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Karstadt-Pleite als Erfolg der Verkehrspolitik

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Herbert Albrecht

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Jun 9, 2009, 5:05:23 AM6/9/09
to
Hallo,

nun gehts wohl in die letzte Runde. Das SPD-Ergebnis bei der Europawahl
hat gezeigt, dass mit Staatsmilliarden (fᅵr Opel) nur die Stimmen der
Betroffenen zu holen sind, die anderen halten sich zurᅵck. Ein
schlechtes Zeichen fᅵr Arcandor.
Was hat das mit Verkehrspolitik zu tun? Nun, in allen deutschen
Groᅵstᅵdten hat man ab etwa den 70er Jahren versucht, den Autoverkehr
aus der City zu drᅵngen - erfolgreich. Nun sind die Autofahrer weg. In
Stadtrandlagen sind Einkaufszentren mit reichlich Parkraum entstanden.

Hamburg ist da wohl ein gutes Beispiel. Als man den S-Bahnhof
Jungfernstieg unter der Binnenalster baute, gab es den Vorschlag, dort
auch gleich ein paar tausend Parkplᅵtze vorzusehen. An dieser Stelle
hᅵtten sie die Wege der Fussgᅵnger nicht verlᅵngert, dieses
Totschlagargument fiel schon mal weg. Der Anblick der Autos hᅵtte noch
nicht mal das sensible Auge der Fussgᅵnger beleidigt.

Es gab private Investoren, die das Risiko getragen hᅵtten. Es wurde
trotzdem abgelehnt.

Nun gehts an der Mᅵnckebergstraᅵe gemᅵtlich zu. Ich bin bei gutem Wetter
ᅵfter dort, der Weg ist fᅵr mich ja kurz. Auf den breiten Bᅵrgersteigen
stehen jede Menge open-air-Cafes und Schnellrestaurants, die
verbliebenen Passanten kommen trotzdem bequem durch. Bei schᅵnem Wetter
spielen wir ein bisschen Italien, bei schlechtem Wetter ist es dort wohl
ziemlich tot.

Auch in den Geschᅵften gehts ruhig zu. bei Karstadt Mᅵ (vor kurzem fᅵr
einen 2-stelligen Millionenbetrag renoviert) kann ich mir alles in Ruhe
ansehen und obwohl pro Etage nur noch eine Kasse ᅵbrig geblieben ist,
muss ich auch dort fast nie warten. Echt kundenfreundlich.

Nur - wovon lebt der Laden? Ich erlebe ja schon die Verhᅵltnisse in der
Spitzenzeit nach Bᅵroschluᅵ, vorher ist es wohl noch ruhiger.

Wenn ich das mit den Zustᅵnden vergleiche, die ich auf Fotos aus den
50er oder 60ern gesehen habe, dann sehe ich, das es keinen Zweck mehr
hat. Frau Schickedanz wird sich hᅵten, da noch gutes Geld zu
investieren. Ihr Konkurrent Otto war schlau - er hat in Einkaufszentren
mit vielen Parkplᅵtzen investiert und verdient gut.

Und wenn die Regierung nicht von allen guten Geistern verlassen ist,
hᅵlt sie sich da raus.

Herbert

Christoph Müller

unread,
Jun 9, 2009, 10:31:12 AM6/9/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> nun gehts wohl in die letzte Runde....

Im Prinzip hast du schon Recht. Nur, dass es nicht unbedingt mit dem
Auto, sondern mit der guten Erreichbarkeit zu tun hat. Und zwar
insbesondere der gefᅵhlten Erreichbarkeit. Das hat viel mit
Individualverkehr zu tun.

Und dieser wiederum muss NICHT ZWANGSLᅵUFIG die Umwelt verpesten. Das
Aussperren des Individualverkehrs hat man ja im Wesentlichen aus Grᅵnden
des Umweltschutzes gemacht. Unfallgefahr, Luft- und Lᅵrmverpestung,
Landschaftsversiegelungen und Energieverschwendung sind da wohl die
Hauptargumente. Nicht nur in Hamburg, sondern fast ᅵberall.

Weil' so schᅵn einfach klingt, hat man sich gesagt, dass ᅵffentlicher
(Nah-)Verkehr die bessere Alternative wᅵre, weil man dann ja VIELE mit
einem einzigen Transportvorgang bewegen kann. Dass man diese groᅵen
Fahrzeuge die meiste Zeit nahezu leer bewegen muss, um das Angebot
attraktiv genug zu halten, wird dabei gerne groᅵzᅵgig ᅵbersehen. Die
Alternative "lᅵngere Taktzeiten" fᅵhrt wieder zu mehr Individualverkehr.
Bis der Bus endlich kommt, ist man damit schon am Ziel. Dieser Streit
fᅵhrt leicht zu beinahe schon religiᅵs anmutenden Glaubenskᅵmpfen, aber
kaum zur Ausarbeitung sinnvoller Alternativen.

Die einfachste Alternative zum Auto wᅵre wohl erst mal, den ᅵffentlichen
Nahverkehr kostenlos und mit hinreichend kurzen Taktzeiten anzubieten.
Hasselt in Belgien macht das beispielsweise so und spart sich damit viel
Geld fᅵr neue Straᅵen und deren Unterhalt. So etwas kostenlos
anzubieten, passt jedoch nur hᅵchst selten in die Hirne hiesiger
Kommunalpolitiker. Dass Straᅵen kostenlos zur Benutzung angeboten werden
- daran stᅵrt sich niemand. Aber ᅵPNV muss ist da gaaaaanz was Anderes.

Individualverkehr kann man auch als ᅵffentlichen Nahverkehr anbieten.
Die bekannteste Variante davon sind z.B. die Taxis. Doch diese werden
als exorbitant teuer empfunden, weshalb man sie nur zu ganz besonderen
Anlᅵssen nutzt.
Seilbahnen kᅵnnte man im Prinzip als automatisches und ᅵffentliches
Individualverkehrsmittel im Nahbereich anbieten. Leiser und
umweltvertrᅵglicher dᅵrfte vielleicht noch das Fahrrad sein. Allerdings
fehlt unseren Entscheidungstrᅵgern normalerweise der dafᅵr nᅵtige Mut
und die nᅵtige Fantasie, um sich so etwas ᅵberhaupt vorstellen zu
trauen. Kᅵnnte ja sein, dass jemand lacht und man dann nicht mehr
gewᅵhlt wird. Mit lᅵstern und immer krᅵftig madig machen ist das Risiko
der Entscheidungstrᅵger jedenfalls deutlich geringer. Zumindest
subjektiv aus ihrer eigenen Sicht.

Elektroauto wᅵre auch noch eine Alternative. Allerdings - die Parkplᅵtze
wurden in letzten Jahrzehnten in den Zentren gezielt abgebaut, um dort
den Verkehr zu "beruhigen". Das wird also erst dann was, wenn das
Parkplatzproblem halbwegs im Griff ist. Davon sind unsere Groᅵstᅵdte
i.d.R. meilenweit entfernt. Dort wird die Lage erst dann besser, wenn
das Auto fahrerlos fahren kann. Dann lᅵsst es einen vor der gewᅵnschten
Haustᅵr raus und sucht sich dann derweil selbst einen Parkplatz oder
eine lukrative Beschᅵftigung als Taxi. Letzteres setzt einen hinreichend
groᅵen Energievorrat an Bord voraus, weshalb man dann lieber auf die
ᅵblichen Verbrennungsmotoren setzen wird anstatt Elektroantrieb zu
verwenden. So gesehen ist durchaus mit einer Wiederbelebung der
Stadtzentren zu rechnen. Was die Umweltwirkung betrifft - na ja - man
kᅵnnte sich durchaus Besseres vorstellen, wenn man den nᅵtigen Mut
aufbringt und die nᅵtige Fantasie hat.

--
Servus
Christoph Mᅵller
http://www.astrail.de

Ulrich Nehls

unread,
Jun 9, 2009, 11:03:02 AM6/9/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> Was hat das mit Verkehrspolitik zu tun? Nun, in allen deutschen
> Groᅵstᅵdten hat man ab etwa den 70er Jahren versucht, den Autoverkehr
> aus der City zu drᅵngen - erfolgreich. Nun sind die Autofahrer weg.

Komisch - ich kenne ᅵberall Karstadt-Kaufhᅵuser, die in Fuᅵgᅵngerzonen
liegen. Eins hat sogar die U-Bahn im Haus.

ᅵbrigens ist es gut, dass die Autofahrer weg sind (sie sind natᅵrlich
ᅵberhaupt nicht weg, ganz im Gegenteil, aber sei's drum.)

Autofahrer kaufen zwar im Schnitt pro Einkauf mehr ein als Radfahrer
(das wurde in Kopenhagen ermittelt), kommen aber seltener. Aufs Ganze
gesehen lassen Radfahrer mehr Geld beim Einzelhandel. Ist ja auch kein
Wunder: wer kein Auto hat, hat mehr Geld zum Ausgeben.

Nur die groᅵen Retailer auf der "grᅵnen Wiese" (die in Wahrheit eines
der Probleme von Karstadt sein dᅵrften) sind oft derart einseitig auf
die Kundschaft in den Blechbᅵchsen ausgelegt, dass Fuᅵgᅵnger und
Radfahrer dort eher seltener vorbeischauen.

Ulrich Nehls

unread,
Jun 9, 2009, 11:34:35 AM6/9/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Allerdings - die Parkplᅵtze wurden in letzten Jahrzehnten in den
> Zentren gezielt abgebaut, um dort den Verkehr zu "beruhigen".

Das mag in Einzelfᅵllen so sein, spielt aber fᅵr das Problem keine
Rolle. Es gibt ja groᅵe Hᅵuser, die zu Arcandor gehᅵren, und denen es
wirtschaftlich gut geht, wie etwa das KDW in Berlin - und dort gibt es
auch nicht mehr Parkplᅵtze als anderswo.

Kommentatoren, die von der Problematik etwas mehr verstehen als Herbert,
und die das Problem nicht allein auf die Parkplatzfrage verengt sehen
wollen, erwᅵhnen daher die Parkplatzfrage gar nicht erst. Oder stellen
sie in den richtigen Kontext: Es GIBT einfach mal in der Stadt nicht
soviel Platz fᅵrs Parken wie auf der "grᅵnen Wiese", da hilft alles
Heulen nicht.

Ein ᅵbersicht, warum es wirklich mit den Kaufhᅵusern bergab ging, gibt
es hier:

http://www.n-tv.de/archiv/Warenhaeuser-im-Wandel-article22592.html

Und zuletzt sei daran erinnert, dass Arcandor keine Kaufhauskette ist,
sondern ein Konglomerat aus allem mᅵglichen, einschlieᅵlich
Reiseveranstalter (Thomas Cook - ist der etwa auch wegen fehlender
Erreichbarkeit mit dem Auto in die Schieflage geraten?)

Christoph Müller

unread,
Jun 9, 2009, 11:37:08 AM6/9/09
to
Ulrich Nehls schrieb:
> Herbert Albrecht schrieb:

> Komisch - ich kenne ᅵberall Karstadt-Kaufhᅵuser, die in Fuᅵgᅵngerzonen
> liegen. Eins hat sogar die U-Bahn im Haus.

Komisch, dass so ein Laden dann ᅵberhaupt pleite gehen kann.

> ᅵbrigens ist es gut, dass die Autofahrer weg sind (sie sind natᅵrlich
> ᅵberhaupt nicht weg, ganz im Gegenteil, aber sei's drum.)

WAS GENAU stᅵrt dich an den Autos? Sind das wirklich alles Dinge, die
man nur weg kriegt, indem man sie alle wegsperrt? Oder wird da nicht das
Kind mit dem Bade ausgeschᅵttet?

> Autofahrer kaufen zwar im Schnitt pro Einkauf mehr ein als Radfahrer
> (das wurde in Kopenhagen ermittelt), kommen aber seltener. Aufs Ganze
> gesehen lassen Radfahrer mehr Geld beim Einzelhandel. Ist ja auch kein
> Wunder: wer kein Auto hat, hat mehr Geld zum Ausgeben.

Um so verwunderlicher, dass Karstadt dann ᅵberhaupt pleite gehen kann.
Dann muss das Missmanagement ja wirklich grandios gewesen sein. Aber um
derart schlecht organisierte Betriebe kann's ja nicht wirklich schade
sein. Dann mᅵssen halt Organisationen mit besserem Management ran. Das
dᅵrfte der Hintergrund der Insolvenz sein.

> Nur die groᅵen Retailer auf der "grᅵnen Wiese" (die in Wahrheit eines
> der Probleme von Karstadt sein dᅵrften) sind oft derart einseitig auf
> die Kundschaft in den Blechbᅵchsen ausgelegt, dass Fuᅵgᅵnger und
> Radfahrer dort eher seltener vorbeischauen.

Und das passiert alles vᅵllig grundlos? Nur, weil sich ein paar
durchgeknallte Unternehmer einen Traum verwirklichen wollen?

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 9, 2009, 1:54:32 PM6/9/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Ulrich Nehls schrieb:
>> Herbert Albrecht schrieb:
>
>> Komisch - ich kenne ᅵberall Karstadt-Kaufhᅵuser, die in Fuᅵgᅵngerzonen
>> liegen. Eins hat sogar die U-Bahn im Haus.
>
> Komisch, dass so ein Laden dann ᅵberhaupt pleite gehen kann.

Nᅵ, das liegt einfach daran dass solche Sortimente nicht mehr wirklich
gefragt sind, die Fachgeschᅵfte nebenan florieren ja meist so gut, das
sie ohne weiteres bereit sind Rekordmieten zu bezahlen.

> WAS GENAU stᅵrt dich an den Autos?

Das sie sehr viel Platz benᅵtigen. Und das dieser Platzbedarf dazu fᅵhrt
die Wege zu verlᅵngern und die entsprechenden Einkaufslagen unatraktiv
zu machen. Guck dir an wo du in den Groᅵstᅵdten fᅵr Geschᅵftsrᅵume die
hᅵchsten Mieten zahlst: Dort wo man nicht um Auto herumlaufen muss, und
wo keine Parkhᅵuser die Schaufensterfronten unterbrechen.

> Sind das wirklich alles Dinge, die
> man nur weg kriegt, indem man sie alle wegsperrt?

Nein, aber es ist erstmal die einfachste Methode, und die, die den
geringsten Schaden anrichtet. Der zweite Weg wᅵre denn Zufahrten und
Parkmᅵglichkeiten so anzuordnen das sie dicht an den Geschᅵften liegen,
aber trotzdem nicht stᅵrend in Erscheinung treten. Das aber ist meist
mit sehr hohen Kosten verbunden. Zusᅵtzlich muss dann auch noch auf der
ganzen Zufahrstrecke sichergestellt werden das der mᅵglicherweise
zusᅵtzlich Induzierte Verkehr auch bewᅵltigt werden kann.
Die Idee statt dessen dem Autoverkehr in der City Flᅵchen zu entziehen,
und dort attraktive Angebote zu schaffen, was im Endeffekt dazu fᅵhrt
das die Besucher von selbst auf die Idee kommen die Stadt auch mal mit
anderen Verkehrsmitteln aufzusuchen halte ich da fᅵr billiger und
erfolgversprechender.

> Um so verwunderlicher, dass Karstadt dann ᅵberhaupt pleite gehen kann.

Nein, das Konzept des "All in One" Kaufhaus hat sich ᅵberlebt, wer eine
begrenzte auswahl an einem Fleck haben will fᅵhrt schon lange zu real,
die kunden auf die Karstadt und Kaufhof mit ihrem "Boutique im Kaufhaus2
Konzept geschielt haben sind einfach anspruchsvoller.

> Dann muss das Missmanagement ja wirklich grandios gewesen sein.

Sie sind jetzt einfach dem "Tante Emma Laden" gefolgt. Der ja
stellenweise als "Onkel Mohamed Kiosk" wiederauferstehung feiert.

Christoph Müller

unread,
Jun 9, 2009, 4:12:59 PM6/9/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:

>> WAS GENAU stᅵrt dich an den Autos?
>
> Das sie sehr viel Platz benᅵtigen.

Kann man unter der Erde verschwinden lassen. Tiefgaragen kann man auch
unter Straᅵen bauen. Z.B. im Rahmen der nᅵchsten Sanierung.

> Und das dieser Platzbedarf dazu fᅵhrt
> die Wege zu verlᅵngern

halte ich fᅵr ein Indiz fᅵr eine ᅵbertrieben hohe Bebauungsdichte, wie
sie in Innenstᅵdten ᅵfters zu finden ist.

> und die entsprechenden Einkaufslagen unatraktiv
> zu machen.

Schlechte Erreichbarkeit macht natᅵrlich unattraktiv.

> Guck dir an wo du in den Groᅵstᅵdten fᅵr Geschᅵftsrᅵume die
> hᅵchsten Mieten zahlst: Dort wo man nicht um Auto herumlaufen muss, und
> wo keine Parkhᅵuser die Schaufensterfronten unterbrechen.

Dann braucht man aber auf jeden Fall irgendwas, das eine hervorragende
Erreichbarkeit sichert. Z.B. einen U-Bahn-Anschluss, kurze Taktzeiten
und kurze Wege zu Bus, Tram usw. Sowas kᅵnnen sich nicht viele Stᅵdte
leisten. Deshalb wandern die entsprechenden Geschᅵfte gerne in die
Randbereiche ab. Dort sieht es mit den ᅵPNV-Angebot i.d.R. deutlich
schlechter als in den Stadtzentren aus. Die Folge: Mehr Autoverkehr und
ein allmᅵhliches Sterben der Innenstᅵdte. Sie mᅵssen sich andere
Attraktionen als Einkaufsmᅵglichkeiten suchen. Historische Altstᅵdte
kᅵnnen zumindest etwas auf "Museum" machen, was sich positiv auf die
Gastronomie auswirken kᅵnnte. Vielleicht noch etwas stᅵdtische
Verwaltung. Aber sonst?

>> Sind das wirklich alles Dinge, die man nur weg kriegt, indem man sie
>> alle wegsperrt?
>
> Nein, aber es ist erstmal die einfachste Methode, und die, die den
> geringsten Schaden anrichtet.

Hier in Ingolstadt wird durchaus ᅵber das Aussterben der Innenstadt
geklagt. Wie man hᅵrt, geht es nicht wenigen anderen Stᅵdten ganz
genauso. Ob diese Politik also wirklich den geringsten Schaden
anrichtet, darf zumindest in Frage gestellt werden. Ich bin mir sicher,
dass es bessere Mᅵglichkeiten gibt.

> Der zweite Weg wᅵre denn Zufahrten und
> Parkmᅵglichkeiten so anzuordnen das sie dicht an den Geschᅵften liegen,
> aber trotzdem nicht stᅵrend in Erscheinung treten.

Das meinte ich z.B. mit der Unterkellerung von Straᅵen.

> Das aber ist meist
> mit sehr hohen Kosten verbunden.

Das Abwandern der Kaufkraft sorgt allerdings auch fᅵr weniger Einnahmen.
Man muss immer das VERHᅵLTNIS von Einnahmen/Ausgaben im Auge haben. Nur
eine Seite betrachten zu wollen, geht i.d.R. in die Hose.

> Zusᅵtzlich muss dann auch noch auf der
> ganzen Zufahrstrecke sichergestellt werden das der mᅵglicherweise
> zusᅵtzlich Induzierte Verkehr auch bewᅵltigt werden kann.

Was soll denn bei unserer hohen Fahrzeugdichte noch zusᅵtzlich an
Verkehr induziert werden? Ich schᅵtze die Sache eher schon an der
Sᅵttigungsgrenze ein.

> Die Idee statt dessen dem Autoverkehr in der City Flᅵchen zu entziehen,
> und dort attraktive Angebote zu schaffen, was im Endeffekt dazu fᅵhrt
> das die Besucher von selbst auf die Idee kommen die Stadt auch mal mit
> anderen Verkehrsmitteln aufzusuchen halte ich da fᅵr billiger und
> erfolgversprechender.

Funktioniert allerdings nicht. Wie die Praxis nun mal zeigt. Daran wird
doch seit Jahrzehnten mit durchaus viel Geld rumprobiert. Helfen kᅵnnte
vielleicht, wenn der ᅵPNV dicht getaktet und kostenlos angeboten wird.
Aber wie oben schon erwᅵhnt - man schaut nur auf die Kosten und nicht so
sehr auf den Nutzen, weil dieser wahrscheinlich schon als fast
"unverschᅵmt" betrachtet wird. Wie gesagt - einseitige Betrachtung geht
meistens in die Hose. Mehr ganzheitliches Denken wᅵre angesagt.

Ulrich Nehls

unread,
Jun 9, 2009, 4:36:22 PM6/9/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Nein, das Konzept des "All in One" Kaufhaus hat sich ᅵberlebt

Das hat es nicht wirklich, denn es gibt ja sehr erfolgreiche Kaufhᅵuser.
Die Geschᅵftswelt hat sich aber in den letzten Jahren entscheiden
mᅵssen, ob sie auf billig oder auf edel macht. Da liegt Karstadt exakt
in der Mitte. Ohne Flair, und dafᅵr eben zu teuer. Irgendwie entspricht
dies auch der immer grᅵᅵer werdenden Kluft der Einkommen in Deutschland ..

Der Niedergang der Einkaufsstraᅵen hᅵtte ᅵbrigens gleich nach ihrer
Errichtung in den Sechzigern/Siebzigern beginnen mᅵssen, wᅵre der
ausschlaggebende Grund wirklich die schlechtere Erreichbarkeit mit dem
Auto. Hat er aber nicht. Jahrzehntelang waren sie ziemlich erfolgreich.

Thomas Wedekind

unread,
Jun 9, 2009, 5:45:28 PM6/9/09
to
Ulrich Nehls schrieb:

> Der Niedergang der Einkaufsstraᅵen hᅵtte ᅵbrigens gleich nach ihrer
> Errichtung in den Sechzigern/Siebzigern beginnen mᅵssen, wᅵre der
> ausschlaggebende Grund wirklich die schlechtere Erreichbarkeit mit dem
> Auto. Hat er aber nicht.

Der Meinung waren die Kaufhauskonzerne ᅵbrigens selbst. Kann mich
noch genau an die Diskussion erinnern, als Karstadt oder Kaufhof
Anfang der 90er in der fast leeren Innenstadt von Jena (ᅵber 4 ha
Freiflᅵche am Stᅵck; die nach Kriegszerstᅵrungen 1945 abgerᅵumte
Flᅵche war bis dahin noch nicht wieder bebaut worden) ein
Groᅵkaufhaus bauen wollten; die Stadt genehmigte das nicht, weil man
annahm, dass 90% der Kunden mit dem Auto kommen, ein Groᅵparkhaus
nᅵtig werden und der Verkehr um das Stadtzentrum vᅵllig an sich
selbst ersticken wᅵrde. Die Kaufhausbetreiber betonten dagegen, gar
kein Parkhaus zu brauchen; die Laufkundschaft in der mit Bahn und
Bus gut erschlossenen Innenstadt wᅵrde ihnen reichen. Nun, die Stadt
saᅵ am lᅵngeren Hebel, und 65 Jahre nach Kriegsende sind zwei
Drittel der Flᅵche immer noch leer...

--
Viele Grᅵᅵe, Thomas

Herbert Albrecht

unread,
Jun 10, 2009, 3:26:55 AM6/10/09
to
Ulrich Nehls schrieb:

> Christoph Mᅵller schrieb:
>
>> Allerdings - die Parkplᅵtze wurden in letzten Jahrzehnten in den
>> Zentren gezielt abgebaut, um dort den Verkehr zu "beruhigen".
>
> Das mag in Einzelfᅵllen so sein, spielt aber fᅵr das Problem keine
> Rolle. Es gibt ja groᅵe Hᅵuser, die zu Arcandor gehᅵren, und denen es
> wirtschaftlich gut geht, wie etwa das KDW in Berlin - und dort gibt es
> auch nicht mehr Parkplᅵtze als anderswo.
>
> Kommentatoren, die von der Problematik etwas mehr verstehen als Herbert,
> und die das Problem nicht allein auf die Parkplatzfrage verengt sehen
> wollen, erwᅵhnen daher die Parkplatzfrage gar nicht erst.

Mir ist auch klar - obwohl ich nicht der grosse Einzelhandelsexperte bin
- dass es fᅵr die Probleme Arcandors noch andere Ursachen gibt, aber die
sind hier offtopic.

Oder stellen
> sie in den richtigen Kontext: Es GIBT einfach mal in der Stadt nicht
> soviel Platz fᅵrs Parken wie auf der "grᅵnen Wiese", da hilft alles
> Heulen nicht.

In Hamburg hᅵtte es den Platz gegeben, nur fehlte der politische Wille.

>
> Ein ᅵbersicht, warum es wirklich mit den Kaufhᅵusern bergab ging, gibt
> es hier:
>
> http://www.n-tv.de/archiv/Warenhaeuser-im-Wandel-article22592.html
>
> Und zuletzt sei daran erinnert, dass Arcandor keine Kaufhauskette ist,
> sondern ein Konglomerat aus allem mᅵglichen, einschlieᅵlich
> Reiseveranstalter (Thomas Cook - ist der etwa auch wegen fehlender
> Erreichbarkeit mit dem Auto in die Schieflage geraten?)

Nach allem, was ich hᅵre, ist Thomas Cook ᅵberhaupt nicht in Schieflage
sondern ein wertvoller Konzernbestandteil, der nun aus der Konkursmasse
herausgekauft wird.

Herbert

Alter Hase

unread,
Jun 10, 2009, 3:30:50 AM6/10/09
to
Hallo,

Thomas Wedekind schrieb:

[Innenstadtbebauung Jena seit der Wende]

Gibt es denn bei euch jetzt die selben Kaufhᅵuser an anderer Stelle,
draussen am Stadtrand?

--
Der Opel Viagra - und steht und steht und steht ...

Thomas Wedekind

unread,
Jun 10, 2009, 6:06:53 AM6/10/09
to
Alter Hase schrieb:

> [Innenstadtbebauung Jena seit der Wende]
>
> Gibt es denn bei euch jetzt die selben Kaufhᅵuser an anderer Stelle,
> draussen am Stadtrand?

Nichts davon. (Sind die "klassischen" Kaufhausbetreiber ᅵberhaupt
irgendwo an den Stadtrand gegangen? Karstadt oder Kaufhof auf der
"grᅵnen Wiese" ist doch mindestens unᅵblich.)

Einen Standort der zur Wende noch selbstᅵndigen 4 Groᅵbetreiber
hatte in Jena ᅵberhaupt nur Horten; die hatten von der
Treuhandanstalt ein paar Hᅵuser in Mittelstᅵdten im Paket
ᅵbernommen. Das Jenaer Haus (in der ᅵstlichen Innenstadt auf eigens
dafᅵr von intakter Wohnbebauung "befreiter" Flᅵche) war Mitte der
80er Jahre angefangen worden und zur Wende rohbaufertig, natᅵrlich
DDR-ᅵblich klein geraten. Horten baute es aus, verzog sich aber nach
5 Jahren wieder; die Produktivitᅵt des kleinen Hauses war zu gering.
Der ᅵffentliche Todesstoᅵ kam von der kurz vorher erᅵffneten
Goethe-Galerie, der m.E. sehr vernᅵnftigen Nachnutzung des alten
Zeiss-Werkes (in der westlichen Innenstadt) zu einem richtig
modernen Einkaufszentrum mit selbstᅵndigen Fachgeschᅵften.

Wobei das Thema "Stadtrandhandel" in Jena sowieso kaum eine Rolle
spielt; es gibt _im_ Stadtgebiet soviel grᅵne Wiese, dass auch
grᅵᅵere Objekte Platz fanden und mit passabler Fuᅵgᅵnger-,
Radverkehrs- und Straᅵenbahnanbindung an vorhandene Verkehrswege zu
bauen waren. Das sind aber Zentren mit einem Lebensmittelhᅵndler als
Kern, wie toom, Kaufland, Real (schlieᅵt vermutlich zum Jahresende).
Ungeliebter Sonderfall: Globus, 7 km westlich Jena; aber sogar die
wollten im Talkessel bauen. Es konnte dort nur beim besten Willen
keine Flᅵche von mehreren Fuᅵballfeldern am Stᅵck mehr gefunden
werden, und Innenstadt ging nicht - Globus erzeugt richtig viel
Autoverkehr.

