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Schnellbusse statt Eisenbahn

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Michael Oberseider

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Nov 25, 2000, 3:00:00 AM11/25/00
to

Hallo zusammen,

Nach fertigstellung der A71 Erfurt - Meinigen soll die
dazugehörige Bahnstrecke aus Sicherheitsgründen stillgelegt
werden. Allein zur Erhaltung von Stützmauern und Tunnels
wären 200 Mio DM erforderlich, von Ausbauten noch ganz zu
schweigen. Zum Vergleich: Die Autobahn hat alleine in diesem
Abschnitt 2 Mrd.DM gekostet.

Da aber auch weiterhin Fahrgäste mit dem öffentlichen
Verkehr befördert werden müssen ist ein Sytem von Buslinien
geplant: Eine Express Non-Stop, keine Fahrzeitveluste
gegenüber der Bahn (Eilzug) - der Fussweg zum Busbahnhof ist
jedesmal schon eingerechnet - sowie eine langsame, die
überall hält, ca. 1,5 fache Fahrzeit gegenüber dem
Reginalzug (hät überall).

Anzumerken sei noch, dass es sich hier nicht um eine
Bimmelbahn in ein Kuhdorf handelt, sondern um eine
Verbindung zwischen Städten mit 30 000 EW und mehr.

Ich möchte einfach mal Eure Meinungen zur Umstellung von
Hauptstecken auf Busbetrieb hören.

Gruss, Michael


Asmus Büngener

unread,
Nov 26, 2000, 3:00:00 AM11/26/00
to
Michael Oberseider wrote:
> Ich möchte einfach mal Eure Meinungen zur Umstellung von
> Hauptstecken auf Busbetrieb hören.

Ich find's beschissen. Die Pünktlichkeit und
Bequemlichkeit (Fahrradmitnahme) leiden immer.

Und bis auf den verstopften Schnellstrassen
erträgliche Verhältnisse einkehren dauert es
wohl noch ein paar Jahre. Die leichten Fortschritte
bei Spritpreisen und LKW-Maut gehen ja doch recht
langsam.

Jens Peter Lindemann

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Nov 27, 2000, 3:00:00 AM11/27/00
to
Dago Schnider <lag...@mail.ru> writes:

> >Ich möchte einfach mal Eure Meinungen zur Umstellung von
> >Hauptstecken auf Busbetrieb hören.
>

> Eine gute Idee diese Umstellung.

Schauen wir mal, was Du davon haeltst, wenn demnaechst neben der
80er-Kolonne (LKW) noch eine 120er-Kolonne (Reisebusse) ueber die
Autobahn rollt....

> Sie bündelt die Beförderung auf den Verkehrstraäger, der am
> effektivsten ist (Strasse)

Wie misst Du die Effizienz eines Verkehrstraegers?

> und verringert die Kosten

Allenfalls, wenn man die beruehmten "externen Kosten" fuer eine
relitaetsferne Erfindung "gruener Spinner" haelt und ignoriert. Aber
diese Meinung hast Du hier ja, wenn ich mich richtig erinnere, bereits
mehfach formuliert...

> beim Erhalt eines wenig flexiblen

Warum sollte ein Linien-Busverkehr flexibler sein, als der
Bahnverkehr?

> und in seinen Wegekosten unangebracht teueren Verkehrsträger (Bahn)

Hast Du zu der Behauptung auch irgendwelche stuetzenden Infos?

> bei gleichzeitigen Erhalt der Möglichkeitren, öffentlichen Verkehr
> zu nutzen.

...ich schliesse mich Asmus voll an: Ein Bus ist mit einem Zug schon
im Komfort absolut nicht vergleichbar. Dazu kommt, dass gerade beim
Langstrecken-Busverkehr auf Autobahnen jeder Versuch, Fahrplaene
einzuhalten scheitern muss. Von "Erhalt der Moeglichkeit" kann also
nur sehr eingeschraenkt die Rede sein.

> Das Problem wurde in deiner Region vorbildlich gelöst.

Welches Problem?

--
Jens Peter Lindemann <Jens.Li...@Biologie.Uni-Bielefeld.DE>
Neurobiology, University of Bielefeld, D-33501 Bielefeld

Stephan Weinberger

unread,
Nov 27, 2000, 3:00:00 AM11/27/00
to
> Wie misst Du die Effizienz eines Verkehrstraegers?

Bei Dago wuerd ich sagen: Kommt das Wort "Bahn" darin vor? Noe doch
nicht, dann waere die Auto_bahn_ ja auch nicht effizient :-)

--
cu mail: we...@sbox.tu-graz.ac.at
stephan www: http://www.sbox.tu-graz.ac.at/home/w/weini

Jan Peters

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to
lag...@mail.ru (Dago Schnider) wrote:

>On Sat, 25 Nov 2000 14:54:09 +0100, Michael Oberseider
><michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de> wrote:

>>Ich möchte einfach mal Eure Meinungen zur Umstellung von
>>Hauptstecken auf Busbetrieb hören.

>Eine gute Idee diese Umstellung.

Glaubst du das ernsthaft? Bisher gingen bei derartigen Umstellungen die
Fahrgastzahlen immer deutlich zurück, bei gleichzeitiger Zunahme des
Autoverkehrs. In Folge ist dann die Kostendeckung deutlich schlechter, was
zur Verschlechterung des Angebots führt, was mit einem weiteren Rückgang
der Nachfrage einhergeht.
Ganz abgesehen davon ist die Pünktlichkeit einer Buslinie deutlich
schlechter, als die der Bahn - da reicht schon ein kleiner Stau aus.
Das kann nicht wirklich sinnvoll sein.

Jan
--
"Durch die Ökosteuer sollen Steuern erzielt werden um auf der anderen Seite
Sozialabgaben zu reduzieren. Über ein solches Konzept kann man reden..."
(Friedrich Merz, heutiger CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender, November 1998)

Jan Peters

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to
lag...@mail.ru (Dago Schnider) wrote:

>Die Bahn hätte das mit ihren Schienen gar nicht hingekriegt, weil die
>Schienen nicht da lang gingen, wo heute gewohnt wird. Das kann der Bus
>besser bedienen, weil Straßen sowieso gebaut werden müssen, wenn neue
>Ortsteile entstehen.

Man könnte diese Ortsteile durchaus in der Nähe der Schienen entstehen
lassen. Schließlich entstehen Bebauungen nicht von selbst - zunächst wird
i.d.R. erstmal ein Bebauungsplan erstellt und der Flächennutzungsplan
entsprechend angepasst (ok, zuerst der FNP, dann der Bebauungsplan).

>Das ist das typische Problem der Schiene: Wenn sie mal liegt, müssen
>die Leute gezwungen werden, dort in der Nähe zu wohnen oder zu
>arbeiten, wenn sie effektiv sein soll. Aber wer wohnt schon gerne
>hinterm Bahndamm?

Rate mal, warum im Großraum München Grundstücke für Wohnbebauung, die in
der Nähe von S-Bahnstationen liegen, am teuersten sind...

Klaus Kreider

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to

Jens Peter Lindemann schrieb:

>
> Schauen wir mal, was Du davon haeltst, wenn demnaechst neben der
> 80er-Kolonne (LKW) noch eine 120er-Kolonne (Reisebusse) ueber die
> Autobahn rollt....

Das ist doch schon zum Teil so. Wenn ich zu einer Bestimmten Zeit von
FFm nach DA fahre (4 Spuren) ist die zweite Spur mit min. 5
Lufthansa-Zubringerbussen fest belegt, die dann nach HD, DA MA SP und HN
fahren, ja sogar zum teil nach Mülhausen/Fr

> Dazu kommt, dass gerade beim
> Langstrecken-Busverkehr auf Autobahnen jeder Versuch, Fahrplaene
> einzuhalten scheitern muss.

Das geht doch ganz leicht, die rechte Spur wird zur Bus- und Taxispur
erklärt und hat somit freie Fahrt.
--
Gruß
Klaus II
HP: http://home.germany.net/100-339166/Index.htm
-
Der Weg zur Macht, führt durch die Paläste - der zum Reichtum führt
durch die Basare. Der Weg zur Weisheit aber, führt durch die Wüste.
(arab. Sprichwort)

Jan Peters

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to
lag...@mail.ru (Dago Schnider) wrote:
>On 28 Nov 2000 09:15:00 +0100, jnpe...@vandusen.franken.de (Jan
>Peters) wrote:

>>Ganz abgesehen davon ist die Pünktlichkeit einer Buslinie deutlich
>>schlechter, als die der Bahn - da reicht schon ein kleiner Stau aus.
>>Das kann nicht wirklich sinnvoll sein.

>Aber sie ist wesentlich preiswerter. Wieviel soll denn der
>Allgemeinheit dein mehr an Pünktlichkeit kosten? Selberzahlen willst
>du die tatsächlichen Kosten des Bahntransportes ja eh nicht, oder?

Wieviel soll der Allgemeinheit denn noch der ständige Bau von Autobahnen
kosten? Ich betrachte einen gut ausgebauten ÖPV als eine
Infrastrukturaufgabe und Aufgabe der Daseinsvorsorge. Also um eine Aufgabe,
die die Allgemeinheit zu tragen hat.

Michael Oberseider

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to

Dago Schnider schrieb:

>
> Eine gute Idee diese Umstellung. Sie bündelt die Beförderung auf den
> Verkehrstraäger, der am effektivsten ist (Strasse) und verringert die
> Kosten beim Erhalt eines wenig flexiblen und in seinen Wegekosten
> unangebracht teueren Verkehrsträger (Bahn) bei gleichzeitigen Erhalt
> der Möglichkeitren, öffentlichen Verkehr zu nutzen. Das Problem wurde


> in deiner Region vorbildlich gelöst.
>

Als Verursacher der Diskussion melde ich mich nochmal zu Wort.
Vorbildlich würde ich nicht sagen. Vor allem, um keine allzu grossen
Qualitätseinbussen im öffentlichen Verkehr zu haben, müssen bei der
Umstellung (hier ist nur von Hauptstrecken die Rede) folgende technischen
Rahmenbedingungen erfüllt sein:

1.) Der schnellste Zug in dieser Relation darf keine höhere Durchschnitts
- Reisegeschwindigkeit als 70 km/h haben. Andernfalls sind die
Reisezeitverlängerungen nicht zu vermeiden, falls die Fahrpläne noch
genügend Reserven für Pünktlichkeit bieten sollen.

2.) Es muss eine leistungsfähige Strassenverbindung mit ausreichender
Kapazitätsreserve existieren, am besten eine schwach ausgelastete
Autobahn, aber mindestens eine vierspurige Schnellstrasse. Existiert nur
eine kleinere Strasse, so sind Reisezeitverlängerungen nicht zu vermeiden
(Ortsdurchfahrten, zu wenig Überholmöglichkeiten bei LKW). Ist die
Strassenverbindung in dieser Relation stark belastet, so geht die
Umstellung massiv auf Kosten der Pünktlichkeit.

Man sieht also, dass nur Nebenfernstrecken mit paralleler Autobahn für
die Umstellung in Frage kommen, falls man keine grossen
Qualtitätseinbussen in Kauf nehmen will. Auf den grossen Hauptmagistralen
sind die Züge zu schnell um mit Bussen zu konkurrieren und die
Strassenverbindung ist zu stauanfällig.

Erfurt - Meinigen ist meinen Kenntnissen momentan sogar der einzige
Kandidat, auf den obige Vorraussetzungen zutreffen. Oder kennt noch
jemand eine andere Streckemit ähnlichen Rahmenbedingungen.

Gruss, Michael

Michael Oberseider

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to

Asmus Büngener schrieb:

>
> Ich find's beschissen. Die Pünktlichkeit und
> Bequemlichkeit (Fahrradmitnahme) leiden immer.

Pünktlichkeit wird hier weniger das Problem sein (siehe
anderes Posting).
Wer halt sein Velo gerade von Erfurt nach Schweinfurt (ca.160
km) transportieren will mus dann halt in den sauren Apfel
beissen und das Fahrrad aufgeben oder den 80 km langen Umweg
über Saalfeld - Bamberg in Kauf nehmen - und natürlich voll
löhnen :-(

Gruss, Michael


Michael Oberseider

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to

Bernd Sluka schrieb:

>
> Die Erfahrung lehrt, daß Buslinien viel schlechter angenommen werden
> als Bahnlinien. Die Zahl der Fahrgäste dürfte deutlich zurückgehen und
> die Zahl der Verbindungen spätestens nach einigen Jahren reduziert
> werden. Eventuell werden die Linien oder zumindest eine davon auch
> ganz eingestellt.

Das Problem ist hier, dass es sich hier um die Hauptachse des
Schienenverkehrs der Region handelt. Wenn es hier zu Fahrgastrückgängen
kommt, werden auch alle jetzt ohnehin schon auf der Kippe stehenden
Anschlussstrecken stillgelegt - natürlich nacheinander in Salamitaktik. Das
wären (nach von mir vermuteter Reihenfolge der Stillegung):

Meinigen - Eisfeld
Zella-Mehlis - Wernshausen
Zella-Mehlis - Meiningen
Meinigen - Bad Salzungen (- Eisenach)
Meinigen - Bad Neustadt (- Ebenhausen - Schweinfurt)

Damit haben wir dann den grösste Loch in Deutschlands Schienennetz,
Südthüringen ist vom Schienenverkehr komplett abgekoppelt. Aber im Fall
Erfurt - Meiningen die Sache ist faktisch schon gelaufen:
Nachdem die DieBahn erklärt hat, die Tunnels und Stüzumauern in eigener
Regie nicht zu sanieren (das ist alles was bisher offiziell bekannt ist)
und sich wahrscheinlich kein privater Betreiber finden wird (wer übernimmt
auch ein paar kaputte Tunnels, vor allem wenn die guten Streckenteile nach
Willen von DieBahn im eigenen Besitz bleiben sollen), ist die Sillegung
wohl unausweichlich.

Gruss, Michael

Jan Peters

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to
michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de (Michael Oberseider) wrote:

>Das Problem ist hier, dass es sich hier um die Hauptachse des
>Schienenverkehrs der Region handelt.

Sprich: es wäre eine Aufgabe der öffentlichen Hand, die Strecke zu sanieren
und sie dann einem Eisenbahnunternehmen zum Betrieb des Verkehrs zur
Verfügung zu stellen...

Jan Peters

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to
michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de (Michael Oberseider) wrote:

>Wer halt sein Velo gerade von Erfurt nach Schweinfurt (ca.160
>km) transportieren will mus dann halt in den sauren Apfel
>beissen und das Fahrrad aufgeben

Ohje, du weißt, wie umständlich das Aufgeben eines Fahrrads heutzutage ist?
Die Zeiten, wo man es einfach am Bahnhof abgeben konnte, sind schon lange
vorbei (leider)...

Volker Neurath

unread,
Nov 28, 2000, 3:00:00 AM11/28/00
to
Jan Peters wrote:


>Sprich: es wäre eine Aufgabe der öffentlichen Hand, die Strecke zu sanieren
>und sie dann einem Eisenbahnunternehmen zum Betrieb des Verkehrs zur
>Verfügung zu stellen...

Was aber nicht geschehen wird, denn wenn DieBahn eine Strecke
stillegen will, dann tut sie dass -- selbst dann, wenn ein Interessent
da ist, der bereit waere, die Strecke zu uebernehmen.

Volker

Robert Weemeyer

unread,
Nov 29, 2000, 3:00:00 AM11/29/00
to
Volker Neurath schrieb:

> [...] wenn DieBahn eine Strecke


> stillegen will, dann tut sie dass -- selbst dann, wenn ein Interessent
> da ist, der bereit waere, die Strecke zu uebernehmen.

Eigentlich soll § 11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes genau das
verhindern.

Robert Weemeyer, Berlin

--
"Es kann doch nicht sein, dass Automobilhersteller mit Werken in
ganz Europa ihre Werke nicht vernetzen können, nur weil die Bahnen
nicht zueinander kommen und die Systeme nicht kompatibel sind."
(Bartholomäus Kalb [CSU] am 28.11.2000 im Bundestag)

Volker Neurath

unread,
Nov 29, 2000, 3:00:00 AM11/29/00
to
Robert Weemeyer wrote:

>Volker Neurath schrieb:
>
>> [...] wenn DieBahn eine Strecke
>> stillegen will, dann tut sie dass -- selbst dann, wenn ein Interessent
>> da ist, der bereit waere, die Strecke zu uebernehmen.
>
>Eigentlich soll § 11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes genau das
>verhindern.

Ja, aber die Betonung liegt wohl auf *eigentlich*.
Beispiel aus meiner Umgebung:

Die Bahnstrecke von Wuppertal ueber Wuelfrath nach Velbert, und von
dort weiter ueber heiligenhaus nach Essen-Kettwig (eingleisig) wurde
irgendwann in den 40ern oder 50ern fuer den personen verkehr
stillgelegt und noch bis 1994 fuer den Gueterverkehr genutzt --
allerdings nur bis Velbert Hbf; der Teil der Strecke Richtung
Heiligenhaus-> Kettwig wurde nur ab und an genutzt, wenn mal wieder
ein im Gewerbegebier Velbert-West ansaessiger Schrotthaendler Material
in die Schweiz zu schicken hatte (was aber gut zweimal im Monat
vorkam).

Als die Strecke nun 1994 komplett Stillgelegt wurde, kam gleich von
einer ortsansaessigen Buergerinitiative die Idee, die Strecke von
einem noch zu gruendenden Privatunternehmen anmieten/ankaufen und
zunaechst fuer den Gueterverkehr weiternutzen zu lassen. Spaeter dann
sollte der Personenverkehr wieder aufgenommen werden (Wuppertal
<->Kettwig).
Kurz bekanntwerden dieser Plaene wurde:

1. eine im Streckenverlauf wichtige Bruecke abgerissen -- angeblich,
weil sie baufaellig war

und etwas spaeter:

2. das Bahnhofsgelaende (der Gleisbereich!) an ein ortsansaessiges
Schloss- und Beschlagunternehmen ("HuF-Huelsbeck & Fuerst")
verkauft, die dort eine Montagehalle errichteten.

Der jetzt noch verbleibende Platz wuerde allenfalls fuer das Verlegen
eines doppelten Durchgangsgleises reichen.

Erzaehl mir bitte keiner, das diese Rueckbaumassnahmen rein zufaellig
geschahen -- ich hab hier die Zeitnaehe gut mitbekommen...

Volker

Thorsten Guenther

unread,
Nov 29, 2000, 3:00:00 AM11/29/00
to
In <2li82t0bj718vfvm2...@4ax.com> Dago Schnider wrote:
>Richtig wäre es, dei Straßen so auszubauen, das es zu keinen Staus
>kommt. Da führt langfristig überhaupt kein Weg dran vorbei. 10 bis 12
>Spurige Autobahnen und gleichzeitig ein Umbau der Schienen auf
>Christophs Railtaxi werden in Zukunft normal sein.

Genau dort, wo 10- bis 12spurige Autowahnen einen Sinn ergäben, sind
sie aufgrund der vorhandenen Bebauung praktisch nicht realisierbar.
Allein die Verbreiterung der Brücken würde Jahrzehnte in Anspruch
nehmen und gewaltige Summen kosten, abgesehen mal von den Entschädi-
gungen an die Anwohner, deren Gebäude abgerissen werden müßten.
Alternative: Geschwindigkeit herabsetzen, Spuren schmaler pinseln und
Standspur entfallen lassen. Das Problem ist nur, daß all die vielen
Autos auch irgendwo hin wollen und dort womöglich sogar parken!

>Wir stecken derzeit in einem Lernprozess, an desssen Ende die
>Erkenntnis steht, das man dem Bürger die Mobilität weder verbieten noch
>vergraulen kann,

Anderer Meinung hingegen Cyril Northcote Parkinson.

Thorsten

Thorsten Guenther

unread,
Nov 29, 2000, 3:00:00 AM11/29/00
to
In <heb72tsojh3bu08hp...@4ax.com> Dago Schnider wrote:
>On 28 Nov 2000 09:15:00 +0100, jnpe...@vandusen.franken.de (Jan
>Peters) wrote:
>
>>Ganz abgesehen davon ist die Pünktlichkeit einer Buslinie deutlich
>>schlechter, als die der Bahn - da reicht schon ein kleiner Stau aus.
>>Das kann nicht wirklich sinnvoll sein.
>
>Aber sie ist wesentlich preiswerter. Wieviel soll denn der
>Allgemeinheit dein mehr an Pünktlichkeit kosten?

Die Bahnlinien (manchmal sogar die Haltestellen) existierten in vielen
Städten bereits *vor* dem Bau einer Neubausiedlung (Beispiel AKN-Halte-
stelle Burgwedel in Hamburg, die AKN fährt von HH-Eidelstedt (Umsteige-
bahnhohn (kein Tippfehler!) in die S3/S21) bis nach Kaltenkirchen, und
dort besteht Anschluß nach Neumünster, deshalb war auch der alte Name
für die A1 "Altona-Kaltenkirchen-Neumünster" statt "Allgemeine Klein-
und Nebenstreckenbahnen" (IIRC), entsprechend hieß die A3 EBO (Elms-
horn-Bad Oldesloe) (wieder IIRC) und die A2 ANB (Alster-Nord-Bahn).

Über den zweigleisigen Ausbau aller AKN-Strecken wird in Hamburg ebenso
seit Jahren diskutiert wie über die Verlängerung der A1 bis HH-Altona
(auf den S-Bahn-Gleisen) oder die Wiedereinführung einer Straßenbahn.

Alles vermutlich aufgrund des mangelnden Bedarfs und der schlechten
Auslastung :-).

