Ich überlege mir ein Doppelstudium mit Mathe und Physik auf Diplom zu
beginnen.
Macht das vielleicht jemand und kann mir sagen, wie groß der Mehraufwand
wirklich ist? Physik hat ja viel Mathe und Mathe auch Physik. Das wird ja
gegenseitig angerechnet. Bis jetzt hat mir kein Professor/Studienberater
davon abgeraten. Aber ich konnte noch nie jemand finden, der das wirklich
macht.
Als Universitäten habe ich Tübingen, Heidelberg oder Freiburg im Auge. Weiß
jemand ob diese Unis (vorallem Heidelberg und Tübingen) dieses vorhaben
unterstützen?
Danke für eure Informationen!
Gruß
Hanno
Grüße,
Sonja
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Sonja Hilbig
Student of Mathematics
Chemnitz University of Technology
Germany
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Hallo Hanno,
> Ich überlege mir ein Doppelstudium mit Mathe und Physik auf Diplom zu
> beginnen. Macht das vielleicht jemand und kann mir sagen, wie groß der
> Mehraufwand wirklich ist? Physik hat ja viel Mathe und Mathe auch
> Physik. Das wird ja gegenseitig angerechnet. Bis jetzt hat mir kein
> Professor/Studienberater davon abgeraten. Aber ich konnte noch nie
> jemand finden, der das wirklich macht.
Vorweg: Mach dich nicht unglücklich!
Ich mache kein Doppeldiplom und ich kenne auch niemanden der ein
Doppeldiplom macht (und schon gar nicht in Mathe+Physik). (Das
alleine sollte dich stützig machen.)
Die Schlussfolgerung Mathe und Physik haben viel miteinander zu tun ist
zwar korrekt, ist einem Studenten aber erst spät im Studium
zugänglich/nützlich.
Das Grundstudium durch verfolgen Physik und Mathematik völlig verschiedene
Zielsetzungen. Beide Studien haben überdies völlig verschiedene
'Geschwindigkeiten'.
Die Reibungsverlsute sind enorm. Du sitzt in einer Vorlesung und weisst
nicht wie du die Zeit totschlagen sollst, während der Prof versucht
Physikern beizubringen, was ein Eigenwert ist oder umgekehrt du hast
absolut keine Ahung wovon der Prof spricht, wenn der plötzlich von Trennung
von Jordan-Rändern anfängt, und alle anderen (diesmal die Mathematiker) vor
Langerweile gähnen.
Physiker und Mathematiker rechnen/denken einfach völlig verschieden.
Synergien sind zwar da, aber ich schätze die auf so ca. 1/4-1/6 des
Volumens des Grundstudiums. Im Hauptstudium sinkt der Teil (i.A.) nochmal
erheblich.
Technisch gesehen ist es also möglich sich Mathe und Physik gegenseitig als
Nebenfächer zu wählen. Das Studium dann aber auch durchzuziehen ist eine
ganz andere Sache.
Die obigen Überlegungen gelten unter der Vorbedingung, du möchtest
tatsächlich normal studieren und spielst nicht mit dem Gedanken dein
Wohnsitz in eine Abstellkammer des Instituts/der Institute zu verlegen,
bzw. du möchtest dein Studium in 9-13 Semestern schaffen. Unter 'normal
studieren' verstehe ich dabei eine 40 Stunden Woche
(Vorlesungen+Nacharbeit, auch Ferien durch, da Klausuren).
Bist du aber bereit dein Privatleben auf 0 (in Worten: Null)
herunterzufahren (auch Wochenenden und Ferien durch) oder aber du jetzt
schon weisst, dass du einfach Physikalisch-mathematisch hoch/höchst begabt
bist, gelten die obigen Ausführungen nur beschränkt.
Rekapitulierend: Mach dich nicht unglücklich.
Hoffe dir etwas geholfen zu haben.
gruss
Ian
--
Auch mal interessant zu erwähnen: Im Wörterbuch wird _etliche_ erklärt mit
_einige_, _manche_. Im heutigen Sprachgebrauch wird es aber fast immer im
Sinne von _mehr_, _als_ _du_ _denkst_ verwendet.