Alter Hase

unread,
Jun 10, 2009, 6:36:55 AM6/10/09
to
Thomas Wedekind schrieb:

> Der ᅵffentliche Todesstoᅵ kam von der kurz vorher erᅵffneten
> Goethe-Galerie, der m.E. sehr vernᅵnftigen Nachnutzung des alten
> Zeiss-Werkes (in der westlichen Innenstadt) zu einem richtig modernen
> Einkaufszentrum mit selbstᅵndigen Fachgeschᅵften.

Ja, da war ich mal drin, aber das war schon 1997 und ich hatte auch den
Eindruck, dass auᅵer dem nicht viel in der Jenaer Innenstadt ist. Nun
war das am Feiertag und die Abwesenheit von Kᅵufern fiel nicht so sehr auf.

> [Stadtrandhandel]

Hat es seither (war halt seit 97 nicht mehr in J) denn in der Innenstadt
weitere Einzelshandelsgeschᅵfte gegeben oder irgend einen Ausbau der
Infrastruktur? Jena ist doch immerhin Uni-Stadt, also mit Kaufkraft und
so ..

Michael Landenberger

unread,
Jun 10, 2009, 6:44:02 AM6/10/09
to
"Ulrich Nehls" <radl...@arcor.de> schrieb:

> Ist ja auch kein Wunder: wer kein Auto hat, hat mehr Geld zum
> Ausgeben.

Diese Aussage halte ich so pauschal fᅵr falsch. Wer Geld fᅵr ein Auto
ᅵbrig hat, der gibt es in der Regel auch fᅵr ein Auto aus und lᅵsst es
nicht bei Karstadt und Konsorten. Dagegen dᅵrfte bei vielen von denen,
die kein Auto haben, schlicht kein Geld dafᅵr da sein. Es gibt zwar
auch Leute, die sich bewusst kein Auto leisten, obwohl sie es kᅵnnten,
die aber sind in der Minderheit.

Gruᅵ

Michael

Ulrich Nehls

unread,
Jun 10, 2009, 9:04:32 AM6/10/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> In Hamburg hᅵtte es den Platz gegeben, nur fehlte der politische Wille.

Wer hᅵtte denn den Platz bereit gestellt?

Die Allgemeinheit? - hᅵtte sie tausende qm wertvolle Innenstadtflᅵche
dafᅵr hergegeben, um darauf Autos abzustellen?

Oder die Kaufhausbesitzer (die doch eigentlich diese Parkplᅵtze
bereitsstellen mᅵssten, da es doch ihre Kunden sind) - hᅵtten die
vielleicht 12.000 qm Innenstadtflᅵche aufgekauft und als Parkplᅵtze zur
Verfᅵgung gestellt?

Eben nicht. Niemand kann sich eine derart idiotische Investition
leisten (auᅵer vielleicht die "ᅵffentliche Hand", die ja fᅵr sinnlose
Verschwendung bekannt ist.) Die Kaufhausbesitzer hᅵtten das schᅵn
bleiben lassen und lieber auf 12.000 qm Verkausflᅵchen gebaut. Die
werfen nᅵmlich mehr ab als Parkplᅵtze.

Und selbst wenn es diese Parkplᅵtze gegeben hᅵtte, und die Autobesitzer
den *rellen* Preis hᅵtten zahlen mᅵssen: die Kaufhᅵuser wᅵren schon viel
frᅵher den Bach runter gegangen, denn solche Parkplᅵtze dᅵrften
Pi*Daumen 20.- Euro die Stunde kosten.

Ulrich Nehls

unread,
Jun 10, 2009, 9:47:56 AM6/10/09
to
Michael Landenberger schrieb:

>> Ist ja auch kein Wunder: wer kein Auto hat, hat mehr Geld zum
>> Ausgeben.
>
> Diese Aussage halte ich so pauschal fᅵr falsch.

Natᅵrlich, Verallgemeinerungen sind immer verkehrt :-)

Dennoch ist es beim Auto wie mit jeder groᅵen Anschaffung: es ist erst
Mal viel Geld weg. Wer genug Geld hat und damit umgehen kann, kann sich
noch andere Einkᅵufe leisten. Es gibt aber auch Leute ohne nennenswertes
Einkommen, die unterhalb der "Anschaffungsschwelle" eines Autos bleiben
(mᅵssen.)

Das sind Geringverdiener oder Studenten. Bisher hat der Automarkt auch
schon mal Fahrzeuge fᅵr 500.- Euro angeboten. Derjenige also, der heute
nicht mehr als 500.- Euro hat, aber dies Geld nicht in ein Auto stecken
kann oder will, kann es anderweitig ausgeben. Die "Umwelt"-Prᅵmie wird
ᅵbrigens bald dafᅵr sorgen, dass diese billigen Fahrzeuge vom Markt
verschwinden, zumindest fᅵr eine Weile.

Bei Jugendlichen wird ja schon lᅵnger der Trend beobachtet, dass ein
teures Handy hᅵher im Kurs steht als ein Auto.

--
"Wirklich hat sich der Verkehr zu einer Art Moloch entwickelt, der
jahraus, jahrein eine Summe von Opfern verschlingt, wie sie nur an denen
des Krieges zu messen ist. (Ernst Jᅵnger, 1932)

Christian Robert

unread,
Jun 10, 2009, 9:58:06 AM6/10/09
to
/* Ulrich Nehls wrote: */

> Bei Jugendlichen wird ja schon länger der Trend beobachtet, dass ein
> teures Handy höher im Kurs steht als ein Auto.

Na ich weiß nicht, ob man hier eine entweder/oder Beziehung zwischen Handy
und Auto herstellen kann. Ein Handy ist eine einmalige Ausgabe. Gerade für
Jugendliche dürften die _Anschaffungskosten_ eines Autos nicht unbedingt
das Hauptproblem darstellen.

Herbert Albrecht

unread,
Jun 10, 2009, 10:19:46 AM6/10/09
to
Ulrich Nehls schrieb:

> Herbert Albrecht schrieb:
>
>> In Hamburg hᅵtte es den Platz gegeben, nur fehlte der politische Wille.
>
> Wer hᅵtte denn den Platz bereit gestellt?

Wir haben hier einen kleinen See in direkter Citylage - die
Binnenalster. Darunter wurde ein S-Bahn-Bahnhof gebaut, dazu musste ein
Teil des Sees vorᅵbergehend trockengelegt werden. Man hᅵtte die
Spundwand nur etwas verschieben mᅵssen, dann hᅵtte man eine Tiefgarage
daneben bauen kᅵnnen.


>
> Die Allgemeinheit? - hᅵtte sie tausende qm wertvolle Innenstadtflᅵche
> dafᅵr hergegeben, um darauf Autos abzustellen?
>

Danach hᅵtte man die Binnenalster wieder geflutet, so wie man es fᅵr den
Bahnhof gemacht hat. Es wᅵre ᅵffentlicher Grund gewesen aber kein
Verlust fᅵr die Nutzung durch die ᅵffentlichkeit - von oben sieht man
nur Wasser, man kann auch wieder mit dem Schiff drᅵberfahren.

> Oder die Kaufhausbesitzer (die doch eigentlich diese Parkplᅵtze
> bereitsstellen mᅵssten, da es doch ihre Kunden sind) - hᅵtten die
> vielleicht 12.000 qm Innenstadtflᅵche aufgekauft und als Parkplᅵtze zur
> Verfᅵgung gestellt?

Wenn ich mich recht erinnere, hatten die Innenstadtkaufleute eine
Kostenbeteiligung angeboten, um die Parkgebᅵhren attraktiv zu halten.


>
> Eben nicht. Niemand kann sich eine derart idiotische Investition leisten
> (auᅵer vielleicht die "ᅵffentliche Hand", die ja fᅵr sinnlose
> Verschwendung bekannt ist.) Die Kaufhausbesitzer hᅵtten das schᅵn
> bleiben lassen und lieber auf 12.000 qm Verkausflᅵchen gebaut. Die
> werfen nᅵmlich mehr ab als Parkplᅵtze.

Eine irgendwie geartete ᅵberbauung der Binnenalster ist nie ᅵffentlich
diskutiert worden. Das wᅵre auch eine total abwegige Idee gewesen. Wir
Hamburger wollen unsere Alster behalten!

Herbert

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Ulrich Nehls

unread,
Jun 10, 2009, 10:26:16 AM6/10/09
to
Christian Robert schrieb:

>> Bei Jugendlichen wird ja schon lᅵnger der Trend beobachtet, dass
>> ein teures Handy hᅵher im Kurs steht als ein Auto.
>
> Na ich weiᅵ nicht, ob man hier eine entweder/oder Beziehung zwischen


> Handy und Auto herstellen kann.

Der Toyota-Chef hat sich ᅵffentlich ᅵber das Desinteresse der
japanischen Jugend an Autos beklagt; also scheint das zumindest dort
kein geringes Problem fᅵr ihn zu sein.

Allerdings ist das nicht nur ein Problem der Jugend dort. Es wurde
scheinbar auch noch nie ein Mitglied der kaiserlichen Familie bei
Formel-1 Rennen gesehen, wie ein japanischer Journalist neulich
verbittert in der FAZ schrieb.

Wie weit das auch bei uns Einzug halten wird muss man abwarten.

Christian Robert

unread,
Jun 10, 2009, 10:32:46 AM6/10/09
to
/* Ulrich Nehls wrote: */

> > Na ich weiß nicht, ob man hier eine entweder/oder Beziehung zwischen


> > Handy und Auto herstellen kann.
>

> Der Toyota-Chef hat sich öffentlich über das Desinteresse der

> japanischen Jugend an Autos beklagt; also scheint das zumindest dort

> kein geringes Problem für ihn zu sein.

Soweit ich weiß ich besonders in Japan der ÖPNV sehr gut ausgebaut.
Vielleicht merken die Kids da einfach, dass es oftmals viel besser und
schneller ist sich ans Ziel bringen zu lassen, anstatt verkrampft unbedingt
selber hinfahren zu wollen. Ich bin kein Kulturexperte für Japan aber kann
mir gut vorstellen, dass nicht jeder wie die Deutschen oder Amerikaner das
Auto als sein wertvollstes Stück ansieht.

Christoph Müller

unread,
Jun 10, 2009, 10:41:39 AM6/10/09
to
Ulrich Nehls schrieb:

> Herbert Albrecht schrieb:
>
>> In Hamburg hᅵtte es den Platz gegeben, nur fehlte der politische Wille.
>
> Wer hᅵtte denn den Platz bereit gestellt?
>
> Die Allgemeinheit? - hᅵtte sie tausende qm wertvolle Innenstadtflᅵche
> dafᅵr hergegeben, um darauf Autos abzustellen?

Hier in Ingolstadt parken die Autos meistens in Tiefgaragen. Oben drauf
gibt's einen Park, einen Sportplatz, eine Straᅵe, einen Marktplatz und
in zwei Fᅵllen auch oberirdische Parkplᅵtze dazu. Desweiteren hat
beinahe jede neue Wohnanlage eine Tiefgarage fᅵr die Bewohner. Wie in
jeder anderen Stadt auch gibt es allerdings auch hier Flecken mit
wirklich echter Parkplatznot. Das sind z.B. Hochhaussiedlungen.

> Oder die Kaufhausbesitzer (die doch eigentlich diese Parkplᅵtze
> bereitsstellen mᅵssten, da es doch ihre Kunden sind)

so etwas wird ᅵber die Stellplatzabgabe geregelt. Scheint fᅵr die Stadt
ein gutes Geschᅵft zu sein. Immerhin sind die stᅵdtischen Parkplᅵtze
meistens auch noch kostenpflichtig zu benutzen.

> - hᅵtten die
> vielleicht 12.000 qm Innenstadtflᅵche aufgekauft und als Parkplᅵtze zur
> Verfᅵgung gestellt?

Hier funktioniert es so, dass die Stadt Stellplatzabgaben kassiert und
damit Stellplᅵtze zur Verfᅵgung stellen muss. Das erfolgt z.B. in Form
von bewirtschafteten Tiefgaragen, wodurch die Stadt gleich doppelt verdient.

> Eben nicht.

Eben doch.

> Niemand kann sich eine derart idiotische Investition leisten

nur Dummkᅵpfe rechnen NUR die Ausgaben und vernachlᅵssigen die
Einnahmen. Wie gesagt - hier in Ingolstadt ist das ein lukratives
Geschᅵft fᅵr die Stadt.

> (auᅵer vielleicht die "ᅵffentliche Hand", die ja fᅵr sinnlose
> Verschwendung bekannt ist.)

Diesen Automatismus gibt es nicht. Es soll selbst in der ᅵffentlichen
Hand hie und da noch helle Kᅵpfe geben.

> Die Kaufhausbesitzer hᅵtten das schᅵn
> bleiben lassen und lieber auf 12.000 qm Verkausflᅵchen gebaut. Die
> werfen nᅵmlich mehr ab als Parkplᅵtze.

Kaufhᅵuser investieren aber doch wirklich in Parkplᅵtze! Und das nicht
zu knapp.

> Und selbst wenn es diese Parkplᅵtze gegeben hᅵtte, und die Autobesitzer
> den *rellen* Preis hᅵtten zahlen mᅵssen: die Kaufhᅵuser wᅵren schon viel
> frᅵher den Bach runter gegangen, denn solche Parkplᅵtze dᅵrften
> Pi*Daumen 20.- Euro die Stunde kosten.

Wie kommst du auf diesen Automatismus?

Ulrich Nehls

unread,
Jun 10, 2009, 11:04:52 AM6/10/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> nur Dummkᅵpfe rechnen NUR die Ausgaben und vernachlᅵssigen die
> Einnahmen. Wie gesagt - hier in Ingolstadt ist das ein lukratives
> Geschᅵft fᅵr die Stadt.

Es ist in Ingolstadt eben so wenig ein "lukratives Geschᅵft" wie
andernorts.
Wie die Studie der ICLEI (WIMRE 2003) gezeigt hat zahlen die Kommunen im
Bundesschnitt pro Kopf und Jahr 145 Euro drauf. Das lᅵsst sich an den
stᅵdtischen Haushalten ablesen. Die Einnahmen aus Parkgebᅵhren und
Strafzahlungen gleichen nirgendwo in Deutschland die Ausgaben fᅵr
Straᅵenunterhalt/neubau etc. aus, Ingolstadt wᅵre bundesweit die Ausnahme.

ᅵbrigens ist das Defizit des kommunalen ᅵPNV bei uns hier nicht
annᅵhernd so hoch wie das aus dem MIV; es betrᅵgt pro Kopf und Jahr nur
60 Euro.

Ulrich Nehls

unread,
Jun 10, 2009, 11:15:41 AM6/10/09
to

Christoph Müller

unread,
Jun 10, 2009, 11:59:56 AM6/10/09
to
Ulrich Nehls schrieb:

> Es ist in Ingolstadt eben so wenig ein "lukratives Geschᅵft" wie
> andernorts.

Wᅵrde mich jetzt wundern. Frage mal einen Architekten. Da werden Gebᅵude
gebaut ohne Heizung, ohne Telefon, ohne Wasser- oder Gasversorgung, ohne
Fenster, keine Zwischenwᅵnde, keine Wᅵrmedᅵmmung usw. - nur das
Allernᅵtigste. Mit einer Miete von 2,- Euro pro Stunde pro 2,5 x 5 m^2.
Bei durchschnittlich 10 Stunden tᅵglich macht das pro Monat
Mieteinnahmen pro Parkplatz von 30 x 10 x 2 = 600,- Euro. Rechnen wir
mal nur mit 400,- Euro. Dann ergibt das eine Monatsmiete von 32,- Euro
pro Quadratmeter, was man angesichts des gebotenen Komforts durchaus als
ᅵppig bezeichnen darf. Dazu kommt dann noch eine Stellplatzabgabe von
diversen Unternehmen mit rund 12.000...15.000,- Euro pro Stellplatz.
Diese Abgabe wird bei Verᅵuᅵerung des Geschᅵfts womᅵglich auch mehrmals
eingezogen. Der Verkᅵufer hat frᅵher schon. Der neue Kᅵufer muss noch.

> Wie die Studie der ICLEI (WIMRE 2003) gezeigt hat zahlen die Kommunen im
> Bundesschnitt pro Kopf und Jahr 145 Euro drauf.

Gegenᅵber was?

> Das lᅵsst sich an den
> stᅵdtischen Haushalten ablesen. Die Einnahmen aus Parkgebᅵhren und
> Strafzahlungen gleichen nirgendwo in Deutschland die Ausgaben fᅵr
> Straᅵenunterhalt/neubau etc. aus, Ingolstadt wᅵre bundesweit die Ausnahme.

Wie man's im Detail hat berechnen will. Die Spielrᅵume sind durchaus
sehr groᅵ. Stichwort "kreative Buchhaltung". Das gilt selbstverstᅵndlich
(wahrscheinlich noch viel mehr) fᅵr irgendwelche Studien. Deshalb ist es
sinnvoll, immer nach dem Auftraggeber der Studien zu fragen. Wer hat sie
also in Auftrag gegeben? Wie wurde gerechnet? Mit was wurde verglichen?

> ᅵbrigens ist das Defizit des kommunalen ᅵPNV bei uns hier nicht
> annᅵhernd so hoch wie das aus dem MIV; es betrᅵgt pro Kopf und Jahr nur
> 60 Euro.

Da wᅵrde mich die detaillierte Berechnung durchaus interessieren. Was
wurde berᅵcksichtigt? Was wurde vernachlᅵssigt? Was wurde gegen was
verrechnet? Mit welchen Begrᅵndungen wurde wie gerechnet?

Christoph Müller

unread,
Jun 10, 2009, 12:16:05 PM6/10/09
to
Ulrich Nehls schrieb:
> voilᅵ: http://tinyurl.com/ndeue4

Schau' mal auf die letzte Seite ganz unten. Niemand von den Genannten
scheint die Mᅵglichkeiten des Individualverkehrs zu kennen und niemand
scheint nach meiner Einschᅵtzung eine Ahnung von der kᅵnftigen
Verkehrsentwicklung zu haben, weil sie sich dafᅵr nicht mal
interessieren. Da droht nᅵmlich das fahrerlose Auto und damit das
Aussterben von Rad-Schiene. Rad-Schiene mᅵsste dem Auto zuvor kommen,
wenn sie ᅵberleben will oder zumindest automatischen Individualverkehr
auf der Schiene glaubhaft ankᅵndigen. Doch genau das bekᅵmpft sowohl die
Bahn als auch sᅵmtliche Umweltinstitutionen, die ich kenne. Nicht aus
Boshaftigkeit, sondern aus UNKENNTNIS der Mᅵglichkeiten und Desinteresse
am Thema! Dabei geht es um nicht weniger als den Energiebedarf der
gesamten landgebundenen Mobilitᅵt auf nur noch 5% (ein ZWANZIGSTEL) des
heute nᅵtigen Bedarfs zu drᅵcken. Wie ernst kann man solche
Umweltvertreter eigentlich nehmen, wenn sie sich fᅵr solche Themen nicht
mal interessieren, sondern schon Hurra schreien, wenn der Bedarf in
EINZELfᅵllen um nur 10% reduziert wird? Wir haben doch keine Probleme
mit Einzelfᅵllen, sondern vor allem mit unseren Strukturen, die uns zu
unglaublicher Umweltbelastung verdonnern. Wird nur ein Treibstoff gegen
einen anderen ausgetauscht, bleiben die wesentlichen Strukturen
UNangetastet und damit auch die heute ᅵbliche Umweltbelastung. Warum
meinst du, gibt es jetzt profi.astrail.de?

Ulrich Nehls

unread,
Jun 10, 2009, 2:06:26 PM6/10/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

>> Wie die Studie der ICLEI (WIMRE 2003) gezeigt hat zahlen die Kommunen
>> im Bundesschnitt pro Kopf und Jahr 145 Euro drauf.
>
> Gegenᅵber was?

Ach herrje. Gegenᅵber was.

Vielleicht waren die Jahre davor weniger defizitᅵr, vielleicht auch
mehr. Was tut das zur Sache. Der MIV ist ein Draufzahlgeschᅵft, und zwar
ein schlimmeres als der ᅵPNV, Punkt. Rechne es dir schᅵn wie du willst,
es ᅵndert nichts an den Tatsachen.

Das Rechenmodell der ICLEI wurde ᅵbrigens von zahlreichen Kommunen
ᅵbernommen und angewendet - ᅵberall das selbe Ergebnis, z.B. in Dresden.

http://www.stephankuehn.com/media/pdf/was_kostet_der_verkehr.pdf?f19ae3e29326f41c61763974681b0334=8f824c801a27f303fdd5492b2acbea1c

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 10, 2009, 6:31:54 PM6/10/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Stefan Zickenrott schrieb:
>> Christoph Mᅵller schrieb:

[Autos]

> Kann man unter der Erde verschwinden lassen. Tiefgaragen kann man auch
> unter Straᅵen bauen. Z.B. im Rahmen der nᅵchsten Sanierung.

Kann man machen, ist aber sehr teuer, unter anderem deshalb auch wenig
flexibel. Dazu kommat das auch der Platz zur Verfᅵgung stehen muss, in
Hannover zum Beispiel liegen unter den hauptainkaufssatraᅵen schon die
U-Bahn Tunnel.
Dann bleibt noch das Problem wie die Autos von auᅵerhalb dort hin
kommen, auch in den radbereichen lassen sich die Straᅵen nicht beliebig
erweitern.

>
>> Und das dieser Platzbedarf dazu fᅵhrt die Wege zu verlᅵngern
>
> halte ich fᅵr ein Indiz fᅵr eine ᅵbertrieben hohe Bebauungsdichte, wie
> sie in Innenstᅵdten ᅵfters zu finden ist.

Das dᅵrfte allein dein Empfinden sein. Der Erfolg der City Mals zeigt
das die Bebauungsdichte in den Innenstᅵdten wohl eher noch zu gering
ist. Und in Magdeburg kann man sehr gut beobachte wie eine einzige
kleine Straᅵe ( je eine Spur, Tempo 30) zwischen zwei solchen Mals eine
erhebliche Trennwirkung hat. Auf der einen seite brodelndes Leben, auf
der andern schon Geschᅵfte die oft erfolglos ums ᅵberleben kᅵmpfen.

>> und die entsprechenden Einkaufslagen unatraktiv zu machen.
>
> Schlechte Erreichbarkeit macht natᅵrlich unattraktiv.

Richtig.

>> Guck dir an wo du in den Groᅵstᅵdten fᅵr Geschᅵftsrᅵume die hᅵchsten
>> Mieten zahlst: Dort wo man nicht um Auto herumlaufen muss, und wo
>> keine Parkhᅵuser die Schaufensterfronten unterbrechen.
>
> Dann braucht man aber auf jeden Fall irgendwas, das eine hervorragende
> Erreichbarkeit sichert. Z.B. einen U-Bahn-Anschluss, kurze Taktzeiten
> und kurze Wege zu Bus, Tram usw. Sowas kᅵnnen sich nicht viele Stᅵdte
> leisten.

So ewtas haben praktisch alle grᅵᅵeren Stᅵdte.

> Deshalb wandern die entsprechenden Geschᅵfte gerne in die
> Randbereiche ab. Dort sieht es mit den ᅵPNV-Angebot i.d.R. deutlich
> schlechter als in den Stadtzentren aus.

Die Geschᅵfte in den Randbereichen befriedigen eher die
Grundbedᅵrfnisse. Die Innenstᅵdte der Kleinsstᅵdte verlieren ihre Kunden
eher an die City der nᅵchsten Groᅵstadt wo eine grᅵᅵere Auswahl zu
finden ist.

> Die Folge: Mehr Autoverkehr und
> ein allmᅵhliches Sterben der Innenstᅵdte. Sie mᅵssen sich andere
> Attraktionen als Einkaufsmᅵglichkeiten suchen. Historische Altstᅵdte
> kᅵnnen zumindest etwas auf "Museum" machen, was sich positiv auf die
> Gastronomie auswirken kᅵnnte. Vielleicht noch etwas stᅵdtische
> Verwaltung. Aber sonst?

Gute Frage, wie sieht es zur Zeit in Celle aus? dort wurden soweit ich
weiᅵ kᅵrzlich wieder Fuᅵgᅵngerzonen fᅵr den Autoverkehr geᅵffnet.

>> Der zweite Weg wᅵre denn Zufahrten und Parkmᅵglichkeiten so anzuordnen
>> das sie dicht an den Geschᅵften liegen, aber trotzdem nicht stᅵrend in
>> Erscheinung treten.
>
> Das meinte ich z.B. mit der Unterkellerung von Straᅵen.

Wie gesagt, extrem teuer. Wer soll es bezahlen?

>> Das aber ist meist mit sehr hohen Kosten verbunden.
>
> Das Abwandern der Kaufkraft sorgt allerdings auch fᅵr weniger Einnahmen.
> Man muss immer das VERHᅵLTNIS von Einnahmen/Ausgaben im Auge haben. Nur
> eine Seite betrachten zu wollen, geht i.d.R. in die Hose.

Das man diesen Ausweg praktisch nirgendwo wᅵhlt kᅵnnte ein Hinweis
darauf sein das die Kosten/ Nutzenrelation nicht als besonders gᅵnstig
eingeschᅵtzt wird. Wie viele Kunden braucht eine Innenstadt um zu
ᅵberleben, und was kostet es fᅵr einen wesentlichen Teil davon
unterirdische Parkmᅵglichkeiten samt Zufahren anzulegen? Bei einem
Parkhaus rechnet man 40mᅵ pro Stellplatz inklusive Zufahrt und
Rangierflᅵche, kommt noch ein Zufahrtstunnel dazu dᅵrften schnell 100mᅵ
erreicht sein die, rechnte man mit einem groᅵzᅵgigen Besetzungsgrad, 1,5
Kunden zusᅵtzlich in die Stadt bringen (kᅵnnten). Wenn ich ein paar alte
zahlen des U-Bahn Baus hochrechne komme ich auf grob 100.000 Euro fᅵr
einen! zusᅵtzlichen Stellplatz. Die mᅵssen dann aber auch ᅵber
Gewerbesteuern von diesen Zusatzkunden erstmal wieder eingebracht werden.

> Was soll denn bei unserer hohen Fahrzeugdichte noch zusᅵtzlich an
> Verkehr induziert werden?

Wenn es in der Stadt attraktive Angebote gibt, werden die Besucher auch
von etwas weiter her kommen, einige werden sicher auch von den
ᅵffentlichen Verkehrsmitteln zum Auto wechseln. ᅵber Verlᅵngerung der
Fahrtstrecke lᅵst sich die Verkehrsdichte noch fast beliebig steigern.

> Funktioniert allerdings nicht.

Das Konzept "Parkhausoberdeck zur Strandbar umbauen" Hat hier durchaus
zusᅵtzliche Besucher in die City gezogen, die vor oder nach dem
"Strandbesuch" auch den Weg in die umliegenden Geschᅵfte gefunden haben.

> Helfen kᅵnnte
> vielleicht, wenn der ᅵPNV dicht getaktet und kostenlos angeboten wird.

Kostenlos wᅵre grundsᅵtzlch eine gute Idee, eine Gemeinde in Belgien?
hat damit hervoragende Erfahrungen gesammlt, und auch ihre Innenstadt
wieder grᅵndlich belebt. (Zumindest hab ich solches kᅵrzlich irgendwo
gelesen, hat jemand die Quelle?)
Aber auch solche Angebote wie gᅵnstige Tages- und Familienkarten dᅵrften
schon viel bewegen.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 10, 2009, 6:41:47 PM6/10/09
to
Michael Landenberger schrieb:

Also in meinem Bekanntenkreis gibt es einige mit recht hohem Einkommen,
die auch bewuᅵt eher hochwertige Gᅵter einkaufen, dafᅵr aber den
Zweitwagen sparen, und als "Erstwagen" ein eher einfaches und altes
Modell, sehr selten, benutzen.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 10, 2009, 6:45:15 PM6/10/09
to
Christian Robert schrieb:

> Soweit ich weiᅵ ich besonders in Japan der ᅵPNV sehr gut ausgebaut.

Soweit ich weiᅵ... nicht nur das: Zusᅵtlich sind aufgrund der hohen
bevᅵlkerungsdichte der Stᅵdte die Straᅵen stᅵndig ᅵberfᅵllt, und
Durchschnittsgeschwindigkeiten unterhalb von Fuᅵgᅵngertempo schon eher
die Regel als die Ausnahme.

> Vielleicht merken die Kids da einfach, dass es oftmals viel besser und
> schneller ist sich ans Ziel bringen zu lassen, anstatt verkrampft unbedingt
> selber hinfahren zu wollen.