Übrigens stehen manche Arbeitgeber darauf, wenn ihre Angestellten
pünktlich erscheinen, und das ist bei Bahnpendlern erheblich sicherer
als bei Auto- oder Buspendlern. Ich habe selber einen Kollegen, der mo-
natelang fast täglich zu spät kam (teilweise mehr als 90 Minuten), weil
er mit dem Auto im Elbtunnelstau steckte.

Thorsten

Christoph Müller

unread,
Nov 29, 2000, 3:00:00 AM11/29/00
to

Thorsten Guenther schrieb:


>
> In <2li82t0bj718vfvm2...@4ax.com> Dago Schnider wrote:
> >Richtig wäre es, dei Straßen so auszubauen, das es zu keinen Staus
> >kommt. Da führt langfristig überhaupt kein Weg dran vorbei. 10 bis 12
> >Spurige Autobahnen und gleichzeitig ein Umbau der Schienen auf
> >Christophs Railtaxi werden in Zukunft normal sein.
>
> Genau dort, wo 10- bis 12spurige Autowahnen einen Sinn ergäben, sind
> sie aufgrund der vorhandenen Bebauung praktisch nicht realisierbar.

Für zwei Schienen könnte aber noch eher Platz gemacht werden. Per
Railtaxi würde das einer Verbreiterung der Autobahn auf 10 bis 14 Spuren
je Richtung entsprechen. Das dürfte erst mal reichen.

Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de

Klaus Mueller

unread,
Nov 29, 2000, 11:52:15 PM11/29/00
to
Thorsten Guenther <guen...@cabal.shnet.org> wrote:

> Alles vermutlich aufgrund des mangelnden Bedarfs und der schlechten
> Auslastung :-).

Aber natürlich. Dago der Allwissende hat gesprochen, du hast zu glauben.

Klaus Müller
--
Rad weg - der wahre Sinn der Radwege
http://home.t-online.de/home/klaus.mueller.erl

FAQ zu drf: http://ntklotz.gmd.de/drf/faq/

Robert Weemeyer

unread,
Nov 30, 2000, 7:53:47 PM11/30/00
to
Dago Schnider schrieb:

> Wenn wir die 41 Mrd. DM, die wir jährlich der Bahn in den Rachen
> stopfen ohne was dafür zu kriegen, außer dem, was sie sowieso leisten
> muß, zusätzlich in den Ausbau des Straßenverkehr umleiten, haben wir
> das Problem schnell im Griff.

Du wirst uns jetzt sicher erklärt, was die Bahn "sowieso leisten muß".

Robert Weemeyer

unread,
Nov 30, 2000, 7:53:50 PM11/30/00
to
Volker Neurath schrieb in de.soc.verkehr:

> Beispiel aus meiner Umgebung:
>
> Die Bahnstrecke von Wuppertal ueber Wuelfrath nach Velbert, und von
> dort weiter ueber heiligenhaus nach Essen-Kettwig (eingleisig) wurde
> irgendwann in den 40ern oder 50ern fuer den personen verkehr
> stillgelegt und noch bis 1994 fuer den Gueterverkehr genutzt --
> allerdings nur bis Velbert Hbf; der Teil der Strecke Richtung
> Heiligenhaus-> Kettwig wurde nur ab und an genutzt, wenn mal wieder
> ein im Gewerbegebier Velbert-West ansaessiger Schrotthaendler Material
> in die Schweiz zu schicken hatte (was aber gut zweimal im Monat
> vorkam).
>
> Als die Strecke nun 1994 komplett Stillgelegt wurde, kam gleich von
> einer ortsansaessigen Buergerinitiative die Idee, die Strecke von
> einem noch zu gruendenden Privatunternehmen anmieten/ankaufen und
> zunaechst fuer den Gueterverkehr weiternutzen zu lassen.

Zum 1. Januar 1994 trat gerade die Bahnreform in Kraft, d. h. mög-
licherweise wurde die Strecke noch 1993 nach altem Recht stillgelegt.

Seit 1994 gilt § 11 Abs. 1 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG):

| Beabsichtigt ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen die dauernde
| Einstellung des Betriebes einer Strecke, eines für die Betriebs-
| abwicklung wichtigen Bahnhofs oder die deutliche Verringerung der
| Kapazität einer Strecke, so hat es dies bei der zuständigen Auf-
| sichtsbehörde zu beantragen. Dabei hat es darzulegen, daß ihm der
| Betrieb der Infrastruktureinrichtung nicht mehr zugemutet werden
| kann und Verhandlungen mit Dritten, denen ein Angebot für die Über-
| nahme der Eisenbahninfrastruktureinrichtung zu in diesem Bereich
| üblichen Bedingungen gemacht wurde, erfolglos geblieben sind.

> Spaeter dann
> sollte der Personenverkehr wieder aufgenommen werden (Wuppertal
> <->Kettwig).
> Kurz bekanntwerden dieser Plaene wurde:
>
> 1. eine im Streckenverlauf wichtige Bruecke abgerissen -- angeblich,
> weil sie baufaellig war
>
> und etwas spaeter:
>
> 2. das Bahnhofsgelaende (der Gleisbereich!) an ein ortsansaessiges
> Schloss- und Beschlagunternehmen ("HuF-Huelsbeck & Fuerst")
> verkauft, die dort eine Montagehalle errichteten.
>
> Der jetzt noch verbleibende Platz wuerde allenfalls fuer das Verlegen
> eines doppelten Durchgangsgleises reichen.

Voraussetzung dafür ist nach neuem Recht, dass die Stilllegung schon
gelaufen ist, d. h. dass etwaige Übernahmeverhandlungen erfolglos ver-
laufen sind. Falls es bei dieser Strecke schon nach neuem Recht gelau-
fen ist, könnte es sein, dass die Bürgerinitiative erst nach der
Stilllegungsgenehmigung in die Verhandlungen eingetreten ist. Auch
dann ist eine Übernahme im beiderseitigen Einvernehmen noch möglich.
Aber bis jetzt ist es m. W. noch nirgends gelungen, nach einer Still-
legungsgenehmigung eine Streckenübernahme zu erzwingen.

Für die oben genannten Rückbaumaßnahmen ist dann m. W. auch noch ein
Planungsverfahren nach AEG erforderlich, bei dem z. B. die Kommunen
noch hätten versuchen können einzugreifen. Allerdings will ich nicht
ausschließen, dass ohne Genehmigung Fakten geschaffen wurden.



> Erzaehl mir bitte keiner, das diese Rueckbaumassnahmen rein zufaellig
> geschahen -- ich hab hier die Zeitnaehe gut mitbekommen...

An Zufall glaube ich da auch nicht unbedingt.

Die rechtliche Seite müsste man noch genauer durchleuchten. Deshalb
Crosspost nach de.etc.bahn.eisenbahn. Falls du damit einverstanden
bist, am besten demnächst auch Followup-To dorthin.

Jochen Boettcher

unread,
Dec 1, 2000, 3:00:00 AM12/1/00
to
> arbeiten, wenn sie effektiv sein soll. Aber wer wohnt schon gerne
> hinterm Bahndamm?
und wer erst neben der Autobahn?
*g*
Jochen


Jochen Boettcher

unread,
Dec 1, 2000, 3:00:00 AM12/1/00
to
> kommt. Da führt langfristig überhaupt kein Weg dran vorbei. 10 bis 12
> Spurige Autobahnen und gleichzeitig ein Umbau der Schienen auf
> Christophs Railtaxi werden in Zukunft normal sein.

10-12 spurige Autobahnen?
das wäre der absolute Umweltkollaps?
kannst du dir den Dreck vorstellen, der von dort herweht, oder den Lärm?
Und woher soll der Platz kommen, da müssen ganze Städte Plattgemacht werden!
Woher soll die Energie für all die Autos kommen , die ließe sich nie
ökologisch herstellen.

Nö, daß ist mit Sicherheit nicht die Lösung!

Das Problem ist nicht die fehlende Strasse sondern zuviele Autos oder besser
zuviel gefahrene Kilometer

Dort muß man ansetzen

Jochen

Jochen Boettcher

unread,
Dec 1, 2000, 3:00:00 AM12/1/00
to

> Wenn im GG irgendwo steht, das der Staat für die Bahn sorgen muß, dann
> dürfte doch auch der Umkehrschluss zulässig sein, das die Bahn
> gefälligst zu fahren hat, oder?

Ja aber sie hat keine Lizenz zum Gelddrucken, muß also dafür bezahlt werden,
der Erlös aus Fahrscheinen reicht nie aus.

Jochen

Jochen Boettcher

unread,
Dec 1, 2000, 3:00:00 AM12/1/00
to
zum glück kommt niemand auf die idee, hauptstrecken auf busbetrieb
umzustellen. erstens, verdient kann die bahn am fernverkehr verdienen,
derzeitige verluste sind durch mangementprobleme verursacht, nicht durch das
bahnsystem, zweitens, rechne mal, wieviele busse da fahren müsse, um die
selbe menge an leute zu befördern. jeder buss braucht einen fahrer. der
systemvorteil der bahn ist die zugbildung.

im nahverkehr ja wird öfters über busumstellung gesprochen, und dabei erden
immer grundversorgungsfragen und wirtschaftlichkeit gegeneinander abgewogen.
selbst da ist bus nicht immer billiger und vor allem nicht besser!

jochen

Max Bohnet

unread,
Dec 1, 2000, 3:00:00 AM12/1/00
to

Robert Weemeyer schrieb:


>
> Volker Neurath schrieb in de.soc.verkehr:
>
> >
> >

> > Als die Strecke nun 1994 komplett Stillgelegt wurde, kam gleich von
> > einer ortsansaessigen Buergerinitiative die Idee, die Strecke von
> > einem noch zu gruendenden Privatunternehmen anmieten/ankaufen und
> > zunaechst fuer den Gueterverkehr weiternutzen zu lassen.
>

> > Spaeter dann
> > sollte der Personenverkehr wieder aufgenommen werden (Wuppertal
> > <->Kettwig).
> > Kurz bekanntwerden dieser Plaene wurde:
> >
> > 1. eine im Streckenverlauf wichtige Bruecke abgerissen -- angeblich,
> > weil sie baufaellig war
> >
> > und etwas spaeter:
> >
> > 2. das Bahnhofsgelaende (der Gleisbereich!) an ein ortsansaessiges
> > Schloss- und Beschlagunternehmen ("HuF-Huelsbeck & Fuerst")
> > verkauft, die dort eine Montagehalle errichteten.
> >
> > Der jetzt noch verbleibende Platz wuerde allenfalls fuer das Verlegen
> > eines doppelten Durchgangsgleises reichen.

Um Welche Brücke handelt es sich in 1.?
Und auf welchem Bahnhof steht jetzt die Montagehalle aus 2.?


>
> Voraussetzung dafür ist nach neuem Recht, dass die Stilllegung schon
> gelaufen ist, d. h. dass etwaige Übernahmeverhandlungen erfolglos ver-
> laufen sind. Falls es bei dieser Strecke schon nach neuem Recht gelau-
> fen ist, könnte es sein, dass die Bürgerinitiative erst nach der
> Stilllegungsgenehmigung in die Verhandlungen eingetreten ist. Auch
> dann ist eine Übernahme im beiderseitigen Einvernehmen noch möglich.
> Aber bis jetzt ist es m. W. noch nirgends gelungen, nach einer Still-
> legungsgenehmigung eine Streckenübernahme zu erzwingen.
>
> Für die oben genannten Rückbaumaßnahmen ist dann m. W. auch noch ein
> Planungsverfahren nach AEG erforderlich, bei dem z. B. die Kommunen
> noch hätten versuchen können einzugreifen. Allerdings will ich nicht
> ausschließen, dass ohne Genehmigung Fakten geschaffen wurden.
>
> > Erzaehl mir bitte keiner, das diese Rueckbaumassnahmen rein zufaellig
> > geschahen -- ich hab hier die Zeitnaehe gut mitbekommen...
>

Weiss jemand, ob die Strecke denn auch schon (teilweise) entwidmet ist
oder nur der Verkehr Stillgelegt ist?

Gruß Max

MaxBohnet.vcf

Michael Oberseider

unread,
Dec 1, 2000, 3:00:00 AM12/1/00
to

Jochen Boettcher schrieb:

> zum glück kommt niemand auf die idee, hauptstrecken auf busbetrieb
> umzustellen. erstens, verdient kann die bahn am fernverkehr verdienen,
> derzeitige verluste sind durch mangementprobleme verursacht, nicht durch das
> bahnsystem, zweitens, rechne mal, wieviele busse da fahren müsse, um die
> selbe menge an leute zu befördern.

Doch, genau das ist hier der Fall, wie im Ausgangsposting bereits geschildert
(marode Tunnels). Obwohl echter Fernverkehr läuft hier nicht mehr, das beste was
hier noch fährt ist ein IR im RE - Takt.

Meiner Einschätzung braucht man pro Zug (RE) 3-5 Busse, 2-3 fahren Express
Nonstop Erfurt - Suhl, 1-2 fahren Arnstadt - Suhl mit Zwischenhalt in Ilmenau.
Gefahren wird über die Autobahn. Für den Lokalverkehr dürfte man mit einem Bus
pro RegionalBahn (Zug der überall hält) auskommen. Dieser fährt natürlich auf
der Landstrasse.

Gruss, Michael


Klaus Mueller

unread,
Dec 2, 2000, 1:23:35 AM12/2/00
to
Jochen Boettcher <Joche...@gmx.de> wrote:

> zum glück kommt niemand auf die idee, hauptstrecken auf busbetrieb
> umzustellen. erstens, verdient kann die bahn am fernverkehr verdienen,
> derzeitige verluste sind durch mangementprobleme verursacht, nicht durch das
> bahnsystem, zweitens, rechne mal, wieviele busse da fahren müsse, um die

> selbe menge an leute zu befördern. jeder buss braucht einen fahrer. der
> systemvorteil der bahn ist die zugbildung.
>
> im nahverkehr ja wird öfters über busumstellung gesprochen, und dabei erden
> immer grundversorgungsfragen und wirtschaftlichkeit gegeneinander abgewogen.
> selbst da ist bus nicht immer billiger und vor allem nicht besser!

Bei der Strecke, mit der die Diskussion begann, handelt es sich durchaus
um eine Hauptstrecke. Es ist zwar keine der ICE/IC-Magistralen, aber
mehr als zwanzig Züge je Tag und Richtung umstellen zu wollen, ist nicht
zu unterschätzen. Als nächstes kommen dann die
30ZügeJeTagUndRichtungStrecken dran, wenn sie wegen der durch die Busse
verjagten Fahrgäste schwächer ausgelastet sind usw.

Klaus Mueller

unread,
Dec 2, 2000, 2:31:05 AM12/2/00
to
Dago Schnider <lag...@mail.ru> wrote:

[das übliche]

Dagos Nationalhymne:

Auto, Auto über alles, freie Fahrt mit vollem Gas,
ich will fahren ohne Ende, andre sollen zahlen das,
von der Küste zu den Alpen und auch noch von Ost nach West,
freie, freie Fahrt für Dago, im Asphalt erstickt der Rest.

Christoph Müller

unread,
Dec 2, 2000, 3:00:00 AM12/2/00
to
Jochen Boettcher schrieb:

Wenn das sooo ist. Warum streicht man dann nicht das ganze Getue um die
Fahrscheine komplett und lässt die Leute kostenlos fahren? Wer hat
aussagekräftige Zahlen darüber, was der ganze Fahrkartenklimbims kostet,
wie hoch die staatlichen Gelder liegen und wie hoch die Betriebskosten
OHNE Fahrkarten wären?

Würde mich jedenfalls nicht sonderlich überraschen, wenn rauskäme, dass
es billiger käme, die Leute kostenlos fahren zu lassen.

Christoph Müller

unread,
Dec 2, 2000, 3:00:00 AM12/2/00
to
Dago Schnider schrieb:

> Erklär das
> mal bei 41 Mrd. DM Zuschüssen für die Bahn,

Macht ca. 500,- DM pro Bundesbürger bzw. ca. 1.500,- DM je Steuerzahler
und Jahr.

Volker Neurath

unread,
Dec 2, 2000, 3:00:00 AM12/2/00
to
Hallo Max,

Max Bohnet wrote:

>> > Der jetzt noch verbleibende Platz wuerde allenfalls fuer das Verlegen
>> > eines doppelten Durchgangsgleises reichen.

>Um Welche Brücke handelt es sich in 1.?

Um die Bruecke an der Abtskuecher Str. in Heiligenhaus.

>Und auf welchem Bahnhof steht jetzt die Montagehalle aus 2.?

Hauptbahnhof Velbert.

>Weiss jemand, ob die Strecke denn auch schon (teilweise) entwidmet ist
>oder nur der Verkehr Stillgelegt ist?

Im gesamten Bereich des ehemaligen Velberter Hauptbahnhof liegen so
gut wie keine Gleise mehr. Lediglich die Ein- und Ausfahrtgleise sind
noch vorhanden.

Volker

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 2, 2000, 3:00:00 AM12/2/00
to
Christoph Müller schrieb:


> Wenn das sooo ist. Warum streicht man dann nicht das ganze Getue um die
> Fahrscheine komplett und lässt die Leute kostenlos fahren? Wer hat
> aussagekräftige Zahlen darüber, was der ganze Fahrkartenklimbims kostet,
> wie hoch die staatlichen Gelder liegen und wie hoch die Betriebskosten
> OHNE Fahrkarten wären?

Ich hab natürlich mal wieder keine aussagefähigen Zahlen, aber vor
Jahren mal gelesen das einige ÖV Betreibe durch den Fahrkartenverkauf
genausoviel einnehmen wie der Verkauf der Fahrkarten und die
Kontrollen in den Fahrzeugen kostet.

> Würde mich jedenfalls nicht sonderlich überraschen, wenn rauskäme, dass
> es billiger käme, die Leute kostenlos fahren zu lassen.

Auch wenn oben gesagtes stimmen würde wäre das nicht so, dann
funktionierte der Fahrkartenverkauf nämlich nur um die Zahl der
Beförderungsfälle auf einem bezahlbaren Maß zu halten.

mfg
Stefan

Siegfried Schmidt

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Hallo Stefan,

>Auch wenn oben gesagtes stimmen würde wäre das nicht so, dann
>funktionierte der Fahrkartenverkauf nämlich nur um die Zahl der
>Beförderungsfälle auf einem bezahlbaren Maß zu halten.

Wie jetzt: soll doch nicht alle Bahn fahren?

Siegfried
--
http://www.netcologne.de/~nc-schmidsi

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Siegfried Schmidt schrieb:

>
> Hallo Stefan,
>
> >Auch wenn oben gesagtes stimmen würde wäre das nicht so, dann
> >funktionierte der Fahrkartenverkauf nämlich nur um die Zahl der
> >Beförderungsfälle auf einem bezahlbaren Maß zu halten.
>
> Wie jetzt: soll doch nicht alle Bahn fahren?

Von mir aus schon, bloß muß das irgendwer bezahlen. Kostenlose öffies
dürften erstaunliche fahrgastzahlen haben, und das muß irgendwie
begrenzt werden, als erhebt man einen Art Schutzgebühr.
Und von Politischer Seite ist ja wohl auch eindeutig weniger Bahn und
mehr Auto gewünscht.

mfg
Stefan

Christoph Müller

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Stefan Zickenrott schrieb:

>
> Christoph Müller schrieb:
>
> > Wenn das sooo ist. Warum streicht man dann nicht das ganze Getue um die
> > Fahrscheine komplett und lässt die Leute kostenlos fahren? Wer hat
> > aussagekräftige Zahlen darüber, was der ganze Fahrkartenklimbims kostet,
> > wie hoch die staatlichen Gelder liegen und wie hoch die Betriebskosten
> > OHNE Fahrkarten wären?
>
> Ich hab natürlich mal wieder keine aussagefähigen Zahlen, aber vor
> Jahren mal gelesen das einige ÖV Betreibe durch den Fahrkartenverkauf
> genausoviel einnehmen wie der Verkauf der Fahrkarten und die
> Kontrollen in den Fahrzeugen kostet.

Genau das Gleiche habe ich schon mal gehört, aber nie verlässliches
Zahlenmaterial bekommen. Auch nicht auf eine öffentliche der hiesigen
INVG (Ingolstädter Verkehrsgesellschaft). Aus welchem Grund hält man
sich dort denn so bedeckt? Was hat man zu verschweigen?

> > Würde mich jedenfalls nicht sonderlich überraschen, wenn rauskäme, dass
> > es billiger käme, die Leute kostenlos fahren zu lassen.
>

> Auch wenn oben gesagtes stimmen würde wäre das nicht so, dann
> funktionierte der Fahrkartenverkauf nämlich nur um die Zahl der
> Beförderungsfälle auf einem bezahlbaren Maß zu halten.

Was soll und das sagen?

Siegfried Schmidt

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Hallo Stefan,

>Von mir aus schon, bloß muß das irgendwer bezahlen.

Wenn die Aussage stimmt, daß die Fahrscheineinnahmen für die eigentliche
Transportleistung neutral sind, dann bezahlt es jetzt auch schon jemand
anders.

Wenn diese anderen (wir alle) eine echte Mehrleistung bekommen (fahren mit
der Bahn so viel und oft man will), werden sie (ich) auch mit Freude mehr
dafür zahlen und das Angebot nutzen. Ganz davon abgesehen, daß es genau das
Verhalten ist, was die ganze Zeit mit Appellen und Strafsteuern doch so
mühsam und unbefriedigend erreicht werden soll.

>Kostenlose öffies
>dürften erstaunliche fahrgastzahlen haben, und das muß irgendwie
>begrenzt werden,

Verdammt nochmal, wenn alle das Auto stehenlassen und in die Bahn strömen,
müssen die Fahrgastzahlen begrenzt werden? Das darf doch nicht wahr sein!


