Umstrittene Seminartrainer distanzieren sich von Scientology sie selbst aber stehen in der Kritik.
Der Erkundungsgang in die eigene Seele beginnt profan. Alle persönlichen Gegenstände wie Paß, Schlüssel und Uhr werden abgegeben, für die nächsten viereinhalb Tage sind Zigaretten, Alkohol, Pfefferminzbonbons und Sex tabu. Auch Gespräche mit anderen Seminarteilnehmern sind unerwünscht. Nur die Konzentration aufs Trainingsziel, wenig Schlaf und spärliche Mahlzeiten brechen die inneren Blockaden der Seminarteilnehmer auf dem Weg zum besseren Ich. Das zumindest glauben Anbieter wie Block-Trainings oder UPT Hans Schuster und Partner.
Doch die Nebenwirkungen der rigorosen Trainingseinheiten für die Seele sind beträchtlich. Immer wieder klagten derart malträtierte Manager über persönliche Krisen, Angstzustände und Nervosität im Anschluß an ein Training. Ein junger Mann erlitt nach einem Kurs bei Landmark Education GmbH gar einen psychischen Zusammenbruch. Gerade hat das Landgericht München entschieden, daß er seine Erfahrungen öffentlich als »Gehirnwäsche« durch einen »Psychokonzern« beschreiben darf.
Kein Wunder, daß immer mehr Persönlichkeitstrainer in die Kritik geraten. Der langjährige Kenner der Psychoszene Hans-Jörg Hemminger, Mitglied der Enquête-Kommission »Sogenannte Sekten und Psychogruppen« im Deutschen Bundestag, kritisiert zahlreiche der für die Wirtschaft angebotenen Psychokurse. Für fragwürdig hält er das Unternehmen Block. Er kritisiert unter anderem die bei den Teilnehmern geweckten hohen, unspezifischen Erwartungen und die rigiden Regeln, denen sich die Teilnehmer der Block-Trainings unterziehen müssen. Auch der Psychologe, Unternehmensberater und Buchautor Steven Goldner qualifizierte in einem Vortrag zum Thema »Psychosekten wirkungsvolle Abwehr statt Hysterie in der Trainingsszene« das System von Block »als absolut autoritär und totalitär«.
Doch Seminaranbieter Block sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne. Dabei setzt er sich wie andere Trainer mit der öffentlichen Kritik kaum auseinander. Statt dessen verteidigt er sich vor allem mit dem Hinweis: »Wir sind keine Scientologen.« Insbesondere Kritiker Goldner, als Geschäftsführer der ASQ GmbH auch in der Personalentwicklung tätig, wolle aus Wettbewerbsgründen der Block-Trainings GmbH in Hohenbrunn bei München schaden, indem er sie dem Verdacht aussetze, Scientology nahezustehen. Die Kritiker haben dies dem Unternehmen keineswegs zum Vorwurf gemacht. Doch Block legte nun eine Bestätigung von Scientology-Kritikerin Renate Hartwig vor, er stünde außerhalb jeglichen Sektenverdachts.
Dieser Scientology-Trick macht Schule. » Immer häufiger lassen sich wegen ihrer Didaktik umstrittene Psychotrainer von Sektenberatern bescheinigen, keine Scientologen zu sein, um damit die Bedenken potentieller Kunden zu entkräften«, sagt Hemminger.
Noch dreister als Block ging der Seminaranbieter UPT Hans Schuster und Partner GmbH vor, der in seinen Persönlichkeitstrainings Elemente des Block-Trainings übernommen hat. Nachdem die UPT-Methoden öffentlich kritisiert wurden, nahm UPT zwar nicht zu den umstrittenen Methoden Stellung, sondern schickte seinen Kunden umgehend eine Bestätigung von der Aktion Bildungsinformation (ABI) in Stuttgart, UPT habe mit Scientology nichts zu tun. Überdies behauptete der Anbieter aus Pöttmes bei Augsburg sogar, das Gutachten der ABI belege die Qualität ihrer Arbeit. Die Verbraucherschutzstelle hatte jedoch lediglich überprüft, ob UPT-Mitarbeiter als Mitglieder auf ihren »Scientology-Listen« auftauchen.