Davon kannst Du ausgehen.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 10, 2009, 6:51:55 PM6/10/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> Was hat das mit Verkehrspolitik zu tun? Nun, in allen deutschen
> Groᅵstᅵdten hat man ab etwa den 70er Jahren versucht, den Autoverkehr
> aus der City zu drᅵngen - erfolgreich. Nun sind die Autofahrer weg. In
> Stadtrandlagen sind Einkaufszentren mit reichlich Parkraum entstanden.

Hier gibt ese eine schᅵne vergelichsmᅵglichkeit dazu: zwei groᅵe Kaufhof
Warenhᅵuser, eins mit einer riesigen Tiefgareg fᅵr die Kunden im
untergschoss, das andere nichtmal mit guter ᅵV Anbindung. Trotzdem ist
mein Subjetiver Eindruck nicht, das sich in einem davon mehr Kunden
aufhalten als im anderen. Vielleicht gibt es ja irgendwo im Netz Zahlen
dazu?

> Nun gehts an der Mᅵnckebergstraᅵe gemᅵtlich zu. Ich bin bei gutem Wetter
> ᅵfter dort, der Weg ist fᅵr mich ja kurz. Auf den breiten Bᅵrgersteigen
> stehen jede Menge open-air-Cafes und Schnellrestaurants, die
> verbliebenen Passanten kommen trotzdem bequem durch. Bei schᅵnem Wetter
> spielen wir ein bisschen Italien, bei schlechtem Wetter ist es dort wohl
> ziemlich tot.
>
> Auch in den Geschᅵften gehts ruhig zu. bei Karstadt Mᅵ (vor kurzem fᅵr
> einen 2-stelligen Millionenbetrag renoviert) kann ich mir alles in Ruhe
> ansehen und obwohl pro Etage nur noch eine Kasse ᅵbrig geblieben ist,
> muss ich auch dort fast nie warten. Echt kundenfreundlich.

Irgendwie must Du eine ander Mᅵnkebergstraᅵe meinen als die, auf der ich
manchmal unterwegs bin.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 10, 2009, 6:53:29 PM6/10/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> Danach hᅵtte man die Binnenalster wieder geflutet, so wie man es fᅵr den
> Bahnhof gemacht hat. Es wᅵre ᅵffentlicher Grund gewesen aber kein
> Verlust fᅵr die Nutzung durch die ᅵffentlichkeit - von oben sieht man
> nur Wasser, man kann auch wieder mit dem Schiff drᅵberfahren.

Aslo, wenn ich mich recht erinner, dann waren die zufahrststraᅵen zur
Innenstadt auch ohne die zusᅵtzlichen Fahrzeuge fᅵr die Tiefgarage schon
immer dicht am Limit?

frank paulsen

unread,
Jun 10, 2009, 7:20:28 PM6/10/09
to
Stefan Zickenrott <stefan.z...@gmx.de> writes:

> Kostenlos w�re grunds�tzlch eine gute Idee, eine Gemeinde in Belgien?


> hat damit hervoragende Erfahrungen gesammlt, und auch ihre Innenstadt

> wieder gr�ndlich belebt. (Zumindest hab ich solches k�rzlich irgendwo


> gelesen, hat jemand die Quelle?)

http://de.wikipedia.org/wiki/Personennahverkehr_in_Hasselt

--
frobnicate foo

Herbert Albrecht

unread,
Jun 11, 2009, 3:40:27 AM6/11/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Herbert Albrecht schrieb:
>
>> Was hat das mit Verkehrspolitik zu tun? Nun, in allen deutschen
>> Groᅵstᅵdten hat man ab etwa den 70er Jahren versucht, den Autoverkehr
>> aus der City zu drᅵngen - erfolgreich. Nun sind die Autofahrer weg. In
>> Stadtrandlagen sind Einkaufszentren mit reichlich Parkraum entstanden.
>
> Hier gibt ese eine schᅵne vergelichsmᅵglichkeit dazu: zwei groᅵe Kaufhof
> Warenhᅵuser, eins mit einer riesigen Tiefgareg fᅵr die Kunden im
> untergschoss, das andere nichtmal mit guter ᅵV Anbindung. Trotzdem ist
> mein Subjetiver Eindruck nicht, das sich in einem davon mehr Kunden
> aufhalten als im anderen. Vielleicht gibt es ja irgendwo im Netz Zahlen
> dazu?

In Hamburg gibt es zwei grosse Einkaufszentren, die offenbar sehr gut
laufen: im Norden Alstertal (Anbindung per S-Bahn, mehrere Buslinien,
viele Parkplᅵtze mit guten Zufahrtsstrassen) und im Westen das ElbeEZ
(kein Bahnanschluss, wenige Buslinien, viele Parkplᅵtze mit
durchschnittlichen Zufahrtsstrassen).
Im Osten das Quaree und das EZ Hamburger Strasse scheinen nicht so gut
zu laufen, da wird viel umgebaut. Bei beiden gibt es wohl genug
Parkplᅵtze aber die Zufahrtswege sind nur Insidern bekannt, dafᅵr haben
beide eine U-Bahn vor der Tᅵr. Der Extremfall fᅵr schlechte
Zufahrtsstrassen ist das Mercado in Altona, da muss man durch das
Ottenser Labyrinth. Wer nicht da geboren ist, schaltet besser das Navi ein.

Herbert

Christoph Müller

unread,
Jun 11, 2009, 3:46:08 AM6/11/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Aslo, wenn ich mich recht erinner, dann waren die zufahrststraᅵen zur
> Innenstadt auch ohne die zusᅵtzlichen Fahrzeuge fᅵr die Tiefgarage schon
> immer dicht am Limit?

Kᅵnnte das auch mit Parkplatzsuchverkehr zu tun haben? Der wᅵrde ja
entfallen, wenn genᅵgend Parkplᅵtze verfᅵgbar wᅵren.

Herbert Albrecht

unread,
Jun 11, 2009, 4:07:18 AM6/11/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

Dicht am Limit ist eine euphemistische Beschreibung, schon seit den 50er
Jahren hat es hier keinen bedarfsgerechten Strassenbau gegeben.
Nicht das es an Projekten gefehlt hᅵtte, sie waren nur fast nie
politisch durchsetzbar. Das hat mehrere Ursachen:

- Hamburg hat als Stadtstaat keinen Zugriff auf die Flᅵchen im Umland
- je besser der Verkehr funktioniert umso mehr Steuerzahler verlassen
das Stadtgebiet
- man hat sehr lange angestrebt, mᅵglichst viel Verkehr in die Stadt
zu bringen, weil man sich davon zusᅵtzliche Geschᅵfte erhoffte

Diese unheilvolle Konstellation verhinderte einen vernᅵnftigen
Autobahnring, so dass die Stadt mit Leuten verstopft ist, die da
eigentlich gar nicht hin wollen.

Dazu kommen zwei grundsᅵtzliche politische Fehleinschᅵtzungen:

- In der SPD, die bis in die 70er massgeblich war, gab es eine
einflussreiche Gruppe, die meinten, die Autofahrer wᅵren eh CDU-Wᅵhler.
- Bei den Grᅵnen, die als Koalitionspartner einflussreich wurden,
versteht man die wirtschaftliche Funktion des Verkehrs gar nicht.

Politiker behaupten jetzt, die Karstadt/Arcandor-Gruppe wᅵre schlecht
gemanaged worden, wohl zu Recht. Der grᅵsste Managementfehler war in der
Nachbetrachtung, dass man die Innenstadtstandorte nicht schon lᅵngst
aufgegeben hat. In Hamburg wᅵre wohl spᅵtenstens als klar war, dass die
Binnenalsterparkplᅵtze nicht gebaut werden, der Zeitpunkt gekommen, die
dortigen Hᅵuser an eine Heuschrecke zu verkaufen.

Nur schade, dass Mᅵnte die erst viel spᅵter erfunden hat.

Herbert

Christoph Müller

unread,
Jun 11, 2009, 4:54:43 AM6/11/09
to
Ulrich Nehls schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:

>> Gegenᅵber was?


>
> Ach herrje. Gegenᅵber was.

Klingt nicht so, als hᅵttest du ᅵberhaupt Lust, ᅵber das Thema nachzudenken.

> Vielleicht waren die Jahre davor weniger defizitᅵr, vielleicht auch
> mehr. Was tut das zur Sache. Der MIV ist ein Draufzahlgeschᅵft, und
> zwar ein schlimmeres als der ᅵPNV, Punkt.

So bringt man gerne zum Ausdruck, dass man seine Vorurteile zu pflegen weiᅵ.

> Rechne es dir schᅵn wie du willst, es ᅵndert nichts an den Tatsachen.
>
>
>

Sobald irgendwo eine Wirtschaftlichkeitsberechnung angestellt wird,
setzt das IMMER eine Wunschvorstellung voraus. Man muss etwas WOLLEN.
Wirtschaftlichkeit nur das Verhᅵltnis von Nutzen zu dem DAFᅵR nᅵtigen
Aufwand. Was man als Nutzen oder Aufwand sehen will, definieren die, die
Berechnung anstellen, grundsᅵtzlich selber. Spᅵtestens jetzt mᅵsste man
bemerken, dass Wirtschaftlichkeitsberechnungen keineswegs so eindeutig
sind, wie gerne getan wird und wie auch du tust.

> Das Rechenmodell der ICLEI wurde ᅵbrigens von zahlreichen Kommunen
> ᅵbernommen und angewendet - ᅵberall das selbe Ergebnis, z.B. in
> Dresden.

Warum bringt man es dann nicht zur Anwendung?

> http://www.stephankuehn.com/media/pdf/was_kostet_der_verkehr.pdf?f19ae3e29326f41c61763974681b0334=8f824c801a27f303fdd5492b2acbea1c
>
>
Da heiᅵt es gleich am Anfang:

> Alle klagen ᅵber leere Kassen. Aber keiner will offenbar so genau
> wissen, wo das knappe Geld hin flieᅵt. Jedenfalls dann nicht, wenn es
> um Verkehrsausgaben geht.

Genau so wird "Wille" ausgedrᅵckt. Man WILL sich ganz einfach irgendwas
leisten und ist deshalb auch bereit, den dafᅵr nᅵtigen Aufwand zu
treiben. Und schon ist die Sache wirtschaftlich! Egal, was da sonst noch
rum gerechnet wird. Mit der Rechnerei kann man zwar versuchen, Andere zu
ᅵberzeugen. Aber das wird halt nur dann funktionieren, wenn man den Kern
der Information auch ordentlich vermitteln kann. Das scheint bisher
nicht gelungen zu sein. Denn dann wᅵrde man sich ja lᅵngst ganz anders
verhalten.

> Angesichts knapper ᅵffentlicher Kassen in den meisten Stᅵdten werden
> Mittelzuweisungen fᅵr den ᅵPNV zunehmend in Frage gestellt.

Weil er eben als zu unattraktiv aufgefasst wird. Wenn die Taktzeiten so
groᅵ sind, dass man mit dem Fahrrad (oder sonst was) schon am Ziel ist,
bis der Bus ᅵberhaupt erst ankommt, dann ist so ein Angebot schlicht
unattraktiv. Oder wenn man zwar hin, aber nicht mehr zurᅵck kommt, weil
nachts die Linien nicht mehr bedient werden. Oder wenn man x mal
umsteigen und groᅵe Umwege in Kauf nehmen muss. Sowas will kein Mensch.
Und will man sowas dann doch zum Funktionieren bringen, dann braucht man
sehr viel Personal, sehr viele Fahrzeuge und sehr viele Linien. Dann
wird's aber gerne richtig teuer und angesichts der dann notwendigen
vielen Leerfahrten zudem auch umweltbelastend. Das will dann auch wieder
keiner. So kommt man dann i.d.R. zu dem Schluss, dass man sowas nicht
machen will. Gerne begrᅵndet mit "Unwirtschaftlichkeit".

> Fᅵr Straᅵen lᅵsst sich beispielsweise auf Grundlage der rᅵumlichen
> und zeitlichen Flᅵcheninanspruchnahme und dem Grad der Abnutzung
> ableiten, dass die Ausgaben zu 80 bis 90 Prozent dem Autoverkehr
> zuzuordnen sind, wᅵhrend der Anteil anderer Verkehrsmittel bei rund
> zehn Prozent liegt.

Auch mit solchen Einschᅵtzungen muss man ᅵuᅵerst vorsichtig sein. Der
Wegeverschleiᅵ lᅵsst sich ganz grob etwa mit Wᅵlzlagergleichungen
ermitteln. Da spielt die VIERTE POTENZ (!) mit rein. Doppelte Achslast
-> 16-facher Verschleiᅵ. Auf Straᅵen mit reinem PKW-Verkehr sind deshalb
auch nur hᅵchst selten Spurrinnen zu finden. Mit LKWs und Bussen sind
diese allerdings beinahe Standard. Ich habe so meine Zweifel, ob in
dieser Betrachtung dieser Zusammenhang wirklich berᅵcksichtigt wurde.

> jeder Bᅵrger der Stadt Dresden subventionierte den motorisierten
> Individualverkehr mit 122 Euro.

Ein ᅵPNV-Ticket kostet aber deutlich mehr. Wenn man ᅵPNV durchsetzen
will, muss man es m.E. machen, wie in Hasselt: Kostenlos anbieten. Die
Aufwᅵndungen fᅵr den ᅵPNV kann man dann getrost dem Straᅵenbau zurechnen.

Thomas Wedekind

unread,
Jun 11, 2009, 5:41:32 AM6/11/09
to
Alter Hase schrieb:

> Hat es seither (war halt seit 97 nicht mehr in J) denn in der Innenstadt
> weitere Einzelshandelsgeschᅵfte gegeben oder irgend einen Ausbau der
> Infrastruktur?

Hm. In der Zeit war eine ganze Menge los; einiges kᅵnntest du noch
kennen, anderes nicht. Markt und Holzmarkt sind wieder vollstᅵndig
umbaut. Alles nᅵrdlich vom Holzmarkt ist neu, das ist der wieder
bebaute Teil des kriegszerstᅵrten Gebiets. Gegenᅵber die
Holzmarktpassage, im Wesentlichen Multiplexkino und ein paar kleine
Lᅵden. Das "Papageienhaus" (wegen der Farbe umstritten) schlieᅵt den
Markt wieder nach Westen ab. Dazu die "Neue Mitte", der stark
erweiterte Sockel des Intershopturms, kleines Einkaufszentrum fᅵr
sich. Ein paar einzelne Geschᅵftshᅵuser an wichtigen Punkten der
Innenstadt; die Struktur des Einzelhandels an sich haut eigentlich
wieder hin. Die Anbieter, die in Schwierigkeiten sind, sind in ganz
schlechten Lagen; Anfang der 90er hat man ja sonstwo Geschᅵftshᅵuser
hingestellt.

Mittlerweile sieht das Zentrum etwa so aus:

http://www.bing.com/maps/default.aspx?v=2&FORM=LMLTCP&cp=sgn8xghyyz8w&style=o&lvl=1&tilt=-90&dir=0&alt=-1000&scene=10971631&phx=0&phy=0&phscl=1&encType=1

Der Parkplatz mit den Bᅵumen drumrum, wo der Kran steht, steht noch
zum Versenken von Geld zur Verfᅵgung. Wenn du einen Bildschirm nach
rechts scrollst, siehst du das leer stehende Horten-Kaufhaus.

> Jena ist doch immerhin Uni-Stadt, also mit Kaufkraft und so ..

Vorsicht: das sagt gar nichts. Dem Vernehmen nach ist die Konkurrenz
von Erfurt sehr stark, und da fᅵhrst du mit dem Zug von Innenstadt
zu Innenstadt in knapp 3/4 Stunde fᅵr 6 ᅵ (hin und zurᅵck zusammen).
Bestimmte Dinge sind in Jena eben nicht zu bekommen. Es wurde aber
schon vor 100 Jahren beklagt, dass man z.B. fᅵr einen guten Anzug
von der Stange nach Erfurt fahren mᅵsse.

--
Viele Grᅵᅵe, Thomas

Frank Werner

unread,
Jun 11, 2009, 6:19:03 AM6/11/09
to

"Ulrich Nehls" <radl...@arcor.de> schrieb im Newsbeitrag
news:4a2e8106$0$31870$9b4e...@newsspool3.arcor-online.net...

> Christoph Mᅵller schrieb:

> Das mag in Einzelfᅵllen so sein, spielt aber fᅵr das Problem keine Rolle.
> Es gibt ja groᅵe Hᅵuser, die zu Arcandor gehᅵren, und denen es
> wirtschaftlich gut geht, wie etwa das KDW in Berlin - und dort gibt es
> auch nicht mehr Parkplᅵtze als anderswo.

Ich wᅵrde Dir Recht geben, aber gerade kleinere Kommunen haben mit dem
Modell "Mehr Parkplᅵtze fᅵr weniger Parkgebᅵhren" erhebliche Erfolge bei der
Belebung ihrer Innenstᅵdte. Ich fᅵrchte, da besteht eine Lᅵcke zwischen den
Politikern, die wissen, wie die Welt sein sollte und jenen, die wissen, wie
sie ist.

Frank Werner

Christoph Müller

unread,
Jun 11, 2009, 7:07:53 AM6/11/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:

> Dann bleibt noch das Problem wie die Autos von auᅵerhalb dort hin

> kommen, auch in den radbereichen lassen sich die Straᅵen nicht beliebig
> erweitern.

Das sind Dinge, die man typischerweise vor Ort entscheiden muss.

>> halte ich fᅵr ein Indiz fᅵr eine ᅵbertrieben hohe Bebauungsdichte, wie
>> sie in Innenstᅵdten ᅵfters zu finden ist.
>
> Das dᅵrfte allein dein Empfinden sein. Der Erfolg der City Mals zeigt
> das die Bebauungsdichte in den Innenstᅵdten wohl eher noch zu gering
> ist.

Ich hᅵre vor allem vom Sterben der Innenstᅵdte und nicht von deren
Blᅵte. Immer in Hinblick auf die Konkurrenz vor den Toren der Stadt auf
der Grᅵnen Wiese. Dort spielt allmᅵhlich die Musik. Nicht mehr in den
Innenstᅵdten.

>>> Guck dir an wo du in den Groᅵstᅵdten fᅵr Geschᅵftsrᅵume die hᅵchsten
>>> Mieten zahlst: Dort wo man nicht um Auto herumlaufen muss, und wo
>>> keine Parkhᅵuser die Schaufensterfronten unterbrechen.
>>
>> Dann braucht man aber auf jeden Fall irgendwas, das eine hervorragende
>> Erreichbarkeit sichert. Z.B. einen U-Bahn-Anschluss, kurze Taktzeiten
>> und kurze Wege zu Bus, Tram usw. Sowas kᅵnnen sich nicht viele Stᅵdte
>> leisten.
>
> So ewtas haben praktisch alle grᅵᅵeren Stᅵdte.

Ingolstadt mit 120.000 Einwohnern jedenfalls hat sowas nicht. Da gibt es
zwar Busse. Aber mit einer Taktung, dass man mit dem Radl meistens
schneller ist. Die Parkplatzsituation ist zudem relativ gut. Trotzdem
findet eine schmerzliche Abwanderung in die Einkaufszentren der
Peripherie statt. Dort ist die Parkplatzsituation schlicht noch besser
und das Angebot noch grᅵᅵer.

>> Deshalb wandern die entsprechenden Geschᅵfte gerne in die Randbereiche
>> ab. Dort sieht es mit den ᅵPNV-Angebot i.d.R. deutlich schlechter als
>> in den Stadtzentren aus.
>
> Die Geschᅵfte in den Randbereichen befriedigen eher die
> Grundbedᅵrfnisse.

Eher umgekehrt. Grundbedᅵrfnisse sind im Wesentlichen Lebens- und
Reinigungsmittel. Also Supermᅵrkte, Bᅵcker, Metzger, ...

>>> Der zweite Weg wᅵre denn Zufahrten und Parkmᅵglichkeiten so
>>> anzuordnen das sie dicht an den Geschᅵften liegen, aber trotzdem
>>> nicht stᅵrend in Erscheinung treten.
>>
>> Das meinte ich z.B. mit der Unterkellerung von Straᅵen.
>
> Wie gesagt, extrem teuer. Wer soll es bezahlen?

Es geht nicht um den Preis, sondern um die Wirtschaftlichkeit. Und diese
ist das Verhᅵltnis von Nutzen zu dem dafᅵr nᅵtigen Aufwand und damit vor
allem willensabhᅵngig.

>> Das Abwandern der Kaufkraft sorgt allerdings auch fᅵr weniger
>> Einnahmen. Man muss immer das VERHᅵLTNIS von Einnahmen/Ausgaben im
>> Auge haben. Nur eine Seite betrachten zu wollen, geht i.d.R. in die Hose.
>
> Das man diesen Ausweg praktisch nirgendwo wᅵhlt kᅵnnte ein Hinweis
> darauf sein das die Kosten/ Nutzenrelation nicht als besonders gᅵnstig
> eingeschᅵtzt wird.

Nach meinem Eindruck verbirgt sich dahinter vor allem ein falsch
verstandener Begriff des Umweltschutzes. Vergleicht man einen gut
funktionierenden ᅵPNV mit dem Individualverkehr, dann schneider der ᅵPNV
gar nicht mal so viel besser ab. Grund: die vielen Leerfahrten, die man
braucht, damit das System ᅵberhaupt angenommen wird. Weil man jedoch
leicht meint, dass ᅵPNV SEHR viel besser wᅵre, wird gerne versucht, den
Individualverkehr zu behindern, wo immer es mᅵglich ist, um diesen
UNattraktiv zu machen. Man wird sozusagen vor Wahl zwischen Pest und
Cholera gestellt, anstatt ein BESSERES Angebot zu machen. Das wᅵre in
den meisten Fᅵllen sehr wohl mᅵglich. Sobald das Auto keinen Fahrer mehr
braucht, werden sich so manche Verkehrsplaner ziemlich wundern. Das ist
nur noch eine Frage der Zeit.

> Wie viele Kunden braucht eine Innenstadt um zu
> ᅵberleben, und was kostet es fᅵr einen wesentlichen Teil davon
> unterirdische Parkmᅵglichkeiten samt Zufahren anzulegen?

Muss man vor Ort sehen.

> Bei einem
> Parkhaus rechnet man 40mᅵ pro Stellplatz inklusive Zufahrt und
> Rangierflᅵche, kommt noch ein Zufahrtstunnel dazu dᅵrften schnell 100mᅵ
> erreicht sein die, rechnte man mit einem groᅵzᅵgigen Besetzungsgrad, 1,5
> Kunden zusᅵtzlich in die Stadt bringen (kᅵnnten).

Wenn man sooo rechnet: Wie viele Quadratmeter hat dann eine 75-qm-Wohnung?

> Wenn ich ein paar alte
> zahlen des U-Bahn Baus hochrechne komme ich auf grob 100.000 Euro fᅵr
> einen! zusᅵtzlichen Stellplatz.

WIE rechnest du das? Mitsamt Schotterbett, Gleisen, Signalanlagen und
Bahnsteig?

> Die mᅵssen dann aber auch ᅵber
> Gewerbesteuern von diesen Zusatzkunden erstmal wieder eingebracht werden.

Gilt genauso fᅵr die U-Bahn.

>> Was soll denn bei unserer hohen Fahrzeugdichte noch zusᅵtzlich an
>> Verkehr induziert werden?
>
> Wenn es in der Stadt attraktive Angebote gibt, werden die Besucher auch
> von etwas weiter her kommen,

auch dann, wenn die Attraktivitᅵt speziell auf die Bedᅵrfnisse der
Bewohner der EIGENEN Stadt zugeschnitten ist? Auch dann, wenn sich die
umliegenden Stᅵdte ganz ᅵhnlich verhalten? Wieso sollten sie dann alle
nur in die EINE Stadt fahren? Nur, um dort das Verkehrsaufkommen zu
erhᅵhen? Verstehe ich was falsch?

> einige werden sicher auch von den
> ᅵffentlichen Verkehrsmitteln zum Auto wechseln.

Viele kᅵnnen es in Stᅵdten mit heute schlechtem ᅵPNV nicht sein.

> ᅵber Verlᅵngerung der
> Fahrtstrecke lᅵst sich die Verkehrsdichte noch fast beliebig steigern.

Das zentrale Thema ist die FahrtDAUER. Und zwar ab Haustᅵr bis zur
gewᅵnschten Haustᅵr. Da sieht der ᅵPNV vorwiegend aufgrund seiner
Fahrplᅵne ziemlich schlecht aus. Ausnahmen gibt's natᅵrlich.

>> Funktioniert allerdings nicht.
>
> Das Konzept "Parkhausoberdeck zur Strandbar umbauen" Hat hier durchaus
> zusᅵtzliche Besucher in die City gezogen, die vor oder nach dem
> "Strandbesuch" auch den Weg in die umliegenden Geschᅵfte gefunden haben.

Wenn das Geschᅵftsmodell so gut funktioniert - nur zu. Nichts dagegen.

>> Helfen kᅵnnte
>> vielleicht, wenn der ᅵPNV dicht getaktet und kostenlos angeboten wird.
>
> Kostenlos wᅵre grundsᅵtzlch eine gute Idee, eine Gemeinde in Belgien?

Richtig. Hasselt ist das. Das Modell wurde aber wohl auch schon einigen
deutschen Stᅵdten kopiert.

> hat damit hervoragende Erfahrungen gesammlt, und auch ihre Innenstadt
> wieder grᅵndlich belebt.

Der Hauptgrund fᅵr die Entscheidung war (aus dem Gedᅵchtnis), dass man
damit auf den Neubau diverser Straᅵen verzichten konnte. Man hat einfach
die Kosten des ᅵPNV gegen die Baukosten verrechnet und festgestellt,
dass in diesem Fall kostenloser ᅵPNV eben die gᅵnstigere Variante war,
die sich auch "verkaufen" lieᅵ. Da ᅵPNV nach herkᅵmmlichem Muster sich
immer auf einen einzigen Ort konzentriert, liegt es auf der Hand, dass
dieser eine Ort dann natᅵrlich entsprechend belebt wird.

> Aber auch solche Angebote wie gᅵnstige Tages- und Familienkarten dᅵrften
> schon viel bewegen.

Ist aber halt wieder mal mit viel Verwaltung verbunden. Sowohl auf der
VERkᅵuferseite wie auch auf der Kᅵuferseite, die normalerweise komplett
unterschlagen wird. Wenn es stimmt, dass Zeit=Geld ist, dann muss das
auch fᅵr die Benutzer gelten. Wenn sich diese erst lang und breit
informieren mᅵssen, dann muss dieser zeitliche Aufwand ebenfalls in die
Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen mit einflieᅵen. Nur dann wird man
verstehen kᅵnnen, weshalb sich der ᅵPNV so schwer tut. Intuitiv wird
dieser Zeitwert nᅵmlich tatsᅵchlich in Ansatz gebracht. Deshalb hat das
Auto einen so hohen Marktanteil. Trotz der hohen Kosten.

Ulrich Nehls

unread,
Jun 11, 2009, 7:25:18 AM6/11/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Klingt nicht so, als hᅵttest du ᅵberhaupt Lust, ᅵber das Thema
> nachzudenken.

Ich habe tatsᅵchlich keine Lust ᅵber erratische und kontextlos
vorgebrachte Fragen nachzudenken, geschweige denn, diese mit dir zu
diksutieren. Schon in einem frᅵheren Posting fiel mir auf, dass du
Fragen stellst, die im Absatz danach beantwortet werden, ohne dass du
dies bemerkst.
Deine Frage, warum es denn "profi.astrail.de" gebe mag ich eigentlich
auch nicht beantworten - auᅵer vielleicht, dass der Domaininhaber
womᅵglich eine Neigung hat, sich seine kleine perfekte Welt im
Modellbaukasten zusammenzubasteln. Das macht ᅵbrigens auch ein anderer,
bekannterer Ingolstᅵdter gerne zur Entspannung.

>> Vielleicht waren die Jahre davor weniger defizitᅵr, vielleicht auch
>> mehr. Was tut das zur Sache. Der MIV ist ein Draufzahlgeschᅵft,
>> und zwar ein schlimmeres als der ᅵPNV, Punkt.
>
> So bringt man gerne zum Ausdruck, dass man seine Vorurteile zu
> pflegen weiᅵ.

Jetzt muss ich lachen. Vorurteile?

