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Presseschau Scientology

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Mark Andreas Meyer

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Aug 19, 1998, 3:00:00 AM8/19/98
to
Klima der Intoleranz? Waaaaas?! Bei uns?! Hast du'n Schatten?!

Aus der Jungle World 34, Urheberrechte liegen bei deren Inhabern.
http://www.jungle-world.com/_98/34/09c.htm

---schnipp---

Deutsches Haus

Trotz der schweren Kämpfe im Kosovo will Bayern 60 Flüchtlinge
dorthin abschieben. Die Kosovo-Albaner, so das Münchener
Innenministerium, hätten Straftaten begangen und damit "ihr Gastrecht
verwirkt". Das Schengener Abkommen mit der Bestimmung, daß nur
in einem Land ein Asylantrag gestellt werden darf, ist höherrangiges
Recht als der im Grundgesetz festgeschriebene Schutz von Ehe und
Familie. Das beschloß letzten Mittwoch eine Kammer des
Bundesverfassungsgerichts. Ein Türke kurdischer Abstammung hatte
in Spanien seinen Asylantrag gestellt, den Antrag dann jedoch
zurückgezogen, weil seine Frau und sein Kind gleichzeitig einen
Antrag in Deutschland gestellt hatten. Weil gerade während der
psychischen Belastung einer Flucht das Zusammenleben mit der
Familie sehr wichtig sei, stellte der Mann einen neuen Asylantrag in
Deutschland. Dieser wurde mit Verweis auf das Schengener
Abkommen ohne weitere Prüfung abgelehnt. Der Kurde legte
hiergegen Verfassungsbeschwerde ein, die jedoch mit der
Begründung abgelehnt wurde, die Famillie habe durch die "zeitlich
gestaffelte Ausreise in unterschiedliche Zielländer" selbst den Grund
für die gespaltene Zuständigkeit gelegt. 1 422 Menschen wurden in
den ersten vier Monaten dieses Jahres allein aus Berlin abgeschoben,
erfuhren die Grünen auf Anfrage von der Senatsinnenverwaltung. Auch
künftig will Berlins Innensenator Jörg Schönbohm (CDU)
Bürgerkriegsflüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina abschieben. Die
Kritik an der Anfang Juli erfolgten Rückführung von 74 teilweise
traumatisierten Menschen wies Schönbohm als unbegründet zurück.
Der Druck auf die Flüchtlinge müsse weiter erhöht werden, um Platz zu
schaffen für eine zu erwartende Fluchtwelle aus dem Kosovo. Im
bayerischen Landau an der Isar haben Unbekannte in unmittelbarer
Nähe eines Behindertenkindergartens und eines
Aussiedlerwohnheims ein selbstgebautes Hakenkreuz und einen
Galgen aufgestellt, beide etwa einen Meter groß. Eine am Galgen
hängende Puppe trug ein Schild mit der Aufschrift "Die nächsten seid
ihr". Einen konkreten Hinweis auf die Täter gebe es noch nicht, teilte
die Staatsanwaltschaft am vergangenen Freitag mit, sie gehe aber
von einem rechtsextremistischen Hintergrund aus. Um fast 30 Prozent
ist innerhalb eines Jahres in der Mark Brandenburg nach der Zunahme
ausländerfeindlicher Gewalttaten die Zahl der Übernachtungen
ausländischer Gäste zurückgegangen. 4 000 Mark Strafe muß ein
Standesbeamter zahlen, der eine sogenannte Scheinehe zwischen
einem Marokkaner und einer Deutschen geschlossen haben soll. Er
habe von dem illegalen Aufenthaltsstatus des Marokkaners und einem
Ehevertrag gewußt, aus dem hervorgegangen sei, daß es sich um
eine Scheinehe handelte, stellte das Amtsgericht Darmstadt am 11.
August fest. Dem Vertrag zufolge habe der Marokkaner der Frau
monatlich 1 000 Mark zahlen sollen, bis die Ehe nach vier Jahren
geschieden werden sollte. Aus "menschlichen Gründen" wurde das
Verfahren gegen den Standesbeamten mit der Zahlung von 4 000
Mark eingestellt - der Mann hatte im Laufe der Ermittlungen einen
Gehirnschlag erlitten und ist seitdem arbeitsunfähig. Auf zwei Autos
einer Behindertengruppe aus dem niedersächsischen Neuerkerode
wurde in Gudow, Brandenburg, ein Brandanschlag verübt. Menschen
wurden dabei nach Angaben der Polizei nicht verletzt. Nachdem die
auf dem Hof eines Ferienheims abgestellten Fahrzeuge in Brand
gesteckt worden waren, sei in dem Heim ein anonymer Anruf
eingegangen. I jof / rm
---schnapp---

Seht her, jetzt manipuliert das linke Gesocks wirklich schon die
Nachrichten, denn ein Deutscher hat, tut oder wird nie ein Klima der
Intoleranz verbreiten.

BTW: Es wurden hunderte Tote in Massengräber, von der serbischen Armee
ausgehoben, gefunden, allerdings können wir keine Flüchtlinge mehr
aufnehmen, wir sind schon viel zu tolerant.

=> Ich hoffe das hat dir einen kleinen Einblick gegeben, wie tolerant
Deutschland ist.

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Tilman Hausherr

unread,
Aug 19, 1998, 3:00:00 AM8/19/98
to
In <35db1e69...@news.compuserve.com>, mark.a...@gmx.net (Mark
Andreas Meyer) wrote:

>=> Ich hoffe das hat dir einen kleinen Einblick gegeben, wie tolerant
>Deutschland ist.

Auch wenn dies alles wahr ist - was hat dies mit scientology zu tun?

Tilman Hausherr

unread,
Aug 21, 1998, 3:00:00 AM8/21/98
to
LESERBRIEFE

Frankfurter Neue Presse
21.8.1998

Kinder gestört

Zu: "Sektendemo für ,Religionsfreiheit' in Deutschland".

Der SPD-Stadtverordnete Michael Paris wird zitiert, es sei ein Skandal,
daß eine solche Veranstaltung vor der Alten Oper stattfinden konnte. Wir
waren dabei und sind entsetzt:

Es ging darum, daß die Kinder, die an den Ferienspielen an der Alten
Oper teilnehmen wollten, stark beeinträchtigt beziehungsweise behindert
wurden durch die Beschallung und durch die Ausweitung der
Scientology-Kundgebung. So mußte auch eine Theaterveranstaltung der
Ferienspiele abgesagt werden. Eine Demonstration zur "Religionsfreiheit"
auf Kosten der Freiheit anderer widerlegt sich selbst.

Undenkbar für andere Veranstaltungen: Das Management der
Scientology-Demonstration konnte sich unwidersprochen erlauben, den
Feuerwehrrettungsweg der Alten Oper zuzubauen!

Claudia Kerger
Peter Stemmerich
60326 Frankfurt

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Tilman Hausherr

unread,
Aug 26, 1998, 3:00:00 AM8/26/98
to
>Ab sofort poste ich scientology bez. Artikel nur noch unter diesem
>thread; für Gründe siehe §§24, 49 UrhG.

Ich habe mich inzwischen etwas schlauer über UrhG gemacht, und werde
wohl seltener Artikel posten. §49 ist leider doch kein Freifahrts-Schein
("vorbehalt der Rechte"). Andererseits ist es aber so daß deshalb keine
rechtliche Probleme auftreten, weil man sich mit den Zeitungen nicht im
Wettbewerb befindet, und weil auch Kritik nicht verhindert werden will.

Ich habe z.B. gelesen daß ein Shampoo Hersteller gegen MONITOR geklagt
hat als die einen 7sek Ausschnitt eines Werbespots verwendet haben. (In
der "Dioxan" reportage). Die Sache wurde natürlich abgewiesen... der
Werbespot lobte das "schaumige Gefühl", und um Schaum ging es ja :-)

Im übrigen sollte jeder sich selbst eine Meinung bilden... ich bin kein
Anwalt.

Es muß wohl auch noch andere Hindernisse geben, warum die
menschenverachtende Sekte nicht in D wegen (C)-Verletzung klagt. Ich
wundere mich immer, warum dies bei Anne-Marie Mineur und Martin Ottmann
nie versucht wurde.

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Tilman Hausherr

unread,
Sep 8, 1998, 3:00:00 AM9/8/98
to
_

«Das Gesetz soll nur die Auswüchse verhindern»

Basler Zeitung
8.9.1998

Die Gesetzesvorlage, die aufdringliche Werbemethoden auf Allmendboden
bestrafen will, ist eines der Geschäfte, die an der Septembersitzung im
Mittelpunkt des Interesses stehen werden. «Die Einschränkung soll nur
die Auswüchse verhindern», argumentiert Susanne Haller (SP).


vks. Auf der Traktandenliste der Septembersitzung des Grossen Rates ist
auch der Ratschlag «8838» des Regierungsrats aufgeführt. Hinter dieser
unscheinbaren Nummer verbirgt sich eine Gesetzesvorlage, die bereits im
Vorfeld ihrer Entstehung wiederholt im Rampenlicht der Öffentlichkeit
gestanden war (vgl. BaZ vom 10.Juli und 1.September). Konkret geht es
dabei um eine neue Bestimmung, die aufdringliche Werbemethoden auf
Basler Allmendboden inskünftig unter Strafe stellen soll. Obwohl der
Gesetzesentwurf der Regierung Scientology mit keinem einzigen Wort
erwähnt, zielt die Vorlage vor allem auf diese Organisation.

Weltweit einmaliges Vorgehen

Um den umstrittenen Werbemethoden von Scientology und ähnlichen
Organisationen entgegentreten zu können, schlägt die Regierung dem
Grossen Rat jetzt also eine Ergänzung des kantonalen
Übertretungsstrafrechts vor. Bestraft werden soll neu, «wer durch
Anwerbemethoden Passantinnen und Passanten auf der Allmend in
aufdringlicher Weise belästigt». Die Polizei soll überdies die Befugnis
erhalten, «Anwerbende von einzelnen Orten oder generell wegzuweisen,
wenn deren Kontaktaufnahme zu Passantinnen und Passanten eine
aufdringliche Belästigung darstellt oder wenn Anzeichen dafür bestehen,
dass bei der Anwerbung widerrechtliche, insbesondere täuschende oder
sonst unlautere Methoden angewendet werden».
In seiner Stellungnahme gegenüber der BaZ hat Jürg Stettler, der
Sprecher der Schweizer Scientologen, kritisiert, dass die Bestimmung des
Regierungsrats weltweit einmalig wäre und die Religions- und die
Meinungsäusserungsfreiheit einzelner Bürgerinnen und Bürger einschränken
würde. Und in einer Pressemitteilung der Organisation heisst es dazu
sogar, dass der Gesetzesentwurf «staatlicher und polizeilicher Willkür
Tür und Tor» öffne. Mit staatlicher Repression werde in Basel versucht,
eine gesellschaftliche Diskussion zu verhindern. Der Auslöser dafür,
dass die Regierung auf diesem heiklen Gebiet gesetzgeberisch überhaupt
aktiv wurde, war eine Motion von Susanne Haller (SP) aus dem Jahre 1996.
Der Vorstoss ist breit abgestützt; er wurde damals von 70
Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus sämtlichen Fraktionen
unterzeichnet.
«Die Einschränkung der unerwünschten Praktiken auf öffentlichem Grund
soll nur gerade deren Auswüchse verhindern», argumentiert Susanne Haller
in einem Gespräch mit der BaZ. Das neue Gesetz sei das Resultat eines
intensiven Gesetzgebungsprozesses der letzten beiden Jahre. Die
Bestimmung sei so ausgestaltet, dass sie weder die
Meinungsäusserungsfreiheit noch die Glaubens- und Gewissensfreiheit und
schon gar nicht die Handels- und Gewerbefreiheit verletze; sie ist
grundrechtskompatibel, wie auch Justizdirektor Hans Martin Tschudi
betont. Die Kleinbasler Grossrätin weist in diesem Zusammenhang darauf
hin, dass auch unter der neuen Bestimmung zum Beispiel die Aids-Hilfe
ihre Stände weiterhin aufstellen dürfe oder die Arbeitslosenzeitung nach
wie vor unter die Leute gebracht werden könne. «Und», so argumentiert
Haller weiter, «diejenige Staatsform, welche es Scientology überhaupt
erst ermöglicht, sich zu betätigen, ist gerade unsere Demokratie. Man
lässt die Organisation ja gewähren.»

Kein Antrag der Regierung

Interessant am Ratschlag «8838» der Regierung ist jedoch nicht nur der
Neuigkeitscharakter der Gesetzesvorlage, sondern auch, dass die
Exekutive für einmal auf einen Antrag an das Parlament verzichtet. Eine
Mehrheit der sieben Regierungsmitglieder vertritt nämlich die Ansicht,
dass weder die vom Justizdepartement ausgearbeitete Bestimmung noch
polizeiliche Mittel geeignet sind, die Probleme, die sich im
Zusammenhang mit Sekten stellen, zu lösen. Dabei handle es sich vielmehr
um ein gesamtgesellschaftliches Problem. Dieses Vorgehen kommentiert
Haller gegenüber der BaZ allerdings mit der deutlichen Bemerkung, dass
es für das Parlament überhaupt keine Rolle spiele, ob der Regierungsrat
ein Geschäft zur Annahme empfehle oder nicht: «Der Grosse Rat
legiferiert und nicht die Regierung.»
Weil das neue Gesetz gegen die Sekten-Werbung, das nun ohne
Kommissionsberatung vor das Plenum kommt, erst an 23.Stelle der
Traktandenliste aufgeführt ist und angesichts der an gewichtigen
Geschäften nicht armen Septembersitzung darf allerdings davon
ausgegangen werden, dass die Vorlage voraussichtlich noch nicht an der
Auftaktsitzung von morgen Mittwoch, 9. September, sondern an der
Fortsetzungssitzung vom 16.September zur Sprache kommen wird. Die
Chancen, dass sie dann von einer Parlamentsmehrheit auch gutgeheissen
wird, erachtet Haller im übrigen nach wie vor als gut. Die Reaktionen
derjenigen Grossrätinnen und Grossräte, mit denen sie bisher in Kontakt
getreten sei, seien «ganz klar positiv».
Zumindest der Unterstützung ihrer eigenen Partei, den Sozialdemokraten,
kann Susanne Haller definitiv sicher sein: «Betreffend Anwerbung auf
Allmend ist die Fraktion SP und Gewerkschaften einstimmig für
Konsumentenschutz!» ist ein Communiqué überschrieben, das gestern
vormittag die Redaktionen erreicht hat. Der Grosse Rat könne nun mit der
Legiferierung ein politisches Signal setzen. Das Gesetz entspreche einer
seit Jahren immer lauter gewordenen, begründeten Forderung
unterschiedlicher Kreise zum Schutz der Basler Bevölkerung.


Geschäftsführer für die Sektenstelle gesucht

Kurier
8.9.1998

Der SP-Abgeordnete Erwin Niederwieser wirft dem Familienministerium vor,
bei der Errichtung der Bundessektenstelle säumig zu sein.
"Offensichtlich hat man weder die Räumlichkeiten für diese Sektenstelle,
noch die leitende Position ausgeschrieben."

Die Ausschreibung hätte aber unverzüglich geschehen müssen, um den dafür
Qualifizierten die Möglichkeit zu geben, sich zu bewerben und dann die
geeignetste Person wählen zu können. Sollte Bartenstein nicht bald tätig
werden, dränge sich der Verdacht auf, "daß das Parlament für eine
Auseinandersetzung zwischen Bartenstein und Scientology mißbraucht
wurde".

Das Familienministerium meldete sich postwendend zu Wort:
"Selbstverständlich wird der Geschäftsführer "ordnungsgemäß
ausgeschrieben."

Man wäre nicht untätig, aber eine Ausschreibung sei nicht früher möglich
gewesen, weil das Gesetz erst seit dem 1. September in Kraft ist. Auch
den Vorwurf man habe noch nicht einmal den Ort, wies man zurück.

Diese Frage sei bereits geklärt worden, derzeit müßten nur noch die
Verhandlungen über den Mietvertrag für das Objekt in der Wiener
Innenstadt abgeschlossen werden. Bei der Höhe des Mietpreises spiele
natürlich der sparsame Umgang mit Steuergeldern eine entscheidende
Rolle.

Tilman Hausherr

unread,
Sep 16, 1998, 3:00:00 AM9/16/98
to
_

Ausstellung: "Supermarkt des Seelenheils"

DIE WELT
15.9.1998

Von SONJA BOERDNER

"Genieße Dein Leben. Jeden Tag." Mit großen Lettern lockt ein Modemacher
seine Kunden. Aber nicht alle Aufrufe zum Glücklichsein sind so harmlos
wie das Werbeplakat. "Wir sind die einzige Gruppe auf Erden, die eine
funktionierende Lösung anbietet", lautet das Motto von Scientology.

"Je verzweifelter die Suche nach dem Glück ist, um so anfälliger sind
wir für dubiose Heilsversprechen von Sekten, Psychogruppen und
Esoterikkulten", sagt der Bischöfliche Sektenbeauftragte Pater Klaus
Funke. Hunderte dieser Grüppchen tummelten sich auf dem "grauen
Psychomarkt" Berlins. Der Überblick sei längst verlorengegangen, und die
Übergänge zwischen den Methoden von Sekten und Managerkursen seien
inzwischen fließend. "Supermarkt des Seelenheils" heißt darum die
Ausstellung im Dominikanerkloster St. Paulus in Tiergarten, die über die
Gruppen, ihre Praxen und die Hintergründe psychologischer Abhängigkeit
informiert.

"Manchmal komme ich mir vor wie ein Privatdetektiv", sagt Pater Funke.
Beinahe täglich wenden sich hilfesuchende Menschen an die
Beratungsstelle in der Oldenburger Straße. Meist sind sie verzweifelte
Angehörige von psychisch labilen Menschen, die einer Gruppe zum Opfer
gefallen sind. So etwa die Mutter eines 30jährigen. Nachdem er Studium
und Lehre geschmissen hatte, belegte er einen Esoterikkurs. Nun bettelt
er bei seinen Verwandten um Geld. Er müsse ein Projekt der Gruppe
unterstützen, sagt er.

Eine Frau suchte Hilfe für ihre Freundin. Die 30jährige hatte sich den
"Overeater" angeschlossen. Sie schluckte Medikamente und mußte täglich
ihren Guru anrufen. Dann kam der Zusammenbruch. Jetzt liegt sie in der
Nervenklinik. Eine Sozialarbeiterin suchte Unterstützung für ein
HIV-infiziertes Mädchen. Sie gehört einer christlichen Gruppe an, die
Medikamente ablehnt. Andere Frauen kommen mit der Überzeugung zu dem
Pater, sie seien vom Teufel besessen und bitten um Exorzismus.

Aber vor allem Manager, die zu Führungsseminaren geschickt werden,
informieren sich bei Pater Funke über die zahlreichen Anbieter.
"Psychogruppen sind gefährlich, wenn kein seriöser Titel auf eine solide
Ausbildung hinweist und die Methoden unklar bleiben", sagt der
Sektenbeauftragte. Meist müssen die Teilnehmer einen Vertrag
unterschreiben, der die Veranstalter von der Verantwortung für
"körperliche und psychische Verletzungen" entbindet. Eine Ärztin beging
nach einem Psychoseminar Selbstmord.

Dagegen hätte sich die Angst vor Scientology inzwischen zur Paranoia
ausgeweitet. Da ist der Gastwirt aus Tiergarten, über den plötzlich das
Gerücht kursiert, er sei Scientologe. Sogar einem Kindergarten werde
nachgesagt, der Sekte nahezustehen. "Scientology ist zu einem
irrationalen Dauerbrenner geworden", sagt Funke. Der Vorwurf von oft
unbekannter Quelle müsse für alles mögliche herhalten. Sei es der Sohn,
der sich endlich von zu Hause abnabeln möchte oder ein Konkurrent in
einem Immobiliengeschäft. Sogar die Kirchenväter befürchteten eine
Infiltrierung durch die Psycho-Organisation. Die Vorwürfe entpuppten
sich jedoch oft als falsch.


Sondernutzungserlaubnis gilt nicht mehr
Stadt beruft sich auf Irrtum
Scientology wehrt sich gegen Straßenwerbungsverbot

Von Thomas Münster

Süddeutsche Zeitung
16.09.98

Darf das Baureferat der Stadt eine sehenden Auges und guten Gewissens
erteilte „Sondernutzungserlaubnis“ für das Verteilen von Werbezetteln im
Passantenstrom auf der Leopoldstraße widerrufen? Einfach so? Mit
Bescheid vom November 1997 hat die Stadt der Scientology Kirche
Deutschland e.V. (SKD) verboten, aus der Menschenmenge Einzelpersonen
herauszufischen, die je nach Perspektive „Kunden“ oder „Opfer“ genannt
werden, und – das war erklärtes Ziel der bereits 1973 genehmigten
Werbeaktionen – irgendwann „Mitglieder“ der Kirche werden sollten. Gegen
das Werbeverbot zogen die Scientologen jetzt vor das Verwaltungsgericht.


Die Erlaubnis zur Sondernutzung des Gehsteigs außerhalb des
Fußgängerzonenbereichs der Altstadt, sprich Verteilen von Werbematerial
und direktes Ansprechen der Passanten, liegt also schon mehr als zwanzig
Jahre zurück.Von 1984 bis 1989 hat die Stadt ihre eigenen Bescheide
geprüft. Dabei fiel den Hausjuristen endlich auf, daß seinerzeit der
„Widerrufsvorbehalt“ vergessen worden war. 1996 hat das Baureferat,
zuständig für Sondernutzungen, das Widerrufsverfahren eingeleitet, über
dessen rechtmäßigkeit nun die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts zu
befinden hatte. Dieselbe Kammer übrigens, die sich unter derselben
Vorsitzenden, Caroline von Lepel, mit dem damaligen, fünf Jahre
währenden Rechtsstreit auseinandergesetzt und den Widerruf seinerzeit
als „rechtswidrig“ befunden hatte.

Rechtsanwalt Stefan Bergsteiner als Vertreter der Scientologen
bezeichnete das schwammige Hin und Her der Behörden als
„rechtsmißbräuchlich“. Die Behörde müsse das Recht kennen und könne sich
nicht einfach nach mehr als zwanzig Jahren auf irgendeinen Irrtum
berufen, meinte er. Die Stadt indes berief sich in dem 1996 aufgenommen
Verfahren auf „Beschwerden aus der Bevölkerung“. In der Verhandlung
stellte sich rasch heraus, daß „die Bevölkerung“ Mitarbeiter der
Behörden waren,. Bergsteiner konnte verschiedene Schreiben und
Anweisungen der bayerischen Staatskanzlei in Kopie vorweisen –
„Verteiler: landesweit“ – , wonach derartige Straßenwerbung tunlichst zu
unterbinden sei. Die Münchner Kreisverwaltung habe daraufhin die
Bezirksinspektionen angewiesen, „Beweise zu erheben“.

Die erhobenen Beweise manifestieren sich in einem Mitarbeiter der
Bezirksinspektion 12, der sich auf der Straße ansprechen ließ und
gefragt wurde, ob ihm überhaupt klar sei, daß er nur zehn Prozent seines
Denkvermögens nutze. Er ließ sich zum – kostenlosen –
„Persönlichkeitstest“ im Scientology-Haus an der Beichstraße führen und
erfuhr nach EDV-Auswertung eines etwa 200 Fragen umfassenden
Prüfkatalogs, daß er sich in einem „unannehmbaren Zustand“ befinde:
instabil, zerstreut, deprimiert und zeitweise besonders aktiv – halt so,
wie ein Psychotherapeut einen Manisch-Depressiven beschreiben würde. Er
könne sich retten, wenn er einen dreißigstündigen Basiskurs „zur
Bewältigung der inneren Zwänge“ für 242 Mark belegen oder wenigstens ein
Buch über die Auf-und Ab-Tendenzen im Dasein für 59,80 Mark erwerben
würde. Der Bezirksinspektor verzichtete, wurde aber auch bei späteren
Testläufen immer wieder in diesem Sinne auf der Straße angesprochen.

Klägeranwalt Bergsteiner beharrte auf Kompetenztrennung innerhalb der
Scientology. Der Verein Deutschland sei ausschließlich für
Straßenwerbung verantwortlich, arbeite mithin „nicht-gewerblich“. Die
eigentliche Vermarktung des Glaubens falle in den Bereich von
Scientology Bayern e.V. „Was auf der Straße stattfindet, ist absolut
unentgeltlich“. Mit einem 18 Punkte umfassenden Beweisantrag sorgte er
für Vertagung.

Scientology-Sekte und DVU werben mit Hilfe der Post

Nürnberger Zeitung
16.9.1998

Mancher Nürnberger war empört, als ihm in den letzten Tagen eine
Sonderausgabe der Scientology-Zeitung „Freiheit“ in den Briefkasten
geworfen wurde. Der Ärger dürfte möglicherweise noch wachsen, wenn in
dieser Woche auch noch das DVU-Organ „Deutsche Wochenzeitung“ unbestellt
ins Haus flattert. Die Post verweist jedoch darauf, daß sie verpflichtet
sei, auch solche Druckwerke zuzusenden.

„Da können wir beim besten Willen nichts machen“, erklärt Post-Sprecher
Günther Schott. Es gebe eine „generelle Zustellungspflicht“, die nur bei
Aufforderung zu Straftaten außer Kraft gesetzt werden kann. Schott:
„Solange nicht zum Verfassungsbruch oder zur Ermordung des
Bundespräsidenten aufgerufen wird, sind uns die Hände gebunden.“ Diese
Haltung habe sich auch nicht erst durch die Umwandlung in eine
Aktiengesellschaft geändert: „Das haben wir schon immer so gehandhabt.“

Auch bei der Post selber hat es in den letzten Monaten Unmut gegeben.
Viele Zusteller wollten Wahlsendungen rechtsradikaler Parteien nicht
ausliefern. Deshalb hat der Post-Vorstand in einem Aushang in allen
Briefzustellstützpunkten klargestellt, daß das „nicht geht und auch
solche Wahlwerbung ausgetragen werden muß“. Alles andere, so heißt es in
dem Aushang, wäre „unzulässige Zensur“.

Post-Sprecher Schott verweist überdies darauf, daß ja selbst der
Innenminister und die Polizei machtlos gegen die Propaganda von Sekten
oder Rechtsextremen sind, solange es keine eindeutigen Gerichtsurteile
gibt, auf die man sich stützen kann. Da könne die Post als Dienstleister
erst recht nichts ausrichten.

Während die „Freiheit“ nur an solche Haushalte verteilt wurde, die
keinen Werbeverbotsaufkleber am Briefkasten haben, soll die
Sonderausgabe der DVU-Zeitung in alle Nürnberger Briefkästen gesteckt
werden. -vip-


Bitte keine Werbung!

Abhilfe bei unliebsamer Post

Stuttgarter Zeitung
16.9.1998

Nicht jede Sendung im Briefkasten ist willkommen: Mancher möchte keine
Werbung von Parteien zugeschickt bekommen. Und in diesen Tagen erregt
Scientology die Gemüter, weil die Sekte in Stuttgart per Post eine
Zeitschrift verteilen läßt. Was ist zu tun?

Von Thomas Faltin

Im Grunde ist alles ganz einfach: Wer keine Werbung - ob von Parteien
oder von der Supermarktkette, ob von der Post oder privaten Zustellern
ausgetragen - im Briefkasten wünscht, muß das lediglich deutlich
erkennbar machen. Dazu genügt es, einen Aufkleber mit der Aufschrift
¸¸Keine Werbung einwerfen'' gut sichtbar anzubringen. Der
Bundesgerichtshof hat entschieden (Urteil vom 20. 12. 1988, Aktenzeichen
VI ZR 182/88), daß werbende Unternehmen diesen oder inhaltsgleiche
Aufkleber beachten müssen.

Doch nicht jede Firma hält sich an das Gebot. Außerdem ist Werbung nicht
gleich Werbung - es gilt, verschiedene Formen von Zusendungen zu
unterscheiden. Bei nicht adressierten Reklamesendungen, Handzetteln und
Wurfsendungen reicht der Aufkleber normalerweise aus. Wenn man trotzdem
solche Werbung im Briefkasten findet, kann man die betreffenden Firmen
unter Hinweis auf die genannte BGH-Entscheidung auffordern, weitere
Werbeeinwürfe zu unterlassen. Falls sich dann immer noch nichts ändert,
ist es möglich, sich an die Verbraucherzentrale zu wenden. Sie sammelt
die Fälle und leitet gegebenenfalls ein Abmahnverfahren gegen die Firma
ein. Natürlich kann man die Firma auch selbst vor dem Landgericht
verklagen.

Die Deutsche Post AG muß den Aufkleber ebenfalls respektieren. Nicht
adressierte Postwurfsendungen, die der Briefträger zustellt, dürfen
deshalb ebenfalls nicht in den Briefkasten gesteckt werden, wenn ein
Aufkleber vorhanden ist. Bei der vierseitigen Scientology-Zeitung
¸¸Freiheit'', die derzeit in Stuttgart verteilt wird, handelt es sich um
eine solche Postwurfsendung. Erhält man dennoch nicht adressierte
Postwurfsendungen, sollte man sich an die Postniederlassung wenden,
empfiehlt Monika Ketterer von der Verbraucherzentrale.

Anders verhält es sich bei persönlich adressierten Werbesendungen. Die
Post ist verpflichtet, solche Briefe zuzustellen. Wenn man Werbebriefe
nicht bekommen möchte, kann man sich auf die ¸¸Robinson-Liste'' setzen
lassen. Man wird dann von den Adressenlisten aller Werbeunternehmen
gestrichen, die Mitglied im Deutschen Direktmarketing-Verband sind. Den
Antrag kann man unter der Nummer 07156 - 95 10 10 anfordern oder
schriftlich unter DDV, Robinson-Liste, Postfach 1401, 71254 Ditzingen.

Bei Firmen, die nicht Mitglied des Deutschen Direktmarketing-Verbandes
sind, bleibe einem dagegen nur ein Weg, so Monika Ketterer: Man sollte
die Firma schriftlich - am besten per Einschreiben mit Rückschein -
auffordern, zukünftig die Zusendung von Werbematerial zu unterlassen.

Auch im Falle der genannten Scientology-Zeitschrift verweist die Post
darauf, daß sie zur Zustellung verpflichtet sei. Nur bei Sendungen, die
gegen das Strafrecht verstoßen, könne die Post den Auftrag verweigern.
Eberhard Kleinmann, der Vorsitzende der ¸¸Aktion Bildungsinformation'',
hat in dieser Angelegenheit der Post in Stuttgart einen Brief
geschrieben. Denn der Scientology-Gegner Kleinmann ist anderer Meinung:
In der Zeitschrift finde sich ein halbes Dutzend Aussagen, die den
Verdacht auf Straftatsbestände erfüllten; beispielsweise werde die
Bundesrepublik als Spitzelstaat diffamiert. Außerdem komme ein Dutzend
unwahrer Tatsachenbehauptungen vor. Er forderte deshalb die Post auf,
solche Zeitschriften nicht mehr zuzustellen.

Reinhard Egy, der Sprecher von Scientology Stuttgart, pocht dagegen auf
das Recht der freien Meinungsäußerung: ¸¸Die Post ist ein Transporteur
und kein Zensor.'' An der Zeitschrift sei nichts Anstößiges: ¸¸Wenn wir
krumme Sachen machen sollten, kann man mit rechtsstaatlichen Mitteln
dagegen vorgehen. Ansonsten wollen wir behandelt werden wie alle anderen
auch'', so Egy.

SPD will mehr Kontrolle für Verfassungsschutz
Ex-Innensenator für Reform

Berliner Zeitung
16.9.1998

Von Christine Richter

Die Berliner SPD fordert eine grundlegende Reform des Landesamtes für
Verfassungsschutz (LfV). Nach einem Leitlinien-Papier, das die
SPD-Fraktion am Dienstag zur Kenntnis nahm, soll das geheime
Berichtswesen auf das Notwendigste beschränkt werden. Der Einsatz
nachrichtendienstlicher Mittel sei "nur in Ausnahmefällen" notwendig,
heißt es in dem Papier. Das LfV solle vor allem die Politik beraten und
die Bevölkerung aufklären. "Das Landesamt hat diesen Auftrag bislang nur
mangelhaft erfüllt", so die SPD.

Die Sozialdemokraten fordern, daß die Mitarbeiter regelmäßig
ausgetauscht werden. An der Reform des Verfassungsschutzes müsse eine
unabhängige Fach-Kommission beteiligt werden. Dies lehnt Innensenator
Jörg Schönbohm (CDU) ab: "Ich halte eine externe Arbeitsgruppe für
falsch. Davon haben wir in Berlin schon zu viele." Die Umstrukturierung
werde vom Landesamt und der Innenverwaltung realisiert. Schönbohm: "Wir
werden beweisen, daß wir reformfähig sind."

Die Bündnisgrünen werden wegen der Verfassungsschutz-Affäre einen
Mißtrauensantrag Schönbohm einbringen, über den am Sonnabend oder am
Montag entschieden wird. Wie berichtet, werfen die Grünen dem Senator
vor, für den Fall Dreksler politisch verantwortlich zu sein. Der
Polizeidirektor Otto Dreksler war von einem V-Mann fälschlicherweise als
Scientologe identifiziert worden. Daraufhin wurde er innerhalb der
Polizei versetzt, erst Ende August wurde er rehabilitiert. Später
stellte sich heraus, daß der V-Mann früher für die Stasi gearbeitet
hatte.

Ex-Innensenator Erich Pätzold, der als SPD-Abgeordneter selbst vom
Verfassungsschutz ausgehorcht worden war, zeigte sich von der jüngsten
Affäre nicht überrascht. "Das erstaunt mich gar nicht", sagte Pätzold
der "Berliner Zeitung". Der SPD-Politiker war unter der rot-grünen
Landesregierung bis 1990 für den Verfassungsschutz zuständig und leitete
in dieser Zeit eine Reihe von Untersuchungen im LfV ein. Die
Disziplinarverfahren wurden nach der rot-grünen Wahlniederlage sofort
wieder gestoppt. Pätzold ist gegen den Einsatz von Stasi-Spitzeln als
V-Männer: "Der Verfassungsschutz ist kein Geheimdienst, sondern soll die
Politik beraten und die Bevölkerung aufklären."

Mißtrauensantrag bleibt
Grüne für V-Schutz ohne Stasi-Quellen

taz
16.9.1998

Die Fraktion der Grünen hat gestern beschlossen, an dem angekündigten
Mißtrauensantrag gegen Innensenator Jörg Schönbohm (CDU) festzuhalten.
Begründet wird der Antrag mit der fälschlichen Beschuldigung des
Polizeidirektors Otto D. als Scientologe durch den Verfassungsschutz und
der Beschäftigung von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern als V-Männer. Das
Abgeordentenhaus wird morgen über den Antrag debattieren und Samstag
oder Montag in einer Sondersitzung entscheiden. Mit einem weiteren
Antrag wollen die Grünen erreichen, daß keine ehemaligen
Stasi-Mitarbeiter mehr als Quellen des Verfassungsschutzes eingesetzt
werden.

Böse Geheimdienste
Der frühere SPD-Minister von Bülow wirft BND und CIA kriminelle
Machenschaft vor

taz
16.9.1998

Berlin (taz) - Der frühere Bundesminister Andreas von Bülow (SPD) hadert
heftig mit den Geheimdiensten. Sein Vorwurf: Die Nachrichtendienste
würden Drogenhandel, Terrorismus und organisierte Kriminalität ebenso
betreiben, wie sie sie eigentlich bekämpfen sollten. Bülow ist Autor des
gerade erschienenen Buches "Im Namen des Staates - CIA, BND und die
kriminellen Machenschaften der Geheimdienste".

Mit 624 Seiten hat der frühere Staatssekretär im
Verteidigungsministerium (1976 bis 1980) und Forschungsminister
(1980-1982) einen dicken Schinken verfaßt. Er geht vor allem auf die USA
ein, die eine "offizielle und eine verdeckte Außenpolitik" betreiben
würden. Die offizielle Seite sei von den Menschenrechten und der
Herrschaft des Rechts geprägt. Die verdeckte Außenpolitik werde dagegen
hauptsächlich durch die CIA gemacht, die "eigentlich vor nichts
zurückschreckt". Anlaß für das Buch war von Bülow zufolge der
KoKo-Ausschuß des Bundestages. Sollte dort die Rolle der westlichen
Dienste erörtet werden, "wurde gnadenlos abgeblockt".

Weiter berichtet von Bülow vom Führungsmitglied des kolumbianischen
Medellin-Kartells, Jorge Ochoa, der sich gerühmt habe, bei der Lieferung
von Kokain nach Florida mit der CIA zusammengearbeitet zu haben. Auch
spreche alles dafür, daß Geheimdienste der USA "das gesamte
terroristische europäische Umfeld beeinflußt, wenn nicht ganz oder
teilweise gesteuert haben". Die CIA könne nach Bedarf Regierungen
"etablieren oder stürzen".

Auch der Scientology-Gründer Ron Hubbard war danach Mitglied des
Marinegeheimdienstes der USA. Zwei seiner engsten Mitarbeiter hätten in
der Nachkriegszeit bei CIA- und FBI-Programmen über Einsatzmöglichkeiten
der Telepathie, der Gehirnwäsche und von Drogen für geheimdienstliche
Zwecke einschließlich der Methodik der psychologischen Kriegsführung
mitgewirkt.

(Das ist übrigens blödsinn. LRH war zwar tatsächlich im "Geheimdienst"
aber seine Arbeit war nur die Postkontrolle "mail censor". Das mit der
Telepathie & co stimmt nur teilweise, siehe dazu
www.snafu.de/~tilman/j/ciacos.html ; die Leute waren nicht Hubbard's
vertraute; im übrigen war das Programm ein riesenflop)

Bülow schreibt auch, daß die Dienste nur selten die Gründe für ihr
Handeln offenlegen: In der Kontrollkommission des Bundestages "haben
mehrfach altgediente und erfahrene Parlamentarier aus Protest ihr Amt
niedergelegt, weil sie die Informationen, die zur Beurteilung kritischer
Vorgänge erforderlich gewesen wären, nicht erhalten konnten". Das hätte
Andreas von Bülow zu seiner Amtszeit schon schreiben können.

Ice Linx

unread,
Sep 17, 1998, 3:00:00 AM9/17/98
to
Im Artikel <37023077....@news.snafu.de>, til...@berlin.snafu.de (Tilman
Hausherr) schreibt:

>"Je verzweifelter die Suche nach dem Glück ist, um so anfälliger sind
>wir für dubiose Heilsversprechen von Sekten, Psychogruppen und
>Esoterikkulten", sagt der Bischöfliche Sektenbeauftragte Pater Klaus
>Funke.

Die sind ja nur sauer, weil jedes Jahr zig-Tausende aus ihrem abgehalfterten
Laden austreten . . .

susu

unread,
Sep 17, 1998, 3:00:00 AM9/17/98
to
On Wed, 16 Sep 1998 22:06:38 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman Hausherr)
wrote:

>_
>
>Ausstellung: "Supermarkt des Seelenheils"
>
>DIE WELT
>15.9.1998
>
>Von SONJA BOERDNER

<snip>

> Meist sind sie verzweifelte
>Angehörige von psychisch labilen Menschen, die einer Gruppe zum Opfer
>gefallen sind.

<snap>

Auch so schürt man Vorurteile und läßt "gesunde" (?) Menschen glauben, sie wären
vor solchen Dingen gefeit.

viele Grüße

susu
Wissen nützt - aber man achte auf die Quellen :-))

Freimann d. K.

unread,
Sep 17, 1998, 3:00:00 AM9/17/98
to
In article <6trjkc$3af$3...@news02.btx.dtag.de>, "suse."@t-online.de (susu) wrote:

> Auch so schürt man Vorurteile und läßt "gesunde" (?) Menschen glauben,
sie wären
> vor solchen Dingen gefeit.

Psychoterisches Lumpenpack!



> viele Grüße
>
> susu
> Wissen nützt - aber man achte auf die Quellen :-))

F.

--
"Ich verachte bestimmte Charaktere, aber nicht den Fleischklumpen, in
dem der Charakter steckt." A. (Andreas Mueller), "Buddhist", in
d.s.w.b.

reply to
ban...@mail.hh.provi.de
go to
http://home.t-online.de/home/04146930138-0001/artpro.html

Tilman Hausherr

unread,
Sep 21, 1998, 3:00:00 AM9/21/98
to
Christliche Kirchen und die Sekten

Nassauische Neue Presse
17.9.1998

Bad Camberg/Selters. Um Sekten geht es beim ökumenischen Montagstreff am
21. September, 19.30 Uhr, im Hotel Haus Pohl in Bad Camberg, Parkstr. 9
(am Kleingolfplatz). Die "ökumenische Basisgruppe "action 365" lädt alle
Interessierten dazu ein. Der Eintritt ist frei.

Der Ökumene-Referent der deutschen Bischofskonferenz, Dr. Dr. habil.
Georg Schütz aus Aschaffenburg macht "Anmerkungen zu der Sekten-Studie
Enquête-Komission".

Dr. Schütz hat wesentlich an der Informationsschrift "Die christlichen
Kirchen und die Sekten" mitgearbeitet, die kürzlich von der ökumenischen
Zentrale der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen herausgegeben
wurde und die an diesem Abend kostenlos erhältlich ist.

Das Thema Sekten beschäftigt die Öffentlichkeit vor allem wegen der
Diskussion um die Scientology-Organisation und wegen der
Schreckensmeldungen über gewalttätige Auswüchse im Ausland. Auch
hierzulande gibt es eine unübersichtliche Vielfalt radikaler
weltanschaulicher und religiöser Gruppen mit unterschiedlichen Prägungen
und Färbungen. Manche treten mit rigorosen Ansprüchen auf, binden
Menschen an sich und führen sie zum Teil in eine radikale Gegnerschaft
zu den Kirchen und der Gesellschaft.

Dr. Schütz warnt aber auch davor, völlig verschiedene Gruppen in einen
Topf zu werfen. Von seiner ökumenischen Arbeit weiß er, daß die Frage,
ob eine bestimmt Gruppierung eine Sekte sei, oft auch christliche
Gemeinden und Gemeinschaften trifft, besonders wenn sie noch jung,
zahlenmäßig klein oder in der Öffentlichkeit unbekannt sind. Selbst die
großen Volkskirchen sind nach den Erfahrungen des Arbeitskreises
christlicher Kirchen betroffen, da die Angst vor Sekten gelegentlich zu
Mißtrauen gegenüber Religion überhaupt führt.

Wegen des Seminars zu Grundfragen des Glaubens, das am Donnerstag, 24.
September, beginnt, wird der für diesen Tag vorgesehene Team-Abend der
"action 365" um eine Woche auf den 1. Oktober verschoben. Bei diesem
Treffen um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Bad Camberg,
Eichbornstr. 13, feiern die ehrenamtlichen Mitarbeiter der ökumenischen
Basisgruppe mit Pfarrerin Ingrid Maxeiner Gottesdienst. Interessierte
Gäste aus nah und fern sind dazu willkommen.

Post aus Guatemala erreichte die "action 365" in diesen Tagen. "Bildung
ist das Tor zur Mitarbeit an den Schaltstellen unseres Landes. Dieses
Tor, das sich für die indianische Bevölkerung und die Armen meines Lande
in der letzen Zeit einen Spaltbreit geöffnet hat, muß offenbleiben, und
es wird offen bleiben, mit Ihrer Hilfe und Unterstützung." Dies schrieb
Angel L´opez Camposeco, der Geschäftsführer der von der "action 365"
unterstützten Kaffeebauern-Genossenschaften.

Seine Einschätzung wurde durch zwei weitere Briefe aus Guatemala
bestätigt. Juan Pop Colom berichtete von seinem Leben und seiner
Familie. Er besuchte die Grundschule in seinem Dorf Quixal. Diese
Ausbildung konnte seine Mutter ihm nur unter großen Schwierigkeiten
ermöglichen, denn sein Vater verstarb schon 1988, und er hat noch drei
Geschwister. Dank der Unterstützung durch die Genossenschaft "Comon
Celeba" und damit auch der "actin 365" kann er nun in San Pedro Carchá
eine kaufmännische Abendschule besuchen. Morgens arbeitet er in der
Landwirtschaft, nachmittags im Büro der Genossenschaft, und von 19 bis
22 Uhr studiert er.

