitig
berichtete, obwohl es dazu "keinerlei
Anknüpfungstatsachen" gab. Füllmich muss sich
allerdings die Feststellung des Gerichts gefallen
lassen, dass er im Kampf gegen seine Gegner zum
Teil Unterlagen versandt hatte, die auch Scientology
gegen ihre Widersacher einsetzt.
<...>
Haedke verliert im Streit um Scientology-Boykott
Joachim Haedke, Landtagsabgeordneter und Bezirksvorsitzender der Jungen
Union München, darf bei Androhung von einem Ordnungsgeld bis zu 500000 Mark
oder ersatzweise bis zu zehn Monaten Haft nicht mehr zum Boykott von
Werbefirmen aufrufen, die für Scientology werben. Ein entsprechendes Urteil
der 30. Zivilkammer des Landgerichts München I liegt jetzt vor (Az: 30 0
21972/00). Haedke hatte gedroht, die Namen der Firmen zu veröffentlichen,
die seiner Aufforderung zum Boykott von Scientology-Werbung nicht
nachkommen. In einer Pressemitteilung hatte er bereits den Namen des Verlags
New Era Publications GmbH genannt, welche Plakatwerbung für das Buch
"Scientology - Die Grundlagen des Denkens" von L. Ron Hubbard angenommen
hatte.
Der Verlag sah in dem Boykottaufruf einen unerlaubten Eingriff in sein Recht
am Gewerbebetrieb sowie einen verfassungswidrigen Eingriff in die
Meinungsfreiheit. Das Gericht gab ihm Recht. Es sah den Boykottaufruf als
nicht mehr durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung geschützt an. cw
Auf der webseite ist auch noch dies:
@Das vollständige Urteil
im Internet unter:
www.menschenrechtsbuero.de/ju.htm
Die SZ, ja als scientology verharmlosend bekannt, hat hier wohl
"vergessen" zu erwähnen daß dies eine scientology Seite ist.
Es ist natürlich schlau das Urteil online zu tun... Ich habe gestern das
BVerfG Urteil gelesen, sieht schlecht für die JU aus. Man darf wohl zwar
zum Boykott aufrufen (in bestimmten Fällen), aber nicht dazu zwingen.
Tilman
> Die SZ, ja als scientology verharmlosend bekannt, hat hier wohl
> "vergessen" zu erwähnen daß dies eine scientology Seite ist.
>
> Es ist natürlich schlau das Urteil online zu tun... Ich habe gestern das
> BVerfG Urteil gelesen, sieht schlecht für die JU aus. Man darf wohl zwar
> zum Boykott aufrufen (in bestimmten Fällen), aber nicht dazu zwingen.
Nötigung ist in einem Rechtsstaat strafbar, selbst wenn das eigentliche
Opfer alles andere als 'sauber' ist! In der Bananenrepublik USA und im
Unrechtsstaat Kalifornien wäre der Fall anders, dort kannst du mit dem
nötigen Kleingeld unbescholtene Bürger jedes 'Verbrechens' anklagen und
auch durch korrupte Gerichte und Richter verurteilen lassen...
Um es klarzustellen, auch diese Angelegenheit war nur ein Zivilverfahren
einer Klage auf Unterlassung unter Strafandrohung. Der Beklagten wurde
eine genau umschriebene Aktivität untersagt:
"... zu unterlassen, wörtlich oder sinngemäss Werbefirmen aufzufordern
oder auffordern zu lassen, keine Werbemittel mit Werbung für das
Gedankengut von Scientology auf Werbeträgern zu veröffentlichen, wenn
diese Aufforderung mit der Ankündigung verbunden ist, die Namen der
Werbefirmen zu veröffentlichen, welche dieser Aufforderung der Beklagten
keine Folge leisten."
Werbefirmen auffordern oder auffordern lassen, keine Werbeträger mit
Scientologywerbung zu verbreiten, das darf die JU weiterhin; sie darf
nur nicht mehr damit drohen, die Firmen die ihrer Aufforderung nicht
nachkommen an den Pranger zu stellen.