Bis ich diese Studie zum ersten Mal las habe ich zumindest fᅵr denkbar
gehalten, dass diese urdeutsche Befindlichkeit, nach der der Autofahrer
die "Melkkuh der Nation" sei, einen wahren Kern haben kᅵnnte.
Doch die Studie zeigt, dass dies nicht nur falsch ist, sondern dass der
MIV einen erheblichen Anteil an der Verschuldung der Kommunen hat.

Und wenn du hier einen Punkt hᅵttest machen kᅵnnen, dann dadurch, dass
du auf methodische Schwᅵchen der ICLEI-Studie higewiesen hᅵttest. Wohlan
- wo liegen denn diese Schwᅵchen? Hast du dazu nichts zu sagen?

Statt dessen nur dieses Geschwurbel ᅵber meine angeblichen Vorurteile,
das mich daran erinnert, warum ich deine Beitrᅵge eigentlich immer
ᅵberlese.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 11, 2009, 11:45:57 AM6/11/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Stefan Zickenrott schrieb:
>
>> Aslo, wenn ich mich recht erinner, dann waren die zufahrststraᅵen zur
>> Innenstadt auch ohne die zusᅵtzlichen Fahrzeuge fᅵr die Tiefgarage
>> schon immer dicht am Limit?
>
> Kᅵnnte das auch mit Parkplatzsuchverkehr zu tun haben?

Unwahrscheinlich. Zumindest nach meiner Erfahrung beginnt in Hamburg der
Stau bereits auf der Autobahn.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 11, 2009, 11:56:42 AM6/11/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> - Hamburg hat als Stadtstaat keinen Zugriff auf die Flᅵchen im Umland

Und das ist auch gut so.

> - je besser der Verkehr funktioniert umso mehr Steuerzahler verlassen
> das Stadtgebiet
> - man hat sehr lange angestrebt, mᅵglichst viel Verkehr in die Stadt zu
> bringen,

Wie das? ohne Straᅵenbau?

> Diese unheilvolle Konstellation verhinderte einen vernᅵnftigen
> Autobahnring,

Kᅵnnte natᅵrlich auch an den Anwohnern dort liegen.

> Politiker behaupten jetzt, die Karstadt/Arcandor-Gruppe wᅵre schlecht
> gemanaged worden, wohl zu Recht. Der grᅵsste Managementfehler war in der
> Nachbetrachtung, dass man die Innenstadtstandorte nicht schon lᅵngst
> aufgegeben hat.

Wo sollte man mit solchen Hᅵusern denn sonst hin? In Stadtrandlagen
mᅵste man sich allein auf die Autofahrende Kundschaft beschrᅵnken, und
die zieht erfahrungsgemᅵᅵ Billiganabieter wie real vor, ganz davon
abgesehn das dort dann die grᅵᅵe des Parkplatzes eine limitierender
Faktor wird: Wenn ich vom Auto zum Eingang eine halben Kilometer weit an
Autos vorbeilaufen muss, die dummerweise schon vor mir da waren...

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 11, 2009, 12:14:50 PM6/11/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:
> Ulrich Nehls schrieb:

>> Die Allgemeinheit? - hᅵtte sie tausende qm wertvolle Innenstadtflᅵche
>> dafᅵr hergegeben, um darauf Autos abzustellen?
>
> Hier in Ingolstadt parken die Autos meistens in Tiefgaragen. Oben drauf
> gibt's einen Park, einen Sportplatz, eine Straᅵe, einen Marktplatz und
> in zwei Fᅵllen auch oberirdische Parkplᅵtze dazu.

Du sagtest die Innenstadt von Ingolstadt ist am absterben?

> Desweiteren hat
> beinahe jede neue Wohnanlage eine Tiefgarage fᅵr die Bewohner. Wie in
> jeder anderen Stadt auch gibt es allerdings auch hier Flecken mit
> wirklich echter Parkplatznot. Das sind z.B. Hochhaussiedlungen.

Das ind bei uns eher die ecken, wo die in den 70gern groᅵzᅵgig
mitgebauten Parkhᅵuser mangels Bedarf zu Kindergᅵrten oder
Gemeinschaftsrᅵumen umgebaut werden.

> Hier funktioniert es so, dass die Stadt Stellplatzabgaben kassiert und
> damit Stellplᅵtze zur Verfᅵgung stellen muss. Das erfolgt z.B. in Form
> von bewirtschafteten Tiefgaragen, wodurch die Stadt gleich doppelt
> verdient.

Das Problem damit ist wohl erstmal, daᅵ sich sowas nur schwer
nachtrᅵglich bauen lᅵᅵt, wenn das Kaufhaus schon da steht.
Was mir beim Kaufhof am Hauptbahnhof hier aufᅵllt: Die mehrstᅵckige
Tiefgarage hat nur eine einzige Zufahrt und eine einzige Ausfahrt.
Normalerweise kommen damit also vielleicht alle 10 Sekunden 2 Kunden ins
Haus. An guten Tagen betreten durch jede der 7 Eingangstᅵren in der Zeit
mindesten 5 bis 10 Kunden das Geschᅵft. Trotz groᅵer Flᅵche un mehrere
Stockwerke, ist die Garage aber dann meist ausgelaste, so das sich die
Zeit des Kundenwechsels auf 1 Minute und mehr verlᅵngert. Besonders
effektiv scheint also so eine Tiefgarge nicht zu sein.
Auch das erklᅵrt wieder die Standortwahl: Allein von den Autokunden
kᅵnnte so ein Haus erst recht nicht ᅵberleben.

> Kaufhᅵuser investieren aber doch wirklich in Parkplᅵtze! Und das nicht
> zu knapp.

Also einer der Lᅵden in hannover der den meisten Umsatz machen dᅵrfte
ist der Saturn. Und der hat genau in 0 Parkplᅵtze investiert.
Interessant ᅵbrigends, das Saturn meist in den Innenstᅵdten zu finden,
fast immer ᅵberlaufen und verglichsweise teuer ist, wᅵhrend sich
Mediamarkt am Stadrand befindet, reichlich Parkplᅵtze hat, ein ᅵhnliches
Angebot zu gᅵnstigeren Preisen bietet, und meist eher leer ist.
Eigentlich doch absurd oder?

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 11, 2009, 12:55:02 PM6/11/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Ich hᅵre vor allem vom Sterben der Innenstᅵdte und nicht von deren
> Blᅵte.

Nun, ich sehe jeden Tag etwas anderes..

> Immer in Hinblick auf die Konkurrenz vor den Toren der Stadt auf
> der Grᅵnen Wiese. Dort spielt allmᅵhlich die Musik.

mag sein, ich war lange nicht da, vor allem weil mir bei meinen letzten
besuchen dort das Warenangebot einfach zu beschrᅵnkt war. Die lange
Anfahrt kommt noch erschwerent hinzu. Warum soll ich eine halbe Stunde
fahren, wenn ich in 5 Minuten zu Fuᅵ ein wesentlich
abwechslungsreicheres Angebot vorfinde, teilweise in einer Qualitᅵt die
ich bisher in den Stadtrandlagen nicht finden konnte.
Fᅵr die Ortkundigen: Einkaufzentrum Garbsen, Altwarmbᅵchen, Hemmingen
und das Leinecenter fallen mir da ein. Durchaus Geschᅵfte die gut und
erfolgreich leben, aber sicher auch den etwas geringeren Kundendurchsatz
mit den gᅵnstigen Mieten zu kompensieren wissen.

>> So ewtas haben praktisch alle grᅵᅵeren Stᅵdte.
>
> Ingolstadt mit 120.000 Einwohnern jedenfalls hat sowas nicht.

Ob man Ingolstadt zu den "grᅵᅵeren" Stᅵdten zᅵhlen kann, darᅵber kann
man streiten, sicher dᅵrte aber sein das Audi als groᅵer Steuerzahler
durchaus Einfluss auf die Stadtentwicklung nimmt.

> Die Parkplatzsituation ist zudem relativ gut. Trotzdem
> findet eine schmerzliche Abwanderung in die Einkaufszentren der
> Peripherie statt. Dort ist die Parkplatzsituation schlicht noch besser
> und das Angebot noch grᅵᅵer.

Ich lass das mal so stehen.

>> Die Geschᅵfte in den Randbereichen befriedigen eher die Grundbedᅵrfnisse.
>
> Eher umgekehrt. Grundbedᅵrfnisse sind im Wesentlichen Lebens- und
> Reinigungsmittel. Also Supermᅵrkte, Bᅵcker, Metzger, ...

Eben. Hochwerteieg Schuhe, Textilien, Unterhaltungselektronik, Computer
usw... hab ich in den einkaufszentren am Stadtrand eher wenig gefunden,
dafᅵr eben das klassische real und Kaufland Angebot, zusammen mit Kik,
Tacco, Reno usw.

>> Das man diesen Ausweg praktisch nirgendwo wᅵhlt kᅵnnte ein Hinweis
>> darauf sein das die Kosten/ Nutzenrelation nicht als besonders gᅵnstig
>> eingeschᅵtzt wird.
>
> Nach meinem Eindruck verbirgt sich dahinter vor allem ein falsch
> verstandener Begriff des Umweltschutzes.

Nein, ich denke nicht. In dem Fall wᅵrde man eher das Fahrrad fᅵrdern.

> Vergleicht man einen gut
> funktionierenden ᅵPNV mit dem Individualverkehr, dann schneider der ᅵPNV
> gar nicht mal so viel besser ab.

Doch, wesentlich. Bei der Relation zwischen Flᅵchenverbrauch und
Baukosten gegenᅵber der Zahl der befᅵrderten Personen zeigt sich schnell
das dort wo der Platz knapp ist der ᅵPNV nicht zu schlagen ist, vor
allem weil man vor ort keinen Platz zur Aufbewahrung der Fahrzeuge zur
Verfᅵgung stellen muss, der dann fᅵr andere Nutzungen zur Verfᅵgung steht.

> Das wᅵre in
> den meisten Fᅵllen sehr wohl mᅵglich. Sobald das Auto keinen Fahrer mehr
> braucht, werden sich so manche Verkehrsplaner ziemlich wundern.

Ich glaube nicht, die Straᅵen werden davon nicht breiter.

>> Wie viele Kunden braucht eine Innenstadt um zu ᅵberleben, und was
>> kostet es fᅵr einen wesentlichen Teil davon unterirdische
>> Parkmᅵglichkeiten samt Zufahren anzulegen?
>
> Muss man vor Ort sehen.

Das kann man, denke ich recht, schnell errechene wenn man weiᅵ welche
Geschᅵfte dort vorhanden sind, und welchen Umsatz diese zum ᅵberleben
erwirtschaften mᅵssen.


>> Bei einem Parkhaus rechnet man 40mᅵ pro Stellplatz inklusive Zufahrt
>> und Rangierflᅵche, kommt noch ein Zufahrtstunnel dazu dᅵrften schnell
>> 100mᅵ erreicht sein die, rechnte man mit einem groᅵzᅵgigen
>> Besetzungsgrad, 1,5 Kunden zusᅵtzlich in die Stadt bringen (kᅵnnten).
>
> Wenn man sooo rechnet: Wie viele Quadratmeter hat dann eine 75-qm-Wohnung?

Wofᅵr ist das in diesem Zusammenhang Relevant?

>
>> Wenn ich ein paar alte zahlen des U-Bahn Baus hochrechne komme ich auf
>> grob 100.000 Euro fᅵr einen! zusᅵtzlichen Stellplatz.
>
> WIE rechnest du das? Mitsamt Schotterbett, Gleisen, Signalanlagen und
> Bahnsteig?

Ich schᅵtze das. Ohne Bahnsteig, aber mit Signalanlagen, Fahrbahnbelag,
Belᅵftung, Notausgᅵngen, Feuerlᅵscheinrichtungen usw...

>
>> Die mᅵssen dann aber auch ᅵber Gewerbesteuern von diesen Zusatzkunden
>> erstmal wieder eingebracht werden.
>
> Gilt genauso fᅵr die U-Bahn.

Die aber ungleich mehr Menschen in die Stadt schafft, ohne das man auch
noch Flᅵchen zur Fahrzeugaufbewahrung bereithalten mᅵsste.

>> Wenn es in der Stadt attraktive Angebote gibt, werden die Besucher
>> auch von etwas weiter her kommen,
>
> auch dann, wenn die Attraktivitᅵt speziell auf die Bedᅵrfnisse der
> Bewohner der EIGENEN Stadt zugeschnitten ist?

Wie willst Du das denn anstellen?

> Auch dann, wenn sich die
> umliegenden Stᅵdte ganz ᅵhnlich verhalten? Wieso sollten sie dann alle
> nur in die EINE Stadt fahren? Nur, um dort das Verkehrsaufkommen zu
> erhᅵhen? Verstehe ich was falsch?

Vermutlich...
Inzwischen gibt es durchaus viele Menschen die zum Beispiel aus Hamburg
mal eben nach Hannover zum shoppen fahren, und umgekehrt, einfach weil
es mal was anderes ist, auch wenn die Geschᅵfte inzwischen fast ᅵberall
die gleichen sind.

>> einige werden sicher auch von den ᅵffentlichen Verkehrsmitteln zum
>> Auto wechseln.
>
> Viele kᅵnnen es in Stᅵdten mit heute schlechtem ᅵPNV nicht sein.

ich rede mal von grᅵᅵeren Stᅵdten wie Hamburg, Berlin, Bremen, Hannover,
Kᅵln, Mᅵnchen usw..

>> ᅵber Verlᅵngerung der Fahrtstrecke lᅵst sich die Verkehrsdichte noch
>> fast beliebig steigern.
>
> Das zentrale Thema ist die FahrtDAUER. Und zwar ab Haustᅵr bis zur
> gewᅵnschten Haustᅵr. Da sieht der ᅵPNV vorwiegend aufgrund seiner
> Fahrplᅵne ziemlich schlecht aus. Ausnahmen gibt's natᅵrlich.

Richtig, und je besser du die Infrastruktur fᅵr den KFZ Verkehr
ausbaust, desto weiter wird gefahren. Die Zahl der Wege hat sich in den
letzten 100 Jahren genausowenig verᅵndert wie die Zeit die man unterwegs
ist, nur die Strecken sind lᅵnger geworden, also mehr Personenkilometer
-> mehr Verkehr.
Ich hab in meiner Nachbarschaft inzwischen Leute, die es normal finden
fast jedes WE 280km einfache Strecke zu ihrer "In" Disko zu fahren, gut
ausgebaute Autobahn und Groᅵparkplatz sei dank ...
Frᅵher sind die Leute ja auch manchmal 2 Stunden zu Fuᅵ zum
Tanzvergnᅵgen gegangen ;-)

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 11, 2009, 1:15:18 PM6/11/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Wᅵrde mich jetzt wundern. Frage mal einen Architekten. Da werden Gebᅵude
> gebaut ohne Heizung, ohne Telefon, ohne Wasser- oder Gasversorgung, ohne
> Fenster, keine Zwischenwᅵnde, keine Wᅵrmedᅵmmung usw. - nur das
> Allernᅵtigste. Mit einer Miete von 2,- Euro pro Stunde pro 2,5 x 5 m^2.

Die rechnung hatten wir doch schon mal, haben deine Parkplᅵtze keine
Zufahrt? keine Rangierflᅵche? Werden die Autos also mit dem Gabelstapler
Dicht an Dicht gestellt?

> Bei durchschnittlich 10 Stunden tᅵglich macht das pro Monat
> Mieteinnahmen pro Parkplatz von 30 x 10 x 2 = 600,- Euro. Rechnen wir
> mal nur mit 400,- Euro. Dann ergibt das eine Monatsmiete von 32,- Euro
> pro Quadratmeter, was man angesichts des gebotenen Komforts durchaus als
> ᅵppig bezeichnen darf. Dazu kommt dann noch eine Stellplatzabgabe von
> diversen Unternehmen mit rund 12.000...15.000,- Euro pro Stellplatz.
> Diese Abgabe wird bei Verᅵuᅵerung des Geschᅵfts womᅵglich auch mehrmals
> eingezogen. Der Verkᅵufer hat frᅵher schon. Der neue Kᅵufer muss noch.

Frag einfach mal bei der Union-Boden in Hannover nach, die bestreiten
von den Parkgebᅵhren allein die Betriebskosten (Zum Beispiel auch
Personal) Die Gebᅵude werden von der Stadt kostenlos zur Verfᅵgung
gestellt. Also weder ordentlicher Gewinn, noch Rᅵckzahlung der
Investitionskosten.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 11, 2009, 1:17:17 PM6/11/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

>> Wie die Studie der ICLEI (WIMRE 2003) gezeigt hat zahlen die Kommunen
>> im Bundesschnitt pro Kopf und Jahr 145 Euro drauf.
>
> Gegenᅵber was?

Sinnlose Frage, oder?

Offensichtlich wurden Bau und Betriebeskosten der Straᅵen und Parkplᅵtze
gegen die direkten Einnahmen aus dem Straᅵenverkehr gegengerechnet.

Michael Landenberger

unread,
Jun 11, 2009, 5:14:34 PM6/11/09
to
"Stefan Zickenrott" <stefan.z...@gmx.de> schrieb:

> Zumindest nach meiner Erfahrung beginnt in Hamburg der
> Stau bereits auf der Autobahn.

Woran die Hamburger nicht ganz unschuldig sind. Ein Ortsunkundiger, der
von Berlin nach Flensburg/Dᅵnemark mᅵchte und dabei den Fehler begeht,
zunᅵchst nach Hamburg zu fahren, wird durch die Beschilderung von der
A24 ᅵber die A1 sᅵdlich (!) um Hamburg herum zum Kreuz Maschen
geleitet, wo er auf die A7 gelangt. Dort fᅵhrt er dann wieder in
Richtung Norden und steht prompt vor dem Elbtunnel im Stau. Der
Ortskundige verlᅵsst dagegen die A24 schon weit vor Hamburg an der
Ausfahrt Schwarzenbek/Grande, umfᅵhrt dann Hamburg ᅵber die B404 und
die A21 und gelangt anschlieᅵend bei Bad Segeberg ᅵber die B206 nach
Westen bis zur A7. Die Staugefahr auf dieser Strecke ist weitaus
geringer. Leider ist sie zumindest auf der A24 nicht mit einem
Sterbenswᅵrtchen ausgeschildert. Aber Navis werden ja immer billiger
;-)

Auch innerhalb Hamburgs ist eine ausreichende Beschilderung des
kᅵrzesten Wegs von der A24 zur A7 quasi nicht vorhanden oder zumindest
sehr dᅵrftig.

Gruᅵ

Michael

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 3:00:58 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

Was ohne weiteres mit Parkplatzsuchverkehr zu tun haben kann.

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 3:07:17 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Christoph Mᅵller schrieb:
>
>> Wᅵrde mich jetzt wundern. Frage mal einen Architekten. Da werden
>> Gebᅵude gebaut ohne Heizung, ohne Telefon, ohne Wasser- oder
>> Gasversorgung, ohne Fenster, keine Zwischenwᅵnde, keine Wᅵrmedᅵmmung
>> usw. - nur das Allernᅵtigste. Mit einer Miete von 2,- Euro pro Stunde
>> pro 2,5 x 5 m^2.
>
> Die rechnung hatten wir doch schon mal, haben deine Parkplᅵtze keine
> Zufahrt? keine Rangierflᅵche? Werden die Autos also mit dem Gabelstapler
> Dicht an Dicht gestellt?

Haben Wohnungen keine Zubringer, Treppenhᅵuser, Lifte, ...?

> Die Gebᅵude werden von der Stadt kostenlos zur Verfᅵgung
> gestellt.

Was aufgrund der Stellplatzabgabe durch die Hausbesitzer kein Problem
sein sollte.

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 3:12:27 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:

Seit wann gibt es Maut im Stadtbereich hierzulande? Habe ich was ᅵbersehen?

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 3:26:50 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Christoph Mᅵller schrieb:
>> Ulrich Nehls schrieb:
>
>>> Die Allgemeinheit? - hᅵtte sie tausende qm wertvolle Innenstadtflᅵche
>>> dafᅵr hergegeben, um darauf Autos abzustellen?
>>
>> Hier in Ingolstadt parken die Autos meistens in Tiefgaragen. Oben
>> drauf gibt's einen Park, einen Sportplatz, eine Straᅵe, einen
>> Marktplatz und in zwei Fᅵllen auch oberirdische Parkplᅵtze dazu.
>
> Du sagtest die Innenstadt von Ingolstadt ist am absterben?

Da gibt es den Westpark, der ein riesiges Angebot und KOSTENLOSE
Parkplᅵtze hat. Dieser Westpark macht den Geschᅵften in der Innenstadt
gehᅵrige Probleme und er will noch weiter wachsen. Aus diesem Grund die
Belebung der Altstadt hier ein Dauerthema. Das Potenzial wᅵre da. Wie es
realisiert werden soll - darᅵber wird gestritten.

>> Hier funktioniert es so, dass die Stadt Stellplatzabgaben kassiert und
>> damit Stellplᅵtze zur Verfᅵgung stellen muss. Das erfolgt z.B. in Form
>> von bewirtschafteten Tiefgaragen, wodurch die Stadt gleich doppelt
>> verdient.
>
> Das Problem damit ist wohl erstmal, daᅵ sich sowas nur schwer
> nachtrᅵglich bauen lᅵᅵt, wenn das Kaufhaus schon da steht.

Bei uns hat man schon frᅵhzeitig angefangen, Tiefgaragen zu bauen.

> Was mir beim Kaufhof am Hauptbahnhof hier aufᅵllt: Die mehrstᅵckige
> Tiefgarage hat nur eine einzige Zufahrt und eine einzige Ausfahrt.
> Normalerweise kommen damit also vielleicht alle 10 Sekunden 2 Kunden ins
> Haus.

Meine Erfahrung: Wer mit dem Auto zum Einkaufen in einen Supermarkt
fᅵhrt, lᅵsst wohl so um die 100,- ᅵ im Laden. Ein Fuᅵgᅵnger vielleicht
nur 20,- ᅵ, weil er nicht so viel tragen kann. Die Geschᅵftsfᅵhrer
werden sicher genauere Zahlen haben.

> An guten Tagen betreten durch jede der 7 Eingangstᅵren in der Zeit
> mindesten 5 bis 10 Kunden das Geschᅵft.

Von denen aber Viele ᅵberhaupt nichts einkaufen, sondern nur mal schauen
gehen.

> Trotz groᅵer Flᅵche un mehrere
> Stockwerke, ist die Garage aber dann meist ausgelaste, so das sich die
> Zeit des Kundenwechsels auf 1 Minute und mehr verlᅵngert. Besonders
> effektiv scheint also so eine Tiefgarge nicht zu sein.

Das wird von Fall sicher ganz unterschiedlich sein.

> Auch das erklᅵrt wieder die Standortwahl: Allein von den Autokunden
> kᅵnnte so ein Haus erst recht nicht ᅵberleben.

Was natᅵrlich extremst standortabhᅵngig ist. Denke ich an unseren
Westpark - der kᅵnnte ohne Autos nicht ᅵberleben. Damit er dies kᅵnnte,
mᅵsste der ganze ᅵPNV neu organisiert werden. Da macht die Ingolstᅵdter
Verkehrsgesellschaft allerdings nicht mit. Ist ihr schlicht zu teuer.

>> Kaufhᅵuser investieren aber doch wirklich in Parkplᅵtze! Und das nicht
>> zu knapp.
>
> Also einer der Lᅵden in hannover der den meisten Umsatz machen dᅵrfte
> ist der Saturn. Und der hat genau in 0 Parkplᅵtze investiert.

Auch wenn er keine Parkplᅵtze vor der Tᅵr hat, heiᅵt das noch lange
nicht, dass er nicht in Parkplᅵtze investiert hᅵtte. Bei uns heiᅵt das
Zauberwort dafᅵr "Stellplatzabgabe".

> Interessant ᅵbrigends, das Saturn meist in den Innenstᅵdten zu finden,

Saturn und MediaMarkt sind in Ingolstadt zuhause. Beide Hᅵuser hier
haben eigene Parkplᅵtze.

> fast immer ᅵberlaufen und verglichsweise teuer ist, wᅵhrend sich
> Mediamarkt am Stadrand befindet, reichlich Parkplᅵtze hat, ein ᅵhnliches
> Angebot zu gᅵnstigeren Preisen bietet, und meist eher leer ist.
> Eigentlich doch absurd oder?

Die Verhᅵltnisse sind nun mal von Ort zu Ort sehr unterschiedlich.

Christian Robert

unread,
Jun 12, 2009, 3:56:44 AM6/12/09
to
/* Stefan Zickenrott wrote: */

> Zusätlich sind aufgrund der hohen bevölkerungsdichte der Städte die
> Straßen ständig überfüllt, und Durchschnittsgeschwindigkeiten unterhalb
> von Fußgängertempo schon eher die Regel als die Ausnahme.

Also auch nicht anders als New York ;-)

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 4:12:26 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:

>> Ingolstadt mit 120.000 Einwohnern jedenfalls hat sowas nicht.


>
> Ob man Ingolstadt zu den "grᅵᅵeren" Stᅵdten zᅵhlen kann, darᅵber kann
> man streiten, sicher dᅵrte aber sein das Audi als groᅵer Steuerzahler
> durchaus Einfluss auf die Stadtentwicklung nimmt.

Mit Sicherheit. Angeblich haben wir seit Jahrzehnten die hᅵchste
Fahrzeugdichte in ganz Deutschland.

>>> Das man diesen Ausweg praktisch nirgendwo wᅵhlt kᅵnnte ein Hinweis
>>> darauf sein das die Kosten/ Nutzenrelation nicht als besonders
>>> gᅵnstig eingeschᅵtzt wird.
>>
>> Nach meinem Eindruck verbirgt sich dahinter vor allem ein falsch
>> verstandener Begriff des Umweltschutzes.
>
> Nein, ich denke nicht. In dem Fall wᅵrde man eher das Fahrrad fᅵrdern.

Das Fahrrad ist aber leider ziemlich wetterabhᅵngig. Wenn das Wetter
passt, haben wir hier schon mal die Situation, dass man in der Stadt gar
nicht mehr weiᅵ, wo man sein Fahrrad hinstellen kᅵnnte. Besonders, wenn
mal irgendeine Veranstaltung ist. Wᅵre das Radl ein Allwetterfahrzeug,
dann wᅵrde hier nur sehr wenig mit dem Auto gefahren.

>> Vergleicht man einen gut funktionierenden ᅵPNV mit dem
>> Individualverkehr, dann schneider der ᅵPNV gar nicht mal so viel
>> besser ab.
>
> Doch, wesentlich.

In SPEZIELLEN Fᅵllen! Das Problem in unserer Stadt ist z.B., dass wir
zwar die halbe Flᅵche von Mᅵnchen haben, aber nur 1/10 der Einwohner.
ᅵPNV in der Flᅵche ist einfach ein Problem. Was in Mᅵnchen hervorragend
funktioniert, ist hier kaum machbar, weil die Busse die meiste Zeit eher
leer durch die Gegend fahren.

> Bei der Relation zwischen Flᅵchenverbrauch und
> Baukosten gegenᅵber der Zahl der befᅵrderten Personen zeigt sich schnell
> das dort wo der Platz knapp ist der ᅵPNV nicht zu schlagen ist,

Eben. Wo der Platz KNAPP ist. Das gilt hier aber im Wesentlichen nur fᅵr
das Piusviertel und die Altstadt.

> vor
> allem weil man vor ort keinen Platz zur Aufbewahrung der Fahrzeuge zur
> Verfᅵgung stellen muss, der dann fᅵr andere Nutzungen zur Verfᅵgung steht.

Diesbezᅵglich darf man gespannt sein, wie sich der ᅵPNV entwickeln wird,
wenn das Auto keinen Fahrer mehr braucht. Die Entwicklung dort hin ist
nicht mehr aufzuhalten. Solche Fahrzeuge wird man sich ja auch mieten
kᅵnnen. Wahrscheinlich auch fᅵr nur kurze Strecken. Dann geht's direkt
von Punkt zu Punkt ohne Fahrplᅵne, Umwege und Parkplatzsorgen.

>> Das wᅵre in
>> den meisten Fᅵllen sehr wohl mᅵglich. Sobald das Auto keinen Fahrer
>> mehr braucht, werden sich so manche Verkehrsplaner ziemlich wundern.
>
> Ich glaube nicht, die Straᅵen werden davon nicht breiter.