Oftmals geht die Rechnung der vermeintlichen Rufmordopfer auf. Denn in ihrer Scientology-Hysterie wollen viele Personalverantwortliche in den Unternehmen nur wissen, ob ein Seminaranbieter etwas mit der Sekte zu tun hat. Ist die Antwort negativ, sind sie beruhigt. Psychologe Goldner appelliert deshalb an die Verantwortlichen, genau zu prüfen, ob ein Seminar überhaupt zu den Unternehmenszielen paßt. » Wie sollen denn die Mitarbeiter lernen, mehr Eigenverantwortung zu zeigen, wenn sie im Seminar nur autoritären Befehlen gehorchen müssen?« fragt der Psychologe. Fehlendes Bildungscontrolling bemängelt auch Oswald Neuberger, Psychologieprofessor an der Universität Augsburg. » Bis heute weiß niemand, was so ein Seminar bringt.«
»Die einzige Chance, sich vor dubiosen Trainern zu schützen, ist ein sorgfältiger Methodencheck«, sagt Maximilian Neumeier, zuständig für den Einkauf von Bildungsmaßnahmen bei BMW in München. So muß beim bayrischen Automobilhersteller jeder Anbieter detailliert Auskunft über sein methodisches und didaktisches Konzept, den Ablauf und die einzelnen Übungen geben.
Damit tun sich Anbieter wie UPT schwer. Ihr Programm liest sich wie ein wirrer Therapiecocktail. Da gibt es das Nachspielen traumatischer Erlebnisse, einen Derwischtanz bis zum Umfallen, bioenergetische Übungen, einen Fragebogen zur Sexualität »Ich befriedige mich wann, wie oft?« und die »erotisierte Nacht der Wunscherfüllung«.
Auf welche Weise die Seelenmassage dem Verhältnis des Mitarbeiters zu Arbeitsplatz und Unternehmen zugute kommen könnte, beschreiben die umstrittenen Seminartrainer allenfalls vage. » Ich hab geheult wie ein Schloßhund«, erinnert sich der 53jährige PR-Chef eines Chemieunternehmens an sein Block-Training, »man gibt seine ganze Persönlichkeit preis.« Ob er so ein besserer Manager wurde, darf getrost bezweifelt werden.
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(aus der Wirtschaftspresse, WirtschaftsWoche Nr. 19 vom 01.05.1997)
>Doch Seminaranbieter Block sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne. Dabei setzt er sich wie andere Trainer mit der öffentlichen Kritik kaum auseinander.
Die "Block-Trainings GmbH" heisst derzeit "Hohenbrunner Akademie GmbH".
Mehr zum "Block" Training steht in dem Buch "Der Griff nach der Psyche "
von Bärbel Schwertfeger.
http://www.amazon.de/Griff-nach-Psyche-B%C3%A4rbel-Schwertfeger/dp/3593359103/
>(aus der Wirtschaftspresse, WirtschaftsWoche Nr. 19 vom 01.05.1997)
Ist vermutlich von Nordhausen / Billerbeck, denn ähnliches liest man in
derem (sehr gutem) Buch "Psychosekten".
Tilman
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Tilman Hausherr [SP5.55] Entheta * Enturbulation * Entertainment
http://home.snafu.de/tilman/scientology_ger.html
Blog: http://thausherr.blogspot.com/
http://www.hohenbrunner-akademie.de/meinungen :
"„Die Methode ist excellent! ... Verneigung vor Eurer großartigen Leistung!"
(Diplompsychologe, Gesellschafter und Geschäftsführer eines großen Beratungs- und Trainingsunternehmens, Mitbewerber)"
Vielleicht ist das der aus dem STERN, der vor kurzem, ebenfalls anonym, offenbart hat, heimlich (s)ein kritisches Buch über seine Zunft zu vertreiben.
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In jedem Fall aber kommt er aus einem anderen Jahrhundert
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