Siegfried
--
http://www.netcologne.de/~nc-schmidsi

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Siegfried Schmidt schrieb:

> Ganz davon abgesehen, daß es genau das
> Verhalten ist, was die ganze Zeit mit Appellen und Strafsteuern doch so
> mühsam und unbefriedigend erreicht werden soll.

Ach Quatsch das sind doch bloß halbherzige Versuche die Umweltschützer
ruhig zu stellen, das die paar Pfennige den Autoverkehr in keiner
weise Bremsen ist doch nun schon oft und hinreichend bewiesen worden.
Wenn unsre Politiker den Autoverkehr tatsächlich eindämmen wollten
hätten sie ganz andere Möglichkeiten und würden auch nicht mit Gewalt
die Bahn runterwirtschaften.

Da werden eben zwei fliegen mit einer Klappe geschlagen, die
Umweltfreunden freuen sich das etwas gegen das Auto unternommen wird,
der Finanzminister freut sich das er etwas mehr Geld in der Kasse hat,
alle sind zufrieden und der Autofahrer kann weiter fahren soviel und
soweit er will.

mfg
Stefan

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Jan Peters schrieb:

> Kostentreibend ist vor allem der Einzelkartenverkauf beim Fahrer.

Ist er das wirklich? das macht der doch an der Haltestelle wo er sonst
sowieso nicht so viel zu tun hätte, ist der Mitarbeiter am Schalter,
der den ganzen Tag nichts anderes macht nicht am Ende doch teurer?
Für mich im prinzip egal, Fahrscheinverkauf in der Straßenbahn ist
hier sogut wie? oder ganz abgeschafft.

mfg
Stefan

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Jan Peters schrieb:

> >ist das Verfahren VAE so schlecht und dann auch noch mies umgesetzt
> >vom ÖV, das begrenzt sich seine Fahrgastzahlen von selbst in einer
> >hochmodernen und wohlhabenden Gesellschaft wie der unseren.
>
> Dann frage ich mich, warum der ÖPNV in Städten wie Zürich, Bern oder Basel
> so außergewöhnlich erfolgreich ist.

Da wohnt überall kein Dago, nimm an er meint mit dem Grenzwert alle
außer Dago, dann paßt es wieder.

SCNR
Stefan


Stefan Zickenrott

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Jan Peters schrieb:

> In Templin (knapp 19000 Einwohner) ist der ÖPNV kostenlos, es fahren dort
> vier Linien im 20min-Takt. Die Fahrgastzahlen haben sich seit der
> Einführung vervierfacht, die Innenstadt wird seitdem spürbar vom Pkw-
> Verkehr entlastet (wenn auch nicht so stark, wie erhofft).

Was mich sogar etwas verwundert, mein Zweitwohnsitz ist eine 15000
Einwohner Stadt, und ich bin da noch nie auf die Idee gekommen den ÖV
auszuprobieren, es lohnt sich einfach nicht auf den Bus zu warten,
wenn man mit dem Fahrrad oder zu Fuß schneller am Ziel ist. Was
allerdings nicht heißt, das die Einheimischen nicht für alle Wege in
ihrer Stadt bevorzugt das Auto verwenden würden :-)

Hast du mal genauer Angaben wie der ÖPNV in Templin verwendet wird?
Auf dem Stadtplan sieht es so aus als wenn man da auch alles ohne
Probleme in 20 minuten zu fuß erledigen könnte. Sind die fahrgäste
meist Leute aus den umliegenden Gemeinden?


mfg
Stefan
Wenn geschrien wird "Es lebe der Fortschritt!", dann frage stets: "Der
Fortschritt wessen?" (Stanislaw Jerzy Lec)


Stephan Weinberger

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
> >kannst du dir den Dreck vorstellen, der von dort herweht, oder den Lärm?
> Quatsch.

Also MIR reicht der Laerm und der Dreck von den 2 Spuren die vor meinem
Fenster vorbeifuehren...

> weil das gesünder für die Menschen ist. Also mach dir mal keine Sorge

Hmm, dann musst Du mir erklaeren was daran gesund sein soll, den ganzen
Tag die Abgase der 1o-spurigen AUtobahn einzuatmen, die die ganzen
"Doerfer" verbindet...

> >Woher soll die Energie für all die Autos kommen ,

> Aus den bekannten fossilen Energiereserven. Die reichen aus dafür.

Wie lange?
Selbst wenn sie noch 150 Jahre reichen (die Schaetzung ist soweit ich
mich erinnere von Shell oder BP) wird die Foerderung in spaetestens
40-50 Jahren merklich teurer werden...

> > die ließe sich nie ökologisch herstellen.

> Muß doch gar nicht sein. Es gibt genug Energiereserven, um diese
> Entwicklungsepisode zu bewältigen.

AHA!
Jetzt weiss ich endlich WARUM Klimakonferenzen scheitern... :-/

> Du stehst noch auf dem Stand, wo du glaubst, Verkehrspolitik bestehe
> darin, den Leuten Vorschriften zu machen und ihnen das Leben zu
> organisieren, weil sie das selbst nicht hinkriegen. Das funktioniert

Nun, die Erfahrung zeigt, DASS sie es selbst nicht hinkriegen...
Wenn das nicht so waere braeuchten wir keine Gesetze, keine Staaten,
kein...

> Außerdem ist es imho eine Zwangsvorstellung, alles müßte jetzt
> ökologisch durchorganisiert werden. Muß gar nicht. Es gibt nur

Klar MUSS es nicht. Die Frage ist nur wo das hin fuehrt...

--
cu mail: we...@sbox.tu-graz.ac.at
stephan www: http://www.sbox.tu-graz.ac.at/home/w/weini

Siegfried Schmidt

unread,
Dec 3, 2000, 3:00:00 AM12/3/00
to
Hallo Stefan,

>Ach Quatsch das sind doch bloß halbherzige Versuche die Umweltschützer
>ruhig zu stellen, das die paar Pfennige den Autoverkehr in keiner
>weise Bremsen ist doch nun schon oft und hinreichend bewiesen worden.

Ich dachte mal, die Umweltschützer haben Anteil an der Regierung. Naja,
dann ändert sich halt nichts. Dann will ich aber auch von allen Vergleichen
und Jammereien über verschiedene Verkehrsträger und deren Kosten verschont
werden.

>Wenn unsre Politiker den Autoverkehr tatsächlich eindämmen wollten
>hätten sie ganz andere Möglichkeiten und würden auch nicht mit Gewalt
>die Bahn runterwirtschaften.

Tatsächlich? Wenn ich hier die Subventionierungen höre und dagegen das
Angebot stelle, hat die Bahn da nicht viel Mithilfe nötig gehabt.

>Da werden eben zwei fliegen mit einer Klappe geschlagen, die
>Umweltfreunden freuen sich das etwas gegen das Auto unternommen wird,
>der Finanzminister freut sich das er etwas mehr Geld in der Kasse hat,
>alle sind zufrieden und der Autofahrer kann weiter fahren soviel und
>soweit er will.

Diese Paranoia hat eine starke Ähnlichkeit mit dem Wettern der Radfahrer
gegen Radwege, die auch alles und jeden (incl. der eigenen
Interessenvertreter und konkurierende Horden) als Gegner sehen. Viel Feind,
viel Ehr, aber eine Lösung wird daraus nicht geboren.


Siegfried
--
http://www.netcologne.de/~nc-schmidsi

Klaus Mueller

unread,
Dec 3, 2000, 11:56:08 PM12/3/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:

> Es gibt auch eine 70000-Einwohner-Stadt in Belgien (Name leider vergessen),

Hasselt

Michael Oberseider

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to

Klaus Mueller schrieb:

> Bei der Strecke, mit der die Diskussion begann, handelt es sich durchaus
> um eine Hauptstrecke. Es ist zwar keine der ICE/IC-Magistralen, aber
> mehr als zwanzig Züge je Tag und Richtung umstellen zu wollen, ist nicht
> zu unterschätzen. Als nächstes kommen dann die
> 30ZügeJeTagUndRichtungStrecken dran, wenn sie wegen der durch die Busse
> verjagten Fahrgäste schwächer ausgelastet sind usw.

Hier handelte es sich um eine bahninterne Untersuchung, ob im Unterhalt technisch
schwierige Hauptstrecken auf Bus umgestellt werden können. Gegenstand dieser
Untersuchung war übrigens auch die Schwarzwaldbahn (Offenburg - Donaueschingen),
hier ist jedoch aufgrund der Strassenverhältnisse kein sinnvoller
Schnellbusbetrieb möglich. Im Schwarzwald hat man eben besser über die
Auswirkungen neuer Autobahnen Bescheid gewusst und sich mit neuen Bundesstrassen
zufrieden gegeben.

Ich rechne nicht damit, dass mit der Stillegung der Strecke Erfurt - Meiningen zum
grossen Halali auf Hauptstrecken geblasen wird, jedoch könnte es die eine oder
andere abgefahrene Hauptstrecke, vor allem in den neuen Ländern noch erwischen.

Gruss, Michael

Michael Oberseider

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to

Stefan Zickenrott schrieb:

>
> Ach Quatsch das sind doch bloß halbherzige Versuche die Umweltschützer
> ruhig zu stellen, das die paar Pfennige den Autoverkehr in keiner
> weise Bremsen ist doch nun schon oft und hinreichend bewiesen worden.

> Wenn unsre Politiker den Autoverkehr tatsächlich eindämmen wollten
> hätten sie ganz andere Möglichkeiten und würden auch nicht mit Gewalt
> die Bahn runterwirtschaften.
>

Gerade an dem hier im Ausgangsposting geschilderten Fall sieht man ganz
deutlich wohin der Hase läuft. Zwischen Bayern und Thüringen wird es künftig
drei Autobahnen, aber nur eine Bahnverbindung geben.

Zum Vergleich: Zwischen Bayen und Baden-Württemberg gibt es vier Autobahnen
und acht Bahnstrecken. (Strecken, die die Grenze mehrfach überschreiten,
wurden nur einmal gezählt und München - Lindau habe ich weder bei Schiene
noch bei Strasse mitgezählt).

Gruss, Michael


Ralf Reske

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to

Christoph Müller wrote:

> Dago Schnider schrieb:
>
> > Erklär das
> > mal bei 41 Mrd. DM Zuschüssen für die Bahn,
>
> Macht ca. 500,- DM pro Bundesbürger bzw. ca. 1.500,- DM je Steuerzahler
> und Jahr.

Toll, liegt ja in der Höhe des Solis. Sollte man da nicht mal im Sinne
Dagos
verfahren und den ganzen "Laden" schliessen ?-)

Ralf Reske

Ralf Reske

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to

Jan Peters wrote:

> zick...@stud.fh-hannover.de (Stefan Zickenrott) wrote:
> >Jan Peters schrieb:
>
> >> Kostentreibend ist vor allem der Einzelkartenverkauf beim Fahrer.
>
> >Ist er das wirklich? das macht der doch an der Haltestelle wo er sonst
> >sowieso nicht so viel zu tun hätte,

Die sind teurer wegen der Herstellung. Oder du brauchst einen aufwendigen
Drucker im Bus. Und die Abrechnungskontrolle hinterher u. u. u.

Ralf Reske

Siegfried Schmidt

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
Hallo Michael,

>Gerade an dem hier im Ausgangsposting geschilderten Fall sieht man ganz
>deutlich wohin der Hase läuft. Zwischen Bayern und Thüringen wird es
>künftig drei Autobahnen, aber nur eine Bahnverbindung geben.

Der Vergleich ist nicht ganz fair, weil Thüringen und Bayern sowohl
geographisch als auch wirtschaftlich mehr getrennt sind als Baden-
Württemberg. Das was schon vor der Teilung so, das ist keine neue
Entwicklung. Traditionell gehen die Verbindungen im Nordosten Bayerns mehr
nach Osten und das spiegelt sich auch in den Eisenbahnlinien.


Siegfried
--
http://www.netcologne.de/~nc-schmidsi

Klaus Mueller

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
Michael Oberseider <michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de> wrote:

> Klaus Mueller schrieb:


>
> > Bei der Strecke, mit der die Diskussion begann, handelt es sich durchaus
> > um eine Hauptstrecke. Es ist zwar keine der ICE/IC-Magistralen, aber
> > mehr als zwanzig Züge je Tag und Richtung umstellen zu wollen, ist nicht
> > zu unterschätzen. Als nächstes kommen dann die
> > 30ZügeJeTagUndRichtungStrecken dran, wenn sie wegen der durch die Busse
> > verjagten Fahrgäste schwächer ausgelastet sind usw.
>

> Hier handelte es sich um eine bahninterne Untersuchung, ob im Unterhalt
> technisch schwierige Hauptstrecken auf Bus umgestellt werden können.
> Gegenstand dieser Untersuchung war übrigens auch die Schwarzwaldbahn
> (Offenburg - Donaueschingen), hier ist jedoch aufgrund der
> Strassenverhältnisse kein sinnvoller Schnellbusbetrieb möglich. Im
> Schwarzwald hat man eben besser über die Auswirkungen neuer Autobahnen
> Bescheid gewusst und sich mit neuen Bundesstrassen zufrieden gegeben.
>
> Ich rechne nicht damit, dass mit der Stillegung der Strecke
> Erfurt - Meiningen zum grossen Halali auf Hauptstrecken geblasen wird,
> jedoch könnte es die eine oder andere abgefahrene Hauptstrecke, vor allem
> in den neuen Ländern noch erwischen.

Ich könnte mir (Hof-)Marktredwitz-Schwandorf(-Regensburg) durchaus als
weiteren Kandidaten vorstellen. Parallelautobahn liegt in den letzten
Zügen der Fertigstellung. Die Strecke erfordert größere Investitionen,
zwar nicht wegen betriebsgefährdender Schäden, aber um sie auf
einigermaßen aktuellen Stand zu bringen. Der Fernverkehr soll demnächst
nahezu vollständig eingestellt werden.

Klaus Mueller

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:

> shiv...@gmx.de (Siegfried Schmidt) wrote:
>
> >Diese Paranoia hat eine starke Ähnlichkeit mit dem Wettern der Radfahrer
> >gegen Radwege, die auch alles und jeden (incl. der eigenen
> >Interessenvertreter und konkurierende Horden) als Gegner sehen.
>

> Lediglich eine fundamentalistische Fraktion der Radfahrer ist gegen
> Radwege. Diejenigen, die sich wirklich für spürbare Steigerungen des
> Radverkehrsanteils einsetzen, sehen das etwas differenzierter.

So wie unsere Verkehrsplaner, die dier Radverkehrssteigerung in Erlangen
einzig auf die Rad weg e zurückführern. Wenn man sie damit konfrontiert,
daß die größte Zunahme des Radverkehrs exakt mit dem größten Wachstum
der Uni zusammenfällt, kommt núr noch Schweigen als Antwort.

Vielleicht bin ich ja noich eine Ausnahme, aber sicher nicht der
einzige, der wegen der Erlanger Rad weg e das Fahrradfahren aufgegeben
hat. Seitdem habe ich bereits mehrere andere ehemalige Alltagsradfahrer
kennengelernt, die genau die selbe Entwicklung hinter sich haben.

Stephan Weinberger

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
Hab grad nur wenig Zeit daher erst mal nur diese kurze Antwort zu
einigen ausgewaehlten Punkten...

> >Nun, die Erfahrung zeigt, DASS sie es selbst nicht hinkriegen...

> Deshalb sind auch die Episoden, in denen die Gesellschaft nicht
> militärisch durchorganisiert war,eher kurz. Hitler, Stalin und
> Maodsedong hatten unbestreitbar Vorteile. Sollte das deiner Meinung
> nach wiederbelebt werden oder wie soll ich dich da verstehen?

Ich weiss jetzt nicht warum Du mir SOWAS unterstellen willst. Ich habe
NIE behauptet, dass mir eine totalitaere Regierungsform lieb waere (egal
ob rechts oder links).

> >Wenn das nicht so waere braeuchten wir keine Gesetze, keine Staaten,
> >kein...

> Jaja, die alte Leier -> Ohne Staat nur Chaos und deshalb am besten
> gleich eine Diktatur.

Tja, das erzaehlst du mir?
Eigentlich bin ich ja bekennender Anarchist (im urspruenglichen Sinn,
also _nicht_ Krawallmacher und so). Ich faende es auch WUNDERBAR, wenn
es die Menschheit schaffen wuerde sich selbst zu organisieren, ohne
Gesetze und Verordnungen, ohne Regierungen, ...

Nur glaube ich nicht, dass das (derzeit) funktionieren wuerde.
Vielleicht irgendwann in 2000 Jahren mal :-/

> >> Außerdem ist es imho eine Zwangsvorstellung, alles müßte jetzt
> >> ökologisch durchorganisiert werden. Muß gar nicht. Es gibt nur
> >Klar MUSS es nicht. Die Frage ist nur wo das hin fuehrt...

> In die schöne Zukunft der Freiheit des Einzelnen bei Wohlstand und
> ohne Angst vor alten und modernen Dämonen. Kannst du mir den

Hmm, ich weiss nicht ob mir ein Wohlstand um jeden Preis (eben z.B.
10-Spurige Autobahnen, Ressourcenverschwendung, Umweltprobleme, ...)
wirklich gefallen wuerde.
Da verzichte ich lieber auf einen kleinen Teil des Wohlstandes, wenn ich
mir dafuer sicher sein kann, dass es sich auf diesem Planeten auch in
100 Jahren noch schoen leben laesst.

> Unterschied zwischen den Menschenopfern der alten Griechen, um einen
> drohenden Vulkanausbruch zu verhindern (Santorin, 1600 v. Chr.) oder
> denen der Mocha in Peru, um die Folgen eines elNino (wie wir heute
> wissen) zu mindern (620 n. Chr.) und dem von den Grünen gepredigten
> Konsum- und Wohlstandsverzicht zwecks Rettung der Welt klar machen?

Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder????

> Ich sehe da keinen. Die Grünen arbeiten mit der Angst der Menschen vor
> Dämonen. Was anderes ist ihre Politik nicht.

Es kann sein, dass Teile der Gruenen mit Panikmache arbeiten - da bin
ich auch dagegen.
Die grosse Mehrheit stuetzt sich jedoch auf halbwegs fundierte
Ergebnisse der Wissenschaft. "Halbwegs" deswegen weil ich durchaus
zugebe, dass der eine oder andere Teilaspekt nicht ganz richtig sein
_koennte_.
Es stimmt schon, das z.B. beim Klima noch viele Zusammenhaenge unklar
sind.
Aber: Ist es nicht gescheiter zunaechst einmal auf der "sicheren Seite"
zu bleiben, auch wenn sich nachher vielleicht herausstellt, dass das
u.U. nicht wirklich noetig gewesen waere.
Wuerdest Du in ein Auto einsteigen, bei dem dir der Chefentwikler sagt
"es koennte sein, dass es beim Anlassen explodiert"? Auch wenn es doch
richtig konstruiert ist und beim Anlassen NICHT explodiert, wuerde ICH
mit dem Einsteigen so lange warten, bis das halbwegs sicher ist...

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
Stephan Weinberger schrieb:

> > >Nun, die Erfahrung zeigt, DASS sie es selbst nicht hinkriegen...
> > Deshalb sind auch die Episoden, in denen die Gesellschaft nicht
> > militärisch durchorganisiert war,eher kurz. Hitler, Stalin und
> > Maodsedong hatten unbestreitbar Vorteile. Sollte das deiner Meinung
> > nach wiederbelebt werden oder wie soll ich dich da verstehen?
>
> Ich weiss jetzt nicht warum Du mir SOWAS unterstellen willst. Ich habe
> NIE behauptet, dass mir eine totalitaere Regierungsform lieb waere (egal
> ob rechts oder links).

Da braucht nicht mal drüber stehen wen du zitierst :-) Das ist einfach
eine Masche von Dago: Jedem der es wagt am Autoverkehr Kritik zu üben
oder gar Strategien zur Vermeidung anzudenken wirft er sofort vor
totalitäre Regime zu befürworten und lenkt damit von der eigentlichen
Diskussion ab.

mfg
Stefan

Stephan Weinberger

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
> >Also MIR reicht der Laerm und der Dreck von den 2 Spuren die vor meinem
> >Fenster vorbeifuehren...
> Das geht mir nicht anders. Nur glaube ich nicht, das das immer so
> bleiben wird.

Klar. Warum verbindest Du "Oekologie" immer sofort mit
"Rueckschritt"????
Wenn morgen das Beamen erfunden wuerde und das mit vertretbarem
Energieaufwand und ohne Umweltfolgen funktionieren wuerde haette ich
absolut nichts dagegen einzuwenden.

> Darüberhinaus sehe ich auch die Vorteile, die ich von
> dieser Welt hier und jetzt in D habe. Ich habe übrigens auch den

Ja, natuerlich haben KFZ auch Vorteile, das habe ich nie bestritten.
Aber sie haben eben auch viele Nachteile. Und in den meisten
Anwendungsfaellen ueberwiegen IMHO eben die Nachteile.

> >Hmm, dann musst Du mir erklaeren was daran gesund sein soll, den ganzen
> >Tag die Abgase der 1o-spurigen AUtobahn einzuatmen, die die ganzen
> >"Doerfer" verbindet...

> Aus den Motoren kam früher bei weniger Verkehr mehr Dreck. Das ist
> eben der technologische Fortschritt. Der wird auch den
> Expolosionsmotor überwinden

Ok, damit habe ich kein Problem. Nur ist es jetzt eben nicht so und es
existiert ein Verkehrsmittel, dass mit den Ressourcen schonender umgeht
und in vielen Faellen nur geringe Komforteinbussen bringt.
Andererseits kann man auch Verbrennungsmotoren effizienter einsetzen als
das in einem KFZ der Fall ist. Auch dagegen habe ich nichts einzuwenden.
Was mich aufregt ist dass diese Moeglichkeiten zu wenig genutzt
werden...