Die Rolle der Frau in Guatemala schildert Candelaria Arcely Montejo
Diaz. Die meisten Frauen, so schreibt sie, seien Hausfrauen: "Sie
waschen, kochen, bügeln und sind daneben immer aufmerksam für ihren Mann
und ihre Kinder." In der Genossenschaft habe sie gelernt, wie wichtig es
sei, daß Frauen sich gegenseitig ermutigten, nicht immer und überall das
zu tun, was andere von ihnen wollten. (o)

SPD: Kein Vertrauensbeweis

taz
17.9.1998

Von Dorothee Winden

Parlament debattiert heute über Verfassungsschutzaffäre. SPD will
Mißtrauensantrag gegen Innensenator Schönbohm nicht zustimmen. PDS
beantragt Mißbilligung des Innensenators

Die Affäre um die Beschäftigung von ehemaligen Stasi-Spitzeln beim
Verfassungsschutz wird heute das Abgeordnetenhaus beschäftigten. Auf
Antrag von Grünen und PDS debattiert das Parlament in der Aktuellen
Stunde über die Versäumnisse von Innensenator Jörg Schönbohm (CDU). Die
Grünen haben einen Mißtrauensantrag gegen den Innensenator eingebracht.
Schönbohm habe im Fall des leitenden Polizeibeamten Otto D., der
aufgrund der Aussage eines V-Manns und früheren Stasi- Spitzels als
Scientology-Mitglied eingestuft worden war, seine Amtspflichten
schwerwiegend verletzt. Schönbohm habe "zu keinem Zeitpunkt dafür
gesorgt, daß mit der notwendigen Sorgfalt gearbeitet" werde. So habe er
die angeblichen Beweise, die zu der Beschuldigung des Polizeibeamten
führten, nicht selbst auf ihr Zustandekommen und ihre Tragfähigkeit hin
geprüft. Der Innensenator habe zum Zeitpunkt der Ermittlungen gewußt,
daß der V-Mann ein ehemaliger Stasi-Spitzel ist.

Über den Mißtrauensantrag der Grünen wird das Parlament bei einer
Sondersitzung des Parlaments am Samstag entscheiden. Ob über den
Mißbilligungsantrag der PDS schon heute abgestimmt wird, stand gestern
noch nicht fest. Während einzelne SPD-Abgeordnete einem
Mißbilligungsantrag möglicherweise zustimmen werden, findet der
Mißtrauensantrag in der SPD keine Unterstützung, da er einem
Abwahlantrag von Innensenator Jörg Schönbohm gleichkäme. Dies wäre das
Ende der Großen Koalition. SPD-Fraktionschef Klaus Böger stellte gestern
aber zugleich klar: "Die Ablehnung des Mißtrauensantrags bedeutet keinen
Vertrauensbeweis für Schönbohm."

Die SPD-Fraktion erwartet vom Innensenator eine zügige Reform des
Landesamtes für Verfassungsschutz und hat dazu ein Positionspapier
vorgelegt. Der innenpolitische Sprecher der SPD, Hans-Georg Lorenz,
fordert, daß eine Kommission unabhängiger Fachleute an der
Umstrukturierung des Verfassungsschutzes beteiligt wird. Die Erfahrung
der letzten drei Jahrzehnte zeige, daß das Landesamt zur Selbstreinigung
nicht in der Lage sei und jeder interne Reformversuch durch das
Landesamt selbst oder die Fachaufsicht scheitere.

Die SPD fordert auch die Einrichtung einer Kontrollinstanz, die die
Glaubwürdigkeit von V-Leuten und der durch sie gewonnenen Informationen
kritisch prüft. Außerdem soll für Mitarbeiter, die Nachrichten
beschaffen und bewerten, eine Rotation eingeführt werden. Dieser
Vorschlag war bereits im Boeden-Gutachten gemacht worden, das 1992 im
Verfassungsschutzausschuß beschlossen wurde. Die grüne Abgeordnete
Renate Künast warf der SPD vor, daß sie sich leider erst jetzt wieder an
all die alten Forderungen erinnere, die von CDU-Innensenatoren nicht
umgesetzt worden seien.


Grenzen für Anwerbung auf Allmend  

Basler Zeitung
17.9.1998

Mit grossem Mehr gegen vier Stimmen hat der Grosse Rat eine Bestimmung
ins Übertretungsstrafgesetz eingefügt, die das Anwerben auf Allmend mit
täuschenden oder unlauteren Methoden unter Strafe stellt.

Der Regierungsrat hat dem Grossen Rat eine Änderung des
Übertretungsstrafgesetzes zum Thema Anwerbung auf Allmend vorgelegt.
Dies entspricht einer am 12. Dezember 1996 vom Parlament mit 51 gegen 39
Stimmen überwiesenen Motion von Susanne Haller (SP) «betreffend
Scientology» mit der Forderung nach Massnahmen für einen hinreichenden
Konsumentenschutz (die Nein-Stimmen waren für die weniger verpflichtende
Form eines Anzugs).

Der Staat ist in Religionsfragen zu Neutralität verpflichtet, aber wenn
das Auftreten einer Gruppe die Grenze des Zumutbaren überschreite, sei
eine staatliche Intervention vorzusehen, erklärte Regierungsrat Hans
Martin Tschudi. «Meinungsvielfalt, tolerante Diskussionsatmosphäre,
Gelassenheit gegenüber Extrempositionen und grösstmögliche
Artikulationsforen für Minderheiten sind wichtige Kennzeichen einer
offenen Demokratie. Nur wenn Drittinteressen beeinträchtigt werden,
zieht der demokratische Rechtsstaat Grenzen im Sinn von Verbotsnormen.»
Mit der Gesetzesänderung sollen unzumutbare Formen der Anwerbung im
Bereich der Allmend unterbunden werden. Die neue Norm dürfe aber nicht
zu unerwünschten Nebenfolgen führen, müsse also Aufklärungskampagnen
zulassen. Es handle sich nicht um ein Einzelfallgesetz gegen eine
bestimmte Gruppierung. Die Meinungsfreiheit, die Glaubens- und
Gewissensfreiheit und die Gewerbefreiheit sind zu schützen. Der
Missbrauch eines Rechts verdiene jedoch keinen Schutz, und es könne dem
Staat nicht gleichgültig sein, was sich auf öffentlichem Grund abspielt.
Denn in verschiedenen Strassenzügen der Stadt habe das aufdringliche
Anwerbegebaren einzelner Gruppen ein Mass angenommen, das den Ruf nach
Reglementierung verständlich mache. Die neue Norm habe auch eine
präventive Aufgabe, sagte Tschudi.

Die Freiheitsrechte dürften nicht zurechtgebogen werden, findet Markus
Borner (SD/FP) als Einzelsprecher und beantragt Nichteintreten. Er sei
weder Mitglied noch Sympathisant einer angepeilten Organisation. Der
vorgeschlagene Paragraph stelle einen Akt der Hilflosigkeit dar.
Aufklärung sei in Schulen zu leisten, Anlaufstellen könnten in Not
geratenen Menschen helfen, zudem gebe es das Strafgesetz.

Im Auftrag aller Fraktionen befürwortete Bernhard Christ (LDP) die
Aufnahme einer entsprechenden Norm in das Übertretungstrafgesetz. In
einer interfraktionellen Gruppe wurde der von der Regierung
vorgeschlagene Text überarbeitet und ein neuer Wortlaut gefunden (vgl.
Kasten). Insbesondere wurde die Formulierung «in aufdringlicher Weise»
weggelassen, weil dies der subjektiven Wahrnehmung überlassen sei.
Unerheblich sei, ob es sich bei der werbenden Organisation um eine
Kirche, religiöse Gemeinschaft oder eine nach Gewinn strebende
Unternehmung handelt. Allen, die auf Allmend werben, sollen Grenzen
gesetzt werden. Regierungsrat Tschudi ist mit dem neuen Text
einverstanden.

Der Antrag auf Nichteintreten wird mit grossem Mehr gegen fünf Stimmen
abgelehnt. In der Schlussabstimmung wird die Gesetzesänderung mit
grossem Mehr gegen vier Stimmen gutgeheissen.


Kleine Hindernisse für Sektenanwerber in Basel

Basler Zeitung
17.9.1998

Entgegen ursprünglichen Erwartungen hielt sich der Grosse Rat gestern
nicht lange am Thema Sekten - im Klartext mit den Scientologen - auf.
Denn für einmal war man sich von links bis rechts in der Einschätzung
der Lage einig. Als erster Kanton in der Schweiz will jetzt Basel-Stadt
gegen das aggressive Anwerben durch Sekten auf Strassen vorgehen. Von
radikalen Massnahmen kann aber keinesfalls die Rede sein.

Basel. Wer heute morgen durch die Steinenvorstadt flaniere, werde
vermutlich in Ruhe gelassen, witzelte Radio Basilisk gestern morgen.
Denn die Scientologen-Anhänger würden wohl die Debatte im Basler Rathaus
verfolgen, wo eine Gesetzesanpassung über aggressives Anwerben durch
Sektenmitglieder auf öffentlichem Grund hitzige Diskussionen versprach.
Doch weit gefehlt: Von einem einzigen Anhänger abgesehen, welcher die
aufmarschierenden Grossratsmitglieder mit einem Flugblatt erwartete, war
weit und breit von Scientologen weder etwas zu sehen noch zu hören.

Und auch auf der Grossratstribune fiel nur eine Delegation aus dem
Basler Justizdepartement auf, die vermutlich überprüfen wollte, welches
Schicksal ihrem ausgearbeiteten Gesetzesentwurf blühte. Das magere
Interesse mag erstaunen, hatten doch die Scientologen-Anhänger die
Basler Bevölkerung vorgängig mit Tausenden von Flugblättern eingedeckt
und darauf hingewiesen, dass der Grosse Rat heute über ein weltweit
einmaliges Gesetz abstimme, «das die extremsten Anti-Sekten-Sektierer in
der Schweiz als Meilenstein auf dem Weg zur Ausgrenzung und Ächtung von
Minderheitsreligionen begrüssen».

Und auch wenn Zürich nicht unbedingt ein Vorbild für Basel sei: Letzte
Woche habe dasselbe Thema auch im Zürcher Gemeinderat zur Debatte
gestanden, sei aber mit Argumenten wie «dies stinkt nach Zensur» oder
«es widerspricht den Prinzipien des staatlichen Rechtsstaates» klar
abgelehnt worden. (Diese Beurteilung konnte zum Leidwesen der
Scientologen allerdings nur in der NZZ, nicht aber in der BaZ
nachgelesen werden).

Der nach Ansicht der Scientologen populistische Basler Leerlauf war dann
allerdings - zumindest was die zeitliche Beanspruchung der
Ratsmitglieder an der Sitzung anbetraf - von kurzer Dauer. Denn so
schnell ging ein Thema, das in der Öffentlichkeit permanent für
Schlagzeilen sorgt, wohl nur sehr selten über die Bühne. Nach knapp
einer halben Stunde war alles vorbei. Der Grund ist schnell erzählt: Im
politisch sonst so heterogenen Parlament konnte eine Lösung gefunden
werden, die auf keinen nennenswerten Widerstand stiess.

Justizminister Hans Martin Tschudi steckte einleitend den Rahmen ab.
Meinungsäusserungsfreiheit und Pluralismus stellten wichtige Eckpfeiler
einer Demokratie dar. Staatliche Interventionen drängten sich nur auf,
wenn Drittinteressen massgebend beeinträchtigt würden. Der Missbrauch
eines Rechts jedenfalls verdiene keinen Schutz. Juristisch nicht
zulässig sei hingegen ein «Einzelfallgesetz», das sich gegen eine
bestimmte Gruppierung - im konkreten Fall gegen die Scientologen -
richte.

Unlautere Sektenanwerbung auf öffentlichem Grund soll strafbar werden

16.9.1998

(sda/as)   Unlautere oder täuschende Anwerbemethoden von Sekten auf
öffentlichem Grund sollen in Basel-Stadt künftig bestraft werden können:
Das Basler Kantonsparlament hat mit grossem Mehr gegen vier Stimmen eine
entsprechende Übertretungsstrafnorm beschlossen. Das letzte Wort hat das
Volk.  

Nach der neuen Basler Strafnorm soll mit Busse oder im Wiederholungsfall
mit Haft bestraft werden können, wer "durch täuschende oder unlautere
Methoden Passantinnen und Passanten auf der Allmend anwirbt oder
anzuwerben versucht". Die Polizei erhält zudem ein Wegweisungsrecht,
wenn Anzeichen dafür bestehen, dass "widerrechtliche, insbesondere
täuschende oder sonst unlautere Methoden angewendet oder Passantinnen
und Passanten in unzumutbarer Weise belästigt werden".

Einigkeit im Rat

Die entsprechende Ergänzung des kantonalen Übertretungsstrafgesetzes
unterliegt dem Referendum. Sie wurde im Rat praktisch ohne Debatte und
nach dem Votum eines gemeinsamen Fraktionssprechers aller Fraktionen
beschlossen. Lediglich ein Sprecher aus der Fraktion der Schweizer
Demokraten hatte zuvor mit Hinweis auf die Gefahr zu weit gehender
Einschränkungen der Freiheitsrechte einen Nichteintretensantrag
gestellt. Dieser wurde indes mit grossem Mehr abgelehnt.

In der beschlossenen Form war die Strafnorm in einem gemeinsamen Antrag
aller Fraktionen vorgelegt worden. Dabei wurde der Entwurf der Regierung
präziser gefasst und auf das im Wettbewerbsgesetz des Bundes enthaltene
Verbot der Unlauterkeit abgestützt, das hier aber auch bei
nichtwirtschaftlichen Tätigkeiten gelten solle, wie der
Fraktionssprecher sagte. Die Regierung, die noch stärker auf das
Vorliegen einer "aufdringlichen Belästigung" für eine Strafbarkeit
abgestellt hatte, zog darauf ihren Entwurf zurück.

"Keine Lex Scientology"

Justizdirektor Hans Martin Tschudi hatte zuvor erklärt, dass etwa die
Meinungsäusserungsfreiheit oder auch Pluralismus wichtige Kennzeichen
der Demokratie seien. Die Innerstadt sei zudem ein entsprechendes Forum.
Wenn aber Drittinteressen beeinträchtigt würden, ziehe der demokratische
Staat Grenzen. Der Missbrauch eines Rechts verdiene keinen Schutz. Die
Basler Strafnorm verhindere zudem legitime Aktivitäten nicht und sei
verhältnismässig. Sie sei auch kein Einzelfallgesetz und "keine Lex
Scientology".

Die Strafnorm war ausgearbeitet worden, nachem der Basler Grosse Rat
1996 in einer an die Regierung überwiesenen Motion Massnahmen im
Zusammenhang mit den Anwerbeaktivitäten von Scientology gefordert hatte.
Dabei verlangte er ein Verbot "aggressiver" und "suggestiver" Anwerbung
neuer Anhänger durch sektiererische Gruppen auf öffentlichem Grund.
Ähnliche Bestrebungen sind auch in den Kantonen Genf und Waadt im Gange.


Scientology reagiert unwirsch

Die Scientology-Sekte reagierte am Abend in einem Communiqué unwirsch
auf die Strafnorm. Die neue Verordnung sei "ein populistischer Leerlauf,
da hier der Basler Grosse Rat versucht, das Rad neu zu erfinden". Das
Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb decke den Tatbestand bereits
ab. Die Sekte sehe sich durch die Verordnung nicht betroffen, da Basel
nicht die Meinungs- und Religionsfreiheit aufheben könne. Scientology
arbeite weder unlauter noch täuschend.

Als erste Schweizer Stadt geht Basel mit einem Gesetz gegen Scientology
vor
Handhabe gegen aufdringliche Werber

Badische Zeitung
18.9.1998

Von unserem Korrespondenten Hans-Walter Neunzig

BASEL. Die Strafgesetzergänzung, über die das Basler Parlament zu
befinden hatte, trug die Nummer 8838 und den schlichten Titel „Anwerbung
auf öffentlichen Straßen und Plätzen“. Dahinter verbirgt sich jedoch
eine Regelung mit einiger Brisanz: Als erste Stadt in der Schweiz geht
Basel gegen aggressive Werber der Scientology-Sekte vor. Auch wenn die
Sekte in dem neuen Paragraphen 23a mit keinem Wort genannt wird –
Zielrichtung der neuen Regelung ist ganz eindeutig, den Scientologen die
Rekrutierung von neuen Kunden zu erschweren.

Bereits seit längerer Zeit beschweren sich die Ladenbesitzer in der
stark frequentierten Einkaufsmeile Steinenvorstadt über aufdringliche
und hartnäckige Werber der Sekte, die versuchen, über einen kostenlosen
Persönlichkeitstest an neue Kunden für ihre Dianetik-Seminare zu kommen.
Die Basler Sozialdemokratin Susanne Haller, die im Frühjahr über die
Festnahme eines baden-württembergischen Staatsschutzmannes in Basel im
Zusammenhang mit Scientologie in Schlagzeilen geraten war, hat seit
Jahren für eine Regelung gekämpft, die diese Werbemethoden untersagt.

Nun schlug ihre große Stunde im Parlament: Alle Fraktionen des Großen
Rates, ausgenommen die rechtskonservativen Schweizer Demokraten stimmten
diskussionslos für die neue Regelung. Danach wird bestraft, „wer durch
täuschende oder unlautere Methoden Passanten auf der Allmend
(öffentliche Straßen und Plätze) anwirbt oder anzuwerben versucht“.
Gleichzeitig wird die Polizei ermächtigt, solche Werber von einzelnen
Orten oder generell wegzuweisen.

Das federführende Justizdepartement, so machte dessen Vorsteher
Hans-Martin Tschudi klar, hatte sich bei der Ausformulierung des
Gesetzestextes nicht gerade leicht getan. Schließlich tangiere eine
solche Regelung die verfassungsmäßigen Rechte auf Meinungs-, Religions-
und Gewerbefreiheit. Ein bereits entscheidungsreifer Entwurf mußte
umgeschrieben werden, weil in letzter Minute bemerkt worden war, daß die
neue Norm auch ganz harmlose Aktionen treffen könnte, wie beispielsweise
Unterschriftensammlungen zu politischen Initiativen. Herausgekommen ist
nun eine Regelung, die ein hohes Maß von Interpretationsfreiheit offen
läßt.

Der liberale Abgeordnete Bernhard Christ, der im Namen fast aller
Fraktionen sprach, bezeichnete die Scientology-Kirche als eine
„Verkaufsorganisation mit einem Charakterverbiegungs-Programm“, gegen
deren Methoden Handlungsbedarf bestanden habe.

Die Scientologie-Organisation in Basel sieht der neuen Regelung gelassen
entgegen. „Wir sind in dem Gesetz überhaupt nicht genannt, das betrifft
uns nicht“, sagt André Steffen, ein Sprecher der Basler Organisation. Er
bezeichnete das neue Gesetz als ein „populistisch aufgeblasenes Thema,
das auf Kosten der Religions- und Meinungsfreiheit geht“. Nach dem
Kanton Basel-Stadt haben auch Genf und die Waadt ähnliche Gesetze
angekündigt. In Zürich hingegen ist vor wenigen Tagen ein
gleichgelagerter parlamentarischer Vorstoß gescheitert.


Kommentar: Schlag gegen Scientology?
Wirkungslos

Mit einem Anwerbeverbot auf Straßen und Plätzen gegen Scientology
vorzugehen, gleicht irgendwie dem Versuch, eine Badewanne mit einem Sieb
auszuschöpfen. Ein Schlag gegen die Scientologen ist das neue Gesetz auf
keinen Fall. In dem ängstlichen Bemühen, jeden Anschein einer „Lex
Scientology“ zu vermeiden, mußte die neue Strafnorm so schwammig
ausfallen, daß sie letztlich von der Interpretationsgabe der Polizei
abhängt. Wer will schon objektiv feststellen, ab wann ein Werbeversuch
aufdringlich ist oder sich täuschender Methoden bedient?

Über die Scientology-Sekte ist soviel geschrieben und geredet worden,
daß inzwischen eigentlich auch der Letzte über die fragwürdigen Ziele
und Methoden der Organisation informiert sein müßte. Braucht es denn
dann noch ein Gesetz, um die letzten Naiven vor sich selbst zu bewahren?
Ein Gesetz, das kleinlich ausgelegt auch wohlmeinenden Organisationen
oder Initiativen das Recht auf Öffentlichkeitsarbeit untersagen könnte.

Mit gesetzlichen Regelungen ist den Scientologen wohl kaum beizukommen.
Wenn die Schweizer Staatsschutzkommission, wie kürzlich veröffentlicht,
tatsächlich der Meinung ist, daß die Scientologen „totalitäre Züge“
aufweisen, psychischen Druck auf ihre Mitglieder ausüben und sich „nicht
akzeptabler nachrichtendienstlicher Nachforschungen“ bedienen, muß sie
auch die Konsequenz ziehen. Dann muß die Organisation beobachtet und
über ihre Ziele und Methoden aufgeklärt werden. Sie ein bißchen bei
ihrer Werbung zu behindern, genügt dann nicht.


Scientologen dürfen nicht in die Polizeigewerkschaft

AP 17.9.1998

GdP will Polizeiwachen an der Grenze binational besetzen - Auch Opfer
soll Anwalt gestellt bekommen

Bremen (AP) Mitglieder der Scientology-Organisation werden aus der
Gewerkschaft der Polizei (GdP) ausgeschlossen. Als erste Gewerkschaft
faßte die GdP am Donnerstag auf ihrem Bundeskongreß in Bremen einen
Unvereinbarkeitsbeschluß. Außerdem setzte sich die Polizeigewerkschaft
für eine bessere Zusammenarbeit in Europa ein. Dazu sollen Polizeiwachen
an den Grenzen von Fahndern aus beiden Ländern besetzt werden.

Die rund 250 Delegierten sprachen sich einhellig dafür aus, die
Aufklärungsarbeit über Scientology zu verbessern und die Organisation
stärker zu überwachen. «Wir wollen erreichen, daß die Scientology-Sekte
als verfassungswidrig eingestuft wird», sagte der neue GdP-Vorsitzende
Norbert Spinrath.

Mit «binationalen Polizeidienststellen» soll nach den Vorstellungen der
GdP der Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität intensiviert
werden. Polizeiwachen, in denen Beamte von diesseits und jenseits einer
Grenze gemeinsam arbeiten, können nach Ansicht der GdP schneller und
unbürokratischer ermitteln. Spinrath sagte: «Für Gangster und Ganoven
ist das vereinte Europa schon Realität. Wir wollen mit den binationalen
Polizeidienststellen verhindern, daß die Verbrecher die bestehenden
Probleme bei der Zusammenarbeit weiter ausnutzen können.»

Kritik übten die Gewerkschaftsvertreter an der unzureichenden Betreuung
von Verbrechensopfern. Der Bundeskongreß sprach sich deshalb für eine
umfassende Reform des Opferschutzes aus. Dazu gehörten gezielte
psychologische Hilfen sowie Unterstützung bei Behördengängen und dem
Umgang mit Versicherungen. Außerdem müsse der Rechtsschutz für Opfer
erweitert werden. Spinrath erklärte: «Während dem Täter ein aus
Steuermitteln finanzierter Pflichtverteidiger zusteht, kann der Kläger
nicht auf diese Leistung der Allgemeinheit zurückgreifen. Was aber für
den Täter gilt, muß für sein Opfer schon lange gelten.»

Am letzten Tag ihres Kongresses sprachen sich die Delegierten, die knapp
200.000 Polizisten vertreten, außerdem deutlich gegen einen
Zusammenschluß mit anderen Gewerkschaften aus. In einer großen
Dienstleistungsgewerkschaft verliere die GdP an Einfluß. Gerade die
berufsspezifische Interessenvertretung der Polizisten in einer eigenen
Organisation mache den Erfolg der GdP aus.

Parlamentarier kritisieren Verfassungsschutz
Grüne wollen Schönbohm Vertrauen entziehen

Berliner Zeitung
18.9.1998

Von Christine Richter

Wegen der jüngsten Verfassungsschutz-Affäre soll Innensenator Jörg
Schönbohm (CDU) das Vertrauen entzogen werden. Die Bündnisgrünen
brachten am Donnerstag ins Abgeordnetenhaus einen Mißtrauensantrag ein,
über den die Parlamentarier am Sonnabend abstimmen werden. In der sehr
emotional geführten Debatte griff die Opposition den Innensenator scharf
an. Die PDS forderte die Mißbilligung von Schönbohm und die Entlassung
von Innen-Staatssekretär Kuno Böse (CDU). Diese beiden Anträge wurden
mit den Stimmen der Großen Koalition abgelehnt. Die
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast warf Schönbohm vor, im Fall
Dreksler vollkommen versagt zu haben. Die Amtsführung Schönbohms habe
einen "besonders widerlichen Charakter". Wie berichtet, war
Polizeidirektor Otto Dreksler von einem V-Mann fälschlicherweise als
Scientologe identifiziert worden und mußte später rehabilitiert werden.
Es stellte sich heraus, daß der V- Mann (Deckname "Junior") für die
Stasi gearbeitet hatte. Die Grünen und die PDS verurteilten den Einsatz
von Ex-Stasi-Leuten. "Der Zweck heiligt nicht alle Mittel", sagte Renate
Künast. PDS-Fraktionschef Harald Wolf sagte: "Geheimdienste, der Einsatz
nachrichtendienstlicher Mittel und demokratische Prinzipien stehen in
einem unversöhnlichen Gegensatz zueinander." Wie die Opposition übte
auch die SPD Kritik. Es sei nichts Neues, daß sich das Amt "dubiosester
Informanten" bediene und deren Erkenntnisse unkritisch verwende, sagte
Hans-Georg Lorenz. Kirsten Flesch forderte von Schönbohm, daß er den
Verfassungsschutz umstrukturiere. Die Vorfälle um Dreksler ermöglichten
es jetzt, "endlich einmal etwas demokratischen und rechtsstaatlichen
Geist in dieses Amt zu lassen", sagte sie.

Handwerkliche Fehler der Verfassungsschützer im Fall Dreksler bemängelte
auch die CDU, die Schönbohm aber gegen alle Angriffe verteidigte. Der
Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) setzte sich während der
Debatte demonstrativ neben Schönbohm. "Ich halte den Mißtrauensantrag
für völlig unbegründet", sagte Diepgen. Schönbohm kündigte nochmals
Konsequenzen an: "Wir müssen das Amt umstrukturieren." Wenn er Fehler
gemacht hätte, würde er dazu stehen und sein Amt zur Verfügung stellen,
so der Senator.


Schönbohms Blindflug

Tagesspiegel
18.9.1998

Derjenige Geheimdienst, der nicht doch noch irgendwo ein Geheimnis hat,
den gibt es nicht. Wenn es Schönbohm wirklich nicht wußte, dann weiß er
es jetzt.

VON LORENZ MAROLDT

Zwischen Paradoxie und Ironie liegt manchmal nur ein Wimpernschlag. Also
sagte der Dienstherr auf dem beschwerlichen Weg zum Ausschuß, er habe es
sich immer gewünscht, die Verantwortung für den Berliner
Verfassungsschutz zu tragen.

Der Dienstherr war Eberhard Diepgen, und er kann sich wahrlich glücklich
schätzen: Nach monatelangem Blindflug landete er 1996 wieder unbeschadet
im Roten Rathaus und drückte erleichtert den Steuerknüppel dem neuen
Innensenator Schönbohm in die Hand. Zum Ausflug in die trübe Welt der
Geheimdienste hatte den Regierenden 1994 die SPD gezwungen, nach einer
Spitzel-Affäre im Dunstkreis des damaligen Innensenators Heckelmann, den
der damalige SPD-Vormann Staffelt aus dem Amt kippen wollte. Doch
Staffelts politischer Arm war nicht stark genug, es reichte nur für eine
kleine Krise. Sie wurde auf Berliner Art gelöst - machtpolitisch
trickreich, sachpolitisch verheerend. Diepgen nahm dem Innensenator die
Verantwortung für den Verfassungsschutz ab und mußte sie selber
schultern. Staffelt aber stürzte.

Ein Skandal im Berliner Verfassungsschutz ist immer nur eine Frage der
Zeit. Der erschossene Student Schmücker, der bespitzelte frühere
SPD-Senator Pätzold, der Mord an Kurden im Restaurant Mykonos - so
vergingen die Jahre, und immer bezog der Verfassungsschutz seine
verdiente Tracht Prügel. So mögen die Sozialdemokraten damit gerechnet
haben, den Regierenden Bürgermeister dereinst selbst vor den Ausschuß
laden zu können, um mit dem Ausdruck von Abscheu und Empörung um den
Mund Aufklärung zu verlangen, womöglich gar rollende Köpfe, zumindest
aber eine umfassende Reform des Amtes, am besten seine Verglasung. Der
Zufall, eine Wahl und ein neuer Innensenator erlösten Diepgen. Denn der
Fall des braven Polizisten D., der von einem früheren Stasi-Spitzel als
Scientologe denunziert und deshalb beruflich kaltgestellt und privat
unmöglich gemacht wurde, wäre Diepgen schwer auf die Füße gefallen; auch
unter seiner Ägide wäre das Amt peinlich gescheitert, an den
Republikanern rechtsradikales zu finden. So aber schmerzt es nun
Schönbohm: Er muß sich eines Mißtrauensantrags erwehren, der auch
Diepgen hätte treffen können. Der aber ist nicht nur aus dem Feuer
gerückt, er flüchtet ja geradezu vor den warmen Stellen: Als am
Donnerstag das Parlament den Fall zu beraten hatte, war von ihm rein gar
nichts zu hören.

So kämpfte Schönbohm alleine und verstieg sich zu der Behauptung: Hätte
er seine Verantwortung nicht vollständig wahrgenommen, so würde es ihm
bewußt sein; andernfalls, so der Senator, wäre er ja zurückgetreten. Ist
das eine besondere Logik, die sich nur Senatoren erschließt? Oder ist
das vielleicht Ironie? Nein, das ist widersinnig, paradox: Die PDS mit
Geheimdienstmitteln beobachten wollen, aber Stasi-Spitzel dafür
bezahlen, einem verdienten Polizisten die Würde zu nehmen und von den
Republikanern nicht mehr zu haben als ein altes Parteiprogramm - was
kann für einen Politiker vollständig wahrgenommene Verantwortung
bedeuten, wenn er bei solchen Zuständen nicht den Büttel wirft? Der
Staatssekretär Böse jammert: Das Amt habe ihn selbst hinters Licht
geführt - und Schönbohm? Hat er es besser gewußt? Ganz offensichtlich
nicht. Derjenige Geheimdienst, der nicht doch noch irgendwo ein
Geheimnis hat, den gibt es nicht. Wenn es Schönbohm wirklich nicht
wußte, dann weiß er es jetzt.

Paradox wie das ganze Geheimdienstwesen ist schließlich auch dies: Ein
Stück aus dem Tollhaus sieht die SPD - am Spielplan aber will sie nichts
ändern. Sie schäumt - und schluckt. Sie fordert Reformen und bleibt auf
dem Weg des Widersinns: Wer hat je einen Geheimdienst gesehen, der mit
bekannten Informanten und offenen Karten spielt? Und kann noch jemand
zählen, wie oft davon die Rede war, jetzt werde im Amt alles besser?
Ebenso oft, wie es Skandale und Affären gab. Passiert ist - fast -
nichts. Böger, der heutige Vormann der Sozialdemokraten, müßte ganz
anders drängen. Aber die SPD steht immer noch unter Staffelt-Schock.
Schönbohm weiß das, und es hilft ihm dabei, neu zu bestimmen, was
Verantwortung ist. Früher galt mal, daß wer nichts sieht, nicht starten
darf, und wer nichts weiß, besser nichts sagt. Innensenator Schönbohm
aber fliegt geschwätzig weiter durch die schwarze Geheimdienstnacht.

Parlament votiert gegen Mißbilligung Schönbohms

Berliner Morgenpost
18.9.1998

BM/mei Berlin - Ein Mißbilligungsantrag der PDS-Fraktion gegen
Innensenator Jörg Schönbohm (CDU) ist gestern im Berliner
Abgeordnetenhaus gescheitert. In geheimer namentlicher Abstimmung
votierten 126 Parlamentarier mit Nein, 61 mit Ja. Es gab drei
Enthaltungen. Mit 125 Nein- gegen 60 Ja-Stimmen wurde auch ein
PDS-Antrag auf Amtsenthebung von Innen-Staatssekretär Kuno Böse (CDU)
abgelehnt. Fünf Abgeordneten enthielten sich.

Die Anträge standen im Zusammenhang mit den jüngsten Affären um den
Berliner Verfassungsschutz, die die Oppositionsfraktionen auch der
politischen Führung anlasten. Der Innensenator lehnte einen Rücktritt
ab. Über einen Mißtrauensantrag von Bündnis 90/Die Grünen gegen
Schönbohm wird erst am Sonnabend in einer Sondersitzung abgestimmt. Weil
die SPD-Fraktion in der gestrigen Debatte ankündigte, daß sie sich dem
Antrag nicht anschließen wird, ist auch er zum Scheitern verurteilt.


Stimmt CDU-Abgeordneter gegen Senator Schönbohm?

Aufregung im Koalitionslager: der CDU-Abgeordnete Harald Grieger hat vor
seiner Fraktion erklärt, er würde «am liebsten dem
Grünen-Mißtrauensantrag gegen Schönbohm zustimmen». Grieger wirft
Schönbohm vor, «leichtfertig» zugelassen zu haben, daß ein untadeliger
Polizeibeamter durch Aussagen eines obskuren Ex-Stasimannes in Verruf
kam. Ob Ex-Polizist Grieger, gut bekannt mit dem zu Unrecht als
Scientologen eingestuften Otto Dreksler, am Sonnabend tatsächlich gegen
Schönbohm stimmt, ist unklar. Gespräche mit Schönbohm und
CDU-Fraktionschef Landowsky sollten «Klärungen bringen», so Grieger. kru


«Kein Grund für Rücktritt»
Schönbohm zum Fall Dreksler

Von Jörg Meißner

Innensenator Jörg Schönbohm (CDU) hat seine Handlungsweise in der
Verfassungsschutz-Affäre um den fälschlicherweise zum
Scientology-Mitglied gestempelten Polizeidirektor Otto Dreksler
verteidigt und einen Rücktritt kategorisch abgelehnt. In einer hitzigen
Debatte im Abgeordnetenhaus sagte er am Donnerstag zu einem von den
Bündnisgrünen gegen ihn gestellten Mißtrauensantrag, er habe sich
fachlich und politisch nichts vorzuwerfen.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast begründete den Abwahlantrag und
warf dem Senator vor, «seine Amtspflichten schwerwiegend verletzt» zu
haben. Ferner sei ihm vorzuwerfen, daß er die Beschäftigung früherer
Stasi-Mitarbeiter als V-Leute des Verfassungsschutzes duldet und sogar
noch für politisch zulässig hält. Frau Künast zu Schönbohm: «Das Maß ist
voll. Sie sind eine Gefahr für die Staatssicherheit. Deshalb sprechen
wir Ihnen das Mißtrauen aus.»

Schönbohm betonte in seiner immer wieder von Zwischenrufen
unterbrochenen Gegenrede, wenn er bei den jüngsten Ereignissen seine
Verantwortung nicht vollständig wahrgenommen hätte, würde ihm dies
bewußt sein. «Ich würde dazu stehen und mein Amt zur Verfügung stellen.
Ich klebe nicht an meinem Amt.» Nach gründlicher Prüfung könne er aber
«mit gutem Gewissen ausschließen, daß es fachliche Gründe oder eine
politische Verantwortung für einen Rücktritt gibt». An die Abgeordneten
appellierte der Senator, die bereits erfolgreich begonnene
Neustrukturierung des Verfassungsschutzes gemeinsam fortzusetzen.

Unterstützung erhielt der Innensenator von der CDU-Fraktion. Der
Vorsitzende des Verfassungsschutz-Ausschusses, Andreas Gram, wies darauf
hin, daß niemand in einer vergleichbaren Situation anders hätte handeln
können als Schönbohm. Die Argumentation der Oppositionsfraktionen nannte
er «verwerflich, scheinheilig und heuchlerisch». Ihre wahre Zielrichtung
sei es, das Landesamt für Verfassungsschutz zu zerschlagen.

Die SPD-Verfassungsschutzexpertin Kirsten Flesch übte Kritik an der
Arbeit des Verfassungsschutzes, mußte aber gleichzeitig klarzumachen,
warum ihre Fraktion dem Senator das Vertrauen nicht entziehen wollte.
Ihrer Meinung nach würde die Abwahl eines Senators oder die Entlassung
eines Staatssekretärs nichts an der desolaten Situation im Landesamt
ändern, sagte sie. Die SPD-Fraktion gehe davon aus, daß Schönbohm es
ernst meine mit der Neuorganisation.

Für die PDS-Fraktion, die einen Mißbilligungsantrag gegen Schönbohm und
einen Antrag auf Entlassung von Innen-Staatssekretär Kuno Böse (CDU)
eingebracht hatte, warf Fraktionschef Harald Wolf den Sozialdemokraten
ein «Rumeiern» vor.

Die Debatte wurde von dem betroffenen Polizeidirektor Otto Dreksler
verfolgt, der allein auf der Besuchertribüne saß. Auf der anderen Seite,
weit entfernt, verfolgten Polizeipräsident Hagen Saberschinsky und sowie
Verfassungsschutz-Chef Eduard Vermander die Diskussion.

Kommentar:
SPD und Verfassungsschutz: Merkwürdige Rolle

Von Hans Krump

Eine Aktuelle Stunde im Abgeordnetenhaus zum Fehlverhalten von Berliner
Verfassungsschutz und CDU-Innensenator Schönbohm - gut eine Woche vor
der Bundestagswahl konnte eine solche Debatte auf Antrag der
Linksopposition nur weitgehend Polit-Theater ohne Hintergründiges sein.
Am interessantesten erscheint da vor der morgigen Abstimmung über den
Mißtrauensantrag der Grünen gegen den Innensenator das Lavieren der SPD.
Zwischen Koalitionspflichten und versteckter Opposition hin- und
hergerissen, spielt sie eine merkwürdige Rolle.

Gegen Schönbohm mit PDS und Grünen zu stimmen, wagen die
Sozialdemokraten nicht, weil es das Ende der Koalition wäre. Im
Hinterkopf steckt bei Berlins SPD das Trauma der sogenannten
Heckelmann-Affäre 1994, als der damalige Fraktionschef Staffelt lauthals
den Abtritt des CDU-Senators forderte, diesen nicht durchsetzen konnte
und dann selbst zurücktrat.

Gleichwohl sei die Ablehnung des Mißtrauensantrags «kein
Vertrauensbeweis für Schönbohm», verkündet diesmal SPD-Fraktionschef
Böger. Statt eines eigenen Antrags schickt die SPD ihren Innenexperten
Lorenz vor, der in einem Papier fordert, vom Landesamt für
Verfassungsschutz wichtige Kompetenzen wie Spionage oder
Ausländerextremismus ins Kölner Bundesamt zu verlagern. Dies wäre
bundesweit singulär und der Beginn einer Kastration des Landesamts, wie
von PDS und Grünen gerne gewollt. Was will die Berliner SPD eigentlich,
muß gefragt werden?

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Tilman Hausherr

unread,
Oct 3, 1998, 3:00:00 AM10/3/98
to
_

Schlapphüte gehen ins Internet
Rheinland-pfälzischer Verfassungsschutz informiert auf seiner Homepage

Trierscher Volksfreund
3.10.1998 

MAINZ. (onred) Der rheinland-pfälzische Verfassungsschutz ist seit heute
im Internet. Auf vorerst 55 Seiten informiert der Geheimdienst über
seine Arbeit. Die Adresse lautet: http://www.verfassungsschutz.rlp.de.

Das Angebot enthält unter anderem aktuelle Daten und Fakten zu den
Tätigkeitsbereichen Politischer Extremismus, Spionageabwehr und
Geheimschutz sowie Scientology-Organisation. Darüber hinaus informiert
es über die Arbeitsweise (Aufgaben, Befugnisse und Vorgehensweise) und
die gesetzlichen Grundlagen des Verfassungsschutzes. Zu dem Angebot
gehören auch ein Bestellservice für Informationsbroschüren sowie die
Möglichkeit, alle Publikationen als Textversion auf den eigenen Computer
herunterzuladen oder auszudrucken.

Bestellungen von Publikationen sowie andere Mitteilungen können über
E-Mail direkt an den Verfassungsschutz übermittelt werden.

Tilman Hausherr

unread,
Oct 6, 1998, 3:00:00 AM10/6/98
to
Ist Deutschlands Wirtschaft im Griff der Scientologen?

Frankfurter Neue Presse
6.10.1998

Von Barbara Vandamme

Gelnhausen. Wer sich Sicherheit verschaffen möchte, sollte genauer
nachfragen. Diesen Rat gibt Jeannette Schweitzer, ehemaliges Mitglied
der Scientology Church, all denen, die das Gefühl haben, ein Gesprächs-
oder Geschäftspartner habe Verbindungen zu der umstrittenen
Scientology-Kirche. "Der Scientologe darf sein Scientologen-Sein nicht
unterdrücken und wird es daher zugeben", erklärte die Expertin bei ihrem
Vortrag in der Gelnhausener Stadthalle. Gerade Unternehmens- und
Personalberater befänden sich häufig im Einflußbereich der Scientologen:
"Fragen Sie nach der wissenschaftlichen Grundlage, auf der diese Berater
arbeiten. Oder nach der Ausbildung, die ein Seminar-Leiter absolviert
hat."

Schweitzer, die von 1989 bis 1992 Mitglied der Scientology Church war
und heute mit ihrem "Verein für die Interessen terrorisierter
Mitmenschen" anderen "Aussteigern" helfen möchte, glaubt, daß die
Glaubensgemeinschaft der Scientologen immer stärker auch in Bereichen
der Wirtschaft Fuß zu fassen versucht. Im Vergleich zu anderen Ländern
sei ihr Einfluß in Deutschland zwar gering, aber dennoch nicht "zu
unterschätzen".

Sie selbst habe die Erfahrung gemacht, daß ganze Unternehmen von
Scientologen "unterwandert" würden. Sie nennt das Beispiel eines
baden-württembergischen Stahlunternehmens, in dem sie selbst eine
Zeitlang tätig war. "Ethik sollte beim Wiederaufbau dieser Firma
entscheidend sein", erinnert sich Schweitzer. Allerdings habe die
Scientology-Ethik ihren Ethik-Vorstellungen in keiner Weise entsprochen.
"Als 14 Millionen fehlten, sollte ich eine Bilanz fälschen." Sie habe
sich geweigert, sei von ihrem Job suspendiert worden und sollte zu
Erziehungsmaßnahmen in eine Art Straflager nach England transportiert
werden. Ein Nervenzusammenbruch auf dem Weg zum Flughafen habe sie
letztendlich vor diesem Schicksal bewahrt. Bis zur endgültigen Trennung
von Scientology sei es aber von da an noch ein weiter Weg gewesen.

Schweitzer warnt davor, nur dort Scientology zu vermuten, wo sich
offiziell dazu bekannt wird. "Da stecken noch andere Organisationen
drin, die auf den ersten Blick nicht als scientologisch zu erkennen
sind." Nach den Erfahrungen der Saarbrückerin lassen sich die
untergeordneten Scientology-Strukturen in zwei Bereiche einteilen:
"Able" und "Wise". In ersterer fänden Einrichtungen rund um das Thema
Bildung Einlaß, weiß Schweitzer. Als Beispiele nannte sie die Narconon,
die sich als eine Einrichtung zur Lösung von Drogen- und
Alkoholproblemen verstehe. Auch die Keppler-Institute zur
Heilpraktiker-Ausbildung gehören laut Schweitzer in diese Kategorie. Wer
im medizinischen Bereich auf die "Bioresonanz-Therapie" stößt, solle
ebenfalls auf der Hut sein. "Mit den Unternehmen "Lucky Toys" und
"Kumquats", die Handspielpuppen vertreiben, versuchen die Scientologen
über die Kinder an die Adressen der Eltern zu kommen", fügte sie weiter
hinzu. Auch verschiedene Verbände sieht Schweitzer in der Nähe der
Scientology Church angesiedelt.

Eine größere Gefahr für die Wirtschaft geht laut Schweitzer aber von dem
Profit-Bereich "Wise" aus: "Mit dem Begriff Ethik verschaffen sich die
Scientologen eine Eintrittskarte für die Wirtschaft." Einen Schwerpunkt
der scientologischen Aktivitäten sieht sie in den Bereichen Beratung,
Immobilien und Dedekteien. Scientologische Personalberater böten
beispielsweise Tests an ("erst testen, dann einstellen"), mit denen
Bewerber auf ihre Persönlichkeit hin abgeklopft werden.