Damit kann ruhig zur Tagesordnung zurückgekehrt werden, die Rechnung für
das Verfahren kann die JU ja an Stoiber schicken, der findet vielleicht
auch mal einen 'Spender'....
Peter
>> Es ist natürlich schlau das Urteil online zu tun... Ich habe gestern das
>> BVerfG Urteil gelesen, sieht schlecht für die JU aus. Man darf wohl zwar
>> zum Boykott aufrufen (in bestimmten Fällen), aber nicht dazu zwingen.
>
>Welches BVerfG Urteil? Nirgendwo, weder bei der SZ noch bei der SO, ist eines
>erwähnt. Was für eine Bedeutung hätte dabei das "BVerfG"?
War gestern erwähnt von Peter Widmer:
Das Gericht beruft sich auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts
im Fall 'Blinkfuer' vom 26. Februar 1969. BVerfGE 25, 256.
<http://www.uni-wuerzburg.de/glaw/bv025256.html>
zusammengefasst:
<http://ig.cs.tu-berlin.de/s98/1332l506/vl07/blinkfueehr.html>
Damit bleibt dem "niedrigeren" Gericht gar keine andere Wahl, also so zu
entscheiden.
Das sind wirklich merkwürdige Töne.
Wenn ich es richtig sehe - ohne gleich die hartwig-staronsche Sicht zu
übernehmen -
sind es ja nicht die "Amtskirchen" sondern div. staatliche Stellen und freie
Initiativen, die "insbesondere"...
Von "Amtskirchen" als Hauptfeinden der SO reden eigentlich immer nur der
Süßwasserhering und das grosse A.
TG
TAZ Vermischtes 1.7.2001 22:36
psychomarkt
Ganzheitliche Verblödung?
In der Psycho- und Alternativheilerszene tummeln sich
Verfahren, die auf irrationalen Glaubensvorstellungen beruhen,
die von ihren Vertretern mit teils fanatischer Vehemenz gegen
jedes vernünftige Argument verfochten werden. Esoterische
Denkmodelle greifen rapide um sich.
Nicht nur altbekannte Verfahren wie Astrologie, Hellsehen oder
Tarotkartenlegen erleben einen seit Jahren anhaltenden Boom,
selbst ursprünglich nur Insidern bekannte Namen und Begriffe
wie I Ging, Kabbala oder Runenmagie sind heute weiten Kreisen
geläufig. Allenthalben werden PSI- oder transpersonale
KI-Kräfte entwickelt, Chakren werden gelesen, Bachblüten-
und Kristallessenzen verabfolgt. Man pflegt Kontakte zu
Verstorbenen oder zu Schutzgeistern aus jenseitigen Sphären;
bevorzugt auch zu extraterrestrischen Wesen, die in Ufos die
Erde umkreisen oder von irgendwelchen Planeten aus ihre
Botschaften senden. Germanische und keltische Vorstellungen
tauchen da auf, daneben buddhistische, taoistische oder
indianische: ein schier undurchdringlicher Wirrwarr ideologischer,
religiöser und kultureller Versatzstücke.
Alle Augenblicke taucht irgendein Heilskünder mit irgendeinem
neu zusammengebastelten Konzept auf. Die meisten davon
verschwinden nach kurzer Zeit sang- und klanglos wieder in der
Versenkung, einige davon, meist importiert aus den USA,
erlangen indes nachhaltigere Bedeutung.
Zu den derzeit angesagten Verfahren zählt "The Work", erfunden
von einer kalifornischen ehemaligen Immobilienmaklerin namens
Byron Katie (geboren 1943). Das Ganze besteht aus einem
simplen Fragebogen, über dessen Beantwortung das
Wahrnehmen von Missständen zu einem Eingeständnis eigener
Defizite umgebogen wird. Erst die Aufgabe jedweden
Widerstands führe zu "Erfüllung und Freiheit". "The Work" ähnelt
insofern dem TNI-Programm Frank Natales, das seinerseits dem
Bodensatz der Botschaften Werner Erhards (est) und L. Ron
Hubbards (Scientology) entstammt; auch Harry Palmers
pseudophilosophische Spruchbeutelei (Avatar) klingt an.