Darum geht' nicht. Eher darum, dass man damit keine Parkplᅵtze mehr in
den Zentren benᅵtigt, weil die Dinger ja gleich wieder weiter fahren zum
nᅵchsten Kunden. Wenn Pause, dann irgendwo in der Peripherie, wo
genᅵgend Parkplᅵtze vorhanden sind.

>>> Wie viele Kunden braucht eine Innenstadt um zu ᅵberleben, und was
>>> kostet es fᅵr einen wesentlichen Teil davon unterirdische
>>> Parkmᅵglichkeiten samt Zufahren anzulegen?
>>
>> Muss man vor Ort sehen.
>
> Das kann man, denke ich recht, schnell errechene wenn man weiᅵ welche
> Geschᅵfte dort vorhanden sind, und welchen Umsatz diese zum ᅵberleben
> erwirtschaften mᅵssen.

So einfach ist das nicht, weil eine Rᅵckkopplung besteht. Ist die
Anbindung schlecht, sterben die Geschᅵfte und die Rechnung muss auf
einmal mit ganz anderen Zahlen gemacht werden.

>>> Bei einem Parkhaus rechnet man 40mᅵ pro Stellplatz inklusive Zufahrt
>>> und Rangierflᅵche, kommt noch ein Zufahrtstunnel dazu dᅵrften schnell
>>> 100mᅵ erreicht sein die, rechnte man mit einem groᅵzᅵgigen
>>> Besetzungsgrad, 1,5 Kunden zusᅵtzlich in die Stadt bringen (kᅵnnten).
>>
>> Wenn man sooo rechnet: Wie viele Quadratmeter hat dann eine
>> 75-qm-Wohnung?
>
> Wofᅵr ist das in diesem Zusammenhang Relevant?

Es ging um den Mietpreis pro Nutz-Quadratmeter. Die dafᅵr nᅵtigen
Verkehrsflᅵchen werden hier ᅵblicherweise nicht mit berᅵcksichtigt. Wenn
doch, dann muss man das eigens dazu sagen und ggf. auch einen eigenen
Begriff dafᅵr verwenden, wenn man Vergleichbarkeit haben will.

>>> Die mᅵssen dann aber auch ᅵber Gewerbesteuern von diesen Zusatzkunden
>>> erstmal wieder eingebracht werden.
>>
>> Gilt genauso fᅵr die U-Bahn.
>
> Die aber ungleich mehr Menschen in die Stadt schafft, ohne das man auch
> noch Flᅵchen zur Fahrzeugaufbewahrung bereithalten mᅵsste.

Meine Erfahrung ist, dass man sich Viel-Auf-Einmal-Verkehrsmitteln oft
grandios verschᅵtzt. Steigt man an einem zentralen Ort aus, findet man
sich in einem extremen Gewusel von Leuten wieder und schlieᅵt intuitiv
daraus, dass da (immer) mᅵchtig was los wᅵre. Will man wegfahren, steht
man auch meistens unter vielen Leuten und schlieᅵt daraus, dass hier
viel los sein muss. Aber sollte sich vergegenwᅵrtigen, dass man halt nur
WARTET und NICHT FᅵHRT. Am Ende hilft nur eins: tatsᅵchlich nachRECHNEN.
Man sollte sich auf ᅵberraschungen gefasst machen. Gleichzeitig wᅵre
es noch angebracht, sich mal zu ᅵberlegen, was die vielen Leute auf dem
Bahnsteig ᅵberhaupt wollen. ᅵPNV ist ja meistens so organisiert, dass es
nur WENIGE Verteilstellen gibt. Dort mᅵssen ALLE hin. Dort wird dann nur
umgestiegen. Weiter passiert da nicht viel. Aufgrund der WARTEZEITEN
stehen dann sehr viele Leute rum und tun so, als ob das
Verkehrsaufkommen riesengroᅵ wᅵre. Ist so ᅵhnlich, als wenn man im Stau
auf der Straᅵe steht. Vor lauter Leuten kommt man nicht mehr weiter.
Beim ᅵPNV kommt man halt vor lauter Fahrplan nicht weiter, was am Ende
die gleiche Wirkung wie Stau hat. Nur, dass der fahrplanbedingte Stau
halt besser planbar ist.

Kaum ist man mit dem ᅵPNV aus dem Kerngebiet raus, kommt man sich schon
fast vereinsamt vor.

>>> Wenn es in der Stadt attraktive Angebote gibt, werden die Besucher
>>> auch von etwas weiter her kommen,
>>
>> auch dann, wenn die Attraktivitᅵt speziell auf die Bedᅵrfnisse der
>> Bewohner der EIGENEN Stadt zugeschnitten ist?
>
> Wie willst Du das denn anstellen?

Ganz einfach. Mit Marktforschung. Du kennst vielleicht die Frage der
Verkᅵuferin "aus welchem Postleitzahlengebiet kommen Sie?"...

>> Auch dann, wenn sich die umliegenden Stᅵdte ganz ᅵhnlich verhalten?
>> Wieso sollten sie dann alle nur in die EINE Stadt fahren? Nur, um dort
>> das Verkehrsaufkommen zu erhᅵhen? Verstehe ich was falsch?
>
> Vermutlich...
> Inzwischen gibt es durchaus viele Menschen die zum Beispiel aus Hamburg
> mal eben nach Hannover zum shoppen fahren, und umgekehrt, einfach weil
> es mal was anderes ist, auch wenn die Geschᅵfte inzwischen fast ᅵberall
> die gleichen sind.

OK, sowas macht man HIN UND WIEDER mal. Der Normalfall wird jedenfalls
am eigenen Ort abspielen.

>> Das zentrale Thema ist die FahrtDAUER. Und zwar ab Haustᅵr bis zur
>> gewᅵnschten Haustᅵr. Da sieht der ᅵPNV vorwiegend aufgrund seiner
>> Fahrplᅵne ziemlich schlecht aus. Ausnahmen gibt's natᅵrlich.
>
> Richtig, und je besser du die Infrastruktur fᅵr den KFZ Verkehr
> ausbaust, desto weiter wird gefahren.

Gilt im ᅵbrigen auch fᅵr den ᅵPV.

> Die Zahl der Wege hat sich in den
> letzten 100 Jahren genausowenig verᅵndert wie die Zeit die man unterwegs
> ist, nur die Strecken sind lᅵnger geworden, also mehr Personenkilometer
> -> mehr Verkehr.

Wo ist ᅵberhaupt das echte Problem? Ist es die Tatsache, dass etwas von
A nach bewegt wird, oder ist es der Lᅵrm, die Abgase, die Unfallgefahr
oder was noch?

> Ich hab in meiner Nachbarschaft inzwischen Leute, die es normal finden
> fast jedes WE 280km einfache Strecke zu ihrer "In" Disko zu fahren, gut
> ausgebaute Autobahn und Groᅵparkplatz sei dank ...
> Frᅵher sind die Leute ja auch manchmal 2 Stunden zu Fuᅵ zum
> Tanzvergnᅵgen gegangen ;-)

Wo GENAU ist das Problem? Ich weiᅵ, dass diese Frage erst mal ziemlich
provokant klingt. Aber ich stelle sie ganz bewusst, weil sich z.B. bei
Walen kein Mensch darᅵber aufregt, dass sie mit ihrer wirklich groᅵen
Masse ihr Leben Lang auf Weltreise sind. Wᅵre der Transportvorgang an
sich ein Problem, mᅵsste die logische Konsequenz sein, diese Tiere
auszurotten. Worauf ich hinaus will: Das Entscheidende ist nicht die
Distanz, sondern der Schaden, der damit angerichtet wird. Und da kann
man mit technischen und organisatorischen Mittel noch wirklich SEHR VIEL
zum Besseren wenden. Distanz muss bei weitem NICHT AUTOMATISCH mit
Schadensproduktion in heutigem Ausmaᅵ zu tun haben. Das Problem ist vor
allem die Art und Weise, WIE wir heute unsere Distanzen bewᅵltigen.

Herbert Albrecht

unread,
Jun 12, 2009, 4:21:15 AM6/12/09
to
Michael Landenberger schrieb:

> "Stefan Zickenrott" <stefan.z...@gmx.de> schrieb:
>
>> Zumindest nach meiner Erfahrung beginnt in Hamburg der
>> Stau bereits auf der Autobahn.
>
> Woran die Hamburger nicht ganz unschuldig sind. Ein Ortsunkundiger, der
> von Berlin nach Flensburg/Dᅵnemark mᅵchte und dabei den Fehler begeht,
> zunᅵchst nach Hamburg zu fahren, wird durch die Beschilderung von der
> A24 ᅵber die A1 sᅵdlich (!) um Hamburg herum zum Kreuz Maschen geleitet,
> wo er auf die A7 gelangt. Dort fᅵhrt er dann wieder in Richtung Norden
> und steht prompt vor dem Elbtunnel im Stau.

Das ist allerdings kein guter Weg.

Der Ortskundige verlᅵsst
> dagegen die A24 schon weit vor Hamburg an der Ausfahrt
> Schwarzenbek/Grande, umfᅵhrt dann Hamburg ᅵber die B404 und die A21 und
> gelangt anschlieᅵend bei Bad Segeberg ᅵber die B206 nach Westen bis zur
> A7. Die Staugefahr auf dieser Strecke ist weitaus geringer. Leider ist
> sie zumindest auf der A24 nicht mit einem Sterbenswᅵrtchen
> ausgeschildert. Aber Navis werden ja immer billiger ;-)

Dieser Weg ist viel besser, aber zeigt das Navi ihn auch an? Mein Navi
hat eine starke Tendenz zu Hauptstrassen, insbesonders zu Autobahnen. Es
geht bei der Streckenplanung offenbar von Durchschnittsgeschwindigkeiten
auf einem Strassentyp aus und nicht von der aktuellen Verkehrssituation.


>
> Auch innerhalb Hamburgs ist eine ausreichende Beschilderung des
> kᅵrzesten Wegs von der A24 zur A7 quasi nicht vorhanden oder zumindest
> sehr dᅵrftig.

Die ausgeschilderten Wege sind z.T. absurd. Ich vermute dahinter
politische Kompromisse auf Bezirksebene.

Herbert

Johann Mayerwieser

unread,
Jun 12, 2009, 4:32:19 AM6/12/09
to
Christoph M�ller <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Stefan Zickenrott schrieb:
>> Christoph M�ller schrieb:
>>> Ulrich Nehls schrieb:
>>
>>>> Die Allgemeinheit? - h�tte sie tausende qm wertvolle Innenstadtfl�che
>>>> daf�r hergegeben, um darauf Autos abzustellen?


>>>
>>> Hier in Ingolstadt parken die Autos meistens in Tiefgaragen. Oben

>>> drauf gibt's einen Park, einen Sportplatz, eine Stra�e, einen
>>> Marktplatz und in zwei F�llen auch oberirdische Parkpl�tze dazu.


>>
>> Du sagtest die Innenstadt von Ingolstadt ist am absterben?
>
>Da gibt es den Westpark, der ein riesiges Angebot und KOSTENLOSE

>Parkpl�tze hat. Dieser Westpark macht den Gesch�ften in der Innenstadt
>geh�rige Probleme und er will noch weiter wachsen. Aus diesem Grund die
>Belebung der Altstadt hier ein Dauerthema. Das Potenzial w�re da. Wie es
>realisiert werden soll - dar�ber wird gestritten.

Fu�g�ngerzone, gro�z�gig gestaltet, viele kleine Cafes mit
Schanigarten, gute Anbindung mit �ffentlichen Verkehrsmitteln,
eventuell sogar eine Stra�enbahn *) durch. Diese Fu�g�ngerzonen
florieren im Allgemeinen bestens. Wenn man krampfhaft versucht, den
Einkaufszentren in Au�enlage durch Zufahrtsm�glichkeiten mit dem Auto
Paroli zu bieten, dann scheitert man kl�glich, weil es trotzdem
unbequen umd m�hsam scheint. der Autofahrer vergisst, dass er im
Einkaufszentrum vom Parkplatz bis zum Gesch�ft mehrere hundert Meter
zur�cklegen muss - in dem Moment, wo er sein Auto am parkplatz
abstellt hat er das Gef�hl "jetzt bin ich da". In der Innenstadt geben
100 Meter schon das Gef�hl, "Ich muss erst zum GEsch�ft hatschen".

*) Die Stra�enbahn soll nat�rlich nicht nur Selbstzweck in der FuZo
sein, sondern die Kunden rasch von �berall her zur FuZo bringen.
Gegen�ber einer Ubahn und einem Bus hat sie den Vorteil, dass sie dort
auf Grund von Schienen und Oberleitung pr�sent ist, gegen�ber der
Ubahn noch den Vorteil, dass die Fahrg�ste im Vorbeifahren die
Gesch�fte sehen und diese sich einpr�gen.

Liebe Gr��e
Hanne

--
F�r pers�nliche Nachricht Reply-Adresse verwenden und "usenet" im Betreff einf�gen.
Amerika ist die in Wunschtr�umen oder Albtr�umen wahrgewordene
Fortsetzung des Abendlandes. (Robert Crumb)

Herbert Albrecht

unread,
Jun 12, 2009, 4:34:51 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Herbert Albrecht schrieb:
>
>> - Hamburg hat als Stadtstaat keinen Zugriff auf die Flᅵchen im Umland
>
> Und das ist auch gut so.

Das ist selbstverstᅵndlich im Fᅵderalismus. Die Stadtstaaten haben damit
wirtschaftlich groᅵe Probleme, daher im Falle Hamburgs die immer mal
wieder aufkommende Debatte um einen Nordstaat.


>
>> - je besser der Verkehr funktioniert umso mehr Steuerzahler verlassen
>> das Stadtgebiet
>> - man hat sehr lange angestrebt, mᅵglichst viel Verkehr in die Stadt
>> zu bringen,
>
> Wie das? ohne Straᅵenbau?

Den Kaufleuten und Gastwirten kam es nur darauf an, dass mᅵglichst viele
potentielle Kunden vorbeikommen.


>
>> Diese unheilvolle Konstellation verhinderte einen vernᅵnftigen
>> Autobahnring,
>
> Kᅵnnte natᅵrlich auch an den Anwohnern dort liegen.

So konkret, dass jemand dagegen protestieren konnte, wurden die Plᅵne
fast nie.


>
>> Politiker behaupten jetzt, die Karstadt/Arcandor-Gruppe wᅵre schlecht
>> gemanaged worden, wohl zu Recht. Der grᅵsste Managementfehler war in
>> der Nachbetrachtung, dass man die Innenstadtstandorte nicht schon
>> lᅵngst aufgegeben hat.
>
> Wo sollte man mit solchen Hᅵusern denn sonst hin? In Stadtrandlagen
> mᅵste man sich allein auf die Autofahrende Kundschaft beschrᅵnken, und
> die zieht erfahrungsgemᅵᅵ Billiganabieter wie real vor, ganz davon
> abgesehn das dort dann die grᅵᅵe des Parkplatzes eine limitierender
> Faktor wird: Wenn ich vom Auto zum Eingang eine halben Kilometer weit an
> Autos vorbeilaufen muss, die dummerweise schon vor mir da waren...

Man geht in die Einkaufszentren. Karstadt ist im EEZ und im Quarree,
Kaufhof ist im AEZ.
Lange Wege durch die Autowᅵste kommen in den Einkaufszentren eher selten
vor. Die Parkplᅵtze liegen wie ein Ring um die Einkaufszone und dieser
Ring braucht gar nicht so breit zu sein, zumal man 2 oder 3 Parkebenen
ᅵbereinander baut. Das hat bei schlechtem Wetter den Zusatznutzen, dass
man trocken zum Auto kommt.

Herbert

Herbert Albrecht

unread,
Jun 12, 2009, 4:40:30 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Christoph Mᅵller schrieb:
>
>> Wᅵrde mich jetzt wundern. Frage mal einen Architekten. Da werden
>> Gebᅵude gebaut ohne Heizung, ohne Telefon, ohne Wasser- oder
>> Gasversorgung, ohne Fenster, keine Zwischenwᅵnde, keine Wᅵrmedᅵmmung
>> usw. - nur das Allernᅵtigste. Mit einer Miete von 2,- Euro pro Stunde
>> pro 2,5 x 5 m^2.
>
> Frag einfach mal bei der Union-Boden in Hannover nach, die bestreiten
> von den Parkgebᅵhren allein die Betriebskosten (Zum Beispiel auch
> Personal) Die Gebᅵude werden von der Stadt kostenlos zur Verfᅵgung
> gestellt. Also weder ordentlicher Gewinn, noch Rᅵckzahlung der
> Investitionskosten.

Dann lᅵuft da etwas grᅵndlich falsch. Ich habe vor eineiger Zeit mal
ᅵber eine ehemals bekannte Schuhfirma gelesen (Salamander? in bin mir
nicht ganz sicher) die hat ihre Schuhproduktion nach und nach
eingestellt und sich auf Erstellung und Betrieb eben dieser Parkhᅵuser
konzentriert. Die erwirtschafteten satte Renditen. Nur ihre Schuhe, die
mᅵssen sie nun woanders kaufen.

Herbert

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 5:02:50 AM6/12/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> Stefan Zickenrott schrieb:
>> Herbert Albrecht schrieb:
>>
>>> - Hamburg hat als Stadtstaat keinen Zugriff auf die Flᅵchen im Umland
>>
>> Und das ist auch gut so.
>
> Das ist selbstverstᅵndlich im Fᅵderalismus. Die Stadtstaaten haben damit
> wirtschaftlich groᅵe Probleme, daher im Falle Hamburgs die immer mal
> wieder aufkommende Debatte um einen Nordstaat.

Seit Mᅵll nicht mehr im groᅵen Massstab deponiert werden darf, ist es um
das Thema Nordstadt schon bedeuten ruhiger geworden. Einzig Hamburg hat
noch ein Interesse daran, weil ein Nordstaat, natᅵrlich unter Fᅵhrung
Hamburgs, ᅵber Flᅵchen zur Hafenschalmmdeponierung verfᅵgen kᅵnnte ohne
dafᅵr eine Gegenleistung zu erbringen.

>>> - je besser der Verkehr funktioniert umso mehr Steuerzahler
>>> verlassen das Stadtgebiet
>>> - man hat sehr lange angestrebt, mᅵglichst viel Verkehr in die Stadt
>>> zu bringen,
>>
>> Wie das? ohne Straᅵenbau?
>
> Den Kaufleuten und Gastwirten kam es nur darauf an, dass mᅵglichst viele
> potentielle Kunden vorbeikommen.

Das ist wohl ihr gutes Recht, normalerweise betreib man so ein
Unternehme ja nicht allein zur uneigennᅵtzigen Verschᅵnerung des
Stadtbildes.

>>> Diese unheilvolle Konstellation verhinderte einen vernᅵnftigen
>>> Autobahnring,
>>
>> Kᅵnnte natᅵrlich auch an den Anwohnern dort liegen.
>
> So konkret, dass jemand dagegen protestieren konnte, wurden die Plᅵne
> fast nie.

Tja, deshalb zum Beispiel, fahre ich auch nach Hamburg viel lieber mit
dem Zug als mit dem Auto. Das Hamburgs City wegen dem fehlenden
Autobahnring schlechter zu erreichen wᅵre ist mir ehrlich gesagt noch
nicht aufgefallen. Und einen Parkplatz muss ich dort auch nicht lange
suchen.

> Man geht in die Einkaufszentren. Karstadt ist im EEZ und im Quarree,
> Kaufhof ist im AEZ.

Ich gebe zu, diese center kenne ich nicht. Hier in hannover Fᅵllt mir
dazu das IHme zentrum, fast in der Stadmitte und direkt ᅵber einem
riesigen Zeigeschossigen Parkhaus erbaut, ist inzwischen, rund 30 Jahre
alt, eine tote Bauruine die nur nicht abgerissen wird weil ᅵber dem
Einkaufzerntrum Riesige Plattenbauten mit Eigentumswohnungen stehen.
Karstadt ist schon vor 20 Jahren wieder ausgezogen.

Das Leinecenter als Stadkern von Laatzen funktionierte noch sehr gut als
ich das letzte mal dort war. Der Karstadt darin war aber aus meiner
Sicht zu klein, mit zu beschrᅵnktem Angebot und stand als wenig
rentables Haus auch stᅵndig zur Diskussion.

> Lange Wege durch die Autowᅵste kommen in den Einkaufszentren eher selten
> vor. Die Parkplᅵtze liegen wie ein Ring um die Einkaufszone und dieser
> Ring braucht gar nicht so breit zu sein, zumal man 2 oder 3 Parkebenen
> ᅵbereinander baut.

Okay, mir ist diese hier (Leinecenter)
http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&ll=52.308013,9.810952&spn=0.003713,0.013937&t=k&z=17

und Einkaufszentrum Altwarmbᅵchen:
http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&ll=52.423586,9.835086&spn=0.001852,0.006968&t=k&z=18

gelᅵufig, und dort ziehen sich die wege zum Auto unter Umstᅵnden schon
ganz schᅵn. Bei Regen zum Beipiel wᅵrde ich die gar nicht erst anfahren.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 5:04:22 AM6/12/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:
> Stefan Zickenrott schrieb:

>> Die rechnung hatten wir doch schon mal, haben deine Parkplᅵtze keine

>> Zufahrt? keine Rangierflᅵche? Werden die Autos also mit dem
>> Gabelstapler Dicht an Dicht gestellt?
>
> Haben Wohnungen keine Zubringer, Treppenhᅵuser, Lifte, ...?

Richtig, und die Rechnet jeder Vermieter auch in die Miete und
Nebenkosten mit ein.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 5:09:23 AM6/12/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Seit wann gibt es Maut im Stadtbereich hierzulande? Habe ich was ᅵbersehen?

Es gibt eine Parkplatzmaut, auch Parkgebᅵhren genannt...

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 5:08:37 AM6/12/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:
> Stefan Zickenrott schrieb:
>> Christoph Mᅵller schrieb:
>>> Stefan Zickenrott schrieb:
>>>
>>>> Aslo, wenn ich mich recht erinner, dann waren die zufahrststraᅵen
>>>> zur Innenstadt auch ohne die zusᅵtzlichen Fahrzeuge fᅵr die
>>>> Tiefgarage schon immer dicht am Limit?
>>>
>>> Kᅵnnte das auch mit Parkplatzsuchverkehr zu tun haben?
>>
>> Unwahrscheinlich. Zumindest nach meiner Erfahrung beginnt in Hamburg
>> der Stau bereits auf der Autobahn.
>
> Was ohne weiteres mit Parkplatzsuchverkehr zu tun haben kann.

Als Rᅵckstau? bis 15 km vor die Stadtgrenze?

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 5:07:52 AM6/12/09
to
Michael Landenberger schrieb:

> Der Ortskundige verlᅵsst
> dagegen die A24 schon weit vor Hamburg an der Ausfahrt
> Schwarzenbek/Grande, umfᅵhrt dann Hamburg ᅵber die B404 und die A21 und
> gelangt anschlieᅵend bei Bad Segeberg ᅵber die B206 nach Westen bis zur
> A7. Die Staugefahr auf dieser Strecke ist weitaus geringer.

Das ist richtig, allerdings ist die Fahrzeit auch ohne Stau dort nicht
wesentlich kᅵrzer.
So zumindest meine erfahrung,als jemand der mehrmals im Jahr ᅵber die A7
und A1 Richtung Lᅵbeck unterwegs ist.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 5:25:19 AM6/12/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:
> Stefan Zickenrott schrieb:

>> Das Problem damit ist wohl erstmal, daᅵ sich sowas nur schwer

>> nachtrᅵglich bauen lᅵᅵt, wenn das Kaufhaus schon da steht.
>
> Bei uns hat man schon frᅵhzeitig angefangen, Tiefgaragen zu bauen.

Tja... bau uns hat man das bei einiegen Kaufhᅵusern vergessen, was an
fehlender Weitsicht lag: Man hatte einfach nicht mit der Erfindung des
Auto gerechnet als die Grundsteine gelegt wurden.

Dort wo nach dem Krieg wieder aufgbaut wurde ging man davon aus das bis
zum Jahr 2000 jeder 30. Einwohner ᅵber ein KFZ verfᅵgen wᅵrde. In
eineigen, auch weit vom Werk entfernten Siedlungen fᅵr die VW Arbeiter
und Angestellten hat man daher gar nicht erst Abstellplᅵtze vorgesehen.

>> Was mir beim Kaufhof am Hauptbahnhof hier aufᅵllt: Die mehrstᅵckige
>> Tiefgarage hat nur eine einzige Zufahrt und eine einzige Ausfahrt.
>> Normalerweise kommen damit also vielleicht alle 10 Sekunden 2 Kunden
>> ins Haus.
>
> Meine Erfahrung: Wer mit dem Auto zum Einkaufen in einen Supermarkt
> fᅵhrt, lᅵsst wohl so um die 100,- ᅵ im Laden. Ein Fuᅵgᅵnger vielleicht
> nur 20,- ᅵ, weil er nicht so viel tragen kann. Die Geschᅵftsfᅵhrer
> werden sicher genauere Zahlen haben.

Stimmt, der Ipod, den ich letztens bei Kaufhof besorgt habe hat mein
Fahrrad schon an seine Belastungsgrenze gebracht, die mobile Festplatte,
die Digitalkamera und die Bettwᅵsche hab ich dann doch lieber einzeln zu
Fuss nach Hause getragen.
Abgesehen von "Weiᅵer Ware" und groᅵen Fernsehern, die nich nun wirklich
nicht jede Woche einkaufe fᅵllt mir im Moment absolut nichts im
Sortiment von Karstadt und Kaufhof ein, fᅵr dessen Transport eine
Plastiktᅵte nicht vᅵllig ausreichend wᅵre.

>> An guten Tagen betreten durch jede der 7 Eingangstᅵren in der Zeit
>> mindesten 5 bis 10 Kunden das Geschᅵft.
>
> Von denen aber Viele ᅵberhaupt nichts einkaufen, sondern nur mal schauen
> gehen.

Der Anteil dᅵrfte bei den Autokunden nicht anders sein.

>> Trotz groᅵer Flᅵche un mehrere Stockwerke, ist die Garage aber dann
>> meist ausgelaste, so das sich die Zeit des Kundenwechsels auf 1 Minute
>> und mehr verlᅵngert. Besonders effektiv scheint also so eine Tiefgarge
>> nicht zu sein.
>
> Das wird von Fall sicher ganz unterschiedlich sein.

Ja, aber Du darfst trotzdem davon ausgehen das nie mehr als Vielleicht
10% der Kunden im Haus ihr Auto dort in der Tiefgarage haben. Dafᅵr sind
schon allein die Besucherstrᅵme durch den Haupteingang viel zu groᅵ.

>> Auch das erklᅵrt wieder die Standortwahl: Allein von den Autokunden
>> kᅵnnte so ein Haus erst recht nicht ᅵberleben.
>
> Was natᅵrlich extremst standortabhᅵngig ist. Denke ich an unseren
> Westpark - der kᅵnnte ohne Autos nicht ᅵberleben.

So wie alle groᅵen Einkaufszentren an den Stadtrᅵndern.

> Damit er dies kᅵnnte,
> mᅵsste der ganze ᅵPNV neu organisiert werden. Da macht die Ingolstᅵdter
> Verkehrsgesellschaft allerdings nicht mit. Ist ihr schlicht zu teuer.

Wᅵrde auch keine Sinn machen, weil die Kundengruppen, die dort einkaufen
das vermutlich nicht annehmen wᅵrden. Zumindest hier hat der Ausbau der
Straᅵenbahn bis nach Altwarmbᅵchen wohl eher dafᅵr gesorgt, das dort
mehr sozial benachteiligte einkaufen, was eine Angebotsanpassung
sinnvoll macht, aber solvente Kunden eher vertreibt. Die fahren dann
eben von Ingolstadt in die nᅵchste Groᅵstadt.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 5:28:26 AM6/12/09
to
Johann Mayerwieser schrieb:

> *) Die Stra�enbahn soll nat�rlich nicht nur Selbstzweck in der FuZo
> sein, sondern die Kunden rasch von �berall her zur FuZo bringen.
> Gegen�ber einer Ubahn und einem Bus hat sie den Vorteil, dass sie dort
> auf Grund von Schienen und Oberleitung pr�sent ist, gegen�ber der
> Ubahn noch den Vorteil, dass die Fahrg�ste im Vorbeifahren die
> Gesch�fte sehen und diese sich einpr�gen.