Max Goldt - "Der Krapfen auf dem Sims" S.35
"Hanno Rein" <new...@hanno-rein.de> schrieb
> Ich überlege mir ein Doppelstudium mit Mathe und Physik auf Diplom zu
> beginnen.
>
> Macht das vielleicht jemand und kann mir sagen, wie groß der Mehraufwand
> wirklich ist? Physik hat ja viel Mathe und Mathe auch Physik. Das wird ja
> gegenseitig angerechnet. Bis jetzt hat mir kein Professor/Studienberater
> davon abgeraten. Aber ich konnte noch nie jemand finden, der das wirklich
> macht.
>
also auch ich kann Dicn nur warnen, nicht aus eigener, sondern aus der Er-
fahrung meines Bruders heraus: Er hat mit Mathematik/Physik fürs Lehramt
(Sekundarstufe II) gestartet, aber auch nach einem Semester sich auf Diplom-
Physik umgeschrieben, und jetzt seinen Doktor darin gemacht. Das Studium war
an der Ludwigs-Maximilian-Universität München.
Fröhliche Grüße,
Ursula
--
I am Ohm of the borg. Resistance is voltage
divided by electric current.
Unter 'normal studieren' versteht wohl jeder etwas anderes; *ich*
beispielsweise komme ganz bestimmt nicht mit 40 Stunden / Woche aus.
Das liegt zwar auch an meinem Studiengang (Wirtschaftsmathematik),
doch höre ich die Vorlesungen auch mit 'normalen' Diplom-Mathematikern
und die klagen über ähnlich zeitauwändige Beschäftigung...
Du musst bedenken, dass an vielen, vielen Unis im Bereich Mathe sog.
'Hausübungen' verlangt werden, deren halbwegs richtige Lösung
Zulassungsvoraussetzung zur Scheinklausur am Ende des Semesters sind.
Selbst bei nur zwei Anfängervorlesungen ist der Zeitaufwand hierfür
beträchtlich; 60 Stunden / Woche treffen's eher, schätze ich.
Aber: Vielleicht bin ich ja die Ausnahme und du verrätst mir, wo ich
die Zeit her nehme, um jeden Abend gemütlich Einen trinken zu gehen...
Dank dafür im Voraus, *g*
David
Oder Du machst eins als Präsenzstudium und das andere z.B. an der Fernuni hagen und dann versuchst Du wieder eine Einzelschein anerkennung zu machen (evtl. sogar in beide Richtungen - wobei Scheine von der FernUni einen guten Ruf haben - sollen hart sein)
MfG
sws
Hanno Rein <new...@hanno-rein.de> schrieb in im Newsbeitrag: as569m$aak$04$1...@news.t-online.com...
> Ian Greifer <ian.g...@gmx.de> wrote in message
>> Unter 'normal studieren' verstehe ich dabei eine 40 Stunden Woche
>> (Vorlesungen+Nacharbeit, auch Ferien durch, da Klausuren).
> Unter 'normal studieren' versteht wohl jeder etwas anderes; *ich*
> beispielsweise komme ganz bestimmt nicht mit 40 Stunden / Woche aus.
Nun, deswegen habe ich auch nicht versäumt, eine Klärung nachzuschieben :).
Ich finde 40 sind schon okay, zuviel ist auch nicht gut, dann lieber das
Studium 'strecken'. Studium ist halt Arbeit (zumindest sehe ich das so) und
eine 5*8 Stunden Woche ist dann weder zuviel noch zuwenig. Kann man von 18+
Leuten verlangen.
> Aber: Vielleicht bin ich ja die Ausnahme und du verrätst mir, wo ich
> die Zeit her nehme, um jeden Abend gemütlich Einen trinken zu gehen...
Also das glaube ich, besonders in den Anfganssemestern ist Mathe wirklich
wegen der Umgewöhnung Schule-Uni etwas arg intensiv, wenn man das auch 'auf
100%' macht und nicht auf 'bitte mein Schein only'. Freunde sind wichtig,
dann lieber das eine oder ander Hausaufgabenblatt nicht machen. Aber immer
das Mass halten, nicht übertreiben.
gruss
Ian
--
Attila the Hen.
Clement Freud (about Margaret Thatcher)
>> Aber: Vielleicht bin ich ja die Ausnahme und du verrätst mir, wo ich
>> die Zeit her nehme, um jeden Abend gemütlich Einen trinken zu gehen...