Nach wie vor in ist auch das Handauflegeverfahren des Reiki,
basierend auf dem Erleuchtungserlebnis eines japanischen
Mönchs Ende des 19. Jahrhunderts, bei dem "kosmische
Heilenergie" auf den Patienten herabgeleitet wird. Exakt 385
Problembereiche seien mit Reiki behandelbar, von Allergien und
Asthma über Haarausfall, Hühneraugen bis hin zu Tuberkulose,
Tumoren und Typhus. Auch Feng-Shui,
die fernöstliche Lehre des Vertreibens böser Energien aus
Wohnräumen, ist sehr en vogue. Desgleichen angesagt ist, was
irgendwie "tibetisch" daherkommt.
Der Umsatz der Szene liegt bei schätzungsweise 20 bis 25
Milliarden Mark pro Jahr.
Schlappe für Scientology in Basel
Schlappe für die Scientology vor der Basler Staatsanwaltschaft: Sie stellte
das Verfahren gegen eine Scientology-Kritikerin ein und verneinte den
Anspruch der Sekte, eine religiöse Gruppe zu sein.
Peter knechtli/basel
Zur juristischen Auseinandersetzung war es gekommen, nach-dem der Berner
Künstler Housi Knecht für das letztjährige Basler Weltkinder-Festival eine
stähler-ne Weltkugel-Skulptur geschaffen hatte.
Künstler wieder ausgeladen
Kritikerin Susanne Haller meldete den Organisatoren, dass Knecht Scientologe
sei, worauf er ausgeladen wurde. Knecht reichte daraufhin Strafanzeige wegen
Verletzung der Rassismus-Norm gegen Susanne Haller ein. Die Strafverfolger
gingen auf den Antrag aber nicht ein und begründeten dies mit einer für die
Sekte we- nig vorteilhaften Argumentation: Scientology fehle es an einer
Beziehung zu Gott, was nötig sei, «um im gesetzlichen Sinn als religiöse
Gruppe zu gelten».
Ein Deckmantel
Die Staatsanwaltschaft fragt sich auch, ob Scientology nicht «unter dem
Deckmantel der Religionsgemeinschaft rein wirtschaftliche Interessen»
verfolge. Die Staatsanwaltschaft weiter: «Scientology entbehrt ausserdem des
Freiheitlichen.» Dies, weil viele Mechanismen - wie intensive Beeinflussung
und strikte Kontrollen - auf Zwänge und Abhängigkeiten hindeuteten.Der
Entscheid ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht rechtskräftig,
möglicherweise appelliert Scientology.
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Aus dem Tagblatt vom 2.7.2001 © St. Galler Tagblatt AG
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Jörg Tippmann hat mich in Dresden, 1999 zusammengeschlagen und hat es selber
zugegeben. Nach meiner Meinung ist er ein Schläger und als Scientologe für
die Organisation untragbar.
Und wieder ein Fascho beim Schüren von krassem Antiamerikanismus ertappt!
Echt, der Widmer sollte eigentlich vor ein Völker-Tribunal gestellt werden.
Solche Aufwiegler, die gegen eine 250-Millionen-Nation hetzen, sollten
gnadenlos abgeurteilt werden. Meine Ansicht! Das Recht auf Meinungsfreiheit
sollte irgendwo dort aufhören, wo Hetze gegen Gruppen oder gar ein ganzes
Volk, eine ganze Nation anfangen. Und diese Grenze hat Widi-Maus ganz sicher
längst überschritten!
Ich hoffe, die Vereinigten Staaten werden den Namen Peter Widmer in ihre
Computer einspeißen, damit dieser Haßbruder erst gar nicht dort einreisen
kann, sollte Widmer jemals auf die Idee kommen, die USA betreten zu wollen,
weil er z. B. dem fallenden Minton und seinem "Trust" die Krücken reichen
möchte.