In Deutschland, wo die Öffentlichkeit immer stärker sensibilisiert sei,
würde es immer schwerer, scientologisch unterwanderte Unternehmen
ausfindig zu machen. Obwohl die "Kirche" in Deutschland nach Aussagen
Schweitzers nie mehr als 4000 Mitglieder hatte, "steht sie weiter in den
Startlöcher". Ziel des "milliardenschweren Imperiums" sei es, die
Weltherrschaft zu erringen. Zu diesem Zweck "soll alles aus der Umwelt
entfernt werden, was nicht scientologisch ist."

Tilman Hausherr

unread,
Oct 9, 1998, 3:00:00 AM10/9/98
to
"Management" mit Scientology
Referat von Sektenbeauftragtem Hans Rückerl über weltweit operierende
Organisation

Der neue Tag / Amberger Zeitung (Oberpfalz)
7.10.1998

Weiden. (ay) "Glauben Sie, daß Sie alle ihre geistigen Fähigkeiten
nutzen?" Wer der Einladung zu einem kostenlosen Persönlichkeitstest
folge, sei auf dem besten Weg, sich an eine Organisation zu verkaufen,
die vor allem eins wolle: Geld und Macht. Scientology. Über die
Machenschaften der Sekte informierte Hans Rückerl, Beauftragter für
Sekten- und Weltanschauungsfragen, bei einer Veranstaltung der
Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und dem Katholischen
Bildungswerk.

Die Werbestrategie sei perfekt auf die Bedürfnisse der modernen
Leistungsgesellschaft abgestimmt, so der Referent. Der besagte Test
bescheinige dem Interessenten in jedem Fall gravierende Schwächen, die
sein berufliches Fortkommen und die Entfaltung seiner persönlichen
Fähigkeiten hemmten. Das sei alles kein Problem, schenkt man den
"Experten" Glauben. Ein einfacher Kommunikationskurs verspreche rasche
Abhilfe. Anbieter: Scientology.

Kurse sollen glücklich machen

Wer an einem solchen Kurs teilnehme, habe bereits verloren, betonte
Rückerl. Die Jagd nach Glück und Erfolg ende nicht selten im
finanziellen Ruin. Denn eine Glücksmaximierung sei nur durch die
Teilnahme an mehreren Kursen möglich - und die sind teuer. Die
Organisation, die nach eigener Aussage in Deutschland über 30 000
Mitglieder verfügt, trete als Weltanschauungsgemeinschaft auf. Die
Ideologie sei denkbar einfach: "Wir errichten eine neue Gesellschaft."

Wie der Sektenbeauftragte erläuterte, widme sich eine eigene Abteilung
der Verbreitung von Verwaltungstechniken in Wirtschaftsunternehmen und
veranstalte Management-Seminare für Führungskräfte, um auf diese Weise
möglichst einflußreiche Mitglieder zu gewinnen. Dem Neuling werde
nahegelegt, familiäre und soziale Kontakte abzubrechen, wenn die Gefahr
bestehe, daß er in seinen Überzeugungen schwanke.

Hauptbestandteil der scientologischen Erziehung sei, so Rückerl, das
"Auditing". Durch ständige Wiederholung des einer Gehirnwäsche ähnlichen
Verfahrens könne der Endzustand des "Clear" erreicht werden - Paradies
auf Erden für jeden "gläubigen" Scientologen. Grundlage der
wirtschaftlichen Interessengemeinschaf sei das 1950 veröffentlichte Buch
"Dianetics", des Sektengründers Ron L. Hubbard.

Familienmitglieder oder Freunde, die tatsächlich in die Fänge der
Scientologen gerieten, sollten aber nicht "verdammt" werden, forderte
Rückerl. Mit genügend Hilfe könne der Ausstieg gelingen.

Tilman Hausherr

unread,
Oct 12, 1998, 3:00:00 AM10/12/98
to
_

Perfektion des Fleisches
Hollywoodstar Nicole Kidman versetzt die britische Theaterkritik in
Ekstase

Berliner Zeitung
12.10.1998

Von Tom Levine

LONDON, im Oktober. Wahrscheinlich hat Nicole Kidman an einen solchen
Erfolg nicht einmal im Traume geglaubt. Kaum hat sie sich auf den Bühnen
des Londoner Westends ausprobiert, zeigt sich die ganze Szene
verwandelt. Oder genauer: die überwiegende Gesamtheit der Londoner
Theaterkritiker. Nicole Kidman hat sie offenbar in die Zeit
feuchtpubertärer Träumereien zurückversetzt. "Pures Bühnen-Viagra",
sabberte der Herr vom "Telegraph", "sexy, unglaublich", ein anderer. Ein
bekanntermaßen schwuler Kollege bekannte, Kidman sei "fast genug, um
einen zum Heterosexuellen zu machen". Doch auch die Damenwelt ist
hinlänglich beeindruckt. Eine weibliche Rezensentin berichtete, daß
Kidman "nicht den Hauch von Cellulitis" auf den Schenkeln vorzuweisen
hat.

Bis November ausverkauft

So ist das also. Ein "Alabasterkörper", eine "Perfektion" des Fleisches
bewegt sich über die Bühne des Londoner Donmar-Theaters und in Folge
auch die Phantasie der Beobachter. Kaum waren die ersten
Zeitungsberichte heraus – und damit das Versprechen, man könnte die Frau
des Scientology-Schönlings Tom Cruise im schwarzen Spitzenbody (reine
Seide) betrachten – waren schon die Theaterkassen blokkiert. Die Show
"The Blue Room" am Donmar-Theater ist ausverkauft, komplett bis zum
Programm-Ende im November.

Ach ja: Nicole Kidman, so heißt es (weiter hinten in den Kritiken), kann
auch schauspielern. Was man in ihren bisherigen Filmen eher erahnen denn
feststellen konnte, soll sich auf der Theaterbühne deutlicher zeigen. In
der vom englischen Star-Dramatiker David Hare erdachten Neo-Version von
Arthur Schnitzlers "Reigen" darf Kidman nacheinander als langbeiniges
Au-Pair-Mädchen, als erfahrene ältere Dame und als Koks schniefende
Schauspielerin ihren Mitspieler verführen, den vermutlich
überglücklichen Iain Glen. Die Kritiker bescheinigen Kidman etwas
verschmitzt großes Talent im Betören, denn das Stück bleibt –
uncharakteristisch für Hare – in seiner Anforderung an die Schauspieler
relativ oberflächlich.

Das freilich spielt in der Verwunderlichkeit des Spektakels kaum noch
eine Rolle. Es ist schließlich ohnehin überraschend, daß eine
weltbekannte Schauspielerin und Schauspielergattin (die für Filmrollen
schon zweistellige Millionenbeträge verlangt hat) sich für Monate auf
eine klitzekleine Londoner Bühne stellt, für 110 Mark pro Abend –
brutto, wohlgemerkt.

Jeden Abend etwas Neues

Dem niedlichen Trinkgeld steht ein hohes Image-Risiko gegenüber. Anderen
Hollywood-Größen, vor allem denen amerikanischer Herkunft, sind
entsprechende Ausflüge regelmäßig zu Peinlichkeiten geraten, weil ihnen
die technischen Anforderungen des Theaterspielens abgingen.

Kidman, die aus Australien stammt und als Achtjährige ihr Bühnendebüt
erlebte (als Schaf, in ein Autositz-Fell gewickelt), hat dieses Risiko
aber offenbar bewußt gewählt – angeblich um der Erfahrung willen. "Auf
der Bühne kann man jeden Abend etwas Neues machen", erklärte die
31jährige dem Magazin "Variety". Vielleicht wollte sie aber auch dem
Schatten ihres mächtigen Ehemanns entrinnen, mit dem sie derzeit in
London lebt, wo die beiden mit Stanley Kubrick einen Film gedreht haben.
Das jedenfalls hätte sie geschafft.

Tilman Hausherr

unread,
Oct 21, 1998, 3:00:00 AM10/21/98
to
BEVÖLKERUNG / Gefahr
Scientologen wieder unterwegs
Sektenillustrierte "Freiheit" gezielt an Haushalte in Europaallee
verteilt

Dolomiten Online
21.10.1998

Bozen (pla) - Seit der massiven Aufklärungskampagne gegen die
Psychosekte Scientology im Juni haben sich die Scientologen in Südtirol
relativ ruhig verhalten. Vergangene Woche jedoch tauchten sie wieder
auf: Bewohner der Europaallee fanden in ihren Briefkästen die
Sektenillustrierte "Freiheit". Erschreckend ist die Tatsache, daß die
Illustrierte ganz gezielt verteilt worden ist: Deutsche Ausgaben für
deutsche Familien, italienische für italienische Familien.

[Da ist nichts "Erschreckend". Dazu braucht man keine super-Kräfte,
nicht mal Dektektiv-Arbeit - ein Blick auf das Namens-Schild am
Briefkasten reicht wohl. Im übrigen gibt bestimmt auch Listen im
Adressen-Handel. DAS kann natürlich Angst machen :) ]

"Es macht schon stutzig, daß die Verteiler gewußt haben, welcher
Sprachgruppe die einzelnen Haushalte angehören", sagt Josef Stampfl,
Sektenbeauftragter der Kurie. Einige Betroffene hätten sich verängstigt
an ihn gewandt. "Man muß auch Angst haben vor diesem
Wirtschaftsunternehmen, das sich teilweise als Religion hinstellt." Daß
die Aktion so gezielt gestartet worden sei, lasse vermuten, daß hier
heimische Scientologen am Werk sind.

"Dabei ist es bei uns um die Sekte inzwischen so ruhig geworden", sagt
Stampfl. Wesentlich dazu beigetragen hätten die Vorträge des ehemaligen
deutschen Arbeits- und Sozialministers Norbert Blüm, der auf Einladung
von Europaparlamentarier Michl Ebner und der Jungen Generation im Juni
die Südtiroler über die Psychosekte und deren Umtriebe informierte.

Blüm erklärte dabei, daß Scientology sich unter dem Deckmantel der
Religion an orientierungssuchende Menschen heranmache und sie emotional
an sich binde. Ihr Ziel sei die Weltherrschaft, die sie sich mittels
Geld verschaffen will. Das Credo heißt "Geld machen, mehr Geld machen,
dafür sorgen, daß andere noch mehr Geld machen". Bespitzelung, Bedrohung
und Gehirnwäsche würden gegenüber den Nichtmitgliedern ausgeübt. An die
Menschen mache sich die Sekte vielfach über Managementschulungen heran;
die Opfer gäben dafür oft Unsummen an Geld aus. Nur mit Aufklärung könne
gegen diese Sekte angekämpft werden.

Vorerst kein neuer Sektenbeauftragter

Kieler Nachrichten
21.10.98

Kiel (US) Die Stelle des Sektenbeauftragten bei der
Landesregierung wird vorläufig nicht wieder besetzt. Das
zeichnete sich gestern aus Stellungnahmen der Fraktionen ab.
Der bisherige Sektenbeauftragte, Hans Peter Bartels,
wechselt als SPD-Abgeordneter in den Bundestag. Nach
Auffassung von SPD, Grünen soll die Tätigkeit des
Sektenbeauftragten aber mit dem vorhandenen Personal in der
Landesregierung vorerst weitergeführt werden. Der
SPD-Innenpolitiker Klaus-Peter Puls schlägt vor, diese
Arbeit künftig auf die drei Ministerien für Familien,
Bildungs und Soziales zu verteilen. Die Grünen-Abgeordneten
Matthias Böttcher und Monika Heinold gehen noch weiter und
meinen, die völlige Abschaffung der Aufgabe müsse überprüft
werden. Die Gefahr der Scientology-Organisation, der sich
die Sektenstelle vor allem gewidmet hat, habe sich nach
bisherigen Erkenntnissen nicht belegen lassen. Das sieht
Puls nicht so. Die Einstellung der Beobachtung gefährlicher
Sekten wäre fahrlässig. Die CDU-Abgeordnete Ursula Röper
wirft den Grünen gefährliche Naivität vor.
Schleswig-Holstein, das als einziges Bundesland die
Scientology-Organisation nicht vom Verfassungsschutz
beobachten lasse, dürfe sich nicht weiter isolieren.

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Peter Widmer

unread,
Oct 22, 1998, 3:00:00 AM10/22/98
to
On Thu, 22 Oct 1998 18:46:03 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman
Hausherr) wrote:


>(Also gibt scientology zu daß es «durch täuschende und unlautere
>Methoden» wirbt!!!!)

Richtig erfasst, aber in diesem Fall wohl kaum relevant. Schon die
Formulierung der 'staatsrechtlichen Beschwerde' lässt nur vermuten,
dass Scientology gar keinen für sie positiven Entscheid will, ja sogar
die Rückweisung provoziert. Sie wollen sich in die gleiche Situation
manövrieren in der sie in Deutschland stecken, und sie werden dann in
den US einen riesen Radau wegen erneuter Diskriminierung und
Verfolgung aus religiösen Gründen in einem europäischen Land
vollführen und von der US Regierung eine Intervention zu ihren Gunsten
erwarten (die entsprechende rechtliche Grundlage haben die ja aus
opportunistischen Gründen gegenüber der religiösen Rechten kürzlich
gutgeheissen). Und einigen Leuten in den US wird das recht sein, so
kann von den eigenen, viel dringender auf eine Lösung wartenden
Problemen im eigenen Land abgelenkt werden.

Vielleicht werden sie vorerst noch nach Strassburg gehen und auch die
OSZE erneut zu belästigen versuchen, vor die UNO bringen macht jedoch
wenig Sinn...

Peter

--
Peter Widmer <pwi...@access.ch>
Waldegg <http://www.access.ch/pwidmer>

Xapped

unread,
Oct 22, 1998, 3:00:00 AM10/22/98
to
On Thu, 22 Oct 1998, Peter Widmer wrote:

> On Thu, 22 Oct 1998 18:46:03 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman
> Hausherr) wrote:
>
> >(Also gibt scientology zu daß es «durch täuschende und unlautere
> >Methoden» wirbt!!!!)
>
> Richtig erfasst, aber in diesem Fall wohl kaum relevant. Schon die
> Formulierung der 'staatsrechtlichen Beschwerde' lässt nur vermuten,
> dass Scientology gar keinen für sie positiven Entscheid will, ja sogar
> die Rückweisung provoziert. Sie wollen sich in die gleiche Situation
> manövrieren in der sie in Deutschland stecken, und sie werden dann in
> den US einen riesen Radau wegen erneuter Diskriminierung und
> Verfolgung aus religiösen Gründen in einem europäischen Land
> vollführen und von der US Regierung eine Intervention zu ihren Gunsten
> erwarten (die entsprechende rechtliche Grundlage haben die ja aus
> opportunistischen Gründen gegenüber der religiösen Rechten kürzlich
> gutgeheissen).

Es gibt zwei verschiendene rechtliche Entwuerfe. Eins hat nichts mit
Scientology zu tun; es handelt sich nur um Mord und Tortur und solche
Greueltaten - es mag sein dass President Clinton dies unterschreiben wird,
aber unbedingt musst er nicht.

Und dann gibt es der "Scientology Entwurf", der ruft fuer Clinton
Deutschland, fuer dieselbe Stellungnahme die Amerika von 1967 bis 1993
gehalten hat, zu "verurteilen". Es ist ein Entwurf, sonst nichts.

Bevor der Entwurf vor Clinton kommt, muesste er kommt vor dem Senate, und
noch bevor das geschieht, muesste er zur Eroerterung im US "House of
Representatives" kommen. Entwuerfen sind kauft und verkauft.

> Und einigen Leuten in den US wird das recht sein, so kann von den
> eigenen, viel dringender auf eine Lösung wartenden Problemen im eigenen
> Land abgelenkt werden.

Ich hoffe, die groesste anti-religioese Hetzerei vorbei ist, auch wenn die
Reste noch schwelen.

Joe Xapped German Scientology News http://cisar.org
Tax cults. Cults are not "new religious movements." They are companies
which engage in the commerce of addictive psychological therapy and teach
that enslavement is necessary to one's own personal salvation.


Xapped

unread,
Oct 24, 1998, 3:00:00 AM10/24/98
to
On Thu, 22 Oct 1998, Xapped wrote:

>
> Und dann gibt es der "Scientology Entwurf", der ruft fuer Clinton
> Deutschland, fuer dieselbe Stellungnahme die Amerika von 1967 bis 1993
> gehalten hat, zu "verurteilen". Es ist ein Entwurf, sonst nichts.
>
> Bevor der Entwurf vor Clinton kommt, muesste er kommt vor dem Senate, und
> noch bevor das geschieht, muesste er zur Eroerterung im US "House of
> Representatives" kommen. Entwuerfen sind kauft und verkauft.

Fuer diesen hat Scientology bisher offentlich $750,000 bezahlt, obgleich
es wirklich viel mehr nicht offentlich Kosten geben.

(auf englisch, sorry)
http://www.sptimes.com/Worldandnation/32998/Scientology_s_influen.html

Peter Widmer

unread,
Oct 24, 1998, 3:00:00 AM10/24/98
to
On Sat, 24 Oct 1998 07:43:14 -0400, Xapped <ronsm...@hotmail.com>
wrote:


>Fuer diesen hat Scientology bisher offentlich $750,000 bezahlt, obgleich
>es wirklich viel mehr nicht offentlich Kosten geben.
>
>(auf englisch, sorry)
>http://www.sptimes.com/Worldandnation/32998/Scientology_s_influen.html

Und aus FACTNet (zur Orientierung und auf Deutsch):

Wird der US Kongress, über Salmon & Payne, einen gefährlichen Kult
unterstützen und einen Verbündeten der US ungerechtfertigt
kritisieren?

Der vorliegende Gesetzesentwurf macht geltend, dass Deutschland die
Religionsfreiheit seiner Bürger und von Amerikanern in Deutschland
nicht schützt und verlangt vom Kongress und vom Präsident, Deutschland
zum Schutz der Religionsfreiheit zu drängen. Eine entsprechende
Vorlage, welche eine nachdrückliche Forderung an Deutschland zur
Anerkennung von Scientology als Religion umfasste, wurde letztes Jahr
mit 101 gegen 318 Stimmen überwältigend abgelehnt.

Die Resolution erwähnt einige wenige andere Gruppen neben Scientology
-- Jehovas Zeugen, Mormonen, charismatische Christen und Muslime --
aber "Scientology" erscheint so oft wie die Namen aller anderen
Gruppen zusammen. Man muss vermuten, dass diese Resolutiom in Wahrheit
diese Organisation zum Ziele hat und unterstützt.

Scientology bemühte sich Mitglieder des US Kongresses zu beeinflussen,
von denen sie sich erhoffen, dass diese nun ihrerseits - über diese
Resolution - Deutschland beeinflussen und eine Botschaft an die Welt
senden, dass Scientology eine "bona fide", gesetzestreue,
ungefährliche religiöse Organisation ist. Dazu engagierte Scientology
das bedeutende Lobbying Unternehmens "Federal Legislative Associates".
Auch die Scientology Berühmtheit John Travolta versuchte bei
verschiedenen Gelegenheiten den Kongress zu beeinflussen. 1997
diskutierte er das Problem sogar an einem gross publizierten Treffen
mit Präsident Clinton, an dem der Präsident laut Travolta gesagt haben
soll, "er habe ihm wirklich gerne geholfen bei diesem Problem mit
Scientology drüben in Deutschland". Andere amerikanische Scientologen
demonstrieren in Europa zusammen mit dortigen Mitgliedern, um zu
beklagen, sie würden diskriminiert.

Die geheimen, unethischen und illegalen Aktivitäten von Scientology
umspannen heute die ganze Welt, aber teils bedingt durch die akute
Empfindlichkeit gegenüber extremistischen politischen Gruppierungen
nimmt die deutsche Regierung eine harte Haltung gegenüber den
Machenschaften von Scientology ein. Scientology bezeichnet den
deutschen Standpunkt fälschlicherweise als "religiöse Verfolgung" um
die Aufmerksamkeit von dem abzulenken, was er tatsächlich beinhaltet:
die Gründe, dass Deutschland nach umfassenden Nachforschungen nun
Scientology beobachtet und eher als ein kommerzielles Geschäft denn
als eine Religion betrachtet.
Warum also Scientology nicht als Religion anerkennen? Warum die
Gruppierung wegen antidemokratischen Umtrieben und Schädigung der
öffentlichen Gesundheit und Sicherheit beobachten?

Zum einen, Scientology war nie als Religion gedacht. Zum anderen, das
Ziel von Scientology ist es, die demokratischen
Regierungsinstitutionen zu übernehmen, mit anderen Worten, die Welt zu
beherrschen. Drittens verursacht Scientology mit ihren Praktiken
fortlaufend extreme Menschenrechtsverletzungen, eingeschlossen
Selbstmord, Todesfälle und Nervenzusammenbrüche bei denjenigen, die
diese Techniken anwenden.

Nur dem Namen nach eine Religion.

"Scientology behauptet, der 'Welt grösste Organisation für geistige
Gesundheit' zu sein. In Wirklichkeit ist sie jedoch der Welt grösste
Organisation aus unqualifizierten Leuten, die sich mit gefährlichen
Techniken beschäftigen, die als geistige Therapie ausgegeben werden.
Scientology ist schlecht; ihre Techniken sind übel; ihre Anwendung
eine ernsthafte Gefahr der Gesellschaft, medizinisch, moralisch und
sozial. Ihre Anhänger sind bedauernswerte Verführte und vielfach
geistig krank." [Parlamentsbericht des Staates Victoria, Australien].

Scientology war nie als eine Religion gedacht. Was ihr Gründer L. Ron
Hubbard ursprünglich entwarf war ein Programm für die geistige
Gesundheit, genannt Dianetik, heute noch Kernstück der Praktiken von
Scientology. Das festgelegte Ziel des Dianetik Programms ist, die
Leute von früheren negativen Eindrücken in ihrem Gedächtnis zu
"klären", welchen nachgesagt wird, dass sie der Grund für jedes
Unglück und Versagen sind, das ihnen in ihrem Leben zugestossen sein
mag. Dianetik machte unmögliche Versprechungen. So wurde vorgegeben,
dass Dianetik nicht nur die Intelligenz und das Aussehen der
Beteiligten verbessert, sondern auch Superkräfte verleiht und die
Fähigkeit hat alle körperlichen Gebrechen zu heilen, von Erkältungen
bis zu Krebs.

Schon kurz nachdem Hubbard diesen "Durchbruch" in der geistigen
Therapie einführte, begann die Verhaftung seiner Nachfolger wegen
Ausübung einer Heiltätigkeit ohne Bewilligung. Unzufriedene Kunden
reichten Klagen ein. Und 1963 klagte die "Food and Drug
Administration" Scientology an, medizinische Heiltätigkeit ohne Lizenz
zu betreiben und befahl, all diese illegalen Aktivitäten einzustellen.

Als Reaktion darauf gab Hubbard seinen Anhängern bekannt, dass
Scientology nicht länger eine "Psychotherapie" genannt werden soll;
von nun an soll sie als eine "Religion" bezeichnet werden. In einer
Erklärung von 1962 mit dem Titel "Religion" machte er klar, dass diese
Änderung eine rein finanzielle und rechtliche Angelegenheit war und
dass davon keine Aktivitäten von irgendeiner Org betroffen würde.

Dieser Wechsel in der Terminologie war ein genialer - oder
geisteskranker - Streich. Er erlaubte nun Scientology das Recht auf
Religionsfreiheit gemäss "First Amendment" zu gebrauchen um sich vor
weiteren Überprüfungen durch eine Behörde zu schützen und dadurch alle
Vorschriften durch die Regierung sowie künftige Anklagen wegen
medizinischen Praktiken ohne Bewilligung zu vermeiden. Als zusätzliche
Vorsichtsmassnahme erklärte Hubbard alles Material das seine
ungeheuerlichsten Heilungsversprechen und Gesundheitsbehauptungen
enthielt, als höchst geheim.

Darum verweigert Deutschland die Anerkennung von Scientology als eine
Religion. Und dieses Land ist nicht allein. Mexiko, Israel und
Dänemark hoben den religiösen Status von Scientology auf und letztes
Jahr schloss Griechenland die Vertretungen von Scientology und
verweigerte die Erlaubnis für eine weitere Tätigkeit. Im Juni setzte
die Schweiz Scientology unter landesweite Überwachung [ist nicht ganz
richtig: das Parlament diskutiert zurzeit Massnahmen gegen Sekten und
Kulte. PW]. Die U.S. selbst verweigerten Scientology standhaft und
wiederholt den Status einer Religion, bis 1987 ein sonderbares
geheimes Abkommen zwischen Scientology und der IRS abgeschlossen
wurde.

Ist es aufgrund dieser Fakten wirklich die Aufgabe des U.S. Kongresses
Deutschland religiöse Verfolgung anzulasten? Und was wenn, zusätzlich
zum fragwürdigen religiösen Status, Scientology auch gegen die
regierungsfeindliche Vorhaben hat? Gemäss der Frankfurter Rundschau
vom 13. Juli 1998 "Die deutschen Offiziellen beurteilen Scientology
nicht als ein religiöses Glaubenssystem, sondern als stark
profitorientiertes Geschäftsunternehmen...verdächtigt
verfassungsfeindliche Ziele zu verfolgen."

Die Welt beherrschen

"Nach meiner Meinung hat Scientology einen der wirksamsten
Geheimdienste in den U.S. der sogar mit dem des FBI konkurrieren
kann." [Ted Gunderson, ehem. Leiter der FBI Dienststelle Los Angeles,
zitiert im Time Magazine vom 6. Mai 1991]

Scientology ist eine Bedrohung für unsere demokratischen
Regierungsinstitutionen. Ihr Ziel ist wörtlich die Beherrschung der
Welt.

Das ist keine Verschwörungsheorie, sondern kann in den eigenen
Dokumenten von Scientology gefunden werden, geschrieben durch den
Gründer L. Ron Hubbard. Das Scientology Hauptquartier in Los Angeles
war das Objekt der grössten FBI Razzia in der Geschichte der U.S. mit
beinahe 150 Beteiligten. Bei dieser Razzia entdeckte das FBI viele
geheime durch den Gründer von Scientology verfasste
Grundsatzdokumente, die politischen Ziele von Scientology erläuternd:
"Die wesentlichen Ziele, in die wir den Grossteil unserer Zeit
investieren müssen, sind: Den Feind unbeliebt zu machen bis zum Punkt
der Vernichtung; die Kontrolle über oder die Abhängigkeit der
Verantwortlichen oder Inhaber aller neuen Medien zu gewinnen; die
Kontrolle über oder die Abhängigkeit von politischen Schlüsselfiguren
zu gewinnen; die Kontrolle über oder die Abhängigkeit derjenigen zu
gewinnen, die die internationalen Finanzen kontrollieren..."

Und Scientology versuchte seine umstürzlerischen Regierungspläne
umzusetzen, mit vernichtenden Konsequenzen. In den 80er Jahren
bekannten sich neun Spitzenleute von Scientology schuldig, Einbrüche,
Fälschungen, Unterwanderung, Behinderung der Justiz und weiter
Verbrechen gegen mehr als 100 US Bundesdienststellen eingeschlossen
das Justiz- und Verteidigungsdepartement begangen zu haben.

In einer Mitteilung an den Richter des Falles drängte ein US
Bundesstaatsanwalt auf hohe Gefängnisstrafen für die Angeklagten und
stellte fest: "Das durch diese Angeklagten begangene Verbrechen ist
von bisher unbekannter Breite und Umfang. Kein Gebäude, Büro,
Schreibtisch oder Aktenordner war vor ihrem Schnüffeln und ihrer
Neugierde sicher. Keine Einzelperson und keine Organisation blieb
unbetroffen von ihrer widerwärtigen verschwörerischen Absicht. Die
dazu benutzten Werkzeuge waren Miniatursender, Dietriche, Geheimkodes,
gefälschte Ausweispapiere und jedes weitere Gerät, dass sie zur
Durchführung ihres konspirativen Programms notwendig fanden." [U.S. v.
Heldt et al. 688 F.2d. 1238. (D.C. Cir 1980) Cert. Den. 456 U.S. 926
(1982)].

Eine Organisation mit dem Ziel der Weltbeherrschung und einer
Vergangenheit mit Infiltrationsversuchen der Regierung sollte bestimmt
sorgfältig Überwacht werden, wie Deutschland es macht. Wenn
Deutschland sich stark verpflichtet weiss, keine antidemokratische
Bewegungen an die Macht kommen zu lassen, dann sollten die US dafür
eher dankbar als kritisch eingestellt sein. Deutschland lernte von
Leiden vieler ausserordentlich sorgfältig darauf zu achten, wem das
Ausüben von Macht erlaubt wird. Deutschland ist sich über die
Geschichte und die Methoden von Scientology bewusst, viel mehr als wir
in den US.

Der Sponsor der gegenwärtigen Resolution im US Kongress, der
Abgeordnete Salmon, ist sich scheinbar nicht über die Ziele von
Scientology und die Geschichte der Unterwanderung der US Regierung
bewusst. Die für diesen Gesetzesentwurf verantwortliche Person in
seinem Büro hatte noch nie etwas über diese Scientology betreffenden
Fakten gehört, Fakten die für die Erwägung der vorgeschlagenen
Resolution von Bedeutung sind.

Der Resolution selbst zeigt einen Mangel an Nachforschung. Sie zitiert
einen UN Bericht, der festhält dass Deutschland "eine Strategie zur
Vermeidung von Intoleranz auf dem Gebiet der Religion und des Glaubens
verfolgen muss" als Beweis dafür, dass Deutschland religiöse
Diskriminierung betreibt. Derselbe UN Bericht bestätigt jedoch, dass
Deutschlands Massnahmen gegen Scientology "einzig dazu bestimmt sind,
die Bürger und die liberale demokratische Ordnung zu schützen" durch
die Vergewisserung, dass Scientology unter anderem keine "unmoralische
und illegale Techniken zur psychologischen Manipulation und
Unterdrückung" anwendet.

Gemäss der New York Times [2. April 1998], "Wies heute ein durch die
UN Menschenrechtskommission ernannter Spezialbeobachter die Vorwürfe
von Scientology zurück, dass sie durch die Deutsche Regierung schlecht
behandeln würde." Und in Beantwortung der primitiven Behauptungen von
Scientology, ihre Mitglieder würden von Deutschland verfolgt wie
Nazideutschland die Juden verfolgte, stellte der UN Beobachter fest:
"Dieser Vergleich zwischen dem modernen Deutschland und
Nazideutschland ist ebenso ekelerregend wie sinnlos und kindisch."

Der UN Bericht verhöhnte nicht nur die durch Scientology fabrizierte
Kritik, sondern widersprach auch Behauptungen, die das US
Aussenministerium in seinem Jahresbericht über die Menschenrechte
machte, Deutschlands Behandlung von Scientology kritisierend, Bericht
die auch von der Resolution des Kongresses zitiert werden in
Verteidigung von seiner Position.

Inzwischen ist Scientology wie bereits erwähnt in Griechenland
verboten, in Deutschland, Mexiko, Israel und Dänemark nicht als
Religion anerkannt und unter Beobachtunf in der Schweiz. Die Schweiz
"verdächtigt die Vereinigung, totalitäre und damit verfassungswidrige
Ziele zu verfolgen" [AFP, 16. Juli 1998].

Durch den "religiösen" Deckmantel ist Scientology in den US vor der
Überprüfung geschützt die sie hier eigentlich erfahren sollte. Wie
würde die US Regierung auf eine Gruppierung mit den Zielen und der
Vergangenheit von Scientology reagieren, falls diese nicht beansprucht
eine religiöse Gruppe zu sein?

Selbstmorde, Todesfälle und Nervenzusammenbrüche

"Wenn sie Leute tatsächlich versklaven wollen, dann erzählen sie
ihnen, dass sie ihnen zur vollkommene Freiheit verhelfen wollen." [L.
Ron Hubbard]

"Unter dem konfiszierten Material sind Berichte von hunderten von
Selbstmorden und Selbstmordversuchen von Kindern, die während geheimen
Einweihungen in den Kult, wie sie im Internet beschrieben wurden,
psychotisch wurden." --Denver Post vom 23. Aug. 1995

Wenn eine Organisation ein deutliches Risiko für die öffentliche
Gesundheit und Sicherheit darstellt, sollte dann die Regierung den
Aktivitäten dieser Organisation nicht auf die Finger schauen?

Deutschlands Vorsicht erweist sich als gerechtfertigt, Gruppierungen
die eine mögliche öffentliche Gefahr bedeuten nicht an die Macht
kommen zu lassen. Und Deutschland ist sich der Selbstmorde, Todesfälle
und Psychosen bewusst, die mit den Praktiken von Scientology verbunden
sind.

Europa reagiert überhaupt empfindlicher gegenüber dem Kultproblem. Die
UN Menschenrechtskommission kam im Januar in die Vereinigten Staaten
um die durch Kulte erwachsenden Gefahren zu diskutieren (und traf sich
neben vielen anderen auch mit Robert Minton). Im April stimmte das
Belgische Parlament der Gründung eines öffentlichen Informations- und
Beratungszentrum zu, dessen Aufgabe das Erforschen der Kulte, das
Verbreiten von Informationen und die Beratung der Öffentlichkeit ist.
Weiter soll ein der Bevölkerung zugängliches Forschungszentrum
eingerichtet werden. Und gerade letzte Woche forderte ein durch den
Ausschuss für Grundfreiheiten und innere Angelegenheiten des
Europäischen Parlament erstellter Bericht das Parlament auf, sich mit
den problematischen Aspekte von gefährlichen Kulten wie körperlicher
und geistiger Missbrauch und die Gefahren für die öffentliche
Sicherheit zu befassen. Mit diesem Bericht fordert das Europäische
Parlament die EU Staaten auf "strenger gegen religiöse Kulte
vorzugehen, welche junge und schutzlose Leute schädigen, und dass
darum Informationen über die Gefahren einer Kultmitgliedschaft
zugänglich gemacht werden müssen." [gemäss 'The Independent', London,
vom 11. Juli 1998]

Solche Initiativen sind äusserst notwendig, besonders da zu erwarten
ist, dass sich das Kultproblem durch das rasch nahende neue
Jahrtausend noch anwachsen wird. Gefährliche Kulte, insbesondere
Scientology, zeigen bedeutende Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit
und Sicherheit.

Die Technik von Scientology kann bizarr, intensiv, medizinisch
schädlich und so stressvoll sein dass Leute zu emotionalen
Zusammenbrüchen, psychotischen Erscheinungen und sogar zum Selbstmord
getrieben werden. Unter den vielen, die einen Selbstmord in Betracht
zogen, versuchten oder beübten sind die erste, zweite und dritte Frau
des Gründers von Scientology L. Ron Hubbard, sein Sohn Quentin, seine
Tochter Diana und sogar Hubbard selbst.

In den nachstehenden Geschichten werden einige wenige mit Scientology
in Verbindung stehende Todesfälle in diesem Jahrzehnt angeführt.

Noah Lottick wars 24 Jahre alt als er 1990 mit Scientology in Kontakt
kam. Innerhalb eines Jahres, nachdem ihn massgebenden Scientologen
davon überzeugen konnten, dass sein Vater darauf aus war ihn zu
zerstören, beging Noah Selbstmord indem er aus einem Hotelzimmer in
Manhatten sprang, in seinen Händen hielt er 171 Dollars, praktisch die
letzten paar Dollars die nicht Scientology gegeben hatte

Ende 1996 wurde der Leiter der Scientologyorganisation in Paris der
Anstiftung zum Mord schuldig gesprochen und zu einer Gefängnisstrafe
verurteilt nachdem der Richter feststellte, dass die nötigende Taktik
von Scientology eine massgebende Rolle beim tragischen Selbstmord
eines Franzosen spielte

Mitte Dezember 1995 starb eine 36jährige Frau namens Lisa McPherson
unter mysteriösen Umständen unter der Obhut von Scientology in
Clearwater, Florida. Sie war seit vielen Jahren Scientologin,
versuchte jedoch nachgewiesendermassen die Organisation zu verlassen.
Nach einem unbedeutenden Verkehrsunfall fand man sie nackt auf dem
Highway umherirren. Angaben von Sanitätern die erste Hilfe leisteten
wiesen darauf hin, dass sie jemand sucht um ihr zu helfen. Trotzdem
holten sie Vertreter von Scientology aus dem Spital und brachten sie
zurück zur Niederlassung von Scientology, wo sie keine richtige
medizinische und psychiatrische Behandlung bekommen konnte.
Tatsächlich verbieten die Scientology Richtlinien jede medizinische
Betreuung während einer psychotischen Phase. Stattdessen wird die
Person isoliert und bewacht während bizarre psychologische Verfahren
durch scientologische Praktiker appliziert werden, die keine
entsprechende Ausbildung für den Umgang mit schweren psychischen
Traumen haben. Im Fall Lisa McPherson dürften diese Verfahren
tatsächlich zum Tod geführt haben. Der Leichenschauer berichtete, dass
sie fünf Tage lang nichts zu drinken bekam und deshalb stark
dehydriert war, sie wies auch am ganzen Körper Insektenstiche auf,
möglicherweise von Schaben.

FACTNet sammelte hunderte von ähnlichen Berichten, die abscheuliche
Menschenrechtsverletzungen vorbringen, erzwungene Abtreibungen,
Missbrauch von Kindern, Gebrauch von Techniken zur
Bewusstseinskontrolle für Experimente mit Menschen, Todesfälle und
Selbstmorde als Resultat der Methoden von Scientology. Nicht selten
sind Berichte von Leuten, die gegen ihren Willen festgehalten und zum
Schlafen in engen Hütten oder Garagen gezwungen wurden, von Leute ohne
jede medizinische oder psychiatrische Ausbildung bewacht.

Verdient es eine Organisation nicht, die möglicherweise für die
Bedrohung der öffentlichen Gesundheit verantwortlich ist, überwacht zu
werden?

Schlussfolgerungen

FACTNet würde nie dulden die Grundfreiheiten einzuschränken, unser
Auftrag ist es, die Meinungsfreiheit zu schützen. Wir sind
zuversichtlich, dass Deutschland den Scientologen weiterhin jede durch
die Verfassung garantierte Freiheit gewähren wird zu glauben was sie
immer wollen. Es sind die Handlungsweisen der Scientologen die
Überwachung benötigen. Kurz, Deutschland hat allen Grund, Scientology
nicht als Religion anzuerkennen, und Grund genug um Scientology sehr
genau zu überwachen. Deutschland hat recht mit den Massnahmen die es
zum Schutz seiner Bürger vor den gefährlichen Praktiken von
Scientology zu schützen und die Möglichkeit einer Infiltration von
Regierungsstellen durch Scientology zu verhindern. Wenn auch die
Vereinigten Staaten mehr gegen die illegalen Handlungen von
Scientology unternähmen, würden in den US vielleicht weniger Leute
unter diesen leiden. Eine der meistgestellten Fragen an FACTNet ist
"Bei allem was über Scientology aufgedeckt wurde, warum wird dieser
Gruppe trotzdem erlaubt weiterzumachen?"

Falls andere Gruppierungen wie die Mormonen, Zeugen Jehovas oder
Muslims ernsthafte Klagen über religiöse Diskriminierung haben, dann
sollten sie diese Klagen unabhängig von Scientology vorbringen, mit
denen sie wenig gemeinsam haben. Der religiöse Status von Scientology
ist bestenfalls fragwürdig. Sie war in zahlreiche illegale Aktivitäten
gegen demokratische Institutionen unserer eigenen Nation verwickelt
und man muss annehmen, dass dem immer noch so ist. Und sie ist
ausserordentlich schädlich für diejenigen, die versuchen sie
anzuwenden, was viele Ex-Scientologen bestätigen werden.

Bitte lassen Sie sich nicht hereinlegen durch die Märchen von
Scientology über religiöse Diskriminierung. Bitte schenken Sie
Scientology keine Glaubwürdigkeit nur weil sie hochgelobte
Berühmtheiten vorzeigen. Und verabschieden Sie bitte diesen
Gesetzesentwurf nicht.

Lassen Sie ihre Kongressabgeordneten wissen, dass sie gegen diese
Resolution sind; drängen Sie diese, die Resolution nicht zu
unterstützen oder zu ihren Gunsten zu stimmen. Viele
Kongressabgeordnete haben ihre eigene Webseite, über diese können Sie
mit ihnen Kontakt aufnehmen. Die Links zu diesen Seiten finden sie
leicht über <www.house.gov/MemberWWW.html>. Die Seite vom Abgeordneten
Salmon, der diese Resolution unterstützt, ist unter
<www.house.gov/salmon/> erreichbar. Es wäre für den US Kongress ein
furchtbarer Fehler, eine verbündete Nation fälschlich zu beschuldigen,
ganz speziell auf Geheiss eines gefährlichen Kultes.

Tilman Hausherr

unread,
Oct 24, 1998, 3:00:00 AM10/24/98
to
_

Grüne wollen Sektenbeauftragten abschaffen
Kieler Informationsstelle soll nicht wiederbesetzt werden ­
SPD-Politiker Klaus-Peter Puls: Beobachtungen nicht einstellen

DIE WELT
24.10.1998

Von DIETHART GOOS

Kiel ­ Sie gilt in Fachkreisen als kompetente Einrichtung und hat sich
weit über die Landesgrenzen einen guten Ruf erworben. Doch den Grünen im
schleswig-holsteinischen Landtag gefällt offenbar die ganze Richtung
nicht. Sie würden die bei der Staatskanzlei angesiedelte Informations-
und Dokumentationsstelle „Sekten und sektenähnliche Vereinigungen" am
liebsten abschaffen.

Eben noch hatte die Landesregierung von Plänen berichtet, die
Beobachtung der Sekten und eine kompetente Beratung mit Hamburg enger
als bisher abzustimmen und künftig sogar die beiden bestehenden
Einrichtungen zusammenzuführen. Handlungsbadarf besteht, weil der Kieler
Sektenbeauftragte Hans-Peter Bartels am 27. September das Kieler
Direktmandat gewann und mit großer Mehrheit in den Bundestag gewählt
worden ist. Daher liegt für die Kieler Staatskanzlei eine Kooperation
mit der Arbeitsgruppe Scientology bei der Hamburger Innenbehörde unter
Leitung der international angesehenen Expertin Ursula Caberta y Diaz
nahe.

Da die Kieler Informations- und Dokumentationsstelle zur Zeit
„führungslos" ist, stellen die Grünen Landtagsabgeordneten Monika
Heinold und Matthias Böttcher die ganze Einrichtung zur Disposition.
Ihren spektakulären Vorstoß begründeten sie mit der Feststelung, die
Sektenthematik habe sich in den letzten Jahren zunehmend auf die
„Scientology Church" konzentriert. Die Grünen erinnerten daran, daß
diese Organisation in Schleswig-Holstein im Gegensatz zu Hamburg und
anderen Bundesländern nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Dabei
müsse es auch bleiben.

Ihren Vorstoß gegen die Berufung eines neuen schleswig-holsteinischen
Sektenbeauftragten und den Fortbestand der Informationsstelle begründen
die Grünen auch mit der Auffassung, die „vielbeschworenen Gefahren der
Sekte" (Scientology) hätten sich nicht belegen lassen und seien in der
öffentlichen Diskussion überbewertet worden. Unabhängig von Scientology
stelle sich aber die Frage, argumentierten Monika Heinold und Mattias
Böttcher, ob die Kieler Informations- und Dokumentationsstelle „wirklich
notwendig ist".

Aus Sicht der Grünen sollte daher geprüft werden, „ob von neuen
religiösen und weltanschaulichen Bewegungen überhaupt Gefahren ausgehen"
und ob eine neue schleswig-holsteinische Sektenbeauftragte oder ein
Sektenbeauftragter auch „tatsächlich vor diesen Gefahren schützen kann".

Die Arbeit der Kieler Informationsstelle soll trotz Vakanz der
Leitungsposition mit dem vorhandenen Personal vorerst weitergeführt
werden, verlautete aus der Staatskanzlei. Klaus-Peter Puls,
innenpolitischer Fachsprecher der SPD-Landtagsfraktion, widersprach dem
Grünen Koalitionspartner, wonach die Gefahren von Scientology oder
anderer Sekten nicht belegt seien. Die Beobachtung gefährlicher Sekten
einzustellen, wäre fahrlässig.


(Ich sage: Lasst uns auch das Umweltministerium schließen!!!)

Sprengen, brechen, umkrempeln

Selbsternannte Motivationstrainer arbeiten mit fragwürdigen Methoden /
Opfer geraten in Abhängigkeit

SZ
24.10.1998

Nachdem sie das Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft
abgeschlossen hatte, brachen harte Zeiten für Helene Roggendorf an. „Ich
wußte von Beginn des Studiums an, daß ich zum akademischen
Lumpenproletariat gehöre“, meint die 29jährige lakonisch. „Ich hätte
besser so etwas wie Informatik studiert.“

Sie macht sich wenig Hoffnung, in absehbarer Zukunft eine feste
Anstellung zu finden. Chronisch schwer Vermittelbare wie die
Literaturwissenschaftlerin irren ziellos auf dem Arbeitsmarkt umher.
Nicht viel besser geht es manchem BWLer, der angstvoll der Herz- und
Nierenprüfung im Assessment Center entgegensieht.