> oder fändest du es sauberer, wenn alle
> Fahrzeuige mit Holzvergaser oder kohlebetriebener Dampfmaschine bewegt
> würden.

Nein.

> Ich schätze mal beim derzeitigen Verbrauch ca. 1000 (i.W. tausend)

Ok, das schaetzt DU.
Andere Fachleute kommen zu anderen Ergebnissen.
Und ich glaube den anderen eben eher als Dir - nicht persoenlich nehmen.

> Jahre. In der Zeit wird sich doch was ändern auf diesem Planeten oder
> meinst du, wir sind die Krone der Entwicklung und ab jetzt kann es nur
> noch für alle Zeiten abwärts gehen?

Nein. Aber ich sehe den Verzicht auf etwas Komfort nicht als
Rueckschritt.
Im Gegenteil: ich betrachte das effizientere Ausnutzen der derzeitigen
Moeglichkeiten sehr wohl als Fortschritt.
Ueber das was in 1000 Jahren sein wird kann ich auch nur spekulieren,
aber JETZT kann ich etwas tun...

> >Selbst wenn sie noch 150 Jahre reichen (die Schaetzung ist soweit ich
> >mich erinnere von Shell oder BP) wird die Foerderung in spaetestens
> >40-50 Jahren merklich teurer werden...

> Deine Erinnerung bringt da einiges durcheinander. Du verwechslet wie
> immer den Explorationserfolgsmessungsbegriff "Ölreichweite" mit den
> tatsächlich vorhandenen Reserven an fossilien Energieträgern.

Hmm, ich kann mich nur darauf stuetzen, was ich in diversen Zeitungen
und sonstigen Berichten gelesen habe.
Demnach hat die Zahl der "ueber die bekannten Vorkommen hinaus
vermuteten" Vorkommen an Erdoel in den letzten Jahren kontinuierlich
abgenommen (stand vor einiger Zeit mal in "Standard" oder in der "Zeit",
weiss nicht mehr genau).

> Ich empfehle dir, mal auf den websiten von BuMini Müller seine
> Ministerium vorbeizuschauen und dir ein paar pdf-datein zum Thema
> Energie runterzuladen. Da kannst du dann deine selbstantrainierten

Ok, werd' ich machen. Welche Adresse?
Trotzdem waere ich mit dem "widerlegt" etwas vorsichtiger. Bei Studien
kommt meistens das raus, was der Auftraggeber gerne hoert... also
treffen wir uns in der Mitte? 500 Jahre?

Aber wie ich schon im anderen Posting geschrieben habe: Ich bleibe
lieber auf der sicheren Seite. Wenn sich nachher herausstellt, dass das
Erdoel doch noch laeger reicht, auch schoen, damit laesst sich dann
sicher auch noch etwas anfangen.
Im umgekehrten Fall haetten wir - wie man auf oesterreichisch sagt -
"den Scherb'm auf".

Stephan Weinberger

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
> Lass dich durch mich nicht hetzen. :-)

Och, es hat sich dann doch ergeben, dass ich noch etwas Zeit uebrig
hatte :-)

> Wie soll ich denn deine Ansicht, das es die Leute allein nicht
> hinkriegen, anders verstehen? Du mußt es dann für die Leute

[...]

Du wirst mir aber zugestehen muessen, dass es IMMER eine gewisse
Einschraenkung geben wird, spaetestens dort, wo die Freiheit anderer
beschnitten wird hoert die persoenliche auf.

> Das Problem für mich ist dabei, das du glaubst, das du besser als alle
> anderen weißt, was für sie gut ist. Das kannst du aber nur, wenn du
> Hellseher bist.

Irgendjemand wird immer entscheiden muessen ab WANN die Freiheit anderer
eingeschraenkt wird (im Falle der Anarchie waere das der Andere selbst).
Und genau DAS scheitert beim derzeitigen Stand der menschlichen
Vernunft, weil es immer irgendwen geben wird, der sich eben nicht
einschraenken will (und leider manchmal der staerker ist).

> Aber ohne ein Minimum an privaten Überschuß entsteht keine
> Marktwirtschaft und ohne Marktwirtschaft kein Fortschritt.

Hmm... Die Russen waren auch auf dem Mond... (und NEIN, ich wuensche mir
den realen Kommunismus nicht herbei!)

> Daraus ist zu folgern, das eine Gesellschaft ohne Zwänge sich von
> selbst in die richtige Richtung bewegt, weil sie aus ihren Irrtümern
> nach und nach lernt. Das, was dir anscheinend vorschwebt, würde das
> Verfahren nur verzögern. Das möchte ich mir ersparen.

In einer Gesellschaft ganz ohne Zwaenge wird der staerkere dem
schwaecheren eine ueber den Schaedel hauen und sich nicht weiter um ihn
scheren.

> Die Menschen haben in den letzten 50 Jahren festgestellt, das es
> besser mit dem Auto geht. Also ist es kontra-progressiv, die Bahn

Ich bezweifle, dass das nur die Menschen selber waren. Wie ich Dir shcon
des oefteren erzaehlt habe waren es durchaus auch einige politische
Entscheidungen die in diese Richtung gelenkt haben.

> Erstaunlich wieviel Anarchisten es hier gibt. Aber, ohne dich
> bevormunden zu wollen, von einem Anarchisten hätte ich doch ein
> positiveres Menschenbild erwartet, als du mit deinen Äußerungen
> vermittelt hast.

Ich wuenschte ich koennte ein positiveres Bild der Menschheit haben :-/

> > ohne
> >Gesetze und Verordnungen, ohne Regierungen, ...
>

> Das ist der Grundirrtum der Anarchisten. Deshalb bin ich keiner. Sooo
> geht es nämlich auch wieder nicht. Das haben die Liberalen schon im

Sag ich ja...

> letzten Jahrhundert erkannt und deshalb auch ihren damaligen
> "Schmusekurs" mit den Anarchisten eingestellt. Ohne eine gewisse
> staatliche Organisation geht es nicht. Nur um das "wieviel" geht der
> Streit. Ich bin für "wenig".

Und du weisst "wieviel" richtig ist? :-)

> Auch dann nicht. Große Menschenansammlungen (Wildbeuter in der Taiga
> sind keine) brauchen eine Organisation. Das erkennt man imho auch
> daran, da sich Menschen, bei denen der Staat versagt (Pakistan,
> Karatschi), nach und nach selbst organisieren und freiwillig gewisse
> Regeln und Autoritäten zu deren Einhaltung akzeptieren. Karatschi ist

Meine Rede.

> und nach herausgebildet, weil es die Menschen eingesehen haben, das es
> ohne sie unnötig schlecht geht. In Karatschi gibt es aber auch keinen

Und das ist das Problem dabei: Menschen denken meistens NUR an den
eigenen Vorteil. Was ist aber, wenn es fuer alle vorteilhafter ist, wenn
der Einzelne ein wenig zuruecksteckt?

> irgendwie gearteten lokalen Herrscher. Da gibt es bewaffnte Cliquen,

Und der Cliquen-Boss ist kein "lokaler Herrscher"?

> Warum immer diese negative Besetzung? Jagen dich doch die grünen
> Dämonen? :-)

Warum deine negative Besetzung des Begriffes "Oekologie"?

> suchen? Erst wenn diese materiellen Bedürfnisse abgedeckt sind, also
> jeder in einem gewissen Maße seinen materiellen Bedürfnisse nahezu
> vollkommen befriedigen kann, wird ein Interesse an
> darüberhinausreichenden Ideen entstehen und in den Mittelpunkt rücken.

Sind die materiellen Beduerfnisse in Mitteleuropa denn nicht gestillt???

> Aber überinterpretiere jetzt nicht den Ausdruck "nahezu vollkommen
> befriedigen". Das heißt sorgenfreien Wohlstand und Luxus für jeden.

Ja, den habe ich.
Ich hab meine eigenen 4 Waende, ich muss nicht hungern (im Gegeteil),
ich komme ueberall hin wo ich hin will (mit Oeffentlichen, aber das tut
jetzt ja nichts zur Sache).

Darum mache ich mir weitergehende Gedanken - darum diskutiere ich jetzt
mit dir!

Wenn ich diesen Wohlstand nicht haette koennte ich es mir einfach nicht
leisten Zeit und Geld fuer so unwichtige Sachen wie "Internet" zu
verschwenden.

> >Da verzichte ich lieber auf einen kleinen Teil des Wohlstandes, wenn ich
> >mir dafuer sicher sein kann, dass es sich auf diesem Planeten auch in
> >100 Jahren noch schoen leben laesst.

> Dessen kannst du dir so oder so sicher sein, wenn es auch nicht

Dessen bin ich mir eben ganz und gar nicht sicher... leider.

> unbedingt in gerader Linie aufwärts geht. Das lehrt die Erfahrung.

Nochmal die Frage: meinst du nicht, dass auf z.B. ein sparsamer Umgang
mit Ressourcen den Weg nach "oben" weisen kann?

> Du hast doch einen grünen Dämonen im Nacken sitzen. :-)

*umdreh* ich seh' nur einen Wandteppich. :-)

> Richtig. Den Zusammenhang zu meinen Menschenopferbeispielen sehe ich
> darin, das nicht bekannt ist, ob die Erwärmungen zu den katastrofalen
> Ergebnissen führen, die uns vorgeredet werden und ob es (Anreicherung

Ja, aber kann man davon ausgehen, dass es NICHT so ist?

> Wenn wir durch diese Episode steigender anthropogener CO2-Emissionen
> durchmüssen, ist der Ruf der Grünen nach Wohlstandopfern nichts
> anderes als ein Opfer auf dem Altar der Unkenntnis und der Angst vor
> dem Neuen.

Hmm, wenn die aztekischen Menschenopfer damals etwas gebracht haetten
(was damals ja noch nicht klar war) wuerden sie wohl heute noch
betrieben werden. Und die Historiker wuerden sagen "Gluecklicherweise
haben sie damals nicht mit den Menschenopfern aufgehoert".

Genau so ist es mit der Oekologie und mit deiner Art von Fortschritt
auch: Man weiss nicht was raus kommt.
Und die eigentlich _logische_ Angtwort darauf waere eben, dass man sich
mal zuruecklehnt und nachdenkt, bis man weiss was raus kommt. Das
funktioniert allerdings nicht - irgendwie muessen die Menschen
Entfernungen zuruecklegen, irgendwie muessen sie ernaehrt werden, ...
Also waere der naechste logische Schritt einen Weg einzuschlagen, der
moeglichst wenig Veraenderungen des Lebensraumes fordert.
Das heisst aber NICHT, dass wir aufhoeren muessen zu forschen uder
unsere Technik weiterzuentwickeln...

> Und was ist, wenn alles nichts nützt, weil du einfach nicht der
> Mehrheit der Menschen Vorschriften machen kannst? Wenn man zwar die
> Energieeffezienz erhöhen kann, aber den Anstieg von CO2 in der
> Admosfere nicht aufhalten kann, bis ein anderer Antrieb bzw.
> kostengünstige Energiegwinnug auftaucht?

Das waere zumindest riskant. Wenn unser Planet halbwegs im Lot bleibt
waere das IMHO "mehr Glueck als Verstand" (obwohl dann sicher alle
"wichtigen Leute" wieder sagen wuerden, dass sie das ja schon vorher
gewusst haben *g*).

> >Wuerdest Du in ein Auto einsteigen, bei dem dir der Chefentwikler sagt
> >"es koennte sein, dass es beim Anlassen explodiert"?

> Nein, ich bin kein Spieler. Aber das Leben ist auch kein Spiel.
> Trotzdem ist ängstliches Zaudern nicht unbedingt das richtige Mittel,
> um vorwärts zu kommen.

Ist Risikofreude der richtige weg? Du hast die Antwort gerade gegeben...

> >richtig konstruiert ist und beim Anlassen NICHT explodiert, wuerde ICH
> >mit dem Einsteigen so lange warten, bis das halbwegs sicher ist...

> Du setzt voraus, das man gesellschaftliche Entwicklungen planen kann.
> Kann man aber nicht. Es entwickelt sich. Was man kann, ist die
> Entwicklung aufhalten.

Oder sie mehr oder weniger lenken...

Ich will ganz sicher nichts aufhalten - schon alleine deswegen weil ich
glaube, dass die Menschheit sich noch ein ordentliches Stueck
weiterentwickeln muss um endlich vernuenftig zu werden!

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
Jan Peters schrieb:

> Wer spricht denn vom Schalter? Es gibt auch Automaten und diverse private
> Verkaufsstellen, also vor allem Geschäfte, die nebenbei auch noch
> Fahrkartenverkaufen.

Stimmt, und das ist sehr billig, zumindest behauptet der Kiosk um die
Ecke das er die Karten zum Einkaufspreis weitergeben muß, sein Gewinn
ist nur das dadurch kunden in den Laden kommen.

> Dann habt ihr aber mit Sicherheit entweder an jeder Haltestelle oder in den
> Fahrzeugen selbst Automaten.

An den Haltestellen, meist mit Geldkarte zu benutzen, Big Brother ick
hör dir trapsen.

mfg
Stefan

Stephan Weinberger

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
> Da braucht nicht mal drüber stehen wen du zitierst :-) Das ist einfach
> eine Masche von Dago: Jedem der es wagt am Autoverkehr Kritik zu üben
> oder gar Strategien zur Vermeidung anzudenken wirft er sofort vor
> totalitäre Regime zu befürworten und lenkt damit von der eigentlichen

Darum hab ichs jetzt ja klar gestellt. Wenn er 10 Postings spaeter
wieder damit kommt kann ich ihn einfach hierher verweisen :-)))

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 4, 2000, 3:00:00 AM12/4/00
to
Stephan Weinberger schrieb:

> > Aber ohne ein Minimum an privaten Überschuß entsteht keine
> > Marktwirtschaft und ohne Marktwirtschaft kein Fortschritt.
>
> Hmm... Die Russen waren auch auf dem Mond... (und NEIN, ich wuensche mir
> den realen Kommunismus nicht herbei!)

Das Beispiel kannst du noch viel weitertreiben, zu den Russischen
Leistungen gehören z.B. eine seit zehn Jahren funktionierende
Raumstation, eine Rakete die seit den fünfziger Jahren mit
weiterentwickelten V2 Triebwerken fliegt und damit auch noch zur ISS
Astronauten transportieren wird, ohne bei jedem 50ten Start einmal zu
explodieren, ein Shuttle das nicht nur Automatisch fliegen sondern im
Gegensatz zum US Gerät auch bei jedem Wetter landen kann usw. usw.
Von irdischen Kleinigkeiten wie weit überlegene Schweißverfahren und
magnetischen Öle, die wir immer noch bei den Russen zu horrenden
Preisen kaufen müssen, mal abgesehen. Man sollte die Russische Technik
nicht unterschätzen. Bezeichnend ist allerdings da es auch damit steil
bergab geht seitdem da Dagos Vorstellungen von einem
Fortschrittsfeindlichen Regierungssystem abgeschafft wurde :-)
Allgemeinen Wohlstand hat das auch nicht gebracht, dafür aber die
Freiheit von der Diktatur, die Freiheit seine Meinung zu sagen (leicht
eingeschränkt, wie in D auch), die Freiheit zu reisen und die Freiheit
zu verhungern.

mfg
Stefan

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 5, 2000, 1:00:29 AM12/5/00
to
Dago Schnider schrieb:

> Aus demselben Grunde war England den Deutschen im ausgehenden 18.
> Jahrhundert wirtschaftlich voraus. Damals nahm die Produktivität in
> der Landwirtschaft zu. Die Deutschen baute mit den Überschüssen
> barocke Kirchen. Die Engländer bauten damit Fabriken.

Dann fehlt uns im Moment wohl eifach die Konkurrenz: Ein statt der ein
effektives Verkehrssystem aufbaut während wir bunte Blechkisten
basteln.

mfg
Stefan


Matthias Bethke

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:
>>Vielleicht bin ich ja noich eine Ausnahme, aber sicher nicht der
>>einzige, der wegen der Erlanger Rad weg e das Fahrradfahren aufgegeben
>>hat.

> Zunächst einmal: es gibt kein einziges Verkehrsmittel, mit ich schneller
> von Büchenbach aus in die Stadt reinkomme - die straßenlosen Radwege im
> Regnitztal sind konkurrenzlos schnell befahrbar. Und bei sehr vielen

Die Radwege außerorts finde ich hier auch größtenteils ganz OK. Richtung
Tennenlohe und weiter nach Nürnberg fahre ich desöfteren, der hat eine
gute Oberfläche, ist breit genug und wesentlich angenehmer zu befahren als
die parallele Bundesstraße. Zuvor aus meinen Erfahrungen hauptsächlich
mit Wegen außerorts rund um Gießen noch "Radwegfan" haben mich die
innerörtlichen Radwege hier allerdings das Hassen gelehrt.

> straßenbegleitenden Radwegen ist in Erlangen die Benutzungspflicht
> mittlerweise auch schon wieder aufgehoben. Und dort, wo die
> Benutzungspflicht noch gilt, halte ich sie überwiegend auch für sinnvoll
> (Beispiel: Paul-Gossen-Straße).

Die Hartmannstraße ist eins der übleren Beispiele auf meinem Weg zum
Südgelände. An der Einmündung Henkestr. rechnen die Autofahrer beim
Abbiegen eher selten mit einem zügig daherkommenden Radler, im weiteren
Verlauf führt der Radweg fast ständig hinter Parkreihen entlang, wo man
abgesehen vom verbotenen Gegenverkehr auf den 80cm oder was der da hat
auch noch mit Mülltonnen, Baustellenschildern u.ä. zu rechnen hat, wenn
man ihn denn benutzt.
In der anderen Richtung in der Luitpoldstraße kommen zu den Mülltonnen
noch haufenweise Fußgänger mit einem hohen Anteil duusheererde Alte, und
alle paar Meter eine Ausfahrt. Nicht zu vergessen die glorreiche
Konstruktion mit der Ampel an der Ecke Luitpold-/Loewenichstr., wo man
schon mit Schrittempo kaum abbiegen kann ohne Fußgänger zu behindern.

regards
Matthias

--
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Yongxiang REN

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
Stefan Zickenrott <zick...@stud.fh-hannover.de> writes:

Tja, warum wohl? Ist die Konkurrenz, das besseres Verkehrssystem

1) nicht finanzierbar?
angesichts der weltweiten Finanzspekulation schwer zu glauben. Sogar ein
Fussball-Verein geht an die Boerse und findet Kapitalgeber.

2) technisch nicht ausgereift?
wo heute selbst ein Tribank-Handy in 80 Gramm unterzubringen ist?

3) organisatorisch nicht machbar?
das Internet hat auch ganz ohne Regulierung zum Durchbruch geschafft

oder, oder vielleicht
4) unerwuenscht, weil den Beduerfnissen der Menschen nicht entsprechend?

Jetzt schnell weg :-)

Klaus Mueller

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
Yongxiang REN <re...@cs.tu-berlin.de> wrote:

5) gezielt benachteiligt.

Klaus Mueller

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:

> klaus.mu...@t-online.de (Klaus Mueller) wrote:
>
> >So wie unsere Verkehrsplaner, die dier Radverkehrssteigerung in Erlangen
> >einzig auf die Rad weg e zurückführern. Wenn man sie damit konfrontiert,
> >daß die größte Zunahme des Radverkehrs exakt mit dem größten Wachstum
> >der Uni zusammenfällt, kommt núr noch Schweigen als Antwort.
>

> Nur solltest du berücksichtigen dass die Erlanger Studenten niemals 35% des
> Binnenverkehrs erzeugen können. Im Gegenteil, die letzten Verkehrszählungen
> an der Uni, die ich kenne, zeigen, dass der Autoanteil der Erlanger
> Studenten ausgesprochen hoch ist (leider habe ich die Zahlen nicht parat).

Inzwischen schon. In dein Siebzigern und Achtzigern, als Erlangen seinen
Ruf als "Radlerstadt" bekam, sah das noch anders aus.



> >Vielleicht bin ich ja noich eine Ausnahme, aber sicher nicht der
> >einzige, der wegen der Erlanger Rad weg e das Fahrradfahren aufgegeben
> >hat.
>
> Zunächst einmal: es gibt kein einziges Verkehrsmittel, mit ich schneller
> von Büchenbach aus in die Stadt reinkomme - die straßenlosen Radwege im
> Regnitztal sind konkurrenzlos schnell befahrbar.

Welchen nimmst du? Der nördlichste Ast (den befuhr ich früher) ist ganz
schön tückisch.

> Und bei sehr vielen

> straßenbegleitenden Radwegen ist in Erlangen die Benutzungspflicht
> mittlerweise auch schon wieder aufgehoben.

Vielen? Das hält sich doch stark in Grenzen. Allein um die Beseitigung
der unmöglichen Schmalspuren in der Möhrendorfer Straße musste ich ewig
kämpfen.

> Und dort, wo die
> Benutzungspflicht noch gilt, halte ich sie überwiegend auch für sinnvoll
> (Beispiel: Paul-Gossen-Straße).

Warum? Wären diese Rad weg e so vorteilhaft, wäre die Benutzungspflicht
überflüssig, andernfalls ist sie gefährlich.

Nur einige Beispiele für akut gefährliche benutzungspflichtige Rad weg
e:
- Güterhallenstraße
- Friedrich-List-Straße
- Mozartstraße
- Hartmannstraße
- Fahrstraße ... Zeppelinstraße
- Luitpoldstraße
- Nägelsbachstraße ... Bunsenstraße
- Schallershofer Straße
- St. Johann ... Dechsendorfer Straße
- Henkestraße
- Nürnberger Straße
und als glorreiche Neukonstruktion
- Allee im Röthelheimpark

Alles ohne Nachdenken, einfach so aus dem Kopf. Mit etwas mehr
Zeitaufwand ließe sich die Liste beliebig erweitern.



