wie es zustandekommt und wie es vergeht.
Wer Weise ist, weiᅵ, dass es aus der Leere kam
und in die Leere zurᅵckkehrt,
daᅵ es so wenig wirklich ist wie ein Zaubertrick.
Ich ist Selbstreflexion...
z.B. das Anschauen von Handlungen, ob sie das Leid in der
Welt mehrten - oder es abmilderten.
Mein Ich ist auch mein Richter und ich will es
gerne annehmen - denn nur so habe ich die Chance
aus meiner Vergangenheit zu lernen.
Zufriedenheit lᅵsst das Ich zurᅵcktreten und ein
"Ich will" kann keine Zufriedenheit erzwingen...
aber dazu beitragen.
:-)
M.
> Ich ist Selbstreflexion...
Ich ist Gier, Hass und Unwissenheit.
Gier, Hass, Unwissenheit: das sind die Wurzeln der ungeschickten
Handlungen.
"Ich" ist einfach etwas, das unter den richtigen Voraussetzungen und
Bedingungen entsteht, Ver�nderungen ausgesetzt ist, und verschwindet.
Wie alles andere auch.
Ungeschickt ist, diesem unbest�ndigen Ph�nomen "Ich" aus Unwissenheit
eine Best�ndigkeit oder Zuverl�ssigkeit beizumessen, die es gar nicht
haben kann.
Ungeschickt ist, dieses "Ich" aus Gier bewahren zu wollen, oder es aus
Hass loswerden zu wollen.
Cheers,
Florian
--
Jedermann geht aus dem Leben, wie wenn er eben erst geboren w�re
-- Epikur (Spruchsammlung 60)
> Michael Schulz <ms-tes...@online.de> writes:
>
> > Mathias Grewin schrieb:
> >
> >> Ich ist Selbstreflexion...
> >
> > Ich ist Gier, Hass und Unwissenheit.
>
> Gier, Hass, Unwissenheit: das sind die Wurzeln der ungeschickten
> Handlungen.
jo.
>
> "Ich" ist einfach etwas, das unter den richtigen Voraussetzungen und
> Bedingungen entsteht, Ver�nderungen ausgesetzt ist, und verschwindet.
> Wie alles andere auch.
Also vielleicht sollte man diese Ich-Geschichte nochmals kurz
im Zusammenhang mit den Ueberlegungen des ehrenwerten Herrn Gotamo
betrachten. Dieser war naemlich in einer Kultur aufgewachsen in welcher
eine Priesterschaft erklaerte, das jedem Phaenomen ein goettlicher
Kern zu iegen sei. Dieser Kern , atta, war dem Brahman, dem absoluten,
entsprungen. Und dieser Kern konnte sich unter bestimmten Umstaenden
wieder mit dem Goettlichen vereinigen. Fuer die Kernwesen denen das nicht
gelang wurde die Reinkarnation in aussicht gestellt, entsprechend der
Verdienste in einer mehr oder weniger wohllebenden Umgebung.
Dieser Kern, Thetan, Ego, etc. war das _Ich_ dass der Herr Gotamo trotz
jahrelanger oder in jahrelanger Askese als Wald-Heiliger nicht hatte
finden koennen.
Dieses "Ich", waere es vorhanden, waere so selbstverstaendlich nicht
von oder mit irgendeinem Uebel, sondern von und mit der goettlichen
Allmacht. Dieses Ich waere also, goettlichen Ursprungs und somit ein
Heiland, zu goettlicher Wirkmacht befaehigt.
(hier beginnt dann der uebliche Okkultismus der Religionen)
Statt dessen fand der ehrenwerte Herr Gotamo die noble Wahrheit von der
Unbestaendigkeit aller Phaenomene, auch der Goetter, und das dies das
Leiden sei, dem alle Phaenomene ausweglos unterworfen sind : Geburt,
Altern, Krankheit und Tod.
Es gab kein "Ich" und es gibt kein Ich, und es wird niemals ein Ich
geben.
Das bedeutet nun aber nicht, dass es keine Personen geben wurde. Die
gibt es, und die erkennen wir ja auch an, als du, ich, und die anderen.
> Ungeschickt ist, diesem unbest�ndigen Ph�nomen "Ich" aus Unwissenheit
> eine Best�ndigkeit oder Zuverl�ssigkeit beizumessen, die es gar nicht
> haben kann.
Ungeschickt ist es ja schon, dieses "Ich" immer wieder postulieren, und
dann dem Verfall dieses Ich hilflos zusehen zu muessen.
Genau so wie es ungeschickt ist immer wieder einen Gott zu postulieren,
der nicht eine Begegnung mit dem Leben/der Welt oder einem anderen Gott
ueberdauert.
Das ist die Wirklichkeit der Goetter und Daemonen in der Welt - und deren
Dauer und Bedeutung wird immer kuerzer und schwaecher.
> Ungeschickt ist, dieses "Ich" aus Gier bewahren zu wollen, oder es aus
> Hass loswerden zu wollen.
Ungeschickt ist es , wenn man sich selbst als ein Dies und Das, So und So
postuliert oder postulieren laesst und diese Postulate dann nicht
aufloesen kann - das waere dann "Karma".
Dabei ist zunaechst nur etwas ehrlichkeit und willensstaerke von noeten,
um die oberflaechlichsten Person-Postulate aufzuloesen. Dies beginnt mit
der hier auch oft gebrachten Formel :
Das bin ich nicht - das ist nicht mein.
Das kann beispielsweise beginnen mit den Erwartungshaltungen die sich
aus den ueblichen gesellschaftlich bedingten Rollen-Spielen ergeben.
Ein Postulat ist eine "Forderung", im weitesten Sinne, also auch
Entschluesse die man einmal gefasst und dann vergessen hat, oder deren
Bestand man nie richtig wahrgenommen und betrachtet hat.
sicher gibt es nach und nach dann auch andere Ebenen der Betrachtung von
Das bin ich nicht - das ist nicht mein, je nachdem was man erledigt
hatte.
Wer aber die oberflaechlichen, die eher abstrakten und symbolischen
Rollen-Postulate nicht aufgeloest hat, wird tiefere ebenen, die das
ganze Leben bestimmen koennen, nicht erreichen.
Daher gelten fuer Moenche auch besondere Regeln, die sie direkt aus
diesen Oberflaechlichkeiten herausholen, und diese Person-Postulate somit
nichten.
Es ist ungeschickt und leidvoll und leidtraechtig sich selbst als ein
komplett behindertes und verhindertes Geistwesen zu denken.
Geschickter und Leidloesender ist es sich als Mensch zu denken, der
sich noch im Werden befindet, der noch viel lernen kann, noch viel
bewirken und noch viel Freude erfahren kann - und dann vergeht wie
eine Spur im Sand.
mfG
f
>
> Cheers,
> Florian
--
it's just about music :
noch ein Download und so... (4.08)
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