Nach unzähligen erfolglosen Bewerbungen stieß Helene Roggendorf
irgendwann auf ein Motivationsseminar: „Alles ist möglich“ und „Erfolg
ist ein Naturgesetz“ versprachen die Anbieter. „Lassen Sie sich
aufrütteln. Wir machen Sie fit und zeigen Ihnen neue Möglichkeiten.“ Das
ließ sich die Literaturwissenschaftlerin nicht zweimal sagen und meldete
sich an. Wie sie starten viele Berufseinsteiger den Versuch, die
geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch Eigenmotivation zu
verbessern. Powerseminare und Motivationstage schwappen wie eine Welle
über die Republik und werden zu immer gigantischeren
Massenveranstaltungen. So lautet die Einladung zum Motivationstag 1999
in Frankfurt: „Lassen Sie sich zusammen mit 10 000 Teilnehmern von
Jürgen Höller motivieren.“

Aufgeheizte Massen

Statt angenagelt am Rednerpult zu dozieren, springen die Motivatoren
über die Bühne, tanzen durch die Reihen und propagieren die Botschaft
des „Positiven Denkens“. Mit schier unerschöpflicher Energie und
schweißtreibendem Tempo jagen sie durch Marathonveranstaltungen.
Rockmusik und Lichtorgeln heizen ein. Die Teilnehmer dieser
Massen-Events kommen nicht mehr raus aus dem Staunen. Schnell weicht
ihre anfängliche Zurückhaltung der Begeisterung. Manager jeden Alters
joggen hemdsärmelig durch den Saal. Langzeitarbeitslose mobilisieren
längst vergessene Kräfte durch lautes „Tsjakkaa“-Schreien. Sekretärinnen
entwickeln gegenüber Riesenschlangen einen Mut, den sie beim Ablehnen
von Überstunden niemals aufbringen würden.

Das Motivationsseminar wird zum hautnahen Erlebnis: „Wenn ich nur will,
kann ich alles erreichen.“ Leider kann das Erlebnis nicht nur
enttäuschen, sondern sogar gefährlich werden. „Menschen fallen noch
tiefer in die Depression, wenn sie merken, daß die Euphorie aus dem
Seminar auf den individuellen Alltag wenig Wirkung hat“, sagt Hans A.
Hey, Präsident des Bundes Deutscher Verkaufsförderer und Trainer.

Von Powerspritzen und Motivationsduschen ist die Rede. Die Erfolgsgurus
und Meister der Motivation bezeichnen ihr Konzept als Schlüssel zum
Erfolg. Aber auf die Frage, was denn das positive Denken nützt, wenn man
zum Beispiel arbeitslos wird, kontert ein Motivationstrainer knapp: „Wer
wirklich positiv denkt, den trifft es gar nicht.“ Wer scheitert, hat
nicht positiv genug gedacht.

Der gelernte Speditionskaufmann Jürgen Höller aus Gochsheim stieg in die
Riege der erfolgreichsten Motivationstrainer Europas auf. Und der
Niederländer Emile Ratelband hält sich für den größten Kommunikator
Europas. Die Geschäftstüchtigkeit dieser Erfolgsgurus steht außer Frage.
Beunruhigend ist jedoch die Tatsache, daß die meisten Motivatoren
keinerlei psychologische Ausbildung haben. In Interviews geben sie sich
gerne harmlos. „Das sind nur Metaphern“, kommentierte Emile Ratelband
seine Teilnehmer-Mutproben mit Skorpionen und Vogelspinnen. Metaphern,
die ganz schön hinken. In der freien Wildbahn sind diese Tiere
lebensgefährlich. Die Angst zu überwinden, könnte ein tödlicher Fehler
sein.

„Das Denken wird überbewertet“, meint auch Günter Scheich,
Psychotherapeut und Autor des Buches Positives Denken macht krank: „Die
Menschen zweifeln an sich selbst: Warum klappt es bei mir nicht? Bin ich
nicht normal?“ Statt die gesamte Palette der Negativgefühle zu
verdrängen, rät Scheich zu akzeptieren, daß das Leben nicht ohne
Schattenseiten ist.

„Für mich ist es schlicht ein Verbrechen, wenn in solchen Seminaren
nicht sichergestellt ist, daß auftretende Probleme fachgerecht
aufgearbeitet werden“, warnt auch Hans A. Hey. „Training kann niemals
Therapie sein. Ich fordere alle Trainer auf, die Finger von
Trainingsansätzen zu lassen, die Menschen an ihre Grenzen oder über
diese hinaus führen wollen.“ Aber genau damit werben viele
Motivationsgurus. Sprengen, brechen, umkrempeln gehören zu ihrem
Standardvokabular.

„Was fehlt, ist ein solides Konzept zur Persönlichkeitsentwicklung“,
meint Hans A. Hey. „Ich glaube, daß Veränderungen als Prozeß ablaufen,
der von vielfältigen Wiederholungen und stetigen Übungen begleitet
wird.“ Seriöse Motivationstrainer und Coachs nehmen sich selbst zurück
und stellen den Teilnehmer in den Mittelpunkt. Sie stellen Fragen, geben
Feedback und sorgen vor allem für eine Nachbetreuung. Und die sollte man
von den Enter-Trainern – wie Ratelband sich bezeichnet – nicht erwarten.


Besondere Schutzbefohlene von Emile Ratelband sind die Arbeitslosen. Er
läßt sie kostenlos an seinen Großveranstaltungen teilnehmen, um sein
Image aufzuwerten. Er bringt ihnen die frohe Kunde, daß 80 Prozent der
Teilnehmer innerhalb von drei Monaten in Brot und Arbeit kommen, wenn
sie seine Lehre befolgen. „Das bringt keine Arbeitslosen in bezahlte
Arbeit“, widersprach der CDU-Sozialpolitiker Rainer Eppelmann, als er
dem niederländischen Erfolgsguru in einer Talkrunde von Sabine
Christiansen gegenüber saß. „Die Arbeitsstelle muß ja erst mal da sein,
und die entsteht nicht dadurch, daß einer ’Yäh‘ ruft oder über eine
kaputtgeschlagene Flasche läuft.“

Die Sektenbeauftragte der Hansestadt Hamburg, Ursula Caberta, weist auf
eine weitere Problematik der heilbringenden Happenings hin: „Wenn ich
ein Motivationsseminar gemacht habe und komme dann in Berührung mit
totalitären, wirklich extrem gefährlichen Gruppierungen wie Scientology
oder andern, kann das eine Einstiegsdroge sein. Ich will den Kick wieder
haben. Ich komme mit dem Leben nicht mehr zurecht. Weil ich diese
Erfahrung einmal gemacht habe, brauche ich immer wieder etwas Neues.“

Die alte Sehnsucht nach dem schnellen Glück blieb auch bei Helene
Roggendorf unerfüllt. Eine Persönlichkeit, die sich im Laufe von fast 30
Jahren entwickelt hat, läßt sich nicht in einem Power-Tag umkrempeln.
„Das war wie bei einer ‘10-Kilo-in-10-Tagen’-Diät, die ich mal gemacht
habe“, erinnert sich die Literaturwissenschaftlerin. „Es war ungemein
motivierend, die Pfunde purzeln zu sehen. Und absolut ernüchternd zu
beobachten, wie schnell der Speck wieder da war und die Waage am Ende
mehr zeigte als vor der Diät.“ BEATE BEERING

Information:

Günter Scheich: „Positives Denken macht krank“, Eichborn Verlag 1997

Bärbel Schwertfeger: „Der Griff nach Psyche“, Campus Verlag 1998


Tilman Hausherr

unread,
Oct 27, 1998, 3:00:00 AM10/27/98
to
http://www.main-echo.de/HTML/lok/loh/2710msp_dekan2.html

Freundlich sein und offensiv Stellung nehmen
Sektenbeauftragter Behnk: Schon rund 100 Prozesse

Main-Echo
27.10.1998

Lohr. Zum Synodenthema »Neben den Kirchen ­ Sekten und Sondergemeinschaften
...« hielt der Beauftragte für Sekten und Weltanschauungsfragen der
evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk aus
München, das Grundsatzreferat.

Zunächst befaßte er sich mit Scientology. Er wies auf das nach wie vor große
Unterwanderungspotential hin, auch wenn die Zahlen der Mitglieder in
Deutschland zurückgegangen seien. Starke Kommerzialisierung, totalitäre
antidemokratische Strukturen seien von einem Gericht bestätigt worden. Behnk
sieht die Grenzen der Liberalität da, wo ihr der Garaus gemacht werden soll.
Er forderte eine wehrhafte Demokratie.

Dann wandte er sich dem Universellen Leben von Gabriele Wittek zu. 1977 als
Heimholungswerk Jesu Christi gegründet, wurde es 1984 in Universelles Leben
umbenannt. Von Anfang an hätten dessen Anhänger in unglaublich aggressiver
Weise die evangelische und katholische Kirche angegriffen. Auch Kritiker
werden mit Prozessen überzogen. Behnk sagte, er habe schon rund 100 vom UL
angestrengte Prozesse durchstehen müssen.

Das Universelle Leben habe in seiner Lehre mit dem christlichen Glauben
nichts gemeinsam. Auf völliges Unverständnis stoße bei Kenntnis des im UL
zugrundegelegten Menschenbildes die staatliche Genehmigung der UL-Schule in
Esselbach. Auch in Diskussionsbeiträgen wurde deren Schließung gefordert. An
Ministerpräsident Stoiber wurde appelliert, seine im Blick auf das UL
gemachte Aussagen bei einer Wahlkampfveranstaltung in Lohr Taten folgen zu
lassen. Grundsätzlich ging Behnk auf das Verhalten gegenüber Sekten,
Psychokulten und Sondergemeinschaften ein. Systemkritik bedeute keine Kritik
an den Menschen. Respekt vor ihrer Würde sei nötig. Sie seien oft Opfer und
manchmal auch Täter. Breiten Raum nahmen Ausführungen über traditionelle
christliche Sekten ein.

Die Zeugen Jehovas seien eine klassische christliche Sekte. In der
Vergangenheit habe sie sich als Endzeitsekte erwiesen. Den zahllosen
Berechnungen von Terminen der Wiederkunft Christi, die sich immer als Flop
erwiesen haben, seien große Krisen in der Bewegung erfolgt. Nach der letzten
Fehlberechnung im Jahr 1975 hätten Hunderttausende die
Wachtturm-Bibelgesellschaft verlassen. Neuerdings würden keine
Endzeittermine mehr veröffentlich.

Aus seiner Beratungspraxis berichtete Behnk, daß aufgrund geänderter Lehren
eine große Verunsicherung unter Mitgliedern festzustellen sei. So würden
Zeugen Jehovas verstärkt Zivildienst leisten. Dies sei früher ein
Ausschlußgrund gewesen. Schülern werde mittlerweile die Teilnahme an
Klassensprecherwahlen erlaubt. Politische Wahlen würden weiterhin abgelehnt.
Aufgrund ihrer Einstellung zur Demokratie würde den Zeugen Jehovas die
angestrebte Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts versagt.
Die in Deutschland rigoros abgelehnte Bluttransfusion sei merkwürdigerweise
in Tschechien den Zeugen Jehovas erlaubt. Anhand von Schaubildern und
Originaldokumenten erläuterte der Referent das Lehrgebäude der Zeugen
Jehovas, das von starken Kontrollen gekennzeichnet sei. Eine rigorose
gesetzliche Praxis und grausame Zukunftsvorstellungen würden die in der
Christenheit gemeinsamen biblischen Grundlagen verlassen.

Anschließend erläuterte Behnk Wesen und Lehre der sogenannten
»neuapostolischen Kirche«. Sie zähle derzeit in Deutschland rund 445000
Mitglieder. Mit ihrer Lehre von den Aposteln und dem Stammapostel, der über
der Bibel steht, habe diese Sekte die ökumenischen Grundlagen verlassen.
Kurz ging der Referent noch auf die Christengemeinschaft und die Christliche
Wissenschaft ein. Eine rege Diskussion schloß sich an die Ausführungen an.
Festgestellt wurde eine oft sehr kirchenkritische Berichterstattung in
Zeitungen. Der Leserbriefflut von UL-Anhängern sollten Christen eigene
Reaktionen gegenüberstellen. Schweigen zu den Irrlehren sei nicht der
richtige Weg. Es gelte offensiv Stellung zu beziehen und das Evangelium zu
bezeugen. Dabei gelte es freundlich zu den Menschen zu sein, die in den
Fängen von Sekten und Sondergemeinschaften sind.

Tilman Hausherr

unread,
Nov 10, 1998, 3:00:00 AM11/10/98
to
http://www.berliner-morgenpost.de/bm/inhalt/heute/uni/story01.html

Sekten werben auf dem Campus

Berliner Morgenpost
10.11.1998

BM Berlin - Mit Handzetteln in der Uni-Mensa oder unscheinbaren
Aushängen an Schwarzen Brettern in den Seminargebäuden weisen
Psychogruppen und Sekten auf Meditationskurse oder Bibelstunden hin. Der
FU-Religionswissenschaftler Hartmut Zinser hat herausgefunden, daß viele
dieser Vereine verschleierte Lockangebote an der Freien Universität (FU)
unterbreiten. Für problematische Vereinigungen besteht an der FU ein
direktes Werbeverbot. Auf der Suche nach neuen Jüngern lassen sich diese
Gruppen nicht abschrecken und sprechen Studenten sogar in der
Warteschlange der Mensa an. An der FU können sich Angehörige von
Sektenopfern, aber auch Betroffene in einer Sprechstunde beraten lassen.
Experten empfehlen, das Werbeverbot an allen Universitäten anzuwenden.
Aushänge und Handzettel müßten mit eindeutigen Absenderadressen versehen
werden.


An den Unis suchen Sekten neue Jünger
Selbst Umweltthemen werden als Köder benutzt

Von Roman Leskovar

Verzweifelt wendet sich die Mutter an die Beratungsstelle der Freien
Universität (FU) Berlin. Wochenlang hat sich ihre Tochter, die Mitglied
einer Sekte ist, nicht gemeldet. Nachdem sich ihre Eltern nicht
missionieren ließen, brach sie den Kontakt ab. Jetzt hat die Studentin
sich nochmals telefonisch gemeldet und mitgeteilt, daß sie künftig mit
ihrem neuen Ehemann in einer größeren WG wohnen wird.

Meist sind es Angehörige, die bei Markus Wende Rat suchen, wenn er seine
wöchentliche Sprechstunde für Sektenopfer hält. Ausstiegswillige sind
eher eine Seltenheit. «Seit geraumer Zeit tummelt sich an den
Universitäten eine Vielzahl religiöser Vereinigungen», sagt Wende. Die
klassischen Gruppen wie die Anhänger von Bagwhan oder Hare Krishna seien
dagegen eher inaktiv, ebenso wie Scientologen: Letztere setzen eher auf
ausgebildete Akademiker.

Statt dessen haben Psychogruppen die Hochschulen entdeckt. Mit
Handzetteln in der Mensa oder unscheinbaren Aushängen an den Schwarzen
Brettern weisen sie auf Meditationskurse oder Bibelstunden hin. Selbst
so unverfänglich erscheinende Flugblätter wie «Solidaritätshilfe für
Afrika» oder «Lehrer werden in Dänemark» sind nach Worten von Wende
zuweilen auf Sekten zurückzuführen. Der FU-Religionswissenschaftler
Hartmut Zinser hat herausgefunden, daß viele Vereine auf diese Weise
verschleiert Lockangebote unterbreiten. «Seit mehreren Jahren gibt es
für problematische Organisationen ein direktes Werbeverbot an der FU»,
erklärt der Professor. «Seitdem hat sich die Arbeitsweise verschoben.
Wir haben im Rahmen einer Projektgruppe deshalb überprüft, wer hinter
den verschiedensten Aushängen steckt. Es waren schon einige Vereine
dabei, die man durchaus als Psychogruppen bezeichnen kann.»

Charakteristisch für solche Gruppen ist es, daß schrittweise eine
vollständige Bewußtseinskontrolle der Mitglieder erreicht werden soll.
«Viele Studienanfänger kommen frisch nach Berlin und fühlen sich deshalb
zu Beginn sehr einsam und orientierungslos. Das ist die optimale
Voraussetzung für die neuen religiösen Vereinigungen», sagt Markus
Wende. Auch Studenten höherer Semester böten sich bei Streß oder in
Sinnkrisen als Opfer an.

Erstsemestler würden häufig direkt in der Mensaschlange angesprochen,
wobei sich der Werber nach Freunden und Aufenthaltsdauer erkundigt. Wenn
ein Vertrauensverhältnis aufgebaut ist, intensivieren sich die
Verabredungen, und erste Treffen mit der Gruppe erfolgen. «Dann sieht
man sich immer häufiger, und schließlich versuchen die Psychogruppen,
alle übrigen Kontakte der Person auszuschalten. Zum Schluß werden sogar
Wochenendfahrten zu den Eltern verhindert.»

Wende schätzt, daß in Berlin mindestens 500 Studenten aktiv in Sekten
mitarbeiten. Das verdeckte Operieren sei mittlerweile kennzeichnend.
Viele Prozesse und das schlechte Ansehen haben dazu geführt, daß es kaum
noch direkte Anwerbeversuche gibt. Früher wären komplette
Studentenwohnheime mit Informationsbroschüren versorgt worden, die eine
oder andere Psychogruppe kandidierte sogar für das Studentenparlament.

An den anderen Berliner Universitäten tut man sich noch etwas schwer in
der Sektenwahrnehmung. Viele Gruppen wären laut Wende aufgrund der
Schwierigkeiten an der FU nun verstärkt an der Technischen und der
Humboldt-Universität tätig. Dennoch bestehe auch an der FU kein Grund
zur Entwarnung. Immer wieder würden sich neue Psychogruppen bilden oder
unter verschiedenen Namen auftreten.

Der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche, Thomas Grandow, hofft
dennoch, daß das Beispiel der FU Schule macht. «Auch die anderen
Hochschulen sollten ein grundsätzliches Werbeverbot erlassen. Zudem
müssen die Anbieter künftig gezwungen werden, ihre Aushänge mit Namen
und Adresse zu versehen. So erschwert man den Gruppen am besten die
Arbeit.»

Am Mittwoch, 11. November, beginnt an der FU eine Veranstaltungsreihe,
die sich mit Sekten und Psychogruppen auseinandersetzt. Den Auftakt
macht eine Podiumsdiskussion mit Mitgliedern der Enquete-Kommission, die
sich mit dem Thema beschäftigt hat (Institut für
Religionswissenschaften, Altensteinstraße 40, 18.30 Uhr).

http://www.fu-berlin.de/fun/3-4-97/c8.htm

Psychogruppen

Werbe- und Raumverbot für "Sekten"

Eine Reihe von "Sekten" und Psychogruppen darf nicht mehr in der FU für
sich werben und Räume anmieten. Das hat der Akademische Senat der FU am
22. Januar bei nur zwei Enthaltungen beschlossen. Betroffen sind davon
diejenigen Gruppieru ngen, die in der Bros chüre "lnformationen über
neue religiöse und weltanschauliche Bewegungen und sogenannte
Psychogruppen" des Senats für Jugend, Familie und Sport aufgeführt sind.
Die insgesamt erwähnten 25 Organisationen decken ein S pektrum von
Scientology über die Vereinig ungskirche bis hin zu christlichen
"Fundamentalisten" und Psychogruppen wie EST ab.

Mit diesem Beschluß hat die FU als erste deutsche Hochschule in dem
gegenwärtig emotional stark aufgeladenen gesellschaftlichen
Diskussionsprozeß um die Religionsfreiheit (Artikel 4 GG) klar Position
bezogen.

Studierende geraten zunehmend in den Bann totalitärer Gruppen. Besonders
in zwei Phasen des Studiums sind Studierende für destruktive Kulte eine
ideale Zielgruppe: beim Wechsel aus der Gemeinschaft der Schule und des
Elternhauses in die Anonymit ät einer Ma ssenuniversität und in der
Mitte des Studiums, wenn sie sich die Frage stellen, wie die beruflichen
Chancen nach dem Studium einzuschätzen sind. Eine Untersuchung des
Projekttutoriums "Sekten" im Jahre 1992 bestätigt zudem die The se eines
Zusammenhangs zwi schen der Größe einer Hochschule und den
Werbeaktivitäten destruktiver Kultgemeinschaften.

Die Szene dieser Gruppen hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.
Während noch vor 10 - 15 Jahren die Anhänger diverser Gurus bunt
gekleidet für ihren Führer warben, arbeiten moderne "Sekten" verdeckt
und werden wie in ternationale Konzerne geleitet: nicht nach den mehr
oder weniger göttlichen Inspirationen eines heiligen Meisters, sondern
von Managerteams, die mit hochqualifizierten Fachleuten besetzt sind.
Mit ausgefeilten Werbe- und Schulungskonzepten versuchen sie, Menschen
für ihre Zie le gefügig zu machen. Auch die ideologische Tendenz der
Lehren einiger Gruppierungen hat deutlich an Schärfe zugelegt: Es geht
nicht mehr um die "Rettung der Menschheit". Schlagworte sind heute:
"Unser Ziel ist die politische Macht auf der ganzen Welt", "Folge den Be
fehlen Deiner Führer, auch wenn Du erkennst, daß sie falsch sind" oder
"Du mußt jederzeit bereit sein, für Deinen Glauben zu sterben".

Wohin solche Losungen in Kombination mit Psychomanipulation die
Mitglieder führen können, belegen Beispiele wie Waco, die Sonnentempler
oder Aum in erschreckender Weise. Gerade im Bereich des christlichen
"Fundamentalismus" liegen hier die radi kalsten Tendenzen, und die als
"Gemeinde Jesu Christi Berlin e.V." auch an der FU sehr aktive "Boston
Church of Christ" hat sich mit ihren aggressiven Methoden Hausverbote an
zahlreichen nordamerikanischen Universitäten eingehand elt.

Mit dem AS-Beschluß hat die FU im Interesse der Studierenden einen
wichtigen Schritt unternommen. Dabei ist aber zu beachten, daß es sich
bei destruktiven Kulten, gegen die sich diese Maßnahme richtet, um eine
kleine Minderheit der allge mein unter dem Begr iff "Sekten"
zusammengefaßten Organisationen handelt und daß direkte Maßnahmen, die
auf einzelne Gruppen zurückzuführen sind, nicht als pauschales
Instrument gegen alle religiösen Sondergemeinschaften verwandt we rden
dürfen.

Markus Wende

Der Autor arbeitet in der Sekten-AG des AStA mit.


susu

unread,
Nov 10, 1998, 3:00:00 AM11/10/98
to
On Tue, 10 Nov 1998 20:32:26 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman Hausherr)
wrote:

>Sekten werben auf dem Campus

jajaaa, selbst unsere Heimatzeitung warb, wahrscheinlich aus Uninformiertheit
(freundlich ausgedrückt), am letzten Samstag auf der Computer- und Online-Seite
für Osho:

"Je mehr Zeit ein Internet-Nutzer im weltweiten Datennetz verbringt, umso
depressiver wird er. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue psychologische Studie
amerikanischer Wissenschaftler, berichtet der wissenschaftlich orientierte
Newsletter ,,Morgenwelt" (http://www.morgenwelt.de). Demnach kann stundenlanges
Surfen am heimischen Rechner bestehenden Streß und Gefühle der Einsamkeit
verstärken. Soziale Kontakte ließen sich über das Netz nur selten aufbauen.
Durch das Internet-Surfen gehe sogar Zeit verloren, Freunde zu besuchen und
soziale Kontakte auszubauen. In den untersuchten Familien sei das Interesse an
der virtuellen Welt deshalb auch über den Zwei-Jahres-Zeitraum gesunken.
Depressionen müssen nicht sein, sagt dazu die Meditationsgruppe Osho Kundalini
und bietet im Internet nun auf ihrer Homepage
(http://www.osho.org/meditate/applets/kundalin.htm) depressiven und einsamen
Internet-Surfern eine Online-Meditationssitzung an Die Meditation dauert eine
Stunde, unterteilt in vier viertelstündige Abschnitte. Um der Schwermut
vorzubeugen gilt es, sich durch spezielle Körperbewegungen und Tanzen zu
entspannen. Dazu berieselt bei drei Sitzungen ein spezieller 1 Real-Life-Sound
das Gehör.
Jens Wiemken"


Wer noch nichts von Kundalini gehört hat, hier ein Zitat von TG, das ich im Net
gefunden habe:
"Der Kundalini-Yoga will, kurz gesagt, durch Überschreiten von Grenzen, z.B.
körperlichen oder, in anderen Richtungen auch: moralischen oder religiösen
Grenzen, durch 'Transzendieren' die sexuelle Energie, die 'Lebenskraft', in
'geistige Energie' überführen."

Viele Grüße

Tilman Hausherr

unread,
Nov 11, 1998, 3:00:00 AM11/11/98
to
Scientology klagt gegen die Stadt
Forderung: Recht auf Reklame

Stuttgarter Nachrichten
11.11.1998

Weil die Stadtverwaltung der Scientology-Sekte die Straßenwerbung unter
Androhung eines Zwangsgeldes verboten hat, zog die Sekte vor den Kadi.
Am Dienstag verhandelte das Verwaltungsgericht in dem Streitfall
Dianetik gegen Stuttgart.

Scientology versucht vor Gericht eines zu erreichen: daß die Verwaltung
eine Verfügung rückgängig machen muß, mit der sie den Sektenmissionaren
verboten hatte, auf offener Straße Bücher zu verkaufen, Handzettel zu
verteilen und zu Persönlichkeitstests in ihr Domizil einzuladen. Sollte
Scientology sich über das Verbot hinwegsetzen, drohte ein Zwangsgeld in
Höhe von 3000 Mark. Begründet hatte das Amt für öffentliche Ordnung das
Verbot damit, daß es sich bei den Straßenaktionen um gewerbliche
Tätigkeiten handelt, die darüber hinaus eine unerlaubte Sondernutzung
des Straßenraums darstellen.

Das Urteil der 13. Kammer des Verwaltungsgerichtes Stuttgarts ist erst
in einigen Wochen zu erwarten, in der Verhandlung am Dienstag lehnte sie
jedoch insgesamt 23 Beweisanträge der Scientologen mit der Begründung
ab, daß sie für eine Entscheidung unerheblich seien.

Der Streit um Werbeaktionen auf offener Straße hat eine jahrelange
Vorgeschichte. Mehrfach legte die Sekte erfolglos Widerspruch gegen die
Verfügung ein. Das Gericht hat nun zu prüfen, ob die Verwaltung
angemessen reagiert hat.czi

http://www.stuttgarter-zeitung.de/dc1/html/news-stz/19981111loka0021.htm

Scientologen klagen gegen Auftrittsverbot

Stuttgarter Zeitung
11.11.1998

Die Scientologen klagen vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht gegen ein
Auftrittsverbot in der Fußgängerzone: Die Stadt hatte ihnen 1995 durch
insgesamt drei Verfügungen untersagt, in der Königstraße Passanten
anzusprechen, diese zu Persönlichkeitstest zu bitten und ihnen den Kauf
von Scientology-Büchern nahezulegen. Die Stadt, deren Rechtsauffassung
zwischenzeitlich auch in einem Eilverfahren vom Verwaltungsgerichtshof
in Mannheim gestützt wurde, sieht darin eine gewerbliche Tätigkeit, für
die eine Sondernutzungserlaubnis erforderlich sei.

Die Klägerin hingegen versteht sich als Religionsgemeinschaft, deren
missionarische Tätigkeit in einer Fußgängerzone durch das des
Grundgesetz geschützt sei. Die Werber hätten keine gewerblichen Motive
gehabt.

Das Gericht lehnte gestern in der fast zweistündigen Verhandlung 23
Beweisanträge der Scientologen ab. Das schriftliche Urteil wird erst
Mitte Dezember vorliegen. wos

Tilman Hausherr

unread,
Nov 12, 1998, 3:00:00 AM11/12/98
to
Scientology-Klage abgewiesen

Stuttgarter Nachrichten
12.11.1998

Die Klage der Scientologen gegen die Stadt Stuttgart ist abgewiesen.
Dies teilte am Dienstag das Stuttgarter Verwaltungsgericht mit. Die
Urteilsbegründung wird erst in einigen Monaten erwartet. Damit
bestätigte die Vorsitzende Richterin der 13. Kammer, daß die Verwaltung
Aktionen der Sekte auf öffentlichen Straßen und Plätzen untersagen darf.
Nach Ansicht des Gerichtes handelt es sich um eine Sondernutzung des
Straßenraums, wenn Mitglieder der Scientology-Sekte dort an Passanten
Flugblätter verteilen, Bücher verkaufen oder zu Persönlichkeitstests in
ihre Räumlichkeiten einladen. Eine solche Sondernutzung ist
genehmigungspflichtig. Die Stadt hatte Scientology insgesamt drei
Unterlassungsverfügungen zugestellt, gegen die erfolglos Widerspruch
eingelegt wurde. Daraufhin hatte Scientology Klage eingereicht. czi


Grüne: Scientology nicht überwachen

Stuttgarter Zeitung
12.11.1998

BONN (epd). Die Grünen haben an die Innenminister von Bund und Ländern
appelliert, die Überwachung der umstrittenen Scientology-Organisation
nicht wie beabsichtigt unbefristet fortzusetzen. Im vergangenen Jahr
hatten die Minister beschlossen, Scientology für die Dauer eines Jahres
nachrichtendienstlich zu überwachen. Über eine Verlängerung will die
Konferenz der Innenminister in der kommenden Woche entscheiden. Eine
weitere Überwachung sei ¸¸überflüssig, teuer und skandalträchtig'',
begründeten die Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele und Angelika
Köster-Loßack gestern ihre Ablehnung einer weiteren Überwachung. Die
bisherige Bilanz der Scientology-Beobachtung durch die
Verfassungsschutzämter sei niederschmetternd, argumentieren sie. Die
Annahme, Scientology gefährde die staatliche Ordnung, habe sich nicht
bestätigt, so die Grünen. Die Mitgliederzahl sei deutlich überschätzt
worden. Die Konsequenz sollte sein, Steuergelder zu sparen und
zusätzliche Peinlichkeiten zu vermeiden.

Scientology hat Macht
Prokop: Aufklären ist wichtiges Anliegen

OTS 11.11.1998

   St.Pölten (NLK) - "Die Aufklärung über Scientology muß uns ein
Hauptanliegen sein", betonte heute Landeshauptmannstellvertreterin Liese
Prokop. Niederösterreich habe als erstes Bundesland eine
Sekten-Landesstelle eingerichtet, da jeder gefährdet sei, in die
unübersichtlichen Fänge dieser Gruppierung zu geraten. "Österreich und
Niederösterreich dürfen kein Nährboden für Scientology sein", erklärte
Prokop anläßlich der Arbeitstagung der NÖ Landesstelle für Sektenfragen
in Baden zum Thema Scientology.

   Scientology gründet sich auf die Lehren von L. Ron. Hubbard und wurde
in den Fünfziger Jahren gegründet. Ziel ist die "Klärung" des Planeten
und der Menschen. Scientology will mit einer speziellen Technologie eine
neue Welt schaffen, in der sich magische und okkulte Vorstellungen
mischen. Scientology preist seine Praktiken als einzigen Weg an, auf dem
der Mensch seine Probleme auf Dauer lösen kann.

   "Die Organisation arbeitet äußerst subtil und betreibt mit
,Gehirnwäschen‘ einen sogenannten ,Sozialterrorismus‘", erläuterte
Norbert Potthoff, ehemaliger Scientologe. In seinen beiden Büchern klärt
er umfassend über die Methoden von Scientology auf. Die Mitglieder seien
keineswegs weltfremd, sondern stünden dem Leben positiv gegenüber. "Das
besonders Gefährliche an Scientology ist, daß die Organisation meist nur
getarnt auftritt. Scientology kauft keine Firmen, sondern macht sich an
die Manager heran, um seine Philosopie in allen Bereichen des Lebens zu
verbreiten und Macht zu gewinnen" beschreibt Ursula Caberta, Leiterin
der Arbeitsgruppe "Scientology" bei der Behörde für Inneres in Hamburg,
das Vorgehen der Gruppierung. Die Gefährlichkeit der Organisation zeige
sich am besten am Beispiel der USA: "Scientology hat dort allgemein
einen enormen Einfluß, auch auf die Regierung. Nur mehr vier Anwälte
vertreten die Opfer von Scientology." Ein wichtiges Instrument von
Scientology sei das Instrument Angst. Das mache die Bekämpfung von
Scientology so schwierig. Aussteiger würden vom Scientology-Geheimdienst
unter Druck gesetzt, eingeschüchtert und bedroht. Caberta: "Österreich
hat die Gefahr von Scientology erkannt und ist bei der Aufklärung
europaweit vorbildlich." Potthoff und Caberta regten an, in Österreich
einen "Euro-Kongreß" über Scientology abzuhalten. Denn, so Potthoff und
Caberta, Scientology habe keine Toleranz verdient.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/200/2172

*****ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS*****


Joachim Thewes

unread,
Nov 12, 1998, 3:00:00 AM11/12/98
to

Quote: <<72ah7l$33e$1...@news02.btx.dtag.de> 59e93729>:

> (http://www.osho.org/meditate/applets/kundalin.htm) depressiven und einsamen
> Internet-Surfern eine Online-Meditationssitzung an Die Meditation dauert

> eine Stunde, unterteilt in vier viertelstuendige Abschnitte. Um der Schwermut
> vorzubeugen gilt es, sich durch spezielle Koerperbewegungen und Tanzen zu


> entspannen. Dazu berieselt bei drei Sitzungen ein spezieller 1

> Real-Life-Sound das Gehoer.

Ja ja angesichst der ueberhoehten Ortsgespraeche wuerde ich auch
Depressionen bekommen und wenn ich dann noch eine Stunde so ein
Scheiss wie diese HP anschauen muesste .......

Fehlt nur noch ne 0190 Nummer Call Osho oder so .....
--
Ciao .....
HP http://privat.schlund.de/jthewes
D.P.M. http://d.p.m.home.pages.de

Tilman Hausherr

unread,
Nov 13, 1998, 3:00:00 AM11/13/98
to
Scientologen-Klage abgewiesen

Stuttgarter Zeitung
13.11.1998

Die Scientologen haben vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht eine Klage
gegen die Stadt verloren. Die Stadt hatte der als Verein eingetragenen
Dianetik Stuttgart Scientology Church mehrfach untersagt, im
öffentlichen Straßenraum Passanten zu Persönlichkeitstests zu bitten
oder diesen Bücher anzubieten. Dabei handele es sich, so die Stadt, um
eine genehmigungspflichtige Sondernutzung. Dieser Rechtsauffassung
schloß sich das Gericht jetzt an. Die Klägerin hatte vor Gericht betont,
nur Mitglieder für den eigenen Verein missioniert zu haben. Dabei sei
kein Druck auf Passanten ausgeübt worden, um diese zu einen Gespräch in
den Vereinsräumen zu bewegen. Die Werber hätten unentgeltlich gearbeitet
und keine gewerblichen Interessen verfolgt. Um dies zu belegen, hatte
der Rechtsanwalt der Scientologen 23 Beweisanträge gestellt, die das
Gericht ablehnte. wos


Juergen

unread,
Nov 14, 1998, 3:00:00 AM11/14/98
to
On Thu, 12 Nov 1998 08:07:00 +0100, Joachim...@911.fido.de
(Joachim Thewes) wrote:


>Quote: <<72ah7l$33e$1...@news02.btx.dtag.de> 59e93729>:

>> (http://www.osho.org/meditate/applets/kundalin.htm) depressiven und einsamen
>> Internet-Surfern eine Online-Meditationssitzung an Die Meditation dauert
>> eine Stunde, unterteilt in vier viertelstuendige Abschnitte. Um der Schwermut
>> vorzubeugen gilt es, sich durch spezielle Koerperbewegungen und Tanzen zu
>> entspannen. Dazu berieselt bei drei Sitzungen ein spezieller 1
>> Real-Life-Sound das Gehoer.

Na ja und?
wo ist das gefaehrliche.

>Ja ja angesichst der ueberhoehten Ortsgespraeche wuerde ich auch
>Depressionen bekommen und wenn ich dann noch eine Stunde so ein
>Scheiss wie diese HP anschauen muesste .......

Lasst doch den armen bhagwan in Ruhe, echt.

Kundalini meditation ist gar nix schlechtes, aber muss man nicht am
Compu machen, sondern in ner Gruppe mit richtiger Steroanlage.
Oder dynamische meditation ist auch ganz fetzig.
besser als Techno scheiss mit E-Pillen.

nein ich bin kein sannyasin, auch nie gewesen.
nein die telkom kriegt keine prozente von osho oder umgekehrt.
ich finde man muss nicht auf alles eindreschen, was nicht roemisch
katholisch ist

Euer Juergen

P.S. Meditieren ist besser als Rumsitzen!


Joachim Thewes

unread,
Nov 15, 1998, 3:00:00 AM11/15/98
to

Quote: <<364f11c5...@news.okay.net> 95fad67e>:

> ich finde man muss nicht auf alles eindreschen, was nicht roemisch
> katholisch ist

Fass Dich doch an die eigene Nase :)

>
> P.S. Meditieren ist besser als Rumsitzen!

Meditieren ist besseres Rumsitzen .

Hast Du irgendwelche Aktien bei der Telekom ?

Freimann d. K.

unread,
Nov 17, 1998, 3:00:00 AM11/17/98
to
In article <MSGID_242=3A3700=2F5.7_e...@Fido.DE>,
Joachim...@911.fido.de (Joachim Thewes) wrote:

> Quote: <<364f11c5...@news.okay.net> 95fad67e>:
>
> > ich finde man muss nicht auf alles eindreschen, was nicht roemisch
> > katholisch ist
>
> Fass Dich doch an die eigene Nase :)
>
> >
> > P.S. Meditieren ist besser als Rumsitzen!
>
> Meditieren ist besseres Rumsitzen .

Rum trinken ist genausogut wie Meditieren!

Und da gibt es so eine neue Bierwerbung, mit einem Buddziemoench der
irgendwie ein Seminar durchzeiht, und sowas sagt wie : oeffne deinen Geist -
und daraufhin oeffnet so ein Yuppie im Liegestuhl eine Bierflasche...
irgendwie geil!

Prost!

--
Esoterische Fragen verursachen esoterische Antworten.

reply to
04146...@t-online.de
go to
http://home.t-online.de/home/04146930138-0001/artpro.html

Joachim Thewes

unread,
Nov 18, 1998, 3:00:00 AM11/18/98
to

Quote: <<72r9di$qka$1...@news00.btx.dtag.de> dd5122d0>:

> > Meditieren ist besseres Rumsitzen .
>
> Rum trinken ist genausogut wie Meditieren!

Bei dem einen schrumpft das Gehirn , bei dem anderen die Leber.

Tilman Hausherr

unread,
Nov 23, 1998, 3:00:00 AM11/23/98
to
http://www.main-echo.de/HTML/inland/2011/featscien.html

Ausgestiegener Scientologe:
Richter werden gezielt eingeschüchtert

Main-Echo
20.11.1998

München. Die Scientology-Organisation beeinflußt nach Aussagen eines
prominenten Aussteigers systematisch Richter, die mit Scientology-Fällen
befaßt sind. Zunächst würden Daten über die Richter gesammelt, dann
Bekannte und Kollegen angesprochen, berichtet Jesse Prince, Scientologe
von 1976 bis 1992, jahrelang in Leitungsfunktionen, nach Angaben des
bayerischen Innenministeriums vom Donnerstag. Über deutsche Fälle sei
indes nichts bekannt.

Nach Darstellung von Prince orientiert sich die Einschüchterungstaktik
an der vor über 2400 Jahren geschriebenen »Kunst des Krieges« des
Chinesen Sun Tzu. Dokumente, die über die Richter gesammelt würden,
umfaßten Steuerbescheide, Bankdaten, medizinische Unterlagen und
Tonbandaufzeichnungen. In einem zweiten Schritt versuche Scientology,
über Mittelsmänner auf das Umfeld des Richters Einfluß zu nehmen.
Gelinge dies nicht, stelle Scientology Fallen, etwa die »Sex-Falle«.

So habe die Organisation einmal 260.000 Dollar ausgegeben, um einen
Richter auf einer Yacht in Florida mit zwei Prostituierten
zusammenzubringen, heißt es in dem von dem Ministerium zitierten
Bericht. Da Scientology zentral gesteuert werde, hätten solche Aussagen
über Vorgehensweisen in den USA auch für die Beurteilung in Deutschland
Bedeutung. Taktische Zurückhaltung in Teilorganisationen, wie sie
derzeit in Deutschland zu beobachten sei, ändere nichts an der
verfassungsfeindlichen Gesamtstrategie von Scientology.


Stichwort: Scientology

Bonn. Scientology wurde 1954 von dem amerikanischen
Science-Fiction-Autor Lafayette Ronald Hubbard (1911 - 1986) in den USA
gegründet. Nach Angaben des »Lexikons der Sekten, Sondergruppen und
Weltanschauungen« soll die Organisation weltweit zwischen acht und 25
Millionen Mitglieder haben. In Deutschland richtete Scientology 1970 die
erste Niederlassung ein. In der Bundesrepublik soll es jetzt rund 10.000
Mitglieder geben. Die hierarchisch strukturierte Organistion versteht
sich dem Lexikon nach »als Abschluß und Krönung des bisherigen Suchens
der Menschheit«. Sie möchte alle Gebiete des Lebens »auf eine neue und
endgültige Weise klären«. Die Mitgliedschaft könne »tiefgreifende
negative Auswirkungen, finanzieller und persönlicher Art, haben«, heißt
es in dem Lexikon. Beispielsweise über Straßenwerbung locken die
Scientologen zu kostenlosen »Persönlichkeitstests«.

Anschließend wird versucht, ein Kursprogramm zu verkaufen. Dabei werden
individuelle Programme für »glücklichere Menschen« angeboten.
Scientology wird von Kritikern als profitorientiertes, mit zweifelhaften
Methoden arbeitendes Unternehmen angesehen. Tätig ist es vor allem auf
dem Psycho- und Immobilienmarkt. Mehrere deutsche Gerichte haben sich
mit Scientology befaßt. Das Bundesarbeitsgericht in Kassel urteilte, die
Organisation sei ein Wirtschaftsunternehmen und keine Kirche. In den USA
hat Scientology den Status einer Religionsgemeinschaft.


http://www.welt.de/981120/1120de05.htm

Scientology bleibt unter Beobachtung
Länder werden Organisation voraussichtlich weiter überwachen

DIE WELT
20.11.1998

Bonn ­ Die Länder-Innenminister werden voraussichtlich mehrheitlich
einer weiteren Beobachtung von Scientology zustimmen. Das wurde am Rande
der Innenministerkonferenz in Bonn bekannt. Nach Einschätzung der
Verfassungsschützer steht die umstrittene Organisation grundsätzlich der
demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik feindlich gegenüber. Die
Überwachung von Scientology durch den Verfassungsschutz war im Juni
vergangenen Jahres beschlossen worden.

Nach einjähriger Beobachtung kamen die Staatsschützer zu dem Schluß, daß
die Organisation eine neue Gesellschaftsordnung anstrebe, die die
Demokratie ersetzen solle, und damit die innere Sicherheit Deutschlands
gefährde. Der Zustrom zu Scientology in der Bundesrepublik habe
erheblich nachgelassen. Die tatsächliche Mitgliederzahl liege nicht wie
nach Angaben der Organisation bei 30 000, sondern unter 10 000.

Nach Aussagen eines prominenten Aussteigers beeinflußt die
Scientology-Organisation systematisch Richter, die mit Scientology-
Fällen befaßt sind. Zunächst würden Daten über die Richter gesammelt,
dann Bekannte und Kollegen angesprochen, berichtete Jesse Prince,
Scientologe von 1976 bis 1992, jahrelang in Leitungsfunktionen, nach
Angaben des bayerischen Innenministeriums. Dokumente, die über die
Richter gesammelt würden, umfaßten Steuerbescheide, Bankdaten,
medizinische Unterlagen und Tonbandaufzeichnungen. dpa


http://www.rhein-main.net/FNP-Online/Zeitung/nachrichten-10.html
Aussteiger warnt: Scientology stellt Richtern "Sex-Fallen"

Frankfurter Neue Presse
20.11.1998

München. Ein prominenter Scientology-Aussteiger hat einem Bericht des
bayerischen Innenministeriums zufolge schwere Vorwürfe gegen seine
früheren Gesinnungsgenossen erhoben: "Die Organisation versucht, Richter
einzuschüchtern, die sich mit Scientology-Fällen befassen - vor allem in
den Vereinigten Staaten."

