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HAG / Lepel

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Tilman Hausherr

unread,
Sep 3, 1998, 3:00:00 AM9/3/98
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Wer FINANZTEST liest dem ist der Namen "Lepel" wohl bekannt...


Finanzvermittler soll Kontakt zu Scientology haben
Stuttgarter „Aktion Bildungsinformation" will im Fall des Freiherrn von
Lepel der Staatsanwaltschaft helfen

STUTRGART. Der Finanzvermittler Peter Max Freiherr von Lepel soll wegen
Betrugs und Untreue vor Gericht gestellt werden. Die
"Aktion Bildungsinformation" hat vor, angebliche Beweise für Lepels
Kontakte zu fahrenden Scientologen zu liefern.

Stuttgarter Zeitung
2.9.1998

Von Wieland Schmid

Tausende von Bürgern haben mehrere hundert Millionen Mark bei
Zusammenbrüchen von Firmen verloren, die ihnen der Untergruppenbacher
Finanzvermittler Peter Max Freiherr von Lepel als sichere Kapitalanlage
empfohlen hatte. Inzwischen sitzt Lepel in Bayern in Untersuchungshaft,
weil ihm die Augsburger Staatsanwaltschaft wegen besonders schweren
Betrugs und Untreue in 701 Fällen im Zusammenhang mit der Pleite der
Gersthofener Firmengruppe Clean Patent den Prozeß machen will (wir
berichteten darüber). Jetzt hat sich dazu die Stuttgarter "Aktion
Bildungsinformation" (ABI) zu Wort gemeldet: "Wir haben Beweise über
Verbindungen von Herrn Dr. Peter Max Freiherr von Lepel zu einer
Führungsfigur von Scientology in Deutschland", schreibt der
ABI-Vorsitzende Eberhard Kleinmann an die Staatsanwaltschaft.

Daß Lepel selbst ein Scientologe sei, will Kleinmann zwar nicht
behaupten. Der Finanzfachmann habe jedoch "engste Verbindungen zu
Scientologen, hat in einem Scientologen-Buch Gedanken der Scientologen
verbreitet und praktisch Scientologen geschult". Den Beweis sieht der
Vorsitzende der "Aktion Bildungsinformation" in dem Buch "Die hohe
Schule des Vermögensaufbaus", das im Möwe-Verlag erschienen ist und
unter anderem Tips dafür gibt, wie "Sie durch raffinierte
Kostensparprogramme ein Vermögen zum Nulltarif aufbauen".

Einer der Autoren des Buchs ist Peter Max Freiherr von Lepel mit einem
umfangreichen Kapitel zu dem Thema "Eine gute Investmentfonds-Police ist
besser als die beste Kapital-Lebensversicherung". Der
Unterkruppenbacher wird als Geschäftsführer der Betreuungsgesellschaft
Deutscher Finanzkaufleute und Finanzmakler mbH sowie als "Präsident
Bundesverband Verbraucherschutz-orientierter Kostensenkungs-Spezialisten
Pro Verbraucher" vorgestellt. Im Anhang wird nicht nur die Firma Clean
Patent genannt, sondern auch die Hanseatische Aktiengesellschaft (HAG).
Dieses Unternehmen, das Lepel maßgeblich mit aufgebaut hat, befindet
sich derzeit ebenfalls in Konkurs. Die Hamburger Staatsanwaltschaft
ermittelt wegen betrügerischen Konkurses und Kapitalanlagebetrugs.
Möglicherweise wurden hier 50 000 Kleinanleger um mehr als 400 Millionen
Mark geprellt.

Seinen Verdacht auf Verbindungen Lepels zu den Scientologen sieht der
ABI-Chef Kleinmann jedoch durch den Möwe-Verlag selbst bestätigt. "Möwe
verbreitet scientologisches Gedankengut in der Wirtschaft", behauptet
Kleinmann und verweist auf den Verlagsinhaber Horst Mehler. Zum Beweis
legt Kleinmann die 18. Ausgabe der Zeitschrift "Impact" aus dem Jahre
1988 vor. In dem "Magazine of the international Association of
Scientologists" wird unter der Oberschrift "Mitglieder in Aktion" das
"Lifetime Member" (Mitglied auf Lebenszeit) Horst Mehler vorgestellt.
Er sei Bestseller-Autor von 28 Büchern. Wörtlich heißt es weiter: "Als
Scientologe und Mitglied nutzt Horst sein Talent als Autor, um durch
nützliche Informationen für die Bevölkerung eine bessere Welt
aufzubauen."