Jörg
Empörung über Scientology-Urteil
JU-Chef Haedke will gegen Richterspruch vorgehen
Joachim Haedke, CSU-Landtagsabgeordneter und Chef der Münchner Jungen Union,
will sich gegen ein Urteil wehren, das ihm Boykott- Aufrufe gegen
Unternehmen der Scientology-Sekte untersagt. "Es ist schade, das sich ein
bayerisches Gericht dafür hergibt, den Kampf gegen Scientology dermaßen zu
konterkarieren", sagte Haedke der Süddeutschen Zeitung. Wie in der SZ von
Montag berichtet, hatte eine Zivilkammer des Landgerichts München I dem
JU-Chef unter Androhung eines Ordnungsgelds von bis zu einer halben Million
Mark verboten, zum Boykott von Firmen aufzurufen, die für die vom
Verfassungsschutz als demokratiefeindlich eingestufte Sekte werben. Geklagt
hatte der Scientology-Verlag New Era Publications, der die Bücher des
Sektengründers L. Ron Hubbard vertreibt. "Es ist unglaublich, wenn eine
Jugendorganisation nicht mehr sagen darf, dass Scientology gefährlich ist",
kritisiert Haedke den Richterspruch. Er frage sich, ob "der Richter ähnlich
entschieden hätte, wenn es um Werbung für NS-Propaganda gegangen wäre".
Dieser sei "nicht bereit gewesen, sich mit dem Thema angemessen zu befassen
". Haedke kündigte an, in Revision zu gehen. Voraussetzung dafür sei
allerdings, dass "seitens der CSU und anderer Geld da ist, den Prozess
weiterzuführen". Das Verfahren hat die Junge Union bislang 15000 Mark
gekostet. jbb
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel56555.php
Wahn als Waffe
Vom Verfall einer ehemals kritischen Institution: Das Russell-Tribunal tagt
in Berlin und verhandelt Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie
von MARTIN ALTMEYER
Das Russell-Tribunal on Human Rights in Psychiatry begann verspätet, und es
fand, anders als vorgesehen, nicht in der Freien Universität Berlin statt.
Verantwortlich dafür, so berichtete Jurymitglied Wolf-Dieter Narr, dort als
Hochschullehrer tätig, sei die Intervention einer Kollegin, die als
Klinikdirektorin der geplanten Veranstaltung bescheinigt habe, "finsterer
antipsychiatrischer Ideologie verhaftet" zu sein und dem Ansehen nicht nur
einer modernen Psychiatrie, sondern auch der FU insgesamt zu schaden. Ihr
Brandbrief war in dekuvrierender Absicht auf einer Flugblattcollage
faksimiliert, das unter der Überschrift "Wissenschaftler damals,
Wissenschaftler heute" auch den für seine Menschenversuche berüchtigten
Nazi-Arzt Josef Mengele abbildete.
Mit der FU hatte das Tribunal damit seine erste Angeklagte, und auch der
Tenor der Anklage war mit diesen Verknüpfungen durchsetzt: Die heutige
Psychiatrie stehe in der Tradition der unmenschlichen NS-Medizin. Der
emeritierte Psychiatrieprofessor Thomas Szasz, der die Anklage vertrat und
den Begriff der psychischen Krankheit seit 30 Jahren für eine medizinische
Fiktion im Dienste sozialer Kontrolle hält, brachte seine Auffassung auf den
Begriff: "Alle Psychiater lieben Kontrolle, und Kontrolle führt zu Mord!"
Nicht zufällig seien Euthanasie und Eugenik im Nationalsozialismus nicht von
einfachen Ärzten, sondern von mörderischen Psychiatern betrieben worden:
Diese hätten schließlich jahrhundertelange Erfahrung mit Unfreiheit und
gewaltsamer Unterdrückung. Den vorsichtigen Einwand eines Jurymitglieds
gegen diese abstruse Entlastung der nichtpsychiatrischen Ärzteschaft und die
Frage, ob die Nazis weniger Menschen umgebracht hätten, wenn es keine
Psychiater gegeben hätte, wies der mit anklagende Rechtsprofessor George
Alexander, der in Personalunion zugleich die Verhandlung führte, als
irrelevant zurück.