Jesse Prince, der Scientology von 1976 bis 1992 zum Teil in leitenden
Funktionen angehörte, erläuterte auch Details: Die
Einschüchterungstaktik orientiere sich an der vor über 2400 Jahren
geschriebenen "Kunst des Krieges" des Chinesen Sun Tzu.

Zunächst würden Informationen über die Richter gesammelt. Scientology
beschaffe sich etwa Steuerbescheide, Bankdaten, medizinische Unterlagen
und Tonbandaufzeichnungen. Anschließend versuche Scientology, über
Mittelsmänner Einfluß auf das Umfeld des Richters zu nehmen.

Gelinge dies nicht, stelle Scientology Fallen. So habe die Organisation
einmal 260 000 Dollar ausgegeben, um einen amerikanischen Richter auf
einer Yacht in Florida mit zwei Prostituierten zusammenzubringen.

Zwar sei bislang nichts über solche Praktiken in Deutschland bekannt,
erläuterte das Innenministerium. Da Scientology aber von den USA aus
zentral gesteuert werde, hätten solche Aussagen auch für die Beurteilung
hierzulande Bedeutung. (dpa)


http://www.kn-online.de/htm/aktuell/sh/c-sekten.htm
CDU gegen Wegfall der Sektenberatungsstelle
Röper: Landesregierung verharmlost Scientology

Kieler Nachrichten
20.11.1998

Kiel (US) Die CDU-Landtagsfraktion wendet sich gegen die Einsparung der
Sektenberatungsstelle, die sich vor allem mit den Gefahren der
Scientology-Organisation auseinandergesetzt hat.

Die CDU-Abgeordnete Ursula Röper sieht diese Auffassung durch neue
Erkenntnissen des Verfassungsschutzes bestätigt. Er beobachtet mit
Ausnahme Schleswig-Holsteins in allen Ländern die Scientologen seit
einem Jahr. Die Landesregierung hingegen will, wie berichtet, selbst die
Sektenberatung einstellen, nachdem der bisherige Sektenbeauftragte, Hans
Peter Bartels, als SPD-Bundestagsabgeordneter nach Bonn gegangen ist.
Röper wirft der Landesregierung vor, sie verharmlose Scientology. Nicht
einmal die als Alternative angekündigte Zusammenarbeit mit der Hamburger
Anlaufstelle funktioniere bislang. Nach Auskunft des Hamburger Senats
gab es nur "Überlegungen und erste Gespräche auf Arbeitsebene, die
bislang zu keinem Ergebnis geführt haben".

Hingegen zeichnete sich gestern bei der Bonner Innenministerkonferenz
ab, daß die anderen Länder die Scientology-Organisation weiter
beobachten wollen. Nach einjähriger Observation kommt ein Bericht zu dem
Ergebnis, die Organisation strebe eine neue Gesellschaftsordnung an, die
die Demokratie ersetzen solle. Damit sei die innere Sicherheit
Deutschlands gefährdet. Allerdings stellte der Verfassungsschutz auch
fest, daß der Zustrom zur Scientology-Organisation erheblich
nachgelassen habe. Die Mitgliederzahl liege nicht bei den behaupteten
30000, sondern unter 10000.


http://www.sueddeutsche.de/aktuell/polit_t.htm

Konferenz der Landesinnenminister
„Scientology gefährdet innere Sicherheit“

Umstrittene Organisation soll durch Verfassungsschutz weiter beobachtet
werden

SZ
20.11.1998

hjh Bonn (Eigener Bericht) – Die Landesinnenminister sind am Donnerstag
erstmals mit dem neuen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD)
zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz in Bonn
stehen verschiedene Fragen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität
sowie von Straftaten im Internet, insbesondere im Hinblick auf die
Verbreitung von Kinderpornographie. Ebenso wollten die Minister darüber
entscheiden, ob der Verfassungsschutz die Scientolgy-Organisation weiter
beobachten soll.

Zum letzten Punkt zeichnete sich im Verlauf der Sitzung eine Mehrheit
für die weitere Beobachtung ab. Nach einjähriger Erfahrung habe sich
bestätigt, daß die Scientology-Organisation eine neue
Gesellschaftsordnung anstrebe, die die Demokratie ersetzen solle und
damit die innere Sicherheit gefährde, erklärten die Verfassungsschützer.
Der Zustrom zu der umstrittenen Organisation soll allerdings
nachgelassen haben. Die tatsächliche Mitgliederzahl liege nicht wie nach
Angaben der Organisation bei 30 000, sondern unter 10 000, heißt es in
dem Bericht für die Innenministerkonferenz.

Die grünen Bundestagsabgordneten Hans-Christian Ströbele und Angelika
Köster-Loßack hatten im Vorfeld der Konferenz eine Einstellung der
Beobachtung gefordert. Dies stieß bei der CSU auf Ablehnung. Der
Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Peter Ramsauer,
forderte die Innenminister auf, Scientology langfristig beobachten zu
lassen. Die Minister wollten erörtern, ob der Verfassungsschutz zur
Bekämpfung von organisierter Kriminalität eingesetzt werden sollte.

Bundeskriminalamt (BKA) und Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)
sprachen sich vor Beginn der Tagung dagegen aus. BKA-Präsident Ulrich
Kersten sagte, er sei von der Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit dem
Geheimdienst nicht überzeugt. Der BDK verwies auf rechtliche Bedenken.
Er nannte es besser, die Kriminalpolizei in den Ländern personell und
materiell zu verstärken.

Gegen Überlegungen, Bürgerkriegsflüchtlinge einen Asylstatus zu geben,
sprachen sich die Landesinnenminister von Bayern, Günther Beckstein
(CSU), und von Baden-Württemberg, Thomas Schäuble (CDU), aus. Die
Flüchtlinge müßten zu gegebener Zeit zurückgeführt werden, sagte
Beckstein. Auch Schäuble bekräftigte seine Haltung, an der Rückführung
festzuhalten. Dagegen hatten verschiedene Menschenrechtsorganisationen
sowie bündnisgrüne Politiker an die Innenministerkonferenz appelliert,
Bürgerkriegsflüchtlingen einen Asylstatus einzuräumen.

Auf der Tagesordnung stand ferner eine mögliche Verlängerung der
Bleiberechtsregelung für Asylbewerber mit langjährigem Aufenthalt. Wie
von Teilnehmern zu erfahren war, soll eine Arbeitsgruppe einen Vorschlag
für den weiteren Umgang mit diesen sogenannten Altfällen ausarbeiten.


http://193.168.213.132/cgi-bin/vgmDAL/pageGen/getHannover.htd?iPage=2203&iStoryID=15279&22wd-id=wd401893f8a1333aa3
Scientology ist weiter im Visier

Hannoversche Allgemeine
20.11.1998

Innenminister wollen Beobachtung fortsetzen / Beckstein: "Sekte sammelt
Daten über Richter" / Bartling skeptisch

Die Länder-Innenminister werden voraussichtlich mehrheitlich einer
weiteren Beobachtung von Scientology zustimmen. Das wurde am Rande der
Innenministerkonferenz am Donnerstag in Bonn bekannt. Nach Einschätzung
der Verfassungsschützer steht die umstrittene Sekte der demokratischen
Grundordnung der Bundesrepublik feindlich gegenüber. Die Überwachung von
Scientology durch den Verfassungsschutz war im Juni vergangenen Jahres
beschlossen worden.

Nach einjähriger Beobachtung kamen die Staatsschützer zu dem Schluß, daß
die Organisation eine neue Gesellschaftsordnung anstrebe, die die
Demokratie ersetzen solle und damit die innere Sicherheit Deutschlands
gefährde. Der Zustrom zu Scientology in der Bundesrepublik habe aber
erheblich nachgelassen. Die tatsächliche Mitgliederzahl liege nicht wie
nach Angaben der Organisation bei 30 000, sondern unter 10 000
Anhängern.

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) appellierte an seine
Länderkollegen, in ihrer Haltung zur Scientology-Organisation hart zu
bleiben. Er forderte eine weitere Beobachtung auch mit
nachrichtendienstlichen Mitteln. Zugleich präsentierte das bayerische
Innenministerium Aussagen eines prominenten Aussteigers, die im Internet
veröffentlicht worden seien. Nach ihnen beeinfluße die
Scientology-Organisation systematisch Richter, die mit
Scientology-Fällen befaßt sind.

Zunächst würden Daten über die Richter gesammelt, dann Bekannte und
Kollegen angesprochen, habe Jesse Prince berichtet ñ ein Scientologe von
1976 bis 1992, der jahrelang in Leitungsfunktionen gestanden habe. Nach
Darstellung von Prince orientiert sich die Einschüchterungstaktik an der
vor über 2400 Jahren geschriebenen "Kunst des Krieges" des Chinesen Sun
Tzu, berichtet das bayerische Innenministerium. Dokumente, die über die
Richter gesammelt würden, umfaßten Steuerbescheide, Bankdaten,
medizinische Unterlagen und Tonbandaufzeichnungen. In einem zweiten
Schritt versuche die Organisation, über Mittelsmänner auf das Umfeld des
Richters Einfluß zu nehmen. Gelinge dies nicht, stelle Scientology
Fallen, etwa die "Sexfalle".

So habe die Organisation 260 000 Dollar ausgegeben, um einen Richter auf
einer Jacht in Florida mit zwei Prostituierten zusammenzubringen, heißt
es in dem vom Ministerium zitierten Bericht. Taktische Zurückhaltung in
Teilorganisationen, wie sie derzeit in Deutschland zu beobachten sei,
ändere nichts an der verfassungsfeindlichen Gesamtstrategie von
Scientology.

Auch Niedersachsens Innenminister Heiner Bartling (SPD) hat sich für
eine Fortsetzung der Beobachtung ausgesprochen. Gegenüber dieser Zeitung
zeigte er sich allerdings skeptisch zu den bisherigen Erfolgsergebnissen
der Beobachtung. In Niedersachsen, das im Gegensatz zu Hamburg keine
Zentrale der Sekte habe, habe die Organisation offenbar nur sehr
geringen Einfluß, meinte Bartling: "Wir sollten aber die nächste
Auswertung noch abwarten."

dpa/mbb, Bonn


http://www.berlinonline.de/aktuelles/berliner_zeitung/politik/.html/5artik25.html
Länder wollen Scientology offenbar weiter beobachten

Verfassungsschutz legt Innenministern Bericht vor

Berliner Zeitung
20.11.1998

BONN, 19. November. Die Länder-Innenminister werden voraussichtlich
mehrheitlich einer weiteren Beobachtung von Scientology zustimmen. Das
wurde am Rande der Innenministerkonferenz (IMK) am Donnerstag in Bonn
bekannt. Nach Einschätzung der Verfassungsschützer steht die umstrittene
Organisation grundsätzlich der demokratischen Grundordnung der
Bundesrepublik feindlich gegenüber. Sie wolle eine neue
Gesellschaftsordnung anstreben, die die Demokratie ersetzen solle und
damit die innere Sicherheit Deutschlands gefährde, heißt es in einem
vertraulichen Zwischenbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz
(BfV), der der IMK vorliegt und heute beraten werden soll. Die
Überwachung von Scientology war im Juni vergangenen Jahres beschlossen
worden.

Scientology selbst erklärte, die Beobachtung habe außer Skandalen und
Steuergeldverschwendung nichts Faktisches erbracht. Es gebe keinerlei
Anhaltspunkte dafür, daß Scientology politische Bestrebungen zur
Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung entwickle.

Hohe Fluktuation

Die Verfassungsschützer kommen zu dem Schluß, daß Scientology, durch den
verstärkten gesellschaftlichen Druck und die einjährige Beobachtung in
erhebliche Schwierigkeiten geraten ist. Der Sektenkonzern habe, heißt
es, entgegen eigener Darstellung nicht 30 000, sondern lediglich 5 000
bis 6 000 Mitglieder. In einzelnen Städten habe er mit einer deutlichen
Fluktuation zu kämpfen.

Außerdem stecke der Sekten-Konzern in finanziellen Nöten. Die
Scientology-Einrichtungen verzeichneten zum Teil erhebliche
Einnahmerückgänge oder zumindest stagnierende Einnahmen. Diese Probleme
sind den Verfassungsschützern zufolge insbesondere auf die verstärkt
betriebene Aufklärungsarbeit über die Gefahr von Scientology
zurückzuführen.

Einen direkten Einfluß des Sektenkonzerns auf politische Parteien vermag
der Bericht bisher nicht auszumachen. Es gebe aber Anzeichen dafür, daß
einige Parteiausschlußverfahren "die Scientologen in den Parteien
veranlaßt haben, ihre Scientology-Mitgliedschaft nicht zu offenbaren".
Auf der Suche nach Verbündeten arbeite die Organisation mit
verschiedenen religiösen Gruppen zusammen, unter anderen mit den Zeugen
Jehovas und islamistischen Gruppen.

Ihren Machtanspruch versuche Scientology weiterhin mit straffer innerer
Führung und eigenem Geheimdienst, dem OSA (Office of Special Affairs),
umzusetzen. OSA wird nach den Untersuchungen als ausgesprochen
"schlagkräftig" eingeschätzt. Er arbeite mit Mitteln der
"psychologischen Kriegsführung" und mit geheimdienstlichen Methoden wie
Spionage und Spionageabwehr. Ziel sei es, Regierungen, Behörden und
Unternehmen zu infiltrieren sowie Gegner und Aussteiger systematisch zu
diffamieren und zu zermürben. Nach den Berichten hat dieser Geheimdienst
in Deutschland knapp 100 Mitglieder. (dpa/po.)


SCIENTOLOGY
Millionen Mitglieder

1954 wurde Scientology von dem US-Autor Ronald Hubbard (1911-1986)
gegründet. Geschätzte Mitgliederzahl weltweit: acht bis 25 Millionen.

Die hierarchisch strukturierte Organistion versteht sich "als Abschluß
und Krönung des bisherigen Suchens der Menschheit". Tätig ist sie vor
allem auf dem Psycho- und Immobilienmarkt.

Seit Jahren versucht Scientology in Deutschland, als
Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden.Das Bundesarbeitsgericht in
Kassel urteilte, die Organisation sei ein Wirtschaftsunternehmen und
keine Kirche. In den USA hat sie den Status einer Kirche.

Tilman Hausherr

unread,
Nov 23, 1998, 3:00:00 AM11/23/98
to
http://www.berliner-morgenpost.de/bin/bm/e?u=/bm/inhalt/heute/feuilleton/story02.html
Zurück an die Fleischtöpfe
Chick Corea im Tränenpalast: Ein Pianist möchte rehabilitiert werden

Berliner Morgenpost
23.11.1998

Von Oliver Hafke-Ahmad

Einen Pferdefuß haben wir unter dem Flügel nicht entdecken können,
dennoch war das Konzert von Chick Corea im Tränenpalast kein
gewöhnliches. Kaum Werbung, nur wenig freiverkäufliche Karten, statt
dessen zahlreiche Einladungen auf Büttenpapier hochoffiziell vom US
State Departement. So mancher Journalist fragte sich vor Öffnen des
Briefes: was habe ich angestellt?

Nun, vor allen Dingen vergessen zu schreiben. Schließlich handelt es
sich bei Corea um einen 33mal mit dem Grammy nominierten und auf rund
200 Platten und CDs verewigten Pianisten, wie der amerikanische
Kulturattaché vor Beginn des Konzertes aufzählte. Die Presse zog es
allerdings in den letzten Jahren vor, entweder gar nicht oder über
Coreas Scientology-Mitgliedschaft zu berichten.

Doch Corea will wieder die Musik im Vordergrund sehen und an die
bundesdeutschen Fleischtöpfe, denn Deutschland ist einer der wichtigsten
Plattenmärkte der Welt und hat zahllose subventionierte Festivals, die
fünfstellige Stargagen zahlen können. Die Einbußen, der letzten fünf
Jahre, in denen sich kaum ein Veranstalter mehr an Corea herangetraut
hat, dürften ihn hart getroffen haben. Doch die Frage, ob er glaubt, daß
er selbst einen Fehler gemacht habe, verneint Corea. Auch bei
Scientology sei alles «clean», kein Psychoterror, keine
Beutelschneiderei.

Beim Konzert im Tränenpalast präsentierte er sich als Opfer, zwar
unausgesprochen aber dennoch deutlich vernehmbar. «A Tribute to Freedom»
nannte sich das Programm, das die US-Botschaft zuvor auch dem Berliner
JazzFest zu sensationellen Konditionen angeboten hat, nämlich umsonst.
Doch das JazzFest sagte dankend ab, der Tränenpalast unter der Bedingung
«kein Wort über Scientology» hingegen zu.

Auf der Bühne ließ der 57jährige seinen jungenhaften Charme spielen, gab
zu, völlig unvorbereitet zu sein und improvisierte sich solo mit
Standards von Ellington, Bud Powell und Thelonius Monk, sowie eigenen
Kompositionen durchs erste Set. Zweifelsohne, Chick Corea ist ein
begnadeter Pianist, aber das hat auch niemand je in Frage gestellt.

Im zweiten Teil allerdings wurde es peinlich, denn nun präsentierte sich
Chick Corea gemeinsam mit seiner Frau, der Sängerin Gayle Moran und dem
Musicalsänger Mark Janicello. Der ehemalige Elvis-Mime durfte mit Corea
auftreten, weil sein Plattenvertrag mit BMG kurz zuvor gekündigt worden
war, angeblich «weil er Scientologe ist», wie uns Chicks Manager
anvertraut. Dem Publikum wurden ungeprobte Versionen von «My Funny
Valentine» oder «Summertime» zugemutet, von einem Trio, das ungleicher
nicht sein konnte. Als Zugabe brachte Corea das Publikum bei Chaplins
«Smile» zum mitpfeifen und tanzte wie ein Clown von der Bühne.

Hat der Mann Humor oder ist das alles nur geschickte Inszenierung? Den
schalen Geschmack über diesen Abend konnten auch die nachgereichten
Häppchen nicht verdrängen. Vielleicht sollte man Chick Corea wieder
spielen lassen. Aber nur wenn die Hälfte der Gage an Sektenopfer geht.
Und wenn er verspricht, Frau und Elvis zu Hause zu lassen.

Peter Widmer

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to
On Mon, 23 Nov 1998 18:36:35 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman
Hausherr) wrote:

>http://www.berliner-morgenpost.de/bin/bm/e?u=/bm/inhalt/heute/feuilleton/story02.html
>Zurück an die Fleischtöpfe
>Chick Corea im Tränenpalast: Ein Pianist möchte rehabilitiert werden
>

....


>
>Hat der Mann Humor oder ist das alles nur geschickte Inszenierung? Den
>schalen Geschmack über diesen Abend konnten auch die nachgereichten
>Häppchen nicht verdrängen. Vielleicht sollte man Chick Corea wieder
>spielen lassen. Aber nur wenn die Hälfte der Gage an Sektenopfer geht.
>Und wenn er verspricht, Frau und Elvis zu Hause zu lassen.

Es ist zu einfach, die nun scheinbar spürbaren finanziellen Einbussen
seiner stetig abnehmenden Auftritte den gerechtfertigten Massnahmen
gegen den kriminellen Kult Scientology in die Schuhe schieben zu
wollen. Sein eigener Abstieg ist zu offensichtlich, seine musische
Kreativität, wirkliche Improvisationsfähigkeit und geistige
Beweglichkeit ist wegauditiert. Das lässt sich auch durch eine noch so
geschickte Inszenierung nicht mehr kaschieren, er ist nur noch ein
Abklatsch des Jazzpianisten früherer, besserer Zeiten. Da hilft auch
die Unterstützung durch Clinton bzw. sein Aussenministerium nichts
mehr. Wo sind seine ehemaligen Begleitmusiker, die ihn auf den letzten
Tourneen vor dem Fiasko bewahrten? So wird er höchstens als
Kabarett-Pianist in einer Oben-ohne-Bar (oder in der Lobby einer Org)
enden .
Ja, lasst Chick wieder spielen, dann erledigt sich alles von selbst
und er (bzw. Scientology) kann nicht mehr andere beschuldigen! Seine
als Miscaviges Marionette verbreitete Botschaft nimmt ihm ja doch
keiner mehr ab.

Peter

Tilman Hausherr

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to
In <72ah7l$33e$1...@news02.btx.dtag.de>, "suse."@t-online.de (susu) wrote:

>Wer noch nichts von Kundalini gehört hat, hier ein Zitat von TG, das ich im Net
>gefunden habe:
>"Der Kundalini-Yoga will, kurz gesagt, durch Überschreiten von Grenzen, z.B.
>körperlichen oder, in anderen Richtungen auch: moralischen oder religiösen
>Grenzen, durch 'Transzendieren' die sexuelle Energie, die 'Lebenskraft', in
>'geistige Energie' überführen."

Hierzu empfehle ich den Artikel von Johannes Aaagaard ("was yoga
wirklich ist"). Scan verfügbar als TIFF G4 Datei bei mir. (Im Berliner
Dialog erschienen, hoffentlich werde ich nicht verklagt :-) :-)).

Osho selbst kommt in dem letzten Bericht des Berliner Senats übrigens
ganz gut davon.

Tilman


Tilman Hausherr

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to

http://www.taz.de/~taz/981124.taz/ha_T981124.249.html
Scientology verliert an Macht

taz Hamburg
24.11.1998

Von Judith Weber

Innenbehörde: Einfluß der Organisation sinkt.
Weniger Mitglieder, Durchsuchungsbeschluß für Haus am Steindamm

Schmalere Mieteinnahmen, weniger Mitglieder und der Gerichtsvollzieher
vor der Tür: Einfluß und Macht von Scientology sind in Hamburg stark
gesungen, freute sich gestern Ursula Caberta, Leiterin der Arbeitsgruppe
Scientology in der Innenbehörde. "Der Organisation geht es nicht mehr so
gut wie Anfang der 90er Jahre."

Damals sei die Einheit Norddeutschland, zu der auch die Hansestadt
gehöre, eine der schlagkräftigsten gewesen. "Das ist nun vorbei." Vor
allem die sinkenden Einnahmen aus Miet- und Immobiliengeschäften haben
die Organisation Cabertas Ansicht nach geschwächt.

"Auf dem Wohnungsmarkt ist es ruhig geworden um Scientology", bestätigte
gestern auch Christine Kiene vom Verein "Mieter helfen Mietern". Das
läge vor allem daran, daß die Welle der Umwandlungen von Miet- und
Eigentumswohnungen Vergangenheit sei. Vor einigen Jahren, so Caberta,
hätten Mietervereine noch geschätzt, daß die Organisation an einem
Drittel dieser Geschäfte beteiligt war.

Mittlerweile "hat die Aufklärungsarbeit jedoch gefruchtet", lobte sie
sich und ihre MitarbeiterInnen. Die Anwerbung neuer Mitglieder sei
schwieriger geworden; "das Image von Scientology ist deutlich schlechter
als noch vor einigen Jahren." In Deutschland "ist Scientology ein ganz
normales politisches Thema geworden". Caberta schätzt, daß bundesweit
bis zu 15.000 Menschen der Organisation angehören; in Hamburg gäbe es
etwa 1500 aktive Mitglieder.

Den Scientologen in der Hansestadt droht in Kürze offenbar eine
Hausdurchsuchung: Weil sie einen Gerichtsvollzieher, der Geld pfänden
wollte, nicht in ihr Gebäude ließen, habe das Amtsgericht der Hansestadt
einen entsprechenden Beschluß gefaßt, sagte Caberta.

Sie hofft ohnehin, daß das Haus am Steindamm bald nicht mehr für
Scientology nutzbar ist. Der jetzige Besitzer des Grundstücks wolle es
verkaufen; ein interessierter Investor habe bereits angekündigt, er
wolle das Gebäude abreißen lassen.

Trotz all dieser guten Nachrichten mochte die Behörden-MitarbeiterIn
keine Entwarung geben: "Es kommt nicht auf die absolute Mitgliederzahl
an. Ein paar hundert Aktive an den richtigen Stellen reichen aus, um das
menschenverachtende Gedankengut der Organisation weiterzutragen."

Ähnlich denken offenbar die InnenministerInnen aller Bundesländer. Sie
beschlossen bei ihrer Konferenz am vergangenen Freitag, Scientology
weiter vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

Um die HamburgerInnen noch stärker aufzuklären, hat die hansestädtische
Innenbehörde die dritte Auflage einer Info-Broschüre herausgegeben,
gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung. "Scientology -
Irrgarten der Illusionen" ist zu bestellen unter Tel.: 32 86-49 90.


http://www.abendblatt.de/contents/ha/news/lokales/html/241198/1324SCIE2.HTM
Investor plant Neubau am Steindamm
Bleibt Scientology die Miete schuldig?

Hamburger Abendblatt
24.11.1998

Die Hamburger Scientology-Zentrale, einst Aushängeschild der Sekte, ist
nur noch ein Schatten ihrer selbst. "Bis 1992 war die Hamburger
Organisation die erfolgreichste Einheit von Scientology in der Welt. Das
ist vorbei", sagt Ursula Caberta, Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology
der Innenbehörde. "Heute haben die Scientologen Probleme, die Miete für
ihre Zentrale am Steindamm zu bezahlen". Sollte die Entwicklung
weiterlaufen, wie sie sich derzeit abzeichne, dann komme "irgendwann die
Abrißbirne". Nach Plänen des Investors soll das Scientology-Gebäude
einem Neubau weichen.

   Auch personell ist es mit dem Hamburger Zweig abwärts gegangen.
Caberta geht davon aus, daß es zur Zeit noch zwischen 1000 und
1500 Mitglieder in und um Hamburg gibt. Vor einigen Jahren hatte die
Organisation nach eigenen Angaben rund 5000 Angehörige. Bundesweit
dürfte sich die Zahl von 30 000 auf 10 000 bis 15 000 mehr als halbiert
haben.

   Caberta sieht als Gründe für die nachlassende Attraktivität von
Scientology an, daß deren Immobilien-Geschäfte und Mieteinnahmen
deutlich zurückgegangen sind. Der Anteil von Unternehmen mit
Scientologen im Bereich der Immobilien-Wirtschaft sei gesunken. "Dazu
kommt, daß unsere Aufklärungsarbeit gut fruchtet und die Anwerbung neuer
Mitglieder für die Organisation schwierig geworden ist", sagt Caberta.

   Die Aufklärerin in Sachen Scientology warnt aber mit Nachdruck davor,
die Organisation zu unterschätzen. "Die Gefahren, die von Scientology
ausgehen, sind nicht abhängig von der Zahl der Mitglieder." Es genügten
100 Menschen an den entscheidenden Stellen, um das "totalitäre
Gedankengut in Regierung oder Wirtschaft einzuführen". Um über die
Hintergründe und die zum Teil kriminellen Machenschaften von Scientology
zu informieren, hat die Arbeitsstelle die Broschüre "Scientology -
Irrgarten der Illusionen" in aktualisierter Form neu aufgelegt. Auf
151 Seiten wird die Geschichte, die Ideologie und das totalitäre System
der Organisation umfassend dargestellt. Die kostenlose Schrift ist auch
über die Landeszentrale für politische Bildung zu beziehen.

   Caberta hält die Beobachtung von Scientology durch den
Verfassungsschutz, auf die sich die Innenministerkonferenz Ende der
vergangenen Woche geeinigt hatte, für erforderlich. Die
Scientology-Gegnerin kritisierte die Position der Bundespartei der
Grünen, die das Vorgehen für überzogen hält.   (pum)


http://www.welt.de/regional/hamburg/981124/1124h105.htm

Caberta: Scientology verliert an Boden

DIE WELT
24.11.1998

Die umstrittene Scientology-Organisation hat bundesweit an Boden
verloren. Das sagte die Leiterin der Hamburger Arbeitsgruppe
Scientology, Ursula Caberta. Anlaß war die Präsentation der
Infomationsschrift „Scientology ­ Irrgarten der Illusion" von Christoph
und Martina Minhoff, die jetzt in erweiterter Neuauflage vorliegt ­ ein
Bericht über die Entstehungsgeschichte, Vorgehensweise und Ziele der
Organisation (Herausgeber: Landeszentrale für politische Bildung und
Innenbehörde). Eine Entwarnung bedeute die Entwicklung aber nicht, so
Caberta.

Auch die Innenministerkonferenz hatte jüngst beschlossen, die
Organisation weiter durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen.
Gleichzeitig kritisierte Caberta die Grünen wegen ihrer „weichen
Haltung". „Scientology geht es nicht mehr so gut wie Anfang der 90er
Jahre", erklärte die Expertin. Ursache seien sinkende Miet- und
Immobilieneinnahmen und zurückgehende Mitgliederzahlen. Die vor allem in
Hamburg gute Aufklärungsarbeit trage dazu bei, daß ausgeschiedene
Scientologen heute weniger Angst hätten, um ihre Rechte kämpften und zum
Beispiel ihr Geld zurückverlangten. „In diesem Zusammenhang liegt jetzt
ein gerichtlicher Durchsuchungsbeschluß für die Zentrale am Steindamm
vor, weil die Organisation den Gerichtsvollzieher nicht hereingelassen
hat." Gleichzeitig sei die Anwerbung neuer Mitglieder schwieriger
geworden. In anderen Ländern wie den USA sei das noch ganz anders.
Während die Organisation angeblich in Hamburg zuletzt 5000 und
bundesweit rund 30 000 Mitglieder gehabt haben will, rechnet Ursula
Caberta in Hamburg mit 1000 bis 1500, bundesweit maximal mit 15 000
Anhängern. Dennoch warnte sie vor der „menschenverachtenden Ideologie
des Ron Hubbard". „Schon 100 Scientologen, bundesweit an strategisch
wichtigen Punkten eingesetzt, reichen, um das Gedankengut zu streuen."
gs


http://www.mopo.de/dcweb/client/mopo/24.11.98/ressort/hamburg/artikel4body.html

Scientology vor dem Ende
Mitglieder steigen aus

Hamburger Morgenpost
24.11.1998

Aus für Scientology? Früher galt die Hamburger Filiale der
geschäftstüchtigen US-Organisation als "erfolgreichste der Welt". Jetzt
soll die Mitgliederzahl auf gut tausend abgestürzt sein. Und morgen
kreist womöglich die Abrißbirne über dem Sektenzentrum am Steindamm.

"Scientology geht es bundesweit nicht mehr so gut wie Anfang der 90er
Jahre", sagte gestern die Scientology-Beauftragte der Innenbehörde,
Ursula Caberta, "die Aufklärungsarbeit fruchtet, besonders in
Norddeutschland. Die Mitgliederwerbung ist schwieriger geworden. Das
Image von Scientology hat sich deutlich verschlechtert." Bundesweit gebe
es noch maximal 15 000 Scientologen.

Auch in der Wirtschaft und auf dem Hamburger Immobilienmarkt sei ihr
Einfluß geschrumpft: "Kapitalkräftige Leute haben die Organisation
verlassen." Die frühere Leiterin der Hamburger Filiale befindet sich
nach Cabertas Erkenntnissen immer noch in einem ausländischen Straflager
der Scientologen.

Aussteiger fordern in Hamburg mit Pfändungsbeschlüssen ihr Geld zurück -
demnächst steht der Gerichtsvollzieher in St. Georg vor der Tür.
Außerdem soll die Psycho-Sekte knapp eine Million Mark Mietschulden
haben: Der Besitzer der Zentrale am Steindamm 63, ein Aussteiger aus
Itzehoe, will verkaufen - ein Investor plane einen Neubau, so Caberta.

Die Innenminister von Bund und Ländern stufen Scientology weiterhin als
extremistisch ein; sie lassen die Gruppe vom Verfassungsschutz
überwachen. Caberta warf der Vereinigung "menschenverachtende Ideologie
und totalitäres Gedankengut" vor.

Sie äußerte die Besorgnis, die Grünen könnten in der Bundesregierung für
eine weichere Haltung gegenüber der US-Organisation sorgen. "Anlaß zur
Entwarnung" gebe es aber nicht: Der Krake operiere nun verstärkt in
Osteuropa. In Ländern wie etwa den USA würden Journalisten von
Scientologen heftig angefeindet.

In der Landeszentrale für politische Bildung neu erhältlich: Das Buch
"Scientology - Irrgarten der Illusionen". bel

http://www.mt-online.de/hille/t1698161.htm
Eine totale Verletzung der Menschenwürde
Pfarrer Volker Kükenshöner referierte über die Gefahr von Jugendsekten /
Scientology als Paradebeispiel

MINDENER TAGEBLATT
24.11.1998

Hille (sbo). Die typische Vorgehensweise von Psychogruppen und
Jugendsekten stand im Mittelpunkt des Informationsabends Jugendsekten -
eine Gefahr auch für mein Kind?, veranstaltet von der Jugendpflege
Hille. Als Referent war Pfarrer Volker Kükenshöner in der Gesamtschule
Hille zu Gast, der die Besucher und Besucherinnen darüber aufklärte,
welche Personengruppe besonders durch Sekten gefährdet sind.

Mit einem Video zu Beginn der Veranstaltung wies Pfarrer
VolkerKükenshöner auf die Gefahr der bekannten Sekte Scientology hin und
griff diese gleichzeitig als Paradebeispiel für andere Sekten auf: Die
Gruppe lockt die Leute damit, daß sie Zukunftsangst weckt und sich
selbst als sicheren Halt darstellt. Man gibt alles von sich preis. Die
Menschenwürde wird dabei total verletzt, sieht auch der junge Mann aus
dem Video nach seinem Austritt aus der Sekte ein.

Es sei sehr einfach, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, und
genau darauf lege es die Sekte an. Die Folgen seien ein großer
Schuldenberg, der auf den Betroffenen laste, erklärte der Experte.

Gefährdet seien vor allem die Personen, die an einem Wendepunkt in ihrem
Leben stünden. Die Sekten nähmen Arbeitslosigkeit und
Partnerschaftsprobleme zum Anlaß, um besonderes Wissen, Erfolg und Liebe
zu versprechen. Die Gruppe bietet anscheinend genau das, was der Mensch
in dieserr Situation braucht, weiß Pfarrer Kükenshöner.

Eindringlich warnte er außerdem vor sogenannten Tarnorganisationen,
hinter denen sich eine Sekte verbergen könne. Informationen über diese
Firmen bekommen Interessierte über den Arbeitskreis Sekten (Telefon
05221 / 599857), der zudem in diesem Jahr eine Heft zum Thema
Jugendsekten herausgegeben hat.

Der abschließende Tip Kükenshöner an die Eltern: Auch wenn Sie wissen,
daß Ihr Kind Mitglied in einer Sekte ist, sollten Sie weiterhinein
offenes Ohr für sie haben und Ansprechpartner bleiben.

Der Informationsabend war zugleich eine Vorbereitung auf das
Theaterstück Theatology - eine Sektenkomödie mit realistischem
Hintergrund - für Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule.

Juergen

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to
On Tue, 24 Nov 1998 18:17:55 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman
Hausherr) wrote:


>Der Informationsabend war zugleich eine Vorbereitung auf das
>Theaterstück Theatology - eine Sektenkomödie mit realistischem
>Hintergrund - für Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule.

Wo/wann wird das Stueck gegeben?

juergen

Juergen

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to
On Tue, 24 Nov 1998 18:17:55 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman
Hausherr) wrote:

>Der jetzige Besitzer des Grundstücks wolle es
>verkaufen; ein interessierter Investor habe bereits angekündigt, er
>wolle das Gebäude abreißen lassen.

Wer ist der Besitzer?
Wer ist der Investor?

Juergen

Tilman Hausherr

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to
In <366638ff...@news.okay.net>, jue...@juergen.com (Juergen)
wrote:

>Wer ist der Besitzer?

Wie schon in e-mail gesagt

Dirk Ohrendorf.

Hier gepostet - DIE WELT 2.11

>Wer ist der Investor?

Wie schon in e-mail gesagt - weiss nicht.

Joachim Thewes

unread,
Nov 24, 1998, 3:00:00 AM11/24/98
to

Quote: <<3671a996...@news.snafu.de> 0f056a6d>:

<...>
> spielen lassen. Aber nur wenn die Haelfte der Gage an Sektenopfer geht.


> Und wenn er verspricht, Frau und Elvis zu Hause zu lassen.

..sehr nett geschrieben ......

Joachim Thewes

unread,
Nov 25, 1998, 3:00:00 AM11/25/98
to

Quote: <<36c4f73a....@news.snafu.de> 4d1ad8a4>:

> Osho selbst kommt in dem letzten Bericht des Berliner Senats uebrigens
> ganz gut davon.

Na, wird nach ueber zwanzig Jahren ja auch Zeit , das einige
Medailliontraeger den Weg durch die Instanzen geschafft haben .....

Thomas Gandow

unread,
Nov 26, 1998, 3:00:00 AM11/26/98
to
Tilman Hausherr wrote:
>
> In <72ah7l$33e$1...@news02.btx.dtag.de>, "suse."@t-online.de (susu) wrote:
>
> >Wer noch nichts von Kundalini gehört hat, hier ein Zitat von TG, das ich im Net
> >gefunden habe:
> >"Der Kundalini-Yoga will, kurz gesagt, durch Überschreiten von Grenzen, z.B.
> >körperlichen oder, in anderen Richtungen auch: moralischen oder religiösen
> >Grenzen, durch 'Transzendieren' die sexuelle Energie, die 'Lebenskraft', in
> >'geistige Energie' überführen."
>
> Hierzu empfehle ich den Artikel von Johannes Aaagaard ("was yoga
> wirklich ist"). Scan verfügbar als TIFF G4 Datei bei mir.
Ist denn das noch nicht auf Religio?

(Im Berliner Dialog erschienen, hoffentlich werde ich nicht
verklagt :-) :-)).
Hier müßte es zu lesen sein:
http://trend.jena.thur.de/religio/dialog/dialog.html
>
> Osho selbst kommt in dem letzten Bericht des Berliner Senats übrigens
> ganz gut davon.
Überhaupt alles etwas im milden Licht der Abendsonne geschrieben.
TG

Tilman Hausherr

unread,
Nov 26, 1998, 3:00:00 AM11/26/98
to
In <365D4DE6...@is.in-berlin.de>, Thomas Gandow
<gan...@is.in-berlin.de> wrote:

>> Hierzu empfehle ich den Artikel von Johannes Aaagaard ("was yoga
>> wirklich ist"). Scan verfügbar als TIFF G4 Datei bei mir.
>Ist denn das noch nicht auf Religio?

Oops, ja. Ich sehe erst jetzt daß die Ausgaben jetzt viel besser
archiviert sind. Der Artikel ist hier:

http://trend.jena.thur.de/religio/dialog/196/196s13.html

allerdings ist er leer :-(

Tilman Hausherr

unread,
Nov 26, 1998, 3:00:00 AM11/26/98
to

http://www.yahoo.de/schlagzeilen/19981125/politik/912014280-0912010831-0000232814.html
Scientology wehrt sich gegen Aussagen Cabertas

AP 25.11.1998

Hamburg - Scientology hat sich am Mittwoch gegen Aussagen der für diese
Organisation in der Hamburger Innenbehörde zuständigen Beauftragten
Ursula Caberta gewehrt. Diese hatte am Montag vor Journalisten erklärt,
die Hamburger Scientology-Zentrale leide unter Finanzproblemen und
Mitgliederschwund. Die Austrittszahlen seien bei der Organisation
prozentual gesehen «bei weiten geringer als bei den Amtskirchen», teilte
dagegen Scientology mit. In Hamburg sei Scientology-Mitgliedern von
Verfassungsschutzbeamten sogar Geld für einen Austritt angeboten worden,
hieß es weiter. Auch die Pressekonferenz in der Behörde für Inneres habe
nicht darüber hinwegtäuschen können, daß der Verfassungsschutz nach
seiner einjährigen Scientology-Beobachtung mit leeren Händen dastehe,
erklärte die Organisation.


http://www.intrinet.de/intrinet/261198/da335192.html
Dauner »Schandfleck« droht die Abrißbirne

Ehemaliges Hotel Fries-Porz: Eigentümer Wilfried Ulbricht hat
Widerspruch gegen Abriß-Verfügung der Kreisverwaltung eingelegt

Trierscher Volksfreund
26.11.1998

Von unserem Redakteur
STEPHAN SARTORIS

DAUN. Droht dem vieldiskutierten »Schandfleck von Daun« die Abrißbirne?
Das Gebäude des ehemaligen Hotels Fries-Porz an der Kreuzung
Mehrener-/Bahnhofsstraße wird seit Jahren nicht mehr genutzt.
Eingeworfene Scheiben und Brandspuren sind Zeugnisse des
fortschreitenden Verfalls. Für viele Dauner Bürger war der Zustand des
Hauses besonders ärgerlich, steht das Gebäude doch an exponierter Stelle
an der großen Ampelkreuzung, die auch viele Besucher bei der Anreise
nach Daun passieren.

Nachdem jahrelang nichts passierte, ist die Kreisverwaltung mittlerweile
aktiv geworden. Auf Basis einer Bestimmung der Landesbauordnung, nach
der »bauliche Anlagen, die nicht genutzt werden und im Verfall begriffen
sind«, wurde der Eigentümer Wilfried Ulbricht per Verfügung
verpflichtet, das Gebäude abzureißen. Gegen diesen Bescheid hat der
Unternehmer aus Hörschhausen allerdings Widerspruch eingelegt.

Verhandlung vor dem Kreisrechtsausschuß

Über den Widerspruch wird im Dezember vor dem Kreisrechtsausschuß
verhandelt. Aber selbst wenn dieser die Verfügung der Verwaltung
bestätigt, ist der Abriß noch lange nicht beschlossene Sache.

Dem Eigentümer steht es frei, den weiteren Klageweg durch die Instanzen
zu gehen. Und wie lange es dann dauern kann, bis ein rechtsverbindliche
Entscheidung gefallen ist, ist nur schwer zu prognostizieren.

Hotel, Diskothek und Scientology-Zentrum

Das Haus am Eingang zur Stadt hat eine bewegte Geschichte hinter sich.
Als Hotel Fries-Porz war es eine Institution der Stadt; nach dessen
Schließung wurde es zu einer Diskothek umfunktioniert, die unter den
Namen »Caprice« und »Baccara« betrieben wurde. Zu überregionaler
Bekanntheit auch durch einige Fernsehberichte kam das Gebäude, nachdem
der heutige Besitzer Wilfried Ulbricht dort ein Scientology- Zentrum
einrichtete.

In Laufe der Zeit wurde das Gebäude, nachdem es gar nicht mehr genutzt
wurde, zusehends zu einer überdimensionalen Litfaßsäule mit
Veranstaltungsankündigungen aus der gesamten Region. Ein Schild mit dem
Hinweis auf eine mögliche neue Nutzung (»Hier entstehen Wohnungen...«),
das kurzzeitig am alten Hotel angebracht war, verschwand bald wieder. Ob
und wann die Abrißbirne anrollt, steht jedenfalls noch in den Sternen.


bub...@t-online.de

unread,
Nov 26, 1998, 3:00:00 AM11/26/98
to
On Tue, 24 Nov 1998 07:36:19 GMT, pwi...@access.ch (Peter Widmer)
wrote:

>.... [snip] ....


>Wo sind seine ehemaligen Begleitmusiker, die ihn auf den letzten
>Tourneen vor dem Fiasko bewahrten? So wird er höchstens als
>Kabarett-Pianist in einer Oben-ohne-Bar (oder in der Lobby einer Org)

>enden ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
ist anscheinend schon passiert...
denn heute erreichte mich POST aus L.A. !!! von einer Scientology
freundlichen ORG, der CCHR -> CITIZENS COMISSION ON HUMAN RIGHTS,
in der sich der arme! Chick Corea sich mit den amerikanischen
kuenstlerischen Psychiatrieopfern befasst und die ORG unterstuetzt.

mfg Bernhard Bulitta


Tilman Hausherr

unread,
Nov 28, 1998, 3:00:00 AM11/28/98
to
http://www.rhein-main.net/FNP-Online/Zeitung/lokalhk-42.html
"Scientology ist keine Religion"

Höchster Kreisblatt
28.11.1998

Von Christine Winkler

Kriftel. Viele Menschen suchen nach dem Sinn des Lebens. Esoterisches
ist seit Jahren nicht nur für junge Menschen attraktiv.
Orientierungshilfe wird auch bei Sekten oder anderen Gruppierungen
gesucht. Der Erwachsenenbildungsausschuß der Evangelischen
Kirchengemeinde organisierte unter dem Titel "Sehnsucht nach dem Heil"
zwei Vorträge. "Es bestand in der Gemeinde Informationsbedarf", erklärte
Pfarrerin Christa Lohenner. Bereits vor 14 Tagen wurde die Bandbreite
der "verschiedenen Sekten und neureligiösen Bewegungen" vorgestellt. Im
Evangelischen Gemeindehaus informierte nun Pfarrer Dr. Fritz Huth
(Beauftragter für Weltanschauung der Evangelischen Kirche) über
"Scientology". Zum Einstieg zeigte Huth Ausschnitte aus einem Werbefilm
sowie ein Interview mit dem Gründer, Ron Hubbard (1911-1986).