Nachteil: Sie wird auch als St�rend wahrgenommen, als L�rmquelle und
Unfallgefahr. In einer Fu�g�ngerzone mit Stra�enbahn l��t man seine
Kinder nicht mal eben von der Hand.

Vorteil: Kurze Haltestellenabst�nde, die bei Bedarf auch leicht
anzupassen sind, solange man Niederflurfahrzeuge betreibt.

Michael Landenberger

unread,
Jun 12, 2009, 5:50:28 AM6/12/09
to
"Stefan Zickenrott" <stefan.z...@gmx.de> schrieb:

> Michael Landenberger schrieb:
>> Der Ortskundige verlᅵsst dagegen die A24 schon weit vor Hamburg an
>> der Ausfahrt Schwarzenbek/Grande, umfᅵhrt dann Hamburg ᅵber die B404
>> und die A21
>> und gelangt anschlieᅵend bei Bad Segeberg ᅵber die B206 nach Westen
>> bis zur A7. Die Staugefahr auf dieser Strecke ist weitaus geringer.
>
> Das ist richtig, allerdings ist die Fahrzeit auch ohne Stau dort
> nicht wesentlich kᅵrzer.

Doch, das ist sie definitiv. Fᅵr Autofahrer, die aus Richtung Berlin
kommen, ist die Route ᅵber Maschen nᅵmlich nicht nur staugefᅵhrderter,
sondern auᅵerdem ein gigantischer Umweg.

Ich selbst bin nie der Beschilderung Richtung Maschen gefolgt, weil ich
sie von Anfang an als blᅵdsinnig erkannt habe (als Eisenbahnfan weiᅵ
man, dass der Rangierbahnhof Maschen sᅵdlich von Hamburg liegt ;-)).
Ich bin allerdings einmal ᅵber die A24 zunᅵchst nach Hamburg
hineingefahren und habe mich dann zur A7 durchgeschlagen. Bei dieser
Gelegenheit habe ich bemerkt, dass dieser Weg nicht optimal und
auᅵerdem in Hamburger miserabel ausgeschildert und auch nicht unbedingt
optimal ist. Nach einem Blick auf die Karte habe ich dann entschieden,
Hamburg zukᅵnftig ᅵber die B404/A21/B206 weitrᅵumig zu umfahren. Das
geht in jedem Fall schneller als die Fahrt durch Hamburg, auch wenn man
dazu ein Stᅵck weit ᅵber Bundesstraᅵen fahren muss. Dieser Nachteil
wurde durch den spᅵteren Ausbau der B404 zur A21 sogar noch verringert.
Gegenᅵber der Route ᅵber Maschen dᅵrfte der Zeitgewinn noch grᅵᅵer
sein.

> So zumindest meine erfahrung, als jemand der mehrmals im Jahr


> ᅵber die A7 und A1 Richtung Lᅵbeck unterwegs ist.

Aus welcher Richtung kommst du da? Wenn du aus Richtung Sᅵden kommst
und daher bereits auf der A7 bist, ist es vermutlich tatsᅵchlich
vorteilhafter, auf der A7 zu bleiben und durch Hamburg zu fahren. Nicht
aber fᅵr Autofahrer, die mit Ziel Flensburg auf der A24 Richtung
Hamburg unterwegs sind.

Gruᅵ

Michael

Michael Landenberger

unread,
Jun 12, 2009, 6:00:36 AM6/12/09
to
"Michael Landenberger" <spameim...@arcor.de> schrieb:

Mann, was schreibe ich heute mal wieder fᅵr einen Mist zusammen.

> staugefᅵhrderter

Ich verkaufe ein "r" ;-)

> Bei dieser Gelegenheit habe ich bemerkt, dass dieser Weg nicht
> optimal und auᅵerdem in Hamburger miserabel ausgeschildert und
> auch nicht unbedingt optimal ist.

Und dieser Satz ist auch nicht so optimal. Aber man weiᅵ wenigstens,
was gemeint ist ;-)

Gruᅵ

Michael

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 6:02:41 AM6/12/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:
> Stefan Zickenrott schrieb:

>
[Ingolstadt]

> Mit Sicherheit. Angeblich haben wir seit Jahrzehnten die hᅵchste
> Fahrzeugdichte in ganz Deutschland.

Und eine lebendige, Wohnortnahe Innenstadt ist mit Sicherheit nicht im
Sinne eines Hersteller fᅵr Mobilitᅵtstechnik.

>> Nein, ich denke nicht. In dem Fall wᅵrde man eher das Fahrrad fᅵrdern.
>
> Das Fahrrad ist aber leider ziemlich wetterabhᅵngig.

Die Erfahrung hab ich in den letzten 30 Jahren tᅵglichem Fahrradfahren
nicht gemacht. Normalerweise war es mein Auto, das bei kaltem Wetter
nicht ansprang oder aufwendige Fahrtvorbereitungen (Eiskratzen) erforderte.

> Wenn das Wetter
> passt, haben wir hier schon mal die Situation, dass man in der Stadt gar
> nicht mehr weiᅵ, wo man sein Fahrrad hinstellen kᅵnnte. Besonders, wenn
> mal irgendeine Veranstaltung ist. Wᅵre das Radl ein Allwetterfahrzeug,
> dann wᅵrde hier nur sehr wenig mit dem Auto gefahren.

Irgendwo hab ich mal gelesen das der Fahrradverkehr im Winterhalbjahr um
12% zurᅵckgeht, der Autoverkehr um 30%. Und das man hier bei Schnee,
Minusgerade oder Starkregen besser einen freien Fahrradstᅵnder in der
Stadt findet kann ich auch nicht bestᅵtigen, das ist dann schon eher
Uhrzeitabhᅵngig.

>>> Vergleicht man einen gut funktionierenden ᅵPNV mit dem
>>> Individualverkehr, dann schneider der ᅵPNV gar nicht mal so viel
>>> besser ab.
>>
>> Doch, wesentlich.
>
> In SPEZIELLEN Fᅵllen! Das Problem in unserer Stadt ist z.B., dass wir
> zwar die halbe Flᅵche von Mᅵnchen haben, aber nur 1/10 der Einwohner.

Womit Du schon den Grund nenest warum der von mir genannt Fall gar nicht
so speziell ist. Die meisten Menschen wohnen nᅵmlich inzwischen in
Gebieten in dene meine Aussage durchaus zutreffen dᅵrfte. Der rest wird
immer mehr zur Minderheit. Es gibt eben keine fᅵr alle perfekte Lᅵsung.

>> Bei der Relation zwischen Flᅵchenverbrauch und Baukosten gegenᅵber der
>> Zahl der befᅵrderten Personen zeigt sich schnell das dort wo der Platz
>> knapp ist der ᅵPNV nicht zu schlagen ist,
>
> Eben. Wo der Platz KNAPP ist.

Also dort wo viele Menschen (in der nᅵheren Umgebung)wohnen.

> Diesbezᅵglich darf man gespannt sein, wie sich der ᅵPNV entwickeln wird,
> wenn das Auto keinen Fahrer mehr braucht. Die Entwicklung dort hin ist
> nicht mehr aufzuhalten. Solche Fahrzeuge wird man sich ja auch mieten
> kᅵnnen. Wahrscheinlich auch fᅵr nur kurze Strecken. Dann geht's direkt
> von Punkt zu Punkt ohne Fahrplᅵne, Umwege und Parkplatzsorgen.

Direkt in den Stau...
Aber bevor die Technik zum Massenphᅵnomen wird, nehem ich vermutlich aus
ablebenstechnischen Grᅵnden nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil.

> Darum geht' nicht. Eher darum, dass man damit keine Parkplᅵtze mehr in
> den Zentren benᅵtigt, weil die Dinger ja gleich wieder weiter fahren zum
> nᅵchsten Kunden. Wenn Pause, dann irgendwo in der Peripherie, wo
> genᅵgend Parkplᅵtze vorhanden sind.

Oder im Stau, wenn massenhaft davon unterwegs sind. Das problem, das sie
einen Verkehrsteilnehmer platzbedarfsmᅵᅵig auf das ᅵber 20 fache
aufblᅵhen bleibt ja bestehen.
Sollte die Verkehrsinfrastruktur daran angepasst werden, heiᅵt das im
Endeffekt, das etwas, das heute kostenlos und mit
minimalenergieverbrauch zur Verfᅵgung steht in Zukunft kosten und hohen
Energieverbrauch erfordet. Ob das so durchzusetzen ist bleibt abzuwarten.

>> Das kann man, denke ich recht, schnell errechene wenn man weiᅵ welche
>> Geschᅵfte dort vorhanden sind, und welchen Umsatz diese zum ᅵberleben
>> erwirtschaften mᅵssen.
>
> So einfach ist das nicht, weil eine Rᅵckkopplung besteht. Ist die
> Anbindung schlecht, sterben die Geschᅵfte und die Rechnung muss auf
> einmal mit ganz anderen Zahlen gemacht werden.

deswegen macht man sie ja bevor man etwas verᅵndert.

>
>>>> Bei einem Parkhaus rechnet man 40mᅵ pro Stellplatz inklusive Zufahrt
>>>> und Rangierflᅵche, kommt noch ein Zufahrtstunnel dazu dᅵrften
>>>> schnell 100mᅵ erreicht sein die, rechnte man mit einem groᅵzᅵgigen
>>>> Besetzungsgrad, 1,5 Kunden zusᅵtzlich in die Stadt bringen (kᅵnnten).
>>>
>>> Wenn man sooo rechnet: Wie viele Quadratmeter hat dann eine
>>> 75-qm-Wohnung?
>>
>> Wofᅵr ist das in diesem Zusammenhang Relevant?
>
> Es ging um den Mietpreis pro Nutz-Quadratmeter. Die dafᅵr nᅵtigen
> Verkehrsflᅵchen werden hier ᅵblicherweise nicht mit berᅵcksichtigt. Wenn
> doch, dann muss man das eigens dazu sagen und ggf. auch einen eigenen
> Begriff dafᅵr verwenden, wenn man Vergleichbarkeit haben will.

Also wenn Du ein Parkhaus baust, dann bezahlst Du der Baufirma nur die
reine Stellplatzflᅵche?

> Meine Erfahrung ist, dass man sich Viel-Auf-Einmal-Verkehrsmitteln oft
> grandios verschᅵtzt. Steigt man an einem zentralen Ort aus, findet man
> sich in einem extremen Gewusel von Leuten wieder und schlieᅵt intuitiv
> daraus, dass da (immer) mᅵchtig was los wᅵre. Will man wegfahren, steht
> man auch meistens unter vielen Leuten und schlieᅵt daraus, dass hier
> viel los sein muss.

Ja, intelligenter ist es sich an den Ausgang der Station zu stellen und
zu gucken wie viele Leute sich dort in gerichteter Bewegung befinden.
Kann man dann auch gleich mal am Ein- und Ausgang des nᅵchsten Parkhaus
machen.
Einen Ampelstau anzugucken hilft auch wenig bei der Betrachtung der
Kapazitᅵt einer Straᅵe

> Am Ende hilft nur eins: tatsᅵchlich nachRECHNEN.

oder die Strᅵme beobachten.

>>> Das zentrale Thema ist die FahrtDAUER. Und zwar ab Haustᅵr bis zur
>>> gewᅵnschten Haustᅵr. Da sieht der ᅵPNV vorwiegend aufgrund seiner
>>> Fahrplᅵne ziemlich schlecht aus. Ausnahmen gibt's natᅵrlich.
>>
>> Richtig, und je besser du die Infrastruktur fᅵr den KFZ Verkehr
>> ausbaust, desto weiter wird gefahren.
>
> Gilt im ᅵbrigen auch fᅵr den ᅵPV.

Natᅵrlich, ohne einen ICE wᅵre ich wohl kaum auf die Idee gekommen
zwischen meinen Arbeitsplatz und meinen Wohnort 125km zu legen.

>
>> Die Zahl der Wege hat sich in den letzten 100 Jahren genausowenig
>> verᅵndert wie die Zeit die man unterwegs ist, nur die Strecken sind
>> lᅵnger geworden, also mehr Personenkilometer -> mehr Verkehr.
>
> Wo ist ᅵberhaupt das echte Problem? Ist es die Tatsache, dass etwas von
> A nach bewegt wird, oder ist es der Lᅵrm, die Abgase, die Unfallgefahr
> oder was noch?

Das Platzproblem, Fahrzeuge die bewegt werden brauchen Platz, unterwegs
und am Zielort. Der aber steht in den Innenstᅵdten nicht ausreichend zur
Verfᅵgung. Dort wo Stᅵdte versuchen ihn bereit zu stellen, und dafᅵr
vielleicht auch mal die Geschᅵftsdichte zugunsten der Parkplatzdichte
reduzieren, treten sie in Konkurrenz zu den Einkaufszentren auf der
grᅵnen Wiese. Die aber sind aufgrund der Auᅵerorts leistungsfᅵhiger
ausbaubaren Straᅵen leichter zu erreichen. Ergebniss: So eine Innenstadt
stirbt.

>
>> Ich hab in meiner Nachbarschaft inzwischen Leute, die es normal finden
>> fast jedes WE 280km einfache Strecke zu ihrer "In" Disko zu fahren,
>> gut ausgebaute Autobahn und Groᅵparkplatz sei dank ...
>> Frᅵher sind die Leute ja auch manchmal 2 Stunden zu Fuᅵ zum
>> Tanzvergnᅵgen gegangen ;-)
>
> Wo GENAU ist das Problem?

Die problem die daraus entstehen sind im rahmen dieser Disskusison
uninteressant, wichtig ist: Gute Verkehrsinfrastruktur erhᅵht insgesamt
die gefahrenen Wegstrecken statt den Zeitbedarf zu senken.

> Worauf ich hinaus will: Das Entscheidende ist nicht die
> Distanz, sondern der Schaden, der damit angerichtet wird. Und da kann
> man mit technischen und organisatorischen Mittel noch wirklich SEHR VIEL
> zum Besseren wenden. Distanz muss bei weitem NICHT AUTOMATISCH mit
> Schadensproduktion in heutigem Ausmaᅵ zu tun haben. Das Problem ist vor
> allem die Art und Weise, WIE wir heute unsere Distanzen bewᅵltigen.

Was nichts daran ᅵndert das Grundsᅵtzlich mᅵglichst kurze Wege nicht
verkehrt sind.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 6:06:38 AM6/12/09
to
Michael Landenberger schrieb:
> "Stefan Zickenrott" <stefan.z...@gmx.de> schrieb:

>> So zumindest meine erfahrung, als jemand der mehrmals im Jahr


>> ᅵber die A7 und A1 Richtung Lᅵbeck unterwegs ist.
>
> Aus welcher Richtung kommst du da? Wenn du aus Richtung Sᅵden kommst

Richtig..

> und
> daher bereits auf der A7 bist, ist es vermutlich tatsᅵchlich
> vorteilhafter, auf der A7 zu bleiben und durch Hamburg zu fahren. Nicht
> aber fᅵr Autofahrer, die mit Ziel Flensburg auf der A24 Richtung Hamburg
> unterwegs sind.

Da hast Du allerdings auch Recht. da ich normalerweise auch eher ach
Karte als nach Schildern Fahre wᅵre ich auf die Idee da ᅵber Maschen zu
fahren auch nicht gekommen

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 6:04:14 AM6/12/09
to
Christian Robert schrieb:

> /* Stefan Zickenrott wrote: */
>
>> Zusᅵtlich sind aufgrund der hohen bevᅵlkerungsdichte der Stᅵdte die
>> Straᅵen stᅵndig ᅵberfᅵllt, und Durchschnittsgeschwindigkeiten unterhalb
>> von Fuᅵgᅵngertempo schon eher die Regel als die Ausnahme.

>
> Also auch nicht anders als New York ;-)

Wo auch relativ wenige Menschen, die sich ohne weiteres ein Auto leisten
kᅵnnten, auch wirklich eins besitzen. Man geht sehr viel zu fuss, oder
nimmt eben ein Taxi.

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 6:17:47 AM6/12/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> Michael Landenberger schrieb:
>> "Stefan Zickenrott" <stefan.z...@gmx.de> schrieb:

> Dieser Weg ist viel besser, aber zeigt das Navi ihn auch an? Mein Navi

> hat eine starke Tendenz zu Hauptstrassen, insbesonders zu Autobahnen. Es
> geht bei der Streckenplanung offenbar von Durchschnittsgeschwindigkeiten
> auf einem Strassentyp aus und nicht von der aktuellen Verkehrssituation.

Mein Navi hᅵrt beim Verkehrsfunk mit und zeigt mir dann den Weg um den
Stau herum.

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 6:19:18 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:
>> Stefan Zickenrott schrieb:

>>>> Kᅵnnte das auch mit Parkplatzsuchverkehr zu tun haben?


>>>
>>> Unwahrscheinlich. Zumindest nach meiner Erfahrung beginnt in Hamburg
>>> der Stau bereits auf der Autobahn.
>>
>> Was ohne weiteres mit Parkplatzsuchverkehr zu tun haben kann.
>
> Als Rᅵckstau? bis 15 km vor die Stadtgrenze?

Wenn' eh' schon ziemlich voll ist in der Gegend - durchaus.

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 6:21:45 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

Und kommt dann auf Mietpreise so ummara 10...20,- Euro pro Quadratmeter
und Monat. Je nach Gegend und Ausstattung.

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 6:32:10 AM6/12/09
to
Johann Mayerwieser schrieb:

> Christoph M�ller <inv...@invalid.invalid> wrote:

>> Da gibt es den Westpark, der ein riesiges Angebot und KOSTENLOSE
>> Parkpl�tze hat. Dieser Westpark macht den Gesch�ften in der Innenstadt
>> geh�rige Probleme und er will noch weiter wachsen. Aus diesem Grund die
>> Belebung der Altstadt hier ein Dauerthema. Das Potenzial w�re da. Wie es
>> realisiert werden soll - dar�ber wird gestritten.
>
> Fu�g�ngerzone, gro�z�gig gestaltet,

ist da.

> viele kleine Cafes

mit Gastronomie ist Ingolstadt hervorragend versorgt.

> mit
> Schanigarten, gute Anbindung

ist gegeben

> mit �ffentlichen Verkehrsmitteln,

Halbstundentakt und hohe Preise werd nicht als der gro�e Hit empfunden.
-> Radl und Auto sind die Konsequenz.

> eventuell sogar eine Stra�enbahn *) durch.

Da k�nnte ich mir eine Seilbahn noch eher vorstellen.

> Diese Fu�g�ngerzonen
> florieren im Allgemeinen bestens.

Die Gesch�ftsleute jammern trotzdem. Es gibt auch Leerstand.

> Wenn man krampfhaft versucht, den
> Einkaufszentren in Au�enlage durch Zufahrtsm�glichkeiten mit dem Auto
> Paroli zu bieten, dann scheitert man kl�glich, weil es trotzdem
> unbequen umd m�hsam scheint. der Autofahrer vergisst, dass er im
> Einkaufszentrum vom Parkplatz bis zum Gesch�ft mehrere hundert Meter
> zur�cklegen muss - in dem Moment, wo er sein Auto am parkplatz
> abstellt hat er das Gef�hl "jetzt bin ich da". In der Innenstadt geben
> 100 Meter schon das Gef�hl, "Ich muss erst zum GEsch�ft hatschen".

Um daf�r das n�tige Bauchgef�hl zu entwickeln, gibt es ja z.B. InCity.
Scheint nur nicht so recht zu funktionieren.


> *) Die Stra�enbahn soll nat�rlich nicht nur Selbstzweck in der FuZo
> sein, sondern die Kunden rasch von �berall her zur FuZo bringen.
> Gegen�ber einer Ubahn und einem Bus hat sie den Vorteil, dass sie dort
> auf Grund von Schienen und Oberleitung

kollidiert allerdings mit schon vorhandenen und genutzten Verkehrwegen
und st��t deshalb auf Widerstand. Seilbahnen k�nnte man so bauen, dass
am Boden nur noch die S�ulen stehen, an denen die Gondeln zum Fahrweg
(Seil) rauf und runter bewegt werden. Mit weniger Verkehrsfl�che kommt
wahrscheinlich kaum ein anderes Verkehrsmittel aus.

> pr�sent ist, gegen�ber der
> Ubahn noch den Vorteil, dass die Fahrg�ste im Vorbeifahren die
> Gesch�fte sehen und diese sich einpr�gen.

Von oben h�tte man zudem einen grandiosen Blick �ber die ganze Stadt.

--
Servus
Christoph M�ller
http://www.astrail.de

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 6:38:28 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:

> Stimmt, der Ipod, den ich letztens bei Kaufhof besorgt habe hat mein

> Fahrrad schon an seine Belastungsgrenze gebracht, die mobile Festplatte,
> die Digitalkamera und die Bettwᅵsche hab ich dann doch lieber einzeln zu
> Fuss nach Hause getragen.
> Abgesehen von "Weiᅵer Ware" und groᅵen Fernsehern, die nich nun wirklich
> nicht jede Woche einkaufe fᅵllt mir im Moment absolut nichts im
> Sortiment von Karstadt und Kaufhof ein, fᅵr dessen Transport eine
> Plastiktᅵte nicht vᅵllig ausreichend wᅵre.

Du scheinst alleine zu leben. Familieneinkᅵufe sind i.d.R. nicht mehr
nur per einzelner Tᅵte zu bewegen.

>>> An guten Tagen betreten durch jede der 7 Eingangstᅵren in der Zeit
>>> mindesten 5 bis 10 Kunden das Geschᅵft.
>>
>> Von denen aber Viele ᅵberhaupt nichts einkaufen, sondern nur mal
>> schauen gehen.
>
> Der Anteil dᅵrfte bei den Autokunden nicht anders sein.

Denke schon. Denn einfach so fᅵhrt man eigentlich nicht in einen
Supermarkt. Ist man dagegen schon mal da, geht schon mal gerne in so
einen Laden rein, ohne gleich was zu kaufen.

>> Damit er dies kᅵnnte, mᅵsste der ganze ᅵPNV neu organisiert werden. Da
>> macht die Ingolstᅵdter Verkehrsgesellschaft allerdings nicht mit. Ist
>> ihr schlicht zu teuer.
>
> Wᅵrde auch keine Sinn machen, weil die Kundengruppen, die dort einkaufen
> das vermutlich nicht annehmen wᅵrden.

Wieso denn nicht? Wenn das Angebut GUT GENUG wᅵre - was sprᅵche denn
dann noch dagegen?

Michael Landenberger

unread,
Jun 12, 2009, 6:52:58 AM6/12/09
to
"Stefan Zickenrott" <stefan.z...@gmx.de> schrieb:

> da ich normalerweise auch eher ach Karte als nach Schildern
> Fahre wᅵre ich auf die Idee da ᅵber Maschen zu fahren auch
> nicht gekommen

Man kᅵnnte durchaus nach Schildern fahren, wenn eine Route vernᅵnftig
ausgeschildert wᅵre (dafᅵr sind die Schilder nᅵmlich da). Aber einen
Autofahrer, der eigentlich nach Norden will, sᅵdlich um Hamburg herum
zu lotsen, ist schon ausgemachter Schwachsinn. Vielleicht war man ja
der Meinung, dass die meisten Autofahrer die Autobahn nicht gerne
verlassen und lieber gigantische Umwege in Kauf nehmen, als mal ein
Stᅵck Bundesstraᅵe zu fahren.

Auf der A24 in Richtung Hamburg wiederum sind Lᅵbeck (ᅵber B404/A1) und
Kiel (ᅵber B404/A21) AFAIR ausgeschildert. Flensburg fehlt jedoch,
obwohl man dafᅵr sinnvollerweise ᅵber dieselbe Ausfahrt
(Schwarzenbek/Grande) abfᅵhrt. Daran sind die Hamburger aber
zugegebenermaᅵen nicht schuld, denn Schwarzenbek/Grande liegt ja weit
auᅵerhalb der Stadt.

Gruᅵ

Michael

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 7:04:05 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:

> [Ingolstadt]
>
>> Mit Sicherheit. Angeblich haben wir seit Jahrzehnten die hᅵchste
>> Fahrzeugdichte in ganz Deutschland.
>
> Und eine lebendige, Wohnortnahe Innenstadt ist mit Sicherheit nicht im
> Sinne eines Hersteller fᅵr Mobilitᅵtstechnik.

Trotzdem ist noch was los. Nur die Geschᅵftsleute klagen und es gibt
mehr Leerstᅵnde als man sich wᅵnscht.

>>> Nein, ich denke nicht. In dem Fall wᅵrde man eher das Fahrrad fᅵrdern.
>>
>> Das Fahrrad ist aber leider ziemlich wetterabhᅵngig.
>
> Die Erfahrung hab ich in den letzten 30 Jahren tᅵglichem Fahrradfahren
> nicht gemacht.

Es geht hier nicht um eine EINZELerfahrung, sondern darum, wie die
Allgemeinheit die Sache sieht.

>> Diesbezᅵglich darf man gespannt sein, wie sich der ᅵPNV entwickeln
>> wird, wenn das Auto keinen Fahrer mehr braucht. Die Entwicklung dort
>> hin ist nicht mehr aufzuhalten. Solche Fahrzeuge wird man sich ja auch
>> mieten kᅵnnen. Wahrscheinlich auch fᅵr nur kurze Strecken. Dann geht's
>> direkt von Punkt zu Punkt ohne Fahrplᅵne, Umwege und Parkplatzsorgen.
>
> Direkt in den Stau...

Wieso? Mein Navi hat Stauumfahrung. Wenn das Ziel wg. Stau nicht
erreichbar ist, wird das Fahrzeug gar nicht erst losfahren oder einen
zumindest drauf hinweisen.

> Aber bevor die Technik zum Massenphᅵnomen wird, nehem ich vermutlich aus
> ablebenstechnischen Grᅵnden nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil.

Mal sehen. Lang wird's nach meiner Einschᅵtzung nicht mehr dauern. Wenn
Lenkung und Bremsen auch noch am Draht hᅵngen (X-by-Wire), dann wird's
nur noch eine Frage der Software und der rechtlichen Situation sein.
Kann zwar lang dauern. Die Verhᅵltnisse kᅵnnen sich damit aber auch
verdammt schnell quasi ᅵber Nacht ᅵndern.

>> Darum geht' nicht. Eher darum, dass man damit keine Parkplᅵtze mehr in
>> den Zentren benᅵtigt, weil die Dinger ja gleich wieder weiter fahren
>> zum nᅵchsten Kunden. Wenn Pause, dann irgendwo in der Peripherie, wo
>> genᅵgend Parkplᅵtze vorhanden sind.
>
> Oder im Stau, wenn massenhaft davon unterwegs sind.

Die meisten Staus gibt es aufgrund menschlicher Schwᅵchen. Genauso, wie
die meisten Unfᅵlle menschliche Schwᅵchen als Ursache haben. Mit
Automaten dᅵrfte die Belastungsgrenze der Straᅵen etwas nach oben
verschoben werden.

> Das problem, das sie
> einen Verkehrsteilnehmer platzbedarfsmᅵᅵig auf das ᅵber 20 fache
> aufblᅵhen bleibt ja bestehen.

Man wird allerdings statt Parkplᅵtzen viele Ein-/Aussteigeplᅵtze bauen.
Diese wird man so gestalten, dass sie den flieᅵenden Verkehr mᅵglichst
wenig beeinflussen.

> Sollte die Verkehrsinfrastruktur daran angepasst werden, heiᅵt das im
> Endeffekt, das etwas, das heute kostenlos und mit
> minimalenergieverbrauch zur Verfᅵgung steht in Zukunft kosten und hohen
> Energieverbrauch erfordet.

Mit dem Energieverbrauch gebe ich dir Recht. Mit den Kosten bin ich
etwas rᅵckhaltender. Die X-by-Wire-Technik (Voraussetzung fᅵr fahrerlose
Fahrzeuge) macht man schlieᅵlich nicht, um die Autos teurer, sondern
BILLIGER zu kriegen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhᅵhen.
Weil Letzteres noch nicht recht funktioniert, hat sich diese Technik
noch nicht durchgesetzt. Dem Vernehmen nach wird jedoch aktuell
serienreif gemacht.

> Also wenn Du ein Parkhaus baust, dann bezahlst Du der Baufirma nur die
> reine Stellplatzflᅵche?

Ich bezahle die Funktion, das Auto an einem bestimmten Ort abzustellen.
Wie diese Funktion letztendlich realisiert wird, ist mir dabei (fast)
vᅵllig egal.

>> Am Ende hilft nur eins: tatsᅵchlich nachRECHNEN.
>
> oder die Strᅵme beobachten.