Schon das begriffliche Zusammenbringen von Menschenrechten und Psychiatrie -
so die Juryvorsitzende Kate Millet - beinhalte einen Widerspruch in sich
selbst, weil die Psychiatrie an sich eine Menschenrechtsverletzung
darstelle. Sie verstoße, wie es in der Anklageschrift heißt, bereits in
ihren Grundprinzipien gegen die UN-Menschenrechtserklärung: Ihre beiden
Säulen seien Zwangseinweisung und strafrechtliche Entmündigung; sie diene
als Waffe in der Hand von Staat und Familie, um unerwünschtes Verhalten zu
diskriminieren, Personen mit abweichendem Verhalten zu stigmatiseren und sie
gefügig zu machen. Ihr Charakter als Folterwerkzeug werde nur dadurch
verdeckt, dass sie sich als Behandlung von Krankheiten ausgebe und eines
medizinischen Vokabulars bediene. Aus all diesen Gründen müsse die
Psychiatrie, nachdem sie sich zu ihren "Gräueltaten in der Vergangenheit und
heute" bekannt habe, "die Unterstützung und Teilhabe der Profession daran .
. . beenden". Wahrlich ein radikaler Kritikansatz, der für Reformpsychiatrie
keinen Raum ließ und für deren Repräsentanten deshalb auch keine Möglichkeit
der Verteidigung vorgesehen hatte.
Wer nun von der Zeugenvernehmung den versprochenen Nachweis dieser
Kontinuität des Grauens und zuverlässige Anzeichen dafür erwartet hatte,
dass es sich beim zeitgenössischen System der psychiatrischen Versorgung um
eine einzige Menschenrechtsverletzung handele, sah sich mit zunehmender
Dauer des Verfahren eines anderen belehrt. Der erste Tag gehörte weitgehend
den bedrückenden Schilderungen von Naziopfern, die ihre traumatischen
Erfahrungen in Kinderheimen, Internierungslagern und Abteilungen für Kinder-
und Jugendpsychiatrie berichteten, Einrichtungen also, die der Selektion und
Vernichtung von so genanntem unwertem Leben gedient hatten. In diesen
erschütternden Berichten zeigten sich zwar auch die Verdrängungsgeschichte
der Nachkriegszeit und der Widerstand der Schuldigen gegen die Benennung und
Aufdeckung ihrer Verbrechen - aber sie belegten nicht den Vorwurf der
Anklage, die Theorien, Behandlungsformen und Funktionen der heutigen
Psychiatrie seien im Kern den NS-Praktiken vergleichbar und deren
strukturelle Fortsetzung in anderer Gestalt. Zweifel an dieser These, von
einigen Mitgliedern der Jury angemeldet, wurden mit dem Hinweis darauf
beantwortet, dass es damals wie heute nicht um medizinische Diagnose und
Therapie, sondern um Stigmatisierung, Ausgrenzung und Unterdrückung ging, um
ein menschenfeindliches Spiel der Macht und nicht um eines der hilfreichen
Versorgung von Patienten.
Die weiteren Zeugen, erfahrene Ankläger des gegenwärtigen psychiatrischen
Systems, demonstrierten auf der Bühne des Tribunals, dass es sich bei
schweren seelischen Störungen nicht einfach um Zuschreibungen der
Gesellschaft, sondern um tiefe Irritationen im Verhältnis zu sich und der
Realität, um fatale Verzerrungen der Selbst- und Weltbeziehung handelt.
Mordandrohung und Mordversuch im Zustand verminderter Schuldfähigkeit, die
Bedrohung der Ehefrau durch die Manipulation von Elektroleitungen, akute
Suizidgefährdung im Zustand existenzieller Verzweiflung, paranoide
Verfolgungsängste und grandiose Selbsteinschätzungen, all das wurde in den
Berichten erkennbar, lassen sich eben nicht in einem dichotomen Weltbild
unterbringen, wo das Gute innen und das Böse außen ist.