Mir bitte auch. ;)
> Also das glaube ich, besonders in den Anfganssemestern ist Mathe wirklich
> wegen der Umgewöhnung Schule-Uni etwas arg intensiv, wenn man das auch
> 'auf 100%' macht und nicht auf 'bitte mein Schein only'.
Die Leute, die "bitte mein Schein only" sagen, und es /nicht/ zu 100%
machen, hab ich nach spätestens 2 Semestern nicht mehr wieder gesehen.
> Freunde sind
> wichtig, dann lieber das eine oder ander Hausaufgabenblatt nicht machen.
Klar sind Freunde wichtig, aber Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps
Oft laesst sich das ganz gut verbinden, schliesslich kann man auch mit
Freunden zusammen Uebungsblaetter machen.
Florian
--
email: diesch at gmx dot de
Wie soll es dann eigentlich Mathe- + Physiklehrer geben?
Die müssen doch beides studieren!
Und an unserer Schule sind alle Physiker auch Mathematiker!
Hatte irgendeiner davon denn auch nur _ein_ Diplom? Wahrscheinlich eher
nicht ...
gruß,
--
Lutz Frommberger | "Wenn ist das Nunstück git und
| Slotermeyer? Ja! ... Beiherhund
http://www.stud.uni-karlsruhe.de/~un43/| das Oder die Flipperwaldt
pgp key on request | gersput." - Ernest Scribbler
> Wie soll es dann eigentlich Mathe- + Physiklehrer geben?
> Die müssen doch beides studieren!
Aber "nur" auf Lehramt und nicht auf Diplom. Angehende Lehrer
studieren zwei Fächer und noch etwas Pädagogik. Dafür machen sie
bei den Fächern aber auch weniger als ein Diplom-Student in
dem jeweiligen Fach, sonst wäre das nicht zu schaffen.
Mein Physik- und Informatiklehrer (Mathelehrer war er auch noch,
und alles drei auch in der Oberstufe) war übrigens "nur" Physiker,
aber dafür mit Diplom. Das reicht dann für Mathe gleich mit...
Gruß
Robert
Das "nur" ist dann aber von Uni zu Uni unterschiedlich. Meine Freundin
studiert genau diese Kombination ausgerechnet in Karlsruhe. Zumindest
im VD gibt es die Probleme, daß zum Beispiel die Mathevorlesungen
(Analysis) gehört werden müssen, aber man den Stoff aus parallel
liegenden Vorlesungen der Mathematik für Physiker (die völlig anders
strukturiert sind) hört. Gerade in dieser Kombination wechseln nicht
wenige noch im VD auf das eine oder das andere Diplom, weil sie
effektiv mehr zu tun haben als die Diplomaspiranten und dabei auch
noch Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen wie benotete
Übungsscheine etc..
Insgesamt ist das sicher im HD nicht vergleichbar mit "beides auf
Diplom studieren", in KA ist es zumindest im VD aber noch deutlich
mehr als "eines auf Diplom studieren".
Gruß, Bastian
> Das "nur" ist dann aber von Uni zu Uni unterschiedlich.
Logo. Nur zur Klarstellung: ich wollte keinesfalls Lehramtsstudis
oder Lehrer herabwürdigen, daher die Anführungszeichen.
> Meine Freundin studiert genau diese Kombination ausgerechnet
> in Karlsruhe. Zumindest im VD gibt es die Probleme, daß zum
> Beispiel die Mathevorlesungen (Analysis) gehört werden müssen,
> aber man den Stoff aus parallel liegenden Vorlesungen der
> Mathematik für Physiker (die völlig anders strukturiert sind)
> hört.
Das ist natürlich blöd. Bei uns in Aachen ist es auch blöd, aber
auf andere Weise: hier müssen Physik-Lehramtsstudenten überhaupt
keine Mathematik hören (wenn sie nicht auch Mathe auf Lehramt
studieren)! Einiges an Mathematik wird aber in den Physikvorlesungen
natürlich zunehmend einfach vorausgesetzt.