Nein. Wirklich nachRECHNEN. Das Bauchgefᅵhl kann einen ganz schᅵn in die
Irre fᅵhren.

>> Wo ist ᅵberhaupt das echte Problem? Ist es die Tatsache, dass etwas
>> von A nach bewegt wird, oder ist es der Lᅵrm, die Abgase, die
>> Unfallgefahr oder was noch?
>
> Das Platzproblem,

in deinem Fall: 125 km * 3 Meter Breite = 350.000 Quadratmeter.

> Fahrzeuge die bewegt werden brauchen Platz, unterwegs
> und am Zielort.

Richtig.

> Der aber steht in den Innenstᅵdten nicht ausreichend zur
> Verfᅵgung.

Was spricht dagegen, sich dann eben andernorts zu bewegen?

>> Worauf ich hinaus will: Das Entscheidende ist nicht die
>> Distanz, sondern der Schaden, der damit angerichtet wird. Und da kann
>> man mit technischen und organisatorischen Mittel noch wirklich SEHR
>> VIEL zum Besseren wenden. Distanz muss bei weitem NICHT AUTOMATISCH
>> mit Schadensproduktion in heutigem Ausmaᅵ zu tun haben. Das Problem
>> ist vor allem die Art und Weise, WIE wir heute unsere Distanzen
>> bewᅵltigen.
>
> Was nichts daran ᅵndert das Grundsᅵtzlich mᅵglichst kurze Wege nicht
> verkehrt sind.

Das ist nur eine gefᅵhlte Sache. Du selbst stᅵrst dich doch auch nicht
daran, dass du tᅵglich 125 km einfach in die Arbeit fᅵhrst. Ich gehe nur
ein Stockwerk hᅵher.

Herbert Albrecht

unread,
Jun 12, 2009, 7:16:30 AM6/12/09
to
Michael Landenberger schrieb:

> "Stefan Zickenrott" <stefan.z...@gmx.de> schrieb:
>
>> da ich normalerweise auch eher ach Karte als nach Schildern
>> Fahre wᅵre ich auf die Idee da ᅵber Maschen zu fahren auch
>> nicht gekommen
>
> Man kᅵnnte durchaus nach Schildern fahren, wenn eine Route vernᅵnftig
> ausgeschildert wᅵre (dafᅵr sind die Schilder nᅵmlich da).

Der kᅵrzeste Weg ist nicht immer der vernᅵnftige. Wenn er eh schon
hᅵufig verstopft ist, sollte man da nicht noch zurᅵtzlich Leute
hinschicken.

Aber einen
> Autofahrer, der eigentlich nach Norden will, sᅵdlich um Hamburg herum zu
> lotsen, ist schon ausgemachter Schwachsinn. Vielleicht war man ja der
> Meinung, dass die meisten Autofahrer die Autobahn nicht gerne verlassen
> und lieber gigantische Umwege in Kauf nehmen, als mal ein Stᅵck
> Bundesstraᅵe zu fahren.

Das ist auch ein Argument. Quer durch eine wuselige Stadt verfᅵhrt man
sich leicht mal, ohne Navi ist das echt lᅵstig. Da ist die Autobahn
allemal bequemer, auch wenn man ein paar Minuten lᅵnger braucht.

Aber von Berlin aus sᅵdlich um Hamburg rum, das ist absolut daneben,
keine Frage.

Herbert

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 7:18:19 AM6/12/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:
> Stefan Zickenrott schrieb:

>> Abgesehen von "Weiᅵer Ware" und groᅵen Fernsehern, die nich nun

>> wirklich nicht jede Woche einkaufe fᅵllt mir im Moment absolut nichts
>> im Sortiment von Karstadt und Kaufhof ein, fᅵr dessen Transport eine
>> Plastiktᅵte nicht vᅵllig ausreichend wᅵre.
>
> Du scheinst alleine zu leben. Familieneinkᅵufe sind i.d.R. nicht mehr
> nur per einzelner Tᅵte zu bewegen.

Familieneinkᅵufe hab ich seinerzeit mit dem Fahrrad erledigt, allerdings
noch nie in einer Innenstadt.


>
>>>> An guten Tagen betreten durch jede der 7 Eingangstᅵren in der Zeit
>>>> mindesten 5 bis 10 Kunden das Geschᅵft.
>>>
>>> Von denen aber Viele ᅵberhaupt nichts einkaufen, sondern nur mal
>>> schauen gehen.
>>
>> Der Anteil dᅵrfte bei den Autokunden nicht anders sein.
>
> Denke schon. Denn einfach so fᅵhrt man eigentlich nicht in einen
> Supermarkt.

Da geht auch keiner "nur mal zum schauen" rein, wir reden hier von
Kaufhᅵusern, wie Karstadt und Kaufhof.

>>> Damit er dies kᅵnnte, mᅵsste der ganze ᅵPNV neu organisiert werden.
>>> Da macht die Ingolstᅵdter Verkehrsgesellschaft allerdings nicht mit.
>>> Ist ihr schlicht zu teuer.
>>
>> Wᅵrde auch keine Sinn machen, weil die Kundengruppen, die dort
>> einkaufen das vermutlich nicht annehmen wᅵrden.
>
> Wieso denn nicht? Wenn das Angebut GUT GENUG wᅵre - was sprᅵche denn
> dann noch dagegen?

Daᅵ es nicht zentral genug liegt, das Angebot wird nie "gut genug"
werden weil einfach nicht genug Kunden heranzuschaffen sind.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 7:36:17 AM6/12/09
to
Christoph Mᅵller schrieb:
> Stefan Zickenrott schrieb:

>> Und eine lebendige, Wohnortnahe Innenstadt ist mit Sicherheit nicht im

>> Sinne eines Hersteller fᅵr Mobilitᅵtstechnik.
>
> Trotzdem ist noch was los. Nur die Geschᅵftsleute klagen

Solange geschᅵftsleute klagen geht es ihnen gut, die klagen immer..

> und es gibt
> mehr Leerstᅵnde als man sich wᅵnscht.

das allerdings ist ein schlechtes Zeichen. Hᅵngt mᅵglicherweise auch an
der wirtschaftskrise, auch hier geht man dazu ᅵber bei Besitzerwechsel
die Lᅵden einen Monat ganz zu schliessen und zu renovieren. Vorher hat
man das im laufenden Betrieb erledigt um die einnahmen nicht ganz
zusammenbrechen zu lassen.

>>> Das Fahrrad ist aber leider ziemlich wetterabhᅵngig.
>>
>> Die Erfahrung hab ich in den letzten 30 Jahren tᅵglichem Fahrradfahren
>> nicht gemacht.
>
> Es geht hier nicht um eine EINZELerfahrung, sondern darum, wie die
> Allgemeinheit die Sache sieht.

Dazu hatte ich ja auch etwas geschrieben. Offensichtlich hᅵlt auch die
Allgemeinheit das Fahrrad nicht fᅵr besonders Wetterabhᅵngig.

> Wieso? Mein Navi hat Stauumfahrung. Wenn das Ziel wg. Stau nicht
> erreichbar ist, wird das Fahrzeug gar nicht erst losfahren oder einen
> zumindest drauf hinweisen.

Tolle Idee...
Wo liegt jetzt genau der Vorteil zu "es git keinen Stau"?


>
>> Aber bevor die Technik zum Massenphᅵnomen wird, nehem ich vermutlich
>> aus ablebenstechnischen Grᅵnden nicht mehr am gesellschaftlichen Leben
>> teil.
>
> Mal sehen. Lang wird's nach meiner Einschᅵtzung nicht mehr dauern. Wenn
> Lenkung und Bremsen auch noch am Draht hᅵngen (X-by-Wire), dann wird's
> nur noch eine Frage der Software und der rechtlichen Situation sein.
> Kann zwar lang dauern. Die Verhᅵltnisse kᅵnnen sich damit aber auch
> verdammt schnell quasi ᅵber Nacht ᅵndern.

Wenn bei dieser komischen Rally in den USA 100% der Fahrzeuge ans Ziel
kommen, und die Strecke nicht mehr abgesperrt werden musss, dann reden
wir mal weiter.

>
>>> Darum geht' nicht. Eher darum, dass man damit keine Parkplᅵtze mehr
>>> in den Zentren benᅵtigt, weil die Dinger ja gleich wieder weiter
>>> fahren zum nᅵchsten Kunden. Wenn Pause, dann irgendwo in der
>>> Peripherie, wo genᅵgend Parkplᅵtze vorhanden sind.
>>
>> Oder im Stau, wenn massenhaft davon unterwegs sind.
>
> Die meisten Staus gibt es aufgrund menschlicher Schwᅵchen. Genauso, wie
> die meisten Unfᅵlle menschliche Schwᅵchen als Ursache haben. Mit
> Automaten dᅵrfte die Belastungsgrenze der Straᅵen etwas nach oben
> verschoben werden.

Etwas, aber sicher nicht so viel, das sich damit der ᅵPNV in den
Innenstᅵdten der Grᅵᅵstᅵdte annᅵhernd substituieren lᅵᅵt.

>> Das problem, das sie einen Verkehrsteilnehmer platzbedarfsmᅵᅵig auf
>> das ᅵber 20 fache aufblᅵhen bleibt ja bestehen.
>
> Man wird allerdings statt Parkplᅵtzen viele Ein-/Aussteigeplᅵtze bauen.

Das ᅵndert aber nichts, auᅵer das auch dafᅵr Platz sein muss.

>> Sollte die Verkehrsinfrastruktur daran angepasst werden, heiᅵt das im
>> Endeffekt, das etwas, das heute kostenlos und mit
>> minimalenergieverbrauch zur Verfᅵgung steht in Zukunft kosten und
>> hohen Energieverbrauch erfordet.
>
> Mit dem Energieverbrauch gebe ich dir Recht. Mit den Kosten bin ich
> etwas rᅵckhaltender. Die X-by-Wire-Technik (Voraussetzung fᅵr fahrerlose
> Fahrzeuge) macht man schlieᅵlich nicht, um die Autos teurer, sondern
> BILLIGER zu kriegen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhᅵhen.

Du meinst das Auto wird dann so billig wie "zu Fuᅵ gehen"? Die
Kalkulation wᅵrde ich schon gerne sehen.

>>> Am Ende hilft nur eins: tatsᅵchlich nachRECHNEN.
>>
>> oder die Strᅵme beobachten.
>
> Nein. Wirklich nachRECHNEN. Das Bauchgefᅵhl kann einen ganz schᅵn in die
> Irre fᅵhren.

Berechnungen auch, Beobachtungen, Zᅵhlungen und Messungen eher weniger.

>>> Wo ist ᅵberhaupt das echte Problem? Ist es die Tatsache, dass etwas
>>> von A nach bewegt wird, oder ist es der Lᅵrm, die Abgase, die
>>> Unfallgefahr oder was noch?
>>
>> Das Platzproblem,
>
> in deinem Fall: 125 km * 3 Meter Breite = 350.000 Quadratmeter.

Wenn das so wᅵre, dann hᅵtten wir aber wirklich ein Problem.

>> Der aber steht in den Innenstᅵdten nicht ausreichend zur Verfᅵgung.
>
> Was spricht dagegen, sich dann eben andernorts zu bewegen?

Das die innenstadt vielleicht das ziel ist, weil nur sie zentral genug
und erreichbar ist um ein vielfᅵltiges Angebot, zusammen mit einer
ansprechenden Umgebung und Infrastruktur wirtschaftlich anbieten zu
kᅵnnen? Wenn ich mir Kleidung kaufen will fahre ich doch nicht zu real
und Kik, sondern dorthin wo ich H&M neben dem Herrenausstatter und ECCO
finde. Und die wiederum siedeln sich dort an, wo die Laufkundschaft mit
etwas Zeit vorbeikommt, nicht dort wo die Kunden im Auto vorbeifahren,
oder die ganze Familie mit dem Samstagseinkauf vorbeihetzt.

Herbert Albrecht

unread,
Jun 12, 2009, 7:53:11 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Herbert Albrecht schrieb:
>> Stefan Zickenrott schrieb:
>>> Herbert Albrecht schrieb:
>>>
>>>> - Hamburg hat als Stadtstaat keinen Zugriff auf die Flᅵchen im Umland
>>>
>>> Und das ist auch gut so.
>>
>> Das ist selbstverstᅵndlich im Fᅵderalismus. Die Stadtstaaten haben
>> damit wirtschaftlich groᅵe Probleme, daher im Falle Hamburgs die immer
>> mal wieder aufkommende Debatte um einen Nordstaat.
>
> Seit Mᅵll nicht mehr im groᅵen Massstab deponiert werden darf, ist es um
> das Thema Nordstadt schon bedeuten ruhiger geworden. Einzig Hamburg hat
> noch ein Interesse daran, weil ein Nordstaat, natᅵrlich unter Fᅵhrung
> Hamburgs, ᅵber Flᅵchen zur Hafenschalmmdeponierung verfᅵgen kᅵnnte ohne
> dafᅵr eine Gegenleistung zu erbringen.

So ein Nordstaat hᅵtte noch ein paar Vorteile fᅵr Hamburg:

- bei der Airbuserweiterung hᅵtte man eine schᅵne Ersatzflᅵche
anbieten kᅵnnen, z.B. bei Stade. Die Krampflᅵsung mit halb
zugeschᅵttetem Mᅵhlenberger Loch und Riesenhalle gegenᅵber dem
Nobelstadtteil Blankenese war ja nur nᅵtig, weil Hamburg Airbus als
Steuerzahler nicht verlieren wollte.

- man kᅵnnte eine wirklich ᅵberzeugende Umzugslᅵsung fᅵr die Uni
finden. Der ausersehene Standort Grasbrook ist fᅵr die Uni viel zu
klein, da passt hᅵchstens die halbe Uni hin und das nur unter Verzicht
auf uninahes Wohnen.

- last not least kᅵnnte man endlich eine vernᅵnftige Verkehrsplanung
fᅵr den Groᅵraum Hamburg machen.

>>>> Diese unheilvolle Konstellation verhinderte einen vernᅵnftigen
>>>> Autobahnring,
>>>
>>> Kᅵnnte natᅵrlich auch an den Anwohnern dort liegen.
>>
>> So konkret, dass jemand dagegen protestieren konnte, wurden die Plᅵne
>> fast nie.
>
> Tja, deshalb zum Beispiel, fahre ich auch nach Hamburg viel lieber mit
> dem Zug als mit dem Auto. Das Hamburgs City wegen dem fehlenden
> Autobahnring schlechter zu erreichen wᅵre ist mir ehrlich gesagt noch
> nicht aufgefallen. Und einen Parkplatz muss ich dort auch nicht lange
> suchen.

Klar, im Zug merkt man das nicht. Aber schwere oder sperrige Gegenstᅵnde
kaufst du dort nicht, oder?


>
>> Man geht in die Einkaufszentren. Karstadt ist im EEZ und im Quarree,
>> Kaufhof ist im AEZ.
>
> Ich gebe zu, diese center kenne ich nicht. Hier in hannover Fᅵllt mir
> dazu das IHme zentrum, fast in der Stadmitte und direkt ᅵber einem
> riesigen Zeigeschossigen Parkhaus erbaut, ist inzwischen, rund 30 Jahre
> alt, eine tote Bauruine die nur nicht abgerissen wird weil ᅵber dem
> Einkaufzerntrum Riesige Plattenbauten mit Eigentumswohnungen stehen.
> Karstadt ist schon vor 20 Jahren wieder ausgezogen.

Wohnt denn da noch jemand? Mir fᅵllt bei der Beschreibung sofort die
Groᅵe Bergstraᅵe in Altona ein, vor Jahrzehnten die erste Einkaufsstraᅵe
neuen Typs in Deutschland (Eigenwerbung) und anfangs auch erfolgreich.
Leider ist die Gegend sozial abgerutscht, die einzigen, die am Ende noch
etwas Geld hatten, waren die tᅵrkischen Einwanderer. Karstadt war auch
da, die hatten sich anscheinend total auf die Tᅵrken umgestellt aber als
sich immer mehr Sᅵufergruppen dort versammelten, kauften die auch
woanders ein.
Karstadt und die meisten anderen alteingesessenen Geschᅵfte sind schon
lange weg. Die meisten Lᅵden und Bᅵros dort stehen leer. Wohnen mᅵchte
ich da nicht.


>
> Das Leinecenter als Stadkern von Laatzen funktionierte noch sehr gut als
> ich das letzte mal dort war. Der Karstadt darin war aber aus meiner
> Sicht zu klein, mit zu beschrᅵnktem Angebot und stand als wenig
> rentables Haus auch stᅵndig zur Diskussion.
>
>> Lange Wege durch die Autowᅵste kommen in den Einkaufszentren eher
>> selten vor. Die Parkplᅵtze liegen wie ein Ring um die Einkaufszone und
>> dieser Ring braucht gar nicht so breit zu sein, zumal man 2 oder 3
>> Parkebenen ᅵbereinander baut.
>
> Okay, mir ist diese hier (Leinecenter)
> http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&ll=52.308013,9.810952&spn=0.003713,0.013937&t=k&z=17
>
>
> und Einkaufszentrum Altwarmbᅵchen:
> http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&ll=52.423586,9.835086&spn=0.001852,0.006968&t=k&z=18
>
>
> gelᅵufig, und dort ziehen sich die wege zum Auto unter Umstᅵnden schon
> ganz schᅵn. Bei Regen zum Beipiel wᅵrde ich die gar nicht erst anfahren.
>

Hier mal ein Beispiel, wie man es besser macht (EKZ Altertal in
Poppenbᅵttel):

http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&ll=52.423586,9.835086&spn=0.001852,0.006968&t=k&z=18

Die Parkplᅵtze sind links in zwei Ebenen. Bei Regen habe ich bisher
immer einen Platz auf der ᅵberdachten unteren Ebene bekommen. 3 oder 4
Durchgᅵnge in die Geschᅵftszone gibt es auch.

Herbert

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 8:02:41 AM6/12/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> So ein Nordstaat hᅵtte noch ein paar Vorteile fᅵr Hamburg:

Aber welche Vorteile hᅵtten Schleswig Holstein, Niedersachsen und Bremen
davon?

> Klar, im Zug merkt man das nicht. Aber schwere oder sperrige Gegenstᅵnde
> kaufst du dort nicht, oder?

Schwere und sperrige Gegenstᅵnde kaufe ich sowieso sehr selten. Und in
der Innenstadt, egal wo, eigentlich nie. Okay, Weiᅵe ware vielleicht
nochmal, aber die lass ich dann auch liefern.

>> Ich gebe zu, diese center kenne ich nicht. Hier in hannover Fᅵllt mir
>> dazu das IHme zentrum, fast in der Stadmitte und direkt ᅵber einem
>> riesigen Zeigeschossigen Parkhaus erbaut, ist inzwischen, rund 30
>> Jahre alt, eine tote Bauruine die nur nicht abgerissen wird weil ᅵber
>> dem Einkaufzerntrum Riesige Plattenbauten mit Eigentumswohnungen
>> stehen. Karstadt ist schon vor 20 Jahren wieder ausgezogen.
>
> Wohnt denn da noch jemand?

Ja, und wohl durchaus noch Leute mit etwas Geld.

> Hier mal ein Beispiel, wie man es besser macht (EKZ Altertal in
> Poppenbᅵttel):
>
> http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&ll=52.423586,9.835086&spn=0.001852,0.006968&t=k&z=18

Google Maps ist Doof, wenn Du die Seite mit einem Link aufmachst, dann
gibt er auch immer nur den zurᅵck, dein Link zeigt noch immer auf
Altwarmbᅵchen.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 8:05:43 AM6/12/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

>>
> Hier mal ein Beispiel, wie man es besser macht (EKZ Altertal in
> Poppenbᅵttel):

Wenn ich das rictige gefunden habe: Immer noch ein ganz schᅵnes gelaufe,
subjektiv empfunden aber schon besser als Altwarmbᅵchen und Laatzen.

Johann Mayerwieser

unread,
Jun 12, 2009, 8:26:25 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott <stefan.z...@gmx.de> wrote:

>Johann Mayerwieser schrieb:
>
>> *) Die Stra�enbahn soll nat�rlich nicht nur Selbstzweck in der FuZo
>> sein, sondern die Kunden rasch von �berall her zur FuZo bringen.
>> Gegen�ber einer Ubahn und einem Bus hat sie den Vorteil, dass sie dort
>> auf Grund von Schienen und Oberleitung pr�sent ist, gegen�ber der
>> Ubahn noch den Vorteil, dass die Fahrg�ste im Vorbeifahren die
>> Gesch�fte sehen und diese sich einpr�gen.
>
>Nachteil: Sie wird auch als St�rend wahrgenommen, als L�rmquelle und
>Unfallgefahr. In einer Fu�g�ngerzone mit Stra�enbahn l��t man seine
>Kinder nicht mal eben von der Hand.

Da wissen aber Karlsruhe, Linz, Z�rich oder Basel was anderes zu
berichten. In Wien gabs auch eine Stra��nbahn durch eine Fu�g�ngerzone
(Linie 8, Meidlinger Hauptstra�e), da waren die Bef�rchtungen den
tats�chlichen Ereignissen weit �berlegen. Die Stra�enbahn hat in
Fu�g�ngerzonen dem Bus gegen�ber den gro�en Vorteil, dass der Fahrweg
ps�sent ist.

>
>Vorteil: Kurze Haltestellenabst�nde, die bei Bedarf auch leicht
>anzupassen sind, solange man Niederflurfahrzeuge betreibt.

Ich bin vom Einstieg her mit 19 cm verw�hnt, allerdings ist das
drinnen Sein in den verdammten ULFs eine mittelschwere Bestrafung.

Liebe Gr��e
Hannes

--
F�r pers�nliche Nachricht Reply-Adresse verwenden und "usenet" im Betreff einf�gen.
Amerika ist die in Wunschtr�umen oder Albtr�umen wahrgewordene
Fortsetzung des Abendlandes. (Robert Crumb)

Alter Hase

unread,
Jun 12, 2009, 8:30:56 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Wenn ich mir Kleidung kaufen will fahre ich doch nicht zu real und
> Kik, sondern dorthin wo ich H&M neben dem Herrenausstatter und ECCO
> finde. Und die wiederum siedeln sich dort an, wo die Laufkundschaft
> mit etwas Zeit vorbeikommt, nicht dort wo die Kunden im Auto
> vorbeifahren, oder die ganze Familie mit dem Samstagseinkauf
> vorbeihetzt.

Noch schlimmer - die Edelmarken verschwinden sofort, sobald sich die
Dᅵnerlᅵden in der Nᅵhe breit machen.
Hugo Boss soll da eine ganz rigide Politik verfolgen und nicht mehr
liefern sobald die Marke durch eine zunehmend prollige Umgebung Schaden
zu nehmen droht.

--
Der Opel Viagra - und steht und steht und steht ...

Johann Mayerwieser

unread,
Jun 12, 2009, 8:34:28 AM6/12/09
to
Christoph M�ller <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Johann Mayerwieser schrieb:
>> Christoph M�ller <inv...@invalid.invalid> wrote:
>
>>> Da gibt es den Westpark, der ein riesiges Angebot und KOSTENLOSE
>>> Parkpl�tze hat. Dieser Westpark macht den Gesch�ften in der Innenstadt
>>> geh�rige Probleme und er will noch weiter wachsen. Aus diesem Grund die
>>> Belebung der Altstadt hier ein Dauerthema. Das Potenzial w�re da. Wie es
>>> realisiert werden soll - dar�ber wird gestritten.
>>
>> Fu�g�ngerzone, gro�z�gig gestaltet,
>
>ist da.
>
>> viele kleine Cafes
>
>mit Gastronomie ist Ingolstadt hervorragend versorgt.

Es geht nicht um ganz Ingolstadt, sonder um eine Fu�g�ngerzone


>
>> mit
>> Schanigarten, gute Anbindung
>
>ist gegeben

s.o.

>
>> mit �ffentlichen Verkehrsmitteln,
>
>Halbstundentakt und hohe Preise werd nicht als der gro�e Hit empfunden.

Wer hat von Halbstundentakt gesprochen. Der Stellenwert des MIV in
Deutschland scheint so hoch zu sein, dass man die �ffentlichen
aushungert.

>-> Radl und Auto sind die Konsequenz.
>
>> eventuell sogar eine Stra�enbahn *) durch.
>
>Da k�nnte ich mir eine Seilbahn noch eher vorstellen.

Stochere nicht in offenen Wunden herum - da gibts eine Weltstadt am
Rande des ehemaligen eisernen Vorhanges, da wird ein neuer
Zentralbahnhof gebaut, 2 Ubahnlinien werden zielgenau nicht
hingef�hrt, allerdings will man einen Piplmuva (Peoplemover) zwischen
Bahnhof und Ubahn bauen, d.h. vom Bahnsteig einmal hin zum Piplmuva,
dann mit Aufzug etliche Meter hoch, 300 m Piplmuva, mit dem Aufzug
runter und dann zum Ubahn-Bahnsteig.

Ein VErkehrsmittel, das nicht sichtbar ist und das nicht die GEsch�fte
zeigt (sozusagen als Gratiswerbung) ist IMHO sinnlos.

>
>> Diese Fu�g�ngerzonen
>> florieren im Allgemeinen bestens.
>
>Die Gesch�ftsleute jammern trotzdem. Es gibt auch Leerstand.

Es gibt auch Einkaufszentren, die jammern, in beiden F�llen wird
irgendwas falsch gemacht.

>
>> Wenn man krampfhaft versucht, den
>> Einkaufszentren in Au�enlage durch Zufahrtsm�glichkeiten mit dem Auto
>> Paroli zu bieten, dann scheitert man kl�glich, weil es trotzdem
>> unbequen umd m�hsam scheint. der Autofahrer vergisst, dass er im
>> Einkaufszentrum vom Parkplatz bis zum Gesch�ft mehrere hundert Meter
>> zur�cklegen muss - in dem Moment, wo er sein Auto am parkplatz
>> abstellt hat er das Gef�hl "jetzt bin ich da". In der Innenstadt geben
>> 100 Meter schon das Gef�hl, "Ich muss erst zum GEsch�ft hatschen".
>
>Um daf�r das n�tige Bauchgef�hl zu entwickeln, gibt es ja z.B. InCity.
>Scheint nur nicht so recht zu funktionieren.
>
>
>> *) Die Stra�enbahn soll nat�rlich nicht nur Selbstzweck in der FuZo
>> sein, sondern die Kunden rasch von �berall her zur FuZo bringen.
>> Gegen�ber einer Ubahn und einem Bus hat sie den Vorteil, dass sie dort
>> auf Grund von Schienen und Oberleitung
>
>kollidiert allerdings mit schon vorhandenen und genutzten Verkehrwegen
>und st��t deshalb auf Widerstand.

Diese Verkehrswege haben bei der Errichtung in dieser Form mit anderen
Verkehrswegen kollidiert. Konnten da fr�her die Fu�g�nger zwischen ein
paar Kutschen und Fuhrwerken auf der Stra�e herumtorkeln, sind sie
jetzt auf oft nur 1 m Breite zusammengepfercht und m�ssen betteln,
dass sie den an sich ihnen angestammten Verkehrsraum queren d�rfen


>Seilbahnen k�nnte man so bauen, dass
>am Boden nur noch die S�ulen stehen, an denen die Gondeln zum Fahrweg
>(Seil) rauf und runter bewegt werden. Mit weniger Verkehrsfl�che kommt
>wahrscheinlich kaum ein anderes Verkehrsmittel aus.
>
>> pr�sent ist, gegen�ber der
>> Ubahn noch den Vorteil, dass die Fahrg�ste im Vorbeifahren die
>> Gesch�fte sehen und diese sich einpr�gen.
>
>Von oben h�tte man zudem einen grandiosen Blick �ber die ganze Stadt.

Der Nutzer der �ffentlichen soll dort nicht die Stadt und deren
Umgebung, sondern die GEsch�fte sehen.

Christian Robert

unread,
Jun 12, 2009, 9:14:30 AM6/12/09
to
/* Stefan Zickenrott wrote: */

>>> Zusätlich sind aufgrund der hohen bevölkerungsdichte der Städte die
>>> Straßen ständig überfüllt, und Durchschnittsgeschwindigkeiten unterhalb
>>> von Fußgängertempo schon eher die Regel als die Ausnahme.


>>
>> Also auch nicht anders als New York ;-)
>
> Wo auch relativ wenige Menschen, die sich ohne weiteres ein Auto leisten

> könnten, auch wirklich eins besitzen. Man geht sehr viel zu fuss, oder
> nimmt eben ein Taxi.