Bereits 1954 entstand die "Church of Scientology California" in den
Vereinigten Staaten. "Die Lehre besagt, daß jedes menschliche Wesen eine
unsterbliche Geistseele (Thetan) ist", erklärte der Referent. Die
Scientologen seien der Auffassung, daß "Thetan" mit Hilfe eines
Elektrometers (E-Meter) - eine Art Lügendetektor - durch Beratung
(Auditing) von seinen vielfältigen Behinderungen (Engrammen) befreit
werden könne. "Jeder Mensch hat Schwachpunkte (sogenannte
Behinderungen), die bei solchen Sitzungen immer wieder angesprochen
werden", so Fritz Huth.

[Als "Beratung" würde ich Auditing nicht bezeichnen... eher als eine Art
Bewußtseinskontrollsession mit Hypnotischen Elementen]

Oberstes Ziel sei der "Operating Thetan", für den viele sehr teure Kurse
benötigt werden. Auch bekannte Persönlichkeiten bekennen sich zur
"Church of Scientology".

"Alle die uns kritisieren sind Kriminelle", zitierte Huth den Gründer
Hubbard. "Das ist ein totalitärer Anspruch und genau darin liegt die
Gefahr", kritisierte der Theologe diese Äußerung.

In der anschließenden Diskussion erhob sich ein Besucher und versuchte
den Vortrag zu kritisieren. Er sei freier Journalist und habe sich mit
"Scientology" ausführlich beschäftigt. Der Mann eilte zur Wandtafel, auf
der Huth die Inhalte und Geschichte von "Scientology" dargestellt hatte,
und wollte einzelne Punkte ergänzen, andere widerlegen. Er könne sieben
Stunden über dieses Thema referieren, erklärte der Besucher. Er
behauptete beispielsweise, daß es in Kalifornien Straflager gebe. Selbst
auf Fragen aus dem Publikum wollte der Hörer antworten. "Dies ist nicht
Ihr Referat", konterte Gesprächsleiterin Christa Lohenner. Der Mann
ereiferte sich, daß er die Dinge nicht so stehen lassen könnte.

[LOL! Straflager gibt es natürlich, aber sieben Stunden reden sollte man
wirklich nicht, egal worüber]

Ob Huth "Scientology" für eine Religion halte, wollte eine ältere Dame
wissen. Mit einem entschiedenen "Nein" antwortete der Referent. "Es ist
ein Vakuum in der Gesellschaft entstanden und das nutzen die
Scientologen", so Huth weiter. Mit solchen Veranstaltungen solle
Aufklärung betrieben werden. Diese "Kampagnen" seien bisher erfolgreich
gewesen, da die Menschen "insgesamt vorsichtiger geworden sind". Der
Theologe kritisierte vor allem den Fanatismus innerhalb der "Church of
Scientology". Doch Aussteiger stünden dem oft in nichts nach. "Mit
demselben Fanatismus mit dem sie einst zu der Gruppierung gehörten,
versuchen sie später, nach dem Ausstieg, eben diese Gruppierung zu
kritisieren", fügte Fritz Huth hinzu.

[Immerhin hat er korrekt erkannt daß es keine Religion ist, aber der
letzte Satz ist ja schon merkwürdig. Weiss jemand was der Huth sonst
noch so sagt wenn der Tag lang ist? ]


Mit Strafanzeigen gegen Scientology

Polizei wird nicht von sich aus tätig - Nächste Woche wollen
Ladenbesitzer Anzeige erstatten

Badische Zeitung
28.11.1998

Von unserem Mitarbeiter Louis Posern

BASEL. Seit Donnerstag gilt in Basel das Gesetz, das es verbietet, auf
öffentlichem Grund aufdringlich Passanten zu werben. Auslöser für das
Gesetz war die Sekte Scientology, die penetrant täglich in der Stadt für
sich wirbt. Was bringt das neue Gesetz nun in der Realität? Erwartungen
und Machbares scheinen auseinanderzugehen.

Rolf Fuhrer ist gar nicht gut auf die Scientologen zu sprechen. Der
Präsident der Interessengemeinschaft Steinen-Vorstadt sähe es am
liebsten, wenn die Scientologen von der Straße verschwinden würden.
"Viele Kunden bleiben fern, weil sie nicht andauernd angesprochen werden
wollen", beklagt er sich.

Meist stehen sie mitten auf Basels Vergnügungs- und Einkaufsmeile und
sprechen die Passanten an. Täglich sind es ein bis zwei Männer; an
Samstagen sind sie in Stoßzeiten sogar zu fünft auf Mitgliederfang.
Immer mit einem Ziel: Der Angesprochene soll in einen nahen Raum
mitkommen, um sich einem "Persönlichkeitstest" zu unterziehen. Der erste
Kontakt mit der Sekte, die für ihre hartnäckigen Methoden bekannt ist.

Laut dem neuen Gesetz kann nun jeder, der sich belästigt fühlt, Anzeige
erstatten. Rolf Fuhrer und die "IG Steinen" wollen das gleich für ihre
Kunden erledigen: Am Donnerstag morgen, als das Gesetz in Kraft trat,
lag auf dem Schreibtisch der Polizei ein Schreiben von Fuhrer, mit der
Bitte, die Scientologen "täglich wegzuweisen, damit wir unsere Geschäfte
in Ruhe führen können". Unterschrieben ist der Brief von 35
Ladenbesitzern der Steinenvorstadt.

Allerdings, so einfach wird es nicht werden. Herbert Maritz,
stellvertretender Polizeikommandant, betont, daß jetzt nicht "die Hetze
auf Scientology" eröffnet sei. Von selbst werde die Polizei nicht tätig.
"Wie sollen wir beurteilen, ob jemand sich belästigt fühlt?"

Wem die Werbeversuche zuviel werden, muß die Polizei rufen und mehrere
Zeugen nennen. Dann gehe die Anzeige den üblichen Weg. Das heißt der
Angezeigte bekommt einen Strafbefehl nach Hause, gegen den er
Widerspruch einlegen kann. Ganz so, wie bei einer Parksünde.
Anschließend muß das Gericht entscheiden. "Wir müssen außerdem erst
einmal schauen, wie die Richter urteilen", sagt Herbert Maritz.

Vom Gesetz lassen sich die Sektenwerber offenbar nicht abschrecken. Wie
üblich waren sie an ihren angestammten Plätzen. Am Donnerstag standen
sie übrigens direkt vor den Augen der Polizei. Die informierte ein paar
Schritte entfernt über Taschendiebe. Zufall, sagt Herbert Maritz. Einen
Beobachtungsauftrag hätten die Beamten nicht gehabt.

Rolf Fuhrer kündigte an, ab nächster Woche werden die Mitglieder der "IG
Steinen" Anzeigen erstatten, wenn die Polizei nicht von sich aus aktiv
werde.

Nächste Woche Strafanzeigen
Scientologen werben weiter

Badische Zeitung
28.11.1998

BASEL (pos). Seit Donnerstag ist in Basel das Gesetz gegen aggressive
Anwerbemethoden auf öffentlichem Grund und Boden in Kraft. Das Gesetz
richtet sich vor allem gegen die Mitglieder der Sekte Scientology. Sie
sind seit Jahren in Basels Innenstadt auf Mitgliederfang. Trotz des
Gesetzes machen sie unbeirrt weiter.

Wochentags sind sie meist zu zweit, an Samstagen sogar bis zu fünft.
Hartnäckig sprechen sie Passanten an und wollen sie zu einem
„Persönlichkeitstest“ in einem Raum in der Nähe bewegen. Diese Methoden
sind nun verboten, auch wenn Scientology weiterhin in der Schweiz
offensiver auftritt als in Deutschland. Mit einem in der Schweiz
einmaligen Gesetz hat das Basler Parlament untersagt, auf öffentlichem
Grund aufdringlich zu werben, egal für was. Das Wort Scientology kommt
im Gesetz nicht vor, auch wenn es speziell gegen die Sekte gerichtet
ist.

Die Interessengemeinschaft der Geschäfte in der Steinen-Vorstadt, Basels
Vergnügungs- und Einkaufsmeile, haben bereits am ersten Tag des neuen
Gesetzes reagiert. Sie haben die Polizei aufgefordert, sofort gegen die
Sektenwerber vorzugehen, wenn sie auftauchen sollten. Vor allem in der
Steinen-Vorstadt ist Scientology aktiv. „Wegen der Scientologen meiden
viele Kunden den Stadtteil“, beklagt sich Rolf Fuhrer, Präsident der IG
Steinen-Vorstadt. Rolf Fuhrer hat nun gemeinsam mit 35 anderen Anliegern
von der Kantonspolizei gefordert, die Scientologen täglich aufs neue
wegzuschicken.

Eine Praxis, die sich Herbert Maritz, stellvertrender Polizeikommandant
von Basel, nicht vorstellen kann. Er wartet auf eine Anzeige von
Passanten, die sich belästigt fühlen. Von selbst werden die Beamten
nicht aktiv. Ab kommender Woche wollen nun Rolf Fuhrer und seine
Interessengemeinschaft Anzeigen erstatten. Gegen diese werden die
Scientologen vermutlich vor Gericht ziehen.

Bis die Basler Richter ein erstes Mal eine Strafe verhängt haben, wird
sich vermutlich wenig ändern. Die Scientologen standen am Donnerstag und
Freitag auf ihren Posten. Gegen das Gesetz haben sie Beschwerde beim
Schweizer Bundesgericht in Lausanne eingelegt.


susu

unread,
Nov 28, 1998, 3:00:00 AM11/28/98
to
On Sat, 28 Nov 1998 09:07:35 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman Hausherr)
wrote:

>http://www.rhein-main.net/FNP-Online/Zeitung/lokalhk-42.html


>"Scientology ist keine Religion"
>
>Höchster Kreisblatt
>28.11.1998

<...>


>In der anschließenden Diskussion erhob sich ein Besucher und versuchte
>den Vortrag zu kritisieren. Er sei freier Journalist und habe sich mit
>"Scientology" ausführlich beschäftigt. Der Mann eilte zur Wandtafel, auf
>der Huth die Inhalte und Geschichte von "Scientology" dargestellt hatte,
>und wollte einzelne Punkte ergänzen, andere widerlegen. Er könne sieben
>Stunden über dieses Thema referieren, erklärte der Besucher. Er
>behauptete beispielsweise, daß es in Kalifornien Straflager gebe. Selbst
>auf Fragen aus dem Publikum wollte der Hörer antworten. "Dies ist nicht
>Ihr Referat", konterte Gesprächsleiterin Christa Lohenner. Der Mann
>ereiferte sich, daß er die Dinge nicht so stehen lassen könnte.

LOL, das kommt mir sehr bekannt vor. Durch ein derartiges Referat - allerdings
eines katholischen Theologen, in dem ich die Rolle des "Journalisten" hatte (ich
habe allerdings nicht sieben Stunden dort referieren wollen *zu Tilman zwinker),
bin ich zu meiner Aufklärungstätigkeit gekommen. Mir wurde damals auch der "Mund
verboten", allerdings mit der Folge, daß die Zuhörer, die während des Ref.
offensichtlich mit dem Schlaf zu kämpfen hatten :-), im Anschluß der
Veranstaltung hartnäckig darauf bestanden, daß man mir die Gelegenheit gab,
bestimmte Dinge richtigzustellen.

<...>


>Doch Aussteiger stünden dem oft in nichts nach. "Mit
>demselben Fanatismus mit dem sie einst zu der Gruppierung gehörten,
>versuchen sie später, nach dem Ausstieg, eben diese Gruppierung zu
>kritisieren", fügte Fritz Huth hinzu.

Klasse!!!! Wirklich gut!!! Hört sich an, als ob er Angst hat, daß Aussteiger ihm
bei seiner "Beratungsarbeit" Konkurrenz machen könnten.
Peinlich, diese Aussage!

>Mit Strafanzeigen gegen Scientology
>
>Polizei wird nicht von sich aus tätig - Nächste Woche wollen
>Ladenbesitzer Anzeige erstatten
>
>Badische Zeitung
>28.11.1998

>Wem die Werbeversuche zuviel werden, muß die Polizei rufen und mehrere


>Zeugen nennen. Dann gehe die Anzeige den üblichen Weg. Das heißt der
>Angezeigte bekommt einen Strafbefehl nach Hause, gegen den er
>Widerspruch einlegen kann. Ganz so, wie bei einer Parksünde.
>Anschließend muß das Gericht entscheiden. "Wir müssen außerdem erst
>einmal schauen, wie die Richter urteilen", sagt Herbert Maritz.

Wer zwischen den Zeilen lesen kann, versteht den Aufruf: Schnappt Euch ein paar
Freunde und spaziert die Straße entlang. Wenn Ihr angesprochen werdet, gebt
lautstark Eurer Empörung darüber Ausdruck und bombardiert die Polizei mit
Anzeigen.
Diese scientologische Methode sollte auch hier wirken. Schade, daß ich so weit
von der Schweiz entfernt wohne. Sollten wir nicht mal einen Ausflug dahin
organisieren? :-))))

>Vom Gesetz lassen sich die Sektenwerber offenbar nicht abschrecken. Wie
>üblich waren sie an ihren angestammten Plätzen. Am Donnerstag standen
>sie übrigens direkt vor den Augen der Polizei. Die informierte ein paar
>Schritte entfernt über Taschendiebe. Zufall, sagt Herbert Maritz. Einen
>Beobachtungsauftrag hätten die Beamten nicht gehabt.

Hört sich schon ein wenig seltsam an..... Berührungsängste?

viele Grüße

Peter Widmer

unread,
Nov 28, 1998, 3:00:00 AM11/28/98
to
On Sat, 28 Nov 1998 09:07:35 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman
Hausherr) wrote:

>
>Allerdings, so einfach wird es nicht werden. Herbert Maritz,

>Gesetzes reagiert. Sie haben die Polizei aufgefordert, sofort gegen die


>Sektenwerber vorzugehen, wenn sie auftauchen sollten. Vor allem in der
>Steinen-Vorstadt ist Scientology aktiv. „Wegen der Scientologen meiden
>viele Kunden den Stadtteil“, beklagt sich Rolf Fuhrer, Präsident der IG
>Steinen-Vorstadt. Rolf Fuhrer hat nun gemeinsam mit 35 anderen Anliegern
>von der Kantonspolizei gefordert, die Scientologen täglich aufs neue
>wegzuschicken.
>
>Eine Praxis, die sich Herbert Maritz, stellvertrender Polizeikommandant
>von Basel, nicht vorstellen kann. Er wartet auf eine Anzeige von
>Passanten, die sich belästigt fühlen. Von selbst werden die Beamten
>nicht aktiv. Ab kommender Woche wollen nun Rolf Fuhrer und seine
>Interessengemeinschaft Anzeigen erstatten. Gegen diese werden die
>Scientologen vermutlich vor Gericht ziehen.
>
>Bis die Basler Richter ein erstes Mal eine Strafe verhängt haben, wird
>sich vermutlich wenig ändern. Die Scientologen standen am Donnerstag und
>Freitag auf ihren Posten. Gegen das Gesetz haben sie Beschwerde beim
>Schweizer Bundesgericht in Lausanne eingelegt.
>

- Die Beschwerde vor dem Bundesgericht wurde bereits zurückgewiesen.
- Das Verhalten der Polizei entspricht ihrem Auftrag. Sie kann ja
beispielsweise auch nicht Autofahrer wegweisen, nur weil sie
möglicherweise falsch parken könnten. Erst wenn einer tatsächlich
falsch parkt begeht er eine Rechtswidrigkeit; so muss jemand, der
sich durch die Scientologen nachweislich belästigt fühlt, dies erst
zur Anzeige bringen. Richtig ist, möglichst schnell ein
präjudizierendes Urteil zu erreichen, das den Handlungsspielraum
festlegen und die Rechtsunsicherheit beenden würde.
- Heute (28. Nov.) hatte Co$ und CCHR in Zürich an der Bahnhofstrasse
je einen Stand mit Broschüren und Flugblättern aufgestellt (etwa 20

Meter voneinander entfernt, beim CCHR ohne Hinweis auf die
Verbindung mit Scientology. Verkauft wurde nichts). Vielleicht
empfiehlt sich mal eine Gegendemo mit Xenu- und Lisa McPherson-
Flugblättern, was sicherlich mehr Aufmerksamkeit erregen würde als
die langweiligen, desinformierenden Lügenverbreiter von Co$. Die
Passanten lehnten nämlich deren Flugblätter durchwegs ab, und die
Zahl der aufgelegten 'Freiheit'- Dreckschleudern schien sich auch
nicht zu verringern :-) und das wenige Scienopersonal vertrat sich
frierend, hustend und 'verpfnüselt' die Beine. Ob sie sich am 6.
Dezember wohl trauen, ihre 'Grosserfolge' als Samichläuse in den
vergangenen Jahren zu wiederholen?

Tilman Hausherr

unread,
Nov 28, 1998, 3:00:00 AM11/28/98
to
In <73ou3l$k6e$1...@news01.btx.dtag.de>, "suse."@t-online.de (susu) wrote:

>LOL, das kommt mir sehr bekannt vor. Durch ein derartiges Referat - allerdings
>eines katholischen Theologen, in dem ich die Rolle des "Journalisten" hatte (ich
>habe allerdings nicht sieben Stunden dort referieren wollen *zu Tilman zwinker),
>bin ich zu meiner Aufklärungstätigkeit gekommen. Mir wurde damals auch der "Mund
>verboten", allerdings mit der Folge, daß die Zuhörer, die während des Ref.
>offensichtlich mit dem Schlaf zu kämpfen hatten :-), im Anschluß der
>Veranstaltung hartnäckig darauf bestanden, daß man mir die Gelegenheit gab,
>bestimmte Dinge richtigzustellen.

Man muß immer sehen wie solche Auftritte sind... die "Platz machen,
jetzt komm' ich und übernehme das Referat" Taktik kommt nicht so gut
an. Wenn aber jemand konkret was bringt und dem das Wort abgeschnitten
wird, dann klappt es schon besser... ich nehme an bei Dir war zweites
der Fall. Was hatte Dich denn dort genervt und wer war der Theologe?

Leider sagt der Artikel nicht wer dieser "Freier Journalist" war. Diese
Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, ähnlich wie z.B. "Detektiv",
"Finanzberater" etc.

Tilman Hausherr (Dipl.-Inform., Freier Journalist, Amateur-Zahnarzt)

susu

unread,
Nov 28, 1998, 3:00:00 AM11/28/98
to
On Sat, 28 Nov 1998 21:06:40 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman Hausherr)
wrote:

>Man muß immer sehen wie solche Auftritte sind... die "Platz machen,


>jetzt komm' ich und übernehme das Referat" Taktik kommt nicht so gut
>an. Wenn aber jemand konkret was bringt und dem das Wort abgeschnitten
>wird, dann klappt es schon besser... ich nehme an bei Dir war zweites
>der Fall.

thnx :-)

>Was hatte Dich denn dort genervt und wer war der Theologe?

Prof. Dr. Klaus Rohmann (lehrt Theologie an der Katholischen Fachhochschule
Norddeutschland in Vechta und Osnabrück). Er sagte u. a., daß Auditing
bewußtseinserweiternd ist und daher als positiv zu bewerten sei...
Er behauptet auch, ich glaube, in NY, habe er in der Org am E-Meter gesessen und
habe es überlistet...
Im Januar 1997 schrieb er über eine persönliche Begegnung mit einem überaus
"sanften" Heber Jentzsch.
Weitere Zitate aus diesem Artikel:
"Wenn der Bundeskanzler auf den offenen Brief, wie er sagt, nicht reagieren
wolle, ist er gut beraten. Es gilt, das Feindbild nicht zu bestätigen. Frühere
Maßnahmen der bayerischen Landesregierung und Reaktionen von Bundesminister Blüm
erweisen Unkenntnis.
Aber unterwandert Scientology nicht unsere Wirtschaft und untergräbt sie nicht
unsere demokratische Grundordnung? Blödsinn! Wäre dem so, gäbe es schon längst
verwertbare Angaben. Gewiß, es Ist ein scientologischer Traum, auch
wirtschaftliche und politische Macht zu erringen, wie in den Schriften Hubbards
nachzulesen ist. Und seine politischen Vorstellungen sind keineswegs im
herkömmlichen Sinn demokratisch. Sie müssen aber eine Utopie bleiben. Es besteht
ein Widerspruch zwischen einem Wunschdenken für die Gemeinschaft und der
Tatsache, daß Mitglieder - systembedingt - realitätsblind werden. Um
wirtschaftlich denken zu können, muß man schon realistisch sein.

Eine Gefahr stellt die Scientology Church nicht durch mögliche
,,Unterwanderungen« dar, wohl aber durch einen möglichen Realitätsverlust
einzelner Mitglieder. Ferner ist der Ansehensverlust Deutschlands im Ausland,
besonders in den USA, nicht zu unterschätzen."

>Leider sagt der Artikel nicht wer dieser "Freier Journalist" war.
>Diese
>Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, ähnlich wie z.B. "Detektiv",
>"Finanzberater" etc.

jo, stimmt. Und wird deshalb auch gern genommen .-)))

>Tilman Hausherr (Dipl.-Inform., Freier Journalist, Amateur-Zahnarzt)


susu (freischaffende Freizeitgestalterin, freie Journalistin,
Diplom-Betriebswirtin, Auto-Guru)

P.S.
ähäm, das mit dem Amateur-Zahnarzt gibt mir aber zu denken..... :-))

Joachim Thewes

unread,
Nov 29, 1998, 3:00:00 AM11/29/98
to

Quote: <<73ou3l$k6e$1...@news01.btx.dtag.de> a819f97f>:

> von der Schweiz entfernt wohne. Sollten wir nicht mal einen Ausflug dahin
> organisieren? :-))))

Hey, susu Du wirst ja richtig militant :) cool ...

Tilman Hausherr

unread,
Dec 13, 1998, 3:00:00 AM12/13/98
to
Mit den Mietern erfolgreich die Preise gedrückt

taz
8.12.1998

Von Uwe Rada

In Moabit haben Bonner Beamte Wohnungen gekauft, die von der
Scientology-nahen Immobilienfirma TCGC auf den Markt gebracht wurden.
Vor dem Kauf unterstützten die Bonner den Mieter-Protest gegen
Scientology. Seit ihre eigenen Käufe perfekt sind, bestehen sie auf
Wohlverhalten Von Uwe Rada

Obwohl nur einen Katzensprung vom Schloß Bellevue, dem Sitz des
Bundespräsidenten, und dem Moabiter Gefängnis entfernt, ist das Viertel
rund um den Carl- von-Ossietzky-Park im Berliner Stadtteil Moabit eine
ausgesprochen ruhige Gegend. Nicht nur die ansässigen Mieter wissen
diese Beschaulichkeit zu schätzen. Auch einige Bonner Ministerialbeamte
haben die Vorteile des Kiezes und seiner gleichzeitigen Nähe zum
künftigen Regierungsviertel entdeckt: als Käufer von Eigentumswohnungen,
die zuvor von der Scientology-nahen Immobilienfirma TCGC auf den Markt
gebracht worden waren.

Das Haus Spenerstraße 25a, Ecke Melanchtonstraße, ist nur auf den ersten
Blick eine der typischen Berliner Mietskasernen. Das zeigen schon von
weitem die zahlreichen Transparente gegen den Sektenkonzern Scientology
und gegen Wohnungsspekulanten. Außergewöhnlich sind auch die Wohnungen.
Mit ihren hohen, stuckverzierten Zimmerdecken, ihrer Geräumigkeit und
den Balkonen, so glaubte vor anderthalb Jahren TCGC-Mitarbeiter Krebs,
würden die Wohnungen vor allem an die Bonner Beamten weggehen wie warme
Semmeln.

Heute muß Mieterin Marion Caspar eingestehen, daß die Rechnung des
Sektenkonzerns aufgegangen ist: Die Scientology-nahe Firma hat
zahlreiche Wohnungen an Bonner Beamte gewinnbringend verkaufen können.
Was die Rechtsanwältin aber noch immer nicht wahrhaben will, ist, daß
die Mieter mit den neuen Eigentümern vom Regen in die Traufe gekommen
sind.

Einer der Käufer ist Ulrich Steding, ein Mann mit schwäbischem Akzent
und Professortitel, der als hoher Ministerialbeamter in Joschka Fischers
Auswärtigem Amt arbeitet. "Mittlerweile", weiß Marion Caspar zu
berichten, "hat Steding bereits zwei Wohnungen gekauft, von denen er
eine gerade teilen läßt." Vor allem aber betätige sich Steding als
Saubermann. "Der reißt die Informationsblätter im Treppenhaus herunter
und droht uns wegen der Transparente." Obwohl die Mieter mit den
Transparenten weitere potentielle Käufer vor einem Deal mit der TCGC
warnen wollen, stelle dies, so Steding gegenüber der Presse, einen
"Mißbrauch des Gemeinschaftseigentums" dar.

Noch vor einem Jahr haben die Mieter gedacht, daß mit den Käufern aus
der Bundeshauptstadt ihr Protest gegenüber den Machenschaften der TCGC
unterstützt würde. Immerhin war die Spenerstraße kein Einzelfall. Auch
in Kreuzberg und Neukölln spekulierten Scientology-nahe Firmen in etwa
40 Häusern auf die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen
und versuchten, Mieter mit rüden Methoden aus ihren Wohnungen zu
vertreiben. Dazu kam, daß die Bundesregierung eine
Öffentlichkeitskampagne gegen den Sektenkonzern führte.

"Am Anfang haben die uns noch auf die Schulter geklopft, als wir die
Transparente herausgehängt haben", erinnert sich Mieterin Marion Caspar.
Doch Patricia Bauermeister, deren Wohnung an Klaus Hermann Ringwald,
ebenfalls ein Bonner Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, verkauft wurde,
ahnte schnell, daß diese Unterstützung keine Überzeugungstat war.

"Die wollten nur die Preise drücken", weiß sie heute, "schließlich haben
unsere Proteste die TCGC unter Druck gesetzt." "Mit unserer Hilfe", sagt
auch Patricia Bauermeisters Ehemann Thomas, "haben die ein Schnäppchen
gemacht." In der Tat: Mit einem Verkaufspreis von 2.200 Mark pro
Quadratmeter bewegen sich die Preise weit unter dem, was in der
Hauptstadt mittlerweile üblich ist. Ein Käufer, berichtet Marion Caspar,
habe in seinem Kaufrausch sogar gegenüber einer älteren Mieterin
erklärt, daß ihre Heizung mit dem Kauf der Wohnung in sein Eigentum
übergehe.

Mittlerweile sind fast alle Wohnungen in der Spenerstraße verkauft,
nicht nur an Bonner Beamter, sondern auch eine Mitarbeiterin des
Goethe-Instituts sowie an ganz normale Wohnungskäufer. Damit aber die
Käufer der restlichen Wohnungen sich nicht genauso aufführen wie Ulrich
Steding, will die Mietergemeinschaft des Hauses nun erst recht mobil
machen. Mit Briefen nach Bonn wollen sie erreichen, daß in den "Berliner
Zimmern" der Ministerien, in denen Mitarbeiter über das Leben in der
Hauptstadt informiert werden, auch über die Machenschaften der
Scientology-nahen Immobilienfirmen berichtet wird. Daß in diesem Falle
freilich weniger die Scientologen als vielmehr die Bonner selbst das
Problem sind, erhöht ihre Chancen freilich nicht unbedingt.

Gleichwohl haben die Mieter rund um den beschaulichen Carl-
von-Ossietzky-Park zumindest bei einer Politikerin ein offenes Ohr
gefunden. "Gerade Ministerialbeamte", ärgert sich Renate Rennebach, die
sektenpolitische Sprecherin in der SPD-Bundestagsfraktion, "stehen in
einer besonderen Verwantwortung. Schließlich geht es um die
Glaubwürdigkeit der Bundesregierung in Sektenfragen."

Tilman Hausherr

unread,
Dec 13, 1998, 3:00:00 AM12/13/98
to
Scientology stellt Bundesländern Ultimatum

SZ
8.12.98

adi Schwerin (Eigener Bericht) – Die Scientology-Sekte hat die
Innenminister von sieben Bundesländern per Ultimatum dazu aufgefordert,
die Beobachtung der umstrittenen Organisation durch den
Verfassungsschutz einzustellen. Andernfalls werde sie Klage vor den
zuständigen Verwaltungsgerichten erheben, erklärte die Zentrale von
Scientology Deutschland in München. Der Innenminister von
Mecklenburg-Vorpommern, Gottfried Timm (SPD), wies die Kampagne als
„Erpressungsversuch“ zurück. In einem Schreiben einer Münchner
Anwaltskanzlei an das Schweriner Innenministerium, das der Süddeutschen
Zeitung vorliegt, wird Timm dazu aufgefordert, bis zum 10. Dezember in
einer Erklärung zuzusichern, daß der Verfassungsschutz des Landes die
Überwachung von Scientology mit nachrichtendienstlichen Mitteln
einstelle. Der Innenminister erklärte, die Organisation mißachte die
Werteordnung des Grundgesetzes und werde deshalb „selbstverständlich
weiter beobachtet“. Die von Scientology so bezeichnete „rechtliche
Offensive“ betrifft die ostdeutschen Länder außer Berlin, dem Saarland
und Rheinland-Pfalz. Erst im November hatten die Innenminister
beschlossen, die Beobachtung durch den Verfassungsschutz fortzusetzen.


Scientology will sich nicht observieren lassen

Trierscher Volksfreund
8.12.1998 

TRIER. (sey) Die umstrittene Scientology-Organisation will wegen der
Beobachtung durch den rheinland-pfälzischen Verfassungsschutz notfalls
vor Gericht ziehen. Nach Angaben einer Sprecherin haben Anwälte der
Sekte Innenminister Walter Zuber aufgefordert, die Überwachung der
Scientology-Aktivitäten einzustellen. Anderenfalls werde Klage vor dem
Verwaltungsgericht erhoben, sagte die Sprecherin gegenüber dem TV.

Die Innenminister von Bund und Ländern hatten erst kürzlich in Bonn
beschlossen, die selbsternannte Kirche auch weiterhin vom
Verfassungsschutz beobachten zu lassen. An diesem Beschluß der
Innenministerkonferenz ändere auch die Drohung von Scientology nichts,
sagte eine Sprecherin Zubers gestern auf TV-Anfrage.

Scientology droht mit Klage gegen Beobachtung
Minister zeigt sich von "Erpressung" unbeeindruckt

Freie Presse
8.12.1998

DRESDEN (dpa/ADN). Die Scientology-Organisation hat dem sächsischen
Innenministerium mit einer Klage gedroht, falls die
nachrichtendienstliche Beobachtung der Organisation nicht eingestellt
werde. Die Überwachung durch den Landesverfassungsschutz verstoße gegen
das Prinzip der Verhältnismäßigkeit und sei "durch die einschlägigen
gesetzlichen Vorschriften nicht gedeckt", heißt es in einem am Montag
veröffentlichten Schreiben von Münchner Rechtsanwälten der Scientology
an Innenminister Klaus Hardraht (CDU). Gleichlautende Schreiben sind
nach Angaben der Organisation auch an die Innenminister der vier anderen
neuen Bundesländer sowie von Rheinland-Pfalz und dem Saarland gegangen.

Die Anwälte setzen dem Minister eine Frist bis zum 11. Dezember. Falls
die Staatsregierung bis dahin nicht erklären sollte, daß die Beobachtung
eingestellt wird, werde vor dem zuständigen Verwaltungsgericht Klage
erhoben. Ein Sprecher der "Scientology Kirche Deutschland eV" wies in
einer Stellungnahme darauf hin, daß die Vereinigung in Sachsen
organisatorisch gar nicht vertreten sei. Deshalb sei es ein Unding, daß
Hardraht in der jüngsten Sitzung der Innenministerkonferenz einer
weiteren Beobachtung zugestimmt habe. Der Verfassungsschutz habe selbst
mit- geteilt, daß nach einjähriger Beobachtung in allen fünf neuen
Ländern nur 35 bis 40 Scientologen festgestellt worden seien.

Hardraht erklärte unterdessen, die Beobachtung von Scientology werde
ungeachtet der Klagedrohung fortgesetzt. Es stehe fest, daß Scientology
"teilweise flächendeckende Aktivitäten entfaltet". Die Organisation sei
auch im Freistaat aktiv. Die Landesregierung werde sich von einer
"Erpressung" nicht beeindrucken lassen.

Der Minister betonte, für eine Überwachung der Organisation sei eine
eindeutige Rechtsgrundlage vorhanden. Bei Scientology hätten sich "die
für eine Beobachtung erforderlichen tatsächlichen Anhaltspunkte für eine
verfassungsfeindliche Zielsetzung bestätigt". Erkenntnisse aus der
Überwachung würden in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe beraten.


Scientology droht Land mit Klage

Schweriner Volkszeitung
8.12.1998

Innenminister Timm (SPD): Wir lassen uns nicht erpressen

Schwerin (dpa) Innenminister Gottfried Timm (SPD) hat eine ultimative
Forderung der Scientology-Organisation zurückgewiesen, die Überwachung
ihrer Mitglieder zu beenden. "Wir lassen uns nicht erpressen", erklärte
der Minister gestern in Schwerin. Wenn es im Nordosten Aktivitäten von
Scientologen gebe, würden diese vom Verfassungsschutz
"selbstverständlich auch weiterhin beobachtet".

Timm reagierte damit auf ein Schreiben von Scientology-Anwälten, in dem
die Einstellung der Überwachung durch den Verfassungsschutz bis
spätestens Donnerstag gefordert und anderenfalls mit Klage gedroht wird.
Gleichlautende Forderungen sollen auch an die zuständigen Minister der
anderen neuen Länder sowie in Rheinland-Pfalz und im Saarland ergangen
sein. Die Verfassungsschutzbehörden überwachten einen Feind, den es gar
nicht gebe, heißt es in der Mitteilung. Darin beziffert Scientology die
Zahl ihrer Mitglieder im Osten auf 35 bis 40. Die Überwachung mit
nachrichtendienstlichen Mitteln verstoße gegen den Grundsatz der
Verhältnismäßigkeit.

Timm verwies darauf, daß die Innenminister der Länder bei ihrem Treffen
Mitte November in Bonn die weitere Beobachtung von Scientology als
"angemessen und zulässig" einschätzten. Die Organisation habe in der
Vergangenheit mehrfach Anlaß zu dem Verdacht gegeben, daß sie etwa das
im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Meinungsäußerung und den
Schutz der Menschenwürde nicht respektiere. Die Überwachung von
Scientology durch den Verfassungsschutz war im Juni 1997 beschlossen
worden.

Die Scientologen bemühen sich seit Jahren vergeblich, in Deutschland als
Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden. In den Vereinigten Staaten
hat die Organisation den Status einer Kirche.

clau...@cyberlink.ch

unread,
Dec 13, 1998, 3:00:00 AM12/13/98
to

Tilman Hausherr <til...@berlin.snafu.de> schrieb im Beitrag
<36cba9fb...@news.snafu.de>..

> Der Verfassungsschutz habe selbst
> mit- geteilt, daß nach einjähriger Beobachtung in allen fünf neuen
> Ländern nur 35 bis 40 Scientologen festgestellt worden seien.

Dies aus dem Munde von Anwälten der Scientology Kirche.

Aber sonst wird gross von 8'000'000 Mitgliedern weltweit gelogen.
Ich frage mich, ob es weltweit überhaupt noch 130'000 Mitglieder
sind.
Der massive Austreten von Leuten aus der Scientology Kirche ist
ja nicht nur in Deutschland zu finden, sondern weltweit !
Und die Zahl von neuen Leuten ist ja seit Jahren sinkend.

Diese Leute aus dem oberen Management sind ja wirklich mehr
als bauernschlau, erzählen von Millionen von Mitgliedern, sprechen
von '' grosser Expansion '', und wenn's dann ums Beobachten geht
rücken sie dann doch mit der Wahrheit raus, im Versuch, dass
so eine kleine Minderheit nicht überwacht werden müsste.

Ich frage mich manchmal wirklich, was diese Leute denken.


Claudius

Tilman Hausherr

unread,
Dec 14, 1998, 3:00:00 AM12/14/98
to
http://www.kleine.co.at/kleine/19981212/Regional/Graz/Mos01cb1.html

Scientology als Kuckuck auf Weihnachts-Markt

Kleine Zeitung
12.12.1998

Bei "Geschenk & Handwerk" auf der Grazer Messe findet man nicht nur
Weihnachtliches. Auch Scientology-Bewegung hat sich eingenistet.

VON BERND MELICHAR

Weihnachtsmarkt "Geschenk & Handwerk" auf der Grazer Messe International:
Krippen, Christbaumschmuck, Teddybären, Bienenwachskerzen - und
mittendrinnen Stand Nr. 410: Eine "New Era Handel GmbH" bietet stapelweise
erbauliche Literatur an. Der Verfasser: L. Ron Hubbard, seines Zeichens
Gründer von Scientology.

"New Era" ist jener Verlag, der die Scientology-Literatur vertreibt. Daß ein
unverfänglicher Name verwendet wird, gehört zur Strategie der Bewegung. Nur
Insider wissen, daß "New Era" und Scientology ident sind.

Messedirektor Gerd Novak wußte es nicht und ist über die Tatsache, daß sich
die Scientologen auf dem Weihnachtsmarkt eingenistet haben, "alles andere
als glücklich". Allerdings sieht er keine Möglichkeit, die Kuckucke
loszuwerden. "Die Situation ist sicher problematisch. Für mich betreibt
Scientology eine Pyramidenspiel mit der Seele. Aber bei ,New Era' handelt
sich um eine behördlich genehmigte Firma."

Inzwischen schlägt der Fall bereits hohe Wellen. Die Sektenberatungsstelle
der Diözese Graz-Seckau und das "Netzwerk - Verein gegen destruktive Kulte"
verständigten die Bundesstelle für Sektenfragen in Wien. Geschäftsführer
German Müller setzt auf "Information und Prävention". Die Gefährlichkeit von
Scientology definiert Müller so: "Für den einzelnen kann diese Ideologie zur
psychischen Abhängigkeit führen. Und da die Kurse sehr teuer sind, kommt es
oft zu existenzbedrohenden Verschuldungen." Für den Staat seien die
"Weltherrschaftsgelüste" der Bewegung eine Gefahr. "Vor allem deshalb, weil
Scientology auch über den Apparat verfügt, diese Gelüste in die Tat
umzusetzen und dadurch die Demokratie zu unterwandern."

Für das "Netzwerk" ist der Stand 410 eindeutig eine "Werbeveranstaltung für
Scientology. Vor allem während der Weihnachtszeit werden gezielt die Netze
ausgeworfen. Einsame, nach Sinn suchende Menschen sind potentielle, leicht
zu ködernde Kunden." Enrico Hosak: "Abstruse Sekten und Bewegungen schaffen
es immer wieder, unter unverfänglichen Namen ihre Philosophie zu verkaufen."

Tilman Hausherr

unread,
Dec 16, 1998, 3:00:00 AM12/16/98
to
Scientology erobert Hollywood

DIE WELT
11.12.1998

Der Schauspieler John Travolta, selbst bekennender Anhänger der
Organisation, will den Science Fiction-Roman „Battleship Earth" des
Scientology-Gründers Ron Hubbard verfilmen. Die Sekte der Stars greift zum
ersten Mal nach der Kontrolle über eine große Spielfilmproduktion

Von Hanns-Georg Rodek und Eggert Schröder

Links sitzt der Auditor. In der Mitte steht das E-Meter. Rechts sitzt John
Travolta. Der Auditor stellt Fragen, um ein geladenes Gebiet im reaktiven
Verstand Travoltas zu finden (sprich: unverarbeitete Konflikte im
Unterbewußtsein freizulegen). Travolta spricht über seine Demütigung, in
„Kuck mal, wer da spricht" von einem Baby mit der Stimme Thomas
Gottschalks an die Wand gespielt worden zu sein. Die Nadel des E-Meters
schlägt aus; offenbar ein geladenes Gebiet. Der Auditor sucht nach
weiteren. Travolta gesteht, daß er Disco-Musik schon als Kind gehaßt hat.
Das E-Meter reagiert stark.

So könnte das „Auditing" verlaufen sein, das Travolta wie jeder angehende
Scientologe über sich ergehen lassen mußte. Freud hätte es „Sitzung"
genannt, die meisten mutet es wie eine Gehirnwäsche an, doch die
Scientologie versucht, damit einen höheren Grad des Bewußtseins zu
erreichen. „Unbekannte Daten" aus dem „reaktiven Verstand" herausholen und
dem „analytischen Bewußtsein zurückgeben" wird die Prozedur genannt, die
der Sekte gute Einnahmen und gute Einblicke in die Psyche ihrer Klienten
verschafft. Die Kosten zur „Beseitigung negativer Gedanken" könnten nach
einer Vereinbarung zwischen Scientology und US-Finanzamt in Zukunft sogar
bald als Spenden von der Steuer abgezogen werden.

Für sein kombiniertes Credo der Selbstverbesserung und des „Make Money,
Make more Money" hätte Sekten-Gründer L. Ron Hubbard keinen besseren Platz
finden können als Hollywood. Dessen vom materiellen Erfolg verwöhnte Stars
befinden sich auf ständiger Sinnsuche. Barbra Streisand, Madonna und
Courtney Love etwa wurden in letzter Zeit mit einem roten Band ums
Handgelenk gesichtet ­ Erkennungszeichen von Adepten der Kabbala, einer
alten jüdischen Geheimlehre.

Unerschüttert an die Widergeburt glauben Shirley MacLaine („Ich habe im
mittelalterlichen Frankreich gelebt"), Cher („Hohepriesterin eines
Pharaos") und Sean Connery („Stammesfürst im afrikanischen Dschungel").
Richard Gere, Tina Turner, Oliver Stone und der Hau-und Schieß-Star Steven
Seagal schwören auf die Gewaltlosigkeit des Buddhismus.

Und dann ist da das berühmte Kino El Capitan auf dem Hollywood Boulevard.
Ganz in dessen Nähe betreibt Scientology ein Zentrum für
Persönlichkeitstests, wo Stars wie Tom Cruise oder Al Jarreau anstandslos
5000 Dollar für eines der Elektro-Meter auf den Tisch legen. Schräg
gegenüber liegt das Museum des verstorbenen L. Ron Hubbard. In einem
Betonbau wenige Blocks weiter befindet sich das kalifornische
Hauptquartier der selbsternannten Kirche.

Ebenfalls im Norden von Los Angeles befindet sich das „Celebrity Center",
wo bekannte Scientologen von Nicole Kidman bis Chick Corea gern (und
häufig) gesehene Gäste sind. Nach vorsichtigen Schätzungen beschäftigt die
Organisation in Hollywood heute rund 2000 Mitarbeiter ­ viel mehr stehen
auch bei großen Studios wie Paramount oder Universal nicht auf der
Gehaltsliste.

Nun zieht Scientology endgültig ins Kino ein. John Travolta kündigte am
Donnerstag an, daß er „Battleship Earth" verfilmen will, einen
Science-Fiction-Roman von Hubbard. Er würde den von MGM finanzierten Film
produzieren und einen Außerirdischen spielen. Es wäre der erste Roman von
Hubbard, der auf die Leinwand kommt.

Hubbard hatte „Battleship Earth" 1982, vier Jahre vor seinem Tod,
geschrieben. Die Handlung: Im Jahr 3000 beherrschen die Psychlos,
außerirdische Lebewesen, die sich von Gas ernähren, die Erde. Die
E.T.-Monster sind vier Meter groß, haben glühende Bernstein-Augen und
lassen die Menschen unter Tage als Minensklaven schuften. Der gute Erdling
Johnnie Goodboy Tyler stiftet eine Revolte gegen die bösen Psychlos und
deren Anführer Terl (gespielt von Travolta) an. Der Film soll ein Budget
von 80 Millionen Dollar haben. Die Dreharbeiten können im Kürze beginnen,
denn der nächste geplante Travolta-Film, „The Shipping News" nach dem mit
dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman von Annie Proulx, fällt wegen
Budget-Streitereien zwischen Regisseur Fred Schepisi und Columbia Tristar
in ein Produktionsloch. Das Drehbuch von „Battleship Earth" liegt bereits
seit zwei Jahren vor und rückt nun bei Travolta an Platz eins der
Prioritätenliste.