Gruß
Robert
Hab ich auch nicht so aufgefaßt, ich hab nicht direkt an das "nur"
angeknüpft, ich wollte nur einbringen, daß LA-Studenten teilweise
genau mit den Problemen zu kämpfen haben, die auch den OP erwarten
würden und daß Lehrämtler (gemessen an dem, was in KA zu tun ist) oft
ungerechter Weise falsch eingeschätzt werden. Keiner wird von Diplom
auf LA wechseln, weil er zu viel zu tun hat. Du hast ja recht damit,
daß LA-Studenten trotzdem keine 2 Diplome machen (der Weg, ein Diplom
mitzunehmen ist aber nicht sehr weit).
Gruß, Bastian
Robert Zehn schrieb:
Na, da wird doch einiges klar. Pisa läßt grüßen. Ohne Mathematik kratzt
man in Physik doch nur an der Oberfläche.
Viele Grüße,
Thorsten
--
"Nothing in biology makes sense, except in the light of evolution"
(Theodosius Dobzhansky)
Du sprichst nicht zufällig von H. W. aus W.?
Wo machst du denn das? Und in welchen Fächern? Wie sieht dass denn mit
Studiengebühren aus? Läuft das dann zusammen als Erststudium oder schon eins
als Zweitstudium (Gebühren?)?
Gruß
Hanno
Nein, von H. P. aus H. (Datenschutz rules :-)). Aber Diplomphysiker
und -mathematiker usw. sind nichtmal so selten an den Gymnasien, weil
es vor einiger Zeit wohl mal einen großen Mangel an Lehramts-Studenten
gegeben hat...
Gruß
Robert
Ein Freund von mir sagte mal, das Studium dient dazu eine berufliche
Qualifaktion zu erwerben, nein noch wichtiger, sich selbst zu finden.
"Ich bin nicht hier um euch zu erzählen wie alles endet. Ich bin hier um
euch zu erzählen wie alles anfängt." Zitat: Neo the one (nicht Jet-Li)
Tobias Giese
> ...wer zusammen säuft, kann auch zusammen lernen...
> Und jetzt die grosse Frage. Wo kriegt man Wodka-O für 1.50 Euro oder ne
> Pilsette feinsten Gerstensaft, auf ner Studentenfete oder im Lernzirkel in
> der Bibliothek?
>
> Ein Freund von mir sagte mal, das Studium dient dazu eine berufliche
> Qualifaktion zu erwerben, nein noch wichtiger, sich selbst zu finden.
Ah gut, ich dachte schon es sei die Suche nach dem Alkoholrausch.
Ozan
Nein. Nach dem neuen Doppelmodell hier in Bochum, müssen erst
Mathe&Physik (bei Mathe&Physik Lehrern) komplett auf Bacheloer
studiert werden. Im Vordiplom sind die BA und Diplom Vorlesungen
vollständig identisch
=> angehende Mathe&Physik-Lehrer müssen die Scheine machen wie
Doppel-Diplom-Studenten. Zumindest bis zum Vordiplom.
mfg
> Nein. Nach dem neuen Doppelmodell hier in Bochum, müssen erst
> Mathe&Physik (bei Mathe&Physik Lehrern) komplett auf Bacheloer
> studiert werden. Im Vordiplom sind die BA und Diplom Vorlesungen
> vollständig identisch
>
> => angehende Mathe&Physik-Lehrer müssen die Scheine machen wie
> Doppel-Diplom-Studenten. Zumindest bis zum Vordiplom.
Das ist aber heftig. Obwohl, wenn Mathematik und Physik gut
aufeinander abgestimmt sind (z.B. gemeinsame Ana- und LA-Vorlesungen),
dann gehts.
Wie sieht denn der "Zeitplan" für das Studium aus? Vielleicht ist
dafür mehr Zeit angesetzt als zwei Jahre?
Gruß
Robert
Um für Karlsruhe zu sprechen: Unwahrscheinlich. Während Physiker
schnell so Sachen wie DGLs und solch physikalisches Handwerkszeug
brauchen, wird die Mathematiker-Analysis üblicherweise ganz anders
aufgebaut.
> Wie sieht denn der "Zeitplan" für das Studium aus? Vielleicht ist
> dafür mehr Zeit angesetzt als zwei Jahre?
Afaik 10 Semester insgesamt, damit wird aber wohl eher dem
Praxissemester Rechnung getragen.
Gruß, Bastian
Karlsruhe ist da aber eher die Ausnahme als die Regel.