> >Seitdem habe ich bereits mehrere andere ehemalige Alltagsradfahrer
> >kennengelernt, die genau die selbe Entwicklung hinter sich haben.
>

> Ob dies immer nur an den Radwegen liegt, möchte ich bezweifeln, was der
> Faktor Faulheit und Bequemlichkeit für eine Rolle spielt, ist wohl auch
> nicht zu unterschätzen.

Bei denen, die ich kenne, mit Sicherheit nicht. Da war der Grund das
unerträgliche Schleichenmüssen bei gleichzeitig mehrfachem Unfallrisiko
gegenüber der Fahrbahn. Die Mehrzahl von ihnen fährt jetzt abends mit
dem Auto zum Sport, um einen Ausgleich zu haben, den ihnen früher mal
das Fahrrad bot.

Stephan Weinberger

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
> Außerdem ist es nicht interessant, was an temporärer Sonderleistung
> rauskommt. Die Kathedralen und das Tadsch Mahal sind auch
> herausragende Leistungen. Für den Fortschritt der Gesellschaft, die
> sie schaffen und bezahlen mußten, waren sie aber vollkommen
> uninteressant. Sogar eher hinderlich. Da wurde Kapital in unproduktive

Wenn Du nur dass was _wirtschaftlichen_ Erfolg bringt und irgendwie in
Zahlen zu fassen ist als "Fortschritt" bezeichnest... dann ja...
Wie wir aber schon festgestellt haben, muss die Menschheit aber auch auf
einigen anderen Gebieten noch ein schoenes Stueckchen weiterkommen.
Und selbst der "wirtschaftliche Fortschritt" ist problematisch, weil der
wirtschaftliche Nutzen neuer Entwicklungen nicht immer auf Anhieb
absehbar ist.

Gerade das Medium ueber dass wir uns jetzt gerade unterhalten ist das
beste Beispiel dafuer.

> >In einer Gesellschaft ganz ohne Zwaenge wird der staerkere dem
> >schwaecheren eine ueber den Schaedel hauen und sich nicht weiter um ihn
> >scheren.

> Ich habe vergessen, dazu zu schreiben, das ich eine regelgebundene
> Freiheit meine und unter fehlenden Zwang das Fehlen von ideologischen
> oder staatlichen Zwängen verstehe.

Auch "Du darfst anderen keine ueber den Schaedel hauen" ist ein
ideologischer Zwang.

> Das sehe ich nun mal anders. Man kann niemanden Autofahren verordnen,

Nein, aber man kann die Rahmenbedingungen in diese Richtung anpassen.

> >Und der Cliquen-Boss ist kein "lokaler Herrscher"?

> Nein. Der herrscht -soweit ich das begriffen habe- nur über seine
> Leute, hat aber keine weiterreichende Macht im Viertel oder über das

Das ist eine Frage der Definition von "lokal"...

> >> Warum immer diese negative Besetzung? Jagen dich doch die grünen
> >> Dämonen? :-)
> >Warum deine negative Besetzung des Begriffes "Oekologie"?

> Ich besetze Ökologie nicht negativ. Ich besetze nur Ökologismus
> negativ.

Nur existiert Oekologie nicht, wenn sie keiner "praktiziert"...

> >Sind die materiellen Beduerfnisse in Mitteleuropa denn nicht gestillt???

> Nein, bei weitem nicht. Außerdem gibt es noch viel zu viel materielle

?? Was willst Du denn?

> >> Du hast doch einen grünen Dämonen im Nacken sitzen. :-)
> >*umdreh* ich seh' nur einen Wandteppich. :-)

> Grün?

Nein, weiss-blau-tuerkis-lachsfarben :-)

> >betrieben werden. Und die Historiker wuerden sagen "Gluecklicherweise
> >haben sie damals nicht mit den Menschenopfern aufgehoert".

> Ja. Aber dann hätten wir ein Verfahren gefunden, das Schicksal
> theurgisch zu beeinflussen. Dann bräuchten wir diese ganze Physik

Ist es wirklich "Schicksal"? Um beim "explodierendes-Auto-Beispiel" zu
bleiben. Wenn Du einsteigst und es explodiert doch: War das Schicksal?
Haettest Du es nicht aendern koennen (nicht einsteigen und warten bis
nachgewiesen ist, dass es nicht explodieren wird)?

Ich denke, man kann sein "Schicksal" sehr wohl beeinflussen.

> Es dauert nur seine Zeit bis, a. bemerkt wird, das mit der aktuellen
> Art und Weise zu wirtschaften, der Lebensraum überbeansprucht wird,
> also keine kostenlose Nutzung der Umwelt mehr möglich ist, weil sie
> sich durch die Nutzung verändert und nicht mehr schnell genug
> regenerieren kann und b. ein kostengünstiger Ersatz zur Verfügung
> steht. Passiert letzteres nicht schnell genug, kommt es zu
> katastrofalen Entwicklungen. Damit löst sich das Problem dann meist
> von selbst.

Und darauf willst Du warten bzw. das willst du riskieren?

> >Das heisst aber NICHT, dass wir aufhoeren muessen zu forschen uder
> >unsere Technik weiterzuentwickeln...

> Eben. Wir sind dabei, den von mir vorhin erwähnten Punkt b
> abzuarbeiten.

Ja, aber das heisst ja nicht, dass wir nicht mal eben warten koennten
bis wir damit fertig sind.

> >> Und was ist, wenn alles nichts nützt, weil du einfach nicht der

> >Das waere zumindest riskant.
> Das wäre nicht riskant. Das wäre dann einfach so. Das bedeutet
> nämlich, das man diesen Weg gehen müßte, egal was passiert. Ich
> vermute, da geht es lang.

Tja, damit sind wir wieder beim "unausweichlichen Schicksal".

> > Wenn unser Planet halbwegs im Lot bleibt

> Der Planet bleibt im Lot. Der hat schon mehr erlebt, als einen Anstieg
> des CO2s um ein paar ppm. Spätestens wenn die nächste Rutschung eines

Ja, natuerlich, mit "im Lot bleiben" hab ich auch nicht gemeint, dass
auf einen Schlag alles Leben auf unserem Planeten ausgeloescht wird.

> Kontinentalschelfabschnittes große Mengen CH4 in die Admosfere
> entläßt, werden wir es wissen und gleichzeitig merken, das wir uns
> wegen Pippifax verrückt gemacht haben. Die letzte derartige Rutschung
> war vor ca. 8000 Jahren und leitete das Ende der Eiszeit ein.

Nunja, DAS sind Vorgaenge, die wir tatsaechlich nicht beeinflussen
koennen - so gesehen "Schicksal". Aber das ist eben nicht alles.

> Die Menschen sind vernünftig. Es ist geradezu überlebensnotwendig für
> uns, das nicht alle einer Idee hinterherrennen und alles danach
> ausrichten. Deswegen ist Freiheit und Pluralität so wichtig. Oder gibt
> es nur eine Sorte Baum oder nur eine Sorte Grasfresser?

Wargh, du willst mich nicht wirklich verstehen, oder? :-)

Auf eine gewisse Art sind die Menschen natuerlich vernuenftig. Das
Problem ist nur, dass wir mit unseren (technischen) Moeglichkeiten
inzwischen in Bereiche vorstossen, die keiner mehr wirklich einschaetzen
kann. Deshalb ist es auch kaum moeglich in diesen Bereichen noch
vernuenftig (im Sinne von "ueberlegt") zu handeln.
Ergo waere es am vernuenftigsten... das hatten wir alles shcon mal.

Stephan Weinberger

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
> Das ist aber deine subjektive Meinung. Die Wertschöpfung, die durch

Ui, "wertschoepung"... Wie willst du die beziffern???

> Wertschöpfung meint hier die gesamte volkswirtschaftliche
> Wertschöpfung und nicht nur die Autoindustrie.

Wertschoepfung die dadurch entsteht, dass Menschen und Waren von einem
Ort zum anderen befoerdert werden. WIE das geschieht ist dabei fuer die
Wertschoepfung doch egal, oder?

> Wahrscheinlich weil es zu ineffezient ist. Wer wartet schon gerne, das
> die Bahn mal gelegentlich was vorbeibringt, wenn es der LKW
> just-in-time kann.

Das ist ein Vorgang, der mit dem LKW besser zu erledigen ist, keine
Frage.

Warum aber 100 LKWs quer durch Europa fahren lassen (sogar auf
Autobahnen gebuendelt), wenn es ein einziger Zug mit einem Bruchteil des
Energieaufwandes genau so gut kann?

> Du mußt mir gar nichts glauben. Trotzdem heißt das nicht, das besagte
> Fachleute nicht doch ihren Interessen gemäß verlauten.

Hab ich nie bestritten.
Nur wenn _Erdoelkonzerne_ Zahlen veroeffentlichen - was glaubst Du in
welche Richtung die eher tendieren? :-)

> >Ok, werd' ich machen. Welche Adresse?

http://www.bmwi.de/Homepage/Politikfelder/Energiepolitik/Service/Publikationen/Publikation.jsp

Les' ich mir mal durch...

> >Trotzdem waere ich mit dem "widerlegt" etwas vorsichtiger. Bei Studien
> >kommt meistens das raus, was der Auftraggeber gerne hoert... also
> >treffen wir uns in der Mitte? 500 Jahre?

> Wäre immer noch mehr als genug, um diese Episode erfolgreich zu
> bewältigen.

Sicher? Vor allem: Teurer wirds ja schon lange Zeit bevor der letzte
Tropfen gefoerdert ist...

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
Yongxiang REN schrieb:

>
> Stefan Zickenrott <zick...@stud.fh-hannover.de> writes:
>
> >> Aus demselben Grunde war England den Deutschen im ausgehenden 18.
> >> Jahrhundert wirtschaftlich voraus. Damals nahm die Produktivität in
> >> der Landwirtschaft zu. Die Deutschen baute mit den Überschüssen
> >> barocke Kirchen. Die Engländer bauten damit Fabriken.
>
> >Dann fehlt uns im Moment wohl eifach die Konkurrenz: Ein statt der ein
> >effektives Verkehrssystem aufbaut während wir bunte Blechkisten
> >basteln.
>
> Tja, warum wohl? Ist die Konkurrenz, das besseres Verkehrssystem
>
> 1) nicht finanzierbar?
> angesichts der weltweiten Finanzspekulation schwer zu glauben. Sogar ein
> Fussball-Verein geht an die Boerse und findet Kapitalgeber.
>
> 2) technisch nicht ausgereift?
> wo heute selbst ein Tribank-Handy in 80 Gramm unterzubringen ist?
>
> 3) organisatorisch nicht machbar?
> das Internet hat auch ganz ohne Regulierung zum Durchbruch geschafft
>
> oder, oder vielleicht
> 4) unerwuenscht, weil den Beduerfnissen der Menschen nicht entsprechend?

5) mit einem besseren Verkehrssystem den Menschen das Geld nicht so
leicht aus der Tasche zu ziehen wie mit dem Verkauf bunter
Blechspielzeuge und deren Zubehör?
Wenn man, um in Dagos Beispiel zu bleiben, mit dem Bau von barocke
Kirchen mehr Einfluß und Macht hätte anhäufen können als mit dem
Aufbau einer Industrie, dann hätten wir heute noch keine
IndustrX-Mozilla-Status: 0009iel mehr Kirchen und den den Städten kein
Platz mehr für Wohnhäuser.

mfg
Stefan
X-Mozilla-Status: 00091:37:33 2000
X-Mozilla-Status: 0801
X-Mozilla-Status2: 00000000
FCC: /G|/User/Stefan/Mail/Sent
X-Mozilla-News-Host: news.fh-hannover.de
Message-ID: <3A2D520D...@stud.fh-hannover.de>
Date: Tue, 05 Dec 2000 21:37:33 +0100
From: Stefan Zickenrott <zick...@stud.fh-hannover.de>
X-Mozilla-Draft-Info: internal/draft; vcard=0; receipt=0; uuencode=0; html=0; linewidth=0
X-Mailer: Mozilla 4.6 [de]C-CCK-MCD QXW03200 (Win95; I)
X-Accept-Language: de,en
MIME-Version: 1.0
Newsgroups: de.soc.verkehr
Subject: Re: Zur Diskussion ungedeckter Kosten des motorisierten
=?iso-8859-1?Q?Stra=DFenverkehrs=2E=2E=2E?=
References: <8vb2sl$fh4$03$1...@news.t-online.com> <8vcg4k$avd$07$1...@news.t-online.com> <3A1A120A...@stud.fh-hannover.de> <vg9k1tse01pvhb7u0...@4ax.com> <7qmR9...@vandusen.franken.de> <g7ea2tkifmqvur6fl...@4ax.com> <3A2BAE5B...@FHI-Berlin.MPG.de> <7mln2tcndhmumce1b...@4ax.com> <3A2D33C3...@FHI-Berlin.MPG.de> <njeq2tsl03q9hsdd5...@4ax.com>
Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1
Content-Transfer-Encoding: 8bit

Dago Schnider schrieb:

> Nichtsdestozrotz bin ich für eine Abschaffung von Ballungsgebieten und
> einer Verdörflichung der Siedlungsstruktur.

Wozu das? und warum willst du die Menschen nicht so leben lassen wie
sie wollen? ich würde mich in einer Dörflichen Struktur absolut unwohl
fühlen, schon eine Kleinstadt geht mir nach wenigen Tagen auf die
nerven weil sie einfach zu langweilig ist.

mfg
Stefan, ich brauche MenscX-Mozilla-Status: 0009 Kühe :-)

Matthias Bethke

unread,
Dec 5, 2000, 7:01:55 PM12/5/00
to
Klaus Mueller wrote:
>> [Faulheit und Bequemlichkeit]

> Bei denen, die ich kenne, mit Sicherheit nicht. Da war der Grund das
> unerträgliche Schleichenmüssen bei gleichzeitig mehrfachem Unfallrisiko
> gegenüber der Fahrbahn. Die Mehrzahl von ihnen fährt jetzt abends mit
> dem Auto zum Sport, um einen Ausgleich zu haben, den ihnen früher mal
> das Fahrrad bot.

Warum benutzen sie sie denn dann? Wo ich z.B. den Meter Abstand von
parkenden Autos nicht einhalten kann, kann ich mich nur zwischen zwei
StVO-Verstößen entscheiden und wähle den gegen die
Radwegbenutzungspflicht. In 3 Jahren bin ich noch nicht einmal
angehalten worden, nur desöfteren angehupt. Ich nehme an, selbst unter
bayerisch-grünweiß gibt es dank "hands-on"-Erfahrungen mehr
Verständnis dafür als bei den Betonköppen in den Amtsstuben.

Klaus Mueller

unread,
Dec 5, 2000, 11:20:52 PM12/5/00
to
Matthias Bethke <Matthia...@gmx.net> wrote:

> Klaus Mueller wrote:
> >> [Faulheit und Bequemlichkeit]
>
> > Bei denen, die ich kenne, mit Sicherheit nicht. Da war der Grund das
> > unerträgliche Schleichenmüssen bei gleichzeitig mehrfachem Unfallrisiko
> > gegenüber der Fahrbahn. Die Mehrzahl von ihnen fährt jetzt abends mit
> > dem Auto zum Sport, um einen Ausgleich zu haben, den ihnen früher mal
> > das Fahrrad bot.
>
> Warum benutzen sie sie denn dann? Wo ich z.B. den Meter Abstand von
> parkenden Autos nicht einhalten kann, kann ich mich nur zwischen zwei
> StVO-Verstößen entscheiden und wähle den gegen die
> Radwegbenutzungspflicht. In 3 Jahren bin ich noch nicht einmal
> angehalten worden, nur desöfteren angehupt. Ich nehme an, selbst unter
> bayerisch-grünweiß gibt es dank "hands-on"-Erfahrungen mehr
> Verständnis dafür als bei den Betonköppen in den Amtsstuben.

Ein Grund mag sein (war es zumindest bei mir), daß seit letztem Frühjahr
synchron mit der Anhebung der Verwarnungsgelder für Rad weg
nichtbenutzung das Oberlehrerverhalten des autofahrenden
Bevölkerungsteils stark zugenommen hat. Die "fachkundige"
Berichterstattung der Presse zu o.g. Anhebungen hat ja auch stark zu
diesem Verhalten motiviert. Auch die Diskussionen mit dem Trachtenverein
sind langwieriger geworden. Ich wurde seitdem mehrmals von ihnen
angehalten und konnte nur mit der Werner-Icking-Methode die Bezahlung
von 30 DM verhindern.

Bei mir kommt unter Anderem noch dazu, daß die endlosen Diskussionen mit
den Behörden einen irgendwann zermürben.

Matthias Bethke

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
Klaus Mueller wrote:
>> Warum benutzen sie sie denn dann? [...]

> Ein Grund mag sein (war es zumindest bei mir), daß seit letztem Frühjahr
> synchron mit der Anhebung der Verwarnungsgelder für Rad weg
> nichtbenutzung das Oberlehrerverhalten des autofahrenden
> Bevölkerungsteils stark zugenommen hat.

Ja, ist mir auch aufgefallen. Dagegen hab ich mich bei einem Ferienjob in
Hildesheim "abgehärtet" - die Hupfrequenz dieser aggressiven
Flachlandtiroler haben die Erlangen noch lange nicht erreicht <eg>.

> diesem Verhalten motiviert. Auch die Diskussionen mit dem Trachtenverein
> sind langwieriger geworden. Ich wurde seitdem mehrmals von ihnen
> angehalten und konnte nur mit der Werner-Icking-Methode die Bezahlung
> von 30 DM verhindern.

Das ist allerdings ein Argument :( Hab wohl bisher Glück gehabt... <knock
on wood>

Yongxiang REN

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
Stefan Zickenrott <zick...@stud.fh-hannover.de> writes:

>5) mit einem besseren Verkehrssystem den Menschen das Geld nicht so
>leicht aus der Tasche zu ziehen wie mit dem Verkauf bunter
>Blechspielzeuge und deren Zubehör?

Fuer die Auto-Industri: ja. Klar, jeder Unternehmer versucht, sein Produkt
geschickt zu vermarkten, um "Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen".

Allerdings wenn ich sehe, was in letzten Jahren am Tamagotschs, Pokemons,
Kickerboards, WAP-Handies verkauft werden, muesste ich zum Schluss kommen,
dass mit entsprechendem Marketing fast jede Schrott^H^H^H^H^H^H^H Produkt
zu verkaufen ist.

Wenn ein Produkt mit dem Namen OePNV trotz allen Massnahmen nicht verkaufen
laesst, so ist eigentlich nur moeglich:

Das Produkt geht dermassen an Beduefnisse der Menschen vorbei, dass keiner
es kaufen will.

Oder das Produkt ist oekologisch so ineffizient, dass ein marktgerechter
Preis nicht zu erzielen ist.

Wolfgang Soergel

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
Jan Peters wrote:
>
> klaus.mu...@t-online.de (Klaus Mueller) wrote:
>
> >Welchen nimmst du? Der nördlichste Ast (den befuhr ich früher) ist ganz
> >schön tückisch.
>
> (Ich nehme an, wir sprechen beide um die drei Äste, die sich an der Brücke
> Wöhrmühle treffen).
>
> Den mittleren. Auf dem RÜckweg manchmal auch den südlichen.
Sind das nicht sowieso "Fusswege, Radler frei"? Ich nutze die nur
gelegentlich zum Mueckensieben/Laufen, da hatte ich nicht den Eindruck,
dass Radler (ausser durch nebeneinanderfahrende, entgegenkommende
Radler) besonders gefaehrdet waeren. OK, Hunde, die moegen Laeufer aber
noch lieber.

Ansonsten hat Klaus schon so ziehmlich das Horrorkabinett getroffen:

[...]

> >- St. Johann ... Dechsendorfer Straße
>

> Das Hauptproblem hier sehe ich eher im Ende des Radwegs an der Kreuzung
> Thalermühlstraße (diese Stelle ist allerdings in der Tat übelst..., wenn
> man aber etwas seine Augen aufmacht, rechtzeitig Handzeichen gibt, geht es
> eigentlich. Ich hatte zumindest noch nie Probleme dort auf die Straße zu
> wechseln, bisher haben mich alle Autos immer auf die Straße gelassen).
Mehrere Notbremsungen wg. ein- oder ausbiegender KFZ an praktisch allen
Einmuendungen stadteinwaerts. Ausserdem unachtsame Fussgaenger, wobei
die "Trennung" zwischen Rad- und Fussweg zugegebenermassen sehr schwach
ist. Lolli mit senkrechtem Strich ist aber totzdem da.

> >- Henkestraße
>
> Meinst du das kurze Stück zwischen Langemarkplatz und Gebbertstraße? Das
> ist IMHO nicht so dramatisch. Probleme habe ich dort noch nie gehabt (und
> ich bin diesen Weg eine Zeitlang relativ häufig gefahren, ich hatte im
> Chemie-Gebäude mal ein Semester lang eine Mathe-Vorlesung (als ich noch
> versucht hatte, Informatik zu studieren)
In dem Bereich sind eigentlich immer zu viele Fussgaenger drauf. Kontakt
mit Kfz (in zukunft kurz KmK) hatte ich dort aber am anderen Ende, bei
der Einmuendung in die Aeussere Brucker (Rechtsabbieger, mit Rad ueber
die gruene Ampel). Ausserdem Einmuendung Gueterhallenstrasse (nicht
sicher, ob noch beutzungspflichtig), allgemein ist in beiden Richtungen
der Bereich um die Post saugefaehrlich.