Dass die Zeugen das tun, kann man ihnen nicht vorwerfen; dass etliche von
ihnen aus dem Kampf gegen die Psychiatrie eine Lebensaufgabe gemacht haben,
lässt sich als eine besondere Form der Traumabewältigung verstehen; dass
zwei der Zeugen sich zur Psychiatriekritik von Ron Hubbard bekannten und auf
entsprechenden Kongressen der Scientologen auftreten, ist ihr gutes Recht.
Dass aber die urteilende Jury sich auf diese Weise ihr eigenes Weltbild
meint bestätigen zu können, bedeutet einen Missbrauch von Patienten, den
dieses Tribunal der angeklagten Psychiatrie vorwirft - und ist vom Zynismus
einer Praxis nicht weit entfernt, mit dem die Universitätspsychiatrie einst
ihr Fallmaterial den Studenten im Hörsaal vorführte. Das Russell-Tribunal
erinnerte in nichts mehr an die humanistische Tradition, die mit der
Untersuchung der Verbrechen im Vietnamkrieg einmal begonnen hatte.
taz Nr. 6486 vom 3.7.2001, Seite 16, 214 TAZ-Bericht, MARTIN ALTMEYER
www.taz.de/pt/2001/07/03/a0127.nf/text.name,askFQru38.n,0
Du (JoergTpunkt) meintest am 03.07.01 zum Thema Re: Presseschau:
>> Noetigung ist in einem Rechtsstaat strafbar, selbst wenn das
>> eigentliche Opfer alles andere als 'sauber' ist! In der
>> Bananenrepublik USA und im Unrechtsstaat Kalifornien waere der Fall
>> anders,
> Und wieder ein Fascho beim Schueren von krassem Antiamerikanismus
> ertappt!
"Fascho" ist sicherlich eine Beleidigung.
Und "Antiamerikanismus" solltest Du (wenn die Bezeichnung ueberhaupt
passt - auch Kuba gehoert zu Amerika, auch Peru) eher dem Gerichtshof
unterstellen, der das Handeln der USA fuer rechtswidrig erklaert hat.
Viele Gruesse!
Helmut
Moralregel 20 aus "Der Weg zum Gluecklichsein": "Versuchen Sie, andere
so zu behandeln, wie Sie von ihnen behandelt werden moechten"
> Süddeutsche Zeitung vom 3. Juli 2001:
>
>
> Empörung über Scientology-Urteil
>
> JU-Chef Haedke will gegen Richterspruch vorgehen
>
> Wie in der SZ von
> Montag berichtet, hatte eine Zivilkammer des Landgerichts München I dem
> JU-Chef unter Androhung eines Ordnungsgelds von bis zu einer halben
> Million Mark verboten, zum Boykott von Firmen aufzurufen, die für die vom
> Verfassungsschutz als demokratiefeindlich eingestufte Sekte werben.
Mir passt die Nase von Mr. X nicht also Leute boykottiert ihn. Wo sind wir
denn wenn wir das zulassen würden - im Urwald bei den Primaten.
> Geklagt hatte der Scientology-Verlag New Era Publications, der die Bücher
> des Sektengründers L. Ron Hubbard vertreibt. "Es ist unglaublich, wenn
> eine Jugendorganisation nicht mehr sagen darf, dass Scientology gefährlich
> ist", kritisiert Haedke den Richterspruch.
Gefährlich ist doch wohl nur die Jugendorganisation, die hier Firmen, die
Menschen beschäftigt und genauso wie jede andere Firma ihre Steuern zahlt,
in den Bankrott treiben will, weil es etwas gibt das über ihren
beschränkten Horizont hinaus geht.
> Er frage sich, ob "der Richter
> ähnlich entschieden hätte, wenn es um Werbung für NS-Propaganda gegangen
> wäre".
Scientologen sind aber keine Nazis! Also hat das eine mit dem anderen
überhaupt nichts zu tun.
> Dieser sei "nicht bereit gewesen, sich mit dem Thema angemessen zu
> befassen ".
Dieser Richter hat sich mit der Materie sehr gut befasst, sonst wäre er
nicht zu dieem Urteil gekommen.