Was auch wieder zeigt: Sofern das Angebot gut genug ist (und ich sehe den
ÖPNV in New York ganz klar als exzellent an) entfällt die Diskussion ob das
Auto überhaupt noch eine gute Alternative ist von ganz alleine.

Selbst wenn in New York die Straßen ständig frei wären - ich würde nicht da
langfahren wollen. Bis ich mit dem Auto ins Parkhaus rein, aus dem Parkhaus
zu ${Sehenswürdigkeit} hin bin und das ganze auf dem Rückweg nochmal machen
muss, da bin ich schon zig-mal in die U-Bahn und wieder raus.

Herbert Albrecht

unread,
Jun 12, 2009, 9:58:56 AM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Herbert Albrecht schrieb:
>
>> So ein Nordstaat hᅵtte noch ein paar Vorteile fᅵr Hamburg:
>
> Aber welche Vorteile hᅵtten Schleswig Holstein, Niedersachsen und Bremen
> davon?

Bremen kᅵnnte besser mit dem Umland zusammenarbeiten. Schleswig-Holstein
und Niedersachsen profitieren schon jetzt von der Existenz Hamburgs (und
Bremens), Stichwort: Speckgᅵrtel.

>
>> Hier mal ein Beispiel, wie man es besser macht (EKZ Altertal in
>> Poppenbᅵttel):
>>
>> http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&ll=52.423586,9.835086&spn=0.001852,0.006968&t=k&z=18
>
>
> Google Maps ist Doof, wenn Du die Seite mit einem Link aufmachst, dann
> gibt er auch immer nur den zurᅵck, dein Link zeigt noch immer auf
> Altwarmbᅵchen.

Den Fehler hab ich wohl gemacht, ich versuchs noch mal:

http://maps.google.de/maps?q=heegbarg%2020%2C%20hamburg&oe=utf-8&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&sa=N&hl=de&tab=wl

Herbert

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 10:00:12 AM6/12/09
to
Johann Mayerwieser schrieb:

> Es gibt auch Einkaufszentren, die jammern, in beiden F�llen wird
> irgendwas falsch gemacht.

Richtig, es wird gejammert, statt etwas zu tun.

> Diese Verkehrswege haben bei der Errichtung in dieser Form mit anderen
> Verkehrswegen kollidiert. Konnten da fr�her die Fu�g�nger zwischen ein
> paar Kutschen und Fuhrwerken auf der Stra�e herumtorkeln, sind sie
> jetzt auf oft nur 1 m Breite zusammengepfercht und m�ssen betteln,
> dass sie den an sich ihnen angestammten Verkehrsraum queren d�rfen

N�tzt auch aber auch nicht. Statt dessen werden sogenannten
Zebrastreifen aufgemalt, damit die Fu�g�nger nur dort die Stra�e
�berqueren. Was aber wiederum die Autofahrer kein bisschen davon abh�lt
dort ihre Fahrzeuge auch noch abzustellen, als wenn es so schwer ist in
einer hunderte Meter langen Stra�e zumindest soviel R�cksicht zu nehmen
das man die 5 Meter mal frei h�lt.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 10:02:06 AM6/12/09
to
Johann Mayerwieser schrieb:

> Da wissen aber Karlsruhe, Linz, Z�rich oder Basel was anderes zu
> berichten. In Wien gabs auch eine Stra��nbahn durch eine Fu�g�ngerzone
> (Linie 8, Meidlinger Hauptstra�e), da waren die Bef�rchtungen den
> tats�chlichen Ereignissen weit �berlegen.

Das sind sie sowieso, aber ich sprach ja auch von der Wahrnehmung, nicht
von der Realit�t.

> Die Stra�enbahn hat in
> Fu�g�ngerzonen dem Bus gegen�ber den gro�en Vorteil, dass der Fahrweg
> ps�sent ist.

Was wiederum den Nachteil hat das sie nicht ausweichen kann.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 10:06:22 AM6/12/09
to
Alter Hase schrieb:

Was ja auch durchaus Sinn macht. Der hauptgrund warum ich nicht bei
Kaufland sondern bei EDEKA und Co wesentlich teuerer einkaufe ist (neben
den elendig langen Wegen mit viel Zeitverlust im Kaufland) vor allem das
Publikum vor dem Laden, welches laut grᅵhlend, Bierflaschen schwingend
sich dort den Tag vertreibt.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 10:18:45 AM6/12/09
to
Christian Robert schrieb:

> Was auch wieder zeigt: Sofern das Angebot gut genug ist (und ich sehe den

> ᅵPNV in New York ganz klar als exzellent an) entfᅵllt die Diskussion ob das
> Auto ᅵberhaupt noch eine gute Alternative ist von ganz alleine.

Nein, das wiederum glaube ich nicht. In new York ist einfach der Grund
daᅵ der Autoverkehr so schlecht, stressig und langsam funktioniert.

> Selbst wenn in New York die Straᅵen stᅵndig frei wᅵren - ich wᅵrde nicht da

> langfahren wollen. Bis ich mit dem Auto ins Parkhaus rein, aus dem Parkhaus

> zu ${Sehenswᅵrdigkeit} hin bin und das ganze auf dem Rᅵckweg nochmal machen

> muss, da bin ich schon zig-mal in die U-Bahn und wieder raus.

Fᅵr viele scheint das aber kein Hinderungsgrund zu sein. Das Auto
vermittelt oft die Illusion der Schnelligkeit. Kleines Beispiel: Eine
Bekannte setzte mich vor ein paar Tagen am nᅵchsten Supermarkt ab,
wollte schon mal zu meiner Wohnung vorfahren und dort auf mich warten.
Das abeer war gar nicht nᅵtig: auch wenn sie sofort eine parkpltz
gefunden hat und eigentlich recht fix ist im Einparken, haben wir uns
trotzdem an meiner Wohnungstᅵr getroffen, nachdem ich meinen Einkauf
erledigt, kurz in der Schlange an der Kasse gewartet und mich dann auf
den Fuᅵweg nach Hause gemacht hatte. Selbst wenn das Auto direkt vor der
Tᅵr steht, bin ich nach meiner Erfahrung schon zu Fuᅵ um die nᅵchste
Ecke und fast am Supermarkt, bevor ich ᅵberhaupt hinter mir das Gerᅵusch
des startenden Motors hᅵre, bis zum Ausparken und wenden hab ich schon
die ersten Artikel im Korb.
Google maps ᅵbrigends errechnet fᅵr den Fuᅵweg knapp 300 Meter.

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 10:30:53 AM6/12/09
to
Herbert Albrecht schrieb:

> Stefan Zickenrott schrieb:
>> Herbert Albrecht schrieb:
>>
>>> So ein Nordstaat hᅵtte noch ein paar Vorteile fᅵr Hamburg:
>>
>> Aber welche Vorteile hᅵtten Schleswig Holstein, Niedersachsen und
>> Bremen davon?

> Schleswig-Holstein

> und Niedersachsen profitieren schon jetzt von der Existenz Hamburgs (und
> Bremens), Stichwort: Speckgᅵrtel.

Dann ist ja alles gut und wir brauchen keinen Nordstaat.

Ervin Peters

unread,
Jun 12, 2009, 1:58:35 PM6/12/09
to
Christoph Müller am Fri, 12 Jun 2009 13:04:05 +0200:

>>> Das Fahrrad ist aber leider ziemlich wetterabhängig.
>>
>> Die Erfahrung hab ich in den letzten 30 Jahren täglichem Fahrradfahren


>> nicht gemacht.
>
> Es geht hier nicht um eine EINZELerfahrung, sondern darum, wie die
> Allgemeinheit die Sache sieht.

Ach, und das kannst Du beurteilen, wenn Du nicht mal die
Einzelerfahrungen zuläßt?

Mir scheint eher das Du eine Vorstellung von der Sicht der Allgemeinheit
hast, die wenig mit der Summe der Einzelerfahrungen zu tun hat.


> Die meisten Staus gibt es aufgrund menschlicher Schwächen. Genauso, wie
> die meisten Unfälle menschliche Schwächen als Ursache haben. Mit
> Automaten dürfte die Belastungsgrenze der Straßen etwas nach oben
> verschoben werden.

Aber wozu leben wir dann noch, wenn alles automatisch funktioniert?

Ich gewinne zunhmend den Eindruck, das Automatisierungsbedürfnis eines
Menschen ist Ausdruck seiner Zwanghaftigkeit und der Aktzeptanz dessen
was er denkt das Andere von ihm erwarten und dem er aus dem Weg gehen
möchte.

>> Der aber steht in den Innenstädten nicht ausreichend zur Verfügung.


>
> Was spricht dagegen, sich dann eben andernorts zu bewegen?

Janz einfach. Quellen und Ziele sind i.d.R. Plätze mit sozialem
Charakter, also einer bestimmten Dichte angenehmer aber verschiedener
Menschen an einem Ort, an dem man verschiedenen sozialen und
Kommunikativen Tätigkeiten nachgehen kann.

Diese Orte leiden darunter wenn jeder seine Raum- und Resourcenintensive
Blechhülle mitbringt, die noch dazu die wesentliche soziale Interaktion,
also Kommunikation stark behindert[1]. Der Ort wird unattraktiv,
Kommunikation kommt kaum zustande und Interessantes gibt es nicht zu
erleben weil alles mit Blech zugestellt ist, in Lärm und Abgasen erstickt
und neben dem ganzen rumgefahre und gelärme die kommunizierenden
Menschen, um die es geht, nicht mehr zu erkennen sind.

Damit wird die Optimierung des Weges zu einem Ziel zum Totengräber des
Ziels.

ervin

--
"Ich gehe immer an die Arbeit, weil sie mich davon
abhält, all die anderen Sachen machen zu müssen"
Bill Nighy in der Takt vom Mai 2009

Johann Mayerwieser

unread,
Jun 12, 2009, 2:43:21 PM6/12/09
to
Stefan Zickenrott <stefan.z...@gmx.de> wrote:

>Johann Mayerwieser schrieb:
>
>> Da wissen aber Karlsruhe, Linz, Z�rich oder Basel was anderes zu
>> berichten. In Wien gabs auch eine Stra��nbahn durch eine Fu�g�ngerzone
>> (Linie 8, Meidlinger Hauptstra�e), da waren die Bef�rchtungen den
>> tats�chlichen Ereignissen weit �berlegen.
>
>Das sind sie sowieso, aber ich sprach ja auch von der Wahrnehmung, nicht
>von der Realit�t.
>
>> Die Stra�enbahn hat in
>> Fu�g�ngerzonen dem Bus gegen�ber den gro�en Vorteil, dass der Fahrweg
>> ps�sent ist.

p_r_�sent war gemeint.


>
>Was wiederum den Nachteil hat das sie nicht ausweichen kann.

Macht nichts, alles andere hat auszuweichen. In der FuZo kein Problem
und au�erhalb baulich getrennter Fahrweg (Randstein).

Stefan Zickenrott

unread,
Jun 12, 2009, 3:01:38 PM6/12/09
to
Johann Mayerwieser schrieb:

> Macht nichts, alles andere hat auszuweichen. In der FuZo kein Problem
> und au�erhalb baulich getrennter Fahrweg (Randstein).

In hannover f�llt mir dazu der bahnhofsvorplatz und die Limmerstra�e
ein, die beiden einzige FuZos (tolles Wort ;-) mit Stra�enbahn. Im
ersten Fall Kreuzen die Fu�g�ngerstr�me rechtwinklig, so das die Straba
dort grunds�tzlich Schritt f�hrt. Unf�lle hat es meist gegeben wenn
jemand versuchte bei einer anfahrenden Bahn zwischen Zugwagen und H�nger
�ber die Kupplung zu klettern.
In der Limmerstra�e ist die Bahn etwas schneller unterwegs, die Klingel
kommt aber schon zum Einsatz. Das Pflaster ist von Hauswand zu Hauswand
eben, so das kein Bordstein den unaufmerksamen Fu�g�nger an die Bahn
erinnert. Von Unf�llen ist mir dort aber nichts bekannt,

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 4:13:52 PM6/12/09
to
Johann Mayerwieser schrieb:
> Christoph M�ller <inv...@invalid.invalid> wrote:

>>> viele kleine Cafes
>> mit Gastronomie ist Ingolstadt hervorragend versorgt.
>
> Es geht nicht um ganz Ingolstadt, sonder um eine Fu�g�ngerzone

bzw. um die etwas verl�ngerte -> Bermuda-Dreieck...
Aber auch ansonsten die Altstadt damit gut versorgt.

>>> mit �ffentlichen Verkehrsmitteln,
>> Halbstundentakt und hohe Preise werd nicht als der gro�e Hit empfunden.
>
> Wer hat von Halbstundentakt gesprochen. Der Stellenwert des MIV in
> Deutschland scheint so hoch zu sein, dass man die �ffentlichen
> aushungert.

Woher sollte das kommen? Insbesondere dann, wenn das Auto auch noch
richtig viele Zusch�sse kostet? Wie k�nnen sich die St�dte denn sowas
�berhaupt leisten?

> Ein VErkehrsmittel, das nicht sichtbar ist und das nicht die GEsch�fte
> zeigt (sozusagen als Gratiswerbung) ist IMHO sinnlos.

Dann w�rst du sozusagen f�r eine Seilbahn als Nahverkehrsmittel?

> Diese Verkehrswege haben bei der Errichtung in dieser Form mit anderen
> Verkehrswegen kollidiert. Konnten da fr�her die Fu�g�nger zwischen ein
> paar Kutschen und Fuhrwerken auf der Stra�e herumtorkeln,

das ergab auch damals schon viele Tote und Verletzte. Brauchen wir nicht
sch�n zu reden.

> sind sie
> jetzt auf oft nur 1 m Breite zusammengepfercht und m�ssen betteln,
> dass sie den an sich ihnen angestammten Verkehrsraum queren d�rfen

Klingt, als w�rdest du dir eine Seilbahn w�nschen.

>>> pr�sent ist, gegen�ber der
>>> Ubahn noch den Vorteil, dass die Fahrg�ste im Vorbeifahren die
>>> Gesch�fte sehen und diese sich einpr�gen.
>> Von oben h�tte man zudem einen grandiosen Blick �ber die ganze Stadt.
>
> Der Nutzer der �ffentlichen soll dort nicht die Stadt und deren
> Umgebung, sondern die GEsch�fte sehen.

W�rde er auch. Da w�re er noch nah genug dran.

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 4:17:53 PM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:
> Christoph Mᅵller schrieb:

>>>> Damit er dies kᅵnnte, mᅵsste der ganze ᅵPNV neu organisiert werden.

>>>> Da macht die Ingolstᅵdter Verkehrsgesellschaft allerdings nicht mit.
>>>> Ist ihr schlicht zu teuer.
>>>
>>> Wᅵrde auch keine Sinn machen, weil die Kundengruppen, die dort
>>> einkaufen das vermutlich nicht annehmen wᅵrden.
>>
>> Wieso denn nicht? Wenn das Angebut GUT GENUG wᅵre - was sprᅵche denn
>> dann noch dagegen?
>
> Daᅵ es nicht zentral genug liegt, das Angebot wird nie "gut genug"
> werden weil einfach nicht genug Kunden heranzuschaffen sind.

Verstehe ich nicht. Mit groᅵen Einkaufszentren werden doch neue ZENTREEN
geschaffen. Diese sind schon per Definition "zentral". Wieso sollte das
der ᅵPNV nicht akzeptieren kᅵnnen?

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 4:47:25 PM6/12/09
to
Stefan Zickenrott schrieb:

> Christoph Mᅵller schrieb:
>> Stefan Zickenrott schrieb:
>
>>> Und eine lebendige, Wohnortnahe Innenstadt ist mit Sicherheit nicht
>>> im Sinne eines Hersteller fᅵr Mobilitᅵtstechnik.
>>
>> Trotzdem ist noch was los. Nur die Geschᅵftsleute klagen
>
> Solange geschᅵftsleute klagen geht es ihnen gut, die klagen immer..

Mᅵglich.

>> und es gibt mehr Leerstᅵnde als man sich wᅵnscht.
>
> das allerdings ist ein schlechtes Zeichen. Hᅵngt mᅵglicherweise auch an
> der wirtschaftskrise,

kaum. Das Problem gab es auch vorher schon. Alteingesessene Lᅵden finden
keine Nachfolger, neue gehen schnell pleite.

>>>> Das Fahrrad ist aber leider ziemlich wetterabhᅵngig.
>>>
>>> Die Erfahrung hab ich in den letzten 30 Jahren tᅵglichem
>>> Fahrradfahren nicht gemacht.
>>
>> Es geht hier nicht um eine EINZELerfahrung, sondern darum, wie die
>> Allgemeinheit die Sache sieht.
>
> Dazu hatte ich ja auch etwas geschrieben. Offensichtlich hᅵlt auch die
> Allgemeinheit das Fahrrad nicht fᅵr besonders Wetterabhᅵngig.

Wenn ich die abgestellten Rᅵder im Sommer oder im Winter in der Altstadt
zᅵhle, erkenne ich jedoch einen ganz massiven Unterschied. Im Winter
frᅵgt man sich, wozu eigentlich die vielen Radlstᅵnder rumstehen und im
Sommer, wieso nicht genug davon installiert wurden.

>> Wieso? Mein Navi hat Stauumfahrung. Wenn das Ziel wg. Stau nicht
>> erreichbar ist, wird das Fahrzeug gar nicht erst losfahren oder einen
>> zumindest drauf hinweisen.
>
> Tolle Idee...
> Wo liegt jetzt genau der Vorteil zu "es git keinen Stau"?

Niemand sagt, dass keinen Stau gᅵbe. Es geht nur darum, wie man damit
umgeht. Der Stau der ᅵffentlichen Verkehrsmittel ist geplant. Wenn der
Zug erst um 15:55 abfᅵhrt, dann versuche ich, meine Zeit so einzuteilen,
dass ich so um 15:45 dort bin. Wenn mein Entschluss um 15:00 gefallen
ist, dauert Anfahrt + fahrplanmᅵᅵiger Stau 55 Minuten.

>> Mal sehen. Lang wird's nach meiner Einschᅵtzung nicht mehr dauern.
>> Wenn Lenkung und Bremsen auch noch am Draht hᅵngen (X-by-Wire), dann
>> wird's nur noch eine Frage der Software und der rechtlichen Situation
>> sein. Kann zwar lang dauern. Die Verhᅵltnisse kᅵnnen sich damit aber
>> auch verdammt schnell quasi ᅵber Nacht ᅵndern.
>
> Wenn bei dieser komischen Rally in den USA 100% der Fahrzeuge ans Ziel
> kommen, und die Strecke nicht mehr abgesperrt werden musss, dann reden
> wir mal weiter.

Bei anderen Rennen werden die Strecken NICHT abgesperrt? Habe ich was
verpasst?

>> Die meisten Staus gibt es aufgrund menschlicher Schwᅵchen. Genauso,
>> wie die meisten Unfᅵlle menschliche Schwᅵchen als Ursache haben. Mit
>> Automaten dᅵrfte die Belastungsgrenze der Straᅵen etwas nach oben
>> verschoben werden.
>
> Etwas, aber sicher nicht so viel, das sich damit der ᅵPNV in den
> Innenstᅵdten der Grᅵᅵstᅵdte annᅵhernd substituieren lᅵᅵt.

Wird man dann sehen.

>>> Das problem, das sie einen Verkehrsteilnehmer platzbedarfsmᅵᅵig auf
>>> das ᅵber 20 fache aufblᅵhen bleibt ja bestehen.
>>
>> Man wird allerdings statt Parkplᅵtzen viele Ein-/Aussteigeplᅵtze bauen.
>
> Das ᅵndert aber nichts, auᅵer das auch dafᅵr Platz sein muss.

Aber mᅵglicherweise nur noch fᅵr 10% der Autos. Einfach deshalb, weil
dann aus den heutigen Stehzeugen wirklich Fahrzeuge werden, die die
meiste Zeit unterwegs sind. Fahrende Fahrzeuge brauchen keine freien
Parkplᅵtze. Wenn ein Auto tᅵglich 10 Stunden unterwegs ist, dann fᅵhrt
es 10 mal so viel, wie ein durchschnittliches Auto heute. Fᅵr einen
Automaten sind 10 Arbeit pro Tag kein Problem.

>> Mit dem Energieverbrauch gebe ich dir Recht. Mit den Kosten bin ich
>> etwas rᅵckhaltender. Die X-by-Wire-Technik (Voraussetzung fᅵr
>> fahrerlose Fahrzeuge) macht man schlieᅵlich nicht, um die Autos
>> teurer, sondern BILLIGER zu kriegen und gleichzeitig die
>> Verkehrssicherheit zu erhᅵhen.
>
> Du meinst das Auto wird dann so billig wie "zu Fuᅵ gehen"? Die
> Kalkulation wᅵrde ich schon gerne sehen.

So billig wie zu Fuᅵ gehen wird das Autofahren mit Sicherheit nicht.
Billiger dᅵrfte nur noch radfahren sein, weil Schuhe und Hosen pro km
vermutlich teurer als Radlverschleiᅵ ist.

>>>> Am Ende hilft nur eins: tatsᅵchlich nachRECHNEN.
>>>
>>> oder die Strᅵme beobachten.
>>
>> Nein. Wirklich nachRECHNEN. Das Bauchgefᅵhl kann einen ganz schᅵn in
>> die Irre fᅵhren.
>
> Berechnungen auch, Beobachtungen, Zᅵhlungen und Messungen eher weniger.

Natᅵrlich kann auch das passieren. Aber wenn man wirklich rechnet, muss
man zumindest mal etwas genauer nachdenken. Die Rechenergebnisse machen
dann doch ᅵfters mal stutzig, weshalb man dann nachrechnet und seinen
Ansatz nochmal ᅵberprᅵft. Kann man das Ergebnis dann noch immer nicht
glauben, legt man die Rechnerei gerne mal Anderen zur ᅵberprᅵfung vor.
Entweder finden die dann den Fehler der zum unglᅵubigen Staunen gefᅵhrt
hat, oder der Ansatz wird bestᅵtigt. Dann hat man was Neues verstanden
und sieht die Welt mit etwas anderen Augen.

>>>> Wo ist ᅵberhaupt das echte Problem? Ist es die Tatsache, dass etwas
>>>> von A nach bewegt wird, oder ist es der Lᅵrm, die Abgase, die
>>>> Unfallgefahr oder was noch?
>>>
>>> Das Platzproblem,
>>
>> in deinem Fall: 125 km * 3 Meter Breite = 350.000 Quadratmeter.
>
> Wenn das so wᅵre, dann hᅵtten wir aber wirklich ein Problem.

Wie man es eben sehen will. Es gibt zu jedem Ding i.d.R. viele ganz
unterschiedliche Betrachtungspositionen. Will man ein Problem lᅵsen,
muss man dieses also erst mal ordentlich beschreiben kᅵnnen. Dann kann
man sich den dafᅵr gᅵnstigsten Standpunkt heraussuchen, um das Problem
optimal angehen und lᅵsen zu kᅵnnen.

>>> Der aber steht in den Innenstᅵdten nicht ausreichend zur Verfᅵgung.
>>
>> Was spricht dagegen, sich dann eben andernorts zu bewegen?
>
> Das die innenstadt vielleicht das ziel ist, weil nur sie zentral genug
> und erreichbar ist um ein vielfᅵltiges Angebot,

ᅵh - wie erreichbar? Ging es nicht grade darum, dass dort alles
verstopft wᅵre? Das wᅵre dann doch "unwegsames Gelᅵnde", in dem man
nicht recht voran kommt. Unwegsames Gelᅵnde wird ᅵbrigens in den Bergen
sehr oft mit Seilbahnen ᅵberwunden.
Und was hilft ein vielfᅵltiges Angebot, wenn man kaum dort hin kommt, wo
es dieses vielfᅵltige Angebot gibt? Da sind die Zugangshᅵrden doch viel
zu groᅵ. Wenn man Vielfalt wᅵnscht, wᅵre deshalb doch ein
Einkaufszentrum auf der Grᅵnen Wiese viel gᅵnstiger...

> zusammen mit einer
> ansprechenden Umgebung und Infrastruktur wirtschaftlich anbieten zu
> kᅵnnen?

Wer verkaufen will, wird schon fᅵr das passende Ambiente sorgen.

> Wenn ich mir Kleidung kaufen will fahre ich doch nicht zu real
> und Kik, sondern dorthin wo ich H&M neben dem Herrenausstatter und ECCO
> finde.

Also ins nᅵchste FOC. Hier in der Stadt (Industriegebiet) haben wir
eines mit ᅵber 70 Modegeschᅵften auf engstem Raum. Sozusagen ein eigenes
Dorf mit lauter solchen Lᅵden.

> Und die wiederum siedeln sich dort an, wo die Laufkundschaft mit
> etwas Zeit vorbeikommt, nicht dort wo die Kunden im Auto vorbeifahren,
> oder die ganze Familie mit dem Samstagseinkauf vorbeihetzt.

Der Einzugsbereich des FOC betrᅵgt ca. 200 km im Radius.

Christoph Müller

unread,
Jun 12, 2009, 4:57:49 PM6/12/09
to
Ervin Peters schrieb:

> Christoph Müller am Fri, 12 Jun 2009 13:04:05 +0200:

>>>> Das Fahrrad ist aber leider ziemlich wetterabhängig.
>>> Die Erfahrung hab ich in den letzten 30 Jahren täglichem Fahrradfahren
>>> nicht gemacht.
>> Es geht hier nicht um eine EINZELerfahrung, sondern darum, wie die
>> Allgemeinheit die Sache sieht.
>
> Ach, und das kannst Du beurteilen, wenn Du nicht mal die
> Einzelerfahrungen zuläßt?
>
> Mir scheint eher das Du eine Vorstellung von der Sicht der Allgemeinheit
> hast, die wenig mit der Summe der Einzelerfahrungen zu tun hat.

Zähle die abgestellten Räder an der Fußgängerzone im Sommer und Winter
an einem Werktag zur gleichen Uhrzeit...

>> Die meisten Staus gibt es aufgrund menschlicher Schwächen. Genauso, wie
>> die meisten Unfälle menschliche Schwächen als Ursache haben. Mit
>> Automaten dürfte die Belastungsgrenze der Straßen etwas nach oben
>> verschoben werden.
>
> Aber wozu leben wir dann noch, wenn alles automatisch funktioniert?

Wie können wir OHNE Automaten überhaupt leben? Woher kriegten wir z.B.
genügend Stickstoffdünger für unsere Lebensmittel?

>>> Der aber steht in den Innenstädten nicht ausreichend zur Verfügung.
>> Was spricht dagegen, sich dann eben andernorts zu bewegen?
>
> Janz einfach. Quellen und Ziele sind i.d.R. Plätze mit sozialem
> Charakter, also einer bestimmten Dichte angenehmer aber verschiedener
> Menschen an einem Ort, an dem man verschiedenen sozialen und
> Kommunikativen Tätigkeiten nachgehen kann.

Kann man doch auch in Einkaufszentren haben. Muss nicht unbedingt
Stadtzentrum sein.

> Diese Orte leiden darunter wenn jeder seine Raum- und Resourcenintensive
> Blechhülle mitbringt, die noch dazu die wesentliche soziale Interaktion,
> also Kommunikation stark behindert[1].

U.a. deshalb brauchen wir doch auch Automaten. Damit aus den Stehzeugen
Fahrzeuge werden und nicht mehr so viele Ressourcen und Parkplätze
gebraucht werden. Ein Automat fährt locker 10 Stunden pro Tag. Ein
Mensch im Schnitt aber nur 1 Stunde pro Tag. Braucht also 10 mal so viel
Parkfläche pro Zeit.

> Der Ort wird unattraktiv,
> Kommunikation kommt kaum zustande und Interessantes gibt es nicht zu
> erleben weil alles mit Blech zugestellt ist,

wir reden doch nicht von Parkplätzen oder Parkhäusern als
Kommunikationszentren. Diese werden aus eben diesem Grund gerne in den
Untergrund verbannt, damit die Menschen oben ein angenehmes Dasein
fristen können.

> in Lärm und Abgasen erstickt

das Problem gibt es aber nur da, wo viele solcher Fahrzeuge gleichzeitig
sein müssen. Je weiter die Zentralisierung getrieben wird, desto
schlimmer wird diese logischerweise Erfahrung sein.

--
Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de

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