> >- Nürnberger Straße
Mein "Liebling".
> Welchen Teil meinst du? Es gibt natürlich Abschnitte, wo es nicht so toll
> ist (zwischen Neuer Markt und Werner-von-Siemens-Straße, dort kommt man
> aber nach meiner Erfahrung auf der Straße auch kaum schneller vorran), der
> südlichere Teil (ab etwa Ohmplatz) ist IMHO ganz annehmbar.
Alle Teile. Stadteinwaerts der Werner von Siemens im Prinzip
unbefahrbar, teils auch wuestes Beschilderungschaos in suedlicher
Richtung. KmK oder Notabstieg hatte ich
+ Ausfahrt aus dem beschraenkten Bereich beim Cinestar/ Sport Eisert in
suedlicher Richtung, mit entgegenkommendem Linksabbieger.
+Kreuzung mit Werner-vonSiemens Str., in noerdlicher Richtung
(Rechtsabbieger, ich geradeaus), dort ausserdem mehrere (eigentlich
woechentlich einen) near misses. An dieser Kreuzung auch schon
Notabstieg ueber den Lenker wg. Radfahrer.

+ Kreuzung Schuhstrasse, noerdliche Richtung (Rechtsabbiegerin.)
+ An allen Kreuzungen im Bereich Ohmplatz, v.a. in suedlicher Richtung.
Ursache hier meist nicht Rechtsabbieger sondern Querverkehr, sowohl von
rechts als auch von links.
+ Kreuzung Stinzigstrasse in suedlicher Richtung mit entgegenkommendem
Linksabieger.

Ausserdem hat der extem unebene (manche wuerden sagen durch Wurzeln
voellig aufgebrochene) Belag im suedlichen Bereich bereits einen
Gepaecktraeger, mehrere Schutzblechkomponeneten und unzaehlige
Gluehbirnchen auf dem Gewissen. Eigentlich ein guter Grund, mit dem
Fully in die Uni zu fahren.

> >und als glorreiche Neukonstruktion
> >- Allee im Röthelheimpark

Ja, mit dem allseits beliebten Hoppelpflaster und der Einfahrt zum
Supermarkt.


Ausserdem kann ich noch bieten
+ Gebbertstrasse vor Abnahme der Lollies (Bus aus Seitenstrasse. War
wohl die einzig wirklich lebensgefaehhrliche Situation: Ich merke einen
Luftzug, dreh mich um und hinter mir steht ein Bus in voller Breite auf
dem Radweg...)
+ Drausnickstrasse, near misses an praktisch allen Einfahrten.
+W.v.Siemens Strasse, jeweils an den der Nuernberger naechstgelegenen
Einmuendungen (einmal Querverkehr von rechts, einmal parallel fahrende
Rechtsabbieger)

[...]

> >Bei denen, die ich kenne, mit Sicherheit nicht. Da war der Grund das
> >unerträgliche Schleichenmüssen bei gleichzeitig mehrfachem Unfallrisiko
> >gegenüber der Fahrbahn.
>

> Schleichenmüssen? Mein übliches Tempo, auch auf Erlanger Radwegen, beträgt
> ca. 20km/h. Die letzten gefährlichen Erlebnisse als Radfahrer hatte ich in
> Bayreuth, auf radweglosen Hauptverkehrsstraßen (u.a. Hohenzollernring/
> Wittelsbacher Ring/Universitätsstraße; ja, ich weiß teilweise gibt es auch
> Radwege, die sind aber in der Tat ein Witz, die Straße ist aber auch
> lebensgefährlich)
OK, ich fahr etwas flotter, wohl so um 27-32 km/h auf der Ebene. Hiermit
aber immer noch deutlich langsamer als ein KFZ. Auf der Fahrbahn hatte
ich uebrigens, weder auf dem Rad sitzend noch hinter dem Steuer eines
KFZ, noch keine nennenswerte Probleme.

--
Wolfgang

Stefan Zickenrott

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
Yongxiang REN schrieb:

> Allerdings wenn ich sehe, was in letzten Jahren am Tamagotschs, Pokemons,
> Kickerboards, WAP-Handies verkauft werden, muesste ich zum Schluss kommen,
> dass mit entsprechendem Marketing fast jede Schrott^H^H^H^H^H^H^H Produkt
> zu verkaufen ist.
>
> Wenn ein Produkt mit dem Namen OePNV trotz allen Massnahmen

Welche Massnahmen?

> nicht verkaufen laesst, so ist eigentlich nur moeglich:
>
> Das Produkt geht dermassen an Beduefnisse der Menschen vorbei, dass keiner
> es kaufen will.
>
> Oder das Produkt ist oekologisch so ineffizient, dass ein marktgerechter
> Preis nicht zu erzielen ist.

Oder das produkt wird nicht von Privatfirmen mit Gewinninteresse
Angeboten, sondern von der Öffentlichen Hand, der das Auto bekanntlich
über alles geht. Und deshalb unterbleibt ein entsprechendes Marketing.

mfg
Stefan


Klaus Mueller

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:

> klaus.mu...@t-online.de (Klaus Mueller) wrote:
>
> >Welchen nimmst du? Der nördlichste Ast (den befuhr ich früher) ist ganz
> >schön tückisch.
>
> (Ich nehme an, wir sprechen beide um die drei Äste, die sich an der Brücke
> Wöhrmühle treffen).

Genau die meine ich.

> Den mittleren. Auf dem RÜckweg manchmal auch den südlichen.

Der ist etwas besser als der nördliche.

> >- Schallershofer Straße
>
> Was stört dich in der Schallershoferstraße? Einen breiteren und
> übersichtlicheren Radweg wirst du kaum anderswo finden, einziger Nachteil
> ist, dass nur auf der westlichen Straßenseite existiert.
> Wobei ich, vor allem in nördlicher Richtung, lieber durch die
> Damaschkestraße fahre. Geht meist deutlich schneller. Wenn ich zur
> Regnitzfahrradbrücke an der Neumühle will, auch in südlicher Richtung.

Außer meiner generellen Rad weg-Abneigung:
- Bushaltestellen
- Condi-Markt (ein Grund ihn nicht zu benutzen - Parkplatz,
Neuigkeiten-Austausch-Fläche, ...)
- Engstelle beim BSC-Gelände (Bäume)
- Allgemeiner Mißbrauch als Parkplatz (eigentlich positiv zu werten)

> >- St. Johann ... Dechsendorfer Straße
>
> Das Hauptproblem hier sehe ich eher im Ende des Radwegs an der Kreuzung
> Thalermühlstraße (diese Stelle ist allerdings in der Tat übelst..., wenn
> man aber etwas seine Augen aufmacht, rechtzeitig Handzeichen gibt, geht es
> eigentlich. Ich hatte zumindest noch nie Probleme dort auf die Straße zu
> wechseln, bisher haben mich alle Autos immer auf die Straße gelassen).

Südseite:
- von dir genannte Stelle
- Wechsel zwischen Einrichtungs- und Zweirichtungsweg
- Fallenstellerei an der Bushaltestelle "St. Johann"
- Bushaltestelle "Schlachthof"

Nordseite:
- Regnitzbrücke (sehr schmal und eingemauert)
- Langer Johann
- Wechsel auf die Fahrbahn zum Linksabbiegen in Möhrendorfer Str.
praktisch unmöglich

> >- Henkestraße
>
> Meinst du das kurze Stück zwischen Langemarkplatz und Gebbertstraße? Das
> ist IMHO nicht so dramatisch. Probleme habe ich dort noch nie gehabt (und
> ich bin diesen Weg eine Zeitlang relativ häufig gefahren, ich hatte im
> Chemie-Gebäude mal ein Semester lang eine Mathe-Vorlesung (als ich noch
> versucht hatte, Informatik zu studieren)

z.B. West-Ost-Richtung:
... Rad weg (Güterhallenstr)
- keiner (Nürnberger Str. - Langemarckplatz)
- Rad weg (Langemarckplatz - Walter-Felx-Str)
- keiner (Walter-Flex-Str. - Gebbertstr.)
- ??? (Gebbertstr. - Hartmannstr.) aktuellen Stand kenne ich dort nicht.

> >- Nürnberger Straße


>
> Welchen Teil meinst du? Es gibt natürlich Abschnitte, wo es nicht so toll
> ist (zwischen Neuer Markt und Werner-von-Siemens-Straße, dort kommt man
> aber nach meiner Erfahrung auf der Straße auch kaum schneller vorran), der
> südlichere Teil (ab etwa Ohmplatz) ist IMHO ganz annehmbar.

Genau den meine ich. Auf der Fahrbahn gehts wesentlich besser. Südlich
ist er aber auch nur ein Durchschnitts-Rad weg.

> >und als glorreiche Neukonstruktion
> >- Allee im Röthelheimpark
>

> Das letzte Mal als ich dort unterwegs war, war der Radweg noch im Bau - bin
> also Straße gefahren.

Nachts völlig unbenutzbar. Einen derart intensiven Wechsel zwischen
greller Beleuchtung und Schlagschatten habe ich woanders noch nicht
gesehen.

> Mal eine andere Frage: würdest du die Radwege entlang der Paul-Gossen-
> Straße abschaffen wollen?

Die Rad weg benutzungs_pflicht_ auf jeden Fall.

> Willst du dort wirklich auf der Straße fahren?

Ich habe es einige Zeit praktiziert. Seit der letzten Änderung des Buß-
und Verwarnungsgeldkatalogs und der damit verbundenen
Autofahreraufklärung durch die BILDungspresse ist es leider selbst auf
dem legalen Abschnitt (Hans-Geiger-Str - Aufseßstr) kaum noch möglich.

> Ich gebe zu, ich fahre dort nicht mal die Radwege, sondern nehme lieber
> Umwege in Kauf, weil ich nur sehr ungerne entlang/auf Straßen fahre, die
> derartig mit Lärm und Abgasen belastet sind, wie diese Straße.


>
> >>>Seitdem habe ich bereits mehrere andere ehemalige Alltagsradfahrer
> >>>kennengelernt, die genau die selbe Entwicklung hinter sich haben.
> >>
> >> Ob dies immer nur an den Radwegen liegt, möchte ich bezweifeln, was der
> >> Faktor Faulheit und Bequemlichkeit für eine Rolle spielt, ist wohl auch
> >> nicht zu unterschätzen.
>

> >Bei denen, die ich kenne, mit Sicherheit nicht. Da war der Grund das
> >unerträgliche Schleichenmüssen bei gleichzeitig mehrfachem Unfallrisiko
> >gegenüber der Fahrbahn.
>
> Schleichenmüssen? Mein übliches Tempo, auch auf Erlanger Radwegen, beträgt
> ca. 20km/h. Die letzten gefährlichen Erlebnisse als Radfahrer hatte ich in
> Bayreuth, auf radweglosen Hauptverkehrsstraßen (u.a. Hohenzollernring/
> Wittelsbacher Ring/Universitätsstraße; ja, ich weiß teilweise gibt es auch
> Radwege, die sind aber in der Tat ein Witz, die Straße ist aber auch
> lebensgefährlich)

Ich wurde auf Erlanger Rad weg en derart oft beinahe mit abgebogen bzw
von der Seite abgeschossen, daß ich kaum noch mehr als
Schrittgeschwindigkeit wagte (3-5 Notbremsungen/8 km). Auf der Fahrbahn
ist mir derartiges vor dem letzten Frühjahr nicht ein einziges Mal in
Erinnerung.

Stephan Weinberger

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
> >Das ist ein Vorgang, der mit dem LKW besser zu erledigen ist, keine
> >Frage.
> Siehste, du weißt es doch.

Eh... bin ja kein "hardliner" :-) Ich meine eben nur, dass sich vor
allem im Transportwesen einiges wesentlich effizienter machen liesse...

> >Warum aber 100 LKWs quer durch Europa fahren lassen (sogar auf
> >Autobahnen gebuendelt), wenn es ein einziger Zug mit einem Bruchteil des
> >Energieaufwandes genau so gut kann?
>

> Vielleicht weil die Waren nicht alle da hin sollen, wo sie der Zug
> gebündelt hinbringen würde und es möglicherwiese teuerer und
> zeitraubender ist, diese Waren x-mal umzuladen, anstatt sie gleich

x-mal? Etwa 2x, wenn der Hersteller/Endkunde einen Bahnanschluss hat
entsprechend weniger.
Umladen geht btw. mit Paletten oder Containern recht flott.
Nebenbei spart man sich auch noch eine Menge Personalkosten fuer die
Fahrer.

Der Rest ist eine ordentliche Logistik.

Gerade das alles wird aber gerade durch den Rueckbau etlicher
Gueterbahnhoefe ziemlich unmoeglich gemacht :-(

> Unsere Blutgefäße funktionieren ja auch nicht so, das abwechselnd mal
> Blut in den Arm, mal ins Bein, mal ins Gehirn gepumpt wird, oder?

Nojo, Blutgefaesse sind eher ein Beispiel fuer Pipelines. IMHO auch eine
sehr umweltfreundliche und effiziente Befoerderungsmethode. Funktioniert
halt leider nur mit fluessigen oder gasfoermigen Stoffen.

> >Sicher? Vor allem: Teurer wirds ja schon lange Zeit bevor der letzte
> >Tropfen gefoerdert ist...

> Wegen der Ökosteuer, logo.

Nein, weil die Foerderung immer aufwaendiger wird je weniger Rohstoff da
ist (darum sind die grossen Zahlen ja auf der "Ressourcen"- und nicht
auf der "Reserven"-Seite).
Ergo wird die Foerderung teurer und es wird wohl auch weniger gefoerdert
werden. Angebot und Nachfrage besorgen dann den Rest.

Stephan Weinberger

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
> Das ist aber letztlich das einzige, was auf der makroskopische Ebene
> zählt. Was denn sonst?

uiuiui.... Wenn ich mir ansehe was die Regierung meines Landes gerade am
Bildungssektor auffuehrt dann erkenne ich da einige Parallelen zu deinen
Ansichten :-(

> die Warten sollen, bis jemand anderes diese Erfahrung macht und dann
> davon Abstand nehmen sollen, weil eh in 1000 Jahren es vorbei ist mit
> der Herrlichkeit?

Nunja, vielleicht waere es dann nach 1000 Jahren mit der Herrlichkeit
noch nicht vorbei gewesen...
Der wesentliche Punkt dabei ist allerdings, das die alten Sumerer ueber
_keinerlei_ Wissen ueber die Folgen ihres Tuns hatten.
Im Bezug z.B. aufs Klima gibt es aber schon einiges an Wissen, zumindest
Vermutungen/Hinweise.

Also ein etwas anderer Ausgangspunkt.



> >Haettest Du es nicht aendern koennen (nicht einsteigen und warten bis
> >nachgewiesen ist, dass es nicht explodieren wird)?

> Ich vermute, du willst damit ausdrücken, das zuerst alle Folgen
> bekannt sein müssen, bevor eine Technologie eingesetzt werden darf.

Bekannt ist natuerlich der Optimalfall.
Wenn es nur _Hinweise_ gibt sollte man aber zumindest _vorsichtiger_
sein.

> Drittens bedürfte es einer übergeordneten Instanz, die weiß, was
> richtig und was falsch ist in bezug auf die Zukunft. Eine solche
> Instanz kann es naturgemäß nicht geben. Würde sie trotzdem existieren,

Klar. Ich spreche ja auch nicht von der "grossen allgemeingueltigen
Wahrheit" sondern von (mehr oder wenierg - darueber kann man streiten)
Hinweisen und Vermutungen, die eben meiner Meinung nahc zumindest zur
Vorsicht mahnen.
Mit Schicksal hat das so gesehen eigentlich nichts zu tun, eher damit
die Folgen unseres Handelns so gut als moeglich abzuschaetzen _UND_
Schluesse daraus zu ziehen (was einschliesst, dass man bis zur
Vervollstaendigung der Abschaetzung auch vorsichtiger ist).

Derzeit laeuft es aber eben so, dass einige Leute abschaetzen (und damit
noch nicht besonders weit sind), der Grossteil der Menschheit sich aber
genau 0 darum kuemmert. Also ist die Taetigkeit der abschaetzenden
eigentlich umsonst.

> Das kommt drauf an, was man als Schicksal bezeichnet. Ich habe da
> offensichtlich andere Vorstellungen als du.

Scheint so.

> nichts, was nicht auch sonst passieren würde. Ich mache mich nur nicht
> sinnloserweise verrückt.

Ich mache mich auch nicht verrueckt damit... Trotzdem versuche ich
manche Dinge zu aendern.

Dein Ansatz kommt mir hingegen eher passiv vor: Ich kanns ohnehin nicht
aendern also versuche ich's erst gar nicht...

> bleibt unbekannt. Du hängst anscheinend dem Irrglauben an, man könnte
> mittels Technologieabschätzungen die Zukunft vorhersagen und außerdem
> gezielt etwas passendes erfinden. So geht das aber nicht und so ist es
> auch nie gegangen.

Nein, das habe ich nie gesagt. Eine Abschaetzung ist und bleibt
natuerlich eine Abschaetzung und trifft dementsprechend nur mit einer
bestimmten Wahrscheinlichkeit <1 zu.

> Oder meinst du, 18batsch hat Marconi gesagt, "So jetzt erfinden wir
> die Radioröhre, damit die dann im nächsten Jahrhundert genügend genaue
> Instrumente haben, um mit dem Transistor weiterarbeiten zu können. Ich
> mache das, weil ich bei einem Hellseher eine Technologieabschätzung
> über die nächsten 100 Jahre habe machen lassen, um zu wissen, was
> demnächst gebraucht wird." So war das, oder?

Nein, sicher nicht.

> >Wargh, du willst mich nicht wirklich verstehen, oder? :-)

> Ich gebe mir redlich Mühe, doch so manches bleibt mir unklar.

Scheinbar haben wir ziemlich unterschiedliche Ansichten ueber das Leben
:-)

> >Problem ist nur, dass wir mit unseren (technischen) Moeglichkeiten
> >inzwischen in Bereiche vorstossen, die keiner mehr wirklich einschaetzen
> >kann.

> Das war doch schon immer so. Ich habe nur den Eindruck, dir macht das
> Angst.

Nein, mir macht eigentlich keine Angst. Angst ist das falsche Wort...
Was mir allerdings Angst macht, ist dass kaum jemand bereit ist auch nur
mal kurz nachzudenken.
Leider ist das gerade in Oekologiefragen ein verbreitetes Problem.
Faengt schon beim Muelltrennen an, obwohl das kaum Aufwand ist und sogar
einen tatsaechlichen wirtschaftlichen Nutzen bringt (z.B. ist Zellstoff
wesentlich einfacher aus Altpapier als aus frischem Holz herzustellen).

So gesehen hat ein bisschen Nachdenken oft schon grossen Nutzen. Also
waere es doch moeglich, dass ein bisschen mehr Nachdenken einen noch
groessren Nutzen bringt.

> Ich habe den Verdacht, dir schwebt vor, das man die Zukunft wissen
> muß, um eine bestimmte Handlung auszuführen, damit man auch garantiert
> das richtige macht. Mir kommt das vor, als wenn du nur dann bereit

Das dass mit dem "garantiert" nicht klappt, da bin ich ja einer Meinung
mit Dir...

> wärst, Geld für einen Lottoschein auszugeben, wenn dir die
> Gewinnzahlen vorher genannt werden. Aber so funktioniert Leben nicht.

Das Leben ist aber gluecklicherweise nicht ganz so zufaellig wie Lotto.

Ekkehard Schwarz

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
On Mon, 04 Dec 2000 22:41:49 +0100, Stefan Zickenrott
<zick...@stud.fh-hannover.de> wrote:

>An den Haltestellen, meist mit Geldkarte zu benutzen, Big Brother ick
>hör dir trapsen.

Da dies nicht der richtige Platz für Datenschutzdiskussionen ist, nur
ein Hinweis:
Zum diesem Thema gab es letzten Monat in de.etc.finanz.misc einen
längeren Thread. Subject: "Werbung für die Geldkarte".
Oder schau dir mal http://www.zahlungsverkehrsfragen.de/geldkarte.html
an.


Gruß
E.S.
--
Noch 25 Tage bis zum Jahrtausendwechsel!

Siegfried Schmidt

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
Hallo Stephan,

>Der wesentliche Punkt dabei ist allerdings, das die alten Sumerer ueber
>_keinerlei_ Wissen ueber die Folgen ihres Tuns hatten.
>Im Bezug z.B. aufs Klima gibt es aber schon einiges an Wissen, zumindest
>Vermutungen/Hinweise.

Auch Summerer hatten ihre Hofastrologen und Priester, deren Job u.a. die
Lieferung von Hinweisen auf die Zukunft war. Es ist völlig
unwahrscheinlich, daß diese nur positive Progrosen lieferten, ein paar
handfeste Weltuntergangsvisionen gehören damals wie heute einfach zum
Programm einer solchen Einrichtung. Unzweifelhaft sind ein paar dieser
Vorhersagen auch eingetroffen, Naturkatastrophen und unliebsame Nachbarn
sorgten automatisch dafür. An Glaubwürdigkeit und Hinweisen hat es also
nicht gemangelt.

Sie taten es trotzdem.

>Derzeit laeuft es aber eben so, dass einige Leute abschaetzen (und damit
>noch nicht besonders weit sind), der Grossteil der Menschheit sich aber
>genau 0 darum kuemmert. Also ist die Taetigkeit der abschaetzenden
>eigentlich umsonst.

Dann sind wir heute schlechter dran, da der enge Kontakt zwischen Führung
und Hohepriester deutlich nachgelassen hat. Wir bekommen heute die gleichen
Hinweise, allerdings werbemäßig wesentlich farbloser präsentiert. Dazu hat
sich die Zahl der Orakel vervielfacht, womit aber nicht die
Glaubwürdigkeit, sondern nur die Anzahl der Widersprüche und
Relativierungen zugenommen hat. Eine echte Kristallkugel ist auch heute
nicht darunter, die sehen alle so erschreckend gleich aus, die blassen
betroffenen Schlipsträger, wenn sie uns die Zukunft vorhersagen. Sie lassen
uns noch nicht einmal an der Quelle ihrer Vorhersage teilhaben: anstatt
öffentlich das Innere eines Schafs zu erkunden, überbringen sie uns
nur Aussagen eines gestalt- und gesichtslosen Über-Orakels 'Computer', von
dem der gemeine Mann aus dem Volke nur weis, dass es manchmal abstürzt und
überhaupt selten tut, was man eigentlich will.