> Haedke kündigte an, in Revision zu gehen. Voraussetzung dafür
> sei allerdings, dass "seitens der CSU und anderer Geld da ist, den Prozess
> weiterzuführen". Das Verfahren hat die Junge Union bislang 15000 Mark
> gekostet. jbb
Für die Verfolgung von Menschen haben die Geld, es wäre aber sinnvoller,
wenn man dieses Geld einer Wohltätigkeitsorganisation spenden würde, damit
dieses Geld anstatt Existenzen zu vernichten lebenswerte Existenzen
ermöglicht.
Werbeverbot für Scientology auf Lausannes Strassen
Gericht stützt Entscheid des Stadtrats
Lausanne, 11. Juli. (sda) Indem sie Scientology verbot, auf öffentlichem
Grund Druckerzeugnisse zu verteilen, hat die Stadt Lausanne nicht unrecht
gehandelt. Dies hält das Waadtländer Verwaltungsgericht in einem am Mittwoch
veröffentlichten Entscheid fest. 1998 hatte die Stadt der Sekte das
Verteilen von Traktaten nur noch an einem Tag pro Woche erlaubt. Scientology
darf seither zudem nur zweimal monatlich einen Stand auf der Place
St-François aufstellen.
Gegen diesen Entscheid des Polizeidirektors Bernard Métraux hatte
Scientology beim Untersuchungsrichter geklagt. Für das Waadtländer
Verwaltungsgericht basieren die verhängten Massnahmen aber auf objektiven
Kriterien. Sie seien verhältnismässig und widersprächen nicht dem
Gleichbehandlungsgebot. Die Scientologen akzeptieren das Urteil laut Angaben
einer Sprecherin nicht. Sie würden beim Bundesgericht und nötigenfalls beim
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dagegen Berufung einlegen.
Neue Zürcher Zeitung, Ressort Vermischte Meldungen, 13. Juli 2001, Nr.160,
Seite 51
Scientology work could go
off-limits to off-duty police
CLEARWATER - City officials are leaning toward ending the off- duty shifts
that police officers there have been working for the Church of Scientology
along Watterson Avenue.
The arrangement caused one Pinellas-Pasco circuit judge to warn that
officers were dangerously close to becoming a private security force for the
church.
The Lisa McPherson Trust, a group critical of the church, has accused police
officers of becoming biased as a result of the relationship.
The church has paid off-duty officers more than $150,000 since January 2000
for security daily on Watterson, city records show.
Although there are no immediate plans to remove the officers, interim City
Manager Bill Horne said he supports Police Chief Sid Klein in trying to find
other ways to keep the peace downtown.
www.sptimes.com (Online-Archiv)
Begegnung beim Frühstück
FRIEDRICHSHAFEN (sz) - Die letzte Begegnung beim Frühstück mit Kunst und
Literatur im Oberhof vor der Sommerpause wird am Donnerstag, 19. Juli, um
8.30 Uhr im Sankt-Andreas-Haus in der Konstantin-Schmäh-Strasse 30
abgehalten. Pfarrer Joachim Krüger liest aus dem das Buch von Renate
Hartwig: "Scientology - Ich klage an !" Ihre These: Scientology ist
staatlich geduldeter, von der Justiz nicht verfolgter, von Prominenten,
Künstlern und Medien verharmloster Terror. Das Werk gilt als eines der
umstrittensten Enthüllungsbücher.
www.szon.de/lokales/friedrichshafen/nachrichten/200107170469.html
Umstritten war dieses Buch meines Wissens nur bei der (erst nach
Veröffentlichung des Buches entstandenen ?) Lobby der staatlichen
Sektenbeauftragten mit Pensionsberechtigung, weil Renate Hartwig den
Sektenbeauftragen im wesentlichen UNTÄTIGKEIT gegenüber den Aktivitäten der
Organisation Scientology vorgeworfen hatte.
Der Journalist/Die Journalistin der Schwäbischen Zeitung gibt in dem letzten
Satz des Artikels offensichtlich leichtfertig nur seine/ihre private Meinung
wider oder willfährig die der o.g. Lobby.
Ob Pfarrer Krüger nicht noch "zurückgepfiffen" wird, falls seine geplante
Lesung bekannt wird ??