Diese "Beweise und Urkunden" aus "einem der größten Archive gegen
Scientology in Deutschland" will der ABI-Vorsitzende Kleinmann jetzt in
den bevorstehenden Prozeß gegen Lepel einfuhren. Man stehe "für
Ermittlungen und im Strafprozeß als Zeugen zur Verfügung", hat Kleinmann
nach eigenen Angaben mit Schreiben vom 25. August der
Staatsanwaltschaft beim Augsburger Landgericht angeboten und
gleichzeitig bedauert, daß die Strafverfolger bisher noch nicht in
Stuttgart angefragt haben. Der Leitende Oberstaatsanwalt Jörg Hillinger
konnte dazu auf Anfrage allerdings keinen Kommentar abgeben' Ihm war der
Brief gestern noch nicht bekannt.

========
Was Kleinmann eigentlich will ist mir unklar. Schließlich hat er ja
nicht behauptet, daß Mehler wissend aus straftaten profitiert hätte oder
selbst bei straftaten mitgemacht hätte. Alles was er beweisen könnte ist
daß ein Finanzhai sich durch ein Buch eines dubiosen Verlages hat
präsentieren lassen. Und - so merkwürdig das klingt: Es ist zwar
unerwünscht aber sicher nicht verboten, "scientologisches Gedankengut in
der Wirtschaft" zu verbreiten.

Die HAG wurde in dsws auch mal erwähnt:
========

Familienbande

Finanztest
11/97

Die Initiatoren der Hanseatischen AG wirtschafteten in die eigene Tasche
und schädigten Zehntausende Kleinanleger

Der Hamburger Konkursverwalter Gerd Weiland findet harte Worte, wenn er
über den Konkurs der zur Euro Energie Gruppe zählenden Hanseatischen AG
(HAG) in Hamburg spricht. Dieser Konkursfall gehe unter die Haut,
Tausende von Kleinanlegem seien hierauf eine "hochintelligente, auf den
ersten Blick nicht erkennbare kriminelle Abzockerei durch die Familie
Wagner' hereingefallen. Die von den Scientologen hervorragend
ausgebildeten Mitglieder der Wagner-Familie hätten gleich in mehreren
Unternehmen der Euro Energie Gruppe Führungspositionen innegehabt und
mißbraucht. Über 100 Millionen Mark seien aus der Kasse der HAG in die
Taschen des Professors Günter Alexander Wagner und seiner acht Kinder
geflossen, sagte Weiland. Spätestens seit 1996 hätte auch die
Ost-Führungsriege der HAG vom Mißbrauch der Anlegergelder gewußt.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Wagner-Clan wegen
Kapitalanlagebetrugs. Etwa 33 000 Anleger, die sich mit knapp 400
Millionen Mark an der Aktiengesellschaft beteiligt hatten, wurden
geschädigt Nur typisch stille Gesellschafter werden einen Teil ihrer
Einlage zurückerhalten (siehe Kasten).

Eine erste Übersicht Weilands hat ergeben, daß die HAG etwa 24 Millionen
Mark in der Kasse hat. Hinzu kämen etwa 110 Millionen Mark für
Investitionen, die in Wärme- und Windkraftwerke geflossen seien. Von
diesen 110 Millionen Mark können aber nach Einschätzung von Weiland weit
weniger als 50 Prozent realisiert werden. Zwar seien die Anlagen
"hochmodern und technisch Spitze', jedoch würde viel mehr Energie
produziert als Abnehmer vorhanden seien.

Weiland warnte Anleger davor, der von Ute Wagner initiierten
"Schutzgemeinschaft der Hanse-Anleger" beizutreten. Er bezeichnete die
dort verkündete Sanierungsidee als Vernebelungstaktik. Hier sollten
Anleger nochmals geschädigt werden.

(Kasten "Magere Abfindung" weggelassen)


Ice Linx

unread,
Sep 4, 1998, 3:00:00 AM9/4/98
to
Im Artikel <3629ea22...@news.snafu.de>, til...@berlin.snafu.de (Tilman
Hausherr) schreibt:

>Den Beweis sieht der
>Vorsitzende der "Aktion Bildungsinformation" in dem Buch "Die hohe
>Schule des Vermögensaufbaus", das im Möwe-Verlag erschienen ist und
>unter anderem Tips dafür gibt, wie "Sie durch raffinierte
>Kostensparprogramme ein Vermögen zum Nulltarif aufbauen".

Zumindest habe ich das Buch schon in der "Qual" (Abt. für Qualifikation) in der
Org
gesehen . . . muß nix heißen . . . kann aber . . . ;-)

Matthias [nur auf der Durchreise] . . .

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