Und so halten wir uns an das einzige, was sich in 3000 Jahren bewährt hat:
wir tun es trotzdem.


Siegfried
--
http://www.netcologne.de/~nc-schmidsi

Klaus Mueller

unread,
Dec 6, 2000, 11:16:52 PM12/6/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:

> Matthia...@gmx.net (Matthias Bethke) wrote:
>
> >Ja, ist mir auch aufgefallen. Dagegen hab ich mich bei einem Ferienjob in
> >Hildesheim "abgehärtet" - die Hupfrequenz dieser aggressiven
> >Flachlandtiroler haben die Erlangen noch lange nicht erreicht <eg>.
>

> Hmmm... das letzte Mal, dass ich in als Fahrradfahrer angehupt wurde, ist
> so lange her, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann...
>
> btw: Markus, Matthias: in welchem Stadtteil von Erlangen wohnt ihr?
> Interessiert mich nur, weil ich dann euren Blickwinkel besser einschätzen
> kann - bei mir ist dieser halt durch die Regnitztal-Rennpisten sehr stark
> gefärbt.

Ich bin zwar nicht direkt angesprochen.
Ich wohne in Alterlangen und arbeite in der östlichen Innenstadt. Im
Regnitztal hatte ich den nördlichsten der "Rennpisten" zu benutzen, auf
den diese Bezeichnung allenfalls abschnittsweise zutreffen kann:
- S-Kurve+extrem schmale Brücke am "Alterlanger See"
- miserabler Plattenbelag westlich davon, jedes Jahr aufs neue mit
tiefen Löchern (ob die durch Unterspülung oder durch Bisamratten
entstehen, kann ich nicht beurteilen), die erst nach mehreren Monaten
dauernder Anrufe beseitigt werden
- beginnende Durchwuchsstellem - die können einem das Vorderrad ganz
schön verreisssen - östlich davon

Michael Oberseider

unread,
Dec 7, 2000, 3:00:00 AM12/7/00
to

Michael Oberseider schrieb:

> Klaus Mueller schrieb:
>
> > Bei der Strecke, mit der die Diskussion begann, handelt es sich durchaus
> > um eine Hauptstrecke. Es ist zwar keine der ICE/IC-Magistralen, aber
> > mehr als zwanzig Züge je Tag und Richtung umstellen zu wollen, ist nicht
> > zu unterschätzen. Als nächstes kommen dann die
> > 30ZügeJeTagUndRichtungStrecken dran, wenn sie wegen der durch die Busse
> > verjagten Fahrgäste schwächer ausgelastet sind usw.
>
> Hier handelte es sich um eine bahninterne Untersuchung, ob im Unterhalt technisch
> schwierige Hauptstrecken auf Bus umgestellt werden können.

Und jetzt noch meine persönliche Meinung, nach dem ich bisher nur technische Details
geliefert habe:

In diesem Einzelfall erscheint mir eine Umstellung auf Busse tatsächlich günstiger.
Die Strecke Erfurt - Meinigen ist eine Strecke mit überdurchschnittlichem
Investitionsaufwand bei unterdurchschnittlicher Ertragslage. Der Brandleitetunnel ist
ein einziges Fass ohne Boden. Die letzte Sanierung liegt noch nicht einmal 20 Jahre
zurück und schon wieder ist eine Generalsanierung erforderlich. Zudem halte ich es
nicht für sinnvoll zwei sehr aufwendige (auch die Autobahn wird aufgrund der
topographischen Lage überdurchschittlich unterhaltsaufwendig sein) Verkehrsachsen in
einer so dünnbesiedelten Region aufrechtzuerhalten. Da die A71 sehr schwach befahren
sein wird, ist hier nicht mit Reisezeitverlängerungen und Pünktlichkeitseinbussen zu
rechnen. Velos könnte man hier per LKW befördern. Somit steht hier einmalig in
Deutschland eine günstige Alternativlösung für den Schienenverkehr zur Verfügung. Die
Thüringer sollen später selber merken ob es richtig war, auf einen so intensiven
Strassenbau zu setzen.

Bei der Bahn sollte man lieber in Regionen investieren, wo der Strassenbau etwas
zurückhaltender und angepasster betrieben wurde und die Bahn noch eine echte Chance
hat, wie etwa in Baden-Württemberg. Hier sind Gelder für die Bahn wesentlich
sinnvoller eingesetzt.

Diese Umstellung im Thüringer Wald sollte kein Vorbild für andere Regionen sein und am
besten ein Einzelfall bleiben. Der Bau der A71 ist sicher auf Fehlplanungen und
Fehleinschätzungen zurückzuführen, denn normalerweise hätte man bei der geringen
Verkehrsnachfrage mit ein paar Ortsumgehungen auskommen können. Die bisherigen
Bundesstrassen in der Region sind eher unterdurchschnittlich ausgelastet. Wie gesagt,
aus Fehlern (Bau der A71) soll man lernen und sie nicht anderswo wiederholen.

Gruss, Michael


Matthias Bethke

unread,
Dec 7, 2000, 3:00:00 AM12/7/00
to
Jan Peters wrote:
>>Ja, ist mir auch aufgefallen. Dagegen hab ich mich bei einem Ferienjob in
>>Hildesheim "abgehärtet" - die Hupfrequenz dieser aggressiven
>>Flachlandtiroler haben die Erlangen noch lange nicht erreicht <eg>.

> Hmmm... das letzte Mal, dass ich in als Fahrradfahrer angehupt wurde, ist
> so lange her, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann...

Viele missbrauchen die Hupe halt als hau-gefälligst-ab-du-Arsch-Signal
statt zur Warnung. Und dazu meinen sie Grund zu haben, wenn man den völlig
unzumutbaren Radweg nicht beutzt und die stattdessen mit 40 auf der Straße
so schrecklich ausbremst. Womöglich sogarnoch mit dem korrekten Abstand zu
parkenden Autos...

> btw: Markus, Matthias: in welchem Stadtteil von Erlangen wohnt ihr?
> Interessiert mich nur, weil ich dann euren Blickwinkel besser einschätzen
> kann - bei mir ist dieser halt durch die Regnitztal-Rennpisten sehr stark
> gefärbt.

Ich wohne zwischen Martin-Luther-Platz und Berch, in der Haagstraße. Meine
häufigsten Wege sind Richtung Bismarckstraße (PhilFak), Südgelände, und
Innenstadt/Nürnberger Str.

Klaus Mueller

unread,
Dec 8, 2000, 3:00:00 AM12/8/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:

> klaus.mu...@t-online.de (Klaus Mueller) wrote:

> >>>- St. Johann ... Dechsendorfer Straße
>

> >Südseite:
> >- von dir genannte Stelle
> >- Wechsel zwischen Einrichtungs- und Zweirichtungsweg
> >- Fallenstellerei an der Bushaltestelle "St. Johann"
> >- Bushaltestelle "Schlachthof"
>
> >Nordseite:
> >- Regnitzbrücke (sehr schmal und eingemauert)
>

> Das eingemauert ist v.a. ein psychologisches Problem, solange der Weg nicht
> von Fußgängern blockiert wird (das ist ein reiner Radweg...). Die Mauer hat
> ihre Ursache AFAIK im Schutz des Wasserschutzgebiets.

Links Mauer, rechts Geländer, dazwischen paßt man grad so rein. Und dann
irgendwelchen Scherben o.ä. ausweichen müssen. Das gibt sicher einen
recht "lustigen" Sturz. Im Winter ist der Weg "auf eigene Gefahr
benutzungspflichtig", das Schild steht glücklicherweise erst an einer
Stelle, an der eine Fahrbahnquerung kaum noch möglich ist. Für mich war
das immer ein Grund, die Fahrbahn zu benutzen, als ich noch Fahrrad
fuhr.

> >- Langer Johann
> >- Wechsel auf die Fahrbahn zum Linksabbiegen in Möhrendorfer Str.
> >praktisch unmöglich
>

> Wenn man ein bisserl pfiffig ist, und beim Abbiegen die Fußgängerampeln in
> der (je nach aktueller Phase) richtigen Reihenfolge nutzt, geht es
> eigentlich.

Das ist immer noch ein ziemlich umständliches Geschlängele. Warten an
einer roten Ampel ist dabei fast sicher. Ich bevorzuge das direkte
Abbiegen, dan ist man auch gleich auf der Fahrbahn. Hier leider
praktisch unmöglich.

> Immerhin kann man in der Möhrendorfer Str. auf dem Radweg die
> neue Fußgängerampel ignorieren.

Was veranlaßt dich zu dieser Ansicht? Auf welchem Rad weg eigentlich?
Ach so, vielleicht ist es ja noch ein "Anderer RW". Das war bisher mein
einziger durchschlagender Erfolg gegen die Ghettozucht.

> >- ??? (Gebbertstr. - Hartmannstr.) aktuellen Stand kenne ich dort nicht.
>

> Keiner. In keiner der beiden Richtungen. In Ost-West-Richtung fehlt infolge
> der Abrissarbeiten auf dem UB-Med-Gelände sogar der Fußweg (bin heute dort
> gewesen).

Eine positive Nachricht. Leider wird sich das bei der Neubebauung des
Siemensgeländes nach dem derzeitigen Planungsstand massiv ändern.



> >> Mal eine andere Frage: würdest du die Radwege entlang der Paul-Gossen-
> >> Straße abschaffen wollen?
>
> >Die Rad weg benutzungs_pflicht_ auf jeden Fall.
>

> Gut, darüber kann man ja reden :-)

Was anderes will ich ja gar nicht, das dafür flächendeckend.



> >Ich wurde auf Erlanger Rad weg en derart oft beinahe mit abgebogen bzw
> >von der Seite abgeschossen, daß ich kaum noch mehr als
> >Schrittgeschwindigkeit wagte (3-5 Notbremsungen/8 km).
>

> Kann ich aus meinen Erfahrungen kaum bestätigen. Und mit Ausnahme meiner
> Fahrten zum Röthelheimbad fahre ich in Erlangen eigentlich nur mit dem
> Fahrrad.

Ich benutzte seit dem Buskahlschlagversuch unserer "Stadtregierung" bis
zum Sommer diesen Jahres überhaupt kein anderes Verkehrsmittel.
Inzwischen habe ich beschlossen, mich nicht abschieben zu lassen (von
der Fahrbahn) und deshalb das Verkehrsmittel gewechselt.

Klaus Mueller

unread,
Dec 8, 2000, 3:00:00 AM12/8/00
to
Michael Oberseider <michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de> wrote:

> Michael Oberseider schrieb:
>
> > Klaus Mueller schrieb:
> >
> > > Bei der Strecke, mit der die Diskussion begann, handelt es sich durchaus
> > > um eine Hauptstrecke. Es ist zwar keine der ICE/IC-Magistralen, aber
> > > mehr als zwanzig Züge je Tag und Richtung umstellen zu wollen, ist nicht
> > > zu unterschätzen. Als nächstes kommen dann die
> > > 30ZügeJeTagUndRichtungStrecken dran, wenn sie wegen der durch die Busse
> > > verjagten Fahrgäste schwächer ausgelastet sind usw.
> >
> > Hier handelte es sich um eine bahninterne Untersuchung, ob im Unterhalt
> > technisch schwierige Hauptstrecken auf Bus umgestellt werden können.
>
> Und jetzt noch meine persönliche Meinung, nach dem ich bisher nur technische
> Details geliefert habe:
>
> In diesem Einzelfall erscheint mir eine Umstellung auf Busse tatsächlich
> günstiger. Die Strecke Erfurt - Meinigen ist eine Strecke mit
> überdurchschnittlichem Investitionsaufwand bei unterdurchschnittlicher
> Ertragslage. Der Brandleitetunnel ist ein einziges Fass ohne Boden. Die letzte
> Sanierung liegt noch nicht einmal 20 Jahre zurück und schon wieder ist eine
> Generalsanierung erforderlich. Zudem halte ich es nicht für sinnvoll zwei sehr
> aufwendige (auch die Autobahn wird aufgrund der topographischen Lage
> überdurchschittlich unterhaltsaufwendig sein) Verkehrsachsen in einer so
> dünnbesiedelten Region aufrechtzuerhalten. Da die A71 sehr schwach befahren
> sein wird,

Woher nimmst du diese Überzeugung? Bisher hat jede neue Autobahn massiv
Verkehr angezogen. Auch dort könnte eine Menge Durchgangsverkehr kommen.

> ist hier nicht mit Reisezeitverlängerungen und Pünktlichkeitseinbussen zu
> rechnen. Velos könnte man hier per LKW befördern. Somit steht hier einmalig in
> Deutschland eine günstige Alternativlösung für den Schienenverkehr zur
> Verfügung. Die Thüringer sollen später selber merken ob es richtig war, auf
> einen so intensiven Strassenbau zu setzen.

Leider sind auch andere Bürger betroffen, eine Einstellung wird
überregionale Folgewirkung haben. Ich denke, ich bin nicht der einzige,
der Busse als RE-Ersatz für unbequem und unattraktiv hält. Meine
Überzeugung ist, daß man die Schnellbuslinie nach spätestens zwei Jahren
wegen Nichtbenutzung einstellen wird. Die Folgen, die eine
Schienenverkehrseinstellung auf die verbliebenen Bahnlinien in dieser
Region haben wird, sind alles andere als positiv.

> Bei der Bahn sollte man lieber in Regionen investieren, wo der Strassenbau
> etwas zurückhaltender und angepasster betrieben wurde und die Bahn noch eine
> echte Chance hat, wie etwa in Baden-Württemberg. Hier sind Gelder für die
> Bahn wesentlich sinnvoller eingesetzt.
>
> Diese Umstellung im Thüringer Wald sollte kein Vorbild für andere Regionen
> sein und am besten ein Einzelfall bleiben. Der Bau der A71 ist sicher auf
> Fehlplanungen und Fehleinschätzungen zurückzuführen, denn normalerweise hätte
> man bei der geringen Verkehrsnachfrage mit ein paar Ortsumgehungen auskommen
> können. Die bisherigen Bundesstrassen in der Region sind eher
> unterdurchschnittlich ausgelastet. Wie gesagt, aus Fehlern (Bau der A71) soll
> man lernen und sie nicht anderswo wiederholen.

Ich nehme an, man wird es als Vorbild für andere Regionen nehmen. Einen
Fall in Bayern habe ich ja schon genannt. Das Spielchen läßt sich sicher
massiv weitertreiben. Ich fürchte, ich werde das bereits im Stadtverkehr
erforderliche Auto (wegen Rad weg en) bald auch über längere Distanzen
einsetzen müssen.

Klaus Müller

Klaus Mueller

unread,
Dec 8, 2000, 3:00:00 AM12/8/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:

> wsoe...@lnt.de (Wolfgang Soergel) wrote:
>
> >> Den mittleren. Auf dem RÜckweg manchmal auch den südlichen.
> >Sind das nicht sowieso "Fusswege, Radler frei"?
>

> Nö. "Gemeinschaftsweg" (hab' gerade meine StVO nicht zur Hand...)

Gemeinsamer Rad- und Fußweg (Z. 240). Ich erinnere mich aber, an
mindestens einer Zufahrt auch schon irgendeine andere Beschilderung
gesehen zu haben.

> >Ansonsten hat Klaus schon so ziehmlich das Horrorkabinett getroffen:
>

> Negativbeispiele findet man immer - auch da, wo es ansonsten ganz gut
> aussieht.

Wo sieht es den beispielsweise gut aus? Der gute Radweg (tm) wird immer
noch gesucht.

[...]

> >OK, ich fahr etwas flotter, wohl so um 27-32 km/h auf der Ebene.
>

> Naja, bei dem Tempo kann ich dich verstehen. Da gehörst du in der Tat auf
> die Straße...
^^^^^^ Fahrbahn (Unterschied bei evtl. jur. Diskussionen wichtig!

In dem Bereich bewegte ich mich auch. Deswegen fahre ich jetzt nicht
mehr Rad, damit läßt man mich nicht.

Michael Oberseider

unread,
Dec 8, 2000, 9:02:19 AM12/8/00
to

Klaus Mueller schrieb:

> Michael Oberseider <michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de> wrote:
>
> Da die A71 sehr schwach befahren
> > sein wird,
>
> Woher nimmst du diese Überzeugung? Bisher hat jede neue Autobahn massiv
> Verkehr angezogen. Auch dort könnte eine Menge Durchgangsverkehr kommen.
>

Auch die A92 Freising - Deggendorf ist relativ schwach befahren und eher selten von
Staus betroffen. Ich habe bewusst Freising als Ausgangspunkt gewählt, weil, dass für
die Reststrecke nicht zutrifft.

>
> Leider sind auch andere Bürger betroffen, eine Einstellung wird
> überregionale Folgewirkung haben. Ich denke, ich bin nicht der einzige,
> der Busse als RE-Ersatz für unbequem und unattraktiv hält.

Fernreisende (Alle Reisen, die jenseits von Würzburg und Erfurt beginnen) werden
Möglichkeiten haben, grossräumig auszuweichen und müssen dabei nicht einmal
zeitmässige oder kilomermässige Umwege in Kauf nehmen.

> Meine
> Überzeugung ist, daß man die Schnellbuslinie nach spätestens zwei Jahren
> wegen Nichtbenutzung einstellen wird. Die Folgen, die eine
> Schienenverkehrseinstellung auf die verbliebenen Bahnlinien in dieser
> Region haben wird, sind alles andere als positiv.

Die Bahn hat das Rennen gegen das Auto nach Fertigstellung der Autobahn in dieser
Region ohnehin schon endgültig verloren, schon alleine der Fahrzeit wegen: Fahrzeit
RE = 2x Fahrzeit Auto, bei Umsteigeverbindungen sieht es noch wesentlich schlimmer
aus. Meiner Meinung nach sollte die Bahn ihre Resourcen schonen und sich von dieser
technisch schwierigen Strecke verabschieden und das Geld lieber in anderen Regionen
investieren.

Ich bestreite nicht, dass es zu weiteren Fahrgastrückgängen durch die Umstellung
kommen wird. Dieser wird aber vor allem durch den Wegfall der SWT-Fahrer verursacht,
die dann halt auf andere Strecken umgelenkt werden. Im Alltagsverkehr ist zwischen
Bad Neustadt und Arnstadt schon jetzt tote Hose, an schlechten Tagen tagsüber ist
der RE gerade mal mit sieben Reisenden besetzt. Das einzige nennenswerte
Verkehrsaufkommen auf dieser Strecke wird in erster Linie durch Soldaten aus
Mellrichstadt (va. Richtung Schweinfurt) und Studenten aus Ilmenau (va. Richtung
Erfurt) verursacht, zu den entsprechenden Zeiten natürlich. Die Züge auf den beiden
Zweiglinien nach Eisfeld und Wernshausen fahren schon jetzt meist nur mit
"Zweimannbesatzung" (Triefahrzeugführer und Kondukteur), so dass man hier ohnehin
nichts mehr kaputt machen kann.

>
> Ich nehme an, man wird es als Vorbild für andere Regionen nehmen. Einen
> Fall in Bayern habe ich ja schon genannt.

Bei genauerem Hinsehen habe ich festgestellt, dass diese Strecke gerade nicht
geeignet ist, da die Busse hier auf der Landstrasse fahren müssten, um alle RB-Halte
zu bedinen. Da die RB (die mittlerweile nicht mehr in jedem Kuhdorf halten) ist die
Reisegeschwindigkeit hier knapp 70 km/h und nicht 45 km/h wie in Thüringen, dürfte
es hier im Gegensatz zum Thüringer Wald zu erheblichen Reisezeitverlängerungen
kommen.

Ich denke, dass eine Stillegung von Strecken im grossen Stil politisch nicht
dursetzbar wäre. Im Thüringer Wald wird es relativ einfach durchzusetzen sein, weil
die Strecke betriebsgefährdende Schäden hat und weil das Land relativ viel Geld in
die Autobahn gesteckt hat, so dass es jetzt offensichtlich ist, dass für die
Instandsetzung der Bahnlinie kein Geld mehr da ist.

Zudem halte ich es volkswirtschaftlich nicht für sinnvoll, zwei technisch aufwendige
Verkehrsachsen in einer solch nachfrageschwachen Relation aufrechtzuerhalten. Mehr
als 80% der Bevölkerung waren in der Region für die Autobahn (man braucht hier nur
in die Lokalzeitung zu schauen: In jeder Woche erscheint ein mindesten
viertelseitiger Artikel über den Baufortschritt an der A71), dann soll man hier in
der Region bitte auch die Konsequenzen tragen: Verminderung des Bahnverkehrs.

Gruss, Michael

Klaus Mueller

unread,
Dec 10, 2000, 10:10:25 PM12/10/00
to
Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:

> klaus.mu...@t-online.de (Klaus Mueller) wrote:
>
> >Ich benutzte seit dem Buskahlschlagversuch unserer "Stadtregierung" bis
> >zum Sommer diesen Jahres überhaupt kein anderes Verkehrsmittel.
>

> Diese Kahlschlagpolitik wurde durch das eifrige Unterschriftensammlung für
> ein Bürgerbegehen ja gestoppt (insgesamt wurden ca. 7000 Unterschriften
> gesammelt).

Deswegen schrieb ich ja auch Versuch. Für mich war die (später zum Glück
zu Ende gegangene) busarme Zeit der Anlaß zur Umstellung vom
Mischbetrieb auf reinen Fahrradbetrieb, den ich mir inzwischen wegen der
Rad weg benutzungspflicht und ihrer Folgen aber auch wieder abgewöhnt
habe.