Seit Jahren liegt die sogenannte "Aufklärung" und "Beratung" zum Thema
Scientology staatlicherseits gerade in die Händen dieser Lobby von
Sektenbauftragten. Wobei doch bekannt ist, dass Scientology nichts mit
Religion zu tun hat, sondern es der Scientology-Führungsebene in Los
Angeles, CA letztendlich nur um die weltweite Ausbeutung von Menschen in
jeglicher Form und um eine scientologische [undemokratische] Weltherrschaft
geht, die mit den vielen vielen eingenommenen Dollars möglich gemacht werden
soll.
Clear World from Scientology !!
Dave
Du (none) meintest am 18.07.01 zum Thema Re: Presseschau:
>> Konstantin-Schmaeh-Strasse 30 abgehalten. Pfarrer Joachim Krueger
>> liest aus dem das Buch von Renate Hartwig: "Scientology - Ich
>> klage an !" Ihre These: Scientology ist staatlich geduldeter, von
>> der Justiz nicht verfolgter, von Prominenten, Kuenstlern und Medien
>> verharmloster Terror. Das Werk gilt als eines der umstrittensten
>> Enthuellungsbuecher.
> Umstritten war dieses Buch meines Wissens nur bei der (erst nach
> Veroeffentlichung des Buches entstandenen ?) Lobby der staatlichen
> Sektenbeauftragten mit Pensionsberechtigung, weil Renate Hartwig
> den Sektenbeauftragen im wesentlichen UNTAeTIGKEIT gegenueber den
> Aktivitaeten der Organisation Scientology vorgeworfen hatte.
Dein Wissen ist unvollstaendig. Dein Vokabular ("Sektenbeauftragten mit
Pensionsberechtigung") laesst jedoch befuerchten, dass auch Du dem
Lagerdenken folgst.
Hartwig hat nicht immer sauber recherchiert (kann jedem Journalisten
passieren). Andere haben auch nicht immer sauber recherchiert.
Und das wird jetzt vor allem von Hartwig-Fans gern der vermeintlichen
Gegenseite um die Ohren geschlagen.
Viele Gruesse!
Helmut
"Umstritten" ist einfach ein schönes Wort, das die Sache spannend
machen soll. Da hat er doch nichts "böses" dabei gedacht, sondern
wollte die Sache aufwerten.
>
> Ob Pfarrer Krüger nicht noch "zurückgepfiffen" wird, falls seine geplante
> Lesung bekannt wird ??
Ja, genau. Das hast Du ja jetzt gemacht. (und die Zeitung
natürlich auch.)
Ob das nun von Dir oder der Zeitung auch nur als ein Tip an die
großen Pfeifen zum zurückpfeifen gedacht war?
> Seit Jahren liegt die sogenannte "Aufklärung" und "Beratung" zum Thema
> Scientology staatlicherseits gerade in die Händen dieser Lobby von
> Sektenbauftragten. Wobei doch bekannt ist, dass Scientology nichts mit
> Religion zu tun hat, sondern es der Scientology-Führungsebene in Los
> Angeles, CA letztendlich nur um die weltweite Ausbeutung von Menschen in
> jeglicher Form und um eine scientologische [undemokratische] Weltherrschaft
> geht, die mit den vielen vielen eingenommenen Dollars möglich gemacht werden
> soll.
Gebongt, gebongt. Aber es sind nun mal immer wieder so ein paar
Pfarrer wie der Kollege Krüger, die so ein Thema halt mal
anpacken, obwohl es nicht direkt zu ihrem "Dienstauftrag" gehört.
Das macht dann halt den Haß der SOler auf die "Amtskirchen".
Wird es dadurch Religion, daß ein Pfarrer sich damit befaßt?
Wird was zur Sekte, weil ein Sektenbeauftragter sich damit
befaßt?
Das ist doch eine verdrehte Logik:
Scientology wird doch auch nicht zur Hausarbeit,
wenn sich eine Hausfrau damit befaßt
Scientology wird auch nicht zum Bestseller, nur weil sich eine
Bestseller-Autorin damit befaßt.
TG