„Nicht die Außerirdischen, sondern der Aberglaube legt die Menschheit in
Ketten, bis Johnnie Goodboy Tyler sich freibricht", erklärte Hubbard zu
seinem Roman, der in zwölf Sprachen übersetzt wurde und weltweit eine
Auflage von zwölf Millionen Exemplaren erreicht hat. „Mit „Battleship
Earth" bringen wir nicht scientologisches Gedankengut ins Kino. Es handelt
sich hier um einen Science-Fiction-Roman und eine wirklich gute Story",
verteidigt sich MGM-Sprecher Randy Greenberg.

Gegner der Scientologen hatten bereits die Travolta-Filme „Primary Colors"
und „Phenomenon" kritisiert. Zwei Discjockeys aus Michigan, Mitch Gill und
Tommy Walker, behaupten, daß sich aus der rückwärts gespielten Filmmusik
von „Phenomenon" den Satz „Vermißt du Ron?" heraushören läßt. Während dies
noch nach der McCartney-Todestheorie klingt (angeblich fällt in einem
umgekehrten Beatles-Lied der Satz „Paul is dead") weist die Handlung des
Film durchaus Ähnlichkeiten mit der Scientology-Lehre von Erleuchtung
durch Gedankenübungen auf.

Das Magazin „George" behauptete, daß Präsident Bill Clinton und John
Travolta im April 1996 kurz vor Beginn der Dreharbeiten von „Primary
Colors" eine Art Abkommen schlossen. Clinton wollte sich darauf verwenden,
daß Scientology in Deutschland als Kirche anerkannt werde. Im Gegenzug
soll Travolta in dem Film ein freundlicheres Bild des fiktiven Präsidenten
gezeichnet haben, der dem echten Bill Clinton stark nachempfunden ist.

Hubbard hatte in den 30er Jahren als Skriptschreiber und als Leser von
Drehbüchern für Hollywood-Studios gearbeitet und stets die Rekrutierung
von Prominenten für seine Gemeinschaft gefördert. John Travolta, seine
Ehefrau Kelly Preston, Tom Cruise, die Fernsehstars Kirstie Alley und
Jenna Elfman, Priscilla und Lisa Marie Presley gelten als die
prominentesten Hollywood-Scientologen.

Bei MGM ist nicht darüber beunruhigt, daß Anhänger der Jungen Union
versucht hatten, den Cruise-Film „Mission Impossible" oder Travoltas
„Phenomenon" zu boykottieren: „Der Boykott hat keinen Einfluß auf die
Einnahmen von „Mission Impossible" gehabt," behauptet Firmensprecher
Greenberg. „Der Film ist in Deutschland sehr gut gelaufen."


Den größten Erfolg hat die Sekte im Mittelstand
Scientology ist überall. Im öffentlichen Dienst, in der Wirtschaft, in den
Parteien. Noch sind die Mitgliederzahlen in Deutschland gering. Aber der
Verfassungsschutz, der die Sekte seit 1997 observiert, rät zur Wachsamkeit

Von Armin Fuhrer

Die Scientology-Organisation macht jetzt wegen der nachrichtendienstlichen
Überwachung durch die Verfassungsschutzämter gegen sieben Bundesländer
mobil. Die jeweiligen Innenminister, darunter Manfred Püchel (SPD) aus
Sachsen-Anhalt und Walter Zuber (SPD) aus Rheinland-Pfalz, haben Schreiben
von der Organisation bekommen, in denen diese mit gerichtlichen Schritten
droht, falls die Beobachtung nicht bis zum heutigen Freitag zurückgenommen
wird. Bislang habe allerdings keines der Innenministerien geantwortet,
hieß es gestern.

Die umstrittene Organisation begründet ihre Forderung damit, daß diese
erstens prinzipiell nicht zulässig sei und zweitens die Mitgliederzahl so
niedrig sei, daß eine Beobachtung ohnedies überflüssig wäre. Dieses
Argument wird in Verfassungsschutzkreisen zurückgewiesen: „Dann hätte man
die RAF ja auch nicht überwachen dürfen, das waren ja auch nur wenige."
Auffällig sei zudem, daß Scientology nur denjenigen Innenministern gedroht
habe, in deren Ländern ­ wie im Osten ­ es ohnedies nur wenige Mitglieder
gibt.

Tatsächlich ist die Gesamtzahl der in Deutschland erfaßten Scientologen
offenbar deutlich geringer, als die Organisation, die ihren
Deutschland-Sitz in Hamburg hat, gerne behauptet. Der gerade
fertiggestellte Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe der
Verfassungsschutzbehörden, der im Auftrag der Innenministerkonferenz
erarbeitet wurde, schätzt die Zahl bundesweit auf derzeit 5000 bis 6000.
Bislang waren die Behörden von etwa 10 000 Mitgliedern ausgegangen,
Scientology spricht von 30 000.

Die Innenminister hatten auf ihrer Konferenz im Mai 1997 beschlossen,
Scientology ein Jahr lang mit nachrichtendienstlichen Mitteln zu
überwachen und anschließend darüber zu beraten, ob die Überwachung
fortgesetzt werden soll.

Obwohl die Verfassungsschützer weit davon entfernt sind, mit Blick auf die
von Scientology ausgehende Gefahr Entwarnung zu geben, so stellen sie doch
fest, daß von einer zunehmenden Unterwanderung von Politik und
Gesellschaft insgesamt nicht die Rede sein könne. Eine Unterwanderung der
politischen Parteien, wie sie Scientology-Gründer Hubbard als
langfristiges Ziel gefordert habe, sei „derzeit nicht zu erkennen". Im
öffentlichen Dienst wurden bundesweit 90 Fälle bekannt, in denen
Mitarbeiter gleichzeitig Scientologen sein sollen, bei Überprüfungen ergab
sich 48mal, daß der Verdacht richtig war.

Im gesellschaftlichen Bereich versuchen die Scientologen über verschiedene
Organisationen Ansprechpartner in der Bevölkerung zu finden. Unter dem
Oberbegriff „Association for better Living and Education" (Able)
koordiniert Scientology ihre angeblichen Bemühungen, „Probleme der
modernen Gesellschaft ­ nämlich Drogenmißbrauch, Kriminalität, Fehlschläge
in der Ausbildung und moralischen Verfall" zu lösen, und zwar mittels der
Theorien von Hubbard.

In der Wirtschaft war die Sekte mit ihrem Versuch erfolgreicher,
Mitglieder zu werben oder zu plazieren. Grund, Alarm zu schlagen, sehen
die Verfassungsschützer dennoch nicht. Von einer „systematischen
Unterwanderung der Wirtschaft" könne nach dem derzeitigen Erkenntnisstand
keine Rede sein. Allerdings heißt es in dem Bericht auch, ein
„Bedrohungspotential" für die Gesllschaft sei nicht von der Hand zu
weisen. Unter dem weltweiten Dach des World Institute of Scientology
Enterprises (Wise) sind in Deutschland nach den Erkenntnissen der
Verfassungsschützer mindestens 150 Unternehmen und Firmen
zusammengeschlossen. Es sei Scientology gelungen, in einigen großen
Unternehmen Mitglieder als führende Angestellte zu installieren. Diese
geben sich allerdings zumeist nicht als Scientologen aus.

Größeren Erfolg hat Scientology im Mittelstand. Schwerpunkte sind der
Immobilienbereich, Unternehmensberatungen, Werbeagenturen, Unternehmen der
Datenverarbeitung und auch kleinere Handwerksbetriebe und
Dienstleistungsunternehmen. Die Bedeutung dieser Firmen liegt einerseits
darin, die wirtschaftstheoretischen Vorstellungen Hubbards umzusetzen.
Zugleich haben die Firmen eine andere wichtige Bedeutung: erhebliche
Spenden zu zahlen, auf die Scientology nach Erkenntnissen der
Verfassungsschützer angewiesen sei.

Der Bericht der Arbeitsgruppe läßt am Ende trotz der teilweisen
Richtigstellung übertriebener Vorstellungen in der Öffentlichkeit in einer
Frage keine Deutlichkeit vermissen: „Aufgrund des im Bericht mehrfach
festgestellten Aufklärungsbedarfs ist eine weitere Beobachtung der
Organisation aus fachlicher Hinsicht angezeigt".


„Wir zeigen alles an"

Jeanette Schweitzer war drei Jahre lang Mitglied bei Scientology. Seit
1993 hilft die 47jährige mit ihrem Verein Vitem e. V. Anhängern der
Sekte beim Ausstieg.

WELT: Stars wie John Travolta schwören auf Scientology. Warum?

Schweitzer: Sektenführer Ron Hubbard setzt seine Stars eben sehr
erfolgreich als PR-Maschinen ein. Als Prominente werden sie gehätschelt
und gepflegt, die negativen Seiten lernen sie nicht kennen.

WELT: Was macht den Einstieg bei Scientology so attraktiv?

Schweitzer: Auf den Seminaren treffen sie Menschen, die Ihnen zuhören,
sich kümmern und sich viel Zeit nehmen. Der Übergang in die Sekte ist
unmerklich. Gefährlich wird es mit dem sogenannten „Auditing".

WELT: Was ist das?

Schweitzer: Angeblich eine Gesprächstherapie, tatsächlich jedoch ein
zwangshypnotisches Verfahren mit Gehirnwäsche. Ziel ist der gläserne
Mensch, der dann mit der Sprache und Ideologie der Scientologen gefüllt
werden kann.

WELT: Wie geht es weiter?

Schweitzer: Viele sondern sich von ihrer Familie und ihren Freunden ab.
Unangenehm wird es, wenn die ersten Rechnungen kommen. Nach einem Jahr
schlagen für die Auditings fast 100 000 Mark zu Buche.

WELT: Wie helfen Sie Aussteigern?

Schweitzer: Erstmal ganz handfest, etwa, indem wir eine Wohnung und
einen neuen Job suchen. Sollte die Sekte Probleme machen, sind wir
knallhart: Wir zeigen alles an. rot

Tilman Hausherr

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
John Travolta als Außerirdischer im Dienste von Scientology

Berliner Morgenpost
11.12.1998

Von Eggert Schröder

Scientology zieht ins Kino ein. John
Travolta will «Battleship Earth»,
einen Science-Fiction-Roman von
Scientology-Stifter L. Ron Hubbard,
verfilmen. Der Hollywood-Star würde


den von MGM finanzierten Film

produzieren und darin einen
Außerirdischen spielen. «Battleship
Earth» wäre der erste Roman von


Hubbard, der auf die Leinwand kommt.

Hubbard schrieb den Roman 1982. Darin
wird die Erde im Jahr 3000 von
Psychlos beherrscht, außerirdischen
Lebewesen, die sich von Gas ernähren.
Die Monster sind vier Meter groß,


haben glühende Bernstein-Augen und
lassen die Menschen unter Tage als
Minensklaven schuften. Der gute
Erdling Johnnie Goodboy Tyler stiftet
eine Revolte gegen die bösen Psychlos

und deren Anführer Terl, gespielt von
Travolta, an. Dem Film soll 80
Millionen Dollar kosten.

«Nicht die Außerirdischen, sondern der


Aberglaube legt die Menschheit in
Ketten, bis Johnnie Goodboy Tyler sich

freibricht», erklärte Hubbard zu dem


Roman, der in zwölf Sprachen übersetzt

wurde und eine Auflage von zwölf
Millionen Explaren erreicht hat.

Kritiker befürchten, daß die
Scientology-Kirche mit der
Hubbard-Verfilmung ein weiteres Stück
Hollywood erobert. Gegner der
Scientologen hatten bereits die
Travolta-Filme «Primary Colors» (Mit
aller Macht) und «Phenomenon»
kritisiert.

Filmvorlage ist ein Roman von L. Ron
Hubbard

Das Magazin «George» behauptete, daß
Präsident Bill Clinton und John

Travolta zu Beginn der Dreharbeiten


von «Primary Colors» eine Art Abkommen

schlossen. Clinton verzichtete darauf,
die deutsche Regierung im Kampf gegen
die Scientologen zu unterstützen. Im


Gegenzug soll Travolta in dem Film ein
freundlicheres Bild des fiktiven
Präsidenten gezeichnet haben, der

Clinton stark nachempfunden ist.

Sektengründer L. Ron Hubbard hatte in
den 30er Jahren als Drehbuchschreiber
und als Leser von Drehbüchern für die


Hollywood-Studios gearbeitet und stets
die Rekrutierung von Prominenten für

seine Religionsgemeinschaft gefördert.


John Travolta, seine Ehefrau Kelly

Preston, Tom Cruise, Fernsehstars


Kirstie Alley und Jenna Elfman,
Priscilla und Lisa Marie Presley
gelten als die prominentesten
Hollywood- Scientologen.

Die Religionsgemeinschaft versucht
stets, großen Einfluß auf alle Medien
zu nehmen. Im Internet sind 30 000
Seiten Scientology-Material abrufbar.
Ein neues, 900 Seiten dickes Lexikon,
daß den Scientology-Glauben erklärt,
läuft in den USA als Bestseller.

«Battleship Earth» wäre der erste
Scientology-Spielfilm. Die
Dreharbeiten können in Kürze beginnen.
Das Drehbuch liegt bereits seit zwei
Jahren vor und rückt nach einem
geplatzten anderen Projekt bei


Travolta an Platz eins der
Prioritätenliste.

«Mit ,Battleship Earth´ bringen wir


nicht scientologisches Gedankengut ins
Kino. Es handelt sich hier um einen
Science-Fiction-Roman und eine

wirklich gute Story», sagt
MGM-Sprecher Randy Greenberg.

Tilman Hausherr

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
http://www.vgp.de/red/pnp/1998/12/10/bay/00000009.htm

Scientology hat geringen Einfluß

Passauer Neue Presse
10.12.1998

München (lby). Die Unterwanderung durch Scientology in Staat,
Gesellschaft und Wirtschaft ist nach Einschätzung der Staatsregierung
kleiner als bisher befürchtet. Nach Erkenntnissen der Bund-Länder-
Kommission sind deutschlandweit lediglich 90 Fälle bekannt, bei denen
Scientology-Mitglieder im öffentlichen Dienst tätig sind. 150 Firmen in
Deutschland gehören der Vereinigung an, schätzt der Verfassungsschutz.
Bundesweit gibt es rund 6 000 Scientologen, davon etwa 1 000 in Bayern.
Dies sei aber keine Entwarnung, sagte Innen-Staatssekretär Hermann
Regensburger gestern vor dem Innenausschuß des Landtags. Die Beobachting
durch den Verfassungsschutz bleibe weiterhin Pflicht.

http://www.fraenkischer-tag.de/news/bayern/by_10___.htm

“Bedrohung kleiner als befürchtet”

Fränkischer Tag
10.12.1998

Ministerium: Beobachtung von Scientology weiterhin Pflicht

MÜNCHEN. Die Unterwanderung durch Scientology in Staat, Gesellschaft und
Wirtschaft ist nach Angaben der bayerischen Staatsregierung kleiner als
bisher befürchtet. Innenstaatssekretär Hermann Regensburger (CSU) machte
dafür am Mittwoch die intensive Aufklärung der Bevölkerung und
staatliche Gegenmaßnahmen verantwortlich. Dies sei aber keine
Entwarnung, sagte er vor dem Innenausschuß des Landtags. Die Beobachtung
durch den Verfassungsschutz bleibe weiterhin Pflicht. Die SPD
appellierte dagegen an die Staatsregierung, bei ihren Maßnahmen “die
Kirche im Dorf zu lassen.” Scientology sei zwar eine
verfassungsfeindliche Organisation. Die Bedrohung durch die kurdische
PKK sei für das Staatswesen aber wesentlich größer als durch “diese
weltanschaulich verbrämte Bande”, sagte der SPD-Abgeordnete
Peter Paul Gantzer. Die Grünen kritisierten, daß das Kultusministerium
noch 1996 in einer Schulzeitung geschrieben habe, Scientology-Mitglieder
erkenne man am “veränderten Bartwuchs” und an einer “Schwächung des
Denkprozesses”.


Tilman Hausherr

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
Sekten/Scientology/Dewes/
Dewes: Scientology wird in Thüringen weiter beobachtet =

8.12.1998

Erfurt (ADN). Scientology wird auch in Thüringen weiter vom
Verfassungsschutz beobachtet. Es gebe keine Veranlassung, die
Beobachtung der Sekte mit nachrichtendienstlichen Mitteln zu
beenden, erklärte der thüringische Innenminister Richard Dewes (SPD)
am Dienstag in Erfurt. Das am Vortag von der Sekte gestellte
Ultimatum, die Beobachtung einzustellen, wies der Minister zurück.
<Ich lasse mich nicht erpressen>, betonte Dewes.

Auch wenn die Gruppe in Thüringen weniger als zwei Dutzend aktive
Mitglieder habe, sei das kein Grund, die Augen zu verschließen.
Schließlich gehe es in solchen Fällen nicht um Quantität. Nach
Angaben von Dewes gibt es auch in Thüringen scientologisch geführte
Unternehmen. Darüber hinaus werbe die Sekte mit umfangreichen
Materialien in Ministerien, Polizeidienststellen und
Justizvollzugsanstalten, aber auch in anderen öffentlichen
Einrichtungen wie Bibliotheken, Stadtverwaltungen und
Volkshochschulen.

Tilman Hausherr

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
Beim Barte des Scientologen
Tips für Schüler, die einen Hubbard-Jünger outen wollen

SZ
10.12.98

Von Conny Neumann

MÜNCHEN – Die bayerischen Verfassungsschützer werden Scientologen auch
in Zukunft intensiv überwachen. „Es besteht noch erheblicher
Aufklärungsbedarf“, berichtete Innenstaatssekretär Hermann Regensburger
im Kommunalausschuß des Landtags, es gebe weitere tatsächliche
Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen. Höchstens 6000
Scientologen, das haben Fahnder in allen Bundesländern gezählt, soll es
in Deutschland geben, etwa 1000 im Freistaat, wo die Sekte ihre Zentrale
eingerichtet hat. Eine stattliche Zahl an Polizisten und Spitzeln des
Staatsschutzes ist auf sie angesetzt. Und die hätten sich die Arbeit
erleichtern können, hätten sie im Schulranzen ihrer Sprößlinge nach dem
Schulreport des bayerischen Kultusministeriums geforscht und speziell in
der Ausgabe vom April 1996 geblättert.

Darin gibt K. Maier in der Rubrik Psychokonzerne „Informationen über
Scientology“. Den Absatz „Erkennen eines SC-Mitgliedes“ sollten sich die
Staatsschützer hinter den Spiegel klemmen. SC-Mitglieder entwickeln sich
nämlich „interessanterweise“, so schreibt der Schulreport, hin zu einer
Standard-Persönlichkeit. Äußerlich sei dies nicht nur an einer
„Veränderung des Gewichts (Fettleibigkeit, Magersucht)“ zu erkennen,
sondern vor allem – und das ist vom Autor dick unterstrichen – am
veränderten Bartwuchs.

Dies wirft nicht nur unter vorwitzigen Schülern Fragen auf: Wird das
Gesicht eines Scientologen praktisch über Nacht zugewuchert? Fallen dem
Hubbard-Anhänger die Barthaare aus oder wechseln sie chamäleongleich die
Farbe? Welche Folgen hat dieses Phänomen bei weiblichen SC-Mitgliedern?

Ohne die spannende Passage näher zu erläutern, führt uns der Schulreport
hin zu weiteren Merkmalen, die zu erkennen es jedoch eines intensiveren
Observierens des Verdächtigen bedarf. „Kräfteverfall“ gilt als
deutliches Indiz dafür, daß eine SC-Schulung erfolgreich absolviert
wurde, zudem eine „Verengung und Schwächung des Denkprozesses“ oder eine
Veränderung der Gefühlswelt. Sogar von Halluzinationen werde geplagt,
wer den Auditing-Trainern der Sekte auf dem Leim gegangen ist.

Beruhigend hingegen ist ein Hinweis am Ende der Artikels. „Ein Abbruch
der schulischen Laufbahn gilt inzwischen nicht unbedingt als Zeichen.“
Dem entnehmen wir, daß Schulkameraden, die in der Oberstufe aus reinem
Frust das Handtuch schmeißen, keineswegs nahtlos in eine
verfassungsfeindliche Sekte eintreten. Sollten ihnen aber plötzlich ein
Bart stehen, ein Bauch wachsen, sollten sie zudem ihrer langjährige
Freundin den Laufpaß geben, ist ein kleiner Wink an die Staatsschützer
sicher nicht voreilig.

Bayern, das wird an dieser Schrift deutlich, nimmt zurecht die
Führungsposition unter den Sektenjägern in Deutschland ein.

Tilman Hausherr

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
MV/Verfassungsschutz/Scientology
Innenminister weist Forderung von Scientology zurück =

AP 7.12.1998

Schwerin (AP) Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Gottfried
Timm hat am Montag die Forderung der Scientology-Organisation, deren
Beobachtung durch den Verfassungsschutz einzustellen,
zurückgewiesen. Die Regierung lasse sich nicht erpressen, und der
Verfassungssschutz werde weiter beobachten, solange es Aktivitäten
von Scientology im Lande gebe, erklärte Timm. Unter Androhung
rechtlicher Schritte hatte die Sekte bis zum 10. Dezember eine
Erklärung über die künftige Einstellung der Beobachtung gefordert.
Timm wies darauf hin, daß die Innenministerkonferenz von Bund und
Ländern eine Beobachtung von Scientology nach wie vor als
`angemessen und zulässig" einschätze.


Scientology setzt ostdeutsche
Bundesländer unter Druck - Innenminister weisen Ultimaten zurück

7.12.1998

Berlin (ADN-RO). Die Innenministerien der ostdeutschen
Bundesländer sehen sich wegen der Überwachung von Scientology
Ultimaten durch die Organisation ausgesetzt. Alle Innenministerien
der neuen Länder sind zu Wochenbeginn aufgefordert worden, die
Überwachung durch den jeweiligen Verfassungsschutz einzustellen,
anderenfalls drohe eine Klage. In den offenbar gleichlautenden
Schreiben wird argumentiert, eine Überwachung sei durch die Gesetze
nicht gedeckt, weil Scientology in den ostdeutschen Ländern nicht
organisatorisch vertreten sei. Mehrere Innenminister wiesen die
Drohungen umgehend zurück.

So wird die Beobachtung der Scientology-Organisation durch den
sächsischen Verfassungsschutz ungeachtet einer Klagedrohung
fortgesetzt. Innenminister Klaus Hardraht (CDU) sagte in einem
ADN-Interview in Dresden, es stehe fest, daß Scientology <teilweise


flächendeckende Aktivitäten entfaltet>. Die Organisation sei auch im
Freistaat aktiv. Die Landesregierung werde sich von einer

<Erpressung> nicht beeindrucken lassen. Die gesetzte Frist für eine
Einstellung der Überwachung werde ignoriert.

Hardraht betonte, für eine Überwachung der Organisation sei eine
<eindeutige Rechtsgrundlage vorhanden>. Die bisherigen Erkenntnisse
rechtfertigten die Beobachtungen. Bei der Organisation hätten sich


<die für eine Beobachtung erforderlichen tatsächlichen Anhaltspunkte
für eine verfassungsfeindliche Zielsetzung bestätigt>. Erkenntnisse
aus der Überwachung würden in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe

beraten. Über die Zahl der Mitglieder von Scientology in Sachsen
wollte der Minister sich nicht äußern.

Auch der Schweriner Innenminister Gottfried Timm (SPD) will sich
trotz eines Ultimatums der Scientology-Sekte weiterhin eine
Beobachtung der Organisation durch den Verfassungsschutz
vorbehalten. Timm erklärte in Schwerin, er lasse sich nicht
erpressen. Wenn es in Mecklenburg-Vorpommern Aktivitäten von
Scientologen gebe, dann werde der Verfassungsschutz sie
selbstverständlich auch weiterhin beobachten.

Die CDU im Schweriner Landtag sicherte dem Innenminister ihre
Untersützung bei seiner Haltung gegenüber Scientology zu. Bei dieser
Sekte sei es nach wie vor gerechtfertigt, daß sie vom
Verfassungsschutz überwacht werde, erklärte der Parlamentarische
Geschäftsführer der Fraktion, Lorenz Caffier. Im Fall einer Klage
der Sekte bleibe zu hoffen, daß die Justiz bei ihrer bisherigen
Haltung bleibe.

Den Innenministern der ostdeutschen Länder war von der
Scientology-Organisation bis zum Wochenende Zeit gegeben worden zu
erklären, daß sie die Sekte nicht mehr überwachen lassen wollen.
Der Sprecher des Magdeburger Innenministeriums, Matthias Schuppe,
hatte dazu auf Anfrage erklärt, die Forderung von Scientology sei
<für uns nicht maßgeblich>, da die Organisation in Sachsen-Anhalt
nicht existiere.

Hintergrund der Ankündigung ist ein Beschluß der
Innenministerkonferenz vom November, wonach die Beobachtung der
Organisation durch den Verfassungsschutz fortgesetzt werden soll.

voe/gkw

Scientology setzt ostdeutsche Bundesländer unter Druck

7.12.1998

Berlin (ADN-RO). Die Innenministerien der ostdeutschen
Bundesländer sehen sich wegen der Überwachung von Scientology
Ultimaten durch die Organisation ausgesetzt. Alle Innenministerien
der neuen Länder sind zu Wochenbeginn aufgefordert worden, die
Überwachung durch den jeweiligen Verfassungsschutz einzustellen,
anderenfalls drohe eine Klage. In den offenbar gleichlautenden
Schreiben wird argumentiert, eine Überwachung sei durch die Gesetze
nicht gedeckt, weil Scientology in den ostdeutschen Ländern nicht
organisatorisch vertreten sei.

So wurde Thüringens Innenminister Richard Dewes (SPD)
aufgefordert, bis zum Freitag zu erklären, daß die Beobachtung
beendet wird. Sonst werde man vor das Verwaltungsgericht ziehen,
teilte die Vereinigung am Montag mit. Der Verfassungsschutz habe in
allen neuen Ländern nach einjähriger Beobachtung nur 35 bis 40
Scientology-Mitglieder festgestellt. Für den
<Verfassungsschutzaktionismus> gebe es keine gesetzlichen
Voraussetzungen.

Dem Schweriner Innenminister Gottfried Timm (SPD) gab die
Organisation sogar nur bis Donnerstag Zeit, die Einstellung der
Überwachung zu verkünden.

Auch das sächsische Innenministerium bestätigte am Montag auf
Anfrage, ein Schreiben der Scientology-Organisation erhalten zu
haben. Hier lautet das Ultimatum auf Freitag. Auch Brandenburgs
Innenminister Alwin Ziel (SPD) wurde in einem Schreiben kritisiert,
weil er der jüngsten Innenministerkonferenz einer weiteren
Beobachtung zugestimmt habe. Offenbar würden von einzelnen
Politikern nur amtskirchliche Interessen vertreten.

Vom Magdeburger Innenminister Manfred Püchel (SPD) wurde ebenfalls
verlangt, die Beobachtung der Organisation <mit
nachrichtendienstlichen Mitteln> in Sachsen-Anhalt einzustellen und
ein entsprechende Erklärung bis Ende dieser Woche abzugeben. Der
Sprecher des Magdeburger Innenministeriums, Matthias Schuppe,
erklärte auf Anfrage, die Forderung von Scientology sei <für uns
nicht maßgeblich>, da die Organisation in Sachsen-Anhalt nicht
existiere.

Hintergrund der Ankündigung ist ein Beschluß der
Innenministerkonferenz vom November, wonach die Beobachtung der
Organisation durch den Verfassungsschutz fortgesetzt werden soll.

voe/muc


Scientology fordert Ende der Beobachtung

7.12.1998

München (Reuters) - Scientology hat die Innenenminister
von sieben Bundesländern aufgefordert, die Beobachtung der


Organisation durch den Verfassungsschutz einzustellen.

Sollten die fünf ostdeutschen Bundesländer, das Saarland
und Rheinland-Pfalz der Aufforderung nicht nachkommen,
werde Scientology vor den zuständigen Verwaltungsgerichten
klagen, kündigte die Organisation am Montag in München an.
Da Scientology in den sieben Ländern organisatorisch nicht
vertreten sei, sei es ein Unding, daß die Landesregierungen
der Observation zugestimmt hätten. In Ostdeutschland habe
der Verfassungsschutz gerade mal 35 bis 40 Scientology-
Mitglieder festgestellt.
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Gottfried Timm
(SPD) sagte zu der Forderung: "Wir lassen uns nicht
erpressen". Wenn es in seinem Bundesland Aktivitäten der
Organisation gebe, würden diese selbstverständlich auch
weiterhin beobachtet. Scientology habe in der Vergangenheit
mehrfach Anlaß zu dem Verdacht gegeben, daß sie das im


Grundgesetz verankerte Recht auf freie Meinungsäußerung und
den Schutz der Menschenwürde nicht respektiere.

ams/kps


Scientology will Verfassungsschutz in sieben Ländern stoppen -
Organisation verlangt Unterlassungserklärung - Innenminister lehnen Ende
der Beobachtung ab

7.12.1998

München (AP) Die Scientology-Organisation will mit rechtlichen
Schritten gegen eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz in
sieben Bundesländern vorgehen, in denen sie organisatorisch nicht
vertreten ist. In einem Schreiben an die Innenminister der
ostdeutschen Länder sowie von Rheinland-Pfalz und dem Saarland
forderte die Sekte laut einer am Montag in München veröffentlichten
Mitteilung bis zum kommenden Donnerstag eine Unterlassungserklärung.
Anderenfalls werde Scientology vor den Verwaltungsgerichten klagen.
Die Länder wiesen die Forderung einhellig zurück.
Die Organisation begründete ihr Vorgehen damit, es sei `ein
Unding", daß die Innenminister der sieben Länder bei der letzten
Innenministerkonferenz einer bundesweiten Beobachtung durch den
Verfassungsschutz zugestimmt hätten, obwohl es in ihrem
Verantwortungsbereich keine organisierten Scientology-Mitglieder
gebe. Der Verfassungsschutz werde damit `gegen Scientology gezielt
als propagandistisches Diskriminierungsinstrument mißbraucht".
Die von Scientology angeschriebenen Innenministerien wiesen das
Vorgehen der Organisation zurück. Mecklenburg-Vorpommerns
Ressortchef Gottfried Timm sagte, die Regierung lasse sich nicht
erpressen, und der Verfassungssschutz werde weiter beobachten,
solange es Aktivitäten von Scientology im Lande gebe. Timm wies
darauf hin, daß die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern eine
Beobachtung von Scientology nach wie vor als `angemessen und
zulässig" einschätze. Auch der sächsische Innenminister Klaus
Hardraht unterstrich, daß sich die sächsische Staatsregierung von
den angedrohten Schritten nicht beeindrucken lasse. Die Sekte habe
verfassungsfeindliche Ziele. Sie verstoße durch ihre totalitäre
Organisationsform gegen das Demokratieprinzip und verletze durch ihr
Handeln die Menschenwürde.
Scientology müsse sich außerdem die Frage gefallen lassen, warum
sie gegen eine Beobachtung in Brandenburg vorgehen wolle, obwohl sie
nach eigenen Angaben in diesem Bundesland nicht präsent sei, sagte
der Sprecher des Potsdamer Innenministeriums, Manfred Füger. Beim
Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln ging nach Angaben eines
Sprechers keine Aufforderung zur Einstellung der Beobachtung ein. Im
November hatte die Innenministerkonferenz einstimmig eine weitere
Beobachtung von Scientology gebilligt. Allerdings wird von Land zu
Land unterschiedlich verfahren.
Ende
AP/rd/tw/it/

Tilman Hausherr

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
GR. EVA MARIA FLUCH
"Werbeverbot für die Sekten ist notwendig"

Kleine Zeitung
4.12.1998

Für ein Werbeverbot von Sekten spricht sich VP-Mandatarin Eva Maria
Fluch aus. Die Gemeinderätin bezieht sich dabei auf die seinerzeitigen
Scientology-Großplakate, die eine heftige Debatte über destruktive Kulte
und Psychogruppen ausgelöst haben; Netzwerk-Chef Peter Hosak hat sich
damals für ein generelles Werbeverbot ausgesprochen. Fluch verlangt nun
die Prüfung eines Werbeverbots bzw. das Vorlegen eines Ergebnisses, wenn
eine Prüfung bereits stattgefunden hat. Ferner verlangt sie präventive,
bewußtseinsbildende Maßnahmen der Stadt Graz, um junge Leute vor
Sekten-Gefährdungen zu schützen.

Tilman Hausherr

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
Nur eine kleine Gruppe ist konfliktträchtig
Diskussion über eine Unterwanderung der Wirtschaft durch Sekten

Mannheimer Morgen
7.12.1998

"Sekten verbieten?" lautete das Thema einer CDU-Podiumsdiskussion im
Heinrich-Pesch-Haus. Vorgestellt wurde der Abschlußbericht der
Bundestags-Enquete-Kommission "Sogenannte Sekten und Psychogruppen".
"Anlaß für die zweijährige Analyse sogenannter Sekten waren Petitionen
von Bürgern, die über Schädigungen durch Sekten klagten", erklärte die
Enquete-Vorsitzende Ortrun Schätzle.

Am Bericht hatten Theologen, Psychologen, Soziologen und Juristen
mitgearbeitet. Der Abschlußbericht sei eine reine Analyse, Zeugen seien
nicht vernommen worden, so Schätzle. "Neue religiöse Gemeinschaften und
Psychogruppen sind nicht gefährlich, nur eine kleine Gruppe ist
konfliktträchtig", faßte Frau Schätzle zusammen. Dem oft geäußerten
Wunsch nach einer Liste mit solchen Gruppen könne nicht entsprochen
werden, weil das nur eine Momentaufnahme sein könne. Der Soziologe
Professor Erwin Scheuch nannte den Abschlußbericht der Kommission einen
"Pudding-Bericht".

Eine Unterwanderung der Wirtschaft durch sogenannte Sekten sei von der
Enquete-Kommission nicht beobachtet worden, so Frau Schätzle, auch wenn
es Fälle von Korruption gebe. Die Kommission will dem Bundestag
empfehlen, über ein "Lebenshilfegesetz" nachzudenken. Dieses Gesetz
solle für mehr Transparenz bei den Angeboten auf dem Psychomarkt sorgen,
so die Enquete-Vorsitzende. Auch will die Kommission im Bundestag
anregen, mehr Beratungsstellen für Sektenaussteiger zu schaffen und
Scientology weiterhin vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

Gegen ein "Lebenshilfegesetz" sprach sich Kritiker Scheuch aus. Die
Bürger seien mündig, man brauche keine "staatlich finanzierten
Schutzengel". Darauf entgegnete die Enquete-Vorsitzende, daß die Bürger
in Petitionen eine stärkere Kontrolle von Sekten gefordert hätten.

"Der Vorwurf des Sektenjagens ist im übrigen haltlos, wir streben mit
dem Bericht eine Versachlichung des Themas an", erklärte Frau Schätzle
gegenüber den Kritikern. Glaubensfreiheit sei die zentrale Leitlinie
gewesen. Die Kommission empfehle auch, den oft diskriminierend
verwendeten Begriff "Sekte" nicht mehr für das große Spektrum
verschiedenster Gruppierungen vom Staat aus zu verwenden. Das wiederum
fand Scheuch übertrieben. "Wir dürfen nicht alle in einen Topf werfen,
gleichzeitig sollten wir weiterhin wachsam sein und aufklären." Hoe

charlie

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
On Thu, 17 Dec 1998, Tilman Hausherr wrote:
>Scientology erobert Hollywood
>
>DIE WELT
>11.12.1998
>
> Der Schauspieler John Travolta, selbst bekennender Anhänger der
> Organisation, will den Science Fiction-Roman „Battleship Earth" des
> Scientology-Gründers Ron Hubbard verfilmen. Die Sekte der Stars greift zum
> ersten Mal nach der Kontrolle über eine große Spielfilmproduktion

Ich hab die ganze Story mal gelesen. So gaanz schlecht ist sie nicht :)
Eigentlich ziemlich Mittelmass. So etwa das was ein ScienceFiction Fan etwa
bei Perry Rhodan liest (Sorry Leute :)

Eine typische Heldengeschichte, er (der Held) entgeht durch Fügung einer
radioaktiven Verseuchung in der Jugend, wird gefangen und leistet Dienste für
die Ausserirdischen, dort muss er an einem Lernapparat lernen, findet heraus,
dass diese Kreaturen auf Radioaktivität allergisch sind und erfindet radioaktive
Geschosse. Mit denen werden selbstverständlich alle Monster abgeknallt. Doch
zuerst flieht er mit seinem heldenhaften Pferd und dann sammelt der Held mit
einer geklauten Drohne (die übrigens vor Tausend Jahren die Erde vergiftete)
alle noch verbliebenen Resourcen seines Planeten und findet alte
Militäranlagen die von der Resistance wieder belebt werden, er erlebt Schönes
in England und besiegt schliesslich die Ausserirdischen. Als der Letze dieser
greulichen Bestien durch einen Teleportstrahl nach Hause verschwinden will,
jagt er ihm noch eine Atombombe nach und siehe da der ganze Planet fliegt in
die Luft und die Herrschaft ist gebrochen. Von nun an, nach einer
dramatischen Sitzung mit den Herrschenden der Galaxien, sollten die Menschen
(natürlich mit den Bankiersaliens) das Universum kontrollieren. Die Menschen
hatten den Aliens das Geheimnis der Teleportation geklaut und wollten sie nicht
mehr rausrücken.

Mehr nicht :)

charlie


Herbert Luidolt

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to

Tilman Hausherr schrieb:


>
> http://www.kleine.co.at/kleine/19981212/Regional/Graz/Mos01cb1.html
>
> Scientology als Kuckuck auf Weihnachts-Markt
>
> Kleine Zeitung
> 12.12.1998

Die Kleine Zeitung ist das Österreichische Pedant zur Bild-Zeitung.
Nur mal so nebenbei


>
> Bei "Geschenk & Handwerk" auf der Grazer Messe findet man nicht nur
> Weihnachtliches. Auch Scientology-Bewegung hat sich eingenistet.

Wenn nun einer der 8 katholischen Verlage einen Stand hätte,
hätten die sich dann auch eingenistet. Oder was wäre das dann?

Bully Beiser

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to
>Ich hab die ganze Story mal gelesen. So gaanz schlecht ist sie nicht :)
>Eigentlich ziemlich Mittelmass. So etwa das was ein ScienceFiction Fan etwa
>bei Perry Rhodan liest (Sorry Leute :)
Nun ja, dass Du Perry nicht so magst ist Den Problem. Das Du Jony Goodboy
Thyler nicht so magst auch. Ich finde beide gute Unterhaltung. Aber was
sollst von einem Freejazz Fan, der Gehäule mit Musik verwechselt und
Disharmonie auf Disharmonie spielt ist ja nicht anderes zu erwarten.

Liebst Du den Steven King oder Edgard Allen Poe?

Much love Bully

Tilman Hausherr

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to
In <3679BE2F...@t-online.de>, Hohe...@t-online.de (Herbert
Luidolt) wrote:

>Die Kleine Zeitung ist das Österreichische Pedant zur Bild-Zeitung.

Aus deren WWW seite merkt man das aber nicht.

charlie (k.e.maij)

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to
On Fri, 18 Dec 1998 09:17:42 +0100, "Bully Beiser"
<bully-...@bluewin.ch> wrote:

>>Ich hab die ganze Story mal gelesen. So gaanz schlecht ist sie nicht :)
>>Eigentlich ziemlich Mittelmass. So etwa das was ein ScienceFiction Fan etwa
>>bei Perry Rhodan liest (Sorry Leute :)
>Nun ja, dass Du Perry nicht so magst ist Den Problem.

Hey, ich mag Perry Rhodan! Schiesslich hab ich das ein paar Jahre
gelesen :) Aber auch anderes, Autoren wie Robert Silverberg oder Isaak
Asimov oder A.C.Clarke usw. Aber das ist eine andere Qualitaet.
Muesstest Du Dir mal reinziehen. Ich finde Hubbards Geschichte im Stil
des Boulevard- oder Serien SF geschrieben. Nicht Schlecht, aber auch
nicht erste Sahne. Eine Mittelmaessige Geschichte eben. Im uebrigen
kannsta ja mal im SF-Jahrbuch nachschauen, wo Hubbard mit seinem Buch
geblieben ist.

>Das Du Jony Goodboy
>Thyler nicht so magst auch. Ich finde beide gute Unterhaltung.

Ja Unterhaltung, mehr nicht.

> Aber was sollst von einem Freejazz Fan, der Gehäule mit Musik verwechselt und
>Disharmonie auf Disharmonie spielt ist ja nicht anderes zu erwarten.

Junge, Junge bist Du daneben. Ich bin kein Freejazz-Fan. Im laufe
eines Musikstudiums ist es aber noetig, verschiedene Aspekte des
Ausdrucks und der Handhabung der Harmonik zu erlernen und vor allem zu
verstehen. Die selben Elemente tauchen in der Klassik wieder auf und
umgekehrt. Wenn Du Dich einmal mit Musik beschaeftigen wuerdest, dann
wuerdest Du auch das Prinzip der Hoergewohnheit verstehen. Das Du so
auf den FreeJazz reagierst und die anderen Musikrichtungen die ich in
meinem Beispiel erwaehne, ausser acht laesst, zeigt mir, dass ich da
anscheinend einen Knopf bei Dir gefunden habe :) Den FreeJazzButton.


>Liebst Du den Steven King oder Edgard Allen Poe?

Poe ja, King weniger, hab ich noch nichts gelesen. Macht mich aber
auch nicht so an. Das hat damit zu tun, dass ich gerne technische
Geschichten lese :)

>Much love Bully

Liebesschwur im Internet.

charlie
--
/*charlies kritische Scientology-Seiten auf
http://www.charlies-playhouse.ch
-- for mail see header -- */

Tilman Hausherr

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to
http://www.abendblatt.de/contents/ha/news/lokales/html/181298/1518FUSS5.HTM


"Schutzerklärung": Scientology droht Maklern

Hamburger Abendblatt
18.12.1998

Firmen und Verbände, die sich gegen Scientology absichern wollen, haben
in diesen Tagen Post von der umstrittenen Organisation bekommen. Inhalt:
Sie sollen die nach Ansicht der Scientologen diskriminierenden
"Schutzerklärungen" zurücknehmen, mit deren Hilfe Mitarbeiter, Kunden
und Geschäftspartner darlegen müssen, daß sie weder Scientologen sind,
noch nach der Technologie des Sektengründers L. Ron Hubbard verfahren.
   In einem ersten Schreiben hatte das scientologische "Deutsche Büro
für Menschenrechte" in München an Firmen in ganz Deutschland (davon
zwölf in Hamburg) Fragebögen verschickt, in denen unter anderem gefragt
wurde, ob, wann und auf wessen Anregung hin, die "Schutzerklärung"
eingeführt worden sei. In einem weiteren Brief, der nach Angaben der
Hamburger Scientology-Sprecherin Gisela Hackenjos zunächst nur an den
Ring Deutscher Makler (RDM) ging, wurde damit gedroht, Scientology werde
in Kürze veröffentlichen, welche Firmen, Verbände und Vereine immer noch
eine "Schutzerklärung" fordern.
   Der RDM erklärte dazu, er beabsichtige "trotz dieser Drohung nicht,
die Satzung des Landesverbandes Hamburg zu ändern". Ursula Caberta,
Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology der Innenbehörde, sagte, die
Angeschriebenen sollten sich "nicht bange machen lassen" und notfalls
sie anrufen. Für Caberta sind die Briefe die Fortsetzung einer Kampagne
von 1993. Damals habe Scientology behauptet, sie werde in Deutschland
verfolgt wie seinerzeit die Juden von den Nazis.    (scho)

Tilman Hausherr

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to
http://anzeiger.net/freeway/owa/anz_online.artikel?rub=anzp&art_id=5027158#act

Scientology will Verfassungsschutz in sieben Ländern stoppen

8.12.1998

Organisation verlangt Unterlassungserklärung - Innenminister lehnen Ende
der Beobachtung ab

MÜNCHEN (AP). Die Scientology-Organisation will mit rechtlichen

Tilman Hausherr

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to
Konzert gegen Drogen am Stephansplatz
"Elvis" Mark Janicello unterstüzt Aufklärung gegen Drogen

OTS 7.12.1998

Wien (OTS) - Am 10. Dezember um 16.00 Uhr veranstaltet der
Verein "Sag Nein zu Drogen" vor dem Haas-Haus, Stephansplatz, ein
großes Konzert gegen Drogen. Das Konzert soll zugleich der
Startschuss für eine großangelegte Aufklärungskampange sein. Der
bekannte amerikanische Operntenor und Elvisinterpret, Mark
Janicello, singt zu diesem ganz speziellen Event. Janicello feierte
mit "The King of Rock and Roll" in Elvis- einer Musical Biography
große Erfolge in Österreich und international.

"Mir ist es ein großes Anliegen, daß die Jugend aufgeklärt wird,
welchen großen Schaden Drogen wirklich anrichten. Eine schleichende
Gefahr bilden die sogenannten Designerdrogen, wie Ecstasy und die
jungen Leute sind zu wenig informiert, wie negativ ihr Leben
dadurch beeinflußt wird", meint Elvisinterpret Mark Janicello und
betont zugleich, daß Ecstasy aber nur einen "kleinen" Teil der
Aufklärung der "Sag Nein zu Drogen"-Kampagne abdecken wird.

Bei dem Konzert wird auch die neu herausgegebene Broschüre mit
"Ecstasy: entlarvter Verräter" verteilt, welche von der von der
Scientology Kirche Österreich gesponsert wurde.

Die "Sag Nein zu Drogen"-Kampagne läuft seit vielen Jahren mit
großen Erfolg in Ländern wie Schweiz, Deutschland und Amerika, wo
Stars wie John Travolta und Isaac Hayes, Chick Corea, Beach Boys
und viele mehr sie begleiten. Die Ehrenrolle wurde von
Persönlichkeiten wie Michael Palin, Andrew Lloyd Webber, Cliff
Richard, der Prinzessin Christina von Schweden und vielen mehr
unterzeichnet.

Ins Leben gerufen wurde Sie von der damaligen First Lady Nancy
Reagan, die in der Akademie für Fernsehkünste und Wissenschaften in
Los Angeles, USA, im Oktober 86 erstmalig an Künstler appelierte:
"Ich kam heute hierher, mit der Bitte an Euch, nicht länger passiv
zu sein. Ich kam mit der Bitte, mir dabei zu helfen, gegen
Drogenmißbrauch zu kämpfen. Ihr seid kreative Leute. Ihr seid die
natürlichen Feinde von Drogen, da Drogen die Kreativität zerstören.
Sie töten Gefühle. Sie töten das Denkvermögen. Sie töten alles, was
ihr verkörpert...."

"Wir dürfen auch in Österreich nicht tatenlos zusehen, wie unsere
Jugend zusehends in den Bann der Abhängigkeit gezogen wird", sagt
Rudi Wagner, selbst Künstler und Obmann des Vereins Sag' Nein zu
Drogen.

Erwartet wird ein hochgradiger Politiker, der die "Sag Nein zu
Drogen Kampagne" unterstützt.

Rückfragehinweis: Verein - Sag" Nein zu Drogen Rudi Wagner, Tel.:
0676/342 1918

Tilman Hausherr

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to
Konzert "Sag Nein zu Drogen" vor dem Haashaus, Stephansplatz großer
Erfolg

Scientologe Mark Janicello sang Ave Maria am Stephansplatz

OTS 11.12.1998

Wien (OTS) - Das Konzert des neugegründeten Vereins "Sag Nein zu
Drogen", welches am Stephansplatz vor dem Haashaus stattgefunden
hat, war ein voller Erfolg. Tausende Menschen hörten die Botschaft,
"Nein zu Drogen" zu sagen und wohnten den Opernausschnitten als
auch den Elvisliedern von Mark Janicello trotz der beißenden Kälte
zwei Stunden bei.

Insgesamt wurden mehr als 4000 Flugzettel sowie 1900 Exemplare des
Büchleins "Ecstasy-entlarvter Verräter" verteilt.

Den Höhepunkt der Konzertes bildete der bekennende Scientologe Mark
Janicello, der das Publikum durch seine Show begeisterte und am
Schluß "Ave Maria" gesungen hat.

Janicello: "Es ist mir ein großes Anliegen, vor allem die Jugend
über den Mißbrauch durch Ecstasy aufzuklären und zu schützen. Wenn
ich dies durch meine Musik vermitteln kann, so ist es eine
besondere Freude für mich, solche Projekte zu unterstützen".

Selbst eine Gruppe von Störenfrieden, die den Sänger von der Bühne
zerren wollten, wurden durch die Anmut des Gesanges, durch das
protestierende Publikum und die Polizei, die gleich zu Hilfe kam,
gestoppt.

Die Präsidentin der Scientology Kirche Wien, Andrea Westhoff,
sagte: "Der große Erfolg des heutigen Konzertes hat uns bestätigt,
die Aktionen und den Verein "Sag Nein zu Drogen" noch mehr zu
unterstützen und zu fördern".

"Es freut uns, daß unsere erste große Veranstaltung auf so viel
Interesse gestoßen ist. Wir werden uns weiter bemühen, die
Öffentlichkeit über alle Arten von Drogen und deren Auswirkungen
aufzuklären. Unser Anliegen ist, die Jugend über Drogen wie Ecstasy
aufzuklären und weiterzubilden", sagte Rudi Wagner, selbst Künstler


und Obmann des Vereins Sag'Nein zu Drogen.

Rückfragehinweis: Verein - Sag"Nein zu Drogen Tel: 02215/ 6030,
Rudolf Wagner

Tilman Hausherr

unread,
Dec 18, 1998, 3:00:00 AM12/18/98
to
http://www.tagesspiegel-berlin.de/archiv/1998/11/23/ku-ro-11919.html

Mission unmöglich
Barocker Minimalist: Chick Corea und "Freunde" im Tränenpalast

DER TAGESSPIEGEL
22.11.1998

VON WOLF KAMPMANN

Es gibt keinen anderen Pianisten, der
barocke Momente so minimalistisch
gestalten kann wie Chick Corea. Das
Verhältnis der amerikanischen
Jazz-Legende zu Deutschland war in
den letzten Jahren ein wenig gestört.
Seit der baden-württembergische
Ministerpräsident Erwin Teufel ihn
vor einigen Jahren wegen seiner
Mitgliedschaft in der
Scientology-Sekte bannte, wagte sich
kaum ein Veranstalter, den begnadeten
Pianisten, der im übrigen niemals
missionarisch aufgetreten war, auf
eine deutsche Bühne zu holen. So war
es nun der amerikanischen Botschaft
vorbehalten, Corea innerhalb einer
ausgedehnten Europa-Tour mit Band in
den Tränenpalast einzuladen. Chick
Corea betrat sichtlich gelöst die
Bühne. "Ich bin denkbar wenig
vorbereitet", entschuldigte er sich
zu Beginn des ersten Sets. Doch wozu
braucht er Vorbereitung? Er gehört zu
jenen raren Improvisatoren, die jeden
Ton präzise dort plazieren, wo er
hingehört. Eigene Kompositionen
mischte der Kalifornier mit Stücken
von Bud Powell, Duke Ellington und
Thelonious Monk, spazierte durch die
Jazz-Geschichte, um im nächsten
Moment in die E-Musik-Kiste zu
greifen, seine "Songs For Children"
zu intonieren oder sich in einer
völlig freien Improvisation zu
ergehen. So beschwingt der erste Set
klang, so peinlich wurde der zweite.
Corea rief seine "friends" auf die
Bühne. Zuerst seine Ehefrau, die
einst geniale Vokalistin Gayle Moran,
die heute jedoch nicht mehr annähernd
die Ausstrahlung einstiger
Mahavishnu-Tage erreicht, danach den
Operettensänger Marc Janicello, der
sich selbst vorstellte, indem er sein
Äußeres mit Elvis verglich, den er
wenige Monate zuvor mimen durfte. Die
eine konnte nicht singen, brachte
aber das richtige Feeling mit, der
andere traf den Ton, lag aber
atmosphärisch meilenweit neben dem
Pianisten. Das Gruselett erreichte
seinen Höhepunkt, als alle drei
gemeinsam Gershwins "Summertime"
exekutierten. Zum Glück für alle ließ
sich Corea noch zu zwei Zugaben
herausklatschen, die er den laut
skandierten Forderungen des Publikums
entsprechend solo absolvierte.

Peter Berner

unread,
Dec 19, 1998, 3:00:00 AM12/19/98
to
> Liebesschwur im Internet.
> charlie

Hallo Charlie!
Soll ich mal Susu um ihre virtuelle
Hand bitten? <smile>
Peter
Katzen und Dianetik-Buecher kann ich
jedenfalls konfrontieren...

Herbert Luidolt

unread,
Dec 19, 1998, 3:00:00 AM12/19/98
to

Tilman Hausherr schrieb:

Na ja, nicht so ganz wie die Kronen Zeitung,
aber ich kenne die Kleine halt schon gut 20 Jahre.
Besonders die zitierte Grazer oder Steirische Ausgabe

Herbert Luidolt

unread,
Dec 19, 1998, 3:00:00 AM12/19/98
to

"charlie (k.e.maij)" schrieb:


>
> On Fri, 18 Dec 1998 09:17:42 +0100, "Bully Beiser"
> <bully-...@bluewin.ch> wrote:
>
> >>Ich hab die ganze Story mal gelesen. So gaanz schlecht ist sie nicht :)
> >>Eigentlich ziemlich Mittelmass. So etwa das was ein ScienceFiction Fan etwa
> >>bei Perry Rhodan liest (Sorry Leute :)
> >Nun ja, dass Du Perry nicht so magst ist Den Problem.
>
> Hey, ich mag Perry Rhodan! Schiesslich hab ich das ein paar Jahre
> gelesen :) Aber auch anderes, Autoren wie Robert Silverberg oder Isaak
> Asimov oder A.C.Clarke usw. Aber das ist eine andere Qualitaet.
> Muesstest Du Dir mal reinziehen. Ich finde Hubbards Geschichte im Stil
> des Boulevard- oder Serien SF geschrieben. Nicht Schlecht, aber auch
> nicht erste Sahne. Eine Mittelmaessige Geschichte eben. Im uebrigen
> kannsta ja mal im SF-Jahrbuch nachschauen, wo Hubbard mit seinem Buch
> geblieben ist.

Ich finde die SF von Hubbard einfach schlecht geschrieben. Das hat
mich schlicht enttäuscht. Clarke fand ich immer ganz gut, als
ich noch "Geschichten" las ;-)

> >Liebst Du den Steven King oder Edgard Allen Poe?
>
> Poe ja, King weniger, hab ich noch nichts gelesen. Macht mich aber
> auch nicht so an. Das hat damit zu tun, dass ich gerne technische
> Geschichten lese :)

Steven King finde ich als Film besser. Ist einfacher und
bequemer.

gruß, herbert

charlie (k.e.maij)

unread,
Dec 19, 1998, 3:00:00 AM12/19/98
to
On 19 Dec 1998 00:54:29 GMT, "Peter Berner" <peter....@span.ch>
wrote:

Na probiers doch einfach mal. Was fragst Du mich?
(Ich finde Du solltest vielleicht wirklich mal wieder in den Ausgang
und Dir einen Menschen anlachen, dass tut gut, und vielleicht kommst
Du dann auch wieder auf andere Gedanken :)

charlie


P 013

unread,
Dec 19, 1998, 3:00:00 AM12/19/98
to

susu

unread,
Dec 20, 1998, 3:00:00 AM12/20/98
to
On 19 Dec 1998 00:54:29 GMT, "Peter Berner" <peter....@span.ch> wrote:

Sorry,
1. bin ich real und virtuell schon vergeben
2. müßtest Du erstmal Referenzen vorlegen, ehe mein Vati sich das ernsthaft
überlegen würde, meine Hand in Deine zu legen..

:-)

susu
Seit meine Katze auf dem Dianetik-Buch schläft, hat sie eine viel bessere Komm
:-))

Tilman Hausherr

unread,
Dec 21, 1998, 3:00:00 AM12/21/98
to
Zugriff auf Atomkraft für die Scientology-Sekte?
In Frankreich macht die Betreiber von Atomkraftwerken der Griff der
Scientologen nach dem atomaren Schaltknopf stutzig.

Die Presse
21.10.1998

Von unserem Korrespondenten

REINHOLD SMONIG

PARIS. Kann einem bekennenden Angehörigen der Scientologie-Sekte die
Verantwortung für das größte Atomkraftwerk im Land übertragen werden?
Diese Frage erregt die französische Öffentlichkeit und stürzt den
staatlichen Energieversorger "Electricité de France" (EdF) ins Dilemma.
In Gravelines am Ärmelkanal bei Dünkirchen stehen sechs
900-Megawatt-Atommeiler. Und ab Februar sollte dort Ingenieur Pierre D.,
29, ein Scientologe, das Kommando übernehmen.

"Jeder weiß, daß Scientologen den Auftrag haben, die Machtpositionen in
der Gesellschaft zu erobern. Wer weiß, was sie damit anstellen
könnten?", meint Gerard Mirou, Belegschaftsvertreter des AKW Gravelines.
Doch die Kraftwerksleitung meinte bisher, daß sie es mit einem guten und
qualifizierten Ingenieur zu tun habe. Abwiegelnd wurde zwar zunächst
mitgeteilt, den sektiererischen Ingenieur auf einen weniger
strategischen Posten zu setzen.

Doch es blieb bei dem Vorsatz. Und der betroffene Scientologe ließ
seinen Arbeitgeber, die EdF, wissen: "Ich werde keine Versetzung
akzeptieren, die ich als Bestrafung verstehen müßte." Mit Unterstützung
des Frankreich-Ablegers der Scientology-Sekte droht er gar mit Prozeß.
Andererseits verspricht das "Anti-Scientologen-Komitee" der EdF einen
"Riesenskandal", wenn nicht sofort eine Entscheidung gegen das
Sektenmitglied getroffen werde.

Tilman Hausherr

unread,
Dec 22, 1998, 3:00:00 AM12/22/98
to
Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen
Scientology ist drei Millionen schuldig

Hamburger Abendblatt
22.12.1998

Schlechte Nachrichten für die Hamburger Scientologen: Noch vor dem
Jahresende soll ihnen eine saftige Nachforderung für nicht bezahlte
Sozialbeiträge ins Haus flattern. Nach Informationen des Abendblatts
geht es um rund drei Millionen Mark.

   Bereits vor einem Jahr war der Sekte eine Nachzahlung an Renten-,
Arbeitslosen- und Krankenversicherungsbeiträgen in Höhe von 870 000 Mark
präsentiert worden. Dieses Geld ist jetzt fällig. Die Organisation hat
nach Angaben ihrer Sprecherin Gisela Hackenjos Widerspruch eingelegt und
Ratenzahlung vereinbart. Sie werde auch gegen die von ihr erwartete
zweite Nachforderung vorgehen.

   Die Nachzahlungen basieren auf einer vom Bundesverwaltungsgericht
1995 bestätigten Entscheidung des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts,
wonach die Scientology-Zentrale am Steindamm mit dem Bücherverkauf und
dem Anbieten von Kursen und Seminaren ein Gewerbe betreibe. Das
Bundesarbeitsgericht stellte 1995 zudem fest, daß Scientology keine
Religionsgemeinschaft sei und die hauptamtlichen Mitarbeiter deshalb
sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer seien.

    Die Scientologen lehnen es nach wie vor ab, ein Gewerbebetrieb zu
sein. Davon unabhängig sei die Höhe der nachzuzahlenden Summe strittig.
Nach Angaben von Hackenjos falle bestenfalls ein Teil der etwa
150 Mitarbeiter verdienstmäßig unter die Versicherungspflicht. Man werde
deshalb vor dem Sozialgericht klagen: "Dann bekommen wir das Geld zurück
- mit Zinsen."   (scho)

susu

unread,
Dec 22, 1998, 3:00:00 AM12/22/98
to
On Tue, 22 Dec 1998 19:27:11 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman Hausherr)
wrote:

>Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen
>Scientology ist drei Millionen schuldig

>   Bereits vor einem Jahr war der Sekte eine Nachzahlung an Renten-,


>Arbeitslosen- und Krankenversicherungsbeiträgen in Höhe von 870 000 Mark
>präsentiert worden. Dieses Geld ist jetzt fällig. Die Organisation hat
>nach Angaben ihrer Sprecherin Gisela Hackenjos Widerspruch eingelegt und
>Ratenzahlung vereinbart.

Das ist Quatsch, was sie da erzählt. Grundlage einer Ratenzahlungsvereinbarung
ist eine Schuldanerkenntnis - zumindest im Sozialversicherungsrecht (siehe § 74
ff SGB VI). Damit haben sie den Widerspruch automatisch zurückgenommen.

>    Die Scientologen lehnen es nach wie vor ab, ein Gewerbebetrieb zu
>sein. Davon unabhängig sei die Höhe der nachzuzahlenden Summe strittig.
>Nach Angaben von Hackenjos falle bestenfalls ein Teil der etwa
>150 Mitarbeiter verdienstmäßig unter die Versicherungspflicht.

Verdienstmäßig kann das schon sein, es gibt allerdings auch eine Begrenzung auf
eine wöchentliche Arbeitszeit. Wenn man zwar nur 1 DM pro Monat verdient, aber
mehr als 15 Stunden wöchentlich arbeitet, ist man automatisch
sozialversicherungspflichtig. Ich geh mal davon aus, daß diese Grenze
normalerweise geringfügig :-)) überschritten wird. Das besondere "Bonbon" dabei
für die Org ist: Wenn der Arbeitnehmer unter 620,00 DM (1998) verdient, zahlt
der Arbeitgeber die Beiträge alleine!

Und dann warten wir mal die Steuerprüfung ab: Wenn SC sich auf den Standpunkt
gestellt hat oder stellt, es handele sich nicht um Arbeitsverhältnisse, dann
haben sie auch sicher nicht die Lohnsteuerkarten ihrer "Arbeitnehmer". Ergo: das
Finanzamt veranlagt alle geflossenen Entgelte nach Steuerklasse 6. (Wer schon
einmal einen Nebenjob auf Klasse 6 gehabt hat, weiß, was das bedeutet *grins*)

Im übrigen ist es rechtens und verbindlich, wenn die Prüfer aufgrund nicht
vorgelegter Lohnunterlagen ein Summenbescheid erstellen.

>Man werde
>deshalb vor dem Sozialgericht klagen: "Dann bekommen wir das Geld zurück
>- mit Zinsen."   (scho)


LOL

Tilman Hausherr

unread,
Dec 22, 1998, 3:00:00 AM12/22/98
to
Ich gehe davon aus das sie demnächst den Verein in den Konkurs schicken,
wie es in Frankreich gemacht wurde. Die nächste org wird dann eben ein
paar Meter weiter geöffnet. (Vorausgesetzt die finden einen Vermieter!)

--
Tilman Hausherr
til...@berlin.snafu.de http://www.snafu.de/~tilman/scientology_ger.html

Fotos aus Clearwater: http://www.geocities.com/Athens/Oracle/4497/clearwater/

Helmut Hullen

unread,
Dec 23, 1998, 3:00:00 AM12/23/98
to
Hallo, susu,

Du meintest am 22.12.98 zum Thema Re: Presseschau Scientology:

> >praesentiert worden. Dieses Geld ist jetzt faellig. Die Organisation hat


> >nach Angaben ihrer Sprecherin Gisela Hackenjos Widerspruch eingelegt und
> >Ratenzahlung vereinbart.
>

> Das ist Quatsch, was sie da erzaehlt. Grundlage einer


> Ratenzahlungsvereinbarung ist eine Schuldanerkenntnis - zumindest im
> Sozialversicherungsrecht (siehe § 74 ff SGB VI). Damit haben sie den

> Widerspruch automatisch zurueckgenommen.

(usw.)
Klingt gut. Klappt hier der gleiche Mechanismus wie damals in den USA der
bei und gegen Al Capone?

Viele Gruesse!
Helmut


Tilman Hausherr

unread,
Dec 23, 1998, 3:00:00 AM12/23/98
to
Leserbriefe

Kleine Zeitung
23.12.1998

Belästigt und geschröpft

("Scientology als Kuckuck", 12. 12.)
Es ist ungeheuerlich, daß die weltweit geächtete Scientology auf dem
Christkindlmarkt der Grazer Messe wie ein Wolf im Schafspelz über unsere
Jugend herfallen durfte. Unser Sohn (18) besuchte ahnungslos die
Weihnachtsausstellung "Geschenk und Handwerk" und wurde dort von den
Agenten der Scientology mit irrwitzigen Phrasen in die Mangel genommen
und eingeschüchtert. Obwohl man wußte, daß er als Schüler über kein
eigenes Einkommen verfügt, wurde er mit Büchern und Schriften um über
2000 S abgezockt. Seither wird er von den Vertretern am Telefon verfolgt
und belästigt, obwohl er damit nichts mehr zu tun haben will. (Als
Hauptakteur und Zwangsbeglücker fungiert ein Grazer Immobilienberater.)

Achtung, Eltern! Schaut nach, ob eure Kinder Scientology-Schriften nach
Hause gebracht haben (Dianetik, Ron Hubbard u.ä.). Es besteht höchste
Gefahr!

Name, Adresse der Red. bekannt

susu

unread,
Dec 23, 1998, 3:00:00 AM12/23/98
to


Ich glaube nicht, daß dort die deutsche Sozialversicherung zugeschlagen hat :-))
(... die hat ihre eigenen Mechanismen *seufzgrins*)

viele Grüße

Tilman Hausherr

unread,
Dec 23, 1998, 3:00:00 AM12/23/98
to
Die Sekte ist pleite
Mitgliederschwund, leere Kassen, schlechtes Image: die einst gefürchtete
Scientology-Organisation liegt in Deutschland am Boden

Die Woche
11.12.1998

Von Axel Kintzinger

Mit Deutschland hatte die selbst ernannte Kirche Scientology einst
Großes vor. Das Land sollte clear werden, also nach den Regeln der
Organisation funktionieren. Noch zu Beginn der 90erjahre traf sich
allwöchentlich ein geheimes Gremium, um die Machtübernahme in Bonn
respektive Berlin vorzubereiten. Einen Bundeskanzler hatten sie schon
ausgeguckt und auch eine Außenministerin. Das New Civilisation Org
Board, so hieß der Zirkel, tagte in Hamburg, im Hauptsitz der
Organisation am zentral gelegenen Steindamm.

In dieser Zeit galt die Niederlassung intern als erfolgreichste "Org"
der Welt. Nirgendwo wurde mehr Geld verdient, hier wurden die Fäden für
die Aktivitäten in Deutschland gezogen. Heute - die Bundesbürger
müssten, wäre Scientology erfolgreich gewesen, nach den Richtlinien des
Gründers L. Ron Hubbard und nicht nach den Vereinbarungen eines
rot-grünen Koalitionsvertrages regiert werden - kann die Sekte nicht
einmal mehr das Hamburger Gebäude ihr Eigen nennen. Sein Besitzer, der
Kaufmann Dirk Ohrendorf aus Itzehoe, hat Scientology nach langen Jahren
verlassen. jetzt fordert er ausstehende Mieten ein - die Organisation
soll bei ihm mit fast 1 Million Mark (510 000 Euro) in der Kreide
stehen.
Das hinlänglich bekannte Hubbard-Zitat "Mach Geld, mach mehr Geld"
wandeln Scientologen heute offenbar zunehmend in die Maxime "Mach
Schulden". Bei der Organisation, stellt der Verfassungsschutz in seinem
jetzt erschienenen ersten Scientology-Bericht fest, "ist in finanziellen
Angelegenheiten ein Gebaren feststellbar, bei dem auffällt, dass
Forderungen, zum Beispiel für Miete oder Materialien, nicht sofort
beziehungsweise gar nicht beglichen werden".

Scientology Deutschland ist klamm und leidet unter einem dramatischen
Mitgliederschwund. Während der Psycho-Kult nach eigenen Angaben noch
immer über 30 000 Anhänger verfügt, geht der Verfassungsschutz von nur
noch 5000 bis 6000 Hubbard-Jüngern aus. Totalausfall in Ostdeutschland:
Dort rekrutierte die Organisation seit der Wende nur 35 bis 40
Mitglieder.

Von der propagierten Expansion kann also keine Rede sein, im Gegenteil:
Totentanz im Sektenzentrum. "Die Studierräume sind leer, zu den
Veranstaltungen kommt kaum noch ein Mensch", berichtet ein Mitglied, das
Scientology erst kürzlich verlassen hat. Aussteiger sind, waren sie
nicht in hoher Führungsebene angesiedelt und daher im Besitz von
Insider-Wissen, mittlerweile nicht einmal mehr mit Pressionen bedroht.

"Scientology verfügt nicht mehr über die Manpower, den Abtrünnigen
nachzusetzen", sagt eine Ehemalige, "da erreicht einen höchstens mal ein
Anruf mit der besorgten Frage, warum man denn nicht mehr komme." Eine
ausweichende Antwort genüge bereits, um fortan in Ruhe gelassen zu
werden.

Anlaufstellen für Aussteiger haben Hochkonjunktur. "Viele Mitarbeiter,
auch hochrangige, befinden sich in einer Art innerer Kündigung", sagt
die Saarbrücker Ex-Scientologin Jeannette Schweitzer, die seit einigen
Jahren Aussteiger berät. Über die noch verbliebenen Scientologen
berichtet ein anderer Aussteiger: "Sie sind finanziell oft am Ende und
scheuen deshalb den Bruch."

Bei vielen langjährigen Mitgliedern macht sich Enttäuschung breit über
die persönliche Entwicklung. "Nach den Erfolgen der Anfangszeit", sagt
einer, "musst du zur Kenntnis nehmen, dass sich nichts für dich
verbessert hat - trotz der vielen Kurse und trotz des vielen Geldes, das
du investiert hast." Diese Enttäuschung bestärkt den latent vorhandenen
Ausstiegswillen.

Der Absprung koste Überwindung, sagt der Aussteiger, denn langjährige
Mitglieder verfügten selten über soziale Absicherung, hätten meistens
keine Rentenversicherung und seien oft auch "psychisch am Boden".
Starthilfe für das Leben nach Scientology bietet die so genannte Freie
Zone, ein lockerer Zusammenschluss von Ehemaligen.

Sie hängen zwar immer noch Hubbards Thesen an, weil sie "in seiner
Philosophie Wertvolles" sehen, wie die Schweizer Ex-Scientologin Silvia
S. erklärt. Aber sie verweigern sich der totalitären Organisation.

Eine Art "Methadon-Programm für Scientologen" und auf jeden Fall "das
kleinere Übel" sieht die Hamburger Scientology-Beauftragte Ursula
Caberta in der Freien Zone.

Der kirchliche Berliner Sektenbeauftragte Thomas Gandow erkennt in der
Gruppe zwar eine akzeptable "Durchgangsstation", warnt aber auch: "Wer
glaubt, er bekomme dort den positiven Hubbard, der irrt. Als Therapie
sind seine Lehren ein Irrweg." Dennoch gerät diese Gruppierung zu einer
weiteren Bedrohung für Scientology - und wird deshalb, vor allem im
Internet, vehement bekämpft.

Auch der Scientology-Kampf, der gegen deutsche Behörden, lahmt. Groß
angelegte Anzeigenkampagnen in amerikanischen Tageszeitungen, in denen
die Kritik an Scientologen mit der Judenverfolgung während der Nazi-Zeit
gleichgesetzt wurde, verpufften wirkungslos. Die in US-Medien lancierte
Geschichte über die deutsche Scientologin Antje Victore, die allein
wegen ihrer Zugehörigkeit zur Sekte politisches Asyl in den USA erhalten
habe, versickerte. Die angeblichen beruflichen Nachteile, die sie in
Deutschland erlitten habe, konnten so nicht stimmen: Denn Victore
arbeitete ausschließlich in Firmen, die Scientologen gehörten.

Die Unterwanderung von Parteien und Verbänden scheiterte. Anders als in
den USA gelang es der Organisation hier zu Lande nicht, eine
nennenswerte Lobby aufzubauen. Prominente Mitglieder kann die Sekte in
Deutschland bis heute nicht vorzeigen - sieht man vom Maler Gottfried
Helnwein ab, der aus Österreich stammt und seine Zugehörigkeit entgegen
anderslautender Gerichtsentscheidungen und Erklärungen der Organisation
stets dementiert.

Probleme auch in der Öffentlichkeitsarbeit: Die Internet-Website der
Sekte ist hoffnungslos überaltert - dort reitet der Psycho-Kult noch
Attacken gegen Bundeskanzler Kohl und Arbeitsminister Blüm.

Die deutschen Musterschüler mutierten für die Scientology-Zentrale in
Los Angeles zu Problernkindern. Wiebke Hansen, langjährige Chefin der
Hamburger Niederlassung, wurde vor drei Jahren abgesetzt und schmort
seither in einem Rehabilitationsprojekt genannten Ort in der
kalifornischen Wüste. US-amerikanische Sekten-Manager in kindischen
Marineuniformen übernahmen ihren Job, wurden mitlerweile aber auch
wieder abberufen.

Was der Hamburger "Org", stellvertretend für viele
Scientology-Niederlassungen, vor allem fehlt, ist Geld. In den 80er und
90er Jahren versorgte der Hamburger Immobilienhändler Götz Brase den
Verein mit großzügigen Spenden. Doch seit dem Putsch gegen die ihm nahe
stehende Wiebke Hansen hat er sein Engagement reduziert. Man sehe ihn
auch nicht mehr sehr häufig bei Veranstaltungen der Sekte, berichten
Aussteiger. Und sein Firmengeflecht von einst ist nur noch ein Torso.

Ehemals umsatzstarke Unternehrnen wie Brases CKS Immobilien GmbH oder
CKS Harvestehuder Grundstücksgesellschaft gingen in Konkurs. Aus
anderen Firmen hat sich der einstige Pate zurückgezogen. "Für die ist
der Markt zusammengebrochen", weiß Wilfried Lempfuhl vom Hamburger
Mieterverein. Noch vor wenigen Jahren sah das anders aus. Da gingen in
Hamburg rund 50 Prozent der Häuser, in denen Miet- in Eigentumswohnungen
umgewandelt wurden, durch die Auftragsbücher scientologischer Firmen.

Wirtschaftlichen Erfolg hat, neben kleineren Firmen in Berlin, nur noch
der Irnmobilienkaufmann Kurt Fliegerbauer vorzuweisen. Ihm gehören im
sächsischen Zwickau über 100 Häuser. Der Mann aus Bayern wurde schon
1989 in der Scientology-Zeitschrift "Source" als Operierender Thetan
(OT) der Stufe VII gelistet, dem bislang zweithöchsten zu vergebenden
Erleuchtungsgrad des Kultes. Schon Mitte der 80erjahre war Fliegerbauer
nach Recherchen der Autoren Liane von Billerbeck und Frank Nordhausen
Chairman, also Vorsitzender eines so genannten OT-Komitees in München.
Bei dieser Gruppe handelt es sich um eine Art geheime Bruderschaft, die
Strategien für die Verbreitung des Hubbard'schen Gedankengutes in der
Gesellschaft entwickelt. Weil das nicht klappte, suchte sich
Scientology für den Kampf gegen die angebliche religiöse Diskriminierung
in den vergangenen Jahren andere Organisationen als Verbündete - etwa
die Zeugen Jehovas oder islamistische Gruppen.

Der Verfassungsschutz, dem sich mit Scientology seit über einem Jahr ein
neues Betätigungsfeld auftut, hält sich mit seiner Einschätzung über die
Erfolge dieser Strategie noch bedeckt. "Wegen der nur spärlich
beziehungsweise bruchstückhaft vorliegenden Erkenntnisse", so sein
Bericht an die Innenministerkonferenz, könne "keine abschließende
Wertung über den Erfolg der bisherigen Kontakte abgegeben werden".

Die fehlenden Erkenntnisse definiert der Verfassungsschutz abschließend
als "Aufklärungsbedarf", der eine "weitere Beobachtung" nötig mache.
Und außerdem: Der Anspruch auf Weltherrschaft inklusive Regierungsgewalt
in Deutschland steht ja noch im Raum.

Spiritual Research Workgroup

unread,
Jan 22, 1999, 3:00:00 AM1/22/99
to
On Thu, 21 Jan 1999 21:09:51 GMT, til...@berlin.snafu.de (Tilman Hausherr) wrote:


>Seine Tätigkeit als Sektenbeauftragter versteht Singer als "pastorale
>und seelsorgerliche Aufgabe", das heißt, er will ratsuchenden
>Betroffenen und deren Angehörigen helfen. Keinesfalls sei sein Referat
>ein "vorgeschobener Kampftrupp des Bischofs" und mit "Sektenjägern" will
>der 54jährige nicht in einen Topf geworfen werden.
>
>Singer stammt aus Ochsenfurt, studierte Theologie in Würzburg und Rom,
>wo er 1974 zum Priester geweiht wurde. Sein Interesse für andere
>Religionen vertiefte er bei einem Aufbaustudium in Religionswissenschaft
>und spiritueller Theologie. "In der Gedankenwelt von Hinduismus und
>Buddhismus bin ich zu Hause", sagt er und erzählt, daß er seine
>Kenntnisse bei jährlichen Studienreisen in ferne Länder in der Praxis
>erweitert.
>
>Vorträge und Beratungen
>
>Über neue religiöse Gruppierungen, zu denen Singer auch den "schwer
>überschaubaren Esoterikbereich" zählt, informiert der Sektenbeauftragte
>bei Vorträgen vor Verbänden, Parteien, Pfarrgemeinden und Schulen.
>Betroffene oder deren Angehörige können sich auch persönlich an ihn
>wenden. Seine Faustregel bei der Beratung: "Solange die Leute von ihrer
>Gruppe überzeugt sind, sollte man nicht mit Gewalt versuchen, sie da
>herauszuholen." Sehr wichtig sei es aber, den Kontakt zu den Betroffenen
>zu halten, die sich oft von ihrer Familie und ihrer bisherigen Umwelt
>abschotten.


Klingt mir nach einem einsatzbereiten Menschen, bei dem sich
Sensibilität und Intelligenz die Waage halten. Man spürt, daß
er seinen gottgegebenen Auftrag ernst nimmt, und nicht ihn
zum Anlaß nimmt, es sich leicht zu machen. Er überläßt weder
Christus die Verantwortung noch dem Papst das Denken.

Ich wünschte, wir hätten mehr von der Sorte!

Heidrun Beer

Arbeitskreis für spirituelle Grundlagenforschung und mentales Training
http://www.sgmt.at

Freimann d.K.

unread,
Jan 23, 1999, 3:00:00 AM1/23/99
to
In article <379d26ec....@news.snafu.de>, til...@berlin.snafu.de
(Tilman Hausherr) wrote:

> Sklaven-Treiber
>
> STERN
> 4/99
>
> Würde Ron Hubbard noch leben, der Gründer der Scientology-Sekte wäre
> jetzt sicher fröhlich: John Travolta, einer seiner berühmtesten
> Anhänger, hat den Terminkalender umgestellt, um im Film "Schlachtfeld
> Erde" mitspielen zu können. Das Science-fiction-Epos hat Hubbard 1982
> geschrieben. Travolta übernimmt die Rolle von Terl, einem
> Außerirdischen, der die Menschen versklavt hat und in unterirdischen
> Minen schuften läßt. Als Produzent übernimmt er auch noch einen Teil der
> Kosten des 80-Millionen-Dollar-Projekts. Eine mutige Investition. Vor
> ihm fand kein Studio Hubbards Bücher gut genug für einen Kinofilm.


Wird wohl so eine Relativisten-Katastrophe werden wie der letzte Startreck!
Suelze mit Sahne!

--
Esoterische Fragen verursachen esoterische Antworten.

Reply to:
Freimann...@t-online.de
http://home.t-online.de/home/Freimann-Gefecht/artpro.html

famegame

unread,
Feb 5, 1999, 3:00:00 AM2/5/99
to
In article <37151697....@news.snafu.de>,
til...@berlin.snafu.de (Tilman Hausherr) wrote:
>
http://www.courier.de:80/cgi-bin/disp-1.pl?name=courier&mod=disp&art=/99/02/04/0
3/30/03-30-27-2168
>
> _
>
> Scientology in der Stadt?
>
> Holsteinischer Courier
> 4.2.1999
>
> Um die umstrittene Sekte Scientology ist ein neuer Streit ausgebrochen.
> Eine Sprecherin der Sekte hat verstärkte Aktivitäten in
> Schleswig-Holstein angekündigt, und die Hamburger Innenbehörde will
> einen finanzstarken Scientologen in Neumünster ausgemacht haben.
>
> Ursula Caberta, die Leiterin der "Arbeitsgemeinschaft Scientology" der
> Behörde, bezeichnete den Finanzier aus Neumünster als "Mann aus der
> Immobilienbranche", der früher im Druckereiwesen tätig gewesen sei. Er
> habe sich noch nicht öffentlich zu Scientology bekannt, sei aber schon
> seit Jahren dabei.
>
> [Könnte dies einer der Leute sein der in der Peter Mousiol Erklärung
> genannt sind?]
>
Nein.

> Nach einem Zeitungsbericht hatte eine Scientology-Sprecherin verstärkte
> Aktivitäten in Schleswig-Holstein angekündigt, weil dies das einzige
> Bundesland sei, in dem die Sekte nicht vom Verfassungsschutz beobachtet
> werde. "Das ist für mich eine aufgeblasene Wichtigtuerei, die
> offensichtlich davon ablenken soll, daß Scientology sich in einem
> desolaten Zustand befindet", sagte Innenminister Ekkehard Wienholtz
> (SPD) unter Hinweis auf die sinkende Mitgliederzahl. Er habe keine
> Erkenntnisse über verstärkte Aktivitäten, so der Minister in Kiel.
>
> Gerd Kühl vom Unternehmensverband Mittelholstein ist kein Scientologe in
> Neumünsters Wirtschaft bekannt. "Wir haben da keine Erkenntnisse und
> keinen Verdacht", sagte Kühl zum Courier.(tg)

http://www.redo.de

-----------== Posted via Deja News, The Discussion Network ==----------
http://www.dejanews.com/ Search, Read, Discuss, or Start Your Own

Tilman Hausherr

unread,
Feb 10, 1999, 3:00:00 AM2/10/99
to
>Leserbriefe
>
>Sonntag Aktuell
>7.2.1999
>
>Verharmlosung
>
>Zu: Scientology verliert Mitglieder
>
>Diese Aussagen zeigen deutlich die anhaltende Verharmlosung, man kann
>auch Volksverdummung sagen, von staatlichen Stellen zum Thema
>Scientology. Allein letzte Woche erhielten wir bei unserer
>Bürgerinitiative drei Mitteilungen von Verwandten ausgestiegener
>Scientologen, daß sie wieder bei Scientology sind! Der Grund:

Traurig, aber als isolierte info statistisch irrelevant. Man müßte Daten
für mehrere Jahre haben und daraus ein Histogramm machen. Dann kann
jeder sehen was los ist.

Allerdings ist so ein "Rückfall" schon ein Hinweis daß einem Aussteiger
nicht geholfen werden konnte. Leider hat nicht jeder ein internet
Anschluß.

>staatliche Stellen wie die in Hamburg machen viel PR für sich, um sich
>zu profilieren, aber Hilfe und Unterstützung für Aussteiger gibt es
>immer noch nicht.

Natürlich gibt es die. Tanya Neujahr ist das bekannteste Beispiel daß es
eben doch Hilfe und Unterstützung für Aussteiger gibt.

>Aussteiger sind für solche Stellen - besonders in
>Hamburg - nur interessant, um PR zu machen.

Das ist eine Meinungsäußerung... wenn Caberta nix sagt, heißt es sie tut
nix. Wenn sie was sagt - dann ist es eben "nur PR".

>Außerdem hat Scientology
>schon längst die Strategie geändert. Man muß nicht Scientology-Mitglied
>sein, um die gefährliche Ideologie des Scientology-Gründers Hubbard zu
>transportieren.

Soll das heißen daß "free zone" Leute Teil der Strategie von scientology
sind?

Tilman

Freimann d.K.

unread,
Feb 11, 1999, 3:00:00 AM2/11/99
to
In article <36c5ed92...@news.snafu.de>, til...@berlin.snafu.de
(Tilman Hausherr) wrote:

> Soll das heißen daß "free zone" Leute Teil der Strategie von scientology
> sind?
>
> Tilman


Selbstverstaendlich!
Wenn man das Fleisch nicht frisch liefern kann, legt man es auf Eis...
daher ja auch der Begriff : Freezer!

Was dachtest du denn, was die machen? Anti Scientology-Arbeit?
Da lachen ja die Huehner - das ganze ist nichts weiter als eine
Alibi-Bewegung, die versteckt hinter dem Strohmann Scientology-Church, auf
eine breite Akzeptanz der Hubbard-Ideologie hinarbeitet.

Basis, Grundlage, der Scientology mit allen Ablegern und
Generationen/Mutationen, ist schliesslich die Forderung nach einem
Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft.

Zu den Forderungen der Esofaschisten, und das sind nicht nur die
Scientologen. (schon ein Klassiker in der Beleuchtung der Esoscene ist z.B.
Jutta dittfuhrts " Entspannt in die barbarei"!) gehoert u.a.:

Ein Kritik und Bewertungsfreier Raum, fuer esoterische Ideen und deren
Realisation. Ganz klar gesagt: Ende der freien Meinungsaeusserung, weil diese
das religioese Empfinden irgendeines Mitgliedes eines Religionsaparates
verletzen kann.

Ein staatlich sanktionierter Obskurantismus, also z.B. die Forderung
nach Umverteilung der Mittel von den Wissenschafts und Forschungsbetrieben,
im tradierten Sinne, auf die sogenannten Selbst und Gottfindungs-Bewegungen.
Und besonders auch eine Diffamierung und Diskriminierung der Wissenschaften,
insoweit als diese, die endlose Scharlatanerie kritisch zu hinterfragen und
ad absurdum zu fuehren faehig sind.

Die Grundsaetze wissenschaftlicher Arbeit, so wie in der Hauptsache
formuliert, in "Logik der Forschung", soll abgeschafft werden, und einem
"spekulativen positivistischen Spiritismus" Raum schaffen!

Offenbarungsrecht vor Grundrecht - z.B. die scientology Ethik, als
fuer Scientologen geltendes Rechts-System. Man muss sich den Wahnsinn einmal
vorstellen, der die Herrschaft ueber unseren Altag uebernimmt, wenn SP/PTS-
technologie als Rechtsgrundlage, sowohl fuer die Gesetzgebung wie auch die
Rechtsprechung etabliert wuerde.

Gottesurteile fallen auch unter diese Rechtsvorstellung, oder "fair gefuehrte
kriege" unter der Leitung von Oberpriestern. ( man studiere einmal die
Vaishnava Homepages, und die Ideologie des Guru Prabhupada!)

Die Wiedereinfuehrung des Kastenwesens - hier nur lapidar als "Rechte und
Pflichten" von Clears und Sidhis etc. maskiert, und unweigerliches Endprodukt
alle Re-Inkarnations-Konstrukte.

Hubbard hat doch nur eine Modestroemung aufgegriffen, die mit Spalding,
Blavatzki, Crowley, und anderen Guruz begonnen hatte, und selbst von
Philosophen wie Leibniz, Kant, Schopenhauer,u.a. der
materialistisch-dialektischen Aufklaerung entgegengesetzt wurde.

(Wie weit diese Ideenformung schon gediehen ist, mag man an der
Perversion solcher Beriffsbesetzungen wie eben beim Materialismus erkennen.
Materialismus ist eine philosophische Grundhaltung, die nichts, aber auch gar
nicht ueber die Moral oder Ethik des Menschen sagt, der diese Grundhaltung
vertritt. Aber inzwischen ist Materialismus besetzt mit Bedeutungen
moralischer Defizite, Gier, Egoismus, ueber Leichen gehen etc.)

Das sind politische Forderungen, wie sie von Scientologen, HaareKrishnas,
einem Teil der buddhistischen Sekten, und einem Herr von Njuguruz, von
Uriella bis Frau Beer, vertreten und propagiert werden.

Gestuetzt wird diese Bewegung zum Irrationalen durch Schulterschluesse mit
Oeko-Faschisten, wie z.B. der Copenhagener Gruppe um von Weizaecker und
Heisenberg, die aus dem Stand der Forschung in der Physik, und aus dem
Koenigssitz den sie fuer die Physik reklamierten, einen aehnlichen
Paradigmenwechsel, ebenfalls oestlich-religioes gerechtfertigt, fordern.
Hier tauchen dann solche Figuren wie Capra und dieser Morphing-Fields Typ
auf. Es geht hierbei schlicht um die Controlle ueber die Wissenschaften und
die Ergebnisse von Forschung, unter dem Deckmaentelchen, dass die
Wissenschaften den Planeten zerstoeren.

Naja, erst in den letzten Jahren, haben die Wissenschaften und die
freiheitlich demokratischen Kraefte (denn Liberalismus,Demokratie und die
Trennung von Staat und Religion, und Egalismus - kann selbstverstaendlich
unter der Fuehrung Spiritistischer Kraefte nicht realisiert werden)
angefangen, diesen Wahnsinn zu durchschauen, und sich zu wehren.

Gott sei Dank!


F.

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