Wolfgang Soergel

unread,
Dec 12, 2000, 12:30:52 PM12/12/00
to
Jan Peters wrote:
>
> wsoe...@lnt.de (Wolfgang Soergel) wrote:
>
> >> Den mittleren. Auf dem RÜckweg manchmal auch den südlichen.
> >Sind das nicht sowieso "Fusswege, Radler frei"?
>
> Nö. "Gemeinschaftsweg" (hab' gerade meine StVO nicht zur Hand...)
Moeglich. Wobei das sowieso keine Strassenbegleitenden Radwege sind und
ich deshalb hier auch nicht so kritisch bin.

> >Ansonsten hat Klaus schon so ziehmlich das Horrorkabinett getroffen:
>

> Negativbeispiele findet man immer - auch da, wo es ansonsten ganz gut
> aussieht.

Mir fallen leider halt nur recht wenige Positivbeispiele ein. OK,
entlang der B4 nach Tennenlohe ist's nicht zu schlecht, wenngleich hier
die Kreuzungen mit den Einfahrten schlecht ausgeschildert sind.

> >[...]
> >>>- St. Johann ... Dechsendorfer Straße
>

> >Mehrere Notbremsungen wg. ein- oder ausbiegender KFZ an praktisch allen
> >Einmuendungen stadteinwaerts. Ausserdem unachtsame Fussgaenger, wobei
> >die "Trennung" zwischen Rad- und Fussweg zugegebenermassen sehr schwach
> >ist. Lolli mit senkrechtem Strich ist aber totzdem da.
>

> Ok, Fußgänger hatte ich auch schon (mit Notausweichen auf die Busspur,
> glücklicherweise kam gerade kein Bus. Dumm angemacht wurde ich von den
> Fußis trotzdem).
Ja, ausserdem ist dieses unkontrollierte Ausweichen auf andere
Fahrbahnen saugefaehrlich, da kann man wirklic boes unter die Raeder
kommen. Ich versuche im Zweifelsfall jedenfalls immer nur voll
(noetigenfalls blockiertes Vorderrad) zu bremsen und halte lieber
geradeaus drauf, ausweichen nur, wenn ich mir 100% sicher bin, hierdurch
keine Kollission zu verursachen.
[..]

> >Kontakt
> >mit Kfz (in zukunft kurz KmK) hatte ich dort aber am anderen Ende, bei
> >der Einmuendung in die Aeussere Brucker (Rechtsabbieger, mit Rad ueber
> >die gruene Ampel). Ausserdem Einmuendung Gueterhallenstrasse (nicht
> >sicher, ob noch beutzungspflichtig), allgemein ist in beiden Richtungen
> >der Bereich um die Post saugefaehrlich.
>

> Der Bereich ist aber auch auf der Straße gefährlich. Wenn es irgendwie
> geht, meide ich diesen Bereich als Radfahrer und fahre Umwege.
Wo ist hier auf der Fahrbahn ein Problem?

> >>>- Nürnberger Straße
> >Mein "Liebling".
>

> >+ Kreuzung Schuhstrasse, noerdliche Richtung (Rechtsabbiegerin.)
>

> Äh, wo kreuzt die Schuhstraße denn die Nürnberger Straße. Hast du eine
> Möglichkeit gefunden, dass sich zwei parallele Straße kreuzen können :-)
Sorry, ich verwechsle immer noch dauernd die Strassennamen hier. Ich
meine jedenfalls diejenige, in welcher sich das Finanzamt befindet.

> >+ An allen Kreuzungen im Bereich Ohmplatz, v.a. in suedlicher Richtung.
> >Ursache hier meist nicht Rechtsabbieger sondern Querverkehr, sowohl von
> >rechts als auch von links.
> >+ Kreuzung Stinzigstrasse in suedlicher Richtung mit entgegenkommendem
> >Linksabieger.
>

> Da hatte ich den Jahren, wo ich täglich zur TechFak gefahren bin,
> eigentlich nie ernsthafte Probleme. Fahre ich vielleicht zu
> vorrausschauend? :-)
Moeglich. Nur erwischt man dann die Ampelphaseen nicht mehr. Wobei ich
sicher auch sehr vorausschaend fahre, ausser dem einen Fall an der
letztgenannten Kreuzung, der mit Sturz beim Ausweichversuch +Veilchen
endete, hab ich's eigentlich immer noch 1-2 Sekunden vorher gemerkt,
dass der Kandidat pennt und durch Vollbremsungen meistens alle Schaeden
vemeiden koennen. Endet halt gelegentlich in spektakulaeren Absteigern
ueber den Lenker (v.a. am MTB mit steilem Gabelwinkel), die sind aber
harmlos, solange man grade draufhaelt und nicht ausweicht. In wenigen
Faellen hat dann halt der Bremsweg nicht gereicht. Das Problem scheint
eher zu sein, dass viele Autofahrer Radler und Fussgaenger in die Gruppe
"stehendes Hinderniss" einordnen und nicht damit rechnen, dass man sich
merklich bewegt. Ausserdem ist man eben auf dem Radweg schon extrem
schlecht sichtbar, ich hab mit dem KFZ sicher schon einige Hintermaenner
duch ploetzliche Bremsungen vor dem Abbiegen erschreckt, weil ich eben
den Radler nicht abraeumen wollte. Letzteres ist bislang
gluecklicherweise auch immer gelungen, behindert hab ich aber Radler
auch schon, trotz allerbestem Willen dies nicht tun zu wollen.

> >OK, ich fahr etwas flotter, wohl so um 27-32 km/h auf der Ebene.
>

> Naja, bei dem Tempo kann ich dich verstehen. Da gehörst du in der Tat auf
> die Straße...

Da sind halt leider noch die gruenen Maennchen anderer Meinung, kommt
also nur bei absolut zweifelsfreier Unbenutzbarkeit in Frage.

>
> Ich vor kurzem als Pkw-Fahrer schon:
>
[Geisterfahrer ohne Licht]
Naja, dem waer nicht mehr zu helfen gewesen.
--
Wolfgang

Klaus Mueller

unread,
Dec 12, 2000, 11:24:08 PM12/12/00
to
Wolfgang Soergel <wsoe...@lnt.de> wrote:

> Jan Peters wrote:
> >
> > wsoe...@lnt.de (Wolfgang Soergel) wrote:
> >
> > >> Den mittleren. Auf dem RÜckweg manchmal auch den südlichen.
> > >Sind das nicht sowieso "Fusswege, Radler frei"?
> >
> > Nö. "Gemeinschaftsweg" (hab' gerade meine StVO nicht zur Hand...)
> Moeglich. Wobei das sowieso keine Strassenbegleitenden Radwege sind und
> ich deshalb hier auch nicht so kritisch bin.

Ich bin hier nur deshalb kritisch, weil es für mich die beste unter
schlechten Alternativen ist. Es gibt leider keine rad weg freie, für
Radverkehr nicht gesperrte Verbindung von Alterlangen in die Innenstadt.

> > >Ansonsten hat Klaus schon so ziehmlich das Horrorkabinett getroffen:
> >
> > Negativbeispiele findet man immer - auch da, wo es ansonsten ganz gut
> > aussieht.
> Mir fallen leider halt nur recht wenige Positivbeispiele ein. OK,
> entlang der B4 nach Tennenlohe ist's nicht zu schlecht, wenngleich hier
> die Kreuzungen mit den Einfahrten schlecht ausgeschildert

... sowie wartepflichtig für den Radverkehr
> sind.

In Tennenlohe ist es dann erstmal ein gar "lustiger" einseitiger
Zweirichtungsrad- und Fuß weg. Dann is mal gar keiner mehr vorhanden
(schweißabwisch, es gibt ja noch befahrbare Abschnitte).

> > >Kontakt
> > >mit Kfz (in zukunft kurz KmK) hatte ich dort aber am anderen Ende, bei
> > >der Einmuendung in die Aeussere Brucker (Rechtsabbieger, mit Rad ueber
> > >die gruene Ampel). Ausserdem Einmuendung Gueterhallenstrasse (nicht
> > >sicher, ob noch beutzungspflichtig), allgemein ist in beiden Richtungen
> > >der Bereich um die Post saugefaehrlich.
> >
> > Der Bereich ist aber auch auf der Straße gefährlich. Wenn es irgendwie
> > geht, meide ich diesen Bereich als Radfahrer und fahre Umwege.
> Wo ist hier auf der Fahrbahn ein Problem?

Ein Problem sind diese blauen Verkehrsplanertätigkeitsnachweise, das
zweite sitzt gewöhnlich in vierrädrigen Vehikeln und spielt Oberlehrer.
Das erste ließe sich aber beseitigen, das zweite durch Aufklärung und
finanzielle "Anreize" in Griff kriegen.



> > Ich vor kurzem als Pkw-Fahrer schon:
> >
> [Geisterfahrer ohne Licht]
> Naja, dem waer nicht mehr zu helfen gewesen.

Sowas kenne ich auch andersrum, zwar auf der richtigen Fahrbahnseite,
aber saugefährlich.

Möhrendorfer Str (damals noch mit Rad weg), Dunkelheit, leichter Nebel.
Ich will links abbiegen, schaue mich um, ob ich auf die Fahrbahn kann,
alles frei (scheint so). Plötzliches Hupen, Vollbremsung meinerseits
gerade noch rechtzeitig. Mausgrauer Benz (der Größe nach vermutlich
S-Klasse) ohne licht und erheblich zu schnell von hinten.

Michael Oberseider

unread,
Dec 14, 2000, 2:56:01 PM12/14/00
to

Bernd Sluka schrieb:

>
> Ich habe mal ganau auf dieser Strecke Schienenersatzverkehr
> mitgemacht, also Busse zwischen den Bahnhöfen, den Ortszentren über
> die Autobahn (zwischen Dingolfing und Landau). Es war das einzige Mal,
> wo ich meinen Anschlußzug verpaßt habe. Soviel zur Schnelligkeit von
> Bussen, auch Schnellbussen - der hier fuhr direkt und ohne
> Zwischenhalt - im Vergleich zu Bahn.
>

Die Strecke 931 München - Passau ist nicht irgend eine zerfahrene Strecke, sondern sie
ist in sehr gutem Zustand. Die Reisegeschwindigkeit eines Regionalexpress beträgt 88 km/h
und hält damit mit den grossen Magistralen mit. Hier in Thüringen sieht es anders aus,
hier beträgt die Reisegeschwindigkeit 60 km/h. Und bei RE-Reisegeschwindigkeiten unter
70km/h können Busse mithalten.

Noch einmal ein anderes Beispiel aus Italien: Auf der alten Pontebbana betrug die
Reisegeschwindigkeit ca. 50 km/h, die Züge von Udine nach Villach brauchten ca. 2 Stunden
50 Minuten. Heute fahren hier neben zwei Zügen pro Tag (ohne Nachtzüge), wovon einer
lediglich aus zwei Zweitklasswagen besteht, auch noch einige Busse, die die Strecke in 2
Stunden 30 Minuten schaffen. Busse sind also nicht grundsätlich langsamer als Züge, es
kommt bloss auf den Zustand der Strecken an.

Allerdings sind hier mittlerweile die Ausbaumassnahmen abgeschlossen, so dass aus
Kapazitätsgründen wieder Eilzüge fahren könnten, die die Strecke in einer Stunde 50
Minuten schaffen, vorher war die Strecke mit 25 Güterzügen pro Tag bereits dicht.

Gruss, Michael

Klaus Mueller

unread,
Dec 14, 2000, 11:51:04 PM12/14/00
to
Michael Oberseider <michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de> wrote:

> Klaus Mueller schrieb:
>
> > Michael Oberseider <michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de> wrote:
> >
> > Da die A71 sehr schwach befahren
> > > sein wird,
> >
> > Woher nimmst du diese Überzeugung? Bisher hat jede neue Autobahn massiv
> > Verkehr angezogen. Auch dort könnte eine Menge Durchgangsverkehr kommen.
> >
>
> Auch die A92 Freising - Deggendorf ist relativ schwach befahren und eher
> selten von Staus betroffen. Ich habe bewusst Freising als Ausgangspunkt
> gewählt, weil, dass für die Reststrecke nicht zutrifft.

Die läuft auch in einer Richtung, in der nicht viel Verkehr zu erwarten
ist. Wer nicht in den Bayerischen Wald will, dem bringt die A92 gar
nichts. Die A71 bietet sich auch für Durchgangsverkehr an, außerdem
soll doch irgendwo bei Suhl auch die A73 anschließen. Die ist jetzt
schon recht verkehrsreich, wenn sie dann auch noch Durchgangsverkehr
zuläßt ...

> >
> > Leider sind auch andere Bürger betroffen, eine Einstellung wird
> > überregionale Folgewirkung haben. Ich denke, ich bin nicht der einzige,
> > der Busse als RE-Ersatz für unbequem und unattraktiv hält.
>
> Fernreisende (Alle Reisen, die jenseits von Würzburg und Erfurt beginnen)
> werden Möglichkeiten haben, grossräumig auszuweichen und müssen dabei nicht
> einmal zeitmässige oder kilomermässige Umwege in Kauf nehmen.

^^^^^^^^^^^
gegenüber dem derzeitigen Zustand. Allerdings dürften wohl finanzielle
Mehrleistungen wegen der bekannt preisgünstigen Weißwurstbenutzung
entstehen (ich habs bisher nicht detailliert nachgerechnet).

> > Ich nehme an, man wird es als Vorbild für andere Regionen nehmen. Einen
> > Fall in Bayern habe ich ja schon genannt.
>
> Bei genauerem Hinsehen habe ich festgestellt, dass diese Strecke gerade nicht
> geeignet ist, da die Busse hier auf der Landstrasse fahren müssten, um alle
> RB-Halte zu bedinen. Da die RB (die mittlerweile nicht mehr in jedem Kuhdorf
> halten) ist die Reisegeschwindigkeit hier knapp 70 km/h und nicht 45 km/h wie
> in Thüringen, dürfte es hier im Gegensatz zum Thüringer Wald zu erheblichen
> Reisezeitverlängerungen kommen.

In welchem Kuhdorf halten sie nicht mehr? Nur im Abschnitt
Regensburg-Schwandorf wurden Halte weggelassen. Außerdem geht derzeit
schon eine deutliche "Unbedeutendmachung" der Strecke los: der
Fernverkehr soll weitgehend wegfallen, dann bleiben nur noch RB.

> Ich denke, dass eine Stillegung von Strecken im grossen Stil politisch nicht
> dursetzbar wäre.

Bei der Regierung der großen Worte aber kleinen Gelder für den
Bahnverkehr (Bayerische Staatsregierung)?

> Im Thüringer Wald wird es relativ einfach durchzusetzen sein, weil
> die Strecke betriebsgefährdende Schäden hat und weil das Land relativ viel
> Geld in die Autobahn gesteckt hat, so dass es jetzt offensichtlich ist, dass
> für die Instandsetzung der Bahnlinie kein Geld mehr da ist.
>
> Zudem halte ich es volkswirtschaftlich nicht für sinnvoll, zwei technisch
> aufwendige Verkehrsachsen in einer solch nachfrageschwachen Relation
> aufrechtzuerhalten. Mehr als 80% der Bevölkerung waren in der Region für
> die Autobahn (man braucht hier nur in die Lokalzeitung zu schauen: In jeder
> Woche erscheint ein mindesten viertelseitiger Artikel über den Baufortschritt
> an der A71), dann soll man hier in der Region bitte auch die Konsequenzen
> tragen: Verminderung des Bahnverkehrs.

Für mich ist diese Region, in die ich früher gerne gefahren bin, damit
jedenfalls endgültig gestorben. Und ich bin ziemlich pessimistisch wegen
der Vorbildwirkung.

Klaus Müller

Michael Oberseider

unread,
Dec 15, 2000, 3:14:46 PM12/15/00
to

Klaus Mueller schrieb:

> Michael Oberseider <michael.o...@et.stud.tu-ilmenau.de> wrote:
>
>
> Die läuft auch in einer Richtung, in der nicht viel Verkehr zu erwarten
> ist. Wer nicht in den Bayerischen Wald will, dem bringt die A92 gar
> nichts.

Es müsste sich nur herumsprechen, dass die A92 eine günstige Verbindung von München
nach Linz ist. Ab AK München Nord (A9/99) sind es sogar 5 km weniger. Und die A92
ist Europastrasse mit zweistelliger Nummer: die E53.

> Die A71 bietet sich auch für Durchgangsverkehr an, außerdem
> soll doch irgendwo bei Suhl auch die A73 anschließen. Die ist jetzt
> schon recht verkehrsreich, wenn sie dann auch noch Durchgangsverkehr
> zuläßt ...
>

Dann gibt es allenfalls Dauerstau zwischen bamberg und Fürth, der Nordabschnitt
wird dagegen schwächer ausgelastet sein.

>
> > Fernreisende (Alle Reisen, die jenseits von Würzburg und Erfurt beginnen)
> > werden Möglichkeiten haben, grossräumig auszuweichen und müssen dabei nicht
> > einmal zeitmässige oder kilomermässige Umwege in Kauf nehmen.
> ^^^^^^^^^^^
> gegenüber dem derzeitigen Zustand. Allerdings dürften wohl finanzielle
> Mehrleistungen wegen der bekannt preisgünstigen Weißwurstbenutzung
> entstehen (ich habs bisher nicht detailliert nachgerechnet).
>

Na gut, ohne Weisswurst und Bus wird die Fahrt von Würzburg nach Naumburg dann eine
Stunde länger dauern. Aber als Reisender kann man sichs ja aussuchen, ob man im
ICE, im RE-Bus auf SWT oder in der RB auf SWT und einer Stunde mehr Fahrzeit fährt.

>
>
> In welchem Kuhdorf halten sie nicht mehr? Nur im Abschnitt
> Regensburg-Schwandorf wurden Halte weggelassen. Außerdem geht derzeit
> schon eine deutliche "Unbedeutendmachung" der Strecke los: der
> Fernverkehr soll weitgehend wegfallen, dann bleiben nur noch RB.
>

Kann ich jetzt nicht genau sagen. Aber ein blick auf die Landkarte zeigt, dass hier
bei Busumstellung die RB-Fahrzeit um mindestens 40% länger würde.

>
>
> Und ich bin ziemlich pessimistisch wegen
> der Vorbildwirkung.

Ganz ausschliessen möchte ich die Vorbildwirkung ja nicht. Aber ich möchte noch
einmal auf die negativen Folgen eines Weiterbetriebes eingehen.

Wie schon erwähnt ist der Brandleitetunnel wegen der schwierigen Geologie ein
Dauersanierungsfall. Deshalb wird er immer überschnittliche Kosten verursachen, die
langfristig staatliche Zuschüsse erfordern. Sollte nun tatsächlich eine kleine
Bahnfima die Strecke übernehmen, besteht die gefahr, dass diese nach Ausbleiben der
Zuschüsse Konkurs macht, was wieder extrem negative Folgen auf den Bahnverkehr in
einer anderen Region hat, der von der gleicen Gesellschaft betrieben wird. Ich
hoffe, dass will keiner, dass dieser Brandleitetunnel noch eine andere Strecke in
den Ruin reisst - vielleicht sogar in einer Region, die nicht so autobahnfanatisch
ist.

Ferner sehe ich die Ursache des zu erwartenden starken Fahrgastrückgangs nicht in
der Unbequemheit von Bussen, sondern vielmehr in der viel zu unattraktiven Fahrzeit
im Vergleich zum Auto (mehr als doppelt so lange Fahrzeit mit der Bahn oder Bus).
Und um die Strecke richtig auf Vordermann zu bringen sind vergleichbare Summen wie
für die Autobahn nötig, was ich für völlig utopisch halte.

Gruss, Michael

Volker Wollny

unread,
Jan 8, 2001, 4:00:20 PM1/8/01
to
Hy Dago!

Dago Schnider schrieb:

> Das ist das typische Problem der Schiene: Wenn sie mal liegt, müssen
> die Leute gezwungen werden, dort in der Nähe zu wohnen oder zu
> arbeiten, wenn sie effektiv sein soll. Aber wer wohnt schon gerne
> hinterm Bahndamm?

Ah ja! Und Du meinst, wenn ein neues Baugebiet entsteht, dann wachsen
die Straßen ganz von alleine da hin?

Woran hast Du heute wieder geschnüffelt? Du weißt doch, daß das nicht
gesund ist....

Grüßle

Volker
--
"Und im übrigen bin ich der Ansicht, daß die Härtsfeldbahn wieder
aufgebaut werden sollte."http://www.ibwollny.de/haertsfeldbahn/
IBW - Dipl. Ing. (fh) Volker Wollny - Schumannstr. 16, D-73430 Aalen
+49-7361-45 813, +49-172-73 27 257 email: v.wo...@ibwollny.de

Andreas Schulze Bäing

unread,
Jan 13, 2001, 6:16:52 PM1/13/01
to
Volker Wollny <v.wo...@ibwollny.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3A5A2A64...@ibwollny.de...

> Hy Dago!
>
> Dago Schnider schrieb:
>
> > Das ist das typische Problem der Schiene: Wenn sie mal liegt, müssen
> > die Leute gezwungen werden, dort in der Nähe zu wohnen oder zu
> > arbeiten, wenn sie effektiv sein soll. Aber wer wohnt schon gerne
> > hinterm Bahndamm?

Hab den Thread nicht ganz verfolgt... trotzdem:

Von seiten der Regionalplanung wird zumindest in NRW darauf geachtet,
Siedlungsgebiete in erster Linie entlang von Schienentrassen bzw. rund um
Bahnhöfe zu entwickeln und auszuweisen.

Es gibt z.B. im Münsterland schon so manche Gemeinde, die sich ärgert, in
den 70er Jahren nicht stärker um den Erhalt des eigenen Bahnhofs gekämpft zu
haben.